Tagesmeldungen vom 20.11.2009
- Vatikan: Anglikaner-Primas, „Glas ist halbvoll“ -
- D: Glück neuer ZdK-Präsident – Bischöfe gratulieren -
- Moskau: Mord an orthdoxem Priester in seiner Kirche -
Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion:
Birgit Pottler
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.
LIVE-ÜBERTRAGUNG:
Papst Benedikt XVI. trifft an diesem Samstag in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan mit rund 270 Künstlern aus aller Welt zusammen. Unter ihnen sind die Architekten Daniel Libeskind und Zaha Hadid, aber auch populäre Filmschauspieler wie Terence Hill. Aus Deutschland kommen die Regisseure Peter Stein und Philip Gröning, der Videokünstler Christoph Brech und der Schriftsteller Uwe Timm. Papst Benedikt wird eine Ansprache vor den versammelten Künstlern halten. Radio Vatikan überträgt die Begegnung live und mit deutschem Kommentar ab 10 Uhr 50 über die Partnersender.
THEMEN DES TAGES:
Vatikan: Anglikaner-Primas, „Glas ist halbvoll“
Der anglikanische Primas Rowan Williams sieht das Verhältnis von anglikanischer und katholischer Kirche positiv. „Das ökumenische Glas ist halbvoll“, sagte Williams am Donnerstagabend bei einer Tagung in der Päpstlichen Universität Gregoriana. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil seien große Fortschritte und theologische Einigungen etwa über das Wesen Gottes und der Kirche und ihrer Mission erzielt worden, sagte das Oberhaupt der Anglikaner. Die Verantwortung für eine Stagnation auf dem Weg zur Einheit schrieb Williams der katholischen Kirche zu. Sie müsse darlegen, warum rechtliche und institutionelle Trennungsgründe größeres Gewicht haben sollten als die erreichte Übereinkunft in zentralen Glaubensfragen. Am Samstag wird Williams mit Papst Benedikt XVI. zusammentreffen.
Vor dem hochrangig besetzten katholisch-anglikanischen Publikum in der Gregoriana erinnerte Williams an die weiterhin trennenden Fragen nach Autorität, Primat, Ordination. „Haben sie heute noch das gleiche Gewicht“, fragte er, oder könnten sie in einem anderen Licht gesehen werden als die bereits erreichten grundlegenden theologischen Übereinkünfte?
„Handelt es sich um theologische Fragen, im gleichen Sinn wie die großen Fragen, in denen bereits Einigung erzielt wurde? Wenn sie das sind, wie richtig ist es dann, sie anders zu betrachten als das grundlegende Verständnis von Erlösung und Gemeinschaft. Wenn sie das aber nicht sind, warum stehen sie noch immer einer vollen und sichtbaren Einheit im Weg?“
Williams verteidigte Priester- und Bischofsweihen für Frauen. Ein Verzicht auf diese Praxis, die aus katholischer Sicht ein Haupthindernis für die gegenseitige Anerkennung ist, würde dem Verständnis anglikanischer Christen von der Gleichheit aller Getauften zuwiderlaufen. Ein kollektiver Übertritt der Anglikaner zur römisch-katholischen Kirche sei kein Weg der Ökumene. Die jüngste apostolische Konstitution nannte der Primas eine „phantasievolle pastorale Antwort“ auf die Bedürfnisse einzelner Gruppen. Gleichzeitig werfe sie neue Fragen auf bezüglich der Anerkennung weiterer Divergenzen, welche die Einheit der katholischen Kirche offensichtlich nicht gefährdeten.
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Deutschland: Glück neuer ZdK-Präsident - Bischöfe zollen Anerkennung
Der CSU-Politiker und frühere bayerische Landtagspräsident Alois Glück ist neuer Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Die Herbstvollversammlung des ZdK wählte den 69-Jährigen am Freitag in Bonn mit 169 von 189 Stimmen zum Nachfolger von Hans Joachim Meyer (73). Die Deutsche Bischofskonferenz erklärte sofort die notwendige Zustimmung zur Wahl.
„Selbstbewusst missionarisch“
In seiner Rede vor der Vollversammlung in Bonn-Bad Godesberg versprach der neue ZdK-Präsident, sich für eine vertrauensvolle und fruchtbare Zusammenarbeit mit der Deutschen Bischofskonferenz einzusetzen, um gemeinsam nach Perspektiven für die Zukunft der Kirche in Deutschland zu suchen. Glück rief die Kirche auf, selbstbewusst missionarisch zu sein und offen für fremde Milieus. „Ich sehe in unserer Kirche zu viel Ängstlichkeit gegenüber der modernen Welt, zu viel Abwehr, zu viel Tendenz, in den eigenen Schutzräumen zu bleiben“, so Glück wörtlich. Ohne die Mitwirkung der Laien werde die Kirche allerdings wenig wirksam sein können. Den besonderen Auftrag der Laien sieht der neue Präsident des ZdK in ihrem Engagement in Gesellschaft und Staat. Er widersprach ausdrücklich denen, die meinen, dass christliche Werte in dieser Zeit keine Chance hätten. „Wir brauchen eine neue Qualität der Kultur der Verantwortung, der Verantwortung für sich selbst, für die Mitmenschen, für das Gemeinwesen und vor allem, als eine der größten ethischen Herausforderung unserer Zeit, für die Nachkommen“, unterstrich Glück.
Im Interview mit dem Kölner Domradio kündigte Glück eine „ehrliche Bestandsaufnahme über die Situation des Laienkatholizismus“ an. Er wolle in den ersten drei Monaten des Jahres 2010 in Klausurtagungen mit dem Präsidium und dem Hauptausschuss des ZdK die künftigen Aufgaben des obersten katholischen Laiengremiums in Deutschland beraten. Engagement innerhalb der Kirche und Engagement in Gesellschaft und Staat seien dabei nicht Gegensätze, sondern die zwei Seiten der Medaille.
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Nahost: „Die Welt wartet nicht auf uns“
Als Papst Benedikt vor einem halben Jahr ins Heilige Land pilgerte, sollte das vor allem ein Solidaritäts-Besuch bei der geprüften, durch Auswanderung dezimierten christlichen Minderheit sein. Die Ortskirche nahm im vergangenen Mai diese Geste mit großer Dankbarkeit auf. Im Stillen hoffte vielleicht aber auch mancher, das Kirchenoberhaupt könne mit seinem moralischen Einfluss an dem einen oder anderen Problem an sich rütteln. Wie sieht es heute aus? Gabi Fröhlich berichtet:
Schätzungsweise 165.000 Mitglieder zählen die traditionellen christlichen Gemeinschaften in Israel und den Palästinensergebieten – die allermeisten sind Araber. Dass sie eine Minderheit in ihrer eigenen, überwiegend muslimischen Gesellschaft sind, macht ihre Lage nicht leichter. Gleichzeitig sind sie dem israelischen Generalverdacht gegen alles Arabische ausgesetzt und müssen mit schweren Beschränkungen im Alltag kämpfen. Die katholische Kirche ist davon direkt betroffen, zum Beispiel über das Visa-Problem. Franziskaner-Kustos Pierbattista Pizzaballa bezeichnet das Thema als schlicht und einfach „…nervtötend. Manche Visa bekommt man, manche nicht. Man weiß nie, wie lang es dauert. Manchmal steht alles still, weil es irgendeine politische Krise gibt, irgendwann geht es wieder weiter. Wir haben einfach nie Klarheit.“
Ist die Geduld der Kirchenvertreter am Ende? Sollte die Kirchenführung das Register wechseln und mal richtig auf den Tisch hauen – hinter vorgehaltener Hand wird das von manchen gefordert. Der Kustos hat da allerdings Bedenken:
„Die Leute glauben oft, wir hätten eine überdimensionale Macht. Aber das ist nicht der Fall. Die Welt wartet nicht auf uns, seien wir doch mal ehrlich. Und auch nicht Israel. Man wirft uns oft vor, wir träten nicht kräftig genug in den Gesprächen mit Israel auf. Ich jedoch bin der Meinung, dass die Kirche zunächst überhaupt mit Israel sprechen muss. Wir gehen zu Israel immer dann, wenn es Probleme gibt. Und dann ist es oft schwer, herauszufinden, mit wem man konkret sprechen soll. Es gibt keinen ständigen, offenen Kanal des Dialogs.“
Und wie dieser Dialog geführt werden sollte – dafür hat nach Ansicht des Franziskaners Papst Benedikt bei seinem Besuch vor sechs Monaten ein bemerkenswertes Beispiel gegeben.
„Der Papst war sehr mutig – er hatte seine Perspektive, er hatte etwas zu sagen - und er hat es gesagt. Und zwar klar, aber in einer unaufgeregten Weise. Er hat sich den fertigen Drehbüchern verweigert, die in dieser Region sonst dem Besucher gerne aufgezwungen werden. Mit dieser inneren Freiheit müssen auch wir in diesem schwierigen Umfeld weiter gehen, ohne falsche Erwartungen. Es gibt Probleme, die gelöst werden können und andere, die nicht gelöst werden können, mit denen wir leben müssen. Vieles braucht sehr viel Zeit, vielleicht sogar Generationen. Was wir tun können, ist hier zu sein, mitten in diesen Problemen, mit unserem Stil, als Christen.“ (rv)
Hier ein ausführlicher Beitrag unserer Korrespondentin in Jerusalem, Gabi Fröhlich
AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:
Deutschland: Kirche und Professoren zeigen Verständnis
„Ich habe großes Verständnis für die Aktionen der Studenten. Die Studienreform geht offensichtlich an den Bedürfnissen der jungen Leute vorbei“. Mit diesen Worten äußerte sich der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, am vergangenen Dienstag über die Studentendemonstrationen, die bundesweit stattfanden. (rv)
Stimmen und Meinungen zu den Uni-Protesten im Beitrag von Jasmin Beizai
Deutschland: „Muslime brauchen bessere institutionelle Vertretung“
Muslime in Deutschland sind schon lange keine unsichtbare Gruppe mehr. Vier muslimische Dachverbände und politisch aktive Gruppen wie etwa die vor kurzem gegründete muslimische Wählervereinigung „Bündnis für Frieden und Fairness“ (BFF) sind Zeichen dafür, dass Muslime sich zunehmend zu Gehör melden. Der Dialog zwischen der Glaubensgemeinschaft und den deutschen Institutionen gestaltet sich jedoch immer noch schwierig, erklärt der Islam- und Politikwissenschaftler Wael El-Gayar. Er ist im westfälischen Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration für strategische Fragen der Zuwanderung und Integration zuständig. Radio Vatikan hat mit dem Politikwissenschaftler am Rande der Sitzung des Vorstandes der Europäischen Volkspartei gesprochen. Auf dem Kongress in Venedig geht es um Den Dialog der Kulturen und Religionen. (rv)
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Serbien: Erinnerung an Pavle
„An jenem 1. Juni 2000 war alles ungewöhnlich. Der Serbische Patriarch Pavle I., ein Mensch von denkbar bescheidener Ausstrahlung und monastischer Lebensweise, sollte gerade an einem Tag nach Hannover kommen, an dem in derselben Stadt auch die Eröffnung der Weltausstellung stattfand. Und dann sollte dieser stille Mensch, der in Belgrad am liebsten zu Fuß ging, zur Kirche auch noch mit einem Hubschrauber fliegen, da auf den Straßen Hannovers wegen der EXPO-Eröffnung erhöhte Staugefahr herrschte.“ (rv)
Eine persönliche Erinnerung an den verstorbenen Patriarchen von Tihomir Popovic
Frankreich: Eine Ortskirche im Niedergang?
Die Kirche in Frankreich sorgt sich um ihre Position im Vatikan. Darüber berichteten in letzter Zeit mehrere Medien wie das italienische „Il Foglio“ sowie aus Frankreich selbst „Le Monde“ und die katholische Tageszeitung „La Croix“. Nachdem die Kardinäle Roger Etchegaray und Paul Poupard aus Altersgründen ihre Ämter im Vatikan aufgegeben haben, leitet nur noch ein Franzose eine Kurienbehörde, nämlich Kardinal Jean-Louis Tauran vom Päpstlichen Dialograt. (il foglio/la croix/le monde)
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DIE NACHRICHTEN:
Vatikan
Papst Benedikt XVI. hat Politiker und internationale Organisationen zu mehr Einsatz für Gehörlose aufgefordert. Die große Zahl von Vereinigungen zum Schutz der Rechte von Gehörlosen zeige, dass noch immer Vorurteile und Diskriminierungen vorherrschten. Der Papst sprach an diesem Freitag vor Teilnehmern einer Konferenz zur Gehörlosen-Seelsorge im Vatikan. Besonders schwierig sei die Lage von Gehörlosen in Entwicklungsländern, so Benedikt XVI. Dort fehle es an politischen und gesetzlichen Vorgaben. Zudem hätten viele Betroffene keinen Zugang zu grundlegender medizinischer Versorgung. Gehörlosigkeit sei oft die Folge von leicht heilbaren Krankheiten. – Unter dem Titel „Effata – Öffne dich! Gehörlose im Leben der Kirche“ beschäftigten sich rund 500 Teilnehmer aus 65 Ländern mit medizinischen, psychologischen und seelsorgerischen Aspekten der Gehörlosigkeit. Die dreitägige Konferenz im Vatikan geht am Samstag zu Ende. (rv)
Europa
Europäische Union
Die europäischen Bischöfe haben dem neuen EU-Spitzenduo gratuliert. Der künftige EU-Präsident Herman van Rompuy und die Vertreterin für die Außen- und Sicherheitspolitik, Catherine Ashton, sollten sich für eine Europäische Union stark machen, die sich ihrer geschichtlichen Berufung für Frieden und Gerechtigkeit in der ganzen Welt bewusst ist. Grundlage ihres politischen Handelns solle die Sorge für das Gemeinwohl und die Achtung der Menschenwürde sein, erklärten die Bischöfe der Kommission der Europäischen Bischofskonferenzen (COMECE) zum Abschluss ihrer Vollversammlung in Brüssel. Die Europäische Union sei jetzt „endlich darauf vorbereitet, sich den Herausforderungen des nächsten Jahrzehnts zu stellen“, heißt es in der Schlusserklärung der Bischöfe. Die COMECE sei „mehr denn je darauf vorbereitet“ die Einrichtungen der EU zu begleiten und den „offenen, transparenten und regelmäßigen“ Dialog zu führen, den der Lissabon-Vertrag den Kirchen zusichert. (pm)
Europaweit wehren sich Politiker gegen das umstrittene Straßburger Kruzifix-Urteil. Rund fünfzig Abgeordnete des Warschauer Parlaments haben den Urteilsspruch in einer Resolution als Verstoß gegen die Religionsfreiheit bewertet. Auch gefährde das Urteil den sozialen Frieden, so die polnischen Politiker in ihrer Erklärung. Ähnlich sehen das die österreichischen Koalitionsparteien SPÖ und ÖVP. In einem sogar von der Opposition gestützten Entschließungsantrag hat der Nationalrat die Regierung aufgefordert, die Gegenwart religiöser Symbole im öffentlichen Raum zu sichern. Auch in Zukunft solle die Anbringung von Kreuzen in Klassen mit einer Mehrheit von Schülern christlicher Konfession möglich sein. Laut dem Antrag verstießen die Wertungen und Schlussfolgerungen des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs gegen das Grundrecht auf Glaubens-, Gewissens- und Religionsfreiheit. - Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte Anfang November der Klage einer Italienerin stattgegeben, nach der die Präsenz von Kreuzen in Klassenzimmern staatlicher Schulen gegen das Menschenrecht auf freie Religionsausübung verstieße. Der Staat sei zur religiösen Neutralität verpflichtet, hieß es in der Begründung. (apic/kap)
Europäische Union/Italien
Mit dem neuen EU-Vertrag soll nach dem Willen europäischer Christdemokraten das Gespräch mit Kirchen und Religionsgemeinschaften intensiver als bislang geführt werden. Ein jährliches Arbeitsessen reiche sicher nicht aus, um dem im Vertrag geforderten Dialog zu genügen, sagte der slowenische EVP-Abgeordnete Alojz Peterle an diesem Freitag in Venedig. Er äußerte sich beim Dialogseminar der EVP-Fraktion des Europaparlaments mit den Religionen. Die Vertragsbestimmung zum Dialog mit den Kirchen sei zwar kurz, aber von großer Bedeutung, so Peterle. Die Europäische Union erkenne ausdrücklich an, dass die Kirchen und Religionen einen entscheidenden Beitrag für die Gesellschaft leisteten. Zudem bedeute die Bestimmung eine Anerkennung der spirituellen Dimension Europas. Experten beklagten bei dem Treffen in Venedig zunehmende Versuche, Religion aus der Öffentlichkeit zu verdrängen. Der Wiener Historiker Martin Kugler vom Netzwerk „Christianophobia“ appellierte an die Politik, die Gefahr der Christenfeindlichkeit als Realität anzuerkennen. Der Politikwissenschaftler Friedrich Brokern sagte, in der Politik wachse allerdings auch das Bewusstsein für die Bedeutung des Religiösen. Nötig sei deshalb, dieses Thema stärker in alle Politikbereiche einzubeziehen. (kna)
Deutschland
Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann sieht Verbesserungsbedarf bei den Beziehungen zwischen katholischer Kirche und zeitgenössischer Kunst. „Die Gräben sind nicht unüberbrückbar, aber man fremdelt“, sagte Hofmann der Katholischen Nachrichtenagentur vor dem Treffen des Papstes mit zeitgenössischen Künstlern in der Sixtina. Hofmann hat in Kunstgeschichte promoviert und ist bei der Deutschen Bischofskonferenz für Kunstfragen zuständig. Er sprach sich mit Nachdruck dafür aus, die theologischen Bezüge in der modernen Kunst zu entdecken und sichtbar zu machen. Viele prominente Künstler seien interessiert, auch im Kirchenraum zu schaffen. Sie würden sehr wohl erkennen, dass sie – wie die Kirche auch – die Sinnfrage stellten. Gemeinsamer Adressat von Kirche und Kunst sei der Mensch, der wissen wolle, woher er komme und wohin er gehe. Ziel des Treffens in der Sixtinischen Kapelle ist es, den Dialog zwischen Kirche und Künstlern zu beleben und neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten. Bereits am heutigen Freitag treffen sich die Teilnehmer zu einer gemeinsamen Begehung der Sammlung für moderne und zeitgenössische Kunst in den Vatikanischen Museen. Die Initiative knüpft an den Brief an die Künstler an, den Johannes Paul II. vor zehn Jahren veröffentlichte. Ausschnitte dieses Schreibens werden bei dem Treffen am Samstag verlesen. (rv/kna/pm)
Schweiz
Für Minarette und für Waffenexporte: Dieser Trend zeichnet sich laut Umfragen unter den Eidgenossen ab. Zwar hat die Zustimmung zur so genannten Anti-Minarett-Initiative den Angaben zufolge in den vergangenen Wochen leicht zugenommen, doch 53 Prozent der Schweizer lehnten die auch von den Kirchen kritisierte Initiative weiterhin ab. Bei der Volksinitiative für ein Verbot von Kriegsmaterial-Exporten wollten 50 Prozent mit Nein stimmen; das sind sechs Prozent mehr als zu Beginn der Kampagne. Elf Prozent bezeichneten in der Umfrage von „SRG SSR Idée Suisse“ als unentschlossen. Das Forschungsinstitut „GFS.Bern“ verzeichnete mit 50 Prozent eine überdurchschnittliche Bereitschaft, an den Abstimmungen am 29. November teilzunehmen. Laut dem Forschungsinstitut haben dazu die intensiven Abstimmungskampagnen beigetragen, vor allem jene zur Minarett-Initiative. (kipa)
Italien/Vatikan
Der so genannte „Fall Orlandi“ wird wieder aufgerollt. 26 Jahre nach dem spurlosen Verschwinden der jugendlichen Vatikan-Bürgerin Emanuela Orlandi hat die römische Staatsanwaltschaft neue Schritte unternommen. Die Ermittlungen richten sich gegen einen Mann, der sechs Tage nach der Entführung der damals 15-jährigen Emanuela die Familie telefonisch kontaktiert hatte. Der Mann, der angeblich mit seinem Anruf die Ermittlungen in die Irre führen wollte, konnte dank der Ex-Freundin eines römischen Unterwelt-Bosses identifiziert werden. Die Frau behauptet, am 22. Juni 1983 im Auftrag ihres damaligen Lebensgefährten, des inzwischen erschossenen „Bosses“ Enrico De Pedis, Emanuela Orlandi überredet zu haben, in ihr Auto einzusteigen. Die Bosse der damals berüchtigten römischen Verbrecherbande „Banda della Magliana“ hätten im Dienst „mächtiger Persönlichkeiten“ die Tochter des Vatikan-Funktionärs entführt, um vom Heiligen Stuhl eine Gegenleistung zu erpressen. Sabrina Minardi behauptet, Emanuela Orlandi sei tot. Die Leiche des Mädchens sei in eine Betonmischmaschine in Torvajanica südlich von Rom geworfen worden. Die Ermittler halten die Aussagen der Frau für glaubwürdig. - Emanuela Orlandi ist seit Juni 1983 spurlos verschwunden. In den vergangenen Jahren hatte es teilweise abenteuerliche Spekulationen über die Hintergründe des Falles gegeben. (kap)
Frankreich
Solidarität gegen die Krise – unter diesem Motto stehen die 84. Sozialwochen, die an diesem Freitag in Paris begonnen haben. Fairer Handel, Unternehmensverantwortung, Kampf gegen die Armut sowie soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit sind Thema der drei Tage dauernden Solidaritätsveranstaltung. Vertreten sind über 3.000 Teilnehmer und 35 kirchliche und soziale Gruppen aus zwölf europäischen Ländern, von denen gut die Hälfte Osteuropa stellt. Um globale Lösungen der aktuellen Krise zu finden, sei mehr Solidarität notwendig, erinnerte der Präsident der französischen Sozialwochen, Jerome Viron, gegenüber dem bischöflichen Pressedienst sir. Solidarität erlaube Menschen, „Schwierigkeiten zu überwinden und die eigene Würde und Kultur zu bewahren“, so der Präsident. (sir)
Großbritannien
Musik gegen Vorurteile ist das Credo der Pfarrer-Band „The Priests“, die an diesem Freitag ihre zweite CD veröffentlicht hat. Die Combo besteht aus den drei katholischen Geistlichen David Delargy und Eugene und Martin O’Hagan und setzt sich in ihrer Heimat Nordirland seit Jahren musikalisch für den Frieden ein. Die zweite CD der „Priests“ trägt den Titel „Harmony“ und versammelt 15 Songs spirituellen Inhalts. Auf Initiative der Band entstand vor einigen Monaten die Wohltätigkeitsstiftung „The Priests Charitable Foundation“, die Bildungsprojekte fördert und arme Menschen unterstützt. (sir)
Russland
In Moskau ist am Donnerstag ein bekannter russisch-orthodoxer Priester in seiner Kirche erschossen worden. Der 35-jährige Geistliche, Danijil Sysojev, galt als einer der aktivsten Missionare der russisch-orthodoxen Kirche. Die Polizei schließt religiöse Motive als Tathintergrund nicht aus, berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax. Nach Augenzeugenberichten sei ein maskierter Mann am späten Donnerstagabend in die Thomas-Kirche eingedrungen und habe mehrere Schüsse auf Sysojev abgefeuert. Die Staatsanwaltschaft vermutet hinter dem Verbrechen entweder radikale Islamisten oder Sekten, die der Priester ebenfalls bekämpft hatte. Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill, verurteilte den Mord in der Kirche als „Herausforderung des göttlichen Rechts und Entweihung eines heiligen Orts“. Der Familie des Priesters sprach er sein Beileid aus. (adnkronos/ansa/ap)
Amerika
Vereinigte Staaten
Das Christentum und seine Einrichtungen haben kläglich bei dem Auftrag versagt, die Institution Ehe zu schützen. Das hält ein Papier fest, das Vertreter konservativer evangelikaler und katholischer Gemeinschaften in den USA an diesem Freitag veröffentlicht haben. Die 150 Unterzeichner, unter ihnen der katholische Erzbischof von New York und 14 weitere Bischöfe, betonen in der „Manhattan Declaration“ genannten Erklärung ihre Ablehnung der Ehe zwischen homosexuellen Partnern und der Abtreibung. Gleichzeitig betonen sie den Schutz der Religionsfreiheit. Konkret kritisieren die Religionsgemeinschaften die Politik des US-Präsidenten Barack Obamas. Sein Ziel, die Zahl der Abtreibungen zu vermindern, sei lobenswert, aber die Mittel dazu nicht geeignet. Damit ist die anstehende Gesundheitsreform gemeint. Diese würde im Gegenteil die Anzahl der Abtreibungen noch erhöhen, heißt es in dem Papier. (ap)
Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
Heute Abend, 20.11.2009: Prisma-Magazin
Themen u.a.: ZdK hat Glück zum neuen Präsidenten gewählt / Kirche hat Verständnis für Studentenproteste in Deutschland – Kritik an Umsetzung der Bildungsreform / Europäische Volkspartei tagt in Venedig. Ein Gespräch mit dem Integrationsfachmann Wael El–Gayar / „Jüdisch-katholische Beziehungen besser als je zuvor“ – Eine Einschätzung der Theologin Ruth Lapide
Samstag Abend, 21.11.2009: Erwin Teufel – Wochenkommentar
P. Eberhard v. Gemmingen - Betrachtung zum Sonntag
Sonntag Abend, 22.11.2009: Sie schreiben – wir antworten – mit P. Bernd Hagenkord SJ
Montag Abend, 23.11.2009: Weltkirchen-Magazin
Themen u.a.: Ecuador: Kirche und Staat im Clinch / Russland: Tödliches Sektenproblem / Nahost: Eine Heilige fürs Heilige Land / EU: Lissabon-Vertrag - Doppelter Fortschritt für die Christen
Radio Vatikan sendet täglich:
16.00 h „Treffpunkt Weltkirche” (KW 5885, 7190, 7250, 9645)20.20 Uhr „Magazin”: (1530 kHz, 4005 kHz, 5885 kHz, 7250 kHz) 6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins” vom Vortag (1530 kHz, 4005 kHz, 7250 kHz)
Radio Vatikan ist außerdem zu hören bei:
Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
· World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.30 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz.
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
Im Internet:Die deutschsprachigen Sendungen sind online live und auf Abruf zu hören unter: www.radiovaticana.de
Das Vier-Monatsprogramm können Sie anfordern bei: Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40878 Ratingen. - Tel.: 02102/711711 Fax: 02102/ 21413, E-mail: aufterbeck@radiovaticana.de
Post: Radio Vatikan - sezione tedesca, I-00120 Città del Vaticano
Fax: 0039/06/69883844
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