Meldungen vom 6.5.2008
- Papst trauert um Opfer in Burma -
- Rowan Williams: Anglikaner in der Krise -
- Israels Christen: Problematisches Jubiläum -
Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Birgit Pottler
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.
THEMEN DES TAGES:
Vatikan: Papst fordert internationale Hilfen für Burma; Junta zurückhaltend
Papst Benedikt fordert „großzügige und effektive Hilfen der internationalen Gemeinschaft” für Burma. Er bete für die Opfer des Wirbelsturms und versichere alle betroffenen Familien seiner Solidarität, heißt es in einem Telegramm an den Vorsitzenden der Bischofskonferenz des Landes, das an diesem Dienstag veröffentlicht wurde. Zugleich bitte er Gott um Kraft und Stärke für die Obdachlosen und Leidenden.
Der Zyklon Nargis tötete nach bisherigen Darstellungen 22.000 Menschen, mehr als 40.000 weitere werden offenbar vermisst. Das Welternährungsprogramm geht von rund einer Million Obdachlosen aus. Das genaue Ausmaß der Katastrophe ist Experten zufolge noch nicht abschätzbar.
Zwar sind die ersten Soforthilfsmaßnahmen unterdessen angelaufen - nach eigenen Angaben kommen 100.000 Euro vom Bündnis „Aktion Deutschland Hilft”, 80.000 Euro vom katholischen Hilfswerk Misereor, 50.000 Euro von der Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas International - doch UNO- wie private Hilfsorganisationen warten noch auf die vollständige Genehmigung der Regierung.
Das Welternährungsprogramm habe am Montag Abend ein „vorsichtiges Ja” der Junta erhalten, so ein Sprecher. UNO-Berater Richard Holstein berichtet aus dem thailändischen Bangkok: „Die Lage ist ähnlich wie letztes Jahr nach dem Wirbelsturm in Bangladesch. So wissen wir im Grunde, was zu tun ist. Doch die Not hier ist viel größer. Unser größtes Problem ist derzeit, Zugang zu bekommen. Dazu muss die Regierung zugeben, dass das Land Hilfe von Außen benötigt. Erst dann kann man Hilfe gut koordinieren und das ganze Ausmaß absehen.”
Die Behörden des südostasiatischen Landes reagierten zunächst zurückhaltend auf die Hilfsangebote. Asienexperte und PIME-Pater Bernardo Cervellera bestätigt: „Es gab bereits ähnliche Fälle. Auch beim Tsunami vor einigen Jahren hat die Regierung internationale Hilfe abgelehnt, weil sie keine ausländischen Beobachter akzeptieren wollten.”
Mit Hubschraubern der Regierung werden laut Kinderhilfswerk (UNICEF) inzwischen Hilfsgüter in die besonders betroffene Stadt Laputta im Irrawaddy-Delta gebracht. Im Domradio-Interview erklärt Robert Hansen, bei den Malteser Leiter für Hilfsprojekte in Asien; „Das liegt grundsätzlich daran, dass insgesamt seit vielen Jahren die Beweglichkeit für Hilfsorganisationen sehr eingeschränkt ist. Wir arbeiten zur Zeit in drei Programmregionen, und auch nur dafür haben wir Genehmigungen. Jedes einzelne Dorf, das nicht in diesen Gebieten liegt, müssten wir umständlich beantragen. Es dürfte sich jetzt also sehr schwer gestalten, dafür eine Genehmigung zu bekommen.”
Malteser International will mit seinen Partnern in einigen Slumgebieten der Hauptstadt Rangun Wasserprojekte aufnehmen, da die Wasserversorgung der Millionenmetropole fast komplett zusammengebrochen sei. Anzeichen für Unter- und Mangelernährung der Bevölkerung gebe es jedoch seit vielen Jahren. Nach dem Wirbelsturm werde die Not noch größer: „Nun ist es so, dass selbst in der Hauptstadt und den umliegenden Elendsvierteln Reis nicht mehr erschwinglich sein wird.”
Die Militärjunta in Burma kündigte über die staatlichen Medien an, das für Samstag geplante Referendum über eine neue Verfassung in den am stärksten betroffenen Gebieten zu verschieben. Das gelte auch für die Hauptstadt Rangun. Im Rest des Landes solle die Abstimmung aber wie geplant stattfinden. Die neue Verfassung, die den Weg zu Wahlen in 2010 ebnen soll, gilt als Farce, die Junta hatte den Entwurf von einem handverlesenen Gremium ausarbeiten lassen. Pater Cervellera, Chef des Pressedienstes Asianews, kommentiert: „Das Referendum soll die Verfassung Burmas beschließen, mit der die Macht der Militärjunta gefestigt wird. Der UNO-Gesandte hatte die Ausarbeitung einer Verfassung gefordert, um die Spannung zwischen der Bevölkerung und der Militarjunta abzubauen. In Wirklichkeit hat die Junta eine Verfassung erarbeitet, die es für Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi unmöglich macht, Präsidentin zu werden und der Militärjunta die macht garantiert.”
Einer der Anführer der Mönchs-Aufstands vom vergangenen Herbst rechnet indes mit einer Manipulation des Verfassungsreferendums. Die Regierung belüge die Weltöffentlichkeit und die Vereinten Nationen: „Sie meinen es nicht ernst mit der Verfassung und dem Übergang zur Demokratie”, sagte Ashin Pyinnya Jota im Interview der KNA. Jota ist der stellvertretende Abt des Klosters Maggin in Rangun. (rv/pm/asianews/domradio/kna)
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Vatikan/Großbritannien: Primas Rowan Williams beklagt Krise der anglikanischen Kirche und betont Ökumene
Der Primas der anglikanischen Kirche hat die guten Beziehungen zur katholischen Kirche gelobt. Erzbischof Rowan Williams wird am Donnerstag den neuen Direktor des Anglikanischen Zentrums in Rom in sein Amt einführen. David Richardson solle die Kontakte in beide Richtungen noch fördern.
Die derzeitigen Diskussionen innerhalb der anglikanischen Weltgemeinschaft um die Priester- und Bischofsweihe für Frauen sowie die Bischofsweihe für bekennend Homosexuelle belastet auch den ökumenischen Dialog.
Die anglikanische Kirche selbst befinde sich in einer bislang nicht da gewesenen Krise, bekennt Erzbischof Rowan Williams im Gespräch mit Radio Vatikan. „Das kann man nicht leugnen.” Bei der Vollversammlung aller anglikanischen Bischöfe diesen Sommer erwartet er eine offene Aussprache.
„Ich hoffe, dass die Konferenz allen die Möglichkeit zur Reflexion gibt, zum Sprechen und Zuhören. Ich hoffe, dass alle bereichert aus dem Erlebten hervorgehen. Doch in einigen Punkten muss ein Ruck durch unsere Gemeinschaft gehen. Wir brauchen neuen Schwung, um zu erkennen, ob wir diese internationalen Strukturen brauchen.”
Die so genannte Lambeth-Konferenz findet alle zehn Jahre am Londoner Sitz des Erzbischofs von Canterbury - dem Lambeth Palace - statt. Delegierte der katholischen Kirche werden den Fortgang der Konferenz beobachten.
„Viele meinen, dass von diesem Treffen auch die Zukunft unserer Beziehungen abhängt. Wir müssen so klar wie möglich unsere Hoffnungen bezüglich der Kirchengemeinschaft formulieren. Die ökumenische Perspektive ist entscheidend, denn es geht hier um unsere Fähigkeit, ehrlich und dauerhaft mit anderen Kirchen zu sprechen.”
Am Montag war das geistige Oberhaupt der rund 77 Millionen Anglikaner weltweit bei Papst Benedikt XVI. in Privataudienz. (rv)
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Vatikan: Päpstliche Sozialakademie fragt nach neuer christlicher Soziallehre
In welche Richtung geht die christliche Soziallehre angesichts der Herausforderungen der Globalisierung? Wie sieht Gemeinwohl aus, und wie können Staaten Gemeinwohl heute besser sichern? Darüber sprachen in diesen Tagen die Angehörigen der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften bei ihrer Vollversammlung, die am Dienstag im Vatikan zu Ende gegangen ist. Die Neuentwicklung der christlichen Soziallehre ging dabei von verschiedenen Disziplinen wie Soziologie und Wirtschaft aus, erklärt Angelika Nußberger, neu ernanntes Mitglied der Akademie und Direktorin des Instituts für Ostrecht an der Universität zu Köln: „In der Soziologie ging es beispielsweise um die Frage, inwieweit man von der Idee, dass Waren durch Markt und Staat geliefert werden, wegkommen und auch den Sektor gesellschaftliche Leistungen mehr einbeziehen kann. Von den Soziologen wurden da interessante Theorien entwickelt zu den Beziehungen, die entstehen, wenn man sich gegenseitig etwas schenkt, wobei man ja nicht unmittelbar etwas zurückbekommt, aber dann auf lange Sicht vielleicht mehr zurückbekommt oder anderes zurückbekommt, und welche Beziehungen dadurch entstehen.”
Die Marktwirtschaft, die in der westlichen Welt als ökonomische Norm, ja geradezu als Voraussetzung für Demokratie gilt, ist aus christlicher Sicht nicht der Weisheit letzter Schluss. In der Päpstlichen Sozialakademie sucht man nach Modifizierungen. Nußberger: „Bei den wirtschaftlichen Vorträgen ging es um die Frage, inwieweit man von diesen auf Selbstinteresse, Eigeninteresse gestützten, rein marktwirtschaftlichen Beziehungen wegkommen kann und andere, mehr auf Solidarität gestützte Beziehungen mit einbeziehen kann. Es geht eben darum, zu verstehen, wie sich gegenseitig verschiedene theoretische Modelle bereichern können, und wie sie die Soziallehre der Kirche weiter entwickeln helfen können.” (rv)
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Nahost: Sprecher von „Christian Aid“ kritisiert Israel
Israel hat das UNO-Hilfswerk im Gazastreifen wie gefordert mit Treibstoff versorgt und damit die Hilfslieferung an etwa 650.000 Palästinenser vorerst sichergestellt. Das Benzin reiche aus, um die notleidenden Bewohner des Küstenstreifens für etwa 20 Tage mit Nahrungsmitteln zu versorgen, sagte ein UNO-Sprecher am Montag. Israel hatte die Treibstoffversorgung drastisch reduziert, nachdem palästinensische Extremisten vergangenen Monat bei einem Anschlag auf ein Treibstoffdepot zwei Zivilisten getötet hatten.
Israels Regierungschef Ehud Olmert und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas berieten indes über Perspektiven für eine Beilegung des andauernden Nahost-Konflikts. Unverzichtbar für Frieden sei der Abbau der Checkpoints und ein Ende der Siedlungsbewegungen durch Israel, erklärt gegenüber Radio Vatikan der Projektleiter von „Cristian Aid” im Nahen Osten, William Bell: „In der Westbank zum Beispiel sind die Bedingungen immer noch sehr schlecht, die Menschen können sich nicht frei bewegen. Das Vorgehen an Checkpoints und Straßensperren ist sehr restriktiv. Zwar hat sich einiges geändert, aber das reicht nicht. In Bethlehem soll nächsten Monat über die wirtschaftliche Entwicklung der Region debattiert werden. Investitionen und Aufschwung gibt es aber nur, wenn der Investor auch darauf vertrauen kann, dass seine Ware ankommt. Wir hoffen daher dringend auf bedeutende Fortschritte und den Abbau der Hindernisse für die wirtschaftliche Entwicklung in Palästina.” (rv/reuters)
DIE NACHRICHTEN:
Vatikan
33 Schweizer Gardisten werden am Dienstag Nachmittag feierlich vereidigt. Bei der Zeremonie im Damasus-Hof des Vatikans legen 20 Deutschschweizer, 11 aus französischsprachigen Kantonen und je ein italienischer und rätoromanischer Muttersprachler ihren Diensteid auf Papst Benedikt XVI. ab. Die Vereidigung erfolgt stets am 6. Mai, dem Jahrestag des so genannten „Sacco di Roma” von 1527. Damals ließen 147 Schweizer Soldaten bei der Verteidigung von Papst Clemens VII. ihr Leben. Bei einem Gottesdienst im Petersdom hatte Kardinalstaatsekretär Tarcisio Bertone am Vormittag den Dienst der Gardisten als „apostolischen Auftrag” gewürdigt. Es brauche dafür nicht nur berufliches Können, sondern einen festen Glauben und das tägliche Zeugnisgeben für das Evangelium, sagte Bertone. Bereits am Montag hatte Benedikt XVI. die neuen Rekruten und ihre Angehörigen in Audienz empfangen. Bei der Vereidigungszeremonie wird der Papst durch den Substitut im Staatssekretariat, Erzbischof Fernando Filoni, vertreten. (rv)
Der Kölner Kardinal Joachim Meisner ist am Montag von Papst Benedikt XVI. in Privataudienz empfangen worden. Das teilte der Vatikan an diesem Dienstag mit. Weitere Informationen wurden nicht bekannt. Zuletzt war Meisner Anfang Januar mit dem Papst in Audienz zusammengetroffen. Damals nahm der Kardinal an der Sitzung der vatikanischen Wirtschaftspräfektur in Rom teil. (rv)
Vatikan/Asien
Globalisierung und kulturelle Vielfalt sind die größten Herausforderungen für die Kirche in Südasien. Zu diesem Schluss kamen Delegierte des Päpstlichen Dialograts und Kirchenvertreter aus den Staaten der Region jetzt bei einem gemeinsamen Treffen in Nepal. Die alten Kulturen suchten in der modernen Welt nach Orientierung. Es sei die erste Aufgabe der katholischen Kirche, den Mitmenschen das Evangelium anzubieten und es mit ihnen gemeinsam zu leben, heißt es in der Schlusserklärung des Kongresses. (asianews)
Europa
Europäische Union
Die EU-Kommission sollte eine eigene Abteilung für interreligiösen Dialog einrichten. Das forderte der Vorsitzende der Kommission der Europäischen Bischofskonferenz (Comece), Adrianus van Luyn, beim Jahrestreffen der Vertreter der Kirchen Europas, des Judentums und der islamischen Gemeinschaften mit den EU-Institutionen in Brüssel. Im Rahmen der Umsetzung des Vertrags von Lissabon könnten Diplomaten so in religiösen Fragen und im interreligiösen Dialog geschult werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Comece. Der Vorsitzende des Rates der Europäischen Bischofskonferenz, Kardinal Peter Erdö, sagte gegenüber Radio in der europäischen Zusammenarbeit auch eine zusätzliche Chance für die Christen in Osteuropa. „Es sei nun Zeit, einen dauerhaften Dialog mit den Bischöfen in Rumänien zu etablieren. Als Beispiele nannte der Kardinal in diesem Zusammenhang die Aussöhnung mit der Slowakei im Jahr 2006 und die guten Beziehungen zwischen Polen, Kroatien und Österreich. (rv)
Deutschland
Der evangelische Bischof Wolfgang Huber sieht beim Taufritus einen „fundamentalen ökumenischen Konsens” mit der katholischen Kirche. Er kritisierte jedoch am Dienstag, dass Protestanten bei katholischen Taufen immer noch kirchenrechtlich vom Patentamt ausgeschlossen seien. Aus der gemeinsamen Anerkennung der Taufe müsse nun eine wechselseitige Beteiligung der Paten folgen, forderte der Ratsvorsitzende der deutschen evangelischen Kirche bei der Vorstellung einer Orientierungshilfe zu Verständnis und Praxis der Taufe. Jenseits der eigentlichen Taufhandlung empfahl Huber mehr Kreativität in der Liturgie, um die Taufe stärker als „Eintrittstür in die christliche Gemeinschaft” erfahrbar zu machen. Dazu gehörten eine ansprechende Vorbereitung und Formen der Tauferinnerung in der Gemeinde. An der bestehenden Segensformel dürfe aber nichts geändert werden, betonte der Bischof. Ende Februar hatte die katholische Glaubenskongregation im Vatikan abweichende Segensformeln für ungültig erklärt. (kna)
Schweiz
Die Schweizer Landeskirchen und der Israelitische Gemeindebund haben sich gegen die Volksinitiative „für eine demokratische Einbürgerung” ausgesprochen. Die Initiative verlangt, dass die Gemeinden autonom über das Organ zur Erteilung des Gemeindebürgerrechts entscheiden können. Urnenabstimmungen würden dadurch wieder möglich. Solche Einbürgerungen verletzen jedoch die Menschen- und Grundrechte sowie internationale Übereinkommen, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Die Einbürgerung sei ein wichtiger Schritt und brauche daher verbindliche Verfahren. Eine Gesellschaft müsse allen Mitgliedern die gleichen Chancen eröffnen, sich zu integrieren. Die Landeskirchen und der Israelitische Gemeindebund empfehlen daher, am 1. Juni gegen diese Initiative zu stimmen. An diesem Dienstag legten sie eine gemeinsame Argumentationshilfe mit dem Titel „Rechtsstaatlich einbürgern” vor. (pm)
Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa fordert angesichts der weltweiten Nahrungsmittelknappheit ein rasches Umdenken. Das Recht auf Nahrung sei ein Menschenrecht. Entsprechend ergäben sich konkrete Forderungen an die Politik: Westliche Länder sollten Finanzspekulationen mit Grundnahrungsmitteln nicht zulassen und die Agrarexportsubventionen mittelfristig abschaffen. „Die kirchliche Entwicklungszusammenarbeit fördert seit vielen Jahrzehnten die bäuerliche Landwirtschaft in den armen Ländern der Welt”, heißt es in einer Medienmitteilung vom Montag. „Dies entspricht dem evangelischen Selbstverständnis, den Menschen die Möglichkeit zu geben, eigenverantwortlich ihr Leben zu bestreiten.” - Geschäftsführender Präsident der Gemeinschaft ist der Thomas Wipf, Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes. (kipa)
Angesichts der Lebensmittelkrise stellt die Heilsarmee Schweiz-Österreich-Ungarn 400.000 Franken, umgerechnet rund 235.000 Euro, für sofortige Nahrungsmittelhilfe in Haiti und Simbabwe bereit. Dies teilte das Hauptquartier der Heilsarmee in Bern mit. Die Nahrungsmittelhilfe werde in Haiti über bereits bestehende Schulküchen der Heilsarmee erfolgen. Diese liegen hauptsächlich im ländlichen Gebiet rund um Fond-des-Nègres. Dort besuchen nach Angaben der Heilsarmee rund 3.500 Kinder deren Primarschulen. In Simbabwe werde die Verteilung der zusätzlichen Nahrungsmittel durch das Spital der Heilsarmee in Tschelanyemba, nahe an der Grenze zu Botswana, koordiniert. Mit dem Geld können rund 400.000 Mahlzeiten finanziert werden, heißt es in der Pressemitteilung. (kipa)
Italien
Der aufgebahrte italienische Volksheilige Pater Pio (1887-1968) hat in den ersten zehn Tagen mehr als 180.000 Besucher angezogen. Das teilte ein Sprecher des Kapuzinerordens im apulischen Pilgerort San Giovanni Rotondo an diesem Dienstag auf Anfrage mit. Insgesamt seien bis zum vergangenen Wochenende 860.000 Voranmeldungen für einen Gang in die Gruft der Kirche Santa Maria della Grazie eingegangen. Der mit einer Silikonmaske präparierte Leichnam des Paters ist dort seit 24. April in einem Glasschrein zur Verehrung ausgestellt. Der Kapuziner, der zu Lebzeiten durch seine blutenden Wundmale Aufsehen erregte, zählt zu den prominentesten Heiligen Italiens. (kna)
Naher Osten
Nahost
Die katholische Kirche im Heiligen Land wird sich nicht an den Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Gründung Israels am 14. Mai beteiligen. Dieser Tag sei für die überwiegend arabischen Christen kein Anlass zum Feiern, sagte der designierte Lateinische Patriarch von Jerusalem, Erzbischof Fuad Twal, im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Vielmehr verbänden sie damit „60 Jahre Konflikt, Vertreibungen, Kriege”. Das Anliegen von 1948, mit Israel einen demokratischen Staat mit besonderem jüdischem Charakter zu schaffen, bezeichnete Twal als problematisch. Ein Staat könne entweder demokratisch sein oder einen konfessionellen Charakter beanspruchen. Eine Demokratie lebe von dem Prinzip der Gleichbehandlung ihrer Bürger. Arabische Christen seien eine Minderheit im doppelten Sinn, so Twal. Der Jordanier tritt voraussichtlich im Juni die Nachfolge von Patriarch Michel Sabbah an. (kna)
Nahost/Pakistan
Die Christen in Pakistan beten für die Anerkennung Israels durch die Regierung in Islamabad. „Wir hoffen auf volle diplomatische Beziehungen, so dass wir eines Tages ins Heilige Land pilgern können”, erklärte der Präsident des Verbandes pakistanischer Christen vor Journalisten anlässlich der 60-Jahr-Feiern zur Staatsgründung in Israel. In allen Kirchen Pakistans werde man für Frieden und den Schutz Jerusalems beten. (asianews)
Asien
Philippinen
Ein Redemptoristen-Pater radelt aus Protest 5.000 Kilometer über die Philippinen. Er wolle eine Botschaft des Friedens und der Aufrichtigkeit bringen, so Amadao Picardal laut Nachrichten-agentur Misna. Bei Staatspräsidentin Gloria Macapagal Arroyo protestierte er gegen Gewalt und Korruption. Der Pater übergab einer Wache am Präsidentenpalast in Manila einen Brief, in dem er Arroyo an „nicht gehaltene Versprechen” erinnert und ihr vorwirft, eine „Kultur des Todes und der Korruption” zu fördern. Der 54-Jährige war an Ostern im Süden des Inselstaats zu seiner Reise aufgebrochen. Am 18. Mai wird er in Davao zurückerwartet. (misna)
Amerika
Brasilien
Brasiliens katholische Kirche hat vor dem geplanten Energie-Abkommen mit Deutschland gewarnt. Durch die Produktion von Bio-Treibstoffen aus Zuckerrohr würden die Nahrungsmittelproduktion in dem Tropenland stark verringert und die Lebensmittel enorm verteuert, sagte der Generalsekretär der brasilianischen Migrantenseelsorge, Antonio Garcia Peres, am Montag in Sao Paulo. Das Abkommen, das unter anderem die nachhaltige Produktion von Biokraftstoff in den Vordergrund stellt, soll beim Brasilien-Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 14. Mai besiegelt werden. (kna)
Die Quellen unserer Nachrichtensendung
sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress,
Ansa, Efe,
Afp, Kipa,
Reuters, Ap,
ADN-Kronos, Upi,
Cns, Uca,
Misna, Osservatore
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