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    <title>Radio Vatikan - Clips-GER</title>
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      <title>Botschafter besuchen vatikanisches Geldinstitut</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=588400</link>
      <description>  00:04:29:11  Das vatikanische Geldinstitut IOR öffnet sich für ausländische Diplomaten: Am Dienstag war eine Gruppe von rund 30 beim Heiligen Stuhl akkreditierten Botschaftern hinter den dicken Mauern der Bank, um sich selbst ein Bild zu machen. Das IOR stellte sich den Diplomaten mit seiner Arbeitsweise und speziell mit den neuen Regeln für mehr Transparenz und gegen Geldwäsche vor, die Papst Benedikt dem IOR vor gut einem Jahr gab. Der Einladung des Heiligen Stuhles war auch der österreichische Botschafter Alfons M. Kloss nachgekommen, den wir nach seinen Eindrücken fragten. 

„Alle Botschafter, die gestern bei der Veranstaltung waren, haben es als sehr positiv empfunden, dass die Leitung des IOR hier eine Art von Informationsveranstaltung organisiert hat. Es war eine glaubhafte und überzeugende Präsentation. In den Medien ist ja immer alles mögliche vermutet worden, was vielleicht wie geschehen sollte oder nicht passiert, und ich denke, jeder Schritt, wo eine Tür geöffnet wird, ist positiv, weil damit ein allenfalls vermutetes Mysterium beseitigt wird. Man bekommt Einblick, man bekommt Fakten, es geht um Information.“

Dem IOR wäre auch damit gedient, wenn nicht nur Diplomaten, sondern auch Journalisten und somit die Öffentlichkeit aus erster Hand über den neuen Weg der Transparenz der Geldflüsse im Vatikan informiert würde, sagt Botschafter Kloss und schlägt vor: 

„Ich denke, dass es auch sicher sehr nützlich wäre, wenn man eine ähnliche Veranstaltung mit ausgesuchten Medienvertretern machen könnte, einfach um zu zeigen, dass hier vieles geschieht und Bemühungen im Gang sind, um sich in diesem Gesamtfluss von internationalen Anstrengungen in diesem Bereich einzugliedern.“

Erst vergangene Woche hat der Heilige Stuhl die akkreditierten Botschafter in die päpstliche Sommerresidenz Castelgandolfo eingeladen. Welche Art von Begegnung war das?

„Es gibt die schöne Tradition des Heiligen Stuhles für die hier akkreditierten Botschafter, immer wieder auch Veranstaltungen zu machen, wo der Kardinalstaatssekretär persönlich einlädt oder auch kulturelle interessante Institutionen des Heiligen Stuhles präsentiert. Letztes Jahr war das die Vatikanische Bibliothek und ein Teil der Museen, nachher ein Empfang. Heuer war das besonders schön und von den Diplomaten besonders geschätzt eine Einladung nach Castelgandolfo, wo wir nicht nur die wunderbaren Gärten gesehen haben, sondern auch die Sternwarte, die von Jesuiten betrieben wird. Das war eine sehr schöne und inhaltlich interessante Führung, danach ein schöner Empfang, wo eine Reihe von Vertretern des Heiligen Stuhles mit den Diplomaten zusammen waren, es ist auch immer eine schöne Gelegenheit, dann auch in diesem einzigartigen Rahmen. Gerade die Sternwarte, wie die Jesuiten mit dem großen Fernrohr irgendwie dem Weltall und dem Urgrund der Schöpfung auf der Spur sind: Ich habe gefunden, das ist ein schönes Symbol dafür, dass sich dieser Schwerpunkt genau dort befindet.“

Sie sind ein erfahrener Diplomat und waren unter anderem auch schon Botschafter in Italien. Wie schätzen Sie die Aktivitäten des Heiligen Stuhles für die Botschafter ein: findet dergleichen öfter oder auf andere Weise statt als in anderen Staaten?

„Jeder Staat pflegt seine eigene Identität in solchen Aktivitäten. In Österreich gibt es zum Beispiel die Übung eines Diplomaten-Schiausfluges – also jeder prägt es auch mit seiner eigenen Marke. natürlich ist es hier beim Heiligen Stuhl einfach im Hinblick auf die Besonderheit und die wunderbaren Institutionen und Orte, wenn ich nur an die Vatikanischen Museen denke, die man hier einbeziehen kann in so eine Einladung, bekommt das eine besonders schöne Note. Ich kann schon sagen, dass man im Vergleich zu anderen Ländern, wo ich auch akkreditiert war, sagen kann, dass die Veranstaltungen, die der Heilige Stuhl für die Diplomaten macht, besonders sorgfältig vorbereitet, ausgewählt und auch durchgeführt werden. Es ist eine sehr bereichernde Möglichkeit für die Diplomaten, mit dem Heiligen Stuhl und seinen Vertretern bei solchen Gelegenheiten zusammen zu sein.“

Für kommende Woche hat der Heilige Stuhl noch eine zweite IOR-Begehung für Botschafter angesetzt.

(rv 16.05.2012 gs)</description>
      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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      <title>Papst erläutert Vorteile des neuen Rechtsrahmens von Caritas Internationalis</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=588318</link>
      <description>  00:01:16:78  Der neue Rechtsrahmen für Caritas Internationalis wird der karitativen Arbeit des Caritas-Dachverbandes zugute kommen. Davon ist Papst Benedikt XVI. überzeugt. Der Präsident von Caritas Internationalis, Kardinal Oscar Rodríguez Maradiaga, war an diesem Mittwoch zusammen mit Vertretern des Verbandes zur Generalaudienz gekommen. Ihnen sagte der Papst:

„Eure heutige Anwesenheit hier drückt eure Einheit mit dem Nachfolger Petri und eure Bereitschaft aus, den neuen Rechtsrahmen euer Organisation willkommen zu heißen. Ich danke euch dafür und bin sicher, dass die neuen Strukturen euren wichtigen Dienst für die Bedürftigsten unterstützen und ermutigen werden.“

Die neuen Regelungen für Caritas Internationalis sollen das kirchliche Profil des Caritas-Dachverbandes sichern. Zu diesem Zweck wurde der Verband enger an die römische Kurie gebunden. Die Resonanz auf die Regelung ist bislang gemischt: Befürworter sehen die Betonung der katholischen Identität der Caritas als Fortschritt, Skeptiker fürchten einen Autonomieverlust der nationalen Verbände.

(rv 16.05.2012 pr)

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      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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      <title>Papst: „Beten als Haltung hilft“</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=588311</link>
      <description>  00:03:33:60  Beten als Haltung hilft, es öffnet den Menschen auf das Gute hin, wirkt befreiend in Schmerz und Not und stiftet Gemeinschaft. Diesen Zusammenhang hat der Papst an diesem Mittwoch bei der Generalaudienz anhand der Briefe des Heiligen Paulus über das Gebet vorgestellt. Paulus‘ inniges Verhältnis zum Beten schlage sich deutlich in den Schreiben des Apostels nieder, so der Papst:

„Die Schreiben schließen nicht nur mit einem Segenswunsch, wie es allgemein üblich war, sie beginnen auch fast alle mit einem Dankgebet oder einem Lobpreis. Paulus unterbricht seine Ausführungen immer wieder mit Abschnitten von Segen und Dank, Lob und Bitte, mit Hymnen und Anrufungen. Diese Vielfalt weist darauf hin, wie intensiv sein Beten alle Situationen des persönlichen Lebens wie auch des Lebens der Gemeinden, an die er sich wendet, einbezieht und durchdringt.“

Für Paulus sei das Beten also mehr als ein „frommes Werk nur bei bestimmten Gelegenheiten“ gewesen, folgert der Papst:

„Es ist ihm eine Gewohnheit, eine Haltung geworden und zugleich ein Geschenk Gottes, die Frucht der lebendigen Gegenwart des Vaters und Jesu Christi im Heiligen Geist.“

Aus sich selbst heraus kann der Mensch „die Sprache des Himmels“ nicht verstehen, so der Papst weiter, der Mensch wisse auch eigentlich gar nicht, wie er überhaupt beten soll. Hier komme der Heilige Geist ins Spiel, so Benedikt XVI. weiter, der „Dolmetscher“ im Reden mit Gott, der den Gläubigen hin zur Erlösung durch Beten leite:

„Erstens macht uns das vom Geist angeregte Gebet frei. Es führt zur Freiheit vom Bösen, von der Sünde, eröffnet Räume für das Gute, das Leben für Gott. Zweitens hilft uns das Gebet, auch in Situationen des Leids mit Christus verbunden zu sein. Der Geist hilft uns, es besser durchzustehen. Und schließlich: der Geist erzeugt Gemeinschaft. Wir sind von ihr getragen und tragen unseren Teil dazu bei, nicht zuletzt in der Fürbitte für die Geschwister, die wir in Christus geworden sind.“

Den deutschsprachigen Pilgern – darunter waren an diesem Mittwoch auch Schüler aus den Niederlanden – wünschte der Papst Orientierung aus dem Glauben heraus: 

„Der Heilige Geist Gott stärke und entflamme unser schwaches Gebet, er schenke uns die wahre Freiheit und das Licht, das Gute zu erkennen. Er geleite euch auf allen Wegen.“

(rv 16.05.2012 pr)
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      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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      <title>Benedikt XVI.: „Arbeit für die Familie, nicht Familie für die Arbeit“
</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=588304</link>
      <description>  00:01:10:73  Eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die wünschen sich nicht nur Eltern in Ländern deutscher Sprache; auch Papst Benedikt fordert sie ein: Die Arbeit muss der Familie Stütze und darf keine Belastung für sie sein, sagte der Papst anlässlich des am Dienstag begangenen Weltfamilientages der Vereinten Nationen, der in diesem Jahr unter dem Thema Familie und Arbeit steht. Entsprechend lautet auch das Motto des VII. Welttreffens der Familien, zu dem Benedikt XVI. Anfang Juni nach Mailand reist: „Die Familie – zwischen Arbeit und Fest“. Benedikt XVI. sagte dazu an diesem Mittwoch bei der Generalaudienz:

„Arbeit darf die Familie nicht behindern, sondern sie sollte sie vielmehr unterstützen, vereinen und ihr helfen, sich für das Leben zu öffnen und in Beziehung mit der Gesellschaft und mit der Kirche zu treten. Ich hoffe weiter, dass der Sonntag, Tag des Herrn und Fest der Woche, Tag des Ausruhens ist und eine Gelegenheit, die Familienbande zu stärken.“

Über die Sonntagsruhe wird in verschiedenen europäischen Ländern diskutiert. Die katholische Kirche setzt sich zusammen mit Gewerkschaften für den Erhalt des arbeitsfreien Sonntags ein.

(rv 16.05.2012 pr)</description>
      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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      <title>Erzbischof von Algier: Wenn Christen und Muslime zusammen beten</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=588042</link>
      <description>  00:02:06:31  Können Christen und Muslime zusammen beten? Vorsicht, ganz heißes Eisen, sagen Dialogexperten sofort auf eine solche Frage hin. Und tatsächlich machen die Unterschiede zwischen dem christlichen und dem islamischen Gottesbild ein gemeinsames Gebet zumindest sehr schwierig: Überall drohen Missverständnisse. Aber der Erzbischof der algerischen Hauptstadt Algier, Abdallah Bader, glaubt an die Möglichkeit des gemeinsamen Betens. Hinter ihm steht die Erfahrung einer kleinen Ortskirche, die auch in schwierigster Zeit, während des Bürgerkriegs in Algerien, an der Seite der muslimischen Freunde ausgeharrt hat.

„Nicht nur der offizielle Dialog mit großen Konferenzen zu bestimmten Themen bringt etwas. Es gibt auch den anderen Dialog, der so weit geht, dass man sogar gemeinsam betet: Das nenne ich den spirituellen Dialog. Natürlich gelingt es einem nicht von einem Tag auf den anderen, mit dem anderen zu beten; dazu gehört ein ständiger Kontakt mit diesen Menschen, Gespräche, gemeinsam essen und ausgehen. Am Schluss kann man dann sagen: Lasst uns zusammen beten... Ich finde das fantastisch!“

Erzbischof Bader berichtet von mehreren Gebetsinitiativen mit christlichen und muslimischen Teilnehmern. Sie seien schon aus der Experimentier-Phase heraus:

„Heute sind das gut organisierte Gruppen, die sich treffen. Aber es gibt auch noch andere Modelle: Wir halten zusammen eine Konferenz ab, lasst uns doch auch zusammen beten! Ich finde, ein Dialog, der bis zum gemeinsamen Gebet reicht, ist ein sehr wertvoller Dialog. Wertvoller, als nur Meetings abzuhalten. Gemeinsam beten heißt: sich gemeinsam vor Gott stellen. Ich finde das fantastisch und eine sehr wertvolle Erfahrung.“ 

Das gemeinsame Gebet mit Muslimen gehört für den Erzbischof von Algier in den umfassenderen „Dialog des täglichen Zusammenlebens“ mit hinein. Diese Vorstellung stoße zwar auch bei einigen Katholiken in Algerien auf Bedenken und Widerstände. Aber:

„Ich finde, wir haben gar keine andere Wahl. Entweder leben wir in einem Ghetto, bleiben im Kloster, in einer Kapelle oder einem Haus eingeschlossen, oder wir leben wirklich da, wo wir leben, und nehmen die Herausforderung an, dem anderen zu begegnen! Selbst wenn er anders ist und meine Überzeugungen, meinen Glauben nicht teilt – das ist doch eine gute Gelegenheit, ihm zu begegnen. Auch wenn man es nicht darauf anlegt: Ich stelle doch fest, dass diese Begegnungen den Blick der anderen auf uns verändern. Viele Journalisten sagen mir nach einem Interview: Ich hatte Sie mir ganz anders vorgestellt, jetzt sehe ich aber, dass Sie ein offener Mensch sind.“

(rv 15.05.2012 sk)</description>
      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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      <title>D: „Eine dienende Kirche, die nicht Selbstzweck ist“
</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=588030</link>
      <description>  00:02:06:12  An diesem Mittwoch ist es soweit: der 98. Deutsche Katholikentag in Mannheim beginnt. Selbst wenn der populäre Benediktinerpater Anselm Grün, dessen Vorträge stets überfüllt sind, sein Kommen aus gesundheitlichen Gründen absagen musste: Es wird ein großes Glaubensfest mit mehreren Zehntausend Besuchern und gut 1.200 Veranstaltungen, von der Messe bis zum Bibelkreis in intimer Runde. Es darf und wird dabei auch vieles diskutiert werden. Denn der Katholikentag ist Teil des Dialogprozesses in der katholischen Kirche Deutschlands. In Mannheim – und darüber hinaus - geht es weniger um Einzelfragen wie Priesterzölibat oder Zugang zum Weiheamt, sagte uns Alois Glück, der Präsident des Zentralkomitees der Katholiken, das den Katholikentag ausrichtet; vielmehr sei die zentrale Frage: Wie können wir als Kirche dem Sendungsauftrag, dem Menschen unserer Zeit das Evangelium zu vermitteln, besser gerecht werden?

„Der große gemeinsame Ruf oder das gemeinsame Fazit der ersten Veranstaltung auf der Bundesebene in Mannheim war der Ruf nach einer barmherzigen Pastoral. Das ist eine Signalthematik, denn zunächst sagt dies ja offensichtlich, dass Pastoral heute weithin nicht so empfunden wird! Wir werden beim Katholikentag beispielsweise in den Vordergrund stellen: Unser Leitbild ist eine dienende Kirche! Kirche, die nicht Selbstzweck ist. Eine dienende Kirche für die Menschen in ihren Nöten, in kritischen Lebenssituationen und sofort.“

Das Leitwort des Katholikentages lautet diesmal „Einen neuen Aufbruch wagen“. Das beziehen die Organisatoren vom ZdK sowohl auf die Kirche als auch auf die Gesellschaft. Gesellschaftlich werde man sich in Mannheim mit Zukunftsfragen befassen: Wie wollen wir morgen leben, welchen Fortschritt wollen wir? Und welches Wachstum ist ethisch vertretbar? Gleichzeitig will der Katholikentag starke geistliche Akzente setzen, erinnert ZdK-Generalsekretär Stefan Vesper. 

„Der Katholikentag ist gleichzeitig ein großes Glaubensfest mit Hunderten von Gottesdiensten und Gebeten, und ein Ort der Debatte, wie wir unsere Kirche und unsere Gesellschaft im Sinne des Evangeliums weiter gestalten können – und wie wir einen neuen Aufbruch wagen können!“

(rv 15.05.2012 gs)</description>
      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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      <title>Fisichella: „Glaubenskrise bereitet uns mehr Sorgen als Wirtschaftskrise“
</title>
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      <description>  00:01:56:38  Im Konzert der europäischen Staaten gehört Italien zu jenen, die besonders tief in der Wirtschaftskrise stecken. Auch Papst Benedikt hat bei seinem Besuch in der Toskana am vergangenen Sonntag darüber gesprochen. Aber: Die Krise des Glaubens im Land bereitet dem Heiligen Stuhl erheblich mehr Sorgen als die Krise der Wirtschaft. Das bekräftigte Erzbischof Rino Fisichella, der den vatikanischen Rat für die Förderung der Neuevangelisierung leitet, im Gespräch mit uns. 

„Die Krise des Glaubens hat den Leuten viel Unsicherheit gebracht. Und gerade dort, wo Menschen verunsichert sind, kommt es zu Gleichgültigkeit und den verschiedenen Spielarten von Individualismus, die wir so oft in unserer Gesellschaft beobachten, bis hin zu den verschiedenen Formen von Zynismus, die keinen ethischen Maßstab mehr kennen. Genau dieses Fehlen von ethischen Maßstäben führte uns ja letztlich in die tiefe Wirtschaftskrise, die aktuell die Welt im Griff hat.“ 

Die Krise des Glaubens ist somit eine immense Herausforderung, der sich die Kirche jetzt dringend stellen muss, wie Fisichella betont. Aus diesem Grund hat Papst Benedikt ein Jahr des Glaubens ausgerufen und eine Bischofssynode zur Neuevangelisierung einberufen, die beide im Oktober 2012 beginnen. Die Neuevangelisierung der „alten Welt“ sollte in „drei konzentrischen Kreisen“ vonstattengehen gehen, sagt Fisichella.

„Zunächst geht es um uns Christen selbst. Uns muss neu klar werden, welche Verantwortung wir als Gläubige eigentlich tragen: Wir müssen unseren Glauben erneuern und ihn hinaustragen. Der zweite Kreis besteht aus jenen Menschen, die gleichgültig und lau geworden sind, die allzu leicht sagen: ich glaube, die aber nicht praktizieren. Ihnen ist gar nicht klar, wie paradox das ist: Denn der Christ ist der, der am Leben der Kirche teilnimmt und dieses Leben wirklich selber lebt. Wenn diese beiden Kreise ausgereift sind, dann gibt es noch den dritten Kreis: Das sind jene, die noch ferner stehen, die sich aber insgeheim noch wünschen, auf Menschen zu treffen, die die frohe Botschaft von der Liebe Gottes zu verkünden wissen.“ 

(rv 15.05.2012 gs)</description>
      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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      <title>Kardinal Koch: „Noch Nachholbedarf“
</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=587943</link>
      <description>  00:04:02:59   Nicht überall in der katholischen Kirche ist das positive Verhältnis zum Judentum schon Realität. Das hat der Vatikan-Verantwortliche für den Dialog mit dem Judentum, Kardinal Kurt Koch, im Gespräch mit Radio Vatikan eingeräumt. Dabei kam das Konzilsdokument „Nostra Aetate“, das die Beziehung der Kirche zum Judentum auf eine neue Basis stellte, vor mittlerweile 50 Jahren heraus. Der Schweizer Kurienkardinal, der den päpstlichen Einheitsrat leitet und in dieser Funktion auch den Dialog des Heiligen Stuhles mit dem Judentum verantwortet, spricht am Mittwoch an der päpstlichen Dominikaner-Universität Angelicum in Rom über „Nostra Aetate“. Vorab sagte uns der frühere Dogmatik-Professor, es gebe innerhalb der katholischen Kirche bis heute keine einheitliche Anschauung über das Judentum.

„Das ist sehr unterschiedlich. Es gibt Diözesen, die sehr aktiv sind und sogar Gesprächskommissionen haben. Das gilt beispielsweise für die Schweiz. Ich stelle aber auch immer wieder fest, dass doch einiger Nachholbedarf noch besteht in Verkündigung, Religionsunterricht und Predigt, wenn es darum geht, die Bedeutung der jüdischen Wurzeln in unserem Glauben hervorzuheben. Ich denke vor allem auch an die stiefmütterliche Behandlung, die manchmal das Alte Testament in der Liturgie einnimmt.“

Nach 50 Jahren dürfe man „dankbar zurückblicken“ auf das, was seit „Nostra Aetate“ im Dialog mit dem Judentum alles geschehen ist, weil, sagte uns Kardinal Koch, 

„Nostra Aetate die Grundlage einer ganz neuen Beziehung zum Judentum gelegt hat, indem es auf der einen Seite Antisemitismus abwehrt, und auf der anderen Seite die jüdischen Wurzeln des Christentums in Erinnerung ruft.“ 

Gerade Papst Benedikt XVI. und sein Vorgänger Johannes Paul II. legten großen Wert auf eine positive Beziehung zum Judentum. Beide waren nicht nur am Dialog interessiert, sondern setzten auch bewusste Gesten der Freundschaft, erinnert der Schweizer Kardinal. 

„Johannes Paul war der erste Papst, der eine jüdische Synagoge besucht hat. Er war in Auschwitz und an der Klagemauer in Jerusalem und hatte auch die Oberrabbiner getroffen. Das gilt ebenso für Papst Benedikt, der in diesen sieben Jahren all das schon getan hat. Er ist ja der Papst, der bisher am meisten Synagogen besucht hat. Das zeigt natürlich, wie sehr ihm die Versöhnung zwischen Juden und Christen am Herzen liegt.“

Was die Lage im Heiligen Land und um Nahen Osten generell anlangt, wünscht sich Kardinal Koch mehr jüdischen Einsatz für diskriminierte Christen. 

„Ich glaube, dass die guten Beziehungen der katholischen Kirche mit den Juden auch helfen, die schwierige Situation der Christen im Nahen Osten auch aus jüdischer Seite wahrzunehmen und Zeichen der Solidarität zu setzen. Dieser Dialog hilft in dieser Hinsicht sicher dazu.“

Am Wochenende reist Kardinal Koch nach Einsiedeln; dort nimmt an der Wallfahrtsveranstaltung des Hilfswerks „Kirche in Not“ teil. Diese Wallfahrt in der Schweiz ist als Solidaritätsaktion für die Christen in den arabischen Ländern gedacht. 

(rv 15.05.2012 mg)


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      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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      <title>Vatikankardinal über Hildegard: „Heiligkeit stand nie in Frage”
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      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=587789</link>
      <description>  00:02:49:97  Die offizielle Anerkennung der Hildegard von Bingen als Heilige der Weltkirche ist „einzigartig“. Das erklärt im Gespräch mit Radio Vatikan Kardinal Angelo Amato, der Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen. Zwei Gründe nennt der italienische Kurienkardinal für diese Einschätzung: Einerseits wurde das Heiligsprechungsverfahren für die 1179 verstorbenen Benediktinerin verschleppt, weil sich gerade in diesem historischen Moment die Zuständigkeiten änderten; sie gingen vom Bischof auf den Papst über. Gleichzeitig stand die Heiligkeit Hildegards von Anfang an und bis heute nie in Frage, betont Kardinal Amato. 

„Die biografischen Quellen, sowohl die zeitgenössischen als auch jene nach ihrem Tod, sprechen fortwährend von Hildegard als „heilig“ oder „selig“. Die Überzeugung von ihrer Heiligkeit wird noch verstärkt von der Verehrung ihres Grabes und ihrer Reliquien, auch von dem liturgischen Kult, der ihr mit Erlaubnis der Kirche zuteil wurde, nicht nur in Mainz, sondern auch in Trier, Speyer, Limburg und im gesamten Benediktinerorden. Weiters findet sich ihr Name bis heute im offiziellen Heiligenkalender der römischen Kirche, immer mit dem Attribut „heilig“. 

Auch die Päpste selbst waren von Hildegards Heiligkeit überzeugt, betont der Präfekt. Drei davon waren in früheren Jahrhunderten mit ihrer Heiligsprechung befasst „und wollten diese auch vornehmen“, so Amato: Gregor IX., Innozenz IV. und Johannes XXII. Als „Heilige“ bezeichneten sie darüber hinaus unter anderem Pius XII., Johannes Paul II. und Benedikt XVI. Kurz, fasst Amato zusammen: 

„Diese weitverbreitete und allgemeine Überzeugung [von Hildegards Heiligkeit] führte dazu, dass eine besondere Prozedur zur Heiligsprechung der Benediktinerin, die praktisch als bereits kanonisiert galt, unnötig oder gar überflüssig erscheinen mochte.“

Benedikt griff bei der nun erfolgten, quasi nachholenden Heiligsprechung Hildegards auf eine alte Form zurück, erklärte Amato. Es handle sich um eine so genannte „gleichwertige Kanonisierung“, die Papst Urban VIII. in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts entwickelt hatte und die der spätere Papst Benedikt XIV. weiterentwickelte. 

„In der „gleichwertigen Kanonisierung“ ordnet ein Papst an, dass ein Diener Gottes, wenn er von alters her verehrt wird und glaubwürdige Zeitzeugen seine heroische Tugend und von ihm erwirkte Wunder versichern, von der Weltkirche verehrt wird, und zwar ohne einen definitiven Richtspruch, ohne juristisches Verfahren und ohne die üblichen Zeremonien.“

Hildegard von Bingen ist nicht die einzige, der diese Form der Heiligsprechung zuteil wurde. Sie folgt dem Beispiel von Norbert, Bruno, Margarete von Schottland, Stefan von Ungarn oder Wenzel von Böhmen. Sogar noch eine weitere deutsche Theologin des Mittelalters findet sich unter den Heiligen, die „gleichwertig“ kanonisiert wurden: Gertrud von Helfta, die rund ein Jahrhundert nach Hildegard von Bingen lebte. 

Was an Hildegard besonders überzeugt, das erklärt der Kurienkardinal mit der „außerordentlichen Übereinstimmung zwischen ihrer Lehre und ihrem wirklichen Leben“. Gottesfurcht und Mäßigung zeigten sich bei ihr in besonderem Maß. 

„Als Autorin ihrer Visionen, als Äbtissin ihrer benediktinischen Gemeinschaft, als herausragende Gestalt in geläufigem Kontakt mit den Persönlichkeit ihrer Zeit wurde Hildegard immer mehr zu einer allgemein anerkannten Person. So konnten alle, Mitschwestern wie Beobachter von außen, die Kohärenz zwischen ihren Worten und Handlungen sehen. Hildegard brannte vor Nächstenliebe und Demut.“

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      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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      <title>Soldatenwallfahrt: „In Lourdes den Glauben erneuern“</title>
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      <description>  00:05:42:00  Mit einem Gottesdienst ist am Montag die 54. Internationale Soldatenwallfahrt in Lourdes zu Ende gegangen. An der weltweit größten Pilgerfahrt für Militärangehörige nahmen rund 13.000 Armeemitglieder aus mehr als 30 Nationen teil, darunter etwa 450 deutsche Soldaten. Christine Seuß war für uns vor Ort.

Nehmt Frieden in euer Herz und euren Alltag auf – mit diesem Appell hatte sich der Papst zur Eröffnung der Wallfahrt an die Soldaten gewandt. In dem päpstlichen Schreiben, das bei der Eröffnungszeremonie in Lourdes verlesen wurde, vertraute Benedikt XVI. alle Pilger, darunter auch die Kranken und ihre Familien, der Fürsprache der Heiligen Jungfrau Maria an. Die erste internationale Soldatenwallfahrt nach Lourdes fand 1958 statt; Soldaten aus ehemals verfeindeten Ländern sollten in Lourdes Versöhnung, Gemeinschaft und Heilung erfahren. Pater Blaise Rebotier ist der Direktor und Koordinator der internationalen Delegationen, die in diesem Jahr nach Lourdes gereist sind. Er sagt gegenüber Radio Vatikan:

„Diese Wallfahrt ist nach dem zweiten Weltkrieg entstanden und gründet sich auf den Frieden der Nationen. Die Menschen, die hierhin kommen, arbeiten für den Frieden. Die Soldatinnen und Soldaten brauchen den Frieden und sie können ihn erkennen, denn sie haben bei ihren Erfahrungen gesehen, wie groß das Böse sein kann. So viel, wie es Böses gibt auf der Welt, so viel Frieden und Versöhnung braucht man.“

Viele der Soldaten, die heute nach Lourdes pilgern, waren in Afghanistan, im Irak oder in Bosnien-Herzegowina im Einsatz. Ihnen lasten Gewalt – und Todeserfahrungen auch Jahre später noch auf der Seele; nicht wenige von ihnen haben selbst Menschen getötet. Diese Pilger haben besondere Erwartungen an einen Besuch in der Grotte von Lourdes, wo der französischen Ordensschwester und Heiligen Bernadette Soubirous als Mädchen vor über 150 Jahren die Heilige Jungfrau erschien:

„Es ist eine Möglichkeit, jedes Jahr meinen Glauben ,upzudaten’, diese Spiritualität mit den vielen hier vertretenen Nationen zu erleben und mit vielen Menschen Gespräche zu führen: das ist für mich gelebte Völkerverständigung. Daran sieht man dann auch, wie vielfältig die katholische Kirche ist“, sagt Major Frank Hauenstein, der 2012 das sechste Jahr in Folge an der Wallfahrt teilnimmt und dort Kranke betreut, die nach Lourdes pilgern. Der Kontakt mit Kranken mache ihn selbst demütig, so Hauenstein: „Dann bin ich auch wieder dankbar dafür, wie gut es mir und meiner Familie geht. Es ist mir bewusst, dass man das als Geschenk betrachten muss, denn das kann sich ganz schnell ändern.“

Der Einsatz von Gewalt bringt „Tod, Verletzung, Zerstörung, Verstümmelung und ungeahntes Leid mit sich“ – der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck, der mit rund 450 Soldaten aus Deutschland nach Lourdes gereist war, nannte in seiner Predigt am Samstag die Schrecken des Krieges klar beim Namen. Gewalt bei Militäreinsätzen müsse vor diesem Hintergrund „letztes Mittel“ in einem langen Prozess der Gewissensentscheidung sein und bleiben, stellte Overbeck klar – eingesetzt nur, um andere Menschen „vor fremder Willkür“ zu schützen. Wesentliche Aufgabe der Kirche und des Glaubens seien hier neben Seelsorge die Gewissensbildung, so Overbeck:

„Gewissensbildung, die den Soldatinnen und Soldaten im Konfliktfall hilft, eine unter diesen Zielen zu bestimmende Gewissensentscheidung auch zu fällen und zu treffen, die ihnen ja niemand abnehmen kann. Dass die Folgen einer solcher Entscheidung sehr belastend sein können und das ganze Leben bedrücken, das ist so und wird auch immer so bleiben.“

Eine Pilgerfahrt nach Lourdes mit Religion als verbindendem Element kann zur Belebung des Glaubens beitragen, so Overbeck weiter. Es sei spürbar, dass die Soldaten durch die Erfahrung der Gemeinschaft wieder erstarkt in ihren Dienst oder Alltag zurückgehen können. Das bestätigt auch der ehemalige Soldat Andre Wetter, der sich bei einem missglückten Fallschirmsprung vor drei Jahren mehrere Halswirbel brach: 

„Ich war bzw. bin mit Leib und Seele Soldat und würde alles wieder so machen. Meine Besuche in Lourdes ist auf Initiative eines guten Kameraden zustande gekommen. Es hat mich so beeindruckt, dass ich mich geärgert habe, das nicht schon als gesunder Mensch gemacht zu haben. Ich war zunächst skeptisch, habe aber gemerkt, dass ich hier ,meinen Akku aufladen’ kann und aus meinem Alltag rauskomme.“

Parallelen zwischen der militärischen und religiösen Pflicht sieht der kanadische Kurienkardinal Marc Ouellet, der in diesem Jahr auch nach Lourdes gereist ist.

„Man muss auch aus Liebe und als Gläubiger Soldat sein. Ich würde sagen, es gibt eine Affinität zwischen dem religiösen und dem militärischen Weg: den Sinn für einen Auftrag, für den Gehorsam, Gehorsam gegenüber Gott. Und es gibt auch eine Arbeit für den Frieden: Man ist dazu verpflichtet, die Waffen nicht um ihrer selbst willen zu gebrauchen, sondern weil man einen Auftrag zu erfüllen hat, das eigene Land oder andere Menschen beschützen muss. Hier ist die Evangelisierung der Soldaten sehr wichtig.“

Soldaten aus 30 Nationen waren am vergangenen Wochenende zur 54. Internationalen Soldatenwallfahrt versammelt. Sie stand unter dem Motto „Ave Maria - Königin des Friedens“.

(rv/kna 14.05.2012 pr/cs)
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      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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