Meldungen vom 22.12.2008
- Papstplädoyer für Umweltschutz -
- Benedikt verteidigt Weltjugendtage -
- Kritik an Genderideologie -
Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: P. Max. Immanuel Cappabianca OP
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.
THEMEN DES TAGES:
Papst hält Grundsatzrede vor der Römischen Kurie
Umweltschutz und der Weltjugendtag – das sind die zwei großen Themenbereiche der Papstrede vor der römischen Kurie. Benedikt XVI. empfing am Montag Vormittag seine Mitarbeiter. Wie schon in den letzten Jahren nutze er die Gelegenheit zu einigen grundsätzlichen Orientierungen.
Papst Benedikt XVI. sieht als seine Höhepunkte des zu Ende gehenden Jahres die Bischofssynode über die Bibel, das Paulus-Jahr sowie seine drei Auslandsreisen. Die Pastoralreisen in die USA, nach Australien mit der Teilnahme am Weltjugendtag sowie nach Frankreich hätten die Kirche in der Welt als geistige Kraft präsent gemacht, sagte das Kirchenoberhaupt in seiner Jahresbilanz. Als „wertvollen Beitrag“ bezeichnete Benedikt XVI. die Rede des Rabbiners Schar Jaschuv Cohen vor der Bischofssynode über die Bibel sowie den Vortrag, den der orthodoxe Patriarch Bartholomaios I. vor dem gleichen Forum hielt.
Für eine ganzheitliche Sicht von Umweltschutz
Breiten Raum nahmen Überlegungen zu einem ganzheitlichen Verständnis von Umweltschutz ein. Die Verpflichtung hierzu liege im christlichen Schöpfungsglauben begründet, so der Papst.
„Der Glaube an die Schöpfung ist der letzte Grund für unsere Verantwortung für die Erde. Sie ist nicht nur einfach unser Eigentum, das wir nach Gutdünken ausbeuten können. Sie ist vielmehr Gabe des Schöpfers, der der Welt ihre innere Ordnung eingeschrieben hat. Dadurch gibt er uns als den Verwaltern seiner Schöpfung Hinweise, wie wir uns verhalten sollen.”
Eine Umweltethik sei notwendig, so Benedikt.
„Die Tatsache, dass die Erde, die Schöpfung den Schöpfergeist widerspiegelt, bedeutet, dass auch ihre rationalen Strukturen, die man im Experiment quasi berühren kann, in sich eine ethische Orientierung beinhalten. Der Geist, der sie geformt hat, ist mehr als Mathematik – er ist das personale Gute, der uns durch die Sprache der Schöpfung den rechten Weg weist.”
Da der Glaube an den Schöpfer ein wesentlicher Teil des christlichen Credo sei, könne und dürfe sich die Kirche nicht darauf beschränken, nur die Botschaft des Heils zu übermitteln.
„Sie hat eine Verantwortung für die Schöpfung und sie muss diese Verantwortung auch öffentlich zur Geltung bringen. Und dabei darf sie nicht nur die Umwelt, das Wasser und die Luft, als gemeinsames Gut aller schützen. Die Kirche muss auch den Menschen schützen vor der Selbstzerstörung. Es ist eine im rechten Sinne verstandene Ökologie des Menschen notwenig.”
Es sei keine altmodische Metaphysik, wenn die Kirche von der Natur des Menschen als Mann und Frau spreche und davon, dass diese Ordnung respektiert werden müsse. Nicht auf die Stimme Gottes hören, die sich in der Sprache der Schöpfung zeige, würde zur Selbstzerstörung des Menschen führen und damit zur Zerstörung des Werkes, das Gott selber gemacht hat.
„Was häufig mit dem Wort „Gender” gesagt und gemeint wird, läuft letztlich auf eine Selbstemanzipation des Menschen von der Schöpfung und vom Schöpfer hinaus. Der Mensch will sich selber erschaffen und ausschließlich und allein sich selber um das kümmern, was ihn betrifft. So lebt er aber gegen die Wahrheit, gegen den Schöpfergeist. Die Regenwälder verdienen durchaus unsern Einsatz zu ihrem Schutz, aber nichtsdestoweniger bedarf auch der Mensch als Geschöpf unsern Schutz, denn in ihn ist eine Botschaft eingeschrieben, die keineswegs die Freiheit des Menschen mindert, sondern seine Voraussetzung ist.”
Die Ehe als lebenslange Verbindung von Mann und Frau nannte Benedikt XVI. ein „Sakrament der Schöpfung”. Vor diesem Hintergrund habe sein Vorgänger Papst Paul VI. in seiner vor 40 Jahren erlassenen Enzyklika „Humanae vitae” die Liebe gegen eine Sexualität des Konsums und die Natur des Menschen gegen seine Manipulation verteidigt.
Jugendtage nicht nur Massenevents
Bei seinem Jahresrückblick ging er auch auf das Phänomen „Weltjugendtage” ein. Er verteidigte die Treffen gegen Kritik auch aus eigenen Reihen.
„Modische Analysen tendieren dazu, diese Tage als eine Variante des modernen Jugendkults anzusehen, als eine Art Rockfestival, kirchlich adaptiert, mit dem Papst als Star. Ob mit oder ohne Glaube, diese Festivals wären letztlich das Gleiche, und so meint man die Gottesfrage ausklammern zu können. Es gibt auch katholische Stimmen, die in diese Richtung gehen. Man meint, dass dies alles nur ein, wenn auch schönes, Spektakel ist, das nur geringe Bedeutung für den Glauben und für die Vergegenwärtigung der Frohen Botschaft heute hat. Die Weltjugendtage wären nur Feier-Ekstasen, die am Ende aber alle unverändert zurückließen, ohne sich in tieferer Weise auf das Leben auszuwirken.”
Das Wesentliche sei auf der Glaubensebene angesiedelt, so der Papst.
„Daher ist auch der Papst nicht der Star, um den sich alles dreht. Er ist einzig ein Stellvertreter. Er weist auf den Anderen hin, der mitten unter uns steht. Schließlich ist die feierliche Liturgie die Mitte des Gemeinsamen, denn in ihr ereignet sich das, was wir nicht machen können, und was wir gleichwohl erwarten. Er ist gegenwärtig. Er tritt mitten unter uns. Der Himmel tut sich auf und macht die Erde hell. Das ist es, was unser Leben fröhlich macht und es öffnet, und was uns mit den anderen in einer Freude eint, die nicht verglichen werden kann mit der Ekstase eines Rockfestivals.” (rv)
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Indonesien: Tsunamischäden weitgehend beseitigt
Vor vier Jahren hat ein Seebeben im Indischen Ozean einen gewaltigen Tsunami ausgelöst. Bei der verheerenden Flutwelle kamen damals hunderttausende Menschen ums Leben. Vier Jahre nach der Katastrophe hilft Caritas International immer noch beim Wiederaufbau. Es gibt schon Erfolge zu verzeichnen in Sachen „Infrastruktur”, aber auch, was die Trauma-Bewältigung der Opfer angeht. Christian Fischer ist seit drei Jahren für Caritas International in Banda Aceh tätig und berichtet.
„Nach drei Jahren kann man deutlich sehen, wie erfolgreich der Wiederaufbau verlaufen ist. Ich würde fast sagen, die Infrastruktur ist besser als vorher. Es gibt kaum eine Straße, die nicht asphaltiert ist. Und mittlerweile müssten alle Menschen, die ihr Haus verloren haben, wieder ein Haus bekommen haben. Wenn ich mich erinnere, hatte damals, wenn man durch die Straßen gegangen ist, jeder etwas zu erzählen. Jeder hatte Angehörige verloren, überall sind Familienmitglieder verloren gegangen. Das hat sich gebessert. Die Leute blicken sehr viel positiver in die Zukunft.”
Auch politisch gebe es Aufwind nach der autoritären Diktatur in Indonesien, so der Caritas-Mitarbeiter. Trotzdem müssten mögliche soziale Problemherde im Auge behalten werden, so Christian Fischer.
„Im Frühjahr des nächsten Jahres sind Präsidentenwahlen und Regionalwahlen. Es ist hier schon ein bisschen Wahlkampf. Überall flackern Fahnen der entsprechenden Parteien. Auch das ist ein positives Zeichen für die Menschen, dass sie erstmals an politischen Prozessen teilnehmen können. Man muss allerdings sagen, dass es eine gewisse Gefahr gibt, da die Küstendörfer und Küstenregionen relativ großzügig ausgestattet wurden. Auch die Hilfsorganisationen waren hier stark aktiv. Das Hinterland aber, die abgelegenen Dörfer, die durch den jahrelangen Bürgerkrieg stark in Mitleidenschaft gezogen wurden, haben weniger abbekommen. Das könnte in Zukunft ein neuer Konfliktherd werden.” (domradio)
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AUS UNSERM ABENDPROGRAMM:
Argentinien: Die „Hermanas Misioneras” in Buenos Aires - Ein Adveniatprojekt
In Jeans und Turnschuhen steht Paula Iramaín umringt von Jugendlichen in einem Hinterhof von Buenos Aires – und tanzt mit ihren Mitschwestern zusammen Hip-Hop. Was auf den ersten Blick aussieht wie eine Party, ist ein Projekt, das junge Ordensschwestern in Buenos Aires mit Unterstützung von Adveniat ins Leben gerufen haben. Kinder aus armen Familien bekommen hier Nachhilfe und persönliche Betreuung. (adveniat)
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UNSER AUDIO-ADVENTSKALENDER:
„Mit Paulus durch den Advent“ ist das Motto dieses Audio-Adventskalenders, und an 24 Tagen lesen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen ausgewählten Satz aus den Paulusbriefen. (rv)
22. Dezember
„Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Der Herr ist nahe. Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott! Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus bewahren.“ (aus Phil 4)
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DIE NACHRICHTEN:
Vatikan
Papst Benedikt XVI. hat den Teilnehmern des Taizé-Jugendtreffens in Brüssel ein Grußwort übermittelt. Wie der Vatikan am Montag mitteilte, vertraue der Papst darauf, dass die Jugendlichen entdecken, wie sich Hoffnung verbreiten lasse, indem sie ihr Leben einsetzen in einer Welt, in der so viel Armut, Ungerechtigkeit und Konflikte bestünden. Gott brauche den Glauben der Jugendlichen, ihre Kreativität und ihren Tatendrang, so die Botschaft weiter. Um auf Gottes Ruf antworten zu können, schenke er seine Gegenwart durch den Heiligen Geist, der neue Kraft schenke, wenn die Jugendlichen müde seien und sich ausgelaugt fühlten. – Vom 29.12. bis 2.1. werden 40.000 Jugendliche aus ganz Europa zu dem Treffen erwartet. Es findet statt im Rahmen des „Pilgerwegs des Vertrauens” der Gemeinschaft von Taizé. (rv)
Hier die Papst-Botschaft in der Übersetzung der Gemeinschaft von Taizé
Europa
Deutschland
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dem Kölner Kardinal Joachim Meisner zum 75. Geburtstag gratuliert. In einem im Kölner Stadt-Anzeiger (Montag) veröffentlichten Beitrag würdigte Merkel den Erzbischof als einen Christen, „der seine geistlichen wie politischen Anliegen in der Welt beharrlich verfolgt und seine Überzeugungen kraftvoll zu untermauern und darzulegen versteht”. Meisner wird am ersten Weihnachtstag an diesem Donnerstag 75 Jahre alt. Bereits als Bischof von Berlin und Vorsitzender der Berliner Bischofskonferenz habe er sich mit großer Hingabe und Kompetenz um die römisch-katholische Kirche verdient gemacht, so Merkel. Auch an der Spitze der größten deutschen Diözese, dem Erzbistum Köln, setze er sich seit nunmehr 20 Jahren unermüdlich für das Wohl von Kirche und Gesellschaft ein und ermuntere die Menschen zur Hinwendung zu Gott. Vorbildlich sei nicht zuletzt sein Engagement für das Kölner Kolumba-Museum, das Zuflucht vor der Rastlosigkeit des Alltags biete. Meisner wurde 1933 in Breslau geboren. Nach der Flucht lebte die Familie ab 1945 in Thüringen. Er absolvierte Banklehre und Abitur in Magdeburg und studierte dann Philosophie und Theologie in Erfurt. 1962 empfing Meisner dort die Priesterweihe und wurde 1975 Weihbischof. 1980 folgte die Ernennung zum Bischof von Berlin, drei Jahre später die Erhebung zum Kardinal. 1989 kam er nach Köln. Kürzlich hatte der Papst den Kardinal gebeten, weiter im Amt zu bleiben. Zum 75. Geburtstag müssen Bischöfe ihren Rücktritt anbieten. (kna)
Die Deutsche Bischofskonferenz hat Forderungen nach Christmetten nur für Kirchensteuerzahler zurückgewiesen. „Als missionarische Kirche freuen wir uns über jeden, der die Weihnachtsbotschaft hören will”, sagte eine Sprecherin am Montag auf Anfrage in Bonn. Es gebe keine Einlasskontrollen. „Die Pfarrgemeinden entscheiden selbst, ob es sinnvoll ist, Plätze für Ältere und Kranke freizuhalten”, fügte die Sprecherin hinzu. In vielen Kirchen gebe es wegen der vielen Besucher zusätzliche Bestuhlung; dennoch müsse man oft lange vor Beginn der Christmette anwesend sein, um einen Sitzplatz zu bekommen. Mit Blick auf übervolle Kirchen an Weihnachten hatten Politiker von CDU und FDP gefordert, die Gottesdienste an Heiligabend vorrangig für Kirchenmitglieder zu öffnen. Wer nicht in der Kirche sei, müsse auf Gottesdienstbesuche an diesem Tag verzichten, sagte das baden-württembergische CDU-Vorstandsmitglied Thomas Volk der „Bild”-Zeitung vom Montag.. Der Vorsitzende der Berliner FDP-Fraktion, Martin Lindner, plädierte für ein Sitzrecht für Kirchenmitglieder in Gottesdiensten am 24. Dezember. „Kirchensteuerzahler dürfen bei so wichtigen Messen nicht die Dummen sein und draußen bleiben”, sagte er. (kna)
Wer im kommenden Jahr eine kirchliche Trauung ohne vorausgehende Ziviltrauung wünscht, braucht dazu eine eigene kirchliche Unbedenklichkeitserklärung, das so genannte „Nihil obstat” (lateinisch „Es steht nichts im Wege”). Eine entsprechende Anordnung setzen die deutschen Bischöfe für ihre Jurisdiktionsbereiche derzeit in Kraft. Durch das am 1. Januar 2009 in Kraft tretende neue Personenstandsgesetz ist eine nur kirchliche Trauung möglich. Sie solle aber nur im Ausnahmefall erfolgen, „wenn eine standesamtliche Eheschließung für die Brautleute unzumutbar ist”, heißt es in der Ordnung. Insbesondere wird von ihnen das Versprechen erwartet, „alle Pflichten zu übernehmen und gewissenhaft zu erfüllen, die sie mit der kirchlichen Trauung übernehmen”. Dazu gehöre insbesondere auch die materielle Fürsorge der Ehepartner füreinander und für die aus der Ehe hervorgehenden Kinder. Die Brautleute sollten auch Gründe angeben, warum sie eine standesamtliche Eheschließung nicht wollten. (pm)
Der Hamburger Erzbischof Werner Thissen hat den Anschlag auf eine Kirche in seinem Bistum verurteilt. Unbekannte Täter hatten am Sonntagmorgen einen Brand in der Kirche von Poppenbüttel gelegt. „Die geschändete Kirche erfüllt uns mit tiefer Trauer. Aber ich bewundere Sie, dass Sie sich Ihre gläubige Zuversicht nicht durch Gewalttäter kaputtmachen lassen. Es ist wichtig, dass wir die Kirche haben. Aber noch wichtiger ist, dass wir Kirche sind. Das zeigen Sie in eindrucksvoller Weise”, sagte Thissen am Sonntagabend vor mehreren hundert Menschen, die sich vor der Kirche versammelt hatten. Erzbischof Thissen und der Pfarrer der Gemeinde, Anton Jansen, dankten den Feuerwehrleuten und der Polizei für ihren Einsatz. (kath.net)
Pünktlich zum Weihnachtsfest ist das Domradio Köln jetzt auch im Großraum Fulda über eine UKW-Frequenz zu hören. Über 70.000 Hörerinnen und Hörer können nun das Programmangebot des ersten offiziellen katholischen Hörfunksenders aus Köln empfangen. Die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) hatte dem domradio im September diese Hörfunk-Frequenz zugeteilt, um die sich 13 Hörfunkanbieter beworben hatten. Schon die Christmette am Heiligabend soll via UKW 99,2 gesendet werden können. Der offizielle Sendestart ist nach Auswertung der Testphase Anfang des Jahres 2009 geplant. Mehr Infos unter www.domradio.de. (pm)
Österreich
Als „guten Vater und umsichtigen Hirten” hat der Wiener russisch-orthodoxe Bischof Hilarion (Alfejew) den am 5. Dezember plötzlich verstorbenen Moskauer Patriarchen Alexij II. gewürdigt. Bischof Hilarion feierte am Sonntag in der Wiener russischen Nikolauskathedrale einen Gedenkgottesdienst für den verstorbenen Moskauer Patriarchen. Der Gottesdienst fand auf die Stunde genau zu jenem Zeitpunkt statt, an dem der Patriarch die Liturgie zur Wiedereinweihung der Kathedrale hätte leiten sollen. Bischof Hilarion erinnerte daran, dass Alexij das Bischofsamt in einer schweren Zeit der Verfolgung der Kirche übernommen habe. Nach seiner Wahl zum Patriarchen habe er sich in den Dienst neuer Möglichkeiten und Freiheiten gestellt. Im Rückblick müsse man von einem „Wunder” sprechen, dass sich eine gedemütigte und nur mehr geduldete Kirche wieder zu einem blühenden Patriarchat entwickeln konnte. Alexij II. sei ein liebevoller Vater seiner Kirche gewesen, betonte Bischof Hilarion. Seine oftmals zur Schau getragene Strenge sei für den „Führer und Motor” einer großen und aufstrebenden Kirche notwendig gewesen. (kap)
Russland
Zwischen der orthodoxen und der katholischen Kirche gibt es weitere Zeichen der Annäherung. Der katholische Bischof in Nowosibirsk, Josif Werth, hat bei einem orthodoxen Gottesdienst seinem russisch-orthodoxen Amtsbruder von Kemerowo, Bischof Aristarch (Smirnow), eine Reliquie des Heiligen Nikolaus überreicht. Der Festgottesdienst, an dem auch der Apostolische Nuntius in Moskau, Erzbischof Antonio Mennini, teilnahm, fand am russischen Nikolausfest in der trotz des Werktages von Gläubigen überfüllten orthodoxen Nikolauskathedrale in Kemerowo statt. Bischof Aristarch sagte, die Übergabe der Reliquie sei „ein wirkliches Zeichen der Liebe und der Wertschätzung zwischen der russisch-orthodoxen und der katholischen Kirche”. Er betonte, dass die östliche und die westliche Christenheit zahlreiche Heilige gemeinsam verehren. Bischof Werth betonte seinerseits, dieser Tag sei ein Beispiel dafür, wie das Verhältnis zwischen der katholischen und der orthodoxen Kirche sein könne. Wörtlich sagte er: „Orthodoxe und katholische Bischöfe, Priester und Gläubige begegnen einander und beten im Blick auf Christus. Ich bin sicher, dass sich in Zukunft solche Beziehungen auch in anderen Städten Sibiriens entwickeln werden”. Nuntius Mennini erklärte, es handle sich bei der Übergabe der Reliquie um eine „Geste der brüderlichen Liebe” von Seiten Benedikts XVI.. Der Papst habe persönlich gewünscht, dass die Reliquie dem orthodoxen Bischof und den Gläubigen von Kemerowo überreicht werde. Der katholischen Kirche sei es wichtig, den Dialog mit der orthodoxen Kirche weiterzuführen und zu vertiefen.” (kap)
Naher Osten
Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, hat Christen und Muslime im Gazastreifen zur Einheit aufgerufen. Wenn die Kirche die israelische Besetzung verurteile, dann spreche sie im Namen aller Palästinenser, sagte Twal beim traditionellen Vorweihnachtsgottesdienst des Patriarchen in der Pfarrei von Gaza. Die kleine christliche Minderheit in dem weitgehend abgeriegelten Krisengebiet sehne sich wie die meisten Muslime rundherum nach Frieden und Gerechtigkeit. Twal besuchte Gaza erstmals seit seiner Amtsübernahme im Juni. Unter den offiziellen Gästen in der überfüllten Kirche waren auch Politiker der islamistischen Hamas-Bewegung, die seit eineinhalb Jahren den Gazastreifen kontrolliert. Im Gazastreifen leben unter 1,4 Millionen Muslimen rund 3.000 Christen, von denen etwa 200 der katholischen Kirche des westlichen Ritus angehören. In den vergangenen Jahren war es im Zuge der inneren Unruhen in dem Krisengebiet und der gewaltsamen Machtübernahme der Hamas auch zu vereinzelten Übergriffen auf Christen und kirchliche Einrichtungen gekommen. Die einheimischen Kirchenvertreter beschworen daraufhin wiederholt das „traditionell unproblematische Miteinander” der beiden Glaubensgemeinschaften und begründeten die Ausschreitungen mit der insgesamt angespannten Situation. Die Spaltung des palästinensischen Volkes in zwei völlig abgetrennte Gesellschaften in Westjordanland und Gazastreifen sei ein Skandal, so der Patriarch in seiner Predigt. Besonders für die vielen Unschuldigen in Gaza sei die Situation ausgesprochen schwierig; die moderne Welt sei hart und ziehe Gewalt dem Recht vor. Wer die Weihnachtbotschaft „Friede den Menschen auf Erden” verkünde, müsse jedoch auch nach den „wirklich Friedenswilligen unter den Menschen” fragen. Am Rande des Patriarchenbesuchs wurde bekannt, dass der amtierende Pfarrer von Gaza, Manuel Musallam, die Pfarrei im Februar nach 14 Jahren verlassen und durch einen anderen Geistlichen ersetzt werde. Der Palästinenser Musallam hat immer wieder durch leidenschaftliche Appelle auf das Schicksal der Einwohner des Gazastreifens aufmerksam gemacht. (kna)
Asien
Sri Lanka
Zu Weihnachten wird es keinen Waffenstillstand zwischen der Regierung und den Widerstandkämpfern geben. Das hat ein Regierungssprecher jetzt in Colombo bekannt gegeben. Am vergangenen Mittwoch hatten die katholischen und anglikanischen Bischöfe des Landes beide Parteien zur Niederlegung der Waffen an Weihnachten und Neujahr aufgerufen. Inzwischen gehen die Kämpfe im Norden der Insel weiter. Die Militärführung hat die Einnahme der Stadt Killinochchi, die als Hochburg der Rebellen gilt, zu ihrem Ziel erklärt. (cna)
China
Die Bischöfe in der Volksrepublik brauchen die Ermutigung von Benedikt XVI. Das hat der Erzbischof von Hongkong, Kardinal Joseph Zen Ze-kiun, betont. Nach 50 Jahren der Religionsunterdrückung leisteten sie einen heroischen Dienst, brauchten allerdings die Unterstützung aus Rom und klare Vorgaben für ihre Arbeit. Im April dieses Jahres hatte der Vatikan 90 chinesische Bischöfe in ihrem Amt bestätigt, nachdem Unklarheiten über die Gültigkeit einiger nicht von Rom erteilten Ordinationen aufgetreten waren. Das Schreiben hatte die kirchlichen Prinzipien und die Verbundenheit mit dem Papst ins Zentrum des bischöflichen Hirtenamtes gestellt. (ucanews)
Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.