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Tagesmeldungen vom 4.11.2009 - Kritik an Kruzifix-Urteil: Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis Redaktion: P. Bernd Hagenkord SJ Redaktionsschluss 16.00 Uhr Die folgenden Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr. HAUPTTHEMA DES TAGES: Vatikan: Papstsprecher, „Ein erstaunliches Urteil“ „Es ist schwerwiegend, ein fundamentales Zeichen der religiösen Werte in der Geschichte und der Kultur Italiens aus Bildung und Erziehung ausschließen zu wollen. Die Religion leistet einen wertvollen Beitrag für die Bildung und das moralische Wachsen der Menschen, und sie ist ein wesentlicher Teil unserer Gesellschaft. Es ist falsch und kurzatmig, das alles aus unserer Bildungswelt ausschließen zu wollen.“ Es sei erstaunlich, dass ein europäischer Gerichtshof schwerwiegend in eine Angelegenheit eingreift, die mit der historischen, kulturellen und geistlichen Identität Italiens zutiefst verbunden sei, so Lombardi. „Das ist nicht der Weg, auf dem das Wohlwollen und die Teilhabe an der europäischen Idee vermehrt wird, die wir als italienische Katholiken von Beginn an sehr unterstützt haben. Es scheint, als ob man die Rolle des Christentums in der Entstehung der europäischen Identität verkenne wollte, wo sie doch in Wirklichkeit wesentlich war und bleibt. Das Kreuz war immer ein Zeichen der Hingabe der Liebe Gottes, seiner Verbundenheit und der Annahme der gesamten Menschheit. Es ist enttäuschend, dass es nun als Zeichen der Trennung, des Ausschlusses und der Begrenzung von Freiheit gesehen wird. Das ist das Kreuz nicht - und das ist es auch nicht in der Wahrnehmung der Menschen.“ Auch die italienische Bischofskonferenz äußerte in einer Stellungnahme „Bitterkeit und Verblüffung“. Selbst unter Politikern in Italien stieß die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte mehrheitlich auf Kritik. Die Regierung in Rom kündigte bereits Beschwerde gegen die Entscheidung an. (rv) Vatikan: Bertone, „Es bleibt nur das Kürbisfest übrig“ Vatikan: Kasper fordert Christen zum „Aufwachen“ auf Damals: Kardinal Ratzinger zum (dt.) Kruzifixurteil Aus dem Archiv: Eine Predigt Joseph Ratzingers über das Kreuz Europa: „Gegensatz zwischen Kreuz und Religionsfreiheit...?“ „Es scheint, als ob das Urteil auf der Annahme beruht, dass es einen Gegensatz gäbe zwischen dem Zeigen des Kreuzes und dem Pluralismus in der Bildung. Ich glaube, dass dieser Gegensatz völlig ohne Fundament ist. Genauso nimmt das Urteil an, dass es einen Gegensatz zwischen Kreuz und der Religionsfreiheit des Individuums gibt, und auch das, scheint mir, muss erst noch bewiesen werden. Wir haben viel Erfahrung mit religiösen Minderheiten, die in einer Gesellschaft leben mit einer mehrheitlich anderen Religion – Minderheiten, die dort frei leben.“ Giordano glaubt, dass Europa dringend Respekt vor der Lebenswirklichkeit der Menschen und ihren Traditionen braucht. Das sei auch klar benannt in der Konvention, auf die sich der Europarat stützt. „Wenn wir damit weitermachen, diese Identität zu zersetzen, werden wir schließlich ohne Visionen für die Zukunft dastehen“, so der Vatikan-Diplomat. „Ja, mir scheint dass Europa die europäische Idee aufs Spiel setzt, und zwar genau in diesem Punkt: im Kontakt mit den konkreten Menschen. Und das Urteil passt genau auf diese Linie. Anstatt ein Europa im Dienst an den Menschen, an ihrer Identität und deren Pflege zu sein, ein Europa, wo Menschen in eine Gemeinschaft genommen werden, wo Identitäten wertgeschätzt werden, scheint es, dass wir Angst vor den Identitäten haben, Angst vor den Traditionen und somit einen inhaltsleeren Raum schaffen. So scheint mir, dass dieses Urteil sozusagen ‚alt’ ist, dass es nicht das ausdrückt, was die Menschen in Europa beginnen zu empfinden und auch leben wollen, und was einige Staaten schon begonnen haben wahrzunehmen. Mir scheint, dass wir mit dem Urteil ein wenig in der Vergangenheit gefangen sind.“ (rv) Österreich: Schönborn, Kreuz-Urteil „inakzeptabel“ „Das Kreuz in den Klassenzimmern verletzt die Religionsfreiheit nicht, auch nicht das freie Bekenntnis der verschiedenen religiösen Überzeugungen. Dieses Symbol ist vielmehr ein Zeichen dafür, dass die Liebe stärker ist als der Tod. Auf diesem Symbol beruhen die europäische und die österreichische Identität. Mit seinem Urteil hat der Menschenrechtsgerichtshof Europa wirklich keinen Dienst getan. Dieser Kontinent hat dann eine Zukunft, wenn er seine Wurzeln nicht leugnet. Das Kreuz ist ein Sinnbild dieser Wurzeln.“ (kap) Deutschland: Urteil hat keine Auswirkungen auf deutsche Schulen Nahost: Bischöfe aus dem Orient geschockt über Kreuz-Urteil DIE GENERALAUDIENZ:Papst: „Theologische Konflikte sind möglich“ „Für Bernard besitzt der Glaube eine innere Gewissheit, die sich auf das Zeugnis der Heiligen Schrift und der Kirchenväter und auf das Lehramt stützt. Das Nachdenken über die Glaubenswahrheiten steht im Dienst der Gotteserfahrung und will eine größere Liebe zu Gott entfachen.“ Abélard hingegen, ein geborener Denker und brillanter Redner, untersuchte die theologischen Fragestellungen mit scharfem Verstand und der aus dem Studium der Philosophie gewonnenen Denkweise. „In intellektualistischem Überschwang geriet er aber auch auf Abwege, denn er achtete zu wenig auf das gebotene Verhältnis zwischen der im Glauben angenommenen göttlichen Offenbarung und den philosophisch-rationalen Instrumenten, mit denen wir das Geheimnis Gottes in einem gewissen Maß erschließen können. Nach jahrelanger und in voller Schärfe geführter Debatte zwischen den beiden Theologen sah Abélard demütig seine Fehler ein, und Bernhard zeigte große Güte, so dass es zu einer Versöhnung in der Gemeinschaft der Kirche kommen konnte. Beiden lagen die Bewahrung des Glaubens und der Sieg der Wahrheit in der Liebe am Herzen, was die Grundhaltung in einer jeden theologischen Diskussion sein sollte.“ (rv) AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:Premiere: Papst-Uni stellt islam. Professor ein „Wir haben ja vor zehn Jahren an der Gregoriana ein Institut gegründet, an dem Muslime und Christen – und auch Mitglieder anderer Religionen – studieren können; aber sie lernen dort die anderen Religionen auch authentisch kennen, so dass wir nicht nur Jesuiten, die Fachleute für das Judentum sind, oder irgendeinen Christen hier haben, der Islamwissenschaftler ist. Stattdessen wollten wir auch die Religionen selber sprechen lassen, und so haben wir seit acht Jahren einen Dozenten hier, der in Tunesien geboren ist und dort auch ein Doktorat in Soziologie gemacht hat, später am Päpstlichen Islaminstitut Pisai hier in Rom ein zweites Doktorat gemacht hat und ein ausgezeichneter Dozent ist. Und wir sagten dann: Na ja, wenn wir den immer nur als eingeladenen Gastdozenten behandeln, ist das eigentlich auf die Dauer unfair – es kann zum Profil der Gregoriana gehören, dass neben den in den Entscheidungsgremien sitzenden „stabilen“ Professoren auch ein fest angestellter und mit einem dauerhaften Vertrag ausgestatteter Muslim, der nicht das Glaubensbekenntnis der Christen ablegen muss, sondern der seine eigene Religion fair vorstellen soll, hier zum Kollegium gehört. Das haben wir jetzt durch eine kirchenrechtliche Konstruktion, die wir „Professore aggregato“ nennen, also „der dazugehörige Professor“, geschafft!“ (rv) WEITERE NACHRICHTEN:VatikanSanto doch nicht ganz subito: Der Vatikan hat Spekulationen über eine Seligsprechung von Johannes Paul II. (1978-2005) im kommenden Frühjahr zurückgewiesen. Entsprechende Nachrichten seien ohne Fundament, sagte Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone am Mittwoch vor Journalisten in Rom. Es gebe „keinerlei konkrete Entscheidung“. Das entsprechende kirchliche Verfahren müsse noch einige Etappen absolvieren, so die Nummer zwei der Vatikan-Hierarchie. Bereits Anfang der Woche hatten sowohl die Heiligsprechungskongregation wie auch das Bistum Rom Spekulationen über eine Seligsprechung des Papstes aus Polen bereits im April oder Mai zurückgewiesen. Ein solcher Termin scheine „ein bisschen früh“, sagte der Relator des Verfahrens, Dominikanerpater Daniel Ols. Aus dem Büro des zuständigen Postulators im Bistum Rom hieß es, man rechne für 2010 fest mit einer Seligsprechung von Johannes Paul II. Ein genauerer Zeitrahmen sei jedoch nicht bekannt. Normalerweise schreibt das Kirchenrecht eine Fünfjahresfrist zwischen dem Tod und dem Auftakt des Seligsprechungsverfahrens vor. Schon wenige Wochen nach seinem Amtsantritt kündigte Benedikt XVI. aber überraschend an, dass der Prozess für Johannes Paul II. unverzüglich beginnen könne. (kna) EuropaDeutschland Spanien AfrikaSüdafrika Vereinte NationenDer Ständige Beobachter des Vatikans bei den Vereinten Nationen hat im Nahostkonflikt beide Parteien zu einem engagierten und „substanziellen Dialog“ aufgerufen. Bei einer Ansprache vor den Vereinten Nationen sagte Erzbischof Celestino Migliore, es gehe darum, dass sich alle Beteiligten wirklich ernsthaft für Frieden und Stabilität im Heiligen Land einsetzten. Dabei erneuerte er die Forderung des Apostolischen Stuhls nach uneingeschränkter Bewegungsfreiheit - auch durch die israelische Sicherheitsmauer hindurch. Darüber hinaus forderte der Vatikan-Erzbischof eine garantierte Religionsfreiheit und den Zugang zu den Heiligen Stätten in Israel. Dies, so Migliore, hinge untrennbar mit dem Status der Hauptstadt Jerusalem zusammen. Hierfür forderte er internationale Unterstützung. (pm) Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören. Heute Abend, 04.11.2009: Die Woche in Rom Donnerstag Abend, 05.11.2009: Youngradio – Jugend-Magazin Freitag Abend, 06.11.2009: Prisma-Magazin Samstag Abend, 07.11.2009: Erwin Teufel - Ministerpräsident a. D. - Kommentar der Woche Radio Vatikan sendet täglich: Radio Vatikan ist außerdem zu hören bei: · Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr. · Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit. · World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz). · Radio Stephansdom um 19.30 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz. · Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen) · Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz Im Internet:Die deutschsprachigen Sendungen sind online live und auf Abruf zu hören unter: www.radiovaticana.deDas Vier-Monatsprogramm können Sie anfordern bei: Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40878 Ratingen. - Tel.: 02102/711711 Fax: 02102/ 21413, E-mail: aufterbeck@radiovaticana.de Post: Radio Vatikan - sezione tedesca, I-00120 Città del Vaticano
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