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Tagesmeldungen vom 2.5.2008

- Vatikan: Marktwirtschaft überprüfen -
- Afrikabischof: Hunger ist eine Schande -
- England: Newman bald selig? -


Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Gudrun Sailer

Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

THEMEN DES TAGES:

Vatikan: Die Marktwirtschaft muss überprüft werden, denn es gilt „quo vadis, Gemeinwohl?“
Der Heilige Stuhl prüft neue Wege zur Verteidigung des „Gemeinwohls” in Zeiten der Globalisierung. Welches sind die positiven Aspekte der Globalisierung, und auf welche Weise kann die Kirche gute Ansätze fördern? Dieser Frage gehen die Angehörigen der Päpstlichen Akademie für Sozialwissenschaften bei ihrer Vollversammlung nach, die an diesem Freitag im Vatikan begonnen hat. Bei der Vorstellung des Programms sagte der in Bologna lehrende Soziologe Pierpaolo Donati, Mitglied der Akademie: „Der für moderne Gesellschaften typische Kompromiss zwischen Staat und Markt kann auf die Globalisierung nicht mehr angemessen antworten. Unsere Hypothese ist: dieser Kompromiss zwischen dem regelnden und eingreifenden Staat einerseits und dem freiem Markt andererseits hat dazu beigetragen, viel Gutes zu schaffen und hat unter anderem auf der Basis der Nationalstaaten die Bürgerrechte begründet. Doch der Nationalstaat ist heute in der Krise. Deshalb kann der bisherige Kompromiss zwischen Staat und Markt der Globalisierung nicht genug entgegensetzen.”
Lange hoffte die Kirche, an die Stelle der alten Ideologien Sozialismus (also: mehr Staat) und Liberalismus (Freiheit von staatlichen Eingriffen) könnten eines Tages die Prinzipien Eigenverantwortung und Solidarität treten, so Donati.
„Doch das Problem ist, dass diese beiden Prinzipen entweder immer noch zu wenig bekannt sind oder aber missverstanden, verzerrt oder einfach nicht beachtet werden. Hier müssen wir Klarheit schaffen. Denn diese Themen werden identifiziert mit Dingen, die nicht das Geringste zu tun haben mit Eigenverantwortung oder Solidarität, wie das die Sozialdoktrin der Kirche lehrt.”
Aufgabe gerade der christlichen Sozialwissenschaft sei es, „gute Praktiken” aufzuzeigen, die aus der Kombination von Eigenverantwortung und Solidarität entstanden seien. Konkret benannte Donati Mikrokredite, Internet-Sharing oder regionale Landwirtschaftsbanken. (rv)
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Ghana: „Hunger ist eine Schande”
Dass es heute noch Hunger gibt, ist eine Schande. Das sagt angesichts der akuten Nahrungsmittelkrise und der Bemühungen der UNO, sie zu mildern, der Erzbischof von Accra, Hauptstadt des westafrikanischen Landes Ghana. Zwar sei es löblich, dass die UNO nun eine „Task Force” zur Bekämpfung der Nahrungsmittelteuerungen beschlossen habe. Doch wüssten viele der Abermillionen Menschen, die vom Hunger bedroht sind oder bereits an Mangelerscheinungen leiden, nicht, was sie von solchen Maßnahmen halten sollen, so Erzbischof Charles Palmer-Buckle: „Ich bin etwas skeptisch. Wie oft haben denn die so genannten reichen Länder, die über zahlreiche Ressourcen verfügen und Nahrungsmittel in Silos lagern, Dinge versprochen, die sie nie gehalten haben? Ich bin davon überzeugt, dass die Welt heute genug landwirtschaftliche Produkte hat, um alle Menschen der Welt zu ernähren, ohne dass irgend jemand hungern müsste. Dass es heute noch Hunger gibt, halte ich für eine echte Schande.”
Papst Benedikt XVI. habe gut daran getan, beim Regina Coeli vom vergangenen Sonntag auf die vielfältigen Probleme Afrikas hinzuweisen, sagt Erzbischof Palmer-Buckle. Er macht auch auf den politischen Aspekt der Nahrungsmittelkrise aufmerksam.
„Wir nutzen die Gelegenheit, an die Weltkirche zu appellieren, uns zu helfen. Vor allem aber wollen wir auch mit Politikern sprechen, und zwar auf internationaler Ebene. Zu oft misslingt es unseren Politikern und Staatschefs, über die eigenen Interessen und die eigene Macht hinauszusehen. Sie sind beispielsweise dazu bereit, eine Menge Geld zusammenzukratzen, um sie für Waffen auszugeben, die am Ende ausschließlich Tragödien anrichten. Darüber vergisst man, dass Afrika auch viel Gutes zu bieten hat – etwa einen großen spirituellen und religiösen Reichtum.” (rv)
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Vatikan/Großbritannien: Newman bald selig?
Das Seligsprechungsverfahren für Kardinal John Henry Newman tritt in die letzte Phase. Der Vatikan hat nun ein Wunder anerkannt, das auf die Fürsprache des englischen Kardinals zurückgeführt wird. Das bestätigte Peter Jennings, Sprecher des Oratoriums von Birmingham, das die Seligsprechung betreibt.
„Am 24. April hat die medizinische Kommission, die die vatikanische Selig- und Heiligsprechungskongregation ernannt hat, den Fall eines Diakons geprüft - Jack Sullivan, 69 Jahre alt, ein verheirateter Diakon der Erzdiözese Boston in Massachusetts. Man kam zu dem Schluss, dass seine Heilung von einem schweren Rückenmarkschaden am 15. August 2001, also am Fest Christi Himmelfahrt, menschlich gesprochen unerklärlich ist. Der nächste Schritt im Verfahren ist nun, dass die theologische Kommission zusammentritt. Papst Benedikt könnte, wenn auch dieser Schritt gesetzt ist, das Dekret zur Seligsprechung Ende des Jahres unterzeichnen. Und dann wäre eine Seligsprechung Kardinal Newmans zu Beginn des Frühjahres 2009 möglich.”
John Henry Newman, zunächst hoch angesehener anglikanischer Theologe, ist einer der prominentesten Konvertiten der Kirchengeschichte. Sein Verfahren zur Seligsprechung wurde 1991 eröffnet. (rv)
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Vatikan/Kuba: Engagierte Laien
Papst Benedikt XVI. hat das Vorhaben der kubanischen Bischöfe gewürdigt, einen engagierten Laienstand heranzubilden. Die Oberhirten sollten den katholischen Gläubigen zu mehr Möglichkeiten der Bibellektüre und des Nachdenkens über das Wort Gottes verhelfen, sagte der Papst zu kubanischen Oberhirten, die sich zum Ad Limina-Besuch in Rom aufhalten.
„Ausgerüstet mit breitem religiösem Wissen, besonders über die Sozialdoktrin der Kirche, können die katholischen Laien in allen Räumen der Gesellschaft Zeugnis ihres Glaubens ablegen. Hierbei wünsche ich mir für die Kirche auf Kuba, dass sie, wie es ihrem legitimen Streben entspricht, einen normalen Zugang zu den sozialen Kommunikationsmitteln haben kann.”
Die kubanischen Bischöfe sollten auch auf eine Stärkung der Ehe und der Familie achten, empfahl der Papst. Familien sollten die Möglichkeit haben, ihre Verpflichtung und ihr „fundamentales Recht” auf die religiöse und moralische Erziehung ihrer Kinder wahrzunehmen. (rv)
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Bosnien: Bischof warnt vor Versagen Europas
Fünfzehn Jahre nach dem Frieden von Dayton sind immer noch über eine Millionen Menschen nicht in ihre Heimat in Bosnien zurückgekehrt. Trotz internationaler Verwaltung ist immer noch kein funktionsfähiger Rechtsstaat aufgebaut, die Schere zwischen Arm und Reich wächst und immer mehr Menschen sehen keine Perspektive mehr in ihrer früheren Heimat. Das ist kein Zustand klagt der Bischof von Banja Luka und Vorsitzender der bosnischen Bischofskonferenz Franjo Komarica. Es gehe nicht an,… „…den Vertrieben nicht die Rückkehr zu ermöglichen und menschenwürdig zu leben an ihrem Geburtsort. Und gerade dies geschieht mit Hunderttausenden meiner Landsleute hier in Europa. Und das ist nicht nur für diese Menschen, sondern für das Land und für Europa schade; und auch eine Schande für diejenigen, die sich anmaßen, Gott zu sein und über Schicksale von Menschen und Völker zu entscheiden.”
Leider kümmerten sich die Verantwortlichen viel zu wenig um die entrechteten Menschen.
„Mit Bedauern und tiefer Enttäuschung müssen wir heute als unmittelbare Augenzeugen dieses unmenschlichen Vorgehens miterleben, dass die offiziellen Vertreter der internationalen Politik, als auch der einheimischen Politik, die eigentlich nur ausführende Kräfte sind, dass die diese ethnischen Säuberungen nicht richtig erkannt haben und teilweise die Ziele und Absichten der ethnischen Säuberungen teils auch mitunterstützt haben.”
Für den Bischof ist es deswegen unakzeptabel, dass man – wie er sagt – „Kriegsverbrecher unterstützt und belohnt und die Kriegsopfer bestraft”.
„Deswegen erwarte ich auch, dass eine Hilfe gezielt diesen geschundenen und entrechteten Menschen dort zufließt. Mir haben zwar die Leute in Brüssel gesagt: Wir haben viel Geld gegeben, aber keine Soldaten. Das ist eine nicht zufrieden stellende Antwort! Wie konnten sie das Geld geben, wenn sie nicht wussten wem? Warum haben sie das Geld ohne Abrechnung gegeben? Warum haben sie nicht gezielt das Geld an Notleidende gegeben? Und nicht den Kriegsgewinnern und Kriegsverbrechern? Das geht einfach nicht!”
Die meisten Katholiken seines Bistums leben derzeit außerhalb des Landes. Viele von ihnen wollten aber zurückkehren.
„Ich habe momentan eine Liste von 9.000 Familien, die zurückkehren wollen. Es ist da niemand: Kein Staat, kein Politiker, keine Regierung, keine Gemeinde, keine Partei, welche ihnen das Notwendigste ermöglichen will – Häuser zu bauen oder die notwendigen Grundlagen für das Leben.”
Es fehle vor allem der politische Wille, so der Bischof: „Nach meinen Erfahrungen bis jetzt mit europäischen und amerikanischen Politiker muss ich leider Gottes feststellen, dass immer noch sehr viel Zwietracht und Uneinigkeit, Unehrlichkeit, Unredlichkeit, Unentschlossenheit herrschen unter den europäischen und amerikanischen Politikern. Die bekämpfen sich leider Gottes gegenseitig. Die haben keine gemeinsame Politik, was Südosteuropa und die Balkanländer betrifft. Das haben mir sehr viele gesagt! Und das vermisse ich. Mit anderen Worten: Bosnien ist der Lackmustest für Europa und auch die Konstellation Europa-USA!”
Ein Erfolg in Bosnien könnte auch Vorbildfunktion für andere Konfliktherde haben: „Denn nirgendwo in Europa ist m.W. auf so einem kleinen Fleck so viel Unterschiedlichkeit. Ethnische Unterschiede, kulturelle, religiöse, zivilisatorische oder wirtschaftliche. Und gerade, wenn dies Bosnien gelingt, dann wird es auch Europa gelingen. Wenn es in Bosnien nicht gelingt, dann sind wir alle mitschuldig; besonders diejenigen, die nichts oder kaum etwas unternommen haben.”
Doch Komarica hat die Hoffnung nicht aufgegeben: „Ich hoffe wirklich, dass die konstruktiven Kräfte im europäischen Parlament, bzw. in der europäischen Politik, dass die entschlossener wirklich sagen: Bosnien ist unsere Sache. Bosnien liegt in unserem Haus!” (rv)
Das Gespräch führte Pater Max Cappabianca OP im April beim Kongress „Treffpunkt Weltkirche” von Kirche in Not in Augsburg. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Benedikt XVI. reist bereits drei Tage vor dem Weltjugendtag nach Australien. Das teilte das dortige Organisationskomitee am Freitag mit. In der zusätzlichen Zeit wolle der Papst sich erholen und auf das Treffen mit den jungen Menschen vorbereiten. Der Koordinator des Weltjugendtags Weihbischof John Fisher OP sagte, er sei gebeten worden, einen Urlaubsort zu empfehlen. Er habe dem Vatikan daraufhin einen schönen, ruhigen und angemessenen Ort vorgeschlagen. Allerdings könne er nicht angeben, wo der Papst seinen Urlaub machen werde, denn er wolle sich erholen und wünsche, dass seine Privatssphäre respektiert werde. Der Papst wird am Sonntag, dem 13. Juli in Australien erwartet. Insgesamt dauert der Aufenthalt acht Tage - es ist die bisher längste Auslandsreise des Papstes. (rv)

Vatikan/Österreich
Der Leiter der deutschsprachigen Abteilung am vatikanischen Staaatssekretariat, Christoph Kühn, wechselt nach Wien. Zum 1. Juli übernimmt der promovierte Kirchenrechtler und Vatikan-Diplomat eine neue Aufgabe an der Apostolischen Nuntiatur in Österreich. Der 44-jährige Kühn ist Priester der Diözese Eichstätt. Während seiner Amtszeit im Staatssekretariat diente er den Päpsten Johannes Paul II. und Benedikt XVI. Zugleich war er ein enger Mitarbeiter der Kardinal-Staatssekretäre Angelo Sodano und Tarcisio Bertone. Zu seinen Aufgaben gehörte u.a. die Vorbereitung und Mitgestaltung des deutschsprachigen Teils der Generalaudienz des Papstes. Während seiner Amtszeit und im Zuge des Pontifikatswechsels wurde die deutschsprachige Abteilung des Staatssekretariats personell verstärkt. Kühn fungierte auch als Koordinator der Gemeinschaft der deutschsprachigen Mitarbeiter an der vatikanischen Kurie. Er feierte immer wieder Gottesdienste mit Pilgern aus den deutschsprachigen Ländern und hielt Vorträge für Besuchergruppen. Kühn, seit 2004 Träger des Großen Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich, war auch an der Vorbereitung des Mitteleuropäischen Katholikentages 2003/2004 beteiligt und begleitete den damaligen Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano nach Mariazell, als dieser den erkrankten Papst Johannes Paul II. bei der Abschlussmesse vertrat. Als Abteilungsleiter für die deutschsprachigen Länder begleitete er Papst Benedikt XVI. im September 2007 bei seiner Pilger- und Pastoralreise nach Wien, Mariazell und Heiligenkreuz. (kap)

Europa

Europäische Union
Die kulturell-anthropologische Krise ist die größte Herausforderung für die Kirche in Europa. Dies haben die Präsidien des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) und  der EU-Bischofskommission Comece bei einer Zusammenkunft festgehalten, die vor wenigen Tagen in Budapest stattfand. Dazu eingeladen hatte Kardinal Peter Erdö, Erzbischof von Budapest und CCEE-Präsident. Mit dieser Krise gehe ein geschwächter Sinn für das Leben und für die ethische Verantwortung gegenüber dem Leben, der Familie, der Gerechtigkeit und der Bewahrung der Schöpfung einher, stellten die Verantwortlichen der beiden bischöflichen Organisationen mit Besorgnis fest. Als Antwort auf diese Situation genügt es nicht, „eine von Gott entleerte, allgemein gehaltene spirituelle Dimension wieder aufzunehmen”, sondern es sei vielmehr nötig, „Gott Europa zurück zu schenken”. Am kommenden Montag findet in Brüssel die vierte Begegnung zwischen den Verantwortlichen der europäischen Institutionen und der Führer der in Europa vertretenen Religionen statt. Dabei geht es um den interkulturellen Dialog, um Versöhnung und um den Klimawandel. (kap)

Italien
Die katholischen Ordensleute wollen die Sorge um die Aids-Kranken und deren Familien verstärken. Unter dem Titel „In loving service” findet zu diesem Zweck von 3. bis 5. Mai in Rom eine internationale Tagung der Vereinigungen der Generaloberen und der Generaloberinnen der männlichen und weiblichen Ordensgemeinschaften statt. Bei der Tagung wird eine Studie präsentiert, die von den beiden Vereinigungen in Zusammenarbeit mit der UN-Agentur zur Bekämpfung von Aids und der katholischen Georgetown University erstellt wurde. Ziel der Studie ist es, die Zuwendung zu den rund 40 Millionen HIV-positiven Personen in aller Welt (davon zwei Drittel in Afrika) zu intensivieren. Die katholische Kirche steht bereits jetzt an vorderster Front im Kampf gegen Aids. Bei einer Pressekonferenz zur Präsentation der Tagung betonte der Kamillianerpater Frank Monks, dass das Engagement der Ordensleute allen von Aids Betroffenen gelte, „ohne jede Unterscheidung von Religion, Nation oder Kultur”. Es gehe aber darum, die Initiativen der einzelnen Orden besser zu koordinieren, um die Anwaltschaft für die Anliegen der HIV-Positiven bei den internationalen Institutionen und bei den Regierungen durchschlagskräftiger zu machen, aber auch die Anstrengungen zur Vorbeugung und die Hilfe für die aktuell Kranken zu intensivieren. (kap)
Der Mailänder Kardinal Dionigi Tettamanzi hat eine neue Familienpolitik eingefordert, die „konkreter und substantieller ist”. Um die Veränderungen in der Arbeitswelt zu bewältigen, müssten Politik und Gesellschaft die Familie unterstützen und sie als „erstrangiges und unersetzliches” Subjekt des Zusammenlebens anerkennen, sagte der Kardinal in einem Aufruf zum 1. Mai. Es reiche nicht aus, den Familien „kleine Almosen” zukommen zu lassen, vielmehr sollten alle gesellschaftlichen Veränderungen „Maß an der Familie nehmen”. Es genüge zum Beispiel nicht, den Frauen gleiche Rechte am Arbeitsplatz zuzusichern, betonte der Kardinal. Vielmehr müssten Bedingungen geschaffen werden, damit die Mütter wirklich Familie und Berufstätigkeit verbinden können. Dazu sei u.a. eine ausreichende Zahl von Kinderkrippen und Kindergärten notwendig. (kap)
Der Bischof von Assisi hat das Vorgehen der Stadt gegen Bettler kritisiert. Bloße Sanktionen gegen Menschen in Not reichten nicht aus, so Bischof Domenico Sorrentino in einer Stellungnahme. Gerade in einer Stadt, die sich des „Geistes von Assisi” rühme, seien Anlaufstellen nötig, um Notleidenden einen Ausweg aus der Bettelei zu ermöglichen. Assisis Bürgermeister Claudio Ricci (Forza Italia) hatte vor einer Woche per Erlass Betteleien in einem Umkreis von 500 Metern um Kirchen verboten. Der Kustos des Minoritenkonvents San Francesco, Vincenzo Coli, hatte die Maßnahme gebilligt. Man müsse unterscheiden zwischen berufsmäßigen Bettlern und solchen, die echte Not litten. Seit einer Woche haben die Franziskaner in der Wallfahrtsbasilika Santa Maria degli Angeli einen privaten Wachdienst engagiert, um Pilger vor zudringlichen Bettlern zu schützen. (apic)

Tschechische Republik
Im seit 14 Jahren dauernden Rechtsstreit um dem Veitsdom will der Prager Kardinal Miloslav Vlk erneut das Oberste Gericht Tschechiens anrufen. „Ich habe mich unter den Kommunisten (um den Dom) geschlagen, und ich werde das auch unter demokratischen Verhältnissen tun”, sagte Vlk der tschechischen Presse (Freitag). Notfalls werde er sich an das Verfassungsgericht oder den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg wenden. Vlk reagierte damit auf eine Entscheidung des Prager Stadtgerichts vom Mittwoch, nach der die Kathedrale dem tschechischen Staat gehöre. Das Gericht bestätigte damit die Entscheidung einer untergeordneten Instanz aus dem vergangenen Jahr. Das Oberste Gericht hatte den Dom 2005 bereits einmal der katholischen Kirche zugesprochen. Im Januar hatten sich Staat und Kirche unabhängig von dem Rechtsstreit über die Nutzung des Veitsdoms geeinigt. Der Staat trägt seither sämtliche Betriebs- und Erhaltungskosten. Die Kirche zahlt für die Nutzung eine symbolische monatliche Pauschale von umgerechnet etwa 20 Euro. Sie darf keinen Eintritt für den Besuch der Kathedrale erheben. Das kommunistische Regime hatte den gotischen Veitsdom in den 1950er Jahren verstaatlicht. (kna)

Afrika

Senegal
Kardinal Theodore Adrien Sarr von Dakar ruft angesichts der Nahrungsmittelkrise zur Solidarität mit der ländlichen Bevölkerung auf. Auf dem Land sei die Hungerkrise besonders drastisch, in bestimmten Gebieten nähmen die Menschen nur eine Mahlzeit pro Tag zu sich, warnte ein Ernährungswissenschaftler. „Im Namen unserer Gottesebenbildlichkeit können wir nicht akzeptieren, das ein Mann, eine Frau oder ein Kind wegen des Mangels an Nahrungsmitteln leidet”, schreibt der Erzbischof von Dakar in einem via Medien verbreiteten Appell. Außerdem kündigte er für Anfang Juni eine landesweite Gebetswoche für eine ausreichende Regenzeit an. Im Senegal haben mangelnde Niederschläge vom Vorjahr, gefolgt von Teuerungen, die Hungerkrise verursacht. (apic)

Asien

China
Katholiken und andere Christen in China debattieren derzeit, wie sie sich während der Olympischen Spiele verhalten sollen. Auf der einen Seite wollten manche Katholiken Kontroversen vermeiden, andere dagegen formierten sich zum Protest gegen die Regierung, so die Agentur Ucanews. „Friedlicher Protest sollte möglich sein”, meint dazu ein Priester aus Hongkong, der ungenannt bleiben möchte. Der Generalvikar der Diözese, Dominic Chan Chi-Ming, sagte, es seien keine besonderen Aktionen während des Fackellaufs oder der Olympischen Spiele geplant. Jedoch könnten ausländische Athleten in vielen Gemeinden englischsprachige Messen besuchen. (ucanews)

Amerika

Vereinigte Staaten
Kardinal Justin Rigali begrüßt eine Gesetzesinitiative der Republikaner im U.S.-Kongress zum Verbot von Chimären bereits im embryonalen Stadium. Das berichtete am Donnerstag die Nachrichtenagentur CNA. Der Vorsitzende des Pro-Life-Komitees der amerikanischen Bischofskonferenz sieht in einem möglichen Verbot von tierisch-menschlichen Embryos eine Gelegenheit, den „Missbrauch von Technologien, die die Menschenwürde untergraben, zurückzudrängen.” Ein Abgeordneter hatte am 24. April einen entsprechenden Antrag im Kongress eingebracht; ein Gesetzes-Initiative ähnlichen Inhalts war im Senat bereits vor einem Jahr gestartet worden. (cna)

Mexiko
Kirchenvertreter haben die Herabsetzung der Strafen für illegale Einwanderer in Mexiko begrüßt. Dies sei ein großer humanitärer Fortschritt, so die Erzdiözese Mexiko-Stadt in einer Pressemitteilung. Die meisten Migranten kommen aus Zentral- und Südafrika und durchqueren Mexiko auf dem Weg in die Vereinigten Staaten. Illegale Einwanderer seien häufig deportiert worden. Das Gesetz sah bisher Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren vor. Im Jahr 2007 nahm die mexikanische Einwanderungsbehörde nach eigenen Angaben rund 120.000 Personen ohne Aufenthaltsgenehmigung fest. Die Kirchenvertreter kritisierten auch die mexikanische Regierung: Einerseits werfe diese den USA vor, mexikanische Einwanderer schlecht zu behandeln. Gleichzeitig verletze die Regierung im eigenen Land aber selber die Menschenrechte von Migranten. (cns)

Bolivien
Die Bischöfe des Landes haben die Regierung und die nach Autonomie strebenden Regionen aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. In einer Pressemitteilung heißt es, nur friedliche Verhandlungen könnten die Probleme des Landes lösen. Im Hintergrund stehen geplante Referenden in einigen Landesteilen, so u.a. in der Region um Santa Cruz. Diese Landesteile fühlen sich durch Präsident Evo Morales, der der indigenen Bevölkerungsmehrheit angehört, nicht genügend repräsentiert. (rv)


Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

Programmvorschau:

Heute Abend, 02.05.2008: Prisma-Magazin
Themen u.a.: Österreich: Wie war das möglich? Der Inzestskandal von Amstetten / Deutschland: Am Sonntag Seligsprechung von Mutter Rosa Flesch / Deutschland: Ist ein Sterbender Kunst? / Deutschland: Blutritt in Weingarten – Mit 3000 Pferden einer Christusreliquie die Ehre erweisen

Samstag Abend, 03.05.2008: Manfred Lütz - Kommentar der Woche
Magdalena Bogner - Sonntagsbetrachtung

Sonntag Abend, 04.05.2008: Sie schreiben – wir antworten - Mit Pater Eberhard von Gemmingen SJ

Montag Abend, 05.05.2008: Weltkirchen-Magazin
Themen u.a.: Bosnien: Der Limburger Bischof Tebartz Van Elst vor Ort

Jeweils 20.20 Uhr und am Folgetag um 6.20 Uhr


Radio Vatikan sendet täglich:

16.00 Uhr „Treffpunkt Weltkirche“ (KW 5885, 7190, 7250, 9645)

6.20 Uhr „Magazin“: (1530 kHz, 4005 kHz, 7250 kHz)

20.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag: (1530 kHz, 4005 kHz, 5885 kHz, 7250 kHz)

Radio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

  • Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
  • domradio Köln zwischen um 18.00 Uhr und 20.00 Uhr hören Sie mehrere Beiträge von Radio Vatikan aus dem Nachrichtenjournal.
  • World-Radio-Network um 0.45, 4.30, 08.00, 09.30 und 16.00 Uhr (MESZ), über ASTRA 1H, Tonunterträger von MTV-deutsch, 12.633,25 MHz Horizontal. In Berlin auf UKW 97,2.
  • Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz.
  • Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
  • Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz

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Verantwortlich: P. Eberhard v.Gemmingen SJ / Stefan v. Kempis
Radio Vatikan, Deutschsprachige Abteilung
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