THEMEN DES TAGES:
Papst: „Betet für meine Brasilienreise!”
Tausende von Menschen haben heute am österlichen Mittagsgebet des Papstes auf dem Petersplatz in Rom teilgenommen. Dabei bat Benedikt XVI. sie, für den Erfolg seiner Reise nach Lateinamerika zu beten.
„Ich will Maria, der Mutter der Kirche, die Pilgerreise anvertrauen, die ich vom 9. bis zum 14. Mai nach Brasilien unternehmen will. Wie meine Vorgänger Paul VI. und Johannes Paul II. will ich eine General-Konferenz der Bischöfe aus Lateinamerika und der Karibik eröffnen; es ist die fünfte, sie findet im Marienwallfahrtsort Aparecida statt. Vorher aber fliege ich in das nahegelegene Sao Paolo, um Jugendliche un d Bischöfe des Landes zu treffen und den seligen Bruder Antonius di Sant`Anna Galvão heiligzusprechen.
Es ist mein erster Pastoralbesuch in Lateinamerika, und ich bereite mich spirituell darauf vor, einen Subkontinent zu sehen, wo fast die Hälfte aller Katholiken weltweit lebt; viele von ihnen sind junge Leute. Darum ist das ein Kontinent der Hoffnung - einer Hoffnung allerdings, die nicht nur die Kirche betrifft, sondern ganz Amerika und die Welt.
Bittet bei Maria für diese Pilgerreise und vor allem für die Fünfte Generalkonferenz der Bischöfe Lateinamerikas und der Karibik! Alle Christen der Region sollen sich als Jünger und Missionare Christi fühlen, der der Weg ist, die Wahrheit und das Leben. Die Herausforderungen sind im Moment zahlreich und komplex: Darum ist es wichtig, dass die Christen gut gerüstet sind, um Sauerteig des Guten und Licht der Heiligkeit in unserer Welt zu sein.” (rv)
Papst: Grüße auf deutsch
Bei seinem österlichen Mittagsgebet („Regina Coeli, laetare - Freu dich, du Himmelskönigin”) hat Papst Benedikt XVI. heute auch Romreisende aus dem deutschen Sprachraum begrüßt: „Mit Freude heiße ich die Pilger und Besucher deutscher Sprache willkommen, besonders die vielen Gäste aus der Schweiz, die anläßlich der Vereidigung der Rekruten der Schweizergarde nach Rom gekommen sind. Ich grüße die Musikgesellschaft Oberrüti, die heuer ihr hundertjähriges Jubiläum feiert. Aus Deutschland ist eine Gruppe der Frankfurter Domgemeinde zugegen, die ich ebenfalls herzlich grüße. Euch alle ermutige ich, durch ein Leben in Wahrheit und Liebe die Gegenwart des auferstandenen Christus, des wahren Wortes Gottes an uns Menschen, froh zu bezeugen. Zugleich bitte ich euch, für einen guten Verlauf meiner bevorstehenden Reise nach Brasilien zu beten. Gottes Geist geleite euch auf all euren Wegen!” (rv)
Vatikan: Vereidigung neuer Rekruten
Sie durfte vor einem Jahr ein seltenes Jubiläum feiern – die Päpstliche Schweizergarde in Rom. Auch heute, 501 Jahren nach ihrer Gründung, schwören 38 junge Schweizer um 17 Uhr, dem Papst als Gardisten treu und ehrlich zu dienen. Das Datum 6. Mai ist kein Zufall, wie der Kommandant der päpstlichen Schutztruppe, Elmar Mäder, uns in diesem Audio-Dossier erklärt... (rv)
DIE NACHRICHTEN:
Vatikan
Der langjährige Kardinalstaatssekretär des Vatikans, Angelo Sodano, rät dazu, in der aufgeheizten italienischen Debatte zum Thema Ehe und Familie zum Respekt zurückzukehren. „In der Kirchengeschichte gab es immer Momente der Konfrontation... aber nie hat man gewagt, den Papst, die Bischöfe, die Priester anzugreifen.” Das meinte der Dekan des Kardinalskollegiums in einem Zeitungsinterview. Auch als der Vatikan 1949 die Kommunisten für exkommuniziert erklärt habe, sei das Klima doch „von Respekt geprägt” gewesen”. Kardinal Sodano wirbt für eine „Konfrontation auf zivilere Art und Weise..., bei der die Standpunkte des anderen nicht verteufelt werden”. Das Eintreten der italienischen Kirche für Ehe und Familie gerät im Moment mit Plänen aus der Mitte-Links-Regierung aneinander, die eine Aufwertung von Ehen ohne Trauschein und so genannten „Homo-Ehen” will. Der Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz erhält Morddrohungen. Am kommenden Wochenende will die italienische Kirche einen so genannten „Family day” veranstalten. (rv/la stampa)
Papst Benedikt XVI. wird im Lauf seines Pontifikats sicher mal San Giovanni Rotondo in Süditalien besuchen, den Ort des Wirkens des hl. Pater Pio von Pietralcina. Das kündigte Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone jetzt in dem Wallfahrtsort an. Der Papst werde sich der entsprechenden Einladung „sicher nicht entziehen”, allerdings müsse er um Geduld bitten, so Bertone, der kein Datum für eine mögliche Papstvisite nannte. (apic)
Europa
Deutschland
Große Aufmerksamkeit aus Politik und Kirche erfährt die christliche Konferenz „Miteinander für Europa” am 12. Mai in Stuttgart. An diesem Tag wollen mehr als 250 evangelische, katholische, orthodoxe und anglikanische Gemeinschaften und Bewegungen ein ökumenisches Zeichen für das Zusammenwachsen Europas setzen. Dazu haben Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Grußworte geschickt, ebenso Papst Benedikt XVI., der Generalsekretär des Weltkirchenrats, Samuel Kobia (Genf), sowie das geistliche Oberhaupt der anglikanischen Kirche, Erzbischof Rowan Williams (London). Es werden etwa 10.000 Teilnehmern aus zahlreichen ost- und westeuropäischen Ländern erwartet. (idea)
Rund 400 Jubelpaare aus Westfalen, vom Niederrhein und aus dem Oldenburger Land haben gestern am „Tag der Ehejubiläen” im Dom von Münster teilgenommen. 2003 hatte das Bistum erstmals zu einem besonderen Tagen der Ehejubiläen eingeladen – und war auf große, in den folgenden Jahren steigende Resonanz gestoßen. Ein zweiter Ehejubiläumstag ist in diesem Jahr am 8. September. Beim Referat Ehe- und Familienseelsorge im Münsteraner Generalvikariat hatten sich für den 5. Mai so viele „jubilierende” Hochzeiter angemeldet, dass die offiziellen Tagungs- und Imbisskapazitäten rasch erschöpft waren. (pm)
Das Hilfswerk Renovabis, die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa, hat heute in Münster seine diesjährige Pfingstaktion eröffnet. Die Aktion steht 2007 unter dem Leitwort „Einander Halt sein! Ehe und Familie im Osten Europas stärken.” Im letzten Jahr konnte Renovabis rund 900 Projekte in 25 Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas mit 31 Millionen Euro unterstützen. Renovabis-Geschäftsführer, Pater Dietger Demuth, wies in Münster auf das massive soziale Gefälle in Europa hin. Er erinnerte auch an die „immens hohen” Scheidungs- und Abtreibungsraten in Osteuropa. Tag für Tag ereigneten sich menschliche Tragödien, unter denen nicht zuletzt die Kinder zu leiden hätten. (pm)
Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch hat zu stärkerem Engagement beim Lebensschutz aufgerufen. Alle Christen sollten dafür eintreten, dass „Menschenwürde nicht an gesellschaftliche Nützlichkeit gebunden ist, schon gar nicht an ökonomische Produktivkraft”. Auch der Kleinste und Schwächste sei ganz Mensch, betonte der Erzbischof bei einer Veranstaltung der „Juristen-Vereinigung Lebensrecht” in Freiburg. Zollitsch bezeichnete es als bedrückende Realität, dass gerade das „fundamentalste aller Menschenrechte, das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit”, vielfachen Bedrohungen ausgesetzt sei. Das gelte gerade in den reichen, zivilisierten Nationen des Westens. (kna)
Schweiz
Bundesrat und Justizminister Christoph Blocher verzichtet vorläufig darauf, eine nationale Konferenz über den Islam zu organisieren. Die Skepsis bei den Beteiligten sei zu gross, sagte er in einem Interview mit der Westschweizer Sonntagszeitung „Matin Dimanche” (Lausanne). Die Idee eines grossen Forums im Mai rund um den Islam und die Integration war beim Treffen zwischen dem Justizminister und Vertretern von über 20 muslimischen Organisationen im März entstanden. Doch Blocher war sofort skeptisch. Nur eine Minderheit der muslimischen Gesprächspartner habe sich überzeugt gezeigt von dieser Art von grossen Konferenzen, wie sie schon andere Länder wie Frankreich und Deutschland organisiert hätten, sagte der Bundesrat. Die anderen seien misstrauisch oder gleichgültig gewesen. - Die weiteren Schritte sind unklar. Natürlich solle der Dialog fortgesetzt werden, aber es sei noch offen, in welcher Form dies geschehen solle. (kipa)
Slowakei
Für den der Kollaboration mit dem einstigen Staatssicherheitsdienst beschuldigten Preßburger Erzbischof Jan Sokol formiert sich Unterstützung. Der bereits im März auf den Plan getretene „Ausschuss für objektive Information der Öffentlichkeit” hat bei einer weiteren Pressekonferenz Belege vorgelegt, die Jan Sokol vom Vorwurf entlasten, vor der „Wende” mit dem Geheimdienst zusammengearbeitet zu haben. Die prominenten ehemaligen Dissidenten mit Ex-Ministerpräsident Jan Carnogursky und Ex-Geheimdienstchef Ladislav Pittner an der Spitze sehen Sokol als Beschützer der einstigen Untergrundkirche. So erklärte der Vorsitzende des Ausschusses, der Architekt Jozef Hlinicky, der Geheimdienst habe Sokol als „Gegner” geführt und mehrmals die „Tätigkeit untersagt”. Die bisher vorgelegten Informationen über eine angebliche Kollaboration seien „bloße Banalitäten” im Vergleich zu dem, was der Erzbischof „für die Geheimkirche getan” habe. Der ehemalige Parlamentspräsident Frantisek Miklosko wiederholte, Sokol habe die Einfuhr verbotener Bücher aus dem Ausland organisiert. (kap)
Türkei
Der türkische Außenminister Abdullah Gül hat es heute auch im zweiten Anlauf nicht geschafft, vom Parlament zum Staatspräsidenten gewählt zu werden. Wegen des Boykotts von Oppositionsabgeordneten war der Wahlgang wie schon bei einem ersten Versuch Ende April nicht gültig. Gül, der Kandidat der regierenden AKP von Premierminister Tayyip Erdogan, zog daraufhin seine Kandidatur zurück. Wegen des aufgeheizten innenpolitischen Klimas sind die Parlamentswahlen auf den 22. Juli vorgezogen worden; Erdogan will künftig eine Präsidentenwahl durch das Volk und versucht diese Änderung noch vom jetzigen Parlament bestätigen zu lassen. (afp)
Italien
Der Erzbischof von Neapel, Kardinal Crescenzio Sepe, hat zum Kampf gegen die Mafia und die Korruption in seiner Stadt aufgerufen. In der Predigt zum Fest des heiligen Bischofs Gennaro meinte Sepe wörtlich: „Habt keine Angst, euch allen entgegenzustellen, die glauben, dass die Gesetze für sie nicht gelten.” Die weitverbreitete Kultur der Illegalität zerstöre Neapel und schaffe ein Klima der Angst, so der Kardinal. (ansa)
Niederlande
Edith-Stein-Gesellschaften aus sieben europäischen Ländern appellieren an die EU, entgegen der bisherigen Beschlusslage doch noch einen Gottesbezug in eine künftige Verfassung aufzunehmen. Ohne jüdisch-christliche Fundamente sei eine europäische Werteordnung nicht denkbar, erklärten die Teilnehmer am Wochenende bei einem Kongress im niederländischen Echt. Vor allem Bundeskanzlerin Angela Merkel als amtierende EU-Ratspräsidentin sei in dieser Frage gefordert. Die heilige Edith Stein verkörpere mit ihren jüdischen und christlichen Wurzeln all das, was das Abendland begründet habe und bis heute trage, betonte die Präsidentin der deutschen Edith-Stein-Gesellschaft, Monika Pankoke-Schenk. Als Mitpatronin Europas sei die Heilige ein ideales Leitbild für eine auf Frieden, Gerechtigkeit und Nächstenliebe aufgebaute Gesellschaftsordnung der EU, die mehr sein müsse als eine profitorientierte Interessensvertretung. Die in Auschwitz ermordete Edith Stein wurde 1998 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen. Die katholische Ordensschwester jüdischer Herkunft zählt als Philosophin, Pädagogin und religiöse Vordenkerin zu den bedeutenden Frauengestalten Europas im 20. Jahrhundert. (kna)
Afrika
Eritrea
Die Polizei hat bei einer Razzia gegen eine christliche Gruppe etwa achtzig Menschen festgenommen, darunter mehrere US-Bürger. Das berichten christliche und oppositionelle Gruppen. Während des Sonntags-Gottesdienstes sei eine presbyterianische Kirche in Asmara letzte Woche von der Polizei umstellt und durchkämmt worden; anschließend hätten Beamte den Pastor und etwa achtzig Gläubige festgenommen. Der Informationsminister von Eritrea will die Angaben nicht kommentieren. Etwa die Hälfte der Einwohner von Eritrea sind Christen. (reuters)
Kenia
Vier Kenianer von zehn leben trotz des leichten Wirtschaftsaufschwungs immer noch im Elend. Darauf macht eine Untersuchung der Regierung von Nairobi aufmerksam. Die Zahl der Kenianer, die weiter unter der Armutsgrenze lebe, liege bei 16,5 Millionen; das seien 46 Prozent der Bevölkerung. Kenia erlebt derzeit ein Wachstum von fast sechs Prozent. Die ärmste Region des Landes ist weiterhin Turkana am Viktoriasee. (apic)
Naher Osten
Nahost
Zwei lutherische Bischöfe aus Norwegen haben sich bei einem Besuch in Israel und den Palästinensergebieten entsetzt über die Lage in Hebron geäußert. In einem Interview sagte der Bischof von Stavanger über die Behandlung der Palästinenser in der Abrahams-Stadt wörtlich: „Das ist Apartheid.” Er könne sich nicht vorstellen, dass einer Mehrheit der Israelis bewusst sei, wie schrecklich die Lage in Hebron für die Palästinenser sei. Und wörtlich: „Das war auch in Südafrika genauso. Die meisten Weißen wussten wenig über die Schikanen gegen die schwarze Mehrheit.” (apic)
Asien
Taiwan
Eine 114 Jahre alte Frau hat in diesen Tagen im Bistum Hsinchu auf Taiwan die Taufe empfangen. Das berichtet ein asiatischer kirchlicher Pressedienst. Das Ereignis habe auf Taiwan, wo nur etwa 1,5 Prozent der Bevölkerung katholisch ist, großes Medienecho hervorgerufen. (apic)
Bangladesh
Eine Gruppe von Abgeordneten des EU-Parlaments hat bei einem Besuch in Bangladesh den Einsatz der dortigen Militärregierung gegen Korruption gelobt. Sie forderten die Armeeführer aber auch dazu auf, den Ausnahmezustand, der im Januar verhängt wurde, aufzuheben und endlich landesweite Wahlen abzuhalten. Die Parlamentarier erinnern daran, dass der Ausnahmezustand, mit dem die Armee auf gewaltsame Zusammenstöße aus politischen Gründen antwortete, laut Verfassung von Bangladesh eigentlich nur maximal drei Monate lang anhalten dürfe. Die Interims-Regierung der Militärs hatte wegen der Gewalt die für den 22. Januar angesetzten Wahlen abgesagt, aber noch keinen Termin für einen neuen Urnengang genannt. (reuters)
China
Christen aus Hongkong haben den orthodoxen Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. zu den Olympischen Spielen 2008 nach Peking eingeladen. Das meldet die Nachrichtenagentur apic. Bei einem Besuch in Istanbul am Amtssitz des Patriarchen von Konstantinopel bat die Delegation den Kirchenmann auch um eine Visite in Hongkong. (apic)
Amerika
Mexiko
Papst Benedikt XVI. wird womöglich im November 2009 nach Mexiko reisen. Das geht aus Äußerungen des Bischofs von Tabasco hervor. Danach werde der Papst, der in diesem Mai zum ersten Mal in seiner Amtszeit Lateinamerika besucht, 2009 an einem Familienkongress teilnehmen. Eine Bestätigung des Vatikans zu diesen Angaben steht noch aus. Papst Johannes Paul II. hatte in seiner Amtszeit mehrmals Mexiko besucht, unter anderem auf seiner ersten Auslandsreise 1979. (rv)
Peru
Es gibt im Moment eine „weltweite Kampagne gegen das Leben, gegen die Ehe und die Familie”. Das meint der Erzbischof von Lima, Kardinal Juan Luis Cipriani. In einem Radiobeitrag erinnerte er daran, dass es ohne Familie „keine Gesellschaft, keine Globalisierung und keinen wirtschaftlichen Fortschritt gibt”. Wenn die Kirche für die Familie eintrete, tue sie dies „aus Liebe zur Menschheit”. (efe)