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Der Vatikan - historisch - politisch
Der Vatikan ist heute das Zentrum der katholischen Welt. Hier residiert der Papst, von hier nimmt er politisch und moralisch Einfluss auf das Weltgeschehen. Hier steht - über dem Petrusgrab - die Petersbasilika als Pilgerziel für Gläubige aus aller Herren Länder. Heute ist der Vatikan ein eigener Staat innerhalb der Stadt Rom, eine Enklave, deren Oberhaupt der Papst ist, als Bischof von Rom und "Stellvertreter Christi auf Erden". Allerdings residierte der Papst bis ins 14. Jahrhundert nicht auf dem Vatikanhügel, sondern im Lateranpalast an der heutigen Piazza San Giovanni. Am Vatikanhügel standen bis dahin eher bescheidene Gebäude, die auch erst im 9. Jahrhundert, zum Schutz gegen die Überfälle der Sarazenen, von der so genannten Leoninischen Mauer umfasst wurden. Erst seit dem 15. Jahrhundert, nach der Rückkehr aus dem Exil von Avignon, residieren die Päpste am Mons Vaticanus, im Zentrum des Kirchenstaates. Dessen Territorium reichte teilweise bis nach Norditalien. Bei der Einigung Italiens besetzten die Truppen Garibaldis 1870 den Kirchenstaat. Dem Papst blieb lediglich die Hoheit über das Gelände rund um die Petersbasilika, Rom wurde zur Hauptstadt Italiens. Die Lateranverträge von 1929 lösten die "römische Frage" über Zuständigkeiten und Kompetenzen zwischen dem italienischen Staat und dem "Heiligen Stuhl". Seither ist der Heilige Stuhl Völkerrechtssubjekt. Als Staat hat der Vatikan eine Grundfläche von etwa einem halben Quadratkilometer und rund 500 Einwohner. Amtssprachen sind Italienisch und Latein.
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