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13/11/2008 12.00.12



Jagd auf Christen, in vielen Teilen der Welt - ein Kommentar von P. Eberhard v. Gemmingen SJ






Christsein war immer schon gefährlich – außer im satten Westen. Das Schlimme ist der Zusammenhang: Gleichgültiger Westen, bedrängte Christen auf anderen Kontinenten. Um es klar zu sagen: Je mehr sich der Westen dem Christentum entfremdet, je mehr uns im Westen das Schicksal unserer Glaubensbrüder woanders in der Welt egal ist... desto ungestörter können sich Christenhasser austoben. In Indien, in Fernost, in mehrheitlich islamischen Ländern. Wer schützt die gejagten Christen außerhalb unserer Grenzen? Wir doch nicht. Kleine Gegenprobe: Stellen wir uns mal vor, das wären keine Christen, sondern buddhistische Tibeter, die da verfolgt werden. Da ginge doch ein Aufschrei durch die ganze westliche Welt! Aber wer schützt die Christen? (Fast) keiner.

Das ist ein wunder Punkt, auf den der Papst immer wieder hinweist: Im Westen gibt es eine Art Christenhass. Als wäre Christentum mit unserer modernen Welt, unserem Denken und unserem Lebensstil irgendwie nicht mehr vereinbar. Jeder Hinweis auf das Christentum wird aus unserem Sichtfeld getilgt. Du bist Christ? Wie peinlich. Sei`s bitte im stillen.

Das ist genau die Haltung, die die Morde an Christen möglich macht – draußen in der freien Wildbahn. Christsein ist gefährlich, in der islamischen, in der hinduistischen, in der chinesischen Welt: weil auch der Westen das Christentum aus seinem Gedächtnis ausradiert. Régis Debray, französischer Denker und Alt-68er, der an der Seite Ché Guevaras kämpfte, sagt es brutal: Christen sind die neuen Juden. Die Verfolgung ist längst im Gang.

(rv 13.11.2008 sk)


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