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    <title>Radio Vatikan - Clips-GER</title>
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    <description>Die Stimme des Papstes und der Weltkirche</description>
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      <title>Costa Rica: Präsidentin Chinchilla tritt an</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=355688</link>
      <description>  00:01:44:33  In der Ukraine ist an diesem Sonntag eine Frau – Julia Timoschenko – gescheitert mit ihrem Vorhaben, Präsidentin zu werden. Woanders hat es geklappt: in Costa Rica. Dort tritt Laura Chinchilla an die Spitze des Staates – gewählt mit 47 Prozent der Stimmen, bisher Ministerin des scheidenden Präsidenten Oscar Arias. Unser Lateinamerika-Experte Luis Badilla erklärt:

„Nach Violeta Chamorro in Nicaragua in den achtziger Jahren und Mireya Moscoso in Panama in den Neunzigern ist Laura Chinchilla die dritte Frau in Mittelamerika, die ins  Präsidentenamt aufsteigt. In ihrem Wahlkampf hat sie sich vor allem gegen Gewalt in den Städten eingesetzt und Maßnahmen gegen die wachsende Armut angekündigt- damit hat sie in allen Teilen der Bevölkerung gepunktet. Denn etwa zwanzig Prozent der Menschen in Costa Rica sind arm, mehr als zehn Prozent sind arbeitslos. Mit ihr zieht sicher ein neuer Stil ein: Arias hatte eine schwierige Beziehung zur öffentlichen Meinung, sie wirkt dialogischer. In vielem erinnert ihre Art an die scheidende chilenische Präsidentin Michelle Bachelet.“

Die überzeugte Katholikin Chinchilla will sich auch im höchsten Amt von ihren Glaubensprinzipien leiten lassen. Eine erste Herausforderung gäbe es da auch schon: Das Oberste Gericht hat der Kirche am Montag das Recht entzogen, Religionslehrer auszusuchen bzw. ihr Veto gegen sie einzulegen. Bisher hatte Artikel 34 der Verfassung von Costa Rica der Bischofskonferenz eben dieses Recht eingeräumt; mit einem Stimmenverhältnis 4:3 haben die Richter die so genannte „missio canonica“ nun für ungültig erklärt. Die Materie wird in der Regel in Konkordaten oder Verträgen eines Staates mit dem Vatikan geregelt.

(rv 09.02.2010 sk)
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      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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      <title>Biedenkopf: „Subsidiarität fast abgeschafft“</title>
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      <description>  00:02:09:77  Kurt Biedenkopf fordert von der deutschen Politik eine Rückbesinnung auf die katholische Soziallehre. Sie gehöre zum Fundament der CDU, so der frühere Ministerpräsident von Sachsen im Gespräch mit uns. Allerdings nehme der Einfluß der Soziallehre derzeit deutlich ab, und das habe negative Auswirkungen auf die Gesellschaft:

„Zu den entscheidendsten Momenten der katholischen Soziallehre gehört in meinen Augen das Prinzip der Subsidiarität. Das heißt: den kleinen Lebenskreisen Raum geben, angefangen bei der Familie - genug Raum geben, um die Leistung, die sie selbst erbringen können, auch zu erbringen. Wir haben dieses Prinzip praktisch abgeschafft. Wir haben in den Sozialsystemen eine hochgradige Zentralisation und damit Anonymisierung und Bürokratisierung - mit der Folge, dass die Menschen untereinander nicht mehr wissen, wer etwas für wen leistet, und aus diesem Grunde alle vom Staat Leistungen verlangen. Ohne das Subsidiaritätsprinzip ist eine wirklich gute, soziale Ordnung nicht zu verwirklichen!“

Biedenkopf spricht der Religion weiterhin eine wichtige Rolle in der deutschen Gesellschaft zu: Die Menschen verlagern nach seiner Beobachtung die „Suche nach der Sinngebung des Lebens“ langsam „von der materiellen auf die nicht materiellen Dinge“. 

„Wenn heute junge Leute gefragt werden, was ihnen das Wichtigste ist, dann sagen sie nicht Einkommen oder Wohlstand, sondern Familie, Freunde, ein gutes und friedliches Zusammenleben. Viele erwähnen auch die Religionen, aber sie realisieren möglicherweise noch nicht, dass es eigentlich der Glaube ist, der ihnen dauerhafte Stabilität verleihen kann. In dem Begriff Religion verbirgt sich eben nicht nur der Glaube, sondern auch die Organisation. Und da gibt es erhebliche Spannungen und Schwierigkeiten. Viele Menschen sind gläubig, ohne sich Christen zu nennen. Ich habe viele Erfahrungen mit dieser fast dialektischen Situation gemacht...“

Biedenkopf konnte in diesen Tagen seinen achtzigsten Geburtstag feiern. Unser vollständiges Interview mit ihm hören Sie am kommenden Sonntag Abend in unser Sendung „Menschen in der Zeit“ von Aldo Parmeggiani.

(rv 09.02.2010 sk)

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      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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      <title>Kardinal Kasper wünscht sich „dialogischen Stil“</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=355676</link>
      <description>  00:02:02:28  Der Ökumene-Verantwortliche des Vatikans, Kardinal Walter Kasper, ist nicht völlig zufrieden mit der Rezeption des Dokuments „Dominus Iesus“ aus dem Jahr 2000. Das Papier wurde von der Glaubenskongregation unter dem damaligen Kardinal Joseph Ratzinger erstellt, der heute Papst ist, und handelt vom Wesen der Kirche. Es sei „unser Fehler gewesen“, dass der katholische Kirchenbegriff, wie er in dem Text entfaltet wird, in der anschließenden Debatte von einigen als Abgrenzung gegenüber anderen empfunden wurde „und nicht stattdessen als eine Öffnung“. Das sagte Kasper am Montag bei einem ökumenischen Kongress in Rom. Uns gegenüber erklärt der deutsche Kardinal seine Haltung so:

„Natürlich ist das kein Fehler in der lehrhaften Aussage, denn dieses Dokument repräsentiert die katholische Lehre – aber ich hätte mir einen etwas dialogischeren Stil gewünscht, einen Stil, der zugänglicher und ansprechender ist, für unsere eigenen Leute wie für unsere Partner. Das Dokument sagt auch ein bißchen zuviel, was die anderen nicht haben; ich würde eher betonen, was wir haben, was wir schenken können – und dann, dass wir auch von den anderen erwarten, bereichert zu werden. Also ein dialogischerer Stil – das mangelt diesem Dokument etwas, das ist eigentlich schade. Und das hat die Rezeption auch sehr erschwert.“

Das Dokument „Dominus Iesus“ zeigt auf, was aus katholischer Sicht Kirche ausmacht. Es sorgte im Jahr 2000 in Deutschland für Widerspruch bei anderen christlichen Konfessionen, die bemängelten, sie würden von den Katholiken nicht als Kirche anerkannt. Gleichzeitig ist es aber ein wichtiger Text für das katholische Selbstverständnis und für das Gespräch mit anderen christlichen Kirchen. Auf dem ökumenischen Kongress „Die Früchte ernten“ will Kasper mit hochrangingen Vertretern anderer Kirchen auch über das Vatikan-Dokument von 2000 sprechen.

(rv 09.02.2010 sk)

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      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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      <pubDate>Tue, 09 Feb 2010 10:04:00 GMT</pubDate>
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      <title>Großbritannien: Um Einheit bemüht</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=355674</link>
      <description>  00:03:39:79  „Anglican Communion Covenant“ – so heißt ein grundlegendes Konsenspapier, das derzeit allen 38 Provinzen der anglikanischen Weltgemeinschaft vorliegt. Der Text, der in jahrelanger Arbeit entstanden ist, soll die fragile Einheit der Anglikaner retten. Erzbischof Rowan Williams von Canterbury, der Primas der anglikanischen Kirche, hat das Konsenspapier vor Kurzem vorgestellt; es bemüht sich um den Entwurf einer gemeinsamen theologischen und pastoralen Vision und soll ein Prozedere festlegen, das im Fall von Auseinandersetzungen gilt. 

„Es ist ziemlich wichtig, daran zu erinnern, was der „Covenant“ ist und was er nicht ist – was er erreichen kann und was er nicht erreichen kann.“ Das sagt Erzbischof Williams in einer YouTube-Botschaft, die bis zu diesem Montag 5316 Mal aufgerufen worden ist. „Das Papier wird nicht alle Probleme lösen; es ist weder eine Verfassung noch ein Gesetzbuch, das alle Regelbrecher bestraft. Vielmehr zeigt der „Covenant“, wie sich bei einer Meinungsverschiedenheit verfahren lässt, um Spaltungen zu vermeiden. Und er hilft uns zu verstehen, worin unsere Gemeinsamkeit besteht, so dass wir unseren Zusammenhalt und unser Vertrauen untereinander verstärken.“

Provinzen, die diesem Bund beitreten wollten, sollten bitte bis zum endgültigen Beschluß alles vermeiden, was die Gläubigen noch weiter spalten könnte, bittet der graubärtige Primas. Auch der neue Grundlagentext sei sicher kein Zaubermittel, um Einheit herzustellen, doch könne er beim Unterscheiden helfen: „Wie wichtig ist dieser Punkt, der uns hier trennt? Wie sehr muss er uns untereinander spalten? Geht es hier um etwas, was die Gemeinschaft als Ganze zum Zerbrechen bringt, oder können wir vielleicht lernen, damit zu leben?“ 

Der „Covenant“ hat vier Teile, und der letzte ist wohl der wichtigste: Er beschäftigt sich mit dem Thema der Sexualität aus biblischer Sicht. Dieses Thema hat die anglikanische Kirche in den letzten Jahren entzweit und an den Rand der Spaltung gebracht, seit die US-Anglikaner 2003 einen bekennenden Homosexuellen zum Bischof von New Hampshire geweiht haben. Gegen diesen und weitere liberale Schritte wehren sich vor allem Anglikaner aus Afrika, die zahlenmäßig längst den größten Anteil der Kirchenmitglieder stellen. Der Erzbischof von Canterbury versucht allerdings, den „Covenant“ nicht nur als Minimalkonsens darzustellen: Vielleicht könne der Text sogar mal für andere Christen attraktiv werden.

„Es steht anderen Gemeinschaften, anderen Kirchen und Gruppen frei, diesem Bund beizutreten und damit für eine Eingliederung in die anglikanische Gemeinschaft in Frage zu kommen... Es wird in den nächsten Jahren viel geredet werden über diesen Text. Vielleicht hilft er uns längerfristig, mehr zu einer Gemeinschaft zu werden, mehr Verantwortung füreinander zu spüren.“

Derzeit wird in den anglikanischen Provinzen also beraten, ob sie dem Bund beitreten sollen oder nicht. Dazu haben sie drei Jahre Zeit: bis zum nächsten „Anglican Consultative Council“. Das höchste Organ der anglikanischen Weltgemeinschaft tritt 2012 wieder zusammen. „Ich hoffe“, sagt Erzbischof Williams, „dass der „Covenant“ wirkt und uns hilft, gemeinsam Zeugnis und Mission in unserer Welt zu leisten.“ Der anglikanischen Kirche gehören 77 Millionen Gläubige auf allen Kontinenten an.

(webseite archb canterbury / rivista „jesus“ 09.02.2010 sk)
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      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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      <pubDate>Tue, 09 Feb 2010 09:52:45 GMT</pubDate>
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      <title>Philippinen: Entführungsopfer Pater Sinnot zurück</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=355452</link>
      <description>  00:03:52:92  Pater Michael Sinnot ist zurück bei seiner Arbeit im Kinderheim auf Mindanau in den Philippinen. Ende letzten Jahres ging sein Name durch die Medien, als er vom 11. Oktober bis zum 12. November in der Hand von Entführern war. P. Sinnot, 1929 in Irland geboren und Mitglied der Kolumbani-Missionare, lebt seit den 50er Jahren auf den Philippinen, seit den frühen 80er Jahren in Pagadian auf der Insel Mindanau im Süden des Landes. Nach seiner Rückkehr sprach er mit Radio Vatikan über seine Erfahrung während der Entführung aber auch über sein Leben als Missionar auf den Philippinen, die ihn jetzt dazu gebracht hat, nach der Erfahrung der Entführung wieder zurückzukehren in das Hilfsprojekt, das er dort aufgebaut hat. Er hat sich immer als Missionar verstanden, die ganzen Jahre über, nicht in dem Sinn des „Seelen rettens“, wie ihm das noch im Seminar beigebracht wurde. Sondern als einer, der die gute Nachricht zu den Menschen bringt. Und von Irland auf die Philippinen kommend, war das nicht einfach.

„Am Anfang war es ein mächtiger Kulturschock, aber man gewöhnt sich daran. Aber ich muss auch sagen, dass egal wie lange man hier ist, man die Kultur nie vollstänig verstehen kann. Man lernt sie sehr gut kennen, aber Verstehen? Nein. Man wird immer wieder überrascht. Es ist eine Herausforderung, diese Kultur schätzen zu lernen und nicht die eigene Kultur und die eigene Art zu denken den Menschen auf den Philippinen überstülpen zu wollen.“

Zuerst arbeitete er in Pfarreien in Pagadian, was heute nicht mehr nötig ist, da philippinische Priester diese Aufgaben von den Missionaren weitgehend übernommen hat. Während dieser Zeit hat er aber das Bedürfnis der Menschen entdeckt, etwas für besonders benachteiligte Kinder zu haben.

„Ich habe schließlich 1998 ein Zentrum für behinderte Kinder gegründet. Sie leben am Rand der Gesellschaft und selbst die Eltern wissen nicht, was sie mit ihnen tun sollen und verstecken diese Kinder in den Häusern, weil sie nicht wissen, wie sie am besten helfen. Als wir begonnen haben, gab es einem ersten Überblick nach 37 behinderte Kinder in der Pfarrei und das war genug, um etwas größeres für sie zu starten. Das erste, was die Eltern wollten, war natürlich eine Schule. Dann aber haben sie mehr und mehr über ihre Kinder gesprochen. Zum ersten mal überhaupt konnten sie über die Probleme reden zu Menschen, die zuhören wollten und die verstanden.“

Und so wurde nicht nur den Kindern direkt geholfen, ihnen wurde auch ein Platz in der Gesellschaft ermöglicht. Um 60 Kinder kümmert sich das Zentrum heute vor allem dadurch, dass die Kinder eine Schulbildung bekommen, die ihnen angemessen ist, und dadurch, dass ihnen beigebracht wird, so unabhängig wie möglich zu leben. Bekannt wurde dieses Projekt natürlich vor allem durch die Entführung des Paters. Heute kann er gelassen zurückblicken auf diese 32 Tage, die er in den Bergen unter offenem Himmel verbringen musste.

„Erst mussten wir eine weile in die Berge hineinklettern und dann ging es in die Sümpfe und wir hatten nur einige Planen, um uns gegen den Regen zu schützen. Aber man kann sich an vieles gewöhnen und ich habe mich nach einer Weile daran gewöhnt. Anfags war ich ein wenig ärgerlich auf Gott und ich fand es schwierig, zu beten obwohl ich alle Zeit der Welt zum beten hatte. Aber ich hatte nicht das Gefühl, dass der Herr mir nahe sei. Erst nach einigen Tagen kam das Gottvertrauen zurück. Ich hatte nie wirklich Angst und ich war zuversichtlich, dass man mir nichts antun würde.“

Wie nach der Entführung deutlich wurde, ging es nicht wie zuerst angenommen um politische oder religiöse Auseinandersetzung. Im Gegenteil: auch die muslimische Gemeinde in Pagadian hielt tägliche Gebete für den katholischen Missionar. Es ging um Lösegeld. Nach der Entführung und trotz der Erfahrung dort, trotz seiner Herzkrankheit und trotz seines hohen Alters von mittlerweile 80 Jahren ist er jetzt wieder zurück in seinem Zentrum. Ist das nicht ein wenig verrückt?

„Das ist mein Zuhause und mein Leben und ich denke, dass ich noch einige Jahre nützlich sein kann. Ich würde gerne für so lange wie ich das kann etwas für die Kinder tun. Und ich kann mir nicht vorstellen, irgendwo anders zu leben. Gott hat mich benutzt, um das Leben vieler Menschen anzurühren. Manchmal benutzt er wirklich sehr eigentümliche Mittel und Wege wie mich, um das zu tun.“
(rv 8.2.2010 ord)
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      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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      <pubDate>Mon, 08 Feb 2010 12:55:46 GMT</pubDate>
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      <title>„Gerade in der Krise gegen Armut kämpfen“</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=355316</link>
      <description>  00:02:15:86  „In der derzeitigen Wirtschaftskrise werden die Mechanismen noch dramatischer, die Armut hervorrufen und für starke soziale Ungleichheit sorgen.“ Darauf hat Papst Benedikt aufmerksam gemacht. Beim Angelusgebet an diesem sonnigen Sonntag in Rom meinte er: „Diese Mechanismen verletzen und beleidigen das menschliche Leben – sie treffen vor allem die Schwächsten und die, die sich am wenigsten verteidigen können. Diese Lage ruft nach einer ganzheitlichen menschlichen Entwicklung, um das Elend und den Mangel zu überwinden.“

Man solle angesichts der derzeitigen Turbulenzen aber auch eines nicht vergessen, so Benedikt: „Ziel des Menschen ist nicht der Wohlstand, sondern Gott selbst! Die menschliche Existenz muss in jeder Phase verteidigt und gefördert werden. Keiner ist Herr seines eigenen Lebens: Wir alle sind gerufen, es zu schützen und zu respektieren, von seiner Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende!“

Auch das derzeitige Priesterjahr machte Benedikt vom Fenster seines Arbeitszimmers aus zum Thema: Er hoffe, dass viele junge Leute den Sprung wagen und Ja sagen zu ihrer Berufung in der Nachfolge Jesu. Auf deutsch meinte er: 

„Das Evangelium dieses Sonntags läßt uns an der Begegnung Jesu mit den Fischern von Galiläa teilhaben: Petrus wirft auf Anweisung Jesu hin nochmals die Netze aus und macht einen überreichen Fischfang. Die Macht der Worte Jesu läßt ihn die Gegenwart Gottes erahnen. In der Nähe des Herrn erkennt er seine Kleinheit, er erfährt aber auch, daß er am Heilswerk Gottes mitwirken darf. Auch wir wollen immer neu aufbrechen aus unserer Beschaulichkeit und für Gottes Wirken in unserem Leben offen sein. Der Herr will mit uns und durch uns seine Liebe und seinen Segen allen Menschen schenken. Die Kraft des Heiligen Geistes begleite euch auf all euren Wegen“

(rv 07.02.2010 sk)
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      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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      <pubDate>Sun, 07 Feb 2010 12:28:36 GMT</pubDate>
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      <title>Vatikan-Banker: „Finanzkrise begann mit Geburtenrückgang“</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=355314</link>
      <description>  00:03:45:02  Dass der Präsident der Vatikanbank „IOR“ sich einmal in der Öffentlichkeit zu Wort meldet, ist sehr selten. Jetzt hat Professor Ettore Gotti Tedeschi dem Vatikanfernsehen ein Interview gegeben – und dabei erklärt, wie die internationale Finanzkrise aus seiner Sicht entstanden ist.
„Der wahre Ursprung der Krise – da habe ich persönlich keinen Zweifel – ist der Einbruch der Geburtenrate in den Ländern des Westens. In den siebziger Jahren sagten die so genannten Neo-Malthusianer [eine Schule von Wirtschaftstheoretikern, Anm d.Red] einmal voraus: Wenn die Bevölkerung so weiterwächst wie bisher, nämlich zwischen vier und 4,5 Prozent, dann werden vor dem Jahr 2000 Millionen von Menschen, vor allem in Asien und in Indien, an Hunger sterben... Das sagt doch alles über die Prognosefähigkeit vieler Wirtschaftssoziologen. In der Dritten, Vierten Welt konnte niemand die Bücher über die demographische Bombe lesen, und darum haben sie weiter in aller Ruhe Kinder bekommen – und haben ihre Lebensbedingungen sogar verbessert, dank der Fortschritte im Gesundheits- und Ernährungswesen.“
Ganz anders sei die Entwicklung im Westen gelaufen: Stillstand des Bevölkerungswachstums – und damit nach Ansicht des Vatikan-Bankers die Notwendigkeit zu Strukturreformen.
„Denn die Geburten gehen zurück, das heißt: Weniger junge Leute treten produktiv in die Arbeitswelt ein, und dafür gibt es mehr ältere Leute, die aus dem Produktivsystem ausscheiden und ein Kostenfaktor für die Gemeinschaft werden. Klar gesagt: Wenn die Bevölkerung nicht wächst, dann steigen die Fixkosten dieser wirtschaftlichen und sozialen Struktur oft dramatisch, je nachdem, wie sehr die Bevölkerungsstruktur ungleichgewichtig wird. Die Gesundheits- und Sozialkosten steigen, Steuern können nicht mehr gesenkt werden, die Ersparnisse gehen zurück... Der Westen hat versucht, diesen Einbruch in seiner Entwicklung durch Finanzaktivitäten und Auslagerung der Produktion aufzufangen, und eine Weile ist das auch gutgegangen: Das System wächst dadurch, dass die Familien sich verschulden. Letztlich hat man an den Finanzmärkten versucht, das nachlassende Wachstum der Wirtschaft zu kompensieren – welches wiederum mit der Tatsache zusammenhängt, dass keine Kinder mehr geboren wurden...“
Die USA unter Präsident Barack Obama wollen nun die Banken für die Kosten der Finanzkrise haftbar machen: Obama will das Bankensystem ordnen und Manager-Boni begrenzen. Aber Gotti Tedeschi hält das nicht für das Nonplusultra:
„Ich glaube vor allem, dass es übertrieben ist, den Bankern und Finanzmanagern den Ursprung der Krise in die Schuhe zu schieben. Die Krise kommt nicht von den Banken und der Finanz: Sie haben die Krise zwar verschärft, wurden aber auch durch einige Regierungen darin ermutigt, obwohl allen die ganze Zeit über klar war, dass die Wachstumsrate, die der Kreditexpansion zugrunde lag, fiktiv war. Jetzt müßte es eher darum gehen, die Schuldenlast der Regierungen, der Familien, der Finanz- und Industrieinstitutionen zu verringern. Zurück zu akzeptablen Kriterien! Es gibt nur einen Weg, das wirtschaftlich-finanzielle Gleichgewicht wiederherzustellen – er heißt „austerità“, Nüchternheit, Einschränkung.“
(rv 07.02.2010 sk)
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      <pubDate>Sun, 07 Feb 2010 12:13:40 GMT</pubDate>
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      <title>Missbrauchs-Skandale: „Wir ducken nicht weg“</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=355307</link>
      <description>  00:04:27:70  Die katholische Kirche weist Vorwürfe mangelhaften Krisenmanagements im Zusammenhang mit dem aktuellen Missbrauchsskandal zurück. „Wir ducken nicht weg, wir wollen die Aufklärung“, sagt der Sekretär der Bischofskonferenz, Hans Langendörfer. Über die bislang bekannt gewordenen Fälle zeigt sich der Jesuiten-Pater tief erschüttert. Der Zölibat, also die Ehelosigkeit der Priester, sei aber keinesfalls eine Ursache von Kindesmissbrauch. Die Bischöfe rechnen auch damit, dass demnächst noch weitere Missbrauchsfälle bekannt werden. Und sie wollen alles tun, um jeden einzelnen Fall konsequent aufzuklären. Hören Sie hier einen Beitrag der Katholischen Nachrichtenagentur.
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      <title>Die Sonntagsbetrachtung</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=355079</link>
      <description>00:11:02:09 Vertrauen schenken und gewinnen; absichtslose Solidarität mit den Armen, den Einsamen, den existentiell Heimatlosen; liebevolle Zuwendung zum Einzelnen und Zutrauen in den Einzelnen; verlässliche Weggefährtenschaft mit den Suchenden, die sich im großen Markt religiöser oder nur vorgeblich religiöser Heilsangebote verirrt haben; Sensibilität für Nähe und Distanz – nicht zuletzt im Blick auf deinen und meinen je persönlichen Glauben, dessen Kern nicht selten ungeschützt, zerbrechlich, von Zweifeln oder Angst durchsetzt erlebt wird und darin oft nicht so einfach kommunizierbar ist: das sind die modernen Netze, das ist die Weise, heute Menschen an die Gott und den Glauben heranzuführen. Und genau dazu läd Jesus ein, genau dazu beruft Jesus.

5. Sonntag im Jahreskreis, Lk 5,1-11 – Berufung der ersten Jünger
	
von Vera Krause
„Ich bin doch auch nur ein Mensch!“, so, liebe Hörerinnen und Hörer, seufzt es manchmal aus uns heraus, wenn wir uns überfordert fühlen, wenn wir eine Sache alles andere als perfekt erledigt haben, wenn wir Fehler gemacht haben oder aus anderen Gründen zur Enttäuschung Anlass geben. Manchmal scheint da ein Graben zu sein zwischen dem, was andere Menschen uns zutrauen, sich von uns wünschen, von uns erwarten, und dem, was wir geben können. Es kann aber auch zutiefst beglückend sein, in der Liebe, im Zutrauen, in der Achtung, der Wertschätzung, der Hilfsbedürftigkeit oder in der Not von Menschen angesprochen zu werden, dem Leben in besonderer Weise dienlich zu sein. Da wachsen wir dann manchmal über uns hinaus: als Freundin oder Kollege, als Taufpate oder Trauzeugin, in der Begleitung von Kranken, in der Weggefährtenschaft im Glauben, am Sterbebett eines anderen Menschen oder ganz einfach in unserer Hilfsbereitschaft im Alltag von nebenan. Wenn wir uns erst einmal haben ansprechen lassen, dann ist die Angst oft weg vor dem eigenen Kleinmut oder der Unsicherheit, dem nicht gewachsen zu sein, wofür uns andere ihr Vertrauen schenken. – Doch warum eigentlich fühlen wir uns manchmal so klein und irgendwie nicht gut genug? Was macht es uns so schwer, dem zu vertrauen und das zu schätzen, was wir sind? Im schlechtesten Fall bleiben wir mit unseren Möglichkeiten wie in einem Kokon gefangen und leben nicht, was wir sein könnten.
Das heutige Evangelium zeigt uns Jesus als den, der um diese Lebenswunde weiß, sie ins Wort fasst und heilt: „Fürchte dich nicht“, sagt er zu Simon Petrus, als der bestürzt auf die Knie geht. Die ganze Nacht lang war er mit seinen Kollegen vergeblich auf dem See unterwegs gewesen. Mickrig und unwürdig kommt er sich nun vor nach dem reichen Fischfang, den er auf Jesu Wort hin doch noch ans Ufer bringt. – So lohnt die Frage danach, was das eigentlich für ein Wort ist, für das das ganze Volk sich drängt, um es zu hören?
Offensichtlich gibt es ein Unbefriedigt-sein mit dem, was Land auf, Land ab üblicherweise so zu hören ist. Ein Hunger ist da nach mehr als dem täglich Brot und Fisch. So drängen sich alle ausdrücklich nach „Gottes Wort“ (Lk 5,1), wie es (nur) bei Jesus zu finden ist. Unmittelbar vor diesem Volksauflauf charakterisiert der Evangelist Lukas das Wort Gottes aus dem Mund Jesu als „Evangelium“, als frohe Botschaft, die Platz nehmen will mitten im Leben. Vom Geist Gottes als der motivierenden Kraft ist die Rede, von Salbung und von durch und durch befreienden Zusagen: Leben für die Zerschlagenen, Freiheit für die Gefangenen, den Blinden ihr Augenlicht und den Armen, den Habe-Nichtsen die gute Nachricht von Gott (vgl. Lk 4,18f.). Worte, die aufatmen lassen und aufrichten.
Alle hören nun diese Worte. Auch Simon Petrus und neben ihm die beiden Zebedäussöhne Jakobus und Johannes. Jesus steigt extra in eines ihrer Fischerboote, um ein wenig vom Ufer des Sees Gennesaret entfernt mehr Menschen ansprechen zu können. Ja, möglichst alle sollen von der Zuneigung Gottes hören. Und nicht nur die, die immer und überall vorne stehen, sollen die Einladung vernehmen können, sich diese Zuneigung Gottes getrost schenken zu lassen.
Jesus spricht zu einer großen Menge Menschen. Doch eine Menge, das sind immer viele Einzelne. Ihnen gilt Jesu Wort und seine Gegenwart. Beides ist nicht Massenware – sondern Herzensangelegenheit. Das bleibt nicht ohne Wirkung. Menschen lassen sich von Jesus etwas sagen. Nicht zuletzt lassen sich Simon, Jakobus und Johannes von Jesus etwas sagen. Die drei erfahrenen Fischer haben eine Ahnung davon bekommen, dass sie Vertrauen in Jesu Worte haben können – auch in seine Forderungen. So machen sie sich wider besseren Wissens während der Vormittagsstunden auf zu einem weiteren Fischfang. Sie beherrschen ihr Handwerk; dazu gehört auch eine ordentliche Portion Sachverstand. So wissen sie, dass sich die Fische bei Helligkeit in die Tiefe zurückziehen, „doch wenn du es sagst, Herr, werden wir die Netze [erneut] auswerfen“ (Lk 5,5). Gesagt, getan. Was daraufhin geschieht ist überwältigend: „Sie fangen eine so große Menge Fisch, dass ihre Netze zu reißen drohen. Deshalb winken sie ihren Gefährten im anderen Boot, sie sollen kommen und ihnen helfen. Sie kommen und gemeinsam füllen sie beide Boote bis zum Rand mit Fisch, sodass sie fast untergehen“  (Lk 5,6-8), so lesen wir es im Evangelium.
Bei Simon Petrus löst das eine tiefere Erschütterung aus: „Herr, geh weg von mir, ich bin ein Sünder.“ Angesichts der Fülle, die er überraschend wie unverdient in Händen hält, fühlt er sich ganz klein und unwürdig, förmlich schuldig. Jesus aber lässt ihn nicht stehen wie einen untauglichen Knecht. Bei ihm gibt es keine zu kleinen oder unwürdigen Menschen. Diese Scheu, diese Scham möchte er allen Menschen für immer nehmen. Auch dem Simon, der erfahren darf, dass letztlich nur durch das, was er ist und er kann, der überreiche Fischfang gelingt.
Um in der Welt der Menschen aufrichtend und heilend, stärkend und versöhnend wirksam zu sein, braucht Gott Menschen. Ja, Gott schenkt seine Wunder nicht an den Menschen vorbei, sondern durch sie hindurch. So nimmt Jesus von Herzen gern an, was der einfache Fischer aus Galiläa zu geben hat, sodass ihm sein Beruf zur Berufung werden kann – freilich in einem veränderten Sinn. Denn nicht mehr ein Fänger von Fischen soll Simon in Zukunft sein, sondern ein Fischer von Menschen; genauso wie seine Gefährten. – Welch’ eine Herausforderung!
Jesu Aufforderung lautet nicht: „Fahrt hinaus auf den See und bringt einen großen Fang mit nach Hause!“ Sie lautet nur: „Fahrt hinaus auf den See und werft eure Netze zum Fang aus“ (Lk 5,4). Diese Aufforderung zielt auf die Einsatzbereitschaft der zukünftigen Jünger, nicht auf eine festgelegte, möglichst hohe Erfolgsquote. Und einsetzen sollen sie letztlich „nur“ das, was sie schon sind. In der Nachfolge Jesu müssen Simon, Jakobus und Johannes nicht irgendwie andere werden. Vielmehr nimmt Jesus sie mit ihrer Kernkompetenz in den Dienst: „Von jetzt an werdet ihr Menschen fischen“ (Lk 5,10). 
Menschen für die Nachfolge Jesu „fängt“ man nicht wie einen Schwarm Fische, der sich im Netz verfängt. Simon Petrus und mit ihm Jakobus und Johannes begreifen das bewundernswert schnell. Sie „lassen alles zurück“ (Lk 5,11) in dem Moment, in dem sie sich mit Jesus aufmachen. Ihr gewohntes Handwerkszeug brauchen sie jetzt nicht mehr genauso wenig wie den reichen Fischfang, den sie ebenso unaufgeregt zurücklassen. 
Vertrauen schenken und gewinnen; absichtslose Solidarität mit den Armen, den Einsamen, den existentiell Heimatlosen; liebevolle Zuwendung zum Einzelnen und Zutrauen in den Einzelnen; verlässliche Weggefährtenschaft mit den Suchenden, die sich im großen Markt religiöser oder nur vorgeblich religiöser Heilsangebote verirrt haben; Sensibilität für Nähe und Distanz – nicht zuletzt im Blick auf deinen und meinen je persönlichen Glauben, dessen Kern nicht selten ungeschützt, zerbrechlich, von Zweifeln oder Angst durchsetzt erlebt wird und darin oft nicht so einfach kommunizierbar ist. 
Mit einer solchen Behutsamkeit wohl gewinnt man Menschen, sich einzufinden in Gottes gute Nachricht für das Leben der Welt – das Leben der ganzen Welt. Dazu hat Gott „nur unsere Hände, um seine Werke heute zu tun. Er hat nur unsere Füße, um Menschen auf seinen Weg zu begleiten. Er hat nur unsere Lippen, um heute von ihm zu erzählen. Wir sind Gottes Botschaft, in Taten und Worten geschrieben“, so sagt es ein Gebet aus dem 14. Jahrhundert. Seine unbekannten Verfasser wussten um die Notwendigkeit, „Gott als Tätigkeitswort“ (Kurt Marti) in die Mitte der Menschen zu tragen, wenn seine frohe Botschaft durch die Jahrhunderte hindurch vernehmbar bleiben soll.
„Von jetzt an werdet ihr Menschen fischen“ (Lk 5,10), so lautet die Verheißung an Simon, Jakobus und Johannes: drei Fischer, die zu Trägern des guten Gotteswortes werden. Mit ihren Fertigkeiten, doch auch mit all ihrer Begrenztheit, sogar mit ihrer Schuld, ruft Jesus sie in die Nachfolge. Dabei ist das eindrückliche Bild des Menschenfischers vermutlich übertragbar. Simon, dem Zimmermann, höre ich Jesus sagen: „Lass Holz, Nägel und Hammer hier liegen. Von nun an wirst du dem Leben ein Dach bauen.“ Oder Jakobus, dem Maurer, hätte Jesus vielleicht so etwas gesagt wie: „Die Steine und den Mörtel brauchst du jetzt nicht mehr. Von nun an wirst du den Gebrochenen einen Halt geben, an dem sie sich aufrichten können.“ Oder Johannes, der Sämann, hätte hören dürfen: „Lass das Stück Land hier ruhig zurück. Von nun wirst du Glaube, Hoffnung und Liebe in die Herzen der Menschen säen.“ – Was es bedeuten kann, dass Gott mit den Menschen seinen Weg geht, dass ihnen sein guter Wille gilt und er die Einzelnen dazu herausfordert, davon, liebe Hörerinnen und Hörer, hat jeder Mensch auf unverwechselbare Weise zu erzählen. Welche also sind Gottes Gaben an uns? Was ist es, was unsere Herzen verstanden haben? Wie klingen Gottes Ermutigung und sein Vertrauensruf in unser Leben hinein? Wie auch immer das Meer, das Haus oder der Acker unseres Lebens aussieht – auch uns gilt der Ruf: „Fahrt hinaus!“
(rv 6.2.2010 ord)
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      <title>Audio-Dossier: Missbrauchs-Fälle an Jesuitenschulen</title>
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      <description>  00:08:52:49  Der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Jesuitenpater Hans Langendörfer, hat den Willen der Kirche zur Aufklärung der Missbrauchsfälle an Kindern und Jugendlichen bekräftigt. „Wir wollen Aufklärung, weil wir in der Schuld der Opfer stehen und alles tun wollen, um Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen“, sagte der Jesuit am Freitag in einem Zeitungsgespräch. „Wir können nicht wollen, dass die christliche Botschaft und die Glaubwürdigkeit vieler kirchlich Engagierter wegen der Verfehlungen mancher zugrunde gehen.“ Die katholische Morallehre betone besonders die Achtung vor dem anderen. „Umso erschütternder ist da jeder Fall sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch einen Priester.“ Bei diesem Thema habe die Gesellschaft und damit auch die Kirche in den vergangenen Jahrzehnten dazugelernt. 

Hier hören Sie ein Audio-Dossier über die Missbrauchsfälle an Jesuitenschulen in Deutschland. Darin äußern sich Jesuiten-Provinzial Dartmann, ein Sexualmediziner von der Berliner Charité und der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Kindernothilfe.

(rv 05.02.2010 sk)
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