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Tagesmeldungen vom 4.5.2008

- Papst: Aufruf zur heldenhaften Heiligkeit -
- Österreich: „Zu viel Erotik schadet“ -
- Vatikan: Papst „fehlt“ auf der VIP-Liste -


Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Mario Galgano

Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

THEMEN DES TAGES:

Papst: „Kirche ruft zur heldenhaften Heiligkeit auf“
Der katholische Laienverband „Katholische Aktion“ soll weiterhin „ihre Liebe zur Kirche“ pflegen. Das betonte Papst Benedikt XVI. bei seiner Ansprache nach dem Gottesdienst auf Petersplatz an diesem Sonntag. Über 100.000 Mitglieder der „Katholischen Aktion“ – vorwiegend aus Italien – hörten den Worten des Papstes zu. Die Heilige Messe wurde zum 140jährigen Bestehen des Verbandes in Italien gefeiert. Der Papst wörtlich:
„In einer Kirche, die sich täglich mit einer relativistischen, hedonistischen und materialistischen Mentalität auseinandersetzen muss, sind die Katholiken gefordert, die Vernunft zu fördern ganz im Zeichen eines Glaubens, der wohlgesinnt ist gegenüber der menschlichen Intelligenz. Das gilt sowohl für einfache Gedankengänge als auch für intellektuellere Bereiche. Die Kirche ruft nämlich alle dazu auf, sich durch eine heldenhafte Heiligkeit Gott seine Liebe zu bestätigen. Ich bitte euch deshalb, ohne Angst diesen Aufruf zu folgen, immer im Vertrauen auf die Güte und Barmherzigkeit Gottes.“
Der Papst lobte auch den Sinn und Zweck der katholischen Laienbewegung.
„Ein wichtiges Anliegen der Katholischen Aktion ist die Förderung der Zusammenarbeit christlicher Kirchen, die Unterstützung der Familie und das Evangelium als Frohe Botschaft für jeden einzelnen Christen persönlich erfahrbar zu machen.“
In Ländern wie Deutschland, die bereits vor dem Ersten Weltkrieg einen starken Verbandskatholizismus kannten, blieb die Entfaltung der Katholischen Aktion immer gering ausgeprägt. Eine ähnliche Funktion erfüllt in der Bundesrepublik das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). (rv)
Hier zum Nachhören

Benedikt XVI.: „Pfingsten ist Zeit des Gebets“
Der Petersplatz sehe an diesem Sonntag wie ein großer „Abendmahlsaltar“ aus. Das stellte Papst Benedikt XVI. beim Regina Coeli an diesem Sonntag auf dem Petersplatz fest. In der Tat waren der ganze Platz vor dem Petersdom sowie fast die gesamte „Via della Conciliazione“ mit einer ungewöhnlich hohen Menschenmenge gefüllt. Die meisten Teilnehmer waren anlässlich des Gottesdienstes und der Begegnung der italienischen „Azione Cattolica“ mit Papst Benedikt XVI. gekommen. Doch auch zahlreiche Pilger und Besucher aus Ländern deutscher Sprache waren anwesend. Ihnen sagte der Papst:
„Diese Tage vor Pfingsten sind eine Zeit des besonderen Gebets um den Heiligen Geist. Bitten wir inständig um die Gabe des Geistes Gottes! Er macht uns neu, er schenkt Leben und gibt Kraft, das Antlitz der Erde zu erneuern. Der Herr erfülle euch mit seiner Gnade und seinem Frieden.“ (rv)
Hier zum Nachhören mit dem Segen des Papstes

Papst: Friedensappell beim Rosenkranzgebet
Papst Benedikt XVI. hat beim Rosenkranzgebet am Samstagabend für den Weltfrieden, die Einheit der Christen sowie den Dialog der Kulturen aufgerufen. Der Rosenkranz, wenn er nicht mechanisch und oberflächlich gebetet werde, könne Frieden und Versöhnung bringen, sagte der Papst bei der Eröffnung des traditionellen katholischen Marienmonats in der römischen Basilika Santa Maria Maggiore. Der Rosenkranz erlebe einen „neuen Frühling“, sagte Benedikt XVI. mit Blick auf eine neuerlich wachsende Marienfrömmigkeit unter katholischen Jugendlichen. Das Gebet rufe bedeutende Momente der Heilsgeschichte ins Bewusstsein und stelle mit der Betrachtung der traditionellen „Geheimnisse“ Christus ins Zentrum des Lebens. Benedikt XVI. nannte das Rosenkranzgebet im Mai eine „schöne Tradition, die ich seit meiner Kindheit gepflegt habe“. Die Maienabende riefen in ihm schöne Erinnerungen an abendliche Treffen zum gemeinsamen Marienlob wach. (rv)
Hier zum Nachhören

Österreich: Bischof Küng, „Inzestfall ist Alarmsignal“
Im Inzest-Fall im österreichischen Amstetten prüft die Polizei nun, ob der 73-jährige Täter Komplizen hatte. Maßnahmen zur Vorbeugung gegen Sexualverbrechen seien wichtiger als Strafverschärfungen. Das sagt der St. Pöltener Diözesanbischof Klaus Küng zum Inzest-Fall in Amstetten in unserem „Interview der Woche“. Der Ort befindet sich in Küngs Diözese. Gudrun Sailer hat ihn gefragt, wie er sich nach Bekanntgabe des Falles gefühlt habe.
„Es ist ein grauenhafter Inzestfall, man kann es eigentlich gar nicht fassen, dass so etwas vorkommen kann, auch dass es nicht wahrgenommen wurde, nicht bemerkt wurde. Da habe ich auch meine Zweifel, ob das wirklich möglich ist, dass so etwas über Jahre hinweg verborgen bleibt. Gleichzeitig denke ich schon, das ist ein besonders schlimmer Fall, der sich hier zeigt, aber Missbrauch kommt leider doch ziemlich häufig vor – nicht nur in Österreich.“
Wo liegen Ihrer Einschätzung nach die Gründe dafür?
„Das hängt, denke ich, damit zusammen, dass wir in einer allgemeinen Erotisierung stecken. Die Medien, ich denke besonders an den Einfluss von Internet oder Fernsehen, haben eine Überfülle von Eindrücken, auch die ganze Werbung geht in diese Richtung. Das sind große Gefahren auch für geradezu krankhafte Entwicklungen. Ich glaube, dass wir wirklich in diesem Vorfall einen Alarm sehen müssen, um von neuem bewusst zu machen, wie wichtig es ist, die Familie zu stützen, sie notwendig es ist, dass die Eheleute vorbereitet und begleitet werden. Damit die Voraussetzungen geschaffen werden für eine gesunde Entwicklung der Kinder, aber im Grund genommen von Jung und Alt. Ich glaube auch, dass wir eine wichtige Aufgabe haben, die Tugend der Keuschheit von neuem zu verkünden und bewusst zu machen, dass der Mensch in seiner ganzen Persönlichkeitsentwicklung geschädigt sein kann. Und selbstverständlich kein geistliches Leben, ja keine echte Beziehung möglich ist, wenn nicht auch in diesem Punkt die Menschen lernen, richtig zu leben. Da denke ich, dass wirklich Handlungsbedarf besteht.“
Sie sagen, es handelt sich um einen ganz besonders tragischen Fall. Hätte es eine Möglichkeit geben, sich dagegen zu wappnen, hätte man diese menschliche Tragödie vermeiden können?
„Ich glaube, dass man immer nachher, wenn so etwas geschehen ist, alles besser weiß. Ich glaube auch, dass es immer wieder solche furchtbaren Dinge gegeben hat und gibt, und wir wahrscheinlich auch nicht vermeiden können, dass so etwas passiert. Wohl in jedem Land gibt es solche Dinge. Ein Punkt, der mir ganz wichtig scheint, wo wir auch in der Diözese – unabhängig von diesem Fall – schon seit längerem bemüht sind, ist, dass alle Erwachsenen lernen müssen, sensibel zu sein für Symptome, die sich manchmal bei Kindern und Jugendlichen zeigen, die vielleicht darauf hinweisen, das Missbrauch vorliegt und da müssen wir reagieren bzw. auch die Jugendlichen fähig machen, dass sie über ihre Probleme sprechen, und wir müssen auch ihnen verfügbar sein, um einzugreifen, wenn es nötig ist.“ (rv)
Hier zum Nachhören

D: Seligsprechung der „Schwester der Armen“
Mehrere tausend Menschen versammelten sich am Sonntag im Trierer Dom, um an der Seligsprechung der Gründerin des Ordens der Waldbreitbacher Franziskanerinnen, Mutter Maria Rosa Flesch, teilzunehmen. Der Gottesdienst fand unter der Leitung des Kölner Kardinals Joachim Meisner statt. Mit der Seligsprechung der Ordensgründerin stellt die katholische Kirche fest, dass Mutter Rosa (1826-1906) vorbildlich aus dem Glauben gelebt habe und Christus in besonderer Weise nachgefolgt sei. Das Seligsprechungsverfahren war 1957 auf Antrag der Waldbreitbacher Franziskanerinnen vom Trierer Bischof eingeleitet worden. Im vergangenen Jahr schloss der Papst es ab. Kurz zuvor hatte die vatikanische Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen die nach ihrem Urteil medizinisch nicht erklärbare Heilung einer jungen Frau Mitte der 1980er Jahre als Wunder anerkannt, das auf die Fürsprache von Mutter Rosa hin geschehen sei. 2005 stellte die Kongregation die Tugendhaftigkeit von Mutter Rosa fest. (rv/domradio/kna)
Hier hören Sie einen Beitrag von Stefan von Kempis
Hier lesen Sie mehr über die neue Selige Mutter Maria Rosa Flesch

Vatikan: Schweizergarde bereitet sich vor
Mit einem Gottesdienst hat die Schweizergarde im Vatikan ihres vor zehn Jahren ermordeten Kommandanten Alois Estermann gedacht. Gardekaplan Alain de Raemy betete für Estermann, die mit ihm getötete Ehefrau Gladys Meza Romero und den Attentäter Cedric Tornay. Er hoffe, dass alle drei Verstorbenen Heilung und Läuterung im Licht Christi gefunden hätten, so der Geistliche in dem Gottesdienst am Samstagabend. Estermann war am 4. Mai 1998 kurz nach seiner Ernennung zum Kommandanten der päpstlichen Schutztruppe gemeinsam mit seiner Frau von dem 23-jährigen Vizekorporal Tornay erschossen worden; der Täter nahm sich anschließend selbst das Leben.
Derweil bereiten sich 33 Rekruten auf die Vereidigung am 6. Mai vor. Die Feier im Damasushof wird minutiös geplant und geprobt. Das bestätigen auch zwei junge Schweizergardisten, die am Dienstag an der Zeremonie teilnehmen. Der 22-jährige Christian Mettler spielt beispielsweise in der Musikband der Garde, die die Feier musikalisch umrahmen wird.
„Wir proben schon seit langer Zeit. Das gilt nicht nur für die Musik. Auch der ganze Ablauf der Vereidigungsfeier wurde bis ins letzte Detail mehrmals besprochen und geübt.“
Für den 24-jährigen Daniel Ruoss handelt sich um einen wichtigen Moment in seinem Leben.
„Wir haben ja bereits bei unserer Ankunft einen Vertrag unterschrieben. Dort steht drin, dass wir bereit sind, den Papst sogar mit unserem eigenen Leben zu schützen. Das bedeutet mir persönlich sehr viel.“ (rv)
Hier zum Nachhören


DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Die neue Liste der „100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt“ sorgt für Aufsehen: Auf der Liste des US-Magazins „Time“ steht nicht Papst Benedikt XVI. Der Chef der Vatikanzeitung „L`Osservatore Romano“, Gian Maria Vian, sprach von einer „befremdlichen“ und „journalistisch unhaltbaren“ Auswahl. Seit mindestens 150 Jahren wirkten Päpste auf der internationalen Bühne, allein „Time“ habe nichts davon bemerkt, sagte Vian der italienischen Tageszeitung „La Stampa“ (Samstag). Das US-Magazin listet in seiner aktuellen Ausgabe die nach seiner Einschätzung 100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt auf. Darunter finden sich der Dalai Lama und der orthodoxe Patriarch Bartholomäus I. von Konstantinopel, nicht aber Benedikt XVI. Gelassen reagierte hingegen Vatikan-Sprecher Federico Lombardi: Die Top-100-Liste beruhe auf Kriterien, die einer „Bewertung der religiösen und moralischen Autorität des Papstes absolut fern“ seien, erklärte Lombardi laut der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Samstag). Unter diesem Aspekt sage es dem Heiligen Stuhl sehr zu, dass Benedikt XVI. dort nicht genannt werde. (rv/domradio/kna/afp/ap)
Papst Benedikt XVI. hat den Rektor der Kirche und des Priesterkollegs am Campo Santo Teutonico, Erwin Gatz, sowie der zugehörigen Erzbruderschaft zum Apostolischen Protonotar ernannt. Die Ernennungsurkunde zu dieser höchsten Stufe der Ehrenprälatur wurde Professor Gatz vom stellvertretenden Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, dem Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff, an diesem Sonntag bei einer Feierstunde im Campo Santo Teutonico, der ältesten deutschen Nationalstiftung in Rom, überreicht. In seiner Laudatio übermittelte Bischof Mussinghoff die Glück- und Segenswünsche der Deutschen Bischofskonferenz und dankte Gatz für sein über 30 jähriges „vorzügliches Wirken im Schatten des Petersdoms“. Als „herausragender Wissenschaftler“ habe Gatz in den letzten Jahrzehnten „maßgebende große Werke geschaffen, die nicht mehr wegzudenken sind aus der Erforschung der Kirchengeschichte, aber auch aus der tieferen Erkenntnis der Gegenwart unserer Kirche“. Als Rektor des Wissenschaftlichen Priesterkollegs habe er in den vergangenen 33 Jahren zahlreiche Priester „hervorragend begleitet und ausgezeichnet beraten“, von denen heute viele „angesehene Mitarbeiter der Kirche“ seien. Mussinghoff dankte Gatz, dass er auch ihn 1976 zu Studienzwecken ins Kolleg aufgenommen habe. (dbk)

Vatikan/Schweiz
Medien prägen das Bild der Kirche und des Glaubens. Das steht in der Informationsbroschüre zum diesjährigen 42. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel, die in der Schweiz verteilt wurde. Das Thema des Mediensonntags lautet „Die Medien am Scheideweg zwischen Selbstdarstellung und Dienst. Die Wahrheit suchen, um sie mitzuteilen“. Die Kirche müsse mit ihrer Botschaft präsent sein, da das Weltbild und die Lebensauffassung vieler Menschen zu einem großen Teil von den Medien bestimmt seien, betont in der Broschüre der Schweizer „Medienbischof „Peter Henrici. Ziel sei die Bewusstseinsschärfung über die Bedeutung der Medien. Zudem müssten Mittel für die katholische Medienarbeit bereitgestellt werden. „Medien prägen das Bild, das wir uns von Institutionen, Menschen und Überzeugungen machen, auch von der Kirche und vom Glauben. Daher kann die Kirche im Mediengeschäft nicht abseits stehen“, heißt es weiter. Die Broschüre, die in Deutsch, Französisch und Italienisch erschienen ist, bietet neben grundsätzlichen Überlegungen zum Thema Kirche und Medien Anregungen, wie das Thema Medien in den Gottesdienst eingebracht werden kann. Eine spezifische Aufgabe der katholischen Medien sei der Dienst an der Wahrheit. Katholische Medien könnten in diesem Dienst zu einer „Quelle alternativer Information und Wertevermittlung neben den Mainstream-Medien“ werden, hebt der Medienbischof hervor. – In der Schweiz wird der katholische Medientag wie in den meisten Ländern am Sonntag vor Pfingsten begangen. Mit der in den Gottesdiensten aufgenommenen Kollekte wird die katholische Medienarbeit unterstützt. (kipa/zenit/pm)

Europa

Deutschland
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat die Kirche vor einem Rückzug ins Ghetto gewarnt. Die Christen sollten mehr Schwung zeigen, aufbrechen und den Mut haben, Geschichte zu machen, sagte Zollitsch in einem Interview der „Rheinischen Post“ (Samstag). Mit Blick auf den katholischen Weltjugendtag in Sydney erklärte Zollitsch, die Kirche müsse gerade den jungen Menschen sagen, dass der Glaube glücklich mache und dass er Ziel und Grundlage für das Leben gebe. Die Kirche habe zu oft den Fehler gemacht, zunächst die Gebote und Verbote zu verkünden, anstatt zuerst das große Geschenk des Glaubens herauszustellen. Der Erzbischof räumte ein, in seiner Jugend Glaubenszweifel gehabt zu haben, nachdem jugoslawische Kommunisten seinen 16 Jahre alten Bruder ermordet und ihn selbst und seine Mutter in ein Arbeitslager gebracht hatten. (kna)
Die Chancen für ein missionarisches Engagement der Christen sind nach Ansicht von Kardinal Georg Sterzinsky so groß wie seit Jahrzehnten nicht.
Auch eine Ortskirche wie das Erzbistum Berlin, die sich in der Rolle einer Minderheit befinde, müsse missionarisch sein, sagte Sterzinsky am Wochenende in Berlin. Sie dürfe sich nicht in sich selbst zurückziehen und auf die Hilfe der volkskirchlich geprägten Bistümer verlassen, forderte der Berliner Erzbischof.
Auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, sprach sich für eine zeitgemäße Form der Mission aus. Sie geschehe als Einladung zum Dialog. Von einem missionarischen Impuls müsse das Leben in den Gemeinden ebenso geprägt sein wie die Veranstaltungen, mit denen die Kirche sich an eine größere Öffentlichkeit wende. Sterzinsky und Huber sprachen bei einem Treffen des Cartells Rupert Mayer. (kna)
Mit einem Abschlussgottesdienst auf der Bürgerweide ist an diesem Sonntag das Christival 2008 in Bremen beendet worden. In den vergangenen Tagen des Christivals ist es zu mehreren Zwischenfällen gekommen. Wie die Verantwortlichen des Kongresses mitteilten, war am 2. Mai ein Festival auf dem Marktplatz der Stadt das Ziel einer Störaktion von Lesben und Schwulen. Die Polizei musste in das Geschehen einschreiten, um weitere Belästigungen zu verhindern. „Es ist das erste Mal in der über 30-jährigen Geschichte des Christivals, dass zum Schutz von Teilnehmern die Polizei eingreifen muss“, sagte Christival-Pressesprecher Steve Volke. Auch bei einer Veranstaltung in der Sankt-Martini-Gemeinde kam es bei einem Vortrag von ProChrist-Redner Ulrich Parzany zu Auseinandersetzungen. – Fünf Tage feierten 16.000 Dauerteilnehmer in über 350 Einzelveranstaltungen ihren Glauben und erhielten Impulse für ihre ehrenamtliche Mitarbeit in kirchlichen Jugendgruppen. Vor über 20.000 Gottesdienst-Teilnehmern bedankte sich der Vorsitzende des Kongresses, Roland Werner, bei den Bremern für die Gastfreundschaft. (idea/pm)

Frankreich
Der Wallfahrtsort Notre-Dame-du-Laus in den ostfranzösischen Alpen ist offiziell von der Kirche anerkannt. Erstmals seit Anerkennung der Marienerscheinungen in Lourdes vor 150 Jahren hat in Frankreich ein zuständiger Bischof einen weiteren Ort mit Marienerscheinungen offiziell als übernatürlich erklärt. Der Bischof von Gap und Embrun, Jean-Michel di Falco, veröffentlichte das entsprechende Dekret am Sonntag bei einem feierlichen Gottesdienst, der auch vom französischen Fernsehen übertragen wurde. Nach der Überlieferung erschien die Gottesmutter 1664 in einem kleinen Bergdorf der damals 17 Jahre alten Schäferin Benoite Rencurel. Die Erscheinungen wiederholten sich demnach über 54 Jahre hinweg. Rencurel starb 1718 im Alter von 71 Jahren. Der Wallfahrtsort Notre-Dame-du-Laus in den ostfranzösischen Alpen wird seither von zahlreichen Pilgern besucht. Di Falco schreibt in dem Dekret, den Wallfahrern seien seither zahlreiche Früchte der göttlichen Gnade zuteil geworden. Er lud die Gläubigen ein, auch weiter das Heiligtum zu besuchen. Zuletzt waren in Frankreich 1862 die Marienerscheinungen der Bernadette Soubirous im südwestfranzösischen Lourdes kirchlich anerkannt worden. Der Wallfahrtsort feiert in diesem Jahr den 150. Jahrestag der ersten Erscheinungen. (agi)

Naher Osten

Libanon
Die internationale Gemeinschaft muss aktiver in die politische Situation des Landes eingreifen. Das fordert der maronitische Patriarch, Kardinal Nasrallah Sfeir. Deshalb startet er an diesem Sonntag eine mehrtägige Auslandsreise, die in u.a. auch in die Vereinigte Staaten führen wird. Am 22. Mai wird er in Washington den US-Präsidenten George W. Bush treffen. Auch wird er während seines einwöchigen Aufenthalts in Nordamerika den UNO-Sitz in New York besuchen sowie die libanesische Gemeinschaft in den USA treffen. Der 88-jährige Kardinal wird an diesem Sonntagabend des Weiteren in Doha einen Gottesdienst in der neuen katholischen Kirche zelebrieren. Das gab die Pressestelle des Patriarchats bekannt. Bei seiner Rückreise am 23. Mai wird er Halt in Spanien machen, wo er König Juan Carlos treffen wird. (afp)

Amerika

El Salvador
Die Kirche des hat vor nachhaltigen Schäden für Mensch und Natur durch den Bergbau gewarnt. Die Franziskaner im Land riefen am Wochenende zu einer kritischen Bewertung der Megaprojekte im Erzabbau auf. Zum Abschluss eines „Diskussionsforums gegen Megaprojekte“ äußerten sich Ordensvertreter besorgt über die Konsequenzen des massiven Bergbaus etwa für den Wasserhaushalt des Landes. Mehrere Sprecher forderten Unternehmer wie Politiker auf, die Ausbeutung der Mineralvorkommen in El Salvador zu überdenken. In der Vergangenheit hat sich die Kirche mehrfach gegen Großprojekte im Bergbau gewandt. Im Februar veröffentlichten die Bischöfe hierzu ein Dokument. Darin beklagen sie vor allem die Verwendung giftiger Stoffe wie Zyanid bei der Gewinnung von Rohstoffen. Dadurch werde das Grundwasser verseucht und eine permanente Gefahr für die Bevölkerung heraufbeschworen. Die Bischofskonferenz verwies darauf, dass andere Länder wie Deutschland den Gebrauch von Zyanid verboten hätten. (kna)


Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

Programmvorschau:

Heute Abend, 04.05.2008: Sie schreiben – wir antworten mit P. Eberhard von Gemmingen SJ

Montag Abend, 05.05.2008: Weltkirchen-Magazin
Themen u.a.: Bosnien: Der Limburger Bischof Tebartz Van Elst vor Ort

Dienstag Abend, 06.05.2008: Die „Sünden” der Kirche
Inquisition, Kreuzzüge, Hexenverbrennung und vieles mehr
Radio-Akademie mit Professor Arnold Angenendt

Jeweils 20.20 Uhr und am Folgetag um 6.20 Uhr


Radio Vatikan sendet täglich:

16.00 Uhr „Treffpunkt Weltkirche“ (KW 5885, 7190, 7250, 9645)

6.20 Uhr „Magazin“: (1530 kHz, 4005 kHz, 7250 kHz)

20.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag: (1530 kHz, 4005 kHz, 5885 kHz, 7250 kHz)

Radio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

  • Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
  • domradio Köln zwischen um 18.00 Uhr und 20.00 Uhr hören Sie mehrere Beiträge von Radio Vatikan aus dem Nachrichtenjournal.
  • World-Radio-Network um 0.45, 4.30, 08.00, 09.30 und 16.00 Uhr (MESZ), über ASTRA 1H, Tonunterträger von MTV-deutsch, 12.633,25 MHz Horizontal. In Berlin auf UKW 97,2.
  • Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz.
  • Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
  • Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz

KONTAKTAUFNAHME:

Verantwortlich: P. Eberhard v.Gemmingen SJ / Stefan v. Kempis
Radio Vatikan, Deutschsprachige Abteilung
I-00120 Città del Vaticano
E-Mail : deutsch@vatiradio.va

 






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