Meldungen vom 1.12.2008
- Kein Glaubenskrieg in Nigeria -
- Kirche tut viel für Aidskranke -
- Vatikan wird Bioethik-Dokument vorstellen -
Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: P. Max Immanuel Cappabianca OP
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.
THEMEN DES TAGES:
Nigeria: „Kein religiöser Konflikt”
Bei Zusammenstößen von Christen und Moslems im zentralnigerianischen Jos sind in den vergangenen Tagen bis zu 700 Menschen ums Leben gekommen. Die Konflikte hätten sich nach einer Kommunalwahl am Donnerstag entzündet. Die Armee verhängte am Sonntag über Teile der Stadt eine Ausgangssperre. Papst Benedikt XVI. verurteilte die „grausame und unsinnige Gewalt“. John Onaiyekan ist Erzbischof von Abuja. Er beklagt die Berichterstattung in den Medien. Sofort seien die Unruhen zu einem religiösen Konflikt hochstilisiert worden.
„Es gibt Leute, die bereit sind, zu Propagandazwecken irgendwelche Geschichten zu erfinden. Das ist ein politisches Problem. Wenn es ihnen passt, neigen die Politiker dazu, die Religion zu instrumentalisieren, um so ihr Handeln zu rechtfertigen.“
Gründe für den Gewaltausbruch seien vielmehr ökonomische und soziale Probleme.
„Wenn es dann politische Probleme gibt, werden ethnische und soziale Unterschiede vermengt, und dazu kommt dann noch der Unterschied in der Religion. Dann ist es schwierig, genau die Ursache für die Konflikte zu benennen. Meiner Meinung nach geht es vor allem um die Kontrolle der Macht und die Frage der Gruppenzugehörigkeit: Wer hat hier das sagen, mit den entsprechenden wirtschaftlichen Folgen etc.“
Die Stadt Jos liegt an der Grenze des muslimisch geprägten Nordens des Landes und des eher christlichen Südens. Die zahlreichen kleineren Völker dieses Berglandes fühlen sich seit langem bedrängt durch die sehr homogen auftretenden muslimischen Zuwanderer aus dem Norden. Oft sind diese zudem Viehhirten, die nun mit den Ackerbauern um das fruchtbare Land konkurrieren.
Zum Miteinander der Religionen sagt der Erzbischof:
„Oft hat man den Eindruck, dass wir uns in Nigeria andauernd umbringen. Das ist überhaupt nicht wahr! Das Verhältnis zwischen Christen und Moslems sind in der Regel gut und sehr verantwortungsvoll. Ab und an gibt es Gewaltperioden; die würde ich als Perioden des Wahnsinns bezeichnen. Sonst leben die Menschen friedlich zusammen, besuchen dieselben Märkte, gehören zu denselben politischen Parteien, sind in derselben Polizei und Armee, und oft heiraten sie auch. Ich glaube, dass ein falsches Bild über Nigeria vorherrscht. Immer wenn es ein Problem gibt, sagt man gleich „Christen oder Moslems“, in Wahrheit stecken andere Dinge dahinter.“
Seit 1999 sind bei religiös motivierten Konflikten in Nigeria nach kirchlichen Angaben bereits mehr als 10.000 Nigerianer ums Leben gekommen. Die Stadt Jos war bereits 2001 Schauplatz blutiger Zusammenstöße mit hunderten Toten. Zuletzt gab es in Nigeria im Mai 2004 religiös geprägte massive Gewalt mit bis zu 900 Todesopfern. Kirchenvertreter warfen damals der Politik vor, im Wahlkampf religiöse Unterschiede gezielt hochgespielt zu haben. (rv/kna/dw)
Hier zum Nachhören
Vatikan: „Kirche an vorderster Front gegen Aids“
Zum 20. Mal wird am Montag der Welt-Aids-Tag begangen. Zwar ist im vergangenen Jahr die Zahl der Aids-Toten etwas zurückgegangen, dennoch gebe es keinen Grund zur Entwarnung, sagen die Verantwortlichen des Aids-Programms der UNO (UNAIDS). Obwohl die Position der katholische Kirche in dieser Frage umstritten ist – Stichwort Kondomverbot – ist sie einer der Hauptakteure im Kampf gegen Aids: Schätzungsweise jedes vierte Hilfsangebot weltweit ist in Trägerschaft der katholischen Kirche. Wir haben mit Jean-Marie Musivi Mpendawatu gesprochen. Er arbeitet im Päpstlichen Gesundheitsrat:
„In allen Ländern der Welt haben wir Sozialstationen, wo wir helfen können und wo sonst keiner hin kommt. Unsere Missionare und Ordensleute sind wirklich an vorderster Front engagiert im Kampf gegen die Seuche. Vor allem geht es aber um Prävention – denn das wahre Problem ist die Vorsorge, damit weniger junge Menschen mit Virus angesteckt werden. Die Familien brauchen solide Werte als eine Art Schutzdamm, denn es gibt eben auch einen moralischen und ethischen Aspekt in der Aidsepidemie.“
Zu den Gründen, warum die Kirche in Sachen Aids immer wieder kritisiert wird, sagt der Monsignore:
„Was gewisse Kreise stört, ist die Klarheit des kirchlichen Lehramts in Fragen der persönlichen moralischen Lebensführung, so die Sicht der Sexualität im Rahmen der Ehe, oder auch die Betonung des Werts der Personenwürde oder des Werts des Lebens. Das spielt dann auch eine wichtige Rolle in der internationalen Präventionspolitik.“
Nach Angaben Mpendawatu haben 88,9 Prozent der katholischen Gesundheitseinrichtungen und Beratungsstellen spezielle Präventionsprogramme. Mehrere klinische Forschungsprojekte (z.B. in Burkina Faso) ergänzen das kirchliche Aids-Engagement. (rv)
Hier zum Nachhören
Papst: Plädoyer für „wahre Freiheit“
Welches Ziel muss eine Universitätsreform heute haben? Dieser Frage ist Papst Benedikt XVI. an diesem Montag nachgegangen. Bei einer Audienz für Professoren und Studenten der Universität Parma sagte der Papst, Studienreformen müssten immer beim Einzelnen ansetzen. Heute stünden die Studenten durch das Informationszeitalter vor neuen Herausforderungen.
„Einerseits droht die Konzentrationsfähigkeit immer mehr zurückzugehen, andererseits besteht angesichts einer immer mehr virtuellen Wirklichkeit die Gefahr, dass das Individuum sich isoliert. So zerspringt die soziale Dimension in Tausende Fragmente, während der Einzelne nur noch um sich selber kreist und sich konstruktiven Beziehungen mit anderen verschließt.“
Die Hochschulen könnten einen heilsamen Kontrapunkt bieten, so Benedikt:
„Die Universität ist aus ihrer Natur heraus ein meisterhaftes Gleichgewicht zwischen der individuellen und gemeinschaftlichen Komponente, zwischen Forschung und der Reflexion des Einzelnen und des Austauschs und der offenen Auseinandersetzung mit anderen, in einem tendenziell universalen Horizont.“
Ziel aller Reformen müsse nach Meinung des Papstes immer die Freiheit sein; Die Freiheit der Lehre, die Freiheit der akademischen Institutionen von ökonomischen und politischen Zwängen:
„Das bedeutet nicht die Isolierung der Universität von der Gesellschaft, noch ein auf sich selbst bezogenes Verhalten, und auch nicht das Verfolgen eigener Interessen unter Ausnutzung öffentlicher Mittel. Das ist sicher nicht gemeint mit christlicher Freiheit! Wirklich frei ist nach dem Evangelium und der Tradition der Kirche die Person, Gemeinschaft oder Institution, die ihrer eigenen Natur und ihrem eigenen Ziel voll entspricht; und die Universität ist dazu berufen, Personen wissenschaftlich und menschlich zu bilden für die Förderung der gesamten sozialen und zivilen Gesellschaft.“
Benedikt ging bei seinen Überlegungen vom Heiligen Petrus Damianus aus, einem Kirchenreformer des 11. Jahrhunderts, der selber an der Universität von Parma studiert und gelehrt hatte. Zum 1.000-Jubiläum hatte Benedikt am 20. Februar 2007 eine lange Botschaft an den Camaldulenserorden gerichtet mit Reflexionen über diesen Kirchenlehrer. (rv)
Hier zum Nachhören
AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:
Brasilien: Wenn Städte aus den Nähten platzen
Mitten im brasilianischen Regenwald liegt Manaus, eine Stadt, die in den letzten zwanzig Jahren ihre Einwohnerzahl verdoppelt hat. Zwei Millionen Menschen leben jetzt dort; das ist zwar viel weniger als in Rio oder Sao Paolo, aber man muss bedenken: Manaus liegt mitten im Urwald, hat kaum Straßen, keine Eisenbahn. Ihr Boom hängt mit der aufstrebenden Elektronik-Industrie zusammen, und er zieht Menschen aus dem ganzen Amazonas-Becken an. Erzbischof in diesem Hexenkessel ist Luiz Vieira.
„Die Stadt ist natürlich sehr unorganisiert, sehr wild gewachsen; die Hälfte der Stadtteile sind durch einfache Landbesetzungen entstanden. Die Menschen haben sich einfach angesiedelt, ohne irgendjemand zu fragen, ohne dass die Infrastruktur dafür aufgebaut werden konnte. Und das hat natürlich zu riesigen sozialen, wirtschaftlichen und auch materiellen Problemen geführt; wie gesagt, ein Großteil der Stadt ist völlig ohne jede Planung entstanden.”
Das vervielfacht die Probleme von 18 Millionen Menschen – vor allem bei den ärmsten zwölf Millionen. In den Favelas gibt es zuwenig Raum, zuwenig Essen, sogar zuwenig Trinkwasser. Auch zu wenig Hoffnung, möchte man meinen. Aber Erzbischof Vieira sieht in seiner Riesenstadt beide Extreme angelegt. Die große Stadt kann eine Verheißung sein wie ein neues Jerusalem – obwohl man vor allem das Elend und die schlimmen Seiten sieht... (rv - Material von Adveniat)
Hören und lesen Sie hier den gesamten Beitrag von Stefan von Kempis
DIE NACHRICHTEN:
Vatikan
Am kommenden Freitag (12.12.2008) stellt der Vatikan das Dokument zum Thema Bioethik vor. Das Schreiben der Glaubenskongregation trägt den Titel „Dignitas personae. Über einige Fragen der Bioethik“. Das Dokument schreibt dem Vernehmen nach die vor 21 Jahre veröffentlichte Erklärung „Donum vitae - über die Achtung vor dem beginnenden menschlichen Leben und die Würde der Fortpflanzung“ fort. Das Dokument wird von dem Sekretär der Glaubensbehörde, Erzbischof Luis Francisco Ladaria Ferrer, und dem Präsidenten der Päpstlichen Akademie für das Leben, Erzbischof Rino Fisichella, vorgestellt. (rv/kna)
„Die Armut bekämpfen, den Frieden aufbauen“ lautet der Titel der Papstbotschaft zum Weltfriedenstag 2009. Das Dokument wird am 11. Dezember veröffentlicht und vom vatikanischen Sozialminister Kardinal Renato Raffaele Martino vorgestellt, wie der Vatikan am Montag mitteilte. Der katholische Weltfriedenstag wird jährlich am 1. Januar begangen, im kommenden Jahr zum 42. Mal. In der Botschaft will Benedikt XVI. auf die Notwendigkeit eines gemeinsamen weltweiten Vorgehens gegen die Armut hinweisen. Schon mehrfach hatte sich der Papst gegen den „Skandal der Armut“ gewandt. In einer Botschaft an den Welternährungsgipfel vom Juni in Rom betonte er, Hunger und Unterernährung seien angesichts der vorhandenen Ressourcen und Möglichkeiten auf der Erde inakzeptabel. (rv)
Papst Benedikt XVI. hat sich über die aktuelle Lage in Sri Lanka informiert. Bei einer Audienz am Montag für den Präsidenten der Republik, Mahinda Rajapaksa, sei die Notwendigkeit unterstrichen worden, der notleidenden Bevölkerung zu helfen, teilte der Vatikan im Anschluss mit. Der Weg des Dialogs müsse gestärkt werden, denn nur Verhandlungen könnten zu einer gerechten politischen Lösung des aktuellen Konflikts führen. Benedikt hoffe außerdem auf Aufrechterhaltung der Religionsfreiheit, damit die katholische Kirche, durch ihre Aktivitäten im erzieherischen und im Gesundheitsbereich sowie durch ihre Hilfsorganisationen, einen Beitrag zum Gemeinwohl, zur Versöhnung und zum Frieden auf der Insel leisten könne. – Nachdem die Regierung im September die internationalen Nichtregierungsorganisationen und Vertreter der Vereinten Nationen zum Verlassen der Bürgerkriegsregion genötigt hatte, sind dort keine ausländischen Beobachter mehr. Mehr als 118.000 Menschen sollen ihre Häuser verlassen haben. Sie seien vorübergehend bei Verwandten, in Schulgebäuden oder Kirchen untergebracht. Die Flüchtlinge in der Wanni-Region leben laut kirchlichen Augenzeugenberichten unter unvorstellbar erbärmlichen Bedingungen. Viele seien bis auf die Knochen abgemagert. (rv/kna)
Die Internationale Theologenkommission berät ein Dokument zum Thema Naturrecht. Bei der am Montag begonnenen Jahrestagung werde der Entwurf mit dem Titel „Auf der Suche nach einer universalen Ethik. Ein neuer Blick auf das Naturrecht“ diskutiert, so der Vatikan am Montag. Anschließend müsse es aber vor der Veröffentlichung – den Statuten des vatikanischen Gremiums gemäß – noch einer weiteren Prüfung unterzogen werden. Außerdem wollen die Theologen über das Thema „Sinn und Methode der Theologie“ sprechen. Zum Abschluss der fünftägigen Beratungen ist eine Audienz bei Papst Benedikt XVI. vorgesehen. – Die Internationale Theologenkommission war 1967 als Beratungsgremium des Papstes und der Glaubenskongregation gegründet worden. Sie hat derzeit 29 Mitglieder, unter ihnen die aus Deutschland stammenden Professoren Barbara Hallensleben, Thomas Söding und Johannes Reiter. (rv)
Vatikan/Türkei
Der Dialog zwischen katholischer und orthodoxer Kirche muss auf die „Wiederherstellung der völligen Einheit“ ausgerichtet sein. Das betonte am Sonntag der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. In seinem Grußwort an Kardinal Walter Kasper beim Andreas-Fest im Phanar in Istanbul erinnerte er daran, wie Paul VI. und Athenagoras I. in den sechziger Jahren den Brauch eingeführt hatten, dass Delegationen aus der jeweils anderen Kirche an den Patronatsfesten in Rom und Konstantinopel teilnehmen. Dahinter sei der brennende Wunsch gestanden, die beiden Kirchen, die tausend Jahre getrennt waren, im „Dialog der Liebe und Wahrheit“ zusammenzuführen. Kardinal Kasper hatte als Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen die Glückwünsche Papst Benedikts XVI. zum Patronatsfest der Kirche von Konstantinopel persönlich überbracht. (kap)
Vatikan/Vereinte Nationen
Der Heilige Stuhl protestiert gegen Menschenrechtsverletzungen im Kongo. Am vergangenen Freitag beklagte Erzbischof Silvano Tomasi vor dem Menschenrechtsrat in Genf die Rekrutierung von Kindersoldaten, die zahlreichen Fälle von Folter sowie die Massenvergewaltigungen von Frauen durch beide Konfliktparteien. Die internationale Gemeinschaft müsse schleunigst handeln, um den schweren Menschenrechtsverletzungen Einhalt zu gebieten, so der Vatikanvertreter. (rv)
Wir dokumentieren hier den Redetext des Vatikanvertreters
Europa
Deutschland
Ein „virtuelles Kloster” ist am Sonntag in der Internet-Community „Funcity.de“ eröffnet worden. Das Internetkloster soll vor allem jungen Leuten die Möglichkeit geben, einen Erstkontakt zu Ordensgemeinschaften herzustellen. Insgesamt elf Ordensleute (ein Franziskaner, neun Ordensschwestern und eine Benediktineroblatin) stehen in speziellen „Klosterzellen“ für Fragen und Gespräche zur Verfügung – per Mail und im Chat. Zusammen mit dem Beauftragten für Internet-Seelsorge des Bistums Hildesheim wurde das Projekt realisiert. Die Internetkirche „St. Bonifatius“ der virtuellen Community Funcity wurde 1998 vom Hildesheimer Weihbischof Hans-Georg Koitz geweiht. Sie zieht monatlich rund 75.000 Besuche an. (pm)
Niederlande
47 Prozent der Bevölkerung empfinden kirchliche Beerdigungen als tröstlich. Das ergab eine Umfrage des niederländischen Forschungsinstituts Kaski. Darunter befänden sich auch 21 Prozent Nichtgläubige. Zwei Drittel von ihnen hätten schon einmal an einer Bestattung durch die Kirche teilgenommen, so die Erhebung. Großen Wert legten die Niederländer mehrheitlich auf einen persönlichen Bezug zum verantwortlichen Geistlichen. Allerdings treffe nur der kleinste Teil Vorkehrungen für das eigene Begräbnis, so Kaski. (rv)
Tschechische Republik
Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz hätten merklich zugenommen. Das kritisierte der Vorsitzende von „Justitia et Pax“ in der Tschechischen Republik, Bischof Vaclav Maly. Zahlreiche Vorurteile bestünden gegenüber ethnischen Minderheiten im Land. Vorrangig seien Roma von Anfeindungen und Berührungsängsten betroffen. Der Bischof betonte, dass die Herkunft eines Menschen nichts an dessen uneingeschränkter Würde ändere. (rv)
Türkei
In Ostanatolien gehen die Enteignung von armenischem Eigentum weiter. Das beklagt ein Verein von Nachkommen der 1915 vertriebenen Armenier. Hunderte Kirchen in der Region würden von Schatzsuchern geplündert und als Ställe ruiniert. Die fortschreitende zweckfremde Nutzung armenischer Kirchen und Friedhöfe verstoße gegen den Friedensvertrag von Lausanne, in dem der verlassene armenische Besitz 1923 ausdrücklich unter Schutz gestellt wurde, sagte der Vorsitzende des Armenischen Solidaritätsvereins, Aziz Dagci. – In Anatolien verfallen tausende armenische Kirchen, die seit der Vertreibung der Armenier zwischen 1915 und 1923 verwaist sind. (kap)
Naher Osten
Irak
Die Aufnahme von Flüchtlingen sei nur eine Form, den verfolgten Christen zu helfen. Bedeutsamer sei es, gegen die Ursachen für deren Flucht aus dem Irak vorzugehen. Das betonte der Erzbischof von Kirkuk, Louis Sako, als Antwort auf die Zusage der EU, mehrere tausend Flüchtlinge aus dem syrischen und jordanischen Exil aufnehmen zu wollen. Er sei nicht gegen die Bereitschaft der EU, so Sako, habe aber die Sorge, dass das Christentum auf diese Weise aus dem Irak verschwände. Er appellierte an die internationale Politik, zu einer Stabilisierung der politischen Verhältnisse im Irak beizutragen. Indes forderte der Berliner Bischof und EKD-Ratsvorsitzende Erwin Huber, noch mehr Flüchtlinge aufzunehmen. Das von der EU zugesagte Kontingent von 10.000 Flüchtlingen sei ein erster Schritt, so Huber bei einem Gottesdienst in Berlin. – Deutschland hatte sich bereit erklärt, 2.500 Menschen Asyl zu gewähren. (asianews/faz)
Asien
Vietnam
5.000 Katholiken haben am vergangenen Sonntagabend in Ho-Chi-Minh-Stadt für die acht in Haft befindlichen Christen gebetet. Im Vorfeld der Urteilsverkündung am kommenden Freitag hielten sie in der Nähe des Redemptoristenklosters eine Vigil ab. Ebenso gedachten sie der Märtyrer, die im vergangenen Jahrhundert Verfolgungen zum Opfer gefallen waren. – Die angeklagten Christen hatten die Rückgabe ihres Gemeindegeländes in Thai Ha gefordert. Ihnen wird vorgeworfen, damit das Gemeinwohl verletzt und die staatliche Ordnung gestört zu haben. (asianews)
Vereinte Nationen
Die internationale Konferenz für Entwicklungsfinanzierung in Doha steht nach Ansicht der kirchlichen Entwicklungshilfe-Expertin Hilde Wipfel an der Kippe. Es sei sehr fraglich, ob es gelingen werde, ein konkretes und umfassendes Abschlussdokument zu verabschieden, so Wipfel. Sie verwies in diesem Zusammenhang auf das Auftreten der USA bei der Konferenz. Die US-Delegierten seien etwa bemüht, im Abschlussdokument kritischer Passagen über das gegenwärtige Handels- und Finanzsystem zu streichen. Argumentiert werde damit, dass man aufgrund der bevorstehenden Regierungsübergabe keine Festlegungen für die Zukunft machen könne. – Die Fachreferentin der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission (KOO) ist in Doha zugleich auch Mitglied der Österreichischen Regierungsdelegation. Mehr als 120 Staaten sowie zahlreiche Hilfsorganisationen verhandeln derzeit in Doha über die künftige Finanzierung von Armutsbekämpfung. (kap)
Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.