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Meldungen vom 7.4.2006

- Papst trifft die Jugend seiner Diözese -
- US-Bischöfe unterstützen neuen Vorschlag für ein Einwanderungsgesetz -
- UN: Weltweit fehlt medizinisches Personal -


Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Wolfgang Havener
Redaktionsschluss 16.00 Uhr

THEMEN DES TAGES:

Vatikan: Papst an die Jugend, Mut zu "katholischen Landschaften"
Weltjugendtag in Rom. Am Palmsonntag feiert die Weltkirche den 21. Weltjugendtag, nicht mit einem zentralen Treffen wie in Köln, sondern dezentral in den einzelnen Diözesen. Das Bistum Rom hat damit schon gestern begonnen: mit Chor, Orchester, gefeierten Ballettänzern, bekannten Fernsehmoderatoren, 40.000 Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf dem Petersplatz und natürlich mit dem Papst.
Als die Frühlingssonne langsam hinter dem Petersdom verschwand fuhr das Papamobil aus dem Glockentor heraus auf den Platz. Benedikt XVI. lächelte in die Menge, Benedetto-Rufe begrüßten ihn. Der Papst war bewegt, gerührt, versuchte dem hohen Anspruch gerecht zu werden. Schließlich hatten die, die jetzt jubelten, zuvor schon eine Stunde lang über Johannes Paul II. gesprochen, ihr Beziehung zu ihm und dessen Botschaften.
Fünf junge Menschen sprachen stellvertretend für alle mit dem Papst. Sie stellten Fragen, er antwortete. Die erste stand ganz im Motto dieses 21. Weltjugendtags: "Sein Wort sei eurem Fuß eine Leuchte." Wie funktioniert Bibellesen, wie erkenne ich, was das Wort Gottes für meinen Weg bedeutet, das Anliegen eines jungen Römers. Der einstige oberste Glaubenswächter wurde zum Katechet: "Man darf die Heilige Schrift nicht wie irgend ein Geschichtsbuch lesen oder wie wir etwa Homer, Ovid oder Horaz lesen. Man muss sie wirklich als Wort Gottes lesen, und das bedeutet, sich wirklich auf ein Gespräch mit Gott einzulassen. … Es ist Gott, der zu uns spricht. Aber Gott wollte den Menschen in sein Wort mit hineinnehmen. Während die Moslems davon überzeugt sind, dass der Koran wörtlich von Gott inspiriert wurde. Wir glauben, dass für die Heilige Schrift die – um mit den Theologen zu sprechen – "Synergie" charakteristisch ist, das gemeinsame Wirken Gottes mit dem Menschen. Er rührt sein Volk an mit seinem Wort."
Die Menschen sollen dieses Wort auch leben, sich selbst und die Botschaft Gottes in der Gesellschaft lebendig werden lassen. "Um im Sport oder im Beruf ein gestecktes Ziel zu erreichen, braucht es Disziplin und Opfer. Das wissen wir alle. Doch wenn man ein erstrebtes Ziel erreicht hat, wird alles vom Erfolg gekrönt. So ist es auch mit dem eigenen Leben. Mensch nach dem Vorbild Jesu zu werden, bedeutet Verzicht. Doch das ist nicht etwas Negatives sondern meint ganz im Gegenteil, den Menschen mit einem neuen Herzen leben zu helfen, ein Leben, das zutiefst menschlich und glücklich ist. Es gibt nun einmal eine konsumorientierte Kultur, die es zu verhindern weiß, nach dem Beispiel des Schöpfers zu leben. Deshalb müssen wir den Mut haben, Inseln zu schaffen, Oasen und schließlich ganze Landschaften, in denen die katholische Kultur vorherrscht, in denen man nach dem Beispiel des Schöpfers lebt."
Der Papst sprach völlig frei, verlor jede Scheu, wurde persönlich. Seine eigene Berufung, so der Mann aus Bayern, sei in der Zeit des Nationalsozialismus gewachsen: "Der Anblick dieser unmenschlichen Kultur hat mich in der Überzeugung bestärkt, dass der Herr, das Evangelium, der Glaube uns den richtigen Weg zeigt und wir alles dafür tun müssen, damit dieser Weg sich im Leben durchsetzen kann. In dieser Situation ist die Berufung sozusagen ganz natürlich gemeinsam mit mir herangewachsen, ohne große Bekehrungserlebnisse. Schon als Junge habe ich mit Hilfe meiner Eltern und des Pfarrers die Schönheit der Liturgie entdeckt und sie immer mehr geliebt. Ich fühlte nämlich, dass in ihr die göttliche Schönheit aufstrahlt und uns dem Himmel gegenüber offen macht."
Und schließlich scheute der Papst auch nicht vor dem Diskurs mit den Naturwissenschaften. Ganz im Gegenteil: Er sprach vom "großen Galilei". "Es gibt Gott, oder es gibt ihn nicht. Es gibt nur diese zwei Möglichkeiten. Entweder gibt man der Vernunft den Vorrang, der schöpferischen Vernunft, die schon von Anbeginn an war und selbst der Anfang allen ist. Mit der Vernunft gibt man auch der Freiheit die oberste Priorität. Oder man gibt dem Irrazionalen den Vorrang, wonach dann alles auf unserer Erde und in unserem Leben lediglich zufällig und marginal wäre, ein Produkt des Irrationalen. Diese beiden Prinzipien kann man nicht gegeneinander ausspielen. Die Option des Christentums ist die Rationalität, die Priorität der Vernunft. Diese Option zeigt uns, dass hinter allem eine große Intelligenz steht, auf die wir vertrauen können."
Jugendliche aus Köln trugen schließlich das Kreuz der Weltjugendtage und die Marienikone in den Petersdom. Johannes Paul II. hatte das schlichte Holzkreuz 1983 an die "Jugend der Welt" übergeben. Dem Stifter des Kreuzes und der Weltjugendtage galt auch des letzte Gebet des Jugendtreffens auf dem Petersplatz. Jugendliche, Bischöfe und Benedikt selbst stiegen zum Abschluss hinunter ans Grab Johannes Pauls II. (rv)

Spanien: 500. Geburtstag von Franz Xaver
Heute vor genau 500 ist der Heilige Franz Xavér geboren. Eine Festmesse in seinem Geburtstort ist aus diesem Anlass heute im Beisein des spanischen Königspaares gefeiert worden. Franz ist einer der Gründungsväter der Jesuiten. Und schon ein Jahr nach der Gründung im Jahre 1540 bricht er zum Missionieren auf nach Indien.
P. Günther Bernd ist Jesuit und arbeitet in der Missionsprokur seines Ordens Wir haben ihn gefragt, was Franz Xavér unter "Mission" verstanden hat. "Er war bei diesen fremden Menschen, diesen Indern; merkte, was da, wenn sich jemand ihnen wirklich zuwendet, und das war eigentlich sein Erfolgsrezept, dass er in ganz schlichter Kleidung ohne Machtinteressen, ohne irgend etwas einfach zu ihnen hinging, die Kranken besucht hat, die Kinder um sich versammelt hat, mit denen geredet hat bei den Leuten war und … er muss wahnsinnig beeindruckend als Mensch gewesen sein, dass die sagten, wenn der so etwas erzählt. Das ist interessant, wir wollen mehr wissen."
10.000 Fischer in einem Monat soll Franz in Indien getauft haben. Aber auch erste Ansätze eines modernen Missionsverständnisses finden sich bei ihm – einem Verständnis, das bis heute das weltweite Engagement der Jesuiten prägt: "Der Typ des alten Missionars ist in der jüngeren Generation nicht mehr so stark, aber das Anliegen, dass es weltweit darum geht, dass wir für unsern Glauben einstehen, dass wir auch klar machen, welche Konsequenzen dieser Glaube hat im Sinne von Einsatz für Gerechtigkeit, gegen Armut also für Entwicklung, diese ganzen Dinge sind aktuell wie immer, das machen wir als Missionprokur. Da unterstützen wir Projekte der Jesuiten weltweit, die sich genau für diese Dinge einsetzen."
Franz Xavér starb mit 46 kurz vor China, wo er auch missionieren wollte. Sein Leichnam wurde nach Goa in Indien überführt, wo heute noch seine Reliquien verehrt werden. (rv)

Vatikan: Kollekte für israelische Christen
Wie in jedem Jahr appelliert die Kongregation für die Orientalischen Kirchen in der Karwoche an alle Katholiken, Spenden für die Christen im Heiligen Land zu sammeln. Es sei schwierig, als kleine Minderheit zwischen Juden und Muslimen zu leben, betonte der Präfekt der Kongregation, Kardinal Ignace Moussa I. Daoud, in einem Interview mit Radio Vatikan. Daher komme es auf jede mögliche Hilfe an. Eine Möglichkeit, die Christen in Israel zu unterstützen, sei die in den folgenden Tagen durchgeführte Kollekte, so Daoud: "Die Christen in aller Welt wussten schon immer von der spirituellen und materiellen Notlage, in der sich ihre Brüder im Heiligen Land befinden. Man muss aber die Aufmerksamkeit besonders auf die Menschen, auf die Gemeinden, auch auf die Heiligen Stätten richten, auf die alten und bekannten Heiligtümer. Sie haben einen großen Wert für uns Christen, sowohl in historischer, wie auch in künstlerischer Hinsicht. Das Ziel dieser Kollekte ist es, den Christen im Heiligen Land die Möglichkeit zu geben, den gekreuzigten und auferstandenen Christus als lebendige Kirche zu verkünden." (rv)

USA: Bischöfe unterstützen neuen Vorschlag für Migrationsgesetz
Das neue Einwanderungsgesetz, dass die Regierung der Vereinigten Staaten einführen will, stößt in Kirchen kreisen schon seit länegerer Zeit auf großen Widerstand. Jetzt gibt es einen neuen Vorschlag des Senats, der illegalen Einwanderern erleichtern soll, eine offizielle Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. Diesen neuen Vorschlag unterstützen nun auch die US-Bischöfe. Er entspreche den Wünschen, die die Oberhirten bereits vor einigen Jahren geäußert hätten, erklärt der Beauftragte für Flüchtlings- und Migrationspolitik der amerikanischen Bischofskonferenz, Kevin Appleby, in einem Interview mit Radio Vatikan: "Die US-amerikanischen und mexikanischen Bischöfe haben schon im Jahr 2003 einen Hirtenbrief herausgegeben, in dem sie fordern, dass Einwanderer ohne Papiere eine legale Aufenthaltsgenehmigung erhalten sollen. Wir haben darin vorgeschlagen, den Menschen eine Arbeitserlaubnis auszustellen, die sechs Jahre gültig sein sollte. In unserem Land gibt es starke Widerstände gegen die Einbürgerung von illegal eingewanderten Menschen. Deswegen denken wir, dass man jetzt einen fairen Kompromiss gefunden hat und werden ihn unterstützen." (rv)

DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Benedikt XVI. hat sich heute mit den Leitern der vatikanischen Behörden beraten. Das Treffen, das einige Medien "Kabinettssitzung" nennen, fand hinter verschlossenen Türen statt; über die Themen drang nichts nach draußen. Auch Mitte Februar hatte der Papst schon mal zu einer ähnlichen Sitzung gebeten. Beobachter sprechen von einem kollegialeren Stil in der Leitung der Weltkirche. Die Nachrichtenagentur Ansa gibt an, die Gespräche heute hätten sich vor allem um Fragen des Ordenslebens gedreht. (rv)

Europa

Deutschland
Die zuständigen Bundestags-Ausschüsse unterstützen die Kandidatur Deutschlands für den UNO-Menschenrechtsrat. Es müsse darum gehen, die EU-Staaten von Anfang an kontinuierlich und repräsentativ im Menschenrechtsrat zu verankern, erklärten die Vorsitzenden des Menschenrechtsausschusses, Herta Däubler-Gmelin (SPD), und des Auswärtigen Ausschusses, Ruprecht Polenz (CDU), heute in Berlin. Beide Gremien hatten zuvor einen entsprechenden Antrag der Koalitionsfraktionen angenommen. (kna)
Eine Fernsehserie über das angeblich wilde Leben im Vatikan beschäftigt derzeit den Deutschen Werberat. Ihm liegt eine Beschwerde über eine Anzeige des deutschen Musiksenders "MTV" vor, der den englischen Zeichentrickfilm "Popetown" (Papststadt) ab dem 3. Mai ausstrahlen will. Der Sender wirbt mit einem nackten Jesus mit Dornenkrone, der amüsiert auf ein leeres Kreuz schaut. Überschrieben ist die Anzeige mit "Lachen statt rumhängen". Diese Anzeige beleidige und verunglimpfe den christlichen Glauben, heißt es in der Beschwerde, die jetzt beim Deutschen Werberat eingegangen ist. (idea)

Österreich
Imame aus ganz Europa beraten derzeit in Wien darüber, wie Muslime in der westlichen Welt ihre Identität bewahren können. Auf der Tagesordnung stehen dabei Politik, Arbeitswelt und die Rolle der Frauen. Ziel der Zusammenkunft sei es, einen gemeinsamen Weg für ein säkulares Europa und den Islam aufzuzeigen, erklärten die Organisatoren des Kongresses. Man wolle ein Zeichen setzen, dass man bereit sei, sich westlichen Gebräuchen anzupassen und Gewalt zu verurteilen. (ap)
Die Europäische Union muss eine echte "Sozialunion" werden. Das betonte der österreichische Caritas-Präsident Franz Küberl bei einer von Attac-Österreich und anderen Organisationen veranstalteten kritischen Konferenz zur europäischen Wirtschafts- und Sozialpolitik in Wien. "Die EU wird entweder eine soziale Union werden, oder es wird gar keine EU geben", äußerte sich Küberl überzeugt. Denn die Menschen empfänden das Soziale als eine wesentliche Klammer. Derzeit sei das Projekt einer Sozialunion aber noch mit "ungeheuren Geburtswehen" verbunden. Die Politik ändere ihr Handeln leider immer erst, "wenn der Hut brennt". Dies sei aber angesichts der hohen Zahl an Armen und Arbeitslosen und angesichts der Ausschreitungen in Frankreich zunehmend der Fall. Umso mehr sei es an der Zeit, dass die Sozialpolitik für Europas Politiker - wie Küberl sagte - zum "Hauptgegenstand am Vormittag" wird. Man sollte dabei soziale Themen nicht nur als schwere Last betrachten, sondern "mit List und Lust" an deren Lösung arbeiten. (kap)

 

Schweiz
150 frühere Schweizergardisten sind von Bellinzona aus nach Rom aufgebrochen, um an die Gründung der päpstlichen Schutztruppe vor 500 Jahren zu erinnern. In Bellinzona wurden die 20 Hellebardiere, vier Trommler und drei Fahnenträger unter anderem vom früheren Kommandanten Pius Segmüller verabschiedet. Am 6. Mai wollen die Marschierer an der Vereidigung neuer Gardisten auf dem Petersplatz in Rom teilnehmen. (ansa)

Polen
Der Jüdische Weltkongress begrüßt ausdrücklich den für Ende Mai vorgesehenen Besuch von Papst Benedikt XVI. in Auschwitz. "Das ehemalige Vernichtungslager ist ein allgemeiner Friedhof aller Juden weltweit", sagte der stellvertretende Generalsekretär des Verbands Maram Stern heute der Katholischen Nachrichten-Agentur. Er äußerte die Hoffnung, dass das Kirchenoberhaupt während seines Besuchs von Auschwitz-Überlebenden aus aller Welt begleitet werde. Darüber liefen derzeit noch Gespräche. (kna)

Niederlande
Papst Benedikt XVI. kann sich wie sein Vorgänger zu Ostern über niederländischen Blumenschmuck auf dem Petersplatz freuen. Wie in den vergangenen 21 Jahren umrahmen die niederländischen Blumenproduzenten die Segenswünsche "Urbi et orbi" des Papstes mit Zierpflanzen und Blütenpracht, berichten niederländische Medien. (kna)

 

Afrika

 

Sambia
Das Flüchtlingshochkommissariat der UN in Sambia sucht nach Lösungen, um die Rückkehr von Flüchtlingen aus Angola und dem Kongo in ihre Heimat zu beschleunigen. Seit vergangenem Jahr konnten 63 000 Angolaner nach Hause zurückkehren, nachdem sie zuvor über 40 Jahre auf Frieden in ihrem Land hoffen mussten. Es warten aber noch weitere Zehntausend in Flüchtlingslagern in Sambia. Für eben so viele kongolesische Flüchtlinge hängt die Heimkehr noch vom Ausgang der Wahlen im Kongo ab. Die Regierung Sambias sucht nach alternativen Lösungen für die Flüchtlinge, die das Land nicht verlassen wollen. Geplant sind wirtschaftliche Unterstützungen und Programme zur sozialen Integration der Menschen. (misna)

 

Äthiopien/Eritrea
"Ich verlasse Äthiopien und Eritrea im gleichen Zustand wie ich sie vor sechs Jahren vorgefunden habe". Das ist das ernüchternde Fazit des Sonderbeauftragten der Vereinten Nationen Legwaila Joseph Legwaila über die Entwicklung des Grenzkonflikts zwischen den beiden Ländern. Legwaila wird das Krisengebiet in den nächsten Tagen verlassen. In seiner Abschiedsrede forderte er die internationale Gemeinschaft auf, sich bei der Klärung der Grenzenlinien zu beteiligen, um dem Konflikt ein Ende zu bereiten. (misna)

Nahost

 

Israel
Die Hamas bittet die Europäische Union, ihre Finanzhilfen für die Palästinensische Autonomiebehörde jetzt nicht einzustellen. Eine solche Streichung der Gelder wäre eine "Kollektivbestrafung", meinte ein Hamas-Vertreter in Gaza-Stadt. Er rief die EU zu einem "Dialog ohne Vorbedingungen" auf. (reuters)

 

Amerika

 

Lateinamerika
Chile und Argentinien haben eine gemeinsame Friedensarmee gegründet. Das bilaterale Heer soll in Zukunft bei UN-Einsätzen bereit stehen. Der argentinische Verteidigungsminister bezeichnete die Armee als offensichtlichen Beweis für die intensiven Bemühungen der beiden Länder um Zusammenarbeit und Integration. Vor 27 Jahren hatte ein Krieg zwischen Chile und Argentinien nur durch einen Friedensvertrag verhindert werden können. Papst Johannes Paul II. hatte sich engagiert für den Frieden in dieser Region eingesetzt. (misna)

Vereinte Nationen

Afrika braucht eine Million neue Beschäftigte im Gesundheitssektor, um die Entwicklungskriterien für 2015 zu erreichen. Nur so könne man die Gesundheitssituation der Menschen verbessern, sagte UNO-Generalsekretär Kofi Annan im Rahmen des heutigen Weltgesundheitstags. Annan appellierte an Regierungen und Hilfswerke, Maßnahmen zur Verbesserung der sanitären Bedingungen zu fördern. Viele Programme wie zum Beispiel Impfaktionen für Kinder seien aufgrund der knappen Geldmittel nicht realisiert worden. Ungelöste Probleme bleiben auch die hohe Kindersterblichkeit und Infektionskrankheiten. Der Mangel an Medizinern und Pflegepersonal ist eines der Themen des heutigen Weltgesundheitstages. Da die Weltbevölkerung weiterhin wächst, fehlen weltweit 5,7 Millionen Beschäftigte im Gesundheitswesen. Hinzu kommt die ungleiche Verteilung der Fachkräfte. In Afrika leben nur 2,4 Prozent der weltweiten Mediziner, während aber mehr als ein Viertel aller Krankheiten dort kuriert werden müssen. (misna)
Der Konflikt in der sudanesischen Krisenregion Darfur befindet sich derzeit in einer "entscheidenden Phase". Das sagte UNO-Generalsekretär Kofi Annan heute vor dem Weltsicherheitsrat. Annan rief sowohl die Regierung wie auch die Rebellen dazu auf, "eine größere Bereitschaft zum Kompromiss" zu zeigen. "Da die Gewalt in Darfur nicht abreißt, ist es wichtiger denn je, die Einwohner der Region zu schützen", betonte Annan. Er forderte den Sicherheitsrat daher auf, Druck auf die Parteien auszuüben, die derzeit in der nigerianischen Hauptstadt Abuja verhandeln. Unterdessen haben die USA den anderen Mitgliedern des Weltsicherheitsrat zugesagt, Sanktionen gegen die sudanesische Regierung zu unterstützen, wenn die Verhandlungen zu keinem Ergebnis führen. (ap)


Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung "Treffpunkt Weltkirche" täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano, Kirche in Not – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

 






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