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13. Mai 2008
Die Webseite des Heiligen Stuhles www.vatican.va ist ab sofort auch auf Latein verfügbar
Neben den bisherigen modernen Sprachen Italienisch, Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und Deutsch sind die wichtigsten vatikanischen Dokumente nun unter „Sancta Sedes latine” auch in der klassischen Kirchensprache auffindbar. Die erste Rubrik, „Summi Pontifices”, reicht zurück bis Papst Johannes XXIII., allerdings stammen die frühesten angeführten Dokumente in dieser Rubrik aus dem Pontifikat Johannes Paul I. Die Vulgata ist auf der Lateinseite ebenso verfügbar wie der gesamte Katechismus der Katholischen Kirche, der Codex Iuris Canonici (das Kirchenrecht) und zahlreiche Dokumente des II. Vatikanischen Konzils sowie der römischen Kurie. Das Layout des lateinischen Webauftritts unterscheidet sich von dem der anderen sechs Sprachen. Letztere zeigen auf der Einstiegsseite einen winkenden Papst Benedikt und die Kolonnaden des Petersplatzes. Dagegen ziert die lateinische Seite ein Foto des deutschen Papstes, der mit dem Füllhalter am Schreibtisch ein Dokument verfasst. Benedikt XVI. gilt als großer Freund und Förderer des Lateinischen.
Benedictus XVI.: „Humane Vitae wichtiger denn je“
Vor vierzig Jahren – am 25. Juli 1968 – veröffentlichte Paul VI. die Enzyklika „Humanae Vitae“ über die Empfängnisverhütung. Damals wie heute ist diese Enzyklika umstritten, weil sie den Gebrauch von Verhütungsmitteln verbietet und allein die natürliche Empfängnisregelung erlaubt. Aus Anlass des Jahrestages fand jetzt an der Päpstlichen Lateran-Universität eine internationale Tagung statt. Am Samstag empfing Papst Benedikt XVI. die Teilnehmer des Kongresses in Audienz: „Vierzig Jahre nach der Veröffentlichung der Enzyklika ist nicht nur ihr Lehrinhalt unverändert wahr, es zeigt sich auch die Weitsicht, mit der das Problem behandelt worden ist. Die eheliche Liebe wird nämlich als ein ganzheitlicher Prozess beschrieben und bleibt nicht bei einer Trennung von Leib und Seele stehen; auch ist diese Liebe nicht allein Gefühlen unterworfen, die oft flüchtig und fragwürdig sind, sondern sie nimmt die Einheit der Person ernst und die Tatsache, dass die Eheleute alles miteinander teilen, wenn sie sich gegenseitig schenken im Versprechen einer treuen und exklusiven Liebe, die Frucht einer wirklich freien Wahl ist.“ Die in Humane Vitae ausgedrückte Wahrheit bleibe unverändert, so Benedikt.
Paulusjahr: Sonderablass
Der Vatikan gewährt einen Sonderablass zum Paulusjahr. Das wurde am Samstag im Vatikan bekannt. Durch Dekret der Apostolischen Pönitenziarie wird festgesetzt, dass alle Pilger, die während des Paulusjahres das Grab des Völkerapostels in Sankt Paul vor den Mauern in Rom besuchen, einen vollkommenen Ablass nach den üblichen Bedingungen gewinnen können. Sie sollen vor der „Confessio“ des Apostelgrabs ein „Vaterunser“ und ein „Credo“ beten sowie Maria und den heiligen Paulus im Gebet anrufen. Der Ablass kann auch in allen Kirchen weltweit erworben werden, die das Patrozinium des Heiligen tragen sowie in weiteren Kirchen, die der Ortsbischof festlegen kann. Kranke können den vollkommenen Ablass gewinnen, indem sie sich den Feierlichkeiten zu Ehren des heiligen Paulus im Gebet anschließen. Das Paulusjahr wird durch Papst Benedikt XVI. am 28. Juni 2008 um 17.00 Uhr in St. Paul vor den Mauern in Rom eröffnet und dauert ein Jahr. (rv)
Vatikan: China-Orchester spielt für Benedikt
Zum ersten Mal hat ein Orchester aus China im Vatikan ein Konzert für den Papst gegeben. Das China Philharmonic Orchestra und der Chor der Oper Shanghai trugen Mittwochabend in Anwesenheit von Benedikt XVI. Mozarts Requiem sowie chinesische Volkslieder vor.
„Diese Aufführung ist in mancherlei Hinsicht einzigartig”, sagte der Papst im Anschluss an das Konzert in einer kurzen Ansprache auf Italienisch und Englisch.
„Mit Freude beobachte ich das Interesse Ihres Orchesters und Chores an europäischer religiöser Musik. Dies zeigt, dass es möglich ist, erhabene Manifestationen des Geistes wie Mozarts Requiem in ganz unterschiedlichen kulturellen Gegebenheiten zu schätzen. Denn Musik drückt universelles menschliches Fühlen aus, einschließlich religiösen Fühlens, das die Grenzen jeder individuellen Kultur überschreitet.”
6. Mai 2008
Papst: „Kirche ruft zur heldenhaften Heiligkeit auf“
Der katholische Laienverband „Katholische Aktion“ soll weiterhin „ihre Liebe zur Kirche“ pflegen. Das betonte Papst Benedikt XVI. bei seiner Ansprache nach dem Gottesdienst auf Petersplatz an diesem Sonntag. Über 100.000 Mitglieder der „Katholischen Aktion“ – vorwiegend aus Italien – hörten den Worten des Papstes zu. Die Heilige Messe wurde zum 140jährigen Bestehen des Verbandes in Italien gefeiert. ... Der Papst lobte ... den Sinn und Zweck der katholischen Laienbewegung. „Ein wichtiges Anliegen der Katholischen Aktion ist die Förderung der Zusammenarbeit christlicher Kirchen, die Unterstützung der Familie und das Evangelium als Frohe Botschaft für jeden einzelnen Christen persönlich erfahrbar zu machen.“
Vatikan/Kuba: Engagierte Laien
Papst Benedikt XVI. hat das Vorhaben der kubanischen Bischöfe gewürdigt, einen engagierten Laienstand heranzubilden. Die Oberhirten sollten den katholischen Gläubigen zu mehr Möglichkeiten der Bibellektüre und des Nachdenkens über das Wort Gottes verhelfen, sagte der Papst zu kubanischen Oberhirten, die sich zum Ad Limina-Besuch in Rom aufhalten.
„Ausgerüstet mit breitem religiösem Wissen, besonders über die Sozialdoktrin der Kirche, können die katholischen Laien in allen Räumen der Gesellschaft Zeugnis ihres Glaubens ablegen. Hierbei wünsche ich mir für die Kirche auf Kuba, dass sie, wie es ihrem legitimen Streben entspricht, einen normalen Zugang zu den sozialen Kommunikationsmitteln haben kann.”
Die kubanischen Bischöfe sollten auch auf eine Stärkung der Ehe und der Familie achten, empfahl der Papst. Familien sollten die Möglichkeit haben, ihre Verpflichtung und ihr „fundamentales Recht” auf die religiöse und moralische Erziehung ihrer Kinder wahrzunehmen. (rv)
USA: Besseres Bild vom Papst
Der Papst-Besuch in den Vereinigten Staaten hat das Bild von Benedikt XVI. in der US-Öffentlichkeit einer Umfrage zufolge deutlich verbessert. In der am Mittwoch veröffentlichten Erhebung gaben 65 Prozent der Befragten an, sie schätzten den Papst nun positiver ein als vor der Reise. 14 Prozent sagten, ihr Papst-Bild habe sich verschlechtert. Von der katholischen Kirche haben den Angaben zufolge 52 Prozent der US-Bewohner nun eine positivere Einschätzung, auf zwölf Prozent trifft das Gegenteil zu. Benedikt hatte die USA Mitte April sechs Tage lang besucht. Dabei rief er die dortige katholische Kirche wiederholt zur Erneuerung nach ihrem schweren Missbrauchsskandal auf. Mit den Entschuldigungen des Kirchenoberhaupts zu diesem Thema zeigten sich in der Umfrage 58 Prozent der Teilnehmer zufrieden. Allerdings fanden nur 32 Prozent, dass genug unternommen worden sei, um ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern.