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07/07/2007 13.45.48



D: ZdK-Präsident, „Hoffe, der Papst hat Recht“







Die reformierte Liturgie des römischen Messbuchs von Papst Paul VI. ist weiterhin die einzige ordentliche liturgische Ausdrucksform der katholischen Kirche. Dieser Passus in Artikel 1 des Motu Proprio ist für den Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken der wichtigste Satz des apostolischen Schreibens. Hans Joachim Meyer hofft wie Papst Benedikt XVI., dass alte und neue Liturgie sich gegenseitig befruchten.

„Ich hoffe, dass sich die Erwartung des Heiligen Vaters erfüllt und dass sein Motu Proprio nicht in dem Sinne fehl gedeutet werden wird, dass die erweiterte Möglichkeit des Gebrauchs der alten Liturgie nun als Zeichen gegen das II. Vatikanische Konzil verwendet werden könnte. … Ich hoffe, der Heilige Vater hat Recht, wenn er darauf setzt, dass dieses Motu Proprio eine befriedende Wirkung in der Kirche hat.“

Mit Blick auf weitere innerkirchliche Debatten fügt Maier an:

„Ich hoffe, dass dieses Anliegen von übergreifender Einheit auch für alle gilt, denen nach wie vor sehr viel im vom II. Vatikanischen Konzil wiederentdeckten und in den Vordergrund gestellten Bild und Ideal des Volkes Gottes liegt. In diesem Streben Gemeinsamkeit und Einheit in der Vielfalt zu haben, da hoffe ich, liegt der weitergehende Impuls dieses Motu Proprio.“

Der langjährige Vorsitzende des Zentralkomitees glaubt nicht, dass das Motu Proprio große Auswirkungen für das Gemeindeleben haben wird. Die Gruppen, denen die Messe im alten Ritus „ein Bedürfnis ist“, seien „klein und überschaubar“. In vielen Bistümern gebe es außerdem schon die Möglichkeit zur Feier dieser Messe. Positiv merkt Maier an:

„Ich gehe auch davon aus, dass bei der praktischen Feier des Gottesdienstes nach der erneuerten Liturgie die Frage ernster genommen wird und dringlicher gestellt wird, ob dies auch wirklich immer der auch von der neuen Liturgie geforderten Würde entspricht. Es ist sicherlich auch hilfreich, wenn, wie der Papst ja schon vor einiger Zeit als Wunsch geäußert hat, die lateinische Liturgiesprache wieder eine gewisse Regelmäßigkeit hat, so dass sie zum gemeinsamen Ausdruck der universalen Kirche dienen kann. … Zugleich hoffe ich, dass diejenigen, die die tridentinische Messe wollen, auch einmal in sich gehen und darüber nachdenken, dass schließlich die erneuerte Liturgie die Frucht der liturgischen Bewegung war, besonders hier in Deutschland. Dass man also nicht an den Einsichten und den Erkenntnissen, die zur Liturgiekonstitution des II. Vatikanums und der Reform Papst Paul VI. geführt haben, einfach vorbei gehen kann.“

Zündstoff sieht Maier in der Kontrollfunktion der päpstlichen Kommission „Ecclesia Dei“. Hatten die deutschen Bischöfe doch erst bei den Ad Limina-Besuchen im vergangenen Herbst sicht besorgt über das sofortige Melden von Missständen nach Rom geäußert.

„Das macht mir schon Sorge, das will ich offen sagen. Ich gestehe auch, dass ich mit einigem Erstaunen gelesen habe, wie die Position der Bischöfe in diesem Prozess geschwächt oder umgangen wird. … Hier kann ich nur hoffen, dass die Schritte und die Zeichen, die Papst Benedikt XVI. von Anfang an zu einer größeren Offenheit zum Gespräch und zu einem kollegialeren Umgang innerhalb des Bischofskollegiums gezeigt hat, sich als stärker erweisen, als die ein oder andere im Text möglicherweise enthaltene Versuchung, hier an den Vorstehern der Ortskirche vorbei Dinge zu behaupten oder durchzusetzen, die mit der Realität des katholischen Lebens in Deutschland nichts zu tun haben.“

(rv 07.07.2007 bp)


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