>
RVRadio Vatikan
foto testata  

Kategorien


  Caritas und    Solidarität


  Kirche


  Kultur und    Gesellschaft


  Vatikan


  Synode


  Ökumene


  Familie


  Jugendliche


  Gerechtigkeit und    Friede


  Politik


  Religion und Dialog


  Wissenschaft und    Ethik


  Audienzen und    Angelusgebete


  Apostolische Reisen

Andere Sprachen


 Impressum


  Über uns


  Programmschema


  Unsere Programme


  News auf Latein


  Wollen Sie spenden?


  Freunde von RV


  RV-Freunde:
   Downloads



  Links


  Empfang

Vatikanische Website


  Vatikan


  Liturgische Feiern    des Papstes


  Pressesaal des    Heiligen Stuhles


  L'Osservatore
   Romano



  Vatikanisches    Fernsehzentrum

 home > Nuntii Latini Deutsch Archiv 2007


NUNTII STATIONIS RADIOPHONICAE VATICANAE PARTITIONIS GERMANICAE
IN LINGUAM LATINAM VERSI

DEUTSCHE SEITE (ARCHIV 2007)


31. Dezember 2007

Papst ruft zum Schutz der Familie auf
Die Kirche feiert am vergangenen Sonntag das Fest der Heiligen Familie. Papst Benedikt hat aus diesem Anlass eindringlich zum Schutz der Familie aufgerufen. Beim Angelusgebet auf dem Petersplatz erinnerte er daran, dass die Familie nach den Worten des Konzils „Anteil an der prophetischen Berufung der Kirche” hat. Durch seine Geburt in eine menschliche Familie hinein habe Jesus „die Realität der Familie geheiligt”. Der Papst grüßte per Video-Link ein kirchliches Treffen der Familien in der spanischen Hauptstadt Madrid. Dabei betonte er, Basis der Familie sei „der unauflösliche Bund von Mann und Frau”.

Vatikan: Islamgelehrte nehmen Einladung an
Führende Islamvertreter nehmen die Gesprächseinladung des Papstes in den Vatikan an. Das geht aus einem Schreiben an Kardinalstaatsekretär Tarcisio Bertone hervor. Als Antwort auf das schriftliche Dialogangebot der 138 islamischen Gelehrten vergangenen Oktober hatte der Vatikan eine Begegnung mit führenden Vertretern vorgeschlagen. „Wir sind gerne zu einem solchen Treffen bereit”, schreibt Prinz Ghazi bin Muhammad bin Talal mit Datum vom 12. Dezember. Zur Organisation und der Absprache einzelner Schritte werde eine islamische Delegation nach Rom reisen; ob im Februar oder März 2008 könnten Bertone und sein Stab entscheiden, so Talal.

Vatikan/Pakistan: Der Papst betet für Pakistan
Papst Benedikt XVI. betet dafür, dass die Ermordung der früheren pakistanischen Premierministerin Benazir Bhutto keine neue Welle der Gewalt in Pakistan auslöst. Das steht in einem Beileidstelegramm aus dem Vatikan, das Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone am vergangenen Freitag dem Vorsitzenden der pakistanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Lawrence John Saldanha von Lahore, geschickt hat. Der Papst wünsche, dass in Pakistan „jede Anstrengung unternommen werde, um ein Klima des Respekts und des Vertrauens aufzubauen”, und dass „die politischen Institutionen des Landes effizient arbeiten können”.

Angelus: „Nicht bei Idylle stehen bleiben”
Am Tag nach Weihnachten feiert die Kirche die „himmlische Geburt“ des ersten Märtyrers. Das sagte der Papst beim Angelusgebet an diesem Mittwoch im Vatikan. Benedikt XVI. erinnerte an alle, die auch heute für ihren Glauben verfolgt würden: „Nicht selten erreichen uns auch in unserer Zeit Nachrichten aus allen Teilen der Erde, von Missionaren, Priestern, Bischöfen, Ordensleuten und Gläubigen, die verfolgt, verhaftet, gefoltert, und ihrer Freiheit beraubt werden, oder denen verboten wird, ihren Glauben auszuüben.“
Eindringlich mahnte der Papst, ohne jedoch bestimmte Länder zu nennen: „Menschen leiden und sterben mitunter auch, weil sie der Weltkirche und dem Papst verbunden sind. Beten wir für alle, die aufgrund ihrer Treue zu Christus und seiner Kirche leiden.”


24. Dezember 2007

Vatikan/Frankreich: Sarkozy über Christentum, Islam und die Türkei
Nicolas Sarkozy denkt über eine Änderung des Gesetzes zur strikten Trennung von Staat und Kirche nach. Die Gesellschaft brauche die Religionen, betonte Frankreichs Staatspräsident nach seinem Antrittsbesuch bei Papst Benedikt. Die von ihm vertretene „positive Laizität“ gebe jedem das Recht, seinen Glauben zu leben und weiterzugeben, sagte Sarkozy im Gespräch mit Radio Vatikan.
Das Recht, sich zu Wort zu melden, müsse den Religionen im laizistischen Staat zugesichert werden.
Christen müssten darin bestärkt werden, sich öffentlich zu Wort zu melden, so Sarkozy:
Im Exklusivinterview von Radio Vatikan und Osservatore Romano äußerte sich Sarkozy auch zu außenpolitischen Fragen Frankreichs und Europas. Zur Türkei und den Beitrittsverhandlungen zur EU sagte er:
„Ich bin zwar nicht der Pressesprecher des Heiligen Stuhls, aber wir haben darüber gesprochen: Die Türkei ist nicht in Europa, das ist eine geographische Tatsache. Die Türkei ist in Kleinasien. Dennoch braucht es enge Verbindungen. Ich will einen Partnerschaftsvertrag zwischen der Türkei und Europa, keinen Beitritt. Meiner Meinung nach darf sie nicht in Europa sein, weil sie nicht europäisch ist.“
(rv)

Vatikan: Sarkozy als Ehrenkanonikus
Im Rahmen einer Gebetszeremonie hat Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy am Donnerstagnachmittag den Titel des Ehrenkanonikus der päpstlichen Lateran-Basilika angenommen.
Der italienische Kardinal Camillo Ruini leitete die Feier. Wegen der engen historischen Bindungen Frankreichs zu Kirche und Papst waren die französischen Könige Jahrhunderte lang zu Ehrendomherren des Lateran ernannt worden. Später übernahmen zwar die meisten französischen Präsidenten den Titel, doch wenige kamen zu einer eigenen Zeremonie in den Lateran. (rv)

Papst: Bei Heiligkeits-Verfahren nicht pfuschen
Papst Benedikt ruft zu großer Sorgfalt bei Selig- und Heiligsprechungsprozessen auf. Im Vatikan empfing ... die so genannten Postulatoren solcher Verfahren. Dabei erinnerte er daran, dass „in den letzten Jahrzehnten das religiöse und kulturelle Interesse an christlichen Heiligen gestiegen” sei. Sie zeigten „das wahre Gesicht der Kirche” und machten sie „glaubwürdig”.
Der Papst wörtlich: „Heilige sind in der Regel ansteckend in ihrer Heiligkeit. Sie antworten auf den Durst der Menschen von heute. Es gibt also eine kirchliche, aber auch soziale Notwendigkeit, immer neue Modelle der Heiligkeit vor Augen zu führen - und das macht die Arbeit von allen, die an Selig- und Heiligsprechungs-Verfahren beteiligt sind, besonders wertvoll. Egal, was genau ihre Rolle ist: Sie sind strikt der Wahrheit verpflichtet. Darum muss in der Anfangsphase des Verfahrens, auf Bistumsebene, nicht nur das positive, sondern auch das negative Material getreulich gesammelt werden. Dieser Objektivität und Vollständigkeit in der ersten Phase muss dann natürlich auch die Phase der ,Positiones’ entsprechen, die in der Vatikan-Kongregation zusammengestellt werden.” (rv)

Papst: „Welchen Sinn hat Weihnachten, wenn wir nicht glauben?”
Weihnachten ohne Glauben wäre leer und hohl. Das meinte Papst Benedikt an diesem Mittwoch bei der letzten Generalaudienz dieses Jahres im Vatikan. ... „Wachsame Erwartung und Vorbereitung prägen die letzten Tage vor dem Weihnachtsfest, und auch die Liturgie der Kirche stimmt uns mit besonders schönen Texten auf die Feier des großen Geheimnisses der Menschwerdung Gottes ein." Die Antwort auf das alttestamentliche. Rufen bringe uns das Evangelium: Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.
Der Sohn Gottes von Ewigkeit sei „Sohn Mariens” geworden, so Papst Benedikt eindringlich.
„Unseren Zeitgenossen fällt es zuweilen schwer, einen Bezug zu diesem zentralen Heilsgeheimnis zu finden. Aber welchen Sinn hat das Weihnachtsfest, wenn wir nicht glauben und bekennen, dass im Kind von Bethlehem Gott Mensch geworden ist? Darum sollen wir Christen gerade in diesen Tagen mutig die Wahrheit unseres Glaubens verkünden und unseren Mitmenschen die Frohe Botschaft des Evangeliums bringen.”


17. Dezember 2007

Vatikan: Evangelisierung ist Recht und Pflicht
Verkündigung des Glaubens an Jesus Christus ist die Pflicht der Kirche. Oft, so die an diesem Freitag im Vatikan veröffentlichte „Lehrmäßige Note zu einigen Aspekten der Evangelisierung“, meint man jedoch, „dass jeder Versuch, andere in religiösen Fragen zu überzeugen, die Freiheit einschränke“. Deshalb sah sich die Glaubenskongregation zu dem bereits angekündigten Papier „gehalten“. In 13 Punkten will es die Beziehung zwischen Missionsauftrag und Religionsfreiheit klären. Aufmerksamkeit gilt dabei vor allem Fragen des Menschenbildes (Kapitel II), der Lehre von der Kirche (Kapitel III) und der Ökumene (Kapitel IV). ... Die „Lehrmäßige Note” setzt die bestehende kirchliche Lehre zur Mission und Evangelisierung voraus. Den Dokumenten von Paul VI. und Johannes Paul II. fügt sie nichts Neues hinzu, verweist auf Konzilsdokumente und auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948. Fehler, gerade im zwischenmenschlichen Dialog seien möglich, doch Verkündigung unterliege stets dem Respekt vor der Würde des Menschen und der religiösen Freiheit der Gesprächspartner: „Daher verbietet die Kirche streng, dass jemand zur Annahme des Glaubens gezwungen oder durch ungehörige Mittel beeinflusst oder angelockt werde, wie sie umgekehrt auch mit Nachdruck für das Recht eintritt, dass niemand durch üble Druckmittel vom Glauben abgehalten werde’ (Ad gentes 13)”.

Verkündigung ist „innere Notwendigkeit”
Mit dem neuen Dokument aus der Glaubenskongregation verteidigt der Heilige Stuhl sein Recht, das Evangelium frei zu verkünden - eine innere Notwendigkeit der Kirche. Dazu der amerikanische Kardinal William Joseph Levada, Präfekt der Glaubenskongregation:
Diese Note hat ein zentrales Thema des Christentums und der katholischen Kirche zum Inhalt: So wie Jesus vom Vater geschickt wurde, um der Welt die Botschaft des Heils zu verkünden, so befahl auch er seinen Schülern, das Evangelium allen Völkern zu bringen. Dieses Werk der Evangelisierung gehört zur echten Natur der Kirche. Da die Christen dieses große Geschenk der Liebe Gottes in Christus erfahren haben, haben sie auch den Wunsch – und die Pflicht, diese Gabe mit der Familie, mit den Freunden und Nachbarn zu teilen.”

Vatikan: Kardinal Stickler gestorben
Er war der älteste Kardinal der Kirche und besaß als Kirchenrechtsexperte internationalen Ruf; am Mittwochabend ist der österreichische Kardinal Alfons Maria Stickler im 98. Lebensjahr in seiner Wohnung im Vatikan gestorben. ...
Der gebürtige Österreicher konnte auf ein bewegendes Leben im Dienst der Kirche zurückblicken. ...
Die wichtigste Veränderung in seinem Leben war nach eigener Aussage die Ernennung zum Präfekten der Vatikanischen Bibliothek 1971 durch Paul VI. 1983 übertrug ihm Johannes Paul II. dann das Amt des „Probibliothekars der Heiligen Römischen Kirche” und ernannte ihn zum Titularbischof. Zudem hatte Stickler seit Juli 1984 die Leitung des Vatikanischen Geheimarchivs inne. Während seiner Amtszeit setzte er sich besonders für die Erhaltung und Modernisierung der Vatikan-Bibliothek ein. Seinen unermüdlichen Einsatz würdigte Johannes Paul II. im Mai 1985 mit der Ernennung zum Kardinal.
In einem Beileidstelegramm an Sticklers Angehörigen würdigt der Papst den Verstorbenen. Er nehme lebhaften Anteil an ihrem Schmerz, so Benedikt XVI. Kardinal Stickler sei „viele Jahre hindurch ein aufrichtiger und pflichtbewusster Mitarbeiter des Heiligen Stuhls gewesen”. Dabei habe er ein „Zeugnis tiefer Treue zu Christus und zur Kirche gegeben”. ... Das Kardinalskollegium umfasst jetzt 200 Senatoren, 120 davon sind unter 80 Jahren.

Kennen Sie Paulinus von Nola?
Benedikt XVI. hat seine Generalaudienz am vergangenen Mittwoch diesem Heiligen Paulus von Nola gewidmet. Paulinus von Nola - das war, wie Benedikt ausführte, ein Zeitgenosse und Freund des heiligen Augustinus. Benedikt XVI. kam auf den geistlichen Aspekt im Leben des hl. Paulinus: „Mit seiner Bekehrung zum Mönchstum hat Paulinus sein Leben, besonders auch sein dichterisches Talent, ganz in den Dienst Christi gestellt. Die von ihm überlieferten Dichtungen sind Gesänge des Glaubens und der Liebe und zeugen ebenso wie sein umfangreiches Briefkorpus von einer gelebten, vom Wort Gottes durchtränkten Theologie. Gerade in seinen Briefen, durch die er wichtigen Gestalten seiner Zeit in geistlicher Freundschaft verbunden war, tritt die Kirche als Geheimnis der Einheit und Gemeinschaft zutage. ... „Der Mensch ohne Christus ist Staub und Schatten” (Carm. X, 289), schreibt Paulinus von Nola in einem seiner Gedichte.”


10. Dezember 2007

Papst an der Mariensäule: Ohne Gott keinen Frieden
Sie hat mit ihrem ,Ja’ die jahrtausende alte Hoffnung Realität werden lassen, hat sie in die Geschichte dieser Welt eintreten lassen. Durch sie ist Gott Mensch geworden, einer von uns…“ So Papst Benedikt XVI. am Samstag Nachmittag bei seinem traditionellen Besuch an der Mariensäule unweit der Spanischen Treppe in Rom. Seit mehr als 150 Jahren steht sie dort und der traditionelle Besuch des Papstes am 8. Dezember dort ist den Römern lieb - die Mariensäule, errichtet von Pius IX. nach der Proklamation des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis Mariens.
Kardinalvikar Camillo Ruini ist gekommen, genauso wie Roms Oberbürgermeister. Römer und Touristen füllen Platz und Gassen rund um die Mariensäule.
Maria sei Zeichen der sicheren Hoffnung, dass das Gute über das Böse siegt. „Die, die wir „voll der Gnade“ nennen, erinnert uns daran, dass wir alle Geschwister sind und Gott unser Schöpfer und unser Vater ist.“

Benedikt XVI.: „Kinder dürfen nicht Opfer entstellter Liebe werden“
Zum Schutz der Kinder hat Papst Benedikt XVI. aufgerufen. Beim Angelusgebet zum Fest Mariä Empfängnis in Rom geißelte der Papst den Missbrauch von Heranwachsenden.
Wir machen leider die Erfahrung, dass die Heranwachsenden, die Jugendlichen und sogar Kinder leicht zu Opfern von entstellten Formen der Liebe werden, verführt von skrupellosen Erwachsenen, die sich selber etwas vormachen und sie in die ausweglose Sackgasse des Konsumismus führen: Selbst heiligste Dinge, wie der menschliche Leib, der Tempel des Gottes der Liebe und des Lebens, werden so zu Konsumobjekten; und das immer früher, manchmal sogar vor der Pubertät. Wie traurig ist es, wenn die Kinder das Staunen verlernen gegenüber dem Zauber der schönsten Gemütsregungen und die Wertschätzung des Körpers verloren geht, der Ausdruck der Person ist und seines unergründlichen Geheimnisses.”

Vatikan: Bibel und Exegese online
Die Bibel und ihre Auslegungen gibt es ab diesem Samstag in neun Sprachen auf einer Webseite. Die vatikanische Kleruskongregation bietet auf www.bibliaclerus.org Altes und Neues Testament, unter anderem in Griechisch und Hebräisch. Durch Links gelangt der Internetnutzer zu einschlägigen Kommentaren internationaler Bibelforscher und entsprechenden Verweisen in den liturgischen Texten. Die Kleruskongregation will vor allem Priestern den schnellen Zugang zu Bibelstellen und erklärender Literatur ermöglichen.

Die internationale Gemeinschaft muss mehr tun für die Verteidigung der Menschenwürde
Das meinte der vatikanische „Außenminister”, Erzbischof Dominique Mamberti bei einer Konferenz in Madrid. So seien energische Schritte nötig, um Menschenhandel und die sexuelle Ausbeutung von Kindern zu bekämpfen. ... Mamberti wandte sich auch gegen „Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen, Juden, Moslems und Angehörige anderer Religionen”. er äußerte sich auf einem OSZE-Ministerrat in der spanischen Hauptstadt. (rv)


3. Dezember 2007

„Spe salvi“. Ein Blick auf die neue Enzyklika
Knapp zwei Jahre nach seiner ersten Enzyklika über die Liebe hat Benedikt XVI. sein zweites großes Lehrschreiben veröffentlicht. Auch diesmal geht es um eine der drei christlichen Haupttugenden: um die Hoffnung nämlich. Der Titel „Auf Hoffnung hin sind wir gerettet“ stützt sich auf ein Wort des Apostels Paulus im achten Kapitel des Römerbriefes."Denn wir sind gerettet, doch in der Hoffnung. Hoffnung aber, die man schon erfüllt sieht, ist keine Hoffnung. Wie kann man auf etwas hoffen, das man sieht?" Das ist die biblische Vorlage – und hier ist nun ein erster Blick auf die Enzyklika, die Papst Benedikt dazu geschrieben hat.
In der deutschen Fassung 80 Seiten. Adressat: „Bischöfe, gottgeweihte Personen, alle Christgläubige“ – die Formel „an alle Menschen guten Willens“ fehlt. Der Text: theologisch und philosophisch sehr dicht; viele Zitate von Kirchenvätern, dazu die Philosophen Kant, Bacon, Adorno, aber auch Martin Luther, Schriftsteller wie Dostojewski und Jean Giono oder der verstorbene vietnamesische Kardinal Nguyen Van Thuan. Am sorgfältigsten eingesetzt: Zitate des heiligen Augustinus. Ernsthafte Auseinandersetzung mit protestantischen Positionen, freundliche Worte zu den Kirchen des „Ostens“. Richtig liebevoll: das Porträt einer Heiligen aus dem Sudan, die von der Sklavin zur Ordensfrau wurde. Nebenbei: ein Papst-Lob für die „sprachliche und denkerische Kraft“ von Karl Marx, trotz dessen „grundlegenden Irrtums“, und eine Kritik an der deutschen Einheitsübersetzung der Bibel. Zum Abschluß ein Hymnus auf Maria.
Gesamteindruck von Benedikts Enzyklika: theologischer und auch mehr aus einem Guss als seine erste. Für den Normalchristen wohl schwerer zu lesen als „Deus Caritas est“ - aber eine lohnende Lektüre.

Vatikan: Papst will mit Moslems reden
Der Dialog zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Islam tritt offenbar in eine neue, hoffnungsvolle Phase. Papst Benedikt XVI. hat auf den offenen Brief von 138 muslimischen Gelehrten vom 13. Oktober reagiert, in dem diese den christlichen Kirchen einen Dialog angeboten hatten.
Papst Benedikt dankt den Islam-Vertretern für diese Geste und für den „positiven Geist”, der aus ihrem Text spreche, heißt es in einem Schreiben von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone an Prinz Ghazi bin Muhammad bin Talal, der den Brief der Gelehrten an den Papst weitergeleitet hatte. „Ohne die Differenzen zwischen Christen und Moslems zu ignorieren oder sie zu unterschätzen, können und sollen wir auf das blicken, was uns eint, nämlich den Glauben an einen Gott, den Schöpfer und universellen Richter, der am Ende der Zeit jeden Menschen nach seinen oder ihren Taten beurteilen wird”, heißt es in dem englisch geschriebenen Dokument.

Vatikan: Menschenwürde darf nicht wegen faulen Friedens vernachlässigt werden
Papst Benedikt XVI. hat christlich inspirierte Hilfswerke dazu aufgerufen, dem moralischen Relativismus unserer Tage entgegenzutreten und die Soziallehre der Kirche beherzt in die Gesellschaft hineinzutragen. Bei einer Audienz für mehrere Nichtregierungsorganisationen kritisierte der Papst eine um sich greifende „relativistische Logik” in der Weltpolitik. Als Gegenmittel empfiehlt Papst Benedikt einen „Geist der Solidarität”, der die nichtverhandelbaren ethischen Prinzipien fördere. In einem solchen Geist führe „berechtigter Pluralismus” nicht zu Spaltung und Konkurrenz, sondern zu größerer Wirksamkeit, sagte Benedikt den Vertretern der Hilfswerke.


26. November 2007

Benedikt XVI. an Kardinäle: „Seit Zeugen der Hoffnung“
Papst Benedikt XVI. hat am Samstagvormittag im Vatikan 23 neue Kardinäle kreiert, darunter den deutschen Kurienerzbischof Paul Josef Cordes. Im Rahmen eines ordentlichen Konsistoriums nahm er sieben Kurienvertreter, elf Diözesanbischöfe, den Patriarchen der chaldäischen Kirche sowie vier verdiente „Senioren“ in sein oberstes Beratergremium auf. Eindringlich erinnerte Benedikt XVI. die neuen Kardinäle, was die Kirche von ihnen erwartet. Kardinäle sind die engsten Ratgeber des Papstes und ihnen wird es dereinst zukommen, im Konklave einen neuen Papst zu wählen. Diese besondere Verbundenheit fand im Treueschwur der Kandidaten ihren Ausdruck. Zugleich versprechen die Kardinäle Verschwiegenheit und Sorgfalt in der Ausübung ihrer Aufgaben. Die Feier eines Konsistoriums, so der Papst,bezeuge der Stadt und dem Erdkreis die einzigartige Einheit, mit der die Kardinäle mit dem Papst, dem Bischof von Rom, vereint sind. In der Auslegung des Evangeliumstextes erinnerte der Papst aber auch daran, dass die Kardinalswürde keine Machtposition darstelle
Das Kardinalat sei vor allem ein Amt der Liebe.

Vatikan: Papst Benedikts XVI. neue Enzyklika
Die zweite Enzyklika Papst Benedikt XVI. erscheint am kommenden Freitag. Das teilte der vatikanische Pressesaal mit. Das päpstliche Rundschreiben trägt den Titel „Spe salvi“ und beschäftigt sich mit dem Thema der Hoffnung. Zwei Kardinäle werden die Enzyklika am Freitag im Auftrag des Papstes der Öffentlichkeit vorstellen: Georges Marie Cottier, emeritierter päpstlicher Haustheologe, und Albert Vanhoye, emeritierter Professor für das Neue Testament am päpstlichen Bibelinstitut. Das päpstliche Lehrschreiben erscheint gleichzeitig auf Latein, Italienisch, Französisch, Englisch, Deutsch, Spanisch, Portugiesisch und Polnisch.

Papst Benedikt: „Technischer Fortschritt ist nicht alles”
Es ist ein ganz besonders bedrückendes Paradox unserer Zeit, dass in einer wohlhabenden Welt die Armut weiter wächst - das sagte Papst Benedikt XVI. vor der UNO-Welternährungs-Organisation FAO, die ihren Sitz in Rom hat. Die Staatengemeinschaft dürfe bei ihrem Kampf gegen den Hunger nicht nachlassen. Der Papst riet den UNO-Experten, nicht nur auf „technische Lösungen” zu setzen: „So wichtig technischer Fortschritt auch ist, so ist er doch nicht alles. Er gehört in einen weiteren Rahmen, nämlich das umfassende Wohl der menschlichen Person.”
Benedikt appellierte auch an klare Strukturen im Kampf gegen den Hunger.

Der Vatikan ermittelt den weltweit besten Neulateiner
Zum Wettbewerb „Certamen Vaticanum” hätten mehr als 400 Experten aus Europa und Amerika ihre Texte eingereicht. Das sagte der Vorsitzende der Stiftung „Latinitas”, Cleto Pavanetto, der Katholischen Nachrichten-Agentur. Die vatikanischen Auszeichnungen - Medaillen in Gold, Silber und Bronze - werden am Sonntag zum 50. Mal vergeben. Eine Jury aus sechs Lateinprofessoren hatte die Manuskripte in den Gattungen Dichtung und Prosa bewertet. Der Siegertext sei eine Parodie auf die italienische Gesellschaft und drehe sich um Schönheitswettbewerbe, sagte Pavanetto. Die Wettbewerbsbeiträge zeigten, dass Latein eine lebendige und reiche Sprache sei. (kna)


19. November 2007

UNO: Vatikan begrüßt Beschluss zur Todesstrafe
Der Menschenrechts-Ausschuss der UNO-Vollversammlung hat sich für eine weltweite Aussetzung der Todesstrafe ausgesprochen. Vatikanvertreter und die katholische Basisorganisation Sant’Egidio sprechen von einer „historischen Entscheidung”. Mit 99 zu 52 Stimmen und 33 Enthaltungen wurde am Donnerstag beschlossen, einen entsprechenden Resolutionstext an die Vollversammlung zu schicken. Es gebe keinen abschließenden Beweis für die abschreckende Wirkung der Todesstrafe, heißt es zur Begründung. Fehlurteile seien nicht wieder gutzumachen. Ziel sei es, die Todesstrafe ganz abzuschaffen. Im Dezember soll nun die UNO-Vollversammlung über die Entschließung abstimmen. Ihre Resolutionen sind allerdings nicht bindend.
Der Präsident des Päpstlichen Friedensrates, Kardinal Renato Raffaele Martino, erhofft sich dennoch eine breite Wirkung. Kardinal Martino vertrat selbst den Heiligen Stuhl 16 Jahre lang bei der UNO in New York.

Vatikan: Wichtiger Fortschritt im katholisch-orthodoxen Dialog
Katholische und orthodoxe Kirche haben sich erstmals gemeinsam zum Primat des Bischofs von Rom geäußert. Der Vatikan hat ein Dokument über die Ökumene mit der Orthodoxie veröffentlicht. Darin bejahe die Orthodoxie zum ersten Mal, dass es die „universale Ebene der Kirche gibt, und dass auch auf dieser universalen Ebene beides notwendig ist: Primas und Kollegialität”, sagte Kardinal Walter Kasper in einem Interview mit Radio Vatikan.
Der Präsident des Päpstlichen Einheitsrats stand im Oktober an der Spitze der vatikanischen Delegation bei dem Treffen der Gemischten Kommission in Ravenna. Das jetzt veröffentlichte Dokument wurde vom 8. bis 14. Oktober in der „Brückenstadt zwischen Ost und West” erarbeitet und beschlossen. Der Titel: „Die ekklesiologischen und kanonischen Konsequenzen der sakramentalen Natur der Kirche. Kirchliche Gemeinschaft, Konziliarität und Autorität.”

Benedikt XVI.: „Die Schrift nicht kennen heißt Christus nicht kennen”
Papst Benedikt hat erneut zum Studium der Heiligen Schrift aufgerufen. Bei der Generalaudienz am Mittwoch auf dem Petersplatz setzte er seine Katechese über den Heiligen Hieronymus fort. Dieser Kirchenvater müsse als gläubiger Christ verstanden werden. Sein berühmter Satz „Die Schrift nicht kennen, heißt Christus nicht kennen” bringe dies treffend zum Ausdruck. ... Im Lesen der Heiligen Schrift lerne der Christ auch, seinen Herrn in Werken der Nächstenliebe zu erkennen: „Christus in den Armen zu kleiden, in den Leidenden zu begegnen, in den Hungernden zu speisen und in den Heimatlosen zu beherbergen.”
„Der Kirchenvater Hieronymus weiß und sagt uns: Das Wort Gottes macht uns zu Menschen. Es erschließt uns die wahren Wege des Lebens und der Heiligkeit. Der heilige Hieronymus mag uns allen ein Vorbild sein in seinem Ringen, das oft nicht leicht war – er hatte ein schwieriges und wildes Temperament –, und uns ermutigen, im beständigen Gebet, im Hören auf Gottes Wort, im Ringen mit Gottes Wort und mit uns selbst den rechten Weg zu finden. Der Herr unseres Lebens schenke euch seinen Frieden und geleite euch auf euren Wegen.” (rv)


12. November 2007

Zwei neue Sekretäre ernannt
Benedikt XVI. ernannte Grzegorz Kaszak aus dem Erzbistum Szczecin-Kamién (Stettin), bislang Rektor des Päpstlichen Polnischen Instituts in Rom. zum Sekretär des Päpstlichen Familienrates. Kaszak löst den Schweizer Karl Josef Romer ab, der mit 75 altersbedingt ausscheidet. Neuer Sekretär in der Kongregation für das Bildungswesen wird der bisherige Bischof von Angers, Jean-Louis Bruguès, Papst Benedikt ernannte den Dominikaner gleichzeitig zum Erzbischof.

Vatikan: „Schwimmt gegen den Strom“
Katholische Studierende sollten „gegen den Strom schwimmen“. Das sagte Papst Benedikt XVI. einer Delegation der italienischen Studentenföderation (FUCI), die er in Audienz empfing. In der Sala Clementina waren rund 120 Delegierte der Vereinigung anwesend. Wörtlich sagte der Papst zu den Studierenden: „Wer ein Jünger Christi sein möchte, ist dazu aufgerufen, gegen den Strom zu schwimmen. Er darf sich nicht von Stimmen angezogen fühlen, die von verschiedenen Seiten herkommen und die ein arrogantes und gewalttätiges Verhalten propagieren, das geprägt ist von Rücksichtslosigkeit und der Suche nach Erfolg mit allen Mitteln. Man kann in der heutigen Gesellschaft eine manchmal ungezügelte Tendenz feststellen, sich auf die äußere Erscheinung zu beschränken, leider auf Kosten des Seins.“ Papst Benedikt XVI. sprach auch über das Verhältnis zwischen Vernunft und Glaube. Eine wissenschaftlich fundierte Diskussion könne nur an „geeigneten und gut ausgestatten Universitäten“ durchgeführt werden. Dabei kritisierte der Papst die aktuelle Situation vieler Universitäten in Italien.

Treue Umsetzung von Summorum Pontificum gewünscht
Die vatikanische Liturgiekongregation lädt Seelsorger in aller Welt dazu ein, das Motu Proprio des Papstes zur alten Form der Messe wortgetreu umzusetzen. Im Gespräch mit einer Online-Zeitung sprach der Sekretär der Kongregation, Albert Malcolm Ranjith, von einer gewissen „Entfernung und sogar Rebellion” bei einigen Kardinälen und Bischöfen gegenüber Benedikt XVI., was die alte Form der Messfeier betrifft. Er lade die Bischöfe, die dem Papst ja Gehorsam versprochen hätten, dazu ein, „konsequent zu sein und ihre Aufgabe wahrzunehmen”. Ranjith kritisierte auch, dass manche Bistümer in Ausführungsbestimmungen zum Motu Proprio versuchten, die Anordnungen des Papstes „einzuschränken”. Die Bischöfe sollten sich an den Text Benedikts halten „und ihren Stolz und ihre Vorurteile beiseite schieben”.

Papst für verstärktes Studium der Kirchenväter
In einem Brief, der bekannt wurde, setzt sich der Papst für ein verstärktes Studium der Kirchenväter ein. Die christlichen Schriftsteller der ersten Jahrhunderte seien auch für heutige Theologen ein wichtiger „Bezugspunkt”, schreibt Benedikt in einem Brief an Bischöfe. Anlass ist der 1600. Todestag des Kirchenlehrers Johannes Chrysostomus.


5. November 2007

Aus dem Vatikan: Primat des Papstes kein Hindernis für Einheit
Der Vorrang-Anspruch des Papstes vor orthodoxen Kirchenoberhäuptern ist nach dem Urteil der katholisch-orthodoxen Dialogkommission keine unüberwindliche Hürde für die Kircheneinheit. Beide Seiten seien sich einig, dass der Papst als Bischof von Rom im ersten Jahrtausend die Rolle eines „Ersten unter den Patriarchen” eingenommen habe, heißt es im Ergebnispapier der jüngsten Gesprächsrunde, das durch eine Indiskretion vorab bekannt wurde. Der Primat des Petrus-Nachfolgers sei „fest gegründet in der kanonischen Tradition der Kirche”. Unterschiedliche Auffassungen gebe es indessen darüber, wie dieser Vorrang auszuüben sei.
Die gemeinsame Theologenkommission des Vatikan und der orthodoxen Kirchen hatte Mitte Oktober im italienischen Ravenna unter Leitung von Kurienkardinal Walter Kasper und Metropolit Ioannis Zizioulas getagt. Das Beschlussprotokoll soll am 15. November veröffentlicht werden. (kna)

Benedikt XVI: „Familien müssen zusammenhalten“
Papst Benedikt XVI. sind Familien ein ganz besonderes Anliegen. Das wurde wieder deutlich bei einer Audienz in der Sala Clementina für die Delegierten der Bewegung „Neue Familien“, einem Zweig der Fokolarfamilie. Papst Benedikt dankte den Eltern für ihr Engagement, es sei Zeichen der Hoffnung und Ermutigung für die christlichen Familien. Die Familien müssten zusammenhalten, so Benedikt: Das Geheimnis des Erfolgs: Das Evangelium leben, so der Papst. Gerade angesichts des gesellschaftlichen Gegenwinds:„Man denke nur an die Zweifel der Verlobten angesichts definitiver Entscheidungen für die Zukunft, an die Trennungen und Scheidungen, oder auch an die irregulären Verbindungen, an die Situation der Witwen, an die Familien in Schwierigkeiten, an die Sorge um verwahrloste Kinder. Ich hoffe von Herzen, dass auch Dank Eures Engagements pastorale Strategien entwickelt werden, um auf die zunehmenden Bedürfnisse der heutigen Familie einzugehen und auf die zahlreichen Herausforderungen, denen sie sich gegenüber sieht; auf dass ihre besondere Mission in der Kirche und der Gesellschaft nicht leide.“

Papst: „Alle sind zur Heiligkeit berufen”
Zum Fest Allerheiligen hat Papst Benedikt XVI. Menschen aller Religionen zu einem Leben in Heiligkeit aufgerufen. Heilige seien nicht wenige Auserwählte, sondern bedeute für jeden von uns, „als Ebenbild des Schöpfers zu leben”, sagte Benedikt heute beim Angelusgebet auf dem Petersplatz. Der Papst rief die Katholiken dabei auch zum Gebet für die Verstorbenen auf. Diese Aufforderung gelte nicht nur für dasFest Allerseelen. Alle Verstorbenen sollten sich „in Ewigkeit des Lichts und des Friedens des Herrn erfreuen”.

Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel
Vor Selbstdarstellung in den Medien warnt Benedikt XVI. in seiner Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel. „Die sozialen Kommunikationsmittel: am Scheideweg zwischen Selbstdarstellung und Dienst. Die Wahrheit suchen, um sie mitzuteilen.” lautet das vom Papst gewählte Motto für den 42. Weltmediensonntag 2008. Das teilte der Vatikan mit. Dieses Thema solle dazu einladen, über die Rolle der Medien nachzudenken. Sie würden immer mehr um sich selbst kreisen und sich nicht mehr in erster Linie in den Dienste der Wahrheit stellen, erklärte Erzbischof Claudio Maria Celli, Präsident des Päpstlichen Medienrates. Der Welttag sozialer Kommunikationsmittel wird am Sonntag vor Pfingsten begangen. (rv)


29. Oktober 2007

Aus dem Vatikan: Papst,Jeder kann Märtyrer werden
Gleich nach der Seligsprechung von 498 Märtyrern des Spanischen Bürgerkriegs sprach Papst Benedikt XVI. zu den anwesenden Pilgern auf dem Petersplatz. Benedikt XVI. hatte an der Zeremonie auf dem Petersplatz nicht teilgenommen. Nach den Worten des Papstes sei das Martyrium in Spanien ein Schicksal gewesen, dass für jeden Christen Realität werden kann. Männer und Frauen verschiedenen Alters und unterschiedlicher sozialer Herkunft hätten im Spanien der 30er-Jahre „für ihre Treue zu Christus und zu seiner Kirche mit ihrem Leben bezahlt“, sagte der Papstbei seinem Angelusgebet nach der größten Seligsprechung der Kirchengeschichte.

Aus dem Vatikan: Beginn des akademischen Jahres in Rom
„Die Botschaft des Evangeliums muss die Denkweisen, die Kriterien des Verstandes und das Verhalten der Menschen tiefgehend prägen.”Das sagte Papst Benedikt XVI. anlässlich der Eröffnungsfeier des Akademischen Jahres allen Dozenten und Studenten der päpstlichen und kirchlichen Universitäten in Rom. Die gesamte Kultur des zeitgenössischen Menschen müsse vom Evangelium durchdrungen werden. Außerdem solle die Botschaft des Evangeliums weltweit verbreitet werden, so Papst Benedikt weiter. Die Menschen von heute bräuchten eine neue Evangelisierung, Glaubens- und heraldische Vorbilder sowie angemessen qualifizierte Zeugen des Evangeliums. Der Eröffnungsgottesdienst des Akademischen Jahres fand wie jedes Jahr in der St. Peter Basilika statt und wurde vom Präfekten der Bildungskongregation, Kardinal Zenon Grocholewski, zelebriert. (rv)

Papst: „Nicht so eine Art Clown”
Zehntausende von Menschen an der Generalaudienz des Papstes teilgenommen. Dabei setzte Benedikt seine Katechesen über große Persönlichkeiten der Kirchengeschichte fort. Wer den Glauben verkündet, so der Papst eindringlich, der sollte nicht eine Art „Clown” sein, der nur etwas vorführt, sondern eher dem Lieblingsjünger Jesu gleichen, der „sein Haupt an den Herrn lehnt”. Ausführlich würdigte der Papst den heiligen Ambrosius, Bischof von Mailand im vierten Jahrhundert. „Er kam um das Jahr 340 in einer christlichen Familie in Trier zur Welt. Wie sein Vater trat Ambrosius in den staatlichen Dienst und wurde schon in jungen Jahren zum ranghöchsten römischen Beamten in Norditalien. Dort bemühte er sich nach dem Tod des Bischofs von Mailand mit Geschick und Autorität um die Lösung innerkirchlicher Spannungen und wurde daraufhin, obwohl er selber erst Katechumene (d.h. Taufbewerber) war, von den Gläubigen per Akklamation zum Bischof gewählt.”
Ambrosius habe sich nicht nach dem Bischofsamt gedrängt, so Benedikt; aber einmal im Amt, habe er sich eifrig in die Heilige Schrift vertieft. „Als Jünger legte er im betenden Hören auf Gottes Wort gleichsam sein Haupt an das Herz Christi, als Hirte führte er die Gläubigen im gemeinsamen Gebet, in der Liturgie und im Zeugnis für das Evangelium. Nicht wenige – unter ihnen der hl. Augustinus – folgten diesem leuchtenden Beispiel und konnten schließlich mit Ambrosius sagen: „Omnia Christus est nobis!” – „Für uns ist Christus alles!”

Aus Neapel: „Appell von Neapel” verurteilt Gewalt
In einem „Appell von Neapel” verurteilen hochrangige Vertreter des Christentums und der großen Religionen jede Gewaltanwendung im Namen Gottes als „ansteckende Krankheit” und „Blasphemie”. Dialog zwischen Konfessionen und Religionen dürfe Unterschiede nicht einebnen, heißt es weiter in dem Text. Stattdessen trage der Dialog dazu bei, „Pessimismus zu überwinden” und „im Anderen nicht länger eine Bedrohung zu sehen”. Der Appell wurde zum Abschluss des großen Religionsgipfels nach getrennten Gebeten der Religionen auf einer großen Abschlusskundgebung im Zentrum von Neapel veröffentlicht. (rv)


22. Oktober 2007

Vatikan: „Familie attraktiver machen”
Wie kann die Kirche junge Menschen noch besser zu Ehe und Familie ermutigen? Der Papst hat zu mehr pastoralem Nachdenken über diese Frage aufgerufen. Vor Bischöfen aus Kongo-Brazzaville zeigte sich der Papst besorgt über den Rückgang der Zahl kirchlicher Hochzeiten - ein Phänomen, das es nicht nur im Kongo und auch nicht nur in Afrika gibt, sondern auch in Europa. Papst Benedikt XVI. ermutigte die Bischöfe aus Kongo-Brazzaville, alles zu tun, damit die Kirche in ihrem Land zu größerer Reife gelangt.
„Möge die Kirche auch weiterhin eine prophetische Rolle für alle Einwohner im Land spielen, besonders für die Ärmsten und die, die keine Stimme haben!” (rv)

Vatikan: Papst ernennt neue Kardinäle
Die Kirche bekommt neue Senatoren: Papst Benedikt hat 23 neue Kardinäle ernannt. Unter ihnen ist auch der aus dem Erzbistum Paderborn stammende deutsche Kurien-Erzbischof Paul Josef Cordes. Das feierliche Konsistorium berief er für den 24. November ein, für den Vortag des Christkönigsfestes.Vor den Besuchern der Generalaudienz verlas Benedikt die Namen von achtzehn Kirchenmännern, die bei einem Konklave wahlberechtigt wären, weil sie die entsprechende Altersgrenze noch nicht überschritten haben. Die stärkste Gruppe unter den neuen Purpurträgern machen - wieder einmal - die Italiener aus: Comastri, Farina, Bagnasco und Lajolo - letzterer ist den Deutschen gut bekannt, weil er lange Nuntius in Deutschland war. Beinahe zur italienischen Gruppe hinzuzählen könnte man den künftigen Kardinal Sandri. Viele der wahlberechtigten künftigen Kardinäle kommen aus anderen Ländern Europas: Zwei aus Spanien, je einer aus Frankreich, Polen, Irland und Deutschland. Mit Paul Josef Cordes erhebt Benedikt XVI. den dienstältesten Chef eines Vatikan-Ministeriumsin den Kardinalsstand: Der 73-Jährige arbeitet seit 27 Jahren an der „Curia Romana”.

Vatikan: Neuer Kulturminister sucht Dialog mit Nichtgläubigen
Erzbischof Gianfranco Ravasi hat sein neues Amt als Präsident des Päpstlichen Rates für Kultur angetreten. Sein Vorgänger Kardinal Poupard war 25 Jahre lang das Gesicht dieses vatikanischen Ministeriums. Das sei für ihn eine Herausforderung, auf die er sich gut vorbereiten müsse: „Ich muss vor allem für eine lange Zeit, ich denke wenigstens für ein Jahr, alles kennen lernen, was mit diesem Kulturministerium verbunden ist - auch die Abteilungen für die Künste und für die sakrale Archäologie. Ich muss mir diese Kenntnisse erst erarbeiten, weil ich von außen komme, und ich muss die Mechanismen und Wege studieren, die es in so einer komplexen Einrichtung gibt. … Mir liegt ein Dialog mit Nichtgläubigen am Herzen, ein Dialog zwischen Glauben und Wissenschaft.


15. Oktober 2007

Vatikan: Vor 45 Jahren begann das Konzil
Vor 45 Jahren begann das II. Vatikanische Konzil. Am 11. Oktober 1962 blickte die Welt nach Rom.
Mehr als eine Stunde dauerte die Prozession der Kardinäle und Bischöfe aus 133 Ländern vom Apostolischen Palast über den Petersplatz. 2498 Konzilsväter, Berater und erstmals 40 Vertreter anderer Konfessionen zogen in den Petersdom ein. Die Basilika war zur Konzilsaula umgebaut. In der Mitte stand das Evangeliar, vom Wort Gottes sollten die Debatten handeln und seinem „Aggiornamento“, seiner „Verheutigung“. ...
Eine Ansprache von Johannes XXIII. eröffnete das Konzil. Geistlicher Auftakt war jedoch sein Gebet am Grab des Apostelfürsten Petrus. Eine Woche zuvor hatte er in Loreto und Assisi um gutes Gelingen der Kirchenversammlung gebeten. Johannes XXIII. will die Fenster der Kirche aufstoßen, will den Kontakt zu den Freuden und Hoffnungen, Sorgen und Ängsten der Welt. Johannes XXIII. wollte ein pastorales Konzil; das 21. Ökumenische Konzil hat er nicht einberufen, weil Lehrmeinungen festgezurrt oder Apologien bekräftigt werden mussten. Er vertraute es allen Menschen an, nicht nur den Konzilsvätern. Das Ende konnte er selbst nicht mehr erleben.

Vatikan: Dialog intensivieren, Gewalt verurteilen
Christen und Moslems müssten gemeinsam eine Kultur des Friedens verbreiten. Das ist der Kern der Grußbotschaft aus dem Vatikan zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan. „Erziehung und Beispiel geben” seien zwei Hauptaufgaben der Gläubigen, erklärte der Präsident des Päpstlichen Rats für den interreligiösen Dialog, Kardinal Jean-Louis Tauran: „Die Erziehung steht an erster Stelle: den anderen annehmen, seine Überzeugungen akzeptieren. In der Botschaft ist die Rede von den spezifischen Reichtümern der einen und der anderen. Dann kommt das Beispiel geben: Die Gläubigen müssen ihren menschlichen und religiösen Pflichten treu bleiben und Solidarität zeigen durch ein Leben, das im Einklang mit dem Plan des Schöpfers steht.”
Religionsfreiheit lasse sich nicht auf Kultusfreiheit und damit auf das Recht, Moscheen oder Kirchen zu bauen, beschränken, so Tauran. Religionsfreiheit habe immer auch einen sozialen Aspekt: „Religionsfreiheit ist zu allererst die Gewissensfreiheit des Menschen, sich zu Gott zu bekennen oder nicht. Religionsfreiheit ist das Fehlen von Zwang seitens der Gesellschaft oder des Staates auf das menschliche Gewissen und die Anerkennung ihrer sozialen Dimension. Das heißt nicht nur, eine Kirche zu eröffnen, sondern auch karitativ zu wirken, Schulen und Krankenhäuser zu unterhalten, am öffentlichen Diskurs Teil zu haben. Religionsfreiheit ist soziale Freiheit.”

Papst betet für „volle Einheit”
Papst Benedikt XVI. hat bei der Generalaudienz zum Gebet für die Ökumene aufgerufen. Er erinnerte an die Arbeiten der 10. Vollversammlung der so genannten „Gemischten internationalen Kommission für den theologischen Dialog” zwischen der katholischen Kirche und der Orthodoxie.
„Die Versammlung behandelt ein theologisches Thema von besonderem ökumenischen Interesse: das der ekklesiologischen und kirchenrechtlichen Konsequenzen der sakramentalen Gestalt der Kirche, kirchliche Gemeinschaft, Konziliarität und Hierarchie. Ich bitte euch, mit mir gemeinsam dafür zu beten, dass dieses Treffen helfe zur vollen Einheit zwischen Katholiken und Orthodoxen zu gelangen und dass man baldmöglichst den Kelch des Herrn miteinander teilen kann.”


8. Oktober 2007

Papst: „Missionare brauchen uns“
Die Verkündigung des Evangeliums bleibt „die vorrangige Aufgabe der Kirche“. Das sagte Papst Benedikt XVI. beim Angelusgebet auf dem Petersplatz. Der Papst dankte dabei die Missionare für ihren Dienst in aller Welt und appellierte an die Gläubigen, den Missionaren materiell und spirituell beizustehen. Deshalb sei der erste Dienst der Kirche, die „auf vielerlei Weise gedemütigten und unterdrückten Menschen von heute das Heil Christi anzubieten“ und „angesichts der kulturellen, sozialen und ethischen Veränderungen, eine christliche Orientierung zu geben“. Der echte Friede sei dort, „wo sich Menschen und Institutionen dem Evangelium öffnen“, so der Papst.

Vatikan: „Mehrheiten können irren
Alle Menschen guten Willens, auch Angehörige nichtchristlicher Religionen, sollten zusammenarbeiten, um eine Aushöhlung der grundlegenden Rechte des Menschen zu verhindern. Das sagte Papst Benedikt XVI. vor den Mitgliedern der Internationalen Theologischen Kommission, die in diesen Tagen zu ihrer Vollversammlung im Vatikan zusammengetreten sind. Das Gremium arbeitet seit mehreren Jahren an einer Neuformulierung des „moralischen Naturrechts” für die heutige Zeit aus katholischer Sicht. Dabei sollen Normen bzw. eine Verständigung auf Werte gefunden werden, die für eine zusammenwachsende Weltgemeinschaft tragfähig sind. Papst Benedikt warnte dabei vor dem „ethischen Relativismus” der zeitgenössischen Gesellschaft.
„In diesem ethischen Relativismus sehen manche sogar eine der Hauptbedingungen der Demokratie, weil der Relativismus – ihnen zufolge – Toleranz und wechselseitigen Respekt der Personen garantiert. Doch wenn es so wäre, würde die Mehrheit eines Augenblicks zur letzten Quelle des Rechtes werden. Die Geschichte zeigt mit großer Klarheit, dass Mehrheiten irren können.” ... Dem Begriff des Naturrechts liegt die Auffassung zugrunde, dass jeder Mensch von Natur aus (also nicht durch Übereinkunft) mit unveräußerlichen Rechten ausgestattet sei. Diese sind unabhängig von Geschlecht, Ort, Zeit, Religion, Staatszugehörigkeit oder Staatsform. Zu diesen unveräußerlichen Rechten gehören das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit oder das Recht auf persönliche Freiheit.

Papst: Theologie muss christlicher Einheit dienen
Papst Benedikt XVI. ist in den Vatikan zurückgekehrt. ...
In seiner Reihe der Katechesen über die Kirchenväter und Figuren der frühen Kirchengeschichte widmete Benedikt XVI. sich dem nordafrikanischen Bischof Cyrill von Alexandrien. Dieser hatte die Einheit der göttlichen und menschlichen Natur Christi gegen andere Deutungen verteidigt.
Er wurde im Orient das Siegel der Väter genannt, weil er sich in seinen Werken auf die Kontinuität der kirchlichen Lehrtradition und auf frühere geistliche Autoren, vor allem auf Athanasius, einen seiner Vorgänger auf dem Bischofsstuhl von Alexandrien, berief. Cyrill wurde vor allem durch seine Kontroverse mit Nestorius von Konstantinopel bekannt, die zum Konzil von Ephesus im Jahre 431 führte. Nestorius lehnte es ab, Maria als Mutter Gottes zu bezeichnen, um hervorzuheben, dass Jesus ganz Mensch war und die Erlösung durch sein Menschsein erfolgt ist. Cyrill bestand dagegen auf dem Titel Gottesgebärerin, der die Einheit der Person Christi unterstreicht, die beide Naturen die göttliche und die menschliche in sich verbindet.
Christlicher Glaube sei in erster Linie eine Begegnung mit Jesus, sagte Benedikt XVI. Seine Person gebe dem Leben einen neuen Horizont. Zugleich hob der Papst hervor, dass theologische Forschung stets im Dienst an der christlichen Einheit stehen müsse. Aufgabe der Bischöfe sei es, den Glauben der Kirche nach der Tradition zu bewahren.

Neuer päpstlicher Zeremonienmeister
Ein 42-jährige Priester aus Genua, Guido Marini, ist zum neuen Päpstlichen Zeremonienmeister ernannt worden. Sein Vorgänger Erzbischof Piero Marini, der seit 1987 unter Johannes Paul II. und dann unter Benedikt XVI. die liturgischen Feiern der Päpste vorbereitete, wurde zum Präsidenten des Komitees für die Eucharistischen Weltkongresse ernannt und ersetzt damit den slowakischen Kurienkardinal Jozef Tomko. Guido Marini wurde am 31.1.1965 in Genua geboren, studierte zunächst in seiner Heimatstadt und promovierte nach der Priesterweihe 1989 an der römischen Lateran-Universität in Kirchenrecht. 2007 machte er einen zweiten Studienabschluss in Kommunikationspsychologie an der Salesianer-Universität Roms. Zwischen 1988 und 2003 war er Privatsekretär zunächst von Kardinal Giovanni Canestri, anschließend von Kardinal Dionigi Tettamanzi und danach von Kardinal Tarcisio Bertone, bis dieser 2006 als Kardinalstaatssekretär an den Vatikan wechselte.


1. Oktober 2007

Papst weihte neue Bischöfe im Petersdom
Papst Benedikt XVI. hat im Petersdom sechs Bischöfe geweiht. Unter ihnen sind der neue Präsident des Päpstlichen Kulturrats, Gianfranco Ravasi, sowie der langjährige zweite Privatsekretär von Papst Johannes Paul II., Mieczyslaw Mokrzycki. Es war die erste Bischofsweihe seines Pontifikats und sie stand ganz im Zeichen der Erzengel. Papst Benedikt rief daher die Weihekandidaten dazu auf, „Schutzengel” ihrer Gemeinden zu sein: „Liebe Freunde seid wahrhaft Schutzengel für die Kirchen, die euch anvertraut sind! Helft dem Volk Gottes, dem ihr in seiner Pilgerschaft vorangeht, die Freude im Glauben zu finden und die Geister zu unterscheiden: Das Gute anzunehmen und das Böse zu meiden und so kraft der Hoffnung im Glauben immer mehr zu Menschen zu werden, die lieben in Gemeinschaft mit Gott, der die Liebe ist.”

Paul VI., ein weiser und mutiger Papst
Papst Benedikt hat seinen Vorgänger, Papst Paul VI., gewürdigt. In Castel Gandolfo nahm Benedikt gestern Abend an einem Konzert zum 110. Geburtstag von Giovanni Battista Montini teil, der von 1963 bis 1978 Papst war. Dabei sprach er von einem „großen Pontifex, der die Geschichte des 20. Jahrhunderts geprägt hat”.
“Mein lieber Vorgänger hat es verstanden, die Kirche während und nach dem Konzil zu leiten. Mit prophetischer Intuition hat er die Hoffnungen und Sorgen der Menschen seiner Zeit aufgenommen...
Sein Interesse am Fortschritt, an Entdeckungen, an Wissenschaft und Technik hat ihm nicht den Blick getrübt für die Widersprüche, Irrtümer und Risiken eines Fortschritts, der sich von einer Basis ethischer und spiritueller Werte loslöst. Seine Lehre bleibt deswegen noch heute aktuell.”
Papst Paul VI. führte 1965 das Zweite Vatikanum zu Ende; wegen seiner Enzyklika „Humanae Vitae” gegen künstliche Verhütung wurde er von vielen angegriffen. 1977 berief Paul den jetzigen Papst, damals Professor Joseph Ratzinger, zum Erzbischof in München; wenig später machte er ihn zum Kardinal. (rv)

Vatikan: Papst, „Kirche der Urchristen ist ein Vorbild”
Die Kirche der ersten Christen ist ein Modell für die heutige Gesellschaft. Das sagte Papst Benedikt XVI. bei der heutigen Generalaudienz auf dem Petersplatz. Die Kirche der Urchristen habe sich vor allem um die Armen und Benachteiligten gesorgt und sei gegen die Korruption vorgegangen. Dies sei auch eine Hauptaufgabe der heutigen Kirche. Vor mehreren Tausenden von Pilgern erläuterte der Papst dazu die Rolle des Kirchenvaters Johannes Chrysostomus; dieser wird in der katholischen, aber vor allem in der orthodoxen Kirche als „Kirchenreformator” verehrt. Dazu Benedikt XVI.: „Der Einsiedler und spätere Priester und Prediger wurde im Jahr 397 Bischof der Reichshauptstadt Konstantinopel. Dort bemühte er sich um die Erneuerung der Kirche, sorgte sich um die Armen und setzte sich in Wort und Tat für eine christlich geprägte Gesellschaft ein. Damit machte er sich allerdings auch Feinde, die bei jeder Gelegenheit gegen ihn und die ihm verbundenen Gläubigen vorgingen. Im Jahre 406 musste er seinen Bischofssitz endgültig verlassen und starb noch auf dem Weg in die Verbannung am 14. September 407. Schon wenige Jahrzehnte später folgte seine Rehabilitierung und begann seine Verehrung als Heiliger im Osten und im Westen.”
Der heilige Chrysostomus sei deshalb für die Menschen unserer Zeit ein Vorbild.


24. September 2007

Vatikanstadt: „Bischöfe, seid Männer des Gebetes”
Papst Benedikt XVI. hat die Bischöfe davor gewarnt, sich durch ihre vielfältigen Verpflichtungen von ihrer eigentlichen Aufgabe ablenken zu lassen. Katholische Bischöfe sollen zuerst „Männer des Gebetes” sein, legte Papst Benedikt XVI. den neu ins Amt berufenen Oberhirten aus aller Welt ans Herz, die sich in diesen Tagen zu einem gemeinsamen Kongress in Rom aufhalten.„Heutzutage sind, wie ich aus eigener Erfahrung weiß, die organisatorischen Aufgaben im Bischofsamt ausfüllend, die Verpflichtungen vielfältig und die Anforderungen zahlreich. Doch die erste Stelle im Leben eines Nachfolgers der Apostel muss Gott vorbehalten sein.” „Gerade so helfen wir auch unseren Gläubigen”, fuhr der Papst fort. Ein Bischof, der in der Kontemplation verwurzelt sei, könne die Bedürfnisse der anderen annehmen und sie zu seinen eigenen machen. „Die Städte, in denen ihr lebt und wirkt, sind oft hektisch und laut, die Menschen laufen und verlieren sich, man lebt, als ob es Gott nicht gäbe. Gerade dort sollt ihr Orte und Gelegenheiten zum Gebet schaffen, an denen der Mensch Gott treffen kann. Besonders möchte ich euch dazu ermuntern, aus der Kathedrale ein vorbildliches Haus des Gebetes zu machen, vor allem des liturgischen Gebetes. Seit Männer des Gebets.”

Spannung zwischen Glaube und tradionellen Überzeugungen aushalten
Der Papst drängt die afrikanische Kirche, nicht alle überkommenen Traditionen unbesehen zu übernehmen. Vielmehr müsse sie alle afrikanischen Traditionen, die sich mit dem Christentum nicht vertragen, entschieden über Bord werfen, meinte Benedikt heute zu Bischöfen aus Benin. Die Oberhirten hatten ihm erzählt, dass es auch vielen Christen in ihrem Land nur schwer zu vermitteln ist, warum die Kirche keine Polygamie duldet. Der Papst setzte in seiner Ansprache an die Bischöfe auf „eine solide christliche Ausbildung” - sie solle den Gläubigen helfen, die „Konfrontation zwischen ihrem Glauben und traditionellen Überzeugungen” auszuhalten.

Ordenzentrale der Dominikaner weist Vorschläge aus den Niederlanden ab
Die Ordenszentrale der Dominikaner in Rom hat Vorschläge von niederländischen Mitbrüdern zur Lockerung des Zölibats und zur Priesterweihe für Frauen zurückgewiesen. Sie teilten die Sorge um den Priestermangel, kritisierten aber den Stil der Veröffentlichung und die Lösungsvorschläge, die im Widerspruch zur katholischen Tradition stünden, heißt es in einer Mitteilung der Generalkurie. Das Problem müsse in einer sorgfältigen theologischen und seelsorgerischen Reflexion gemeinsam mit der Weltkirche und dem Dominikaner-Orden erörtert werden. Ende August hatten sich mehrere niederländische Dominikaner in einer Broschüre unter Hinweis auf den Priestermangel für die Berufung von Frauen zum Priesteramt, gegen den Pflichtzölibat und für die Möglichkeit der Wahl von Priestern durch die Gemeinden ausgesprochen. Zu der Publikation, die an alle katholischen Gemeinden des Landes verschickt wurde, äußerten sich auch die Bischöfe der Niederlande ablehnend.


17. September 2007

Vatikan: Motu propio ein Grund zur Freude
Die Liturgie nach den alten Büchern aus dem Jahr 1962 darf wieder weitgehend ohne Einschränkungen zelebriert werden. Am Freitag ist das entsprechende Motu Proprio Papst Benedikts in Kraft getreten. Kardinal Dario Castrillon Hoyos, der Präsidenten der Päpstlichen Kommission „Ecclesia Dei”, sagt dazu: „Die Eucharistie ist die größte Sache, die wir haben, die größte Manifestation der Liebe Gottes. Deshalb soll sie niemals Anlass zur Zwietracht sein. Der Papst hat keinen Zwang auferlegt, er hat vielmehr auferlegt, die Möglichkeit zur Feier der alten Messe dort zu schaffen, wo Gläubige dies möchten. Ich wünsche mir, dass dies ein Grund zur Freude sei für all jene Pfarreien, die nun ihre Spaltungen überwinden und viel Gutes durch einen Ritus erfahren können, der ein Instrument der Heiligung für einen Zeitraum von mehr als tausend Jahren war.”

Vatikan: „Moralisch verplichtend”
Patienten im so genannten „vegetativen Zustand” müssen prinzipiell weiter ernährt werden, auch auf künstlichem Weg. Das hat die vatikanische Glaubenskongregation klargestellt. Wenn die Weiterernährung des Patienten „ohne erhebliches physisches Unbehagen” möglich sei, dann sei sie auch „moralisch verpflichtend”. Schließlich stelle das Verabreichen „von Nahrung und Wasser ... prinzipiell ein gewöhnliches und verhältnismäßiges Mittel der Lebenserhaltung” dar. Hintergrund des Vatikan-Papiers ist der Fall Terri Schiavo. Der Fall der Koma-Patientin, die die Ärzte auf gerichtliche Anordnung hin verhungern und verdursten ließen, hat nicht nur in den USA zu einer heftigen Debatte geführt. Die US-Bischöfe hatten sich deshalb mit Fragen an den Vatikan gewandt.

Vor einem Jahr: Die Regensburger Rede
Vor einem Jahr war Papst Benedikt XVI. in Bayern - und hielt seine nachmals berühmte Regensburger Rede. Aber was genau war es eigentlich, was dann zu wütenden Protesten in Teilen der islamischen Welt führte? Es war dieses Zitat des Papstes aus einem mittelalterlichen Streitgespräch: „Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten”.
Trotz der Proteste und Polemik hat der Papst sich für diese Worte nicht entschuldigt. Er bedauerte nur, dass das Zitat Anlass zu Missverständnissen geworden sei. Ein besonderes Anliegen sei es ihm gewesen, das Verhältnis von Glaube und Vernunft und die Notwendigkeit des interreligiösen Dialogs ... aufzuzeigen. Hier bedürfe es der Selbstkritik und der Toleranz, die die Ehrfurcht vor dem, was dem anderen heilig ist, einschließt.
Die Reise des Papstes in die Türkei, bei der er auch eine Moschee besuchte, beruhigte im letzten Winter dann die erhitzten Gemüter endgültig. Ob das Zitat nun glücklich gewählt war oder nicht, ob der Papst absichtlich provoziert hatte oder nicht – jedenfalls ist der Dialog mit dem Islam daraufhin mit neuer Ernsthaftigkeit in Schwung gekommen. Papst-Sekretär Georg Gänswein nennt die Rede im Rückblick „prophetisch”. (rv)

Papst ernennt zweiten Privatsekretär
Papst Benedikt XVI. hat seiteinen neuen zweiten Privatsekretär. Der maltesische Priester Alfred Xuereb ersetzt damit Mieczyslaw Mokrzycki, einen engen Vertrauten von Papst Johannes Paul II., der von Benedikt zum Bischofkoadjutor von Lviv (Lemberg) ernannt wurde. Xuereb war vor Antritt seines neuen Amtes Sekretär des Präfekten des Päpstlichen Hauses, Erzbischof James Harvey.


10. September 2007

Papst: In der Liturgie ist Gott maßgebend
Am Sonntagnachmittag hat Benedikt das Zisterzienserkloster Heiligenkreuz bei Wien besucht, um – so der Papst – auf die grundlegende Weisung des heiligen Benedikt aufmerksam zu machen, nach dessen Regel auch die Zisterzienser leben.
Still betete er vor der Kreuzreliquie, die dem Ort seinen Namen gab. Anschließend richtete der Papst ein Wort an die anwesenden Mönche, die hier eine – seit Februar diesen Jahres nach ihm benannte - theologische Hochschule betreiben. Es sei wichtig, dass die Mönche das Gebet, das Officium, in die Mitte ihres ganzen Lebens stellten, so Benedikt.
Allerdings: Bei allem Bemühen um die Liturgie müsse der Blick auf Gott maßgebend sein. Wir stünden vor Gott – er sprichemit uns, wir mit ihm. "Wo immer man bei liturgischen Besinnungen nur darüber nachdenkt, wie man Liturgie attraktiv, interessant, schön machen kann, ist Liturgie schon verfallen."“

Wien: „Ohne Sonntag gerät das Leben nicht.“
„Freie Zeit braucht eine Mitte!“ Das hat Benedikt XVI. bei der Sonntagsmesse im Wiener Stephansdom betont. In seiner Predigt rief der Papst zum Schutz des Sonntags auf, als „Zeit der Orientierung“ und „wöchentliches Schöpfungsfest der Kirche“.
Ohne den, der unser Leben mit seiner Liebe trägt, sei das Leben selbst leer. Diese Mitte auszulassen oder zu verraten, würde dem Leben selbst seinen Grund nehmen, seine innere Würde und seine Schönheit. „Sine dominico non possumus!“ - Für die ersten Christen war, so der Papst, auch unter drohender Todesstrafe die sonntägliche Eucharistiefeier „nicht ein Gebot, sondern eine innere Notwendigkeit.“ Doch was geht das die Christen von heute an? Lebensnotwendig viel, sagt der Papst: „Ja, auch für uns gilt, dass wir eine Beziehung brauchen, die uns trägt, unserem Leben Richtung und Inhalt gibt. Auch wir brauchen die Berührung mit dem Auferstandenen, der durch den Tod hindurch uns trägt. Wir brauchen diese Begegnung, die uns zusammenführt, die uns einen Raum der Freiheit schenkt, uns über das Getriebe des Alltags hinausschauen lässt auf die schöpferische Liebe Gottes, aus der wir kommen und zu der wir gehen.“

„Wir brauchen Wahrheit“ - Papst feiert Messe in Mariazell
Papst Benedikt XVI. hat auf seiner Österreich-Reise den Wallfahrtsort Mariazell besucht. In seiner Predigt vor über 30.000 Pilgern appellierte Benedikt, nicht zu resignieren, sondern an der Wahrheitsfähigkeit des Menschen festzuhalten, einer Wahrheit, die sich in Jesus Christus gezeigt habe. ... Diese Resignation der Wahrheit gegenüber sei der Kern der Krise des Westens, Europas. Wenn es Wahrheit für den Menschen nicht gäbe, dann könne er auch nicht letztlich Gut und Böse unterscheiden. Und dann würden die großen und großartigen Erkenntnisse der Wissenschaft zweischneidig: Sie können bedeutende Möglichkeiten zum Guten, zum Heil des Menschen sein, aber auch – wir sehen es – zu furchtbaren Bedrohungen, zur Zerstörung des Menschen und der Welt werden.

Vatikan: Papst schreibt nach Sibiu
Papst Benedikt XVI. hat eine Botschaft an die Dritte Europäische Ökumenische Versammlung geschickt. Diese tagte im rumänischen Sibiu (Hermannstadt). In dem Text, der heute veröffentlicht wurde, bekennt sich der Papst zum Einsatz für die Ökumene und zur „Einheit in legitimer Vielfalt”. Wörtlich schreibt Benedikt: „Wirklicher Dialog entsteht erst, wo nicht nur das Wort, sondern wo auch Hören ist.”
Die Versammlung hatte Dienstag mit einem Festakt begonnen. Der orthodoxe Metropolit Laurentiu begrüßte die mehr als 2.500 Teilnehmer aus allen Teilen Europas auf dem Marktplatz der Stadt. Erstmals findet das ökumenische Großtreffen in einem mehrheitlich orthodoxen Land statt; unter den Teilnehmern stellen allerdings - wenn man die freiwilligen Helfer mitzählt - die Katholiken eine Mehrheit von über 50 Prozent. Aus Rom ist der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper nach Sibiu gereist. Der orthodoxe Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. zitierte bei der Eröffnung gestern aus der Ökumenischen Europäischen Charta von Straßburg aus dem Jahr 2001. Die Kirchen sollten in folgenden Bereichen stärker zusammenarbeiten: Lebensschutz, Verteidigung von Ehe und Familie, Hilfe für die Armen sowie Friedensarbeit.

Vatikan: Ravasi neuer Präsident des Kulturrats
Der Vatikan hat einen neuen Kulturminister. Papst Benedikt XVI. hat den Rücktritt von Kardinal Paul Poupard aus Altersgründen angenommen. Als neuen Präsidenten des Päpstlichen Kulturrates hat der Papst Gianfranco Ravasi ernannt. Der bisherige Präfekt der Bibliothek Ambrosiana von Mailand wurde gleichzeitig Erzbischof und Leiter der Päpstlichen Kommission für die Kulturgüter der Kirche, mit Hauptsitz in Villamagna.
Ravasi ist neu an der Kurie. Gianfranco Ravasi wurde 1942 geboren und ist über Italien hinaus für seine intelligenten und sensiblen Interpretationen der Heiligen Schrift bekannt. Er wird für seine Fähigkeit, dem heutigen Menschen die christlichen Werte nahe zu bringen geschätzt. 2007 verfasste er auf Bitten des Papstes den Kreuzweg. (rv)


3. September 2007

Italien: Papst macht Mut zum "Anderssein"
Schwimmt gegen den Strom! So der Appell Papst Benedikts XVI. vor rund 500.000 Jugendlichen bei Loreto. In der Eucharistiefeier auf dem freien Feld in der Nähe des Marienwallfahrtsortes rief er zu einer bedingungslosen Christusnachfolge auf, zum Einsatz für eine gerechtere Welt und zum Schutz der Umwelt auf. Der Gottesdienst war der Abschluss des zweitägigen nationalen Jugendtreffens. Die sogenannte Agora gilt als italienischer Auftakt zum Weltjugendtag in Sydney im Juli 2008.

Vatikan: Gregor von Nyssa - ein origineller Denker
Der Papst widmete die Mittwochskatechese dem Heiligen Gregor von Nyssa, eine der großen Bischofsgestalten Kappadoziens im 4. Jahrhundert. Dieser zählte zu den Hauptfiguren auf dem Konzil von Konstantinopel im Jahre 381 und wirkte als Bischof von Nyssa an der Überwindung der Irrlehren seiner Zeit aktiv mit. Gregor, so der Papst, habe umfassende philosophische Kenntnisse und einen scharfen Geist besessen und als ein origineller Denker erwiesen. Neben seinen dogmatischen und exegetischen Schriften habe sich Gregor als „Vater der Mystik“ vor allem durch seine spirituelle Lehre hervorgetan. In verschiedenen Werken habe er den Weg der Gläubigen zur Vollkommenheit behandelt. Der Mensch, der im Zentrum der Schöpfung Gottes stehe, sei mit einer Schönheit ausgestattet, die ein Abglanz der ursprünglichen Schönheit ist, die Gott selber sei. In seinem Inneren erkenne der Mensch den Widerschein des göttlichen Lichtes. Wenn er sein Herz reinigt, stahle seine Ähnlichkeit mit dem Urbild neu auf. Die volle Verwirklichung des Menschen bestehe in der Schau Gottes, in der Heiligkeit. Dazu muß er unaufhörlich auf dem Weg zu einem immer vollkommeneren geistlichen Leben voranschreiten."

Vatikan: Mutter Teresa, ein Wunder fehlt
Für die Heiligsprechung der vor zehn Jahren verstorbenen Ordensgründerin Mutter Teresa von Kalkutta fehlt bisher noch die Anerkennung eines zweiten Wunders durch den Vatikan. Wie der Postulator des Heiligsprechungsprozesses, Pater Brian Kolodiejchuk, im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur in Berlin erklärte, wurden seit der 2003 erfolgten Seligsprechung bereits mehrere Wunder gemeldet. Sie seien zunächst auf die Fürsprache Mutter Teresas zurückgeführt worden. Keines davon habe aber den kirchlichen Kriterien genügt. 2003 hatte Papst Johannes Paul II. die aus Skopje stammende Ordensfrau in Rekordzeit seliggesprochen. Seither läuft das Verfahren für ihre Heiligsprechung. Nach dessen erfolgreichem Abschluss kann der Papst Mutter Teresa zu einer weltweit verehrten Heiligen erheben. Die Ordensfrau starb am 5. September 1997.

Peru: Bertone wird Papst-Einladung weiterleiten
Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone hat den peruanischen Eucharistie-Kongress eröffnet. Die große Herausforderung für das lateinamerikanische Land ist der Synkretismus: Die katholisch-christlichen Traditionen sind vermischt mit Ur-Traditionen aus vorchristlichen Epochen, das sich besonders bei religiösen Festen manifestiert. Der nationale eucharistische Kongress möchte deshalb die theologischen und pastoralen Aspekte der Eucharistie in den Mittelpunkt stellen. Bertone hat in den vergangenen Tagen auch die vom Erdbebeben betroffenen Ortschaften besucht.
Bertone kehrt mit einer Einladung an Papst Benedikt nach Peru in den Vatikan zurück. Ausgesprochen hat sie der peruanische Staatspräsident Alan Garcìa.


27. August 2007

Castel Gandolfo: Papst, "Im Himmel gibt es keine Privilierten"
„Im Himmelreich gibt es keine Privilegierten“, das sagte Papst Benedikt XVI. ... beim Angelusgebet. Das Sonntagsevangelium von der „engen Tür“ bedeute nicht, dass nur wenige in den Himmel kommen, sondern dass diese Tür für alle eng sei. Deswegen bedürfe es auch besonderer Anstrengungen und der Abtötung des eigenen Egoismus.
Gott lade alle Menschen zum Festmahl des unsterblichen Lebens ein, allerdings gelten für alle dieselben Bedingungen: Nämlich sich anzustrengen ihm zu folgen. Es reiche nicht, sich als „falsche Freunde“ auszugeben und sich der Verdienste anderer zu rühmen:
Die wahre Freundschaft mit Jesus zeige sich in der Lebensweise: Sie zeigt sich in der Güte des Herzens, in der Demut, in der Sanftheit und der Barmherzigkeit, in der Liebe zur Gerechtigkeit und zur Wahrheit, im ehrlichen und aufrichtigen Einsatz für den Frieden und die Versöhnung. Das ...sei der „Identitätsausweis“, der uns als wahre Freunde qualifiziert, das ist der „Reisepass“, der es uns ermöglichen wird, in das ewige Leben einzutreten.

Vatikan: Bertone, "Kiche ist Gottes Meisterwerk"
Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone hat die Kirchenberichterstattung der Medien kritisiert. So wie es in der sixtinischen Kapelle dunkle und verfallene Stellen gibt, so gebe es auch in der katholischen Kirche solche Stellen. Doch die Medien wendeten sich ausschließlich zu diesen „dunklen“ Bereichen hin, so Bertone.
Die Kirche sei ein großartiges Meisterwerk Gottes und der Männer und Frauen der Kirche, der Jugendlichen. Als Staatssekretär habe er die Erfahrung gemacht, dass die Staatsmänner überall auf der Welt – auch in Ländern, wo die Christen in der Minderheit sind – die positive Rolle der Kirche und den bedeutenden Beitrag im karitativen Bereich gewürdigt haben. Deshalb sage er, dass es eine verfälschende Weise ist, wie die Kirche sonst dargestellt wird. Das Bild entspreche nicht der wahren katholischen Kirche, der wahren Kirche Christi.
Kardinalsstaatssekretär Bertone glaubt auch, dass es kein Zufall ist, wie über die Kirche berichtet wird.
Manchmal habe man den Eindruck, dass sich dahinter ein Plan verbirgt. Als er beispielsweise in den Vereinigten Staaten gewesen sei, habe man ihm mitgeteilt, dass eine italienische Zeitung eine Woche lang über einen Rechtsstreit einer katholischen Schule geschrieben hat, der noch untersucht wird. Die Zeitung habe die Schule vorverurteilt. Das sei eine Fälschung der Tatsachen und sei unbedingt zu verurteilen.“

Bertone verurteilt Abtreibung bei Vergewaltigung
Dass Amnesty International den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen in Fällen wie Vergewaltigung in Zukunft fordern will, hat eine heftige Debatte ausgelöst. Kardinal Staatssekretär Tarcisio Bertone schließt ein Recht auf Abtreibung auch bei Schwangerschaften als Folge von Gewalt aus:
Man dürfe nicht auf Mord mit Mord an weiteren Menschen reagieren, auch wenn es sich um Personen handelt, die erst im Entstehen begriffen sind. Denn es handele sich um menschliche Wesen, mit eigener Menschenwürde. Man müsse natürlich die Gewalt gegen Frauen bekämpfen, die unmenschliche Gewalt, die Vergewaltigungen darstellen. Wir müssten alle dagegen kämpfen, indem wir die Würde der Frauen verteidigen. Kardinal Bertone erinnerte an die großen Enzykliken und Botschaften über die Würde der Frauen. Aber man müsse das Leben retten, auch wenn es das Ergebnis von Gewalt ist. Man dürfe nicht das Leben als solches auslöschen.“ (rv)


20. August 2007

Papst: "Meine Gedanken sind bei den Opfern in Peru"
Das Erdbebendrama in Peru beschäftigt weiterhin die Weltöffentlichkeit, die Hilfen laufen an, allerdings wird nun von Plünderungen gesprochen. Papst Benedikt XVI. ging beim Angelusgebet am Sonntag auf die Situation vor Ort ein und sagte, daß in diesen Tagen unsere Gedanken und unser Gebet ständig bei der Bevölkerung im Peru seien, die von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht wurde. Für die zahlreichen Toten erbitte er den Frieden des Herrn und für die Verwundeten die baldige Genesung. Die sich jetzt in Not befänden, versichere er, daß die Kirche sei auf ihrer Seite stehe, mit ihrer ganzen spirituellen und materiellen Solidarität. Sein Staatssekretär, Kardinal Tarcisio Bertone, der schon seit längerem einen Besuch in Peru geplant habe, werde in den nächsten Tagen persönlich die Anteilnahme des Papste und die konkrete Hilfe des Heiligen Stuhls übermitteln.

Klärende Worte des Papstes zur vorkonziliaren Karfreitagsliturgie
Die religiösen Oberhäupter Israels erhoffen vom Papst klärende Worte zur vorkonziliaren Karfreitagsliturgie. Nach der Wiederzulassung der alten Messe, in der für eine Bekehrung der Juden gebetet wird, hätten sich die Oberrabbiner Yona Metzger und Schlomo Amar besorgt mit einem Schreiben an Benedikt XVI. gewandt, sagte der israelische Botschafter beim Heiligen Stuhl, Oded Ben-Hur, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Der Papst solle die Implikationen seiner Entscheidung für den katholisch-jüdischen Dialog darlegen.
Benedikt XVI. hatte Anfang Juli die tridentinische Liturgie in der Fassung von 1962 als „außerordentliche Ausdrucksform“ des römischen Ritus wieder zugelassen. Am Karfreitag wird nach diesem Formular um ein Ende der „Verblendung“ der Juden und für ihre Bekehrung zu Christus gebetet.
Der Brief fordere nicht ausdrücklich eine Änderung des umstrittenen Textes, so der Botschafter. Eine solche Erwartung sei aber in der Bitte um Klärung enthalten. Ben-Hur zufolge bekräftigten die Oberrabbiner zugleich ihre Zuversicht, dass die mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) begonnene Aussöhnung zwischen Katholiken und Juden weitergehe und der Dialog vertieft werde. Nach Kenntnis des Botschafters hat der Vatikan auf das persönliche Schreiben vom 10. Juli bisher nicht geantwortet.
Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone hatte bereits wenige Tage nach dem Papst-Erlass „Summorum Pontificum“ eine Streichung der Bekehrungsbitte erwogen. Die Regelung, die den liturgischen Text von 1962 unter bestimmten Voraussetzungen auch für die Kartage erlaubt, habe breite Unruhe gerade in jüdischen Kreisen ausgelöst, sagte der Kardinal. Man könne über die Streichung des Gebets nachdenken, so Bertone: „Das würde alle Probleme lösen.“ (kna)

Vatikan: Kardinal Martino wirft amnesty Doppelbödigkeit vor
Kurienkardinal Renato Raffaele Martino hat amnesty international (ai) für die Forderung kritisiert, vergewaltigten Frauen in Darfur eine straffreie und sichere Abtreibung zu ermöglichen. Eine solche Praxis sei doppelbödig und häufe „Gewalt auf andere Gewalt“, sagte der Präsident des päpstlichen Menschenrechts-Rates „Iustitia et Pax“ in einem Interview der Tageszeitung „Il Messaggero“ ... . Man könne nicht gegen die Todesstrafe und für die Rechte von Gefangenen und Flüchtlingen kämpfen und sich dann gegenüber dem schutzlosen Leben eines Ungeborenen anders verhalten.
Sowohl die Vergewaltigungen im sudanischen Bürgerkriegsgebiet als auch Abtreibungen nannte Martino „schreckliche Verbrechen“. Die Vergewaltigungsopfer zu einem Schwangerschaftsabbruch zu führen, füge den Frauen nur eine weitere dramatische Erfahrung zu. Nötig sei materielle und psychologische Hilfe; das Leben des Kindes müsse indessen gerettet werden, so der Kardinal.


13. August 2007

Frankreich: Tausende bei Trauerfeier für Kardinal Lustiger
5000 Menschen, darunter über 100 Würdenträger aus Politik, Kirchen und Weltreligionen, haben ... an der Beisetzung des Pariser Kardinals Jean-Marie Lustiger teilgenommen. In einer Beileidsbotschaft an Kardinal Paul Poupard hob Papst Benedikt XVI. den Einsatz Kardinal Lustigers für die Jugend, die Verkündigung des Evangeliums und eine vertiefte Bildung von Priestern und Laien hervor. Auch der Kölner Kardinal Joachim Meisner nahm an der Trauerfeier in der voll besetzten Kathedrale Notre Dame de Paris teil. Meisner hatte vor wenigen Tagen den verstorbenen Pariser Erzbischof in einer bewegenden Rede gewürdigt, in der er sich an seine letzte Begegnung mit Kardinal Lustiger erinnerte - das war anlässlich des Besuches von Papst Benedikt XVI. im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz im Mai 2006.

Vatikan: „Jugend ist vom Evangelium begeistert“
Die heutige Jugend steht dem Evangelium durchaus nahe. Das sagte Papst Benedikt XVI. vor rund 5.000 spanischen Jugendlichen in Castel Gandolfo. Die Mädchen und Jungen gehören zur „Jugendmission“ der Erzdiözese Madrid. In Begleitung ihres Oberhirten, Kardinal Antonio Maria Rouco Varela, begrüßten die jungen Pilger den Papst mit Sprechgesängen. Vier Jugendliche gaben ein Zeugnis ihres Glaubens. Daraufhin sagte der Papst zu den Teilnehmern, daß im Gegensatz zu dem, was viele denken, es so sei, dass die Jugend vom Evangelium sehr begeistert ist. Damit meine er die Entdeckung seiner ganzen Vielfalt des christlichen Lebens, die Feinheit und Schönheit der Liebe und der vor den Augen Gottes gelebten Familie, aber auch die Entdeckung einer unerwarteten Berufung Gottes, um ihm als Priester zu dienen. Das Evangelium sei „unverzichtbar für die Suche des richtigen Lebensweges“, so der Papst. Hier gebe es eine ungeheure Aufgabe für die jungen Menschen. Als Jugendliche seien sie daran, ihre Zukunft zu wählen. Gott zeige ihnen mit Großzügigkeit und Vertrautheit den Weg. Als Getaufte wüßten wir, dass wir alle zur Heiligkeit und zur echten Mitgliedschaft in der Kirche berufen sind. Das gelte für sämtliche Lebensbereiche, die uns entsprechen.

Papst: „Ohne Gott ist kein Humanismus möglich“
Der Einfluss der Kirchenlehrer der Alten Kirche – also des frühen Christentums – ist auch in der Kirche der Gegenwart zu spüren. Das betonte Papst Benedikt XVI. bei der ... Generalaudienz in der „Aula Paolo VI.“. Von Kirchenlehrern sollen wir lernen, dass es „ohne Gott keinen wahren Humanismus“ geben kann. Für die Audienz ist der Papst aus seiner Sommerresidenz Castel Gandolfo angereist. In der Mittwochskatechese sprach Papst Benedikt XVI. über den griechischen Kirchenlehrer Gregor von Nazianz. Zusammen mit Basilius von Caesarea und Johannes Chrysostomos ist er einer der drei heiligen Hierarchen. Im Gehorsam gegenüber der Kirche und angesichts der pastoralen Nöte seiner Zeit sei er immer wieder bereit gewesen, seine eigenen Wünsche und Pläne zurückzusetzen und sich ganz der Führung Gottes anzuvertrauen. So habe er seine Talente als Priester und Bischof in den Dienst der Gläubigen in Kappadozien und später in Konstantinopel gestellt. Mit scharfem Verstand, glänzender Rhetorik und tiefer Liebe zu Gott habe er die Treue zum überlieferten Glauben und die Einheit der Kirche gefördert. Als er aufgrund großer Spannungen sein Bischofsamt in Konstantinopel nicht mehr habe ausüben können, habe er sich in seine Heimat zurückgezogen und dort noch zahlreiche theologische und poetische Werke vefasst.


6. August 2007

Vatikan: Ja zur Atomenergie, nein zur Atombombe
Der Vatikan befürwortet unter bestimmten Bedingungen Atomenergie. Kardinal Renato Raffaele Martino, päpstlicher „Friedensminister”, mahnte im Gespräch mit Radio Vatikan zu einer „sachlichen öffentlichen Debatte” über die friedliche Nutzung von nuklearen Energiequellen. ...
Beim Angelusgebet am Sonntag hatte Papst Benedikt XVI. nicht nur die Hoffnung auf eine baldige Beseitigung der Atomwaffen geäußert, sondern auch auf die Vorteile einer friedlichen Nutzung der Nukleartechnologie hingewiesen. Anlass für seine Äußerungen war der 50. Gründungstag der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA). Diese überwacht weltweit die friedliche Nutzung von Kernkraft und fördert ihre zivile Verwendung. Der Heilige Stuhl war 1957 Gründungsmitglied der IAEA und hat seither einen Gesandten beim Sitz der Behörde in Wien. ...
Kardinal Martino betonte, der Heilige Stuhl wendete sich stets gegen die nukleare Aufrüstung. Letztlich mache das seine Präsenz in der Internationalen Atomenergie-Behörde so wichtig. Der Heilige Stuhl habe klare Ziele, erklärt Martino: Frieden und den Schutz der Menschheitsfamilie. Und darum setze er sich auf internationaler Ebene für die generelle Abrüstung ein, die, wie es im „Kompendium der Soziallehre der Kirche” formuliert sei, kontrolliert und ausgeglichen von statten gehen müsse. Abrüstung - nicht nur auf atomarem Gebiet, sondern auch im Hinblick auf biologische, chemische und herkömmlichen Waffen, betont Martino. In diesem Kontext müssten die Arbeit und die Bedeutung des Heiligen Stuhls als Gründungsmitglied der IAEA betrachtet werden. Die Mitgliedschaft ermögliche dem Heiligen Stuhl, das Ziel der Abrüstung aus nächster Nähe zu fördern und Forschung zur friedlichen Nutzung nuklearer Technologien zu unterstützen, betont der Präsident des päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden.

China/Vatikan: Elf Priester in China verhaftet
Neuerlich haben die Behörden in China elf Priester der Untergrundkirche verhaftet. Die Agentur „Asianews“ meldet, dass sich die Lebensbedingungen der Kirche seit dem Papstbrief im Mai dieses Jahres verschlechtert haben. In mehreren Regionen des Landes stoppte die Regierung die Arbeiten der Untergrundkirche. Polizeikontrollen und Verhaftungen machen kirchliche Aktivitäten unmöglich. Papst Benedikt XVI. hatte sich in dem Brief an alle chinesischen Katholiken gewandt und zu Geschlossenheit und zur Gemeinschaft mit dem Papst und der Weltkirche aufgerufen.

Vatikan: Papst will Jugendliche treffen
Papst Benedikt XVI. will diese Woche mit 5000 Jugendlichen zusammentreffen. Das Treffen geht auf eine Initiative des Erzbischofs von Madrid, Kardinal Antonio Maria Rouco Varela, zurück und soll am 9. August in Castel Gandolfo stattfinden. Die Jugendlichen machen bei einer missionarischen Initiative des Erzbistums mit, die sich vor allem an junge Leute wendet, die sich von der Kirche entfernt haben oder niemals mit der Glaubensbotschaft in Berührung gekommen sind.


30. Juli 2007

Vatikan: Einheitsrat, „Durchaus positive Reaktionen auf Kirchendokument”
Das Papier der Glaubenskongregation zum Kirchenverständnis hat – wenigstens in Deutschland – für große Unruhe unter den Protestanten gesorgt. Viele halten es für einen Rückschritt in der Ökumene, andere für eine hilfreiche Verdeutlichung der bestehenden Lehre der katholischen Kirche. Der Präsident des Päpstlichen Rats für die Einheit der Christen, Kardinal Walter Kasper, hat in einer eigenen Stellungnahme die Erklärung als Einladung zum Dialog definiert.
Matthias Türk ist im Einheitsrat für die Beziehung zu den kirchlichen Gemeinschaften im protestantischen Spektrum zuständig. Wir haben mit ihm gesprochen.
„Neben raschen ersten Reaktionen, die vor allem im deutschen Sprachraum zu Enttäuschungen und Irritationen geführt haben, gibt es nachdenkliche und weitaus positivere Reaktionen vor allem aus dem englischsprachigen Raum, die das Papier als Anstoß zu wichtigen weiteren ökumenischen Klärungen verstanden haben.
Grundlage aller Kritik ist letztlich die Interpretation der Aussagen des II. Vatikanischen Konzils, dass dort, wo das historische Bischofsamt in apostolischer Sukzession und die volle Bewahrung des eucharistischen Mysteriums fehlt, nicht von Kirche im eigentlichen Sinn gesprochen werden kann.
Das Dokument sagt nicht, die evangelischen Kirchen seien keine Kirchen, sondern sie seien keine Kirchen im eigentlichen Sinn, das heißt, wie Kardinal Kasper es ausgedrückt hat, „sie sind nicht in dem Sinn Kirchen, wie die katholische Kirche sich als Kirche versteht“.
Hinter der Kritik steht m. E. die Tatsache, dass sich die evangelische Seite klar werden muss, dass sie die theologischen aber auch strukturellen und institutionellen Inhalte, die zur vollen, sichtbaren Einheit der Kirche gehören, also die Übereinstimmung im Glaubensbekenntnis, im sakramentalen Leben und in der Frage des kirchlichen Amtes ernst nehmen muss und nicht einfach herunterspielen darf mit Verweis auf ihre eigenen reformatorischen Prinzipien.“

Italien: Papst trifft Priester; Fragen zu Dialog und Ehe
Papst Benedikt XVI. hat seine Positionen zum interreligiösen Dialog und dem Ehesakrament bekräftigt. In Auronzo di Cadore ist er während seines Sommerurlaubs ... mit dem Klerus der Diözesen Treviso und Belluno zusammen gekommen. Heiße Eisen waren dabei genauso Thema wie der pastorale Alltag in den italienischen Pfarreien. Vatikansprecher Pater Federico Lombardi fasst zusammen: „Zehn Fragen von zehn verschiedenen Priestern haben unterschiedliche Themen berührt. Darunter einige wichtige aktuelle Fragen wie „Evangelisierung und Dialog”; der respektvolle Dialog mit den anderen Religionen angesichts der hohen Einwanderungsrate. Eine andere Frage, die stets heikel und aktuell ist und die viele Menschen angeht: die Situation von Geschiedenen, die wiederverheiratet sind oder mit einem Partner zusammenleben; wie kann man Barmherzigkeit und Wahrheit miteinander in Einklang bringen? Es waren sehr breit gefächerte und verschiedene Argumente, auf die der Papst schon bei anderen Gelegenheiten eingegangen ist. Sie wurden hier sehr lebhaft behandelt, denn die Priester hier hingen buchstäblich an seinen Lippen.”
Aus den beiden norditalienischen Diözesen Treviso und Belluno waren rund 400 Priester gekommen.

Levada sehr überrascht über negative Reaktionen
Die negativen ökumenischen Reaktionen auf das vatikanische Dokument zum katholischen Kirchenverständnis haben den US-amerikanischen Kurienkardinal William J. Levada „sehr überrascht". Das Papier sei ein innerkatholisches Arbeitsmittel, das andere Glaubensgemeinschaften nicht herabsetzen wolle, sagte der Präfekt der Glaubenskongregation in San Francisco. In dem von seiner Kongregation erarbeiteten Dokument werde anerkannt, dass es „Elemente der Heiligkeit und der Wahrheit” auch außerhalb der katholischen Kirche gebe und dass der „Heilige Geist auch in diesen anderen Gemeinschaften und Kirchen wirkt", so Levada. Für „reinen Zufall” hält es der Kardinal, dass das Dokument zum Kirchenverständnis und das Motu Proprio zum tridentinischen Messritus vom Vatikan nahezu zeitgleich präsentiert worden seien. Spekulationen, es handele sich um „einen gezielten Doppelschlag", seien aus der Luft gegriffen. (kna)


23. Juli 2007

Benedikt XVI.: "Singen ist Sache der Liebenden" (Augustinus)
„Wer liebt singt“ – daran erinnerte Papst Benedikt ... bei einem Konzert in seinem Urlaubsort Lorenzago di Cadore. Der Bischof von Belluno Feltre, Giuseppe Andrich hatte Benedikt XVI. zu diesem musikalischen Vergnügen mit sieben einheimischen Chören eingeladen. ... Die Einwohner von Lorenzago di Cadore sind stolz: Papst Benedikt hat sich ihre Heimat ausgesucht, um Urlaub zu machen. Ein wunderbares Stück Erde mit reichen Traditionen, betont der Bischof von Belluno Feltre, Giuseppe Andrich. Dazu gehört der Gesang der Alpen, den sie dem Musikfreund Benedikt nicht vorenthalten wollten….„Cantare amantis est“ – Wer liebt singt, die Quelle der Musik ist Liebe – erklärte der Papst mit den Worten des Heiligen Augustinus. In den Gesängen der Alpen habe er die große Liebe der Sänger für die Dolomiten gespürt, für diese von Gott gegebene Heimat. In der Dankbarkeit und der Lebensfreude werde die Liebe Gottes sichtbar: „Dio ci ama“ – Gott liebt uns. ...

Kardinal Bertone zum Motu Proprio ... und zu Frauen im Vatikan
Der Vatikan gibt zu verstehen, dass eine umstrittene Karfreitagsbitte „für die Bekehrung der Juden” aus dem so genannten alten Ritus gestrichen werden könnte. Der vatikanische Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone reagierte damit auf Bedenken von jüdischer Seite gegen die Aufwertung des alten Ritus der Messfeier. ... Im Urlaubsort des Papstes, Lorenzago di Cadore, meinte Bertone bei einer Pressekonferenz, das Motu Proprio, mit dem Papst Benedikt zu Monatsbeginn die alte Gottesdienstordnung aufgewertet habe, habe in jüdischen Kreisen zu Unruhe geführt. Grund sei das Gebet um die Bekehrung der Juden, das laut Missale von 1962 zu den Karfreitags-Fürbitten gehört. Der Kardinal, der sich kurz zuvor mit dem Papst getroffen hatte, deutete an, dass jetzt über eine Streichung des Gebets nachgedacht werde. Bertone wörtlich: „Das würde alle Probleme lösen.”
Ein weiteres Thema von Kardinal Bertone: Frauen im Vatikan. Da seien, so deutete er an, derzeit Ernennungen in Vorbereitung, die mehr Frauen in wichtige Positionen des Vatikans bringen sollten. Das sei, so wörtlich, eine Frage der Gerechtigkeit. Natürlich gehe es um Posten und Aufgaben, die den "Charismen von Frauen" besonders gerecht würden, so der Kardinalstaatssekretär. Auch andere wichtige Ernennungen für die Kurie, die nicht Frauen beträfen, würden derzeit vom Papst vorbereitet.

Papst Benedikt XVI. zelebriert seine tägliche Messe nicht nach dem „alten Usus”.
Das hat Vatikansprecher Pater Federico Lombardi jetzt klargestellt. Die US-Nachrichtenagentur „Catholic World News” (CWS) hatte Mitte Juli behauptet, dass Benedikt XVI. täglich „tridentinisch” zelebriere. Lombardi meinte nun, die Verwirrung könne vielleicht durch Bilder entstanden sein, auf denen man den Papst bei der Zelebration der Tagesmesse in seiner Privatkapelle sehe. In der Privatkapelle sei der Altar seit jeher so positioniert, dass eine Zelebration mit dem Gesicht zum Volk nicht möglich ist. Liturgiefachleute verweisen darauf, dass die Zelebrationsrichtung nichts mit dem Messritus zu tun hat. Auch nach dem „neuen Usus” sei die Zelebration mit dem Rücken zum Volk möglich. (kna)

Vatikan: Papst-Euros online!
www.vaticanstate.va – so lautet die Adresse der soeben freigeschalteten Webseite des Vatikanstaates. In Ergänzung zum sehr umfangreichen Netzangebot des Heiligen Stuhles – www.vatican.va – bietet die neue Seite Informationen über Einrichtungen des Vatikans: Petersdom, vatikanische Gärten, Apotheke, Münzamt und anderes mehr. Verantwortlich für die Seite ist Bischof Renato Boccardo, der Generalsekretär des Governatorates ...


16. Juli 2007

Vatikan: „Ecclesia Dei“ erläutert
Nach der Wiederzulassung der alten Messe durch Papst Benedikt wird der Widerstand gegen den vorkonziliaren Gottesdienst schrittweise abnehmen. Das glaubt der Sekretär der päpstlichen Kommission „Ecclesia Dei“, der luxemburgische Geistliche Camille Perl. ... „Ecclesia Dei“ ist 1988 an der Kurie mit dem Auftrag gegründet worden, Versöhnung mit den Anhängern des schismatischen Erzbischofs Marcel Lefebvre zu suchen. Der Tonfall, mit dem manche Verfechter der Tradition sich in der Vergangenheit zu Wort meldeten, war mitunter sehr harsch. Camille Perl ist zuversichtlich, dass die Versöhnungsgeste in Form des Motu proprio das Gesprächklima zwischen Heiligem Stuhl und Traditionalisten bessern wird. ... Bisher sind in der Kommission keine Reaktionen auf den päpstlichen Erlass von Seiten der Pius-Bruderschaft eingelangt – jener Priestergruppe, die Lefebvre gegründet hatte. In einer Pressemitteilung allerdings begrüßt der Generalobere, Bischof Bernard Fellay, die allgemeine Wiederzulassung des alten Ritus.

Vatikan: Antworten zur Lehre über die Kirche
Die katholische Lehre über die Kirche „mit Klarheit“ in Erinnerung rufen, „unannehmbare Auffassungen“ zurückweisen und „wertvolle Hinweise“ für die Fortführung des ökumenischen Dialogs geben - das will das ... mit Datum vom 29. Juni veröffentlichte Dokument der Kongregation für die Glaubenslehre. Der Titel: „Antworten auf Fragen zu einigen Aspekten bezüglich der Lehre über die Kirche“
Beschlossen wurde es in der Vollversammlung der Kongregation, Papst Benedikt habe es „gutgeheißen“(rata habuit) und „bestätigt“ (confirmavit), sein Nachfolger als Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal William Levada hat es unterschrieben.
In ungewohnter Kürze stellt das Dokument fünf Fragen und liefert fünf Antworten. Es will einige theologische Ausdrücke über die Lehre der Kirche authentisch und verlässlich klären. Die „theologische Produktion nach dem Konzil“ sei nicht immer frei „von Abweichungen und Ungenauigkeiten“ gewesen, ergänzt der Kommentar, der das fünfseitige Frage-Antwort-Spiel begleitet. Die „gesunde theologische Forschung“ solle nicht durch Irrtümer beeinträchtigt werden, „die Unklarheiten verursachen können“ (ambiguitatis causa). Der ökumenische Dialog bleibe immer „eine der Prioritäten der katholischen Kirche“. Damit dieser „wirklich konstruktiv“ sein könne, brauche es „neben der Offenheit für die Gesprächspartner“ auch die „Treue zur Identität des katholischen Glaubens“.

Vatikan: Papst ist im Urlaub
„Endlich in den Bergen” – mit diesen erleichterten Worten habe Papst Benedikt seinen Urlaubsort Lorenzago di Cadore begrüßt, berichten Journalisten vor Ort. ... Von Treviso-Istrana flog Papst Benedikt um 12.00 Uhr mit dem Hubschrauber nach Lorenzago. Der einzige öffentliche Termin in der päpstlichen Urlaubszeit ist das sonntägliche Mittagsgebet mit den Gläubigen, das am 15. Juli im Castello di Mirabello und am 22. Juli auf dem Marktplatz von Lorenzago stattfinden wird.
Erholung pur – nein, das ist für Papst Benedikt offensichtlich nichts: Journalisten verriet er, bevor er sich in sein Ferienhaus zurückzog, er arbeite unter anderem an einer neuen Enzyklika. Sein Ferienhaus wird ihm die nötige Ruhe geben, verspricht Bischof Mazzocato ...
In diesem Haus machte Papst Johannes Paul II. von 1987 bis 1