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Meldungen vom 5.5.2008

- Vatikan: „Schule des Lebens” -
- EU: Religions-Gipfel -
- Papstsprecher: „Gegen Hunger kämpfen” -


Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Gudrun Sailer

Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

THEMEN DES TAGES:

Vatikan: „Schule des Lebens” im Papststaat
Die Schweizergarde ist eine „Schule des Lebens” für die jungen Männer, die im Vatikan Dienst tun. Das hat Papst Benedikt XVI. bei einer Audienz für Mitglieder seiner Leibwache und deren Familienangehörige betont. Er empfing die Gruppe, darunter viele Kinder, wie der Papst lobend hervorhob, am Vortag der Vereidigung neuer Gardisten, die jedes Jahr am 6. Mai stattfindet. Besonders an die Rekruten gewandt, sagte der Papst: „Macht euch vor allem den christlichen und kirchlichen Geist zu eigen, der Grund und Antrieb für all euere Aktivitäten hier ist. Arbeitet an eurem Gebet und eurem spirituellen Leben, und nutzt dabei die wertvolle Anwesenheit eures Kaplans. Seid offen, einfach und loyal. Lernt auch die Unterschiede in der Persönlichkeiten und Charakteren eurer Kameraden schätzen, denn jeder ist unter seiner Uniform ein einmaliger Mensch, der von Gott berufen ist, seinem Reich der Liebe und des Friedens zu dienen. Wie ihr wisst, ist die Schweizergarde auch eine Schule des Lebens, und viele eurer Vorgänger konnten während ihrer Erfahrung im Vatikan ihre Berufung entdecken: zur christlichen Ehe, zum Priestertum oder zum Ordensleben. Das ist ein Grund, Gott zu preisen, aber auch, euer Corps hoch zu achten.”
Auf deutsch erinnerte der Papst die jungen Schweizer an den seit Jahrhunderten unveränderten Geist der Garde – und daran, dass ihre historische Uniform für mehr steht als bloß für bunte Photo-Tauglichkeit.
„Nach fünf Jahrhunderten ist der Geist unverändert, der junge Schweizer dazu bringt, ihr schönes Land zu verlassen, um für den Heiligen Vater im Vatikan Dienst zu leisten. Mit derselben Liebe legt Ihr für die Katholische Kirche Zeugnis ab, und zwar mehr als mit Worten mit Eurer Person, die dank der typischen Uniform an den Eingängen zum Vatikan und bei den Papstaudienzen gut erkenntlich ist. Eure historischen Uniformen sprechen zu Pilgern und Touristen aus allen Teilen der Welt über etwas, das sich trotz allem nicht ändert, nämlich über Euren Einsatz, Gott zu dienen, indem ihr dem „Diener seiner Diener” dient.”
Die feierliche Vereidigung der neuen Gardisten findet am Dienstag um 17 Uhr im Damasushof des Apostolischen Palastes statt. Die päpstliche Leibgarde setzt sich aus 110 katholischen Schweizern zusammen. (rv)
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Europäische Union: Religion ist wichtig für Entwicklung
Die Bedeutung der Religionen in Europa wird immer wichtiger. Auch spiele der Glaube für die Entwicklung des europäischen Kontinents eine immer wichtigere Rolle. Das haben die Vertreter der Kirchen Europas, des Judentums und der islamischen Gemeinschaften beim Jahrestreffen mit den Europäischen Institutionen an diesem Montag betont. Am Treffen nahmen auch die Präsidenten der EU-Kommission, des EU-Parlaments und des Europäischen Rates teil.
Für den Stellvertretenden Generalsekretär der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (Comece), Stefan Lunte, hat das Treffen einen Hauptzweck.
„Wir verbinden mit dem Treffen vor allem die Hoffnung, dass wir auch weltweit zeigen können, wie wichtig die Religion in einer pluralen Gemeinschaft ist und wie bedeutend sie für die Politik sein kann. Es geht um einen echten Austausch und nicht um eine Alibi-Übung. Die Zusammenkunft ist eine echte Gelegenheit, um einander die Meinung zu sagen, wie man so schön auf Deutsch sagt.”
Die Kirchenvertreter sprachen vor allem das Problem des Klimawandels an.
„Wenn es in Europa eine echte Antwort auf die Herausforderungen des Klimawandels geben soll, dann muss das auf der europäischen Ebene – also auf der Ebene der EU – geschehen. Die Europäische Kommission hat dazu bereits im vergangenen Januar sehr mutige Vorschläge auf den Tisch gelegt. Jetzt wird es darum gehen, ob tatsächlich diese Vorschläge wirklich umgesetzt werden können. Das hat Auswirkungen auf unseren Lebensstil. Im Sinne eines bewussten Umgangs mit der Natur und eines echten Bewahrens der Schöpfung haben die Kirchen und die Religionsgemeinschaften, ein großes Interesse, sich mit diesen Fragen zu befassen.”
Doch die Kirchen tragen selber eine wichtige Verantwortung für den Frieden der Völker Europas bei, davon ist auch Stefan Lunte überzeugt.
„Diesen Bereich muss man im Zusammenhang mit dem Europäischen Jahr für den interkulturellen Dialog 2008 stellen. Deshalb wollten die Organisatoren dieses heutigen Treffens das Thema des interkulturellen Dialogs aufgreifen. Damit verbunden ist auch, welchen positiven Beitrag die Kirchen für den Frieden leisten können. Man denke nur an das Beispiel in Nordirland oder die Initiativen im ehemaligen Jugoslawien. Es gut, dass auf so hoher Ebene, die Verantwortlichen der Kirchen und Religionsgemeinschaften mit den Verantwortlichen der EU über dieses Thema sprechen.”
Vertreter der katholischen Kirche waren der Präsident der Comece und Diözesanbischof Adrianus van Luyn, sowie die Kardinäle Franc Rodé, Audrys Juozas Backis und Keith Patrick O'Brien. Auch der Generalsekretär der Comece, Noël Treanor, sowie Vertreter der anglikanischen, der protestantischen und der orthodoxen Kirchen, gemeinsam mit Vertretern des Judentums und des Islam, waren dabei. (rv)
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Vatikan: Kampf gegen Hunger ist oberste Priorität
In der akuten Hungerkrise setzt der Vatikan Hoffnungen auf den Nahrungsmittelgipfel der UNO-Weltermährungsorganisation FAO im Juli. Die reichen Staaten hätten ihre im Jahr 2000 formulierten Millenniumsziele bisher klar verpasst - andere Prioritäten hätten das wichtigste humanitäre Ziel der Weltgemeinschaft einfach verdrängt, beklagt Vatikansprecher P. Federico Lombardi in einem Kommentar im Vatikanfernsehen „CTV“.
„Was auf der Welt fehlt, ist nicht Nahrung im physischen Sinn oder die Fähigkeit, Nahrung herzustellen. Was fehlt, ist vielmehr der Wille, zuerst das dringendste Problem zu lösen: dass die Armen zu Essen haben. Andere Dinge, andere Sorgen sind in den Vordergrund getreten. Zum Beispiel steigen die Rüstungsausgaben kontinuierlich. Andere Interessen leiten das Spiel unserer Welt, auch wenn der Millenniumsgipfel das Ziel Nummer eins klar und richtig formulierte. Doch eine Erklärung ist EINE Sache – die andere ist die harte Realität. Nun blicken wir auf den Nahrungsmittelgipfel der FAO im Juli. Er ist eine andere Gelegenheit, die man nutzen muss. Denn unterdessen sterben zu viele Arme.”
Die Nahrungsmittelkrise hat laut Weltbank in bereits mehr als 30 Ländern zu Protesten und Unruhen geführt. Zu den 800 Millionen Hungernden könnten durch die Krise etwa 340 bis 360 Millionen dauerhaft dazukommen, fürchten Fachleute. (rv)
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Bolivien: Ein gespaltenes Land?
Bolivien, eines der ärmsten Länder Lateinamerikas, geht auf die schwerste institutionelle Krise seit der nationalen Revolution von 1952 zu. Am Sonntag stimmte die Mehrzahl der Bevölkerung in der Region Santa Cruz für mehr Unabhängigkeit von der ungeliebten Zentralregierung unter dem sozialistischen Präsidenten Evo Morales. Der Sieg der Autonomiebewegung droht den Andenstaat auseinanderbrechen zu lassen. Im Hintergrund des Konflikts in Bolivien steht zum einen Ideologie, zum anderen Geld, sagt der Lateinamerika-Referent des kirchlichen Hilfswerks „Kirche in Not”, Xavier Legoretta: „Diese Autonomiebewegung ist ein Erfolg geworden; die reichen Leute in Santa Cruz, die Oligarchen, haben gewonnen, weil sie die Leute mit viel Geld unterstützt haben.”
In der Tat ist Santa Cruz im östlichen Flachland die reichste Region des armen Bolivien. Es gibt Erdöl- und Gasvorkommen, und die Armutsrate ist nur halb so hoch wie in den westlichen Andenregionen, die hauptsächlich von Indios bewohnt werden. Evo Morales, Boliviens erster Indio-Präsident, wollte mehr Umverteilung zwischen den armen und den reichen Regionen durchsetzen. Als Ansatz begrüßenswert, bleibt die Methode des Präsidenten zweifelhaft, sagt Legoretta und verweist auf das Beispiel des sozialistischen Kuba.
„Kuba hat gute Seiten, die Leute sind zum Beispiel gut ausgebildet. Die soziale Ungerechtigkeit ist nicht mehr so stark in Kuba. Aber wir alle wissen, was das Problem in Kuba ist. Es gibt eine riesige Armut. Und die Konsequenzen können wir auch hier in Deutschland sehen, in der ehemaligen DDR, dort können wir prüfen, was die Konsequenzen aus dem Sozialismus waren. Ich glaube, da brauchen wir eine Balance der sozialen Gerechtigkeit mit dem christlichen Lehramt. Wenn die katholische Kirche stark und mutig Ausbildung in der christlichen Lehre macht, glaube ich, dass man zusammen mit Evo Morales etwas Besseres machen kann.”
Die Spaltungstendenzen in Bolivien zeichnen sich seit Monaten ab. Die katholische Kirche hatte immer wieder eine Vermittlerrolle eingenommen, allen voran Kardinal Julio Terrazas.
„Kardinal Terrazas’ Stimme als Präsident der Bischofskonferenz ist sehr stark. Aber natürlich hat die Kirche Schwierigkeiten als Vermittler im politischen Bereich. Das Problem in Bolivien ist: es ist so viel Ausbildung zu tun, es gibt so viel Ignoranz, Analphabetismus ist das größte Problem im Land. Wenn es eine gute Ausbildung gibt, verschwindet der Analphabetismus, und die Manipulation von Seiten der Regierung ist nicht mehr da.” (rv)
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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Burma: Verwüstungen und Hoffnungslosigkeit
Hunderte Tote, Hunderttausende obdachlos, der Zyklon „Nargis” hat Birma ins Chaos gestürzt – und Hilfe fehlt an allen Enden. Die Vereinten Nationen haben das Militärregime nun aufgefordert, internationale Hilfseinsätze zulassen. Auch politisch bleibt die Lage katastrophal: Am Samstag wird über eine neue Verfassung abgestimmt. Und die Junta tut alles, um das Volk zu einem „Ja” zu zwingen. (rv/domradio)
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DIE NACHRICHTEN:

Europa

Deutschland
Der deutsche Kurienkardinal Paul Josef Cordes nimmt am Pfingstsonntag Besitz von seiner Titelkirche San Lorenzo in Piscibus. Um 17.30 Uhr findet der feierliche Gottesdienst dazu statt. Die Basilika in unmittelbarer Nähe des Vatikans gilt als römische Wiege der Weltjugendtage, deren Pate Cordes während seiner früheren Tätigkeit im Päpstlichen Laienrat war. (rv)
Papst Benedikt XVI. hat an diesem Montag den Primas der anglikanischen Kirche, Rowan Williams, in Audienz empfangen. Über den Inhalt des Gesprächs wurde zunächst nichts bekannt. Für das spirituelle Oberhaupt der 77 Millionen Anglikaner auf der Welt ist es das zweite Treffen mit dem deutschen Papst. Die ökumenischen Beziehungen zwischen den beiden Kirchen gelten als angespannt. Erhebliche Differenzen bestehen bei den Ansichten zu homosexuellen Bischöfen und zur Priesterweihe für Frauen. Beide Elemente sorgen auch innerhalb der anglikanischen Weltgemeinschaft für Spaltungen. (rv)
Eine neuerliche Visite einer vatikanischen Delegation in Vietnam steht „in naher Zukunft” in Aussicht. Die Begegnung könnte den Prozess zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen beschleunigen, schreibt der Nachrichtendienst. Seit 1989 waren bereits 14 Mal verschiedene vatikanische Delegationen in Vietnam zu Gast. Im Januar 2006 hatte der vietnamesische Premier Nguyen Tan Dung Papst Benedikt im Vatikan besucht. (asianews)
Das Konzert des „China Philharmonic Orchestra” für Papst Benedikt XVI. wird als ein Zeichen für bessere Verhältnisse zwischen Peking und dem Vatikan gesehen. Der Vatikan und die chinesische Regierung unterhalten keine vollen diplomatischen Beziehungen. Im Jahr 2007 wandte sich der Papst in einem Schreiben and die Katholiken in China. Er lobe die Gläubigen im Untergrund, mahnte aber auch zur Versöhnung mit den Anhängern der Staatskirche. Die Verbesserung der Beziehung zu China ist eines der Kernthemen des Pontifikates von Benedikt XVI. Zusammen mit dem Chor der Oper Shanghai bringt das „Philharmonic Orchestra” am Mittwoch Mozarts „Requiem” in der vatikanischen Audienzhalle zu gehör. Obwohl sie bereits 2004 in Rom gespielt hätten, sei dies der erste Auftritt im Vatikan, sagte Dirigent Yu Long gegenüber der chinesischen Zeitung China Daily. In einem Telefoninterview sagte der stellvertretender Geschäftsführer des Orchesters: „Das ist kein Regierungs-Konzert. Und es wird helfen, die chinesische Kultur mit der ganzen Welt zu verbinden.” Für die Philharmoniker ist Rom der Auftakt zu einer Tournee durch drei europäische Städte. (ap)

Italien
Roms neuer Bürgermeister Gianni Alemanno von Berlusconis Mitte-Rechts-Koalition wünscht sich bessere Beziehungen der Stadt mit dem Heiligen Stuhl. Es gelte, „die Beziehungen mit dem Vatikan neu aufbauen und zu mehr Einklang mit der katholischen Welt zu finden”, sagte Alemanno an diesem Montag. Der neue römische Bürgermeister war vor einer Woche nach 15 Jahren sozialdemokratischer Stadtväter ins Amt gewählt worden. Er habe großen Respekt für Benedikt, den er auch um eine Privataudienz gebeten habe, sagte Alemanno. Der konservative Politiker war am Samstag beim Rosenkranzgebet Papst Benedikts in der Basilika Santa Maria Maggiore zugegen gewesen. (ansa)
Die Blutreliquie von Neapels Stadtpatron Januarius soll möglicherweise bald wissenschaftlich untersucht werden. Entsprechende Pläne von Kardinal Crescenzio Sepe bestätigte ein Sprecher des süditalienischen Erzbistums am Wochenende der KNA. Demnach werde erwogen, eine internationale Expertenkommission aufzustellen, die den Inhalt der von Gläubigen verehrten Blutreliquie analysieren und das Phänomen ihrer regelmäßigen Verflüssigung klären soll. Die im Dom von Neapel aufbewahrte Ampulle soll Blut des heiligen Januarius enthalten, der laut der Überlieferung im Jahr 305 als Bischof den Märtyrertod starb. Die kompakte Masse verflüssigt sich üblicherweise an drei Terminen im Jahr, am Samstag vor dem ersten Maisonntag, am 19. September und am 16. Dezember. Auch am vergangenen Samstag trat die Erscheinung ein. (kna)

Großbritannien
In der Debatte über die Zulassung von Bischöfinnen in der anglikanischen Kirche von England haben mehrere Kirchenführer eine Umstrukturierung der Diözesen nach weltanschaulichen Grenzen vorgeschlagen. Demnach sollen Gemeinden, die keine Frau im Bischofsamt akzeptieren, ihre Diözese verlassen dürfen, um sich einer von einem Mann geleiteten Diözese zu unterstellen, berichtete die Londoner Tageszeitung „The Times” (29. April). Der Vorschlag will eine Spaltung zwischen Konservativen und Liberalen in der anglikanischen Kirche verhindern. Die Kontroverse über die Zulassung von Bischöfinnen liefert weiteren Zündstoff für die anglikanische Lambeth-Konferenz im Juli in London. Dort wird unter anderem auch die Weihe bekennender Homosexueller diskutiert werden. Die Konferenz ist das wichtigste Beschlussgremium der anglikanischen Weltgemeinschaft. Es tagt nur alle zehn Jahre. (kna)

Afrika

Simbabwe
Lehrer sind nach den Präsidentschaftswahlen in Zimbabwe zunehmend Opfer von Gewalttätigkeiten geworden. Das berichtet die Agentur „AP“ unter Berufung auf die nationale Lehrergewerkschaft. Traditionell arbeiten Lehrkräfte in Zimbabwe auch als Wahlhelfer. Die Übergriffe sollen die Pädagogen nun von der Mithilfe an einer möglichen Stichwahl abhalten und ihnen Angst einflössen, meint die Gewerkschaft. „Die Regierung sollte die Gewalt stoppen oder wir sind gezwungen, in einen landesweitern Streik zu treten”, so eine offizielle Stellungnahme. Über 1.700 Lehrkräfte sind bereits vor Übergriffen geflohen oder wurden zur Sicherheit von ihren Posten abgezogen. Fünf Wochen nach den Wahlen in Zimbabwe steht noch kein offizielles Endergebnis fest. Der Päpstliche Rat für Gerechtigkeit und Frieden forderte indes die Afrikanische Union (AU) und die Vereinten Nationen auf, die geplante Stichwahl zu beaufsichtigen. Internationale Beobachter stellen Stichwahlen wegen der anhaltenden Gewalttaten im Land aber zunehmend in Frage. (ap)

Sudan
Die christlichen Kirchen im Sudan erleben trotz äußerer Erschwernisse starkes Wachstum. So hat die im Süden des überwiegend muslimischen Landes gelegene Diözese Rumbek der anglikanischen Episkopalkirche mit Hilfe des US-amerikanischen Hilfswerks „Samaritan’s Purse“ („Börse des Samariters”) in einem Monat zehn Kirchen eröffnet. Wo keine Gebäude zur Verfügung stünden, versammelten sich die Christen unter Bäumen zum Gottesdienst. Rund 1.500 Besucher in einem Gottesdienst in Rumbek seien normal, zitiert die Agentur einen örtlichen Pfarrer. Zu Ostern kamen 5.400 Menschen zum Gottesdienst unter freiem Himmel. Ein Problem sei im Sudan der Mangel an Religionspädagogen. (idea)

Asien

Malaysia
Der Streit um die Benutzung des Wortes „Allah” für Gott in Malaysia geht in eine neue Runde. Ein Gericht in Kuala Lumpur gab am Montag der Klage der katholischen Kirche statt, der die Regierung Malaysias untersagt hatte, in ihren Publikationen in malaysischer Sprache „Gott” mit „Allah” zu übersetzen. Damit kann das Verfahren „Kirche gegen Staat” nun gerichtlich entschieden werden. Der Chefredakteur der Kirchenzeitung „The Herald”, Pater Lawrence Andrew, zeigte sich erfreut über die Entscheidung. Das Blatt hatte mit seiner malaysischsprachigen Ausgabe die staatlichen Behörden im mehrheitlich islamischen Malaysia auf den Plan gerufen. Die im Januar erteilte Jahreslizenz zur Herausgabe des „Herald” enthielt ein Verbot, „Gott” mit „Allah” zu übersetzen. Die Regierung erklärte, dass mit „Allah einzig der muslimische Gott” bezeichnet werden dürfe. (kna)

Amerika

Ecuador
Unter keinen Umständen akzeptieren die Bischöfe des Landes ein Gesetz zur Legalisierung von homosexuellen Ehen. Dies ist die Botschaft eines Briefes des Vorsitzenden der ecuadorianischen Bischofskonferenz, Erzbischof Antonio Arregui, an die Katholiken in seinem Land. Agenturangaben zur Folge war das Schreiben nötig geworden, weil Leitlinien der Bischöfe unter den Gläubigen für Verwirrung gesorgt hatten. Ein Eingriff der Kirche in soziale und juristische Belange sei nur dann notwendig, wenn es um die Verteidigung und den Erhalt der Menschenwürde gehe. Die Ehe sei eine natürliche Verbindung zwischen Mann und Frau, eine Quell neuen Lebens, eine menschliches Gut, das in allen Kulturen vertreten sei. „Die Ehe ist Eingebettet in die Natur des Menschen und als solche steht sie für keine politische Kraft zur Disposition”, schreibt der Erzbischof. – In Ecuador wird zurzeit im Rahmen einer neuen Verfassung eine rechtliche Gleichbehandlung von homosexuellen Gemeinschaften und der Ehe diskutiert. (fides)

Vereinigte Staaten
Die bisherige Flüchtlingshilfe der Vereinigten Staaten für den Mittleren Osten ist erschreckend unzureichend. Das sagte die Direktorin des Flüchtlingsprogramms der Amerikanischen Bischofskonferenz, Anastasia K. Brown, vor dem US-Kongress. Die Vereinigten Staaten täten nicht alles in ihrer Macht stehende, um die sich abzeichnende Flüchtlingskrise zu verhindern. Nach Agenturangaben leben rund zwei Millionen irakische Flüchtlinge zumeist in Jordanien und Syrien. Die Zahl Notleidenden, die noch im Irak leben, wird auf zweieinhalb Millionen geschätzt. Die USA sollten und müssten mehr tun, um das Leid unter den irakischen Flüchtlingen zu lindern, sagte Brown. (cna/usccb)


Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

 






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