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Tagesmeldungen vom 4.11.2009

- Kritik an Kruzifix-Urteil:
Reaktionen aus dem Vatikan
und der Weltkirche -

- Papst: „Theologie entfacht Liebe zu Gott“ -
- Vatikan: Doch nicht „Santo subito“ -


Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: P. Bernd Hagenkord SJ
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

HAUPTTHEMA DES TAGES:
DAS KRUZIFIX-URTEIL

Vatikan: Papstsprecher, „Ein erstaunliches Urteil“
Das Kreuzzeichen in den Klassenzimmern staatlicher Schulen ist nicht mit der Europäischen Menschenrechtskonvention vereinbar – so entschied am Dienstag der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Die Richter gaben damit einer aus Finnland stammenden Italienerin einstimmig Recht. Sie hatte darauf geklagt, in Italien ihre Kinder in Räumen ohne religiöse Symbole unterrichten zu lassen. Das Kruzifix im Klassenzimmer verletze die Religionsfreiheit der Schüler, so das Urteil. Es bezieht sich auf Italien, hat aber Tragweite für den ganzen Kontinent. Entsprechend irritiert reagieren die Kirchen quer durch Europa. Auch im Vatikan wurde der Schiedsspruch mit Erstaunen und Bedauern aufgenommen. P. Federico Lombardi, Pressesprecher des Heiligen Stuhles:

„Es ist schwerwiegend, ein fundamentales Zeichen der religiösen Werte in der Geschichte und der Kultur Italiens aus Bildung und Erziehung ausschließen zu wollen. Die Religion leistet einen wertvollen Beitrag für die Bildung und das moralische Wachsen der Menschen, und sie ist ein wesentlicher Teil unserer Gesellschaft. Es ist falsch und kurzatmig, das alles aus unserer Bildungswelt ausschließen zu wollen.“

Es sei erstaunlich, dass ein europäischer Gerichtshof schwerwiegend in eine Angelegenheit eingreift, die mit der historischen, kulturellen und geistlichen Identität Italiens zutiefst verbunden sei, so Lombardi.

„Das ist nicht der Weg, auf dem das Wohlwollen und die Teilhabe an der europäischen Idee vermehrt wird, die wir als italienische Katholiken von Beginn an sehr unterstützt haben. Es scheint, als ob man die Rolle des Christentums in der Entstehung der europäischen Identität verkenne wollte, wo sie doch in Wirklichkeit wesentlich war und bleibt. Das Kreuz war immer ein Zeichen der Hingabe der Liebe Gottes, seiner Verbundenheit und der Annahme der gesamten Menschheit. Es ist enttäuschend, dass es nun als Zeichen der Trennung, des Ausschlusses und der Begrenzung von Freiheit gesehen wird. Das ist das Kreuz nicht - und das ist es auch nicht in der Wahrnehmung der Menschen.“

Auch die italienische Bischofskonferenz äußerte in einer Stellungnahme „Bitterkeit und Verblüffung“. Selbst unter Politikern in Italien stieß die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte mehrheitlich auf Kritik. Die Regierung in Rom kündigte bereits Beschwerde gegen die Entscheidung an. (rv)
Hier zum Nachhören

Vatikan: Bertone, „Es bleibt nur das Kürbisfest übrig“
„Im Europa des 21 Jahrhunderts gibt es nur noch die Kürbisse des Halloween-Festes, die wirklich wertvollen Symbole werden weggeschnitten.“ Das sagte an diesem Mittwoch Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone am Rande eines Besuchs eines römischen Krankenhauses zum Kruzifix-Urteil. Für Bertone ist der Verlust der Symbole schwerwiegend. „Ich beklage den Verlust. Wir müssen mit all unserer Kraft versuchen, die Zeichen unseres Glaubens zu bewahren, für die, die glauben und für die, die nicht glauben.“ Der Vatikan werde das tun, was von ihm erwartet werde, so der zweite Mann im Vatikan weiter. Er werde wie auch schon die italienische Bischofskonferenz alle Christen dazu ermuntern, auf das Urteil zu reagieren. (adnkronos)

Vatikan: Kasper fordert Christen zum „Aufwachen“ auf
„Dieses Zeichen eines aggressiven Säkularismus müsste uns aufwecken und dazu bringen, unsere Stimme zu erheben.“ Das meint der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper zum Kruzifix-Urteil. Der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ sagte Kasper: „In einigen europäischen Kreisen in Straßburg und Brüssel will man etwas aufbauen, was nicht mehr Europa ist – denn ohne Christentum gibt es kein Europa.“ Christen dürften eine solche „anti-historische Tendenz“ nicht hinnehmen; Kreuze aus Schulzimmern zu entfernen sei „eine Verletzung des Mehrheitswillens“, „erst recht in Italien“. Kasper leitet den Päpstlichen Einheitsrat. (corriere della sera)

Damals: Kardinal Ratzinger zum (dt.) Kruzifixurteil
Kruzifixurteil? Kennen wir auch aus Deutschland. Dort entschied 1995 das Karlsruher Bundesverfassungsgericht gegen Kreuze in Schulen; ein Aufschrei der Empörung war die Folge. Von Rom aus wandte sich auch der damalige Kardinal Joseph Ratzinger – heute Papst Benedikt – gegen das Urteil. Im Gespräch mit dem Journalisten Peter Seewald erklärte der damalige Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation seine Haltung. Hören Sie hier einen unveröffentlichten Auszug aus den Aufnahmen, auf denen das Gesprächsbuch „Salz der Erde“ fußt.
Lesen und hören Sie hier mehr

Aus dem Archiv: Eine Predigt Joseph Ratzingers über das Kreuz
„Sie werden auf den schauen, den sie durchbohrt haben“ – zu diesem Thema hielt Joseph Ratzinger – heute Papst Benedikt – einmal eine Karfreitags-Betrachtung für Radio Vatikan – deutschsprachige Sektion. Aus Anlass des neuen Kruzifixurteils des Europäischen Menschenrechts-Gerichtshofs dokumentieren wir hier diese Predigt. (rv)
Hier zum Nachlesen und -hören

Europa: „Gegensatz zwischen Kreuz und Religionsfreiheit...?“
Aldo Giordano ist Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhles beim Europarat in Straßburg – bei jener Organisation also, dem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte zugeordnet ist. Hier eine erste Einschätzung des päpstlichen Diplomaten über das Anti-Kruzifix-Urteil der Straßburger Richter:

„Es scheint, als ob das Urteil auf der Annahme beruht, dass es einen Gegensatz gäbe zwischen dem Zeigen des Kreuzes und dem Pluralismus in der Bildung. Ich glaube, dass dieser Gegensatz völlig ohne Fundament ist. Genauso nimmt das Urteil an, dass es einen Gegensatz zwischen Kreuz und der Religionsfreiheit des Individuums gibt, und auch das, scheint mir, muss erst noch bewiesen werden. Wir haben viel Erfahrung mit religiösen Minderheiten, die in einer Gesellschaft leben mit einer mehrheitlich anderen Religion – Minderheiten, die dort frei leben.“

Giordano glaubt, dass Europa dringend Respekt vor der Lebenswirklichkeit der Menschen und ihren Traditionen braucht. Das sei auch klar benannt in der Konvention, auf die sich der Europarat stützt. „Wenn wir damit weitermachen, diese Identität zu zersetzen, werden wir schließlich ohne Visionen für die Zukunft dastehen“, so der Vatikan-Diplomat.

„Ja, mir scheint dass Europa die europäische Idee aufs Spiel setzt, und zwar genau in diesem Punkt: im Kontakt mit den konkreten Menschen. Und das Urteil passt genau auf diese Linie. Anstatt ein Europa im Dienst an den Menschen, an ihrer Identität und deren Pflege zu sein, ein Europa, wo Menschen in eine Gemeinschaft genommen werden, wo Identitäten wertgeschätzt werden, scheint es, dass wir Angst vor den Identitäten haben, Angst vor den Traditionen und somit einen inhaltsleeren Raum schaffen. So scheint mir, dass dieses Urteil sozusagen ‚alt’ ist, dass es nicht das ausdrückt, was die Menschen in Europa beginnen zu empfinden und auch leben wollen, und was einige Staaten schon begonnen haben wahrzunehmen. Mir scheint, dass wir mit dem Urteil ein wenig in der Vergangenheit gefangen sind.“ (rv)
Lesen und hören Sie hier mehr

Österreich: Schönborn, Kreuz-Urteil „inakzeptabel“
Der Erzbischof von Wien, Kardinal Christoph Schönborn, findet das „Kreuz-Urteil“ der Straßburger Richter „schlichtweg inakzeptabel.“ In Österreich sei die Gesetzeslage klar: In allen Schulen, in denen die Mehrheit der Schüler einem christlichen Religionsbekenntnis angehört, ist in allen Klassenräumen ein Kreuz anzubringen. Das habe Verfassungsrang, so Schönborn, der gleichzeitig Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz ist.

„Das Kreuz in den Klassenzimmern verletzt die Religionsfreiheit nicht, auch nicht das freie Bekenntnis der verschiedenen religiösen Überzeugungen. Dieses Symbol ist vielmehr ein Zeichen dafür, dass die Liebe stärker ist als der Tod. Auf diesem Symbol beruhen die europäische und die österreichische Identität. Mit seinem Urteil hat der Menschenrechtsgerichtshof Europa wirklich keinen Dienst getan. Dieser Kontinent hat dann eine Zukunft, wenn er seine Wurzeln nicht leugnet. Das Kreuz ist ein Sinnbild dieser Wurzeln.“ (kap)
Hier zum Nachhören

Deutschland: Urteil hat keine Auswirkungen auf deutsche Schulen
Das Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofes hat keine Auswirkungen auf deutsche Schulen. Das betonte der Sekretär der deutschen Bischofskonferenz, P. Hans Langendörfer, in einer Stellungnahme auf der Website der deutschen Bischöfe. Trotzdem sei das Urteil auch dem deutschen Episkopat ein Anliegen: So werden alle Bischofskonferenzen in Europa immer wieder darauf hinzuweisen haben, dass Religionsfreiheit nicht „Frei-sein von Religion“ bedeutet, zu dem man gerichtlich zwingen muss. Die Freiheitlichkeit eines Gemeinwesens zeigt sich gerade auch in seiner Offenheit und Pflege kultureller Traditionen, so Pater Langendörfer weiter. (pm)

Nahost: Bischöfe aus dem Orient geschockt über Kreuz-Urteil
Mit Verärgerung haben katholische Bischöfe aus dem Orient auf das Kruzifix-Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte reagiert. Die Missbilligung von Kreuzen in öffentlichen Schulen sei „schlichtweg eine Schande“, sagte der chaldäisch-katholische Bischof Shlemon Warduni, im Gespräch mit der italienischen katholischen Nachrichtenagentur SIR am Mittwoch. Der Entscheid der Straßburger Richter schwäche die Position der christlichen Minderheiten im Nahen Osten. Unverständnis äußerten auch der Franziskaner-Obere des Heiligen Landes, P. Pierbattista Pizzaballa, und der Vorsitzende der Türkischen Bischofskonferenz, Bischof Luigi Padovese. (kap)
Lesen Sie hier mehr


DIE GENERALAUDIENZ:

Papst: „Theologische Konflikte sind möglich“
Jede Theologie will die Liebe zu Gott entfachen. Das war die Botschaft, die Papst Benedikt XVI. bei der Generalaudienz an diesem Mittwoch den versammelten Pilgern mitgab. Das könne im Einzelfall auch Konflikt bedeuten, wenn einzelne Theologen verschiedene Ansätze verfolgten und in Streit miteinander gerieten. Der Papst nannte als Beispiel die Auseinandersetzung zwischen dem heiligen Bernard de Clairvaux und Pierre Abélard, die im 12. Jahrhundert ein intellektueller Skandal war. Beiden sei es um das Verständnis der Geheimnisse der Offenbarung Gottes gegangen, so Benedikt:

„Für Bernard besitzt der Glaube eine innere Gewissheit, die sich auf das Zeugnis der Heiligen Schrift und der Kirchenväter und auf das Lehramt stützt. Das Nachdenken über die Glaubenswahrheiten steht im Dienst der Gotteserfahrung und will eine größere Liebe zu Gott entfachen.“

Abélard hingegen, ein geborener Denker und brillanter Redner, untersuchte die theologischen Fragestellungen mit scharfem Verstand und der aus dem Studium der Philosophie gewonnenen Denkweise.

„In intellektualistischem Überschwang geriet er aber auch auf Abwege, denn er achtete zu wenig auf das gebotene Verhältnis zwischen der im Glauben angenommenen göttlichen Offenbarung und den philosophisch-rationalen Instrumenten, mit denen wir das Geheimnis Gottes in einem gewissen Maß erschließen können. Nach jahrelanger und in voller Schärfe geführter Debatte zwischen den beiden Theologen sah Abélard demütig seine Fehler ein, und Bernhard zeigte große Güte, so dass es zu einer Versöhnung in der Gemeinschaft der Kirche kommen konnte. Beiden lagen die Bewahrung des Glaubens und der Sieg der Wahrheit in der Liebe am Herzen, was die Grundhaltung in einer jeden theologischen Diskussion sein sollte.“ (rv)
Hier zum Nachhören mit dem Segen des Papstes


AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Premiere: Papst-Uni stellt islam. Professor ein
Premiere für die „Gregoriana“: Zum ersten Mal hat ein islamischer Professor an einer Päpstlichen Universität einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Der Islamwissenschaftler Adnanee Mokrani promovierte an der prestigereichen Universität Zaytuna in Tunis; heute unterrichtet er Koran und Islamisches Recht an der von Jesuiten geleiteten Papst-Uni in Rom. Mokrani bildet dort in einem Team mit katholischen Theologen und Religionswissenschaftlern künftige Brückenbauer für interreligiöse und interkulturelle Verständigung aus. Der Jesuitenpater Felix Körner erklärte im Gespräch mit Stefan Kempis:

„Wir haben ja vor zehn Jahren an der Gregoriana ein Institut gegründet, an dem Muslime und Christen – und auch Mitglieder anderer Religionen – studieren können; aber sie lernen dort die anderen Religionen auch authentisch kennen, so dass wir nicht nur Jesuiten, die Fachleute für das Judentum sind, oder irgendeinen Christen hier haben, der Islamwissenschaftler ist. Stattdessen wollten wir auch die Religionen selber sprechen lassen, und so haben wir seit acht Jahren einen Dozenten hier, der in Tunesien geboren ist und dort auch ein Doktorat in Soziologie gemacht hat, später am Päpstlichen Islaminstitut Pisai hier in Rom ein zweites Doktorat gemacht hat und ein ausgezeichneter Dozent ist. Und wir sagten dann: Na ja, wenn wir den immer nur als eingeladenen Gastdozenten behandeln, ist das eigentlich auf die Dauer unfair – es kann zum Profil der Gregoriana gehören, dass neben den in den Entscheidungsgremien sitzenden „stabilen“ Professoren auch ein fest angestellter und mit einem dauerhaften Vertrag ausgestatteter Muslim, der nicht das Glaubensbekenntnis der Christen ablegen muss, sondern der seine eigene Religion fair vorstellen soll, hier zum Kollegium gehört. Das haben wir jetzt durch eine kirchenrechtliche Konstruktion, die wir „Professore aggregato“ nennen, also „der dazugehörige Professor“, geschafft!“ (rv)
Lesen und hören Sie hier den gesamten Beitrag


WEITERE NACHRICHTEN:

Vatikan

Santo doch nicht ganz subito: Der Vatikan hat Spekulationen über eine Seligsprechung von Johannes Paul II. (1978-2005) im kommenden Frühjahr zurückgewiesen. Entsprechende Nachrichten seien ohne Fundament, sagte Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone am Mittwoch vor Journalisten in Rom. Es gebe „keinerlei konkrete Entscheidung“. Das entsprechende kirchliche Verfahren müsse noch einige Etappen absolvieren, so die Nummer zwei der Vatikan-Hierarchie. Bereits Anfang der Woche hatten sowohl die Heiligsprechungskongregation wie auch das Bistum Rom Spekulationen über eine Seligsprechung des Papstes aus Polen bereits im April oder Mai zurückgewiesen. Ein solcher Termin scheine „ein bisschen früh“, sagte der Relator des Verfahrens, Dominikanerpater Daniel Ols. Aus dem Büro des zuständigen Postulators im Bistum Rom hieß es, man rechne für 2010 fest mit einer Seligsprechung von Johannes Paul II. Ein genauerer Zeitrahmen sei jedoch nicht bekannt. Normalerweise schreibt das Kirchenrecht eine Fünfjahresfrist zwischen dem Tod und dem Auftakt des Seligsprechungsverfahrens vor. Schon wenige Wochen nach seinem Amtsantritt kündigte Benedikt XVI. aber überraschend an, dass der Prozess für Johannes Paul II. unverzüglich beginnen könne. (kna)

Europa

Deutschland
Der künftige Bischof von Essen, Franz-Josef Overbeck, hat vor einem weiteren Kahlschlag im Ruhrgebiet gewarnt. Er äußerte sich dazu im Hinblick auf die Entscheidung von General Motors, die Tochterfirma Opel doch nicht zu verkaufen. Die Beschäftigten, so Overbeck, würden „einmal mehr mit neuen Tatsachen“ konfrontiert. Das Bistum Essen stehe an der Seite der Mitarbeiter, die um ihre Arbeitsplätze kämpfen. Nach der Schließung des Nokiawerks im vergangenen Jahr drohe mit der Schließung des Opelwerkes in Bochum wiederum der Verlust von Tausenden Arbeitsplätzen. Besonders für junge Menschen gelte es, Ausbildungsplätze und damit berufliche Perspektiven zu erhalten. (kna)
Der Hamburger Erzbischof Werner Thissen warnt vor extremistischen Tendenzen im wiedervereinigten Deutschland. Im Hinblick auf den Jahrestag des Mauerfalls sagte der Bischof, Agitatoren von links und rechts bereiteten ihn gleichermaßen Sorgen. Allerdings sei er zuversichtlich, dass die Gesellschaft mit diesen Herausforderungen fertig werde, wenn sie so „wachsam wie in der Stunde der Wiedervereinigung“ sei. Außerdem hob Thissen die Rolle der Kirchen während der Wende hervor. Durch die Verankerung in einem christlichen Menschenbild hätten viele Bürger die Standfestigkeit gehabt, für politische Veränderungen einzustehen. Mit Blick auf bleibende Differenzen in der Mentalität zwischen Ost und West sprach er von „einer Bereicherung“. (pm)

Spanien
Für einen Tag haben Delegierte von 53 afrikanischen Staaten ihre Teilnahme an den Gesprächen zum Weltklima ausgesetzt, die im Augenblick in Barcelona stattfinden. Die Gespräche sind Teil der Vorbereitungen der Welt-Klimakonferenz im November in Kopenhagen. Viele Länder nehmen diese Gespräche nicht ernst genug, mahnt der Leiter der kenianischen Delegation Kabeya Tshikuku. Dieser Boykott solle alle Länder aufrütteln, sich den Konsequenzen des Klimawandels ernsthaft zu stellen. (misna)

Afrika

Südafrika
Das afrikanische Land ist ein Zentrum für den Menschenhandel geworden. Dies sagte der Sprecher der Bischofskonferenz von Südafrika, Pater Chris Townsend, der Nachrichtenagentur Fides. Die Bischöfe befürchten zur Fußballweltmeisterschaft 2010 besonders einen weiteren Anstieg der Zahl der Frauen, die zu Prostitution gezwungen werden, so Townsend weiter. Die Kirche hat unterdessen gemeinsam mit anderen Konfessionen und Nichtregierungsorganisationen eine Kampagne in Leben gerufen. Mit ihr soll einerseits das Problem der Zwangsprostitution einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Andererseits soll den betroffenen Frauen Hilfe angeboten werden. Dabei sollen Helfer einen Dialog aufzubauen und den Frauen Wege aus ihrer Lage aufzeigen. Die Kampagne geht auf die Initiative von Frauenorden zurück, die ihre Mutterhäuser in Südafrika haben. (fides)

Vereinte Nationen

Der Ständige Beobachter des Vatikans bei den Vereinten Nationen hat im Nahostkonflikt beide Parteien zu einem engagierten und „substanziellen Dialog“ aufgerufen. Bei einer Ansprache vor den Vereinten Nationen sagte Erzbischof Celestino Migliore, es gehe darum, dass sich alle Beteiligten wirklich ernsthaft für Frieden und Stabilität im Heiligen Land einsetzten. Dabei erneuerte er die Forderung des Apostolischen Stuhls nach uneingeschränkter Bewegungsfreiheit - auch durch die israelische Sicherheitsmauer hindurch. Darüber hinaus forderte der Vatikan-Erzbischof eine garantierte Religionsfreiheit und den Zugang zu den Heiligen Stätten in Israel. Dies, so Migliore, hinge untrennbar mit dem Status der Hauptstadt Jerusalem zusammen. Hierfür forderte er internationale Unterstützung. (pm)


Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

Programmvorschau:

Heute Abend, 04.11.2009: Die Woche in Rom
Themen u.a.: Kruzifixurteil in Italien: Kommentar P. Gemmingen / Im Vatikan diskutieren Nobelpreisträger u.a. über Intelligenz außerhalb unserer Galaxie – mit dabei der Basler Astrophysiker Willy Benz / Heilige und Politik – eine Ausstellung in Rom / Generalaudienz mit Papst Benedikt im Vatikan

Donnerstag Abend, 05.11.2009: Youngradio – Jugend-Magazin
Themen u.a.: Studenten aus Weingarten gestalten für uns das aktuelle Magazin: „Wie viel Freiheit gibt es heute?“ - Gespräche mit Jugendlichen im Strafvollzug

Freitag Abend, 06.11.2009: Prisma-Magazin
Themen u.a.: Kirchen sollen Europa nicht immer nur kritisieren: Gespräch mit dem Europa-Abgeordneten Pöttering / Die erste Ökokirche Deutschlands / Urbi et Gorbi – was Papst Johannes Paul II. zum Fall der Mauer beigetragen hat / Junge Priesteramtskandidaten in Assisi – auf den Spuren des Heiligen Franziskus

Samstag Abend, 07.11.2009: Erwin Teufel - Ministerpräsident a. D. - Kommentar der Woche
P. Eberhard v.Gemmingen - Betrachtung zum Sonntag


Radio Vatikan sendet täglich:
16.00 h Treffpunkt Weltkirche” (KW 5885, 7190, 7250, 9645)20.20 Uhr Magazin”: (1530 kHz, 4005 kHz, 5885 kHz, 7250 kHz) 6.20 Uhr Wiederholung des Magazins” vom Vortag (1530 kHz, 4005 kHz, 7250 kHz)

Radio Vatikan ist außerdem zu hören bei:
Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.

· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.

· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.

· World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).

· Radio Stephansdom um 19.30 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz.

· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)

· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz

Im Internet:Die deutschsprachigen Sendungen sind online live und auf Abruf zu hören unter: www.radiovaticana.deDas Vier-Monatsprogramm können Sie anfordern bei: Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40878 Ratingen. - Tel.: 02102/711711 Fax: 02102/ 21413, E-mail: aufterbeck@radiovaticana.de

Post: Radio Vatikan - sezione tedesca, I-00120 Città del Vaticano
Fax: 0039/06/69883844
e-Mail: deutsch@vatiradio.va

 






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