Meldungen vom 7.5.2008
- Vatikan: Armenischer Patriarch zu Besuch -
- Papst: „Helft Burma!” -
- Vatikan: Chinesen spielen dem Papst auf -
Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefan von Kempis
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.
THEMEN DES TAGES:
Vatikan: Papst Benedikt hofft, der heilige Geist möge die Kircheneinheit fördern
Etwa 20.000 Menschen waren an diesem Mittwoch bei strahlendem Sonnenschein auf dem Petersplatz – zur Generalaudienz von Papst Benedikt. Wegen des Besuchs des armenisch-orthodoxen Patriarchen sprach der Papst in seinem deutschen Grußwort über das Thema Ökumene.
„In diesen Tagen vor Pfingsten beten wir in besonderer Weise um die Gabe des Heiligen Geistes. Wir dürfen darauf vertrauen, daß der Heilige Geist unsere Bemühungen, die Trennungen zu überwinden, unterstützt. Christus hat den Jüngern den Beistand des Heiligen Geistes als Unterpfand seiner Gegenwart zugesichert. Am Ostertag hat der Auferstandene den Aposteln den Heiligen Geist geschenkt; diese Gabe ist am Pfingsttag offenbar geworden. Die Kirche befindet sich sozusagen immer in einer pfingstlichen Situation. Im Abendmahlssaal versammelt, betet sie beharrlich um die stets neue Ausgießung des Geistes. Der Herr will, daß wir im Gebet ausharren und die Hoffnung auf die volle Einheit lebendig halten: Daß alle eins seien! Das Gebet ist ja die Herzmitte der ökumenischen Bewegung. Danken wir dem Herrn für das schon Erreichte; hören wir folgsam auf seine Stimme, um unentwegt auf dem Weg zur Einheit aller Jünger Christi voranzuschreiten. Bitten wir um die Gaben des Geistes, damit wir durch den gemeinsamen Einsatz für das Evangelium in der Welt ein Zeichen der Liebe Gottes zu den Menschen sein können.
Sehr herzlich heiße ich die Pilger aus den Ländern deutscher Sprache willkommen. Einen besonderen Gruß richte ich an die Eltern, Verwandten und Gäste meiner Schweizergardisten, die anlässlich der Vereidigung der neuen Rekruten nach Rom gekommen sind. Ebenso grüße ich die Abordnung des Österreichischen Fußballbundes. Der Heilige Geist hilft uns, als Christen Zeugnis zu geben und Gutes zu wirken. Der Herr begleite euch und eure Lieben mit seiner Gnade.” (rv)
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Vatikan: Armenischer Patriarch Karekin II. zu Besuch
Hoher Besuch beim Papst: Der Führer der armenisch-apostolischen Kirche hat an diesem Mittwoch an der Generalaudienz auf dem Petersplatz teilgenommen. Vor Tausenden von Pilgern und Besuchern begrüßte ihn Benedikt XVI. auch auf deutsch: „Der Besuch des Katholikos aller Armenier, Seiner Heiligkeit Karekin II., den wir mit Freude heute unter uns begrüßen, stärkt uns alle in der Hoffnung auf die volle Einheit aller Christen und trägt gewiss dazu bei, die freundschaftlichen Bande zwischen unseren beiden Kirchen zu festigen.”
Karekin vertritt eine der ältesten christlichen Gemeinschaften der Welt. Der Papst bedankte sich bei ihm für seine früheren Vatikanbesuche – und dafür, dass er im Jahr 2001 Papst Johannes Paul in Edschmiadzin empfangen hatte. Das alles spreche für einen „Geist der Freundschaft”, so der Papst. In einem englischen Grußwort erwähnte er auch die „schweren Verfolgungen, die armenische Christen erleiden mussten, vor allem im letzten Jahrhundert” – eine Anspielung auf das türkische Vorgehen gegen Armenier zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Allerdings sprach Benedikt das Wort „Völkermord” nicht aus. Der Papst wörtlich: „Armeniens viele Märtyrer sind ein Zeichen für die Kraft des Heiligen Geistes, die in dunklen Zeiten wirkt, und ein Hoffnungssignal für Christen überall.”
Karekin nutzte das Forum, um seinerseits eine klare internationale Verurteilung der Morde und Vertreibungen von Armeniern im Umfeld der türkischen Staatsgründung zu fordern.
„Wir rufen heute alle Nationen dazu auf, in universeller Weise den armenischen Völkermord zu verurteilen. Mögen die, die die Macht dazu haben, die Verantwortlichen dieser Verbrechen klar benennen.”
Benedikt XVI. hat 2006 die Türkei besucht. Dabei sprach er in Istanbul auch mit dem dortigen armenisch-orthodoxen Patriarchen. Am Freitag will er den Katholikos Karekin II. in Einzelaudienz empfangen. Über 20 Länder weltweit haben die Massaker an Armeniern zwischen 1915 und 1917 bislang als „Völkermord” bezeichnet. Den Massakern fielen anderthalb Millionen Armenier zum Opfer; die Türkei nennt als Opferzahl zwischen 250- und 500.000 Menschen. (rv)
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Papst: „Helft Burma!”
Mit eindringlichen Worten hat Papst Benedikt XVI. zur Hilfe für die Menschen in Burma aufgerufen. Ungefähr die Hälfte aller Einwohner Burmas, also 24 Millionen Menschen, sollen von dem verheerenden Wirbelsturm betroffen sein. Bei der Generalaudienz im Vatikan sagte der Papst: „Ich mache mir den Schmerzens- und Hilferuf der Menschen in Burma zu eigen, die erlebt haben, wie der Zyklon „Nargis” mit unglaublicher Gewalt im Handumdrehen zahlreiche Menschenleben gefordert und große Verwüstungen angerichtet hat. Ich bin den Betroffenen geistlich nahe – wie ich das ja schon in einem Brief an den Vorsitzenden der Bischofskonferenz geschrieben habe. Ich will außerdem alle einladen, mitleidig und großzügig zu sein. Mögen alle, die imstande und willens sind, zur Hilfe zu eilen, die Leiden einer so großen Tragödie lindern.”
Indirekt ist der letzte Satz des Papst-Aufrufs eine Bitte an die kommunistische Regierung Burmas. Die Generäle sollen internationale Hilfswerke ins Land lassen, um den Menschen zu helfen. Der Zyklon hat über 20.000 Menschenleben gefordert; Schätzungen sprechen von Hunderttausenden von Obdachlosen, zerstörten Häusern und vernichteten Ernten.
Der Präsident des internationalen Caritas-Netzwerks, Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga, spricht mit Blick auf Burma von einer „furchtbaren humanitären Krise”. Die Burmesen sollten wissen, dass die internationalen Hilfswerke alles nur Mögliche täten, um ihnen zur Hilfe zu kommen. In seinem Schreiben vergleicht der aus Honduras stammende Erzbischof den Wirbelsturm „Nargis” mit dem Tsunami.
Derweil konnte das UNO-Welternährungsprogramm erste Lebensmittelhilfen in der Fünf-Millionen-Stadt Rangun verteilen. Doch den Helfern fehlen häufig Transportmöglichkeiten, und die besonders betroffenen Küstenregionen sind in der Regel noch nicht zu erreichen. (rv/diverse)
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Vatikan: Chinesen spielen dem Papst auf
Ein ganz besonderes Konzert gibt es am Mittwoch Abend im Vatikan: Das Chinesische Philharmonie-Orchester führt in Anwesenheit des Papstes Mozarts „Requiem” auf. Ein Ereignis mit Zwischentönen und Signalcharakter, glaubt der vatikanische China-Experte Angelo Lazzarotto im Gespräch mit Radio Vatikan.
„Die Musik hilft dem Dialog zwischen Völkern und Kulturen auf die Sprünge. Zum Beispiel hat die Pekinger „Volkszeitung” schon im Vorfeld über das Konzert berichtet und von einem kulturellen Gespräch der Völker gesprochen, und sehr ähnlich drückte sich ein Vertreter des Außenministeriums aus: ein Austausch von Volk zu Volk, durch Kultur und Kunst.”
Es sei sicher eine besondere Hommage an den Musikliebhaber Benedikt, dass das Pekinger Orchester seine Europatournee in Rom starte.
„Das ist ein junges Orchester, im Jahr 2000 gegründet, und es hat schon vor zwei Jahren auf einem Musikfestival in Peking dieses „Requiem” geführt – und zwar in einer Kirche, der Josefskirche. Eine weitere Aufführung gab es dann im April letzten Jahres in der Kathedrale von Shanghai, zum vierhundertsten Jahrestag der Gründung des Bistums.”
Die Nachrichtenagentur „Asianews” berichtet, dass Christen in China das Konzert für den Papst als ein „Zeichen der Entspannung” ansehen. Allerdings bestehe die Gefahr, dass es sich um eine „Werbekampagne Chinas handle in einem Moment, wo es auf internationaler Bühne nicht gut dastehe”. Die Agentur spricht von vielen Anzeichen dafür, dass es innerhalb der chinesischen Führung, vor allem im Außenministerium, „Interesse an einer Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit dem Vatikan” gibt. Ein anderer Teil der Führung in Peking sei hingegen noch altem, ideologischem Denken verhaftet. (rv/asianews)
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Italien: Ökumenische Vigil in Rom
Einmal im Jahr lädt die katholische Diözese Rom Christen verschiedener Konfessionen zu einem ökumenischen Abendgebet ein. Traditionell findet das Treffen jedes Jahr in einer anderen Kirche statt. In der Woche vor Pfingsten war diesmal die evangelisch-lutherische Gemeinde von Rom der Gastgeber. Oliver Neumann mischte sich unters Kirchenvolk.
Die mit goldenen Mosaiken reich verzierte Christuskirche mutet im ersten Moment so gar nicht typisch lutherisch an. Selbst Papst Johannes Paul II. hat hier schon - als erster Papst nach der Reformation - eine Predigt gehalten. Eine in Stein gehauene Inschrift erinnert daran.
Der Einladung des Ökumene-Beauftragten der Diözese Rom, Rino Fisichella, waren an diesem Montag unter anderem Vertreter der koptischen und orthodoxen Kirche, der Waldenser, der anglikanischen Kirche und der Heilsarmee gefolgt. Hausherr Matthias Fricke-Zieseniss, der Pastor der evangelischen-lutherischen Gemeinde: „Das Begrüßenswerte ist eben, dass die Diözese selbst das Arbeitsfeld der Ökumene für wichtig erachtet, die Begegnungen für wichtig erachtet, und darum sagt, lasst uns nicht nur übereinander reden, sondern miteinander.“
Dabei geht es nicht nur um den Dialog zwischen lutherischer Kirche und katholischer Kirche, sondern, erklärt der Pastor, generell um die Gemeinschaft von Christen in der Papststadt Rom.
„Es ist ein Erlebnis, das sage ich nicht nur persönlich, sondern das gilt für alle, die teilnehmen. Es ist ein Erlebnis, wenn Reformierte und Anglikaner, Orthodoxe und Katholiken, Lutheraner und andere miteinander feiern und man deutlich sieht, die Kultur ist nicht nur etwas, was trennt. Die eigene Konfession ist nicht nur etwas was Verschiedenheit bedeutet, wir haben einen großen Fundus an gemeinsamer Glaubenswahrheit auch an liturgischer Praxis. Wenn heute Abend der koptisch-eriträische Diakon Henoc in seiner Sprache mit weißer Kopfbedeckung das Halleluja singt, dann wissen wir, Christ sein ist nicht nur römisch-katholisch, ist nicht nur evangelisch-lutherisch, sondern es ist eine weltweites Phänomen von Menschen die sich zu Jesus Christus bekennen.“
Das gemeinsame Gebet und der gemeinsame Gesang machten die Ökumene an diesem Montag in der Christuskirche persönlich erfahrbar.
„Von einem Gottesdienst kann man eigentlich nur erwarten, dass Gottes Wort einen erreicht, dass man die Kraft der Gemeinschaft spürt, dass man eintaucht in die Freude am Evangelium. Und der Gottesdienst hat ja in dem Sinne keinen ökumenischen Arbeitsauftrag. Aber wie das mit wirklicher Begegnung ist, im Laufe des Jahres oder im Laufe der Jahre, in den man zusammen lebt und arbeitet in Rom, wachsen Verbindlichkeiten zum Teil sogar Freundschaften. In jedem Fall sinkt die Hemmung, aufeinander zu zugehen und etwas miteinander zu tun.“
In seiner Predigt ging Pastor Fricke-Zieseniss auf den Römerbrief des Apostels Paulus ein und bestärkte den Gedanken an Gemeinsamkeiten. Allein der gemeinsame Glaube mache gerecht. Nichts anderes, keine Sprache oder Mentalität, kein Vermögen, kein Ehrgeiz und kein geografischer oder theologischer Standort, so der Pastor.
„Paulus hat geschrieben, ein Leib ein Geist ein Glaube, ein Herr. Und das ist etwas Kostbares, an das wir uns erinnern sollten, zumal wir uns nach Jahrhunderten der gegenseitigen Ausgrenzung, Bekämpfung, ja Verleumdung - das ist im Bereich der christlichen Kirchen Gott sei Dank weitgehend Geschichte - aber das Konfession und heute noch stärker Religionen noch eher gegeneinander stehen, als miteinander für Werte zu kämpfen, die die Menschheit braucht, das unterstreicht die Notwendigkeit und auch den Sinn, sich zu Pfingsten zu treffen.“ (rv)
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DIE NACHRICHTEN:
Vatikan
Interessante Gäste hatte Papst Benedikt an diesem Mittwoch bei seiner Generalaudienz auf der „Piazza San Pietro”. Unter den Besuchern war nicht nur eine Delegation des Österreichischen Fußballbundes oder ein wichtiger italienischer Fußballverein, sondern auch Pilger aus Doha, der Hauptstadt des Golf-Emirates Qatar. Sie gehören zu der Pfarrei, die erst vor zwei Monaten in Doha mit Erlaubnis des Scheichs eine große Kirche einweihen durfte. Es ist die erste in dem mehrheitlich islamischen Land. (rv)
Der Vatikanstaat bekennt sich zum Schutz der Ozonschicht. Bei einer Feier im UNO-Hauptgebäude von New York hat ein Vertreter des Vatikans offiziell den Beitritt zu den Konventionen von Wien und Montreal erklärt, die dem Schutz der Ozonschicht gelten. Der Ständige Vatikan-Beobachter bei der UNO, Erzbischof Celestino Migliore, hofft in einer Erklärung auf den Vorbild-Charakter der Vatikan-Entscheidung. Der Schutz der Schöpfung sei ein wichtiges Anliegen, das es entschlossen zu verteidigen gelte. (rv)
Der Papst freut sich über eine hohe Auszeichnung für einen polnischen Priester und Kosmologen. Michal Heller, Professor für Theoretische Physik, Kosmologie und Wissenschafts-Philosophie, bekommt an diesem Mittwoch im Londoner Buckingham-Palast den renommierten „Templeton-Preis”. Benedikt XVI. lobt ihn in seinem Telegramm als wichtigen „Mittler zwischen Wissenschaft und Religion”. Heller stehe für das Anliegen des Papstes, dass Glaube und Vernunft zusammengehören. Die Auszeichnung gilt besonders einer Theorie Hellers zur Entstehung des Universums. (rv)
33 neue Schweizergardisten haben am Dienstag Abend im Vatikan ihren Eid auf Papst Benedikt abgelegt. Im Innenhof des Apostolischen Palastes nahmen etwa 2.000 Menschen an der Feier teil. Die Eidesleistung neuer Rekruten erfolgt traditionell am 6. Mai, dem Jahrestag der Plünderung Roms im Jahr 1527. Damals wurden fast 150 Schweizergardisten von marodierenden Landknechten Kaiser Karls V.` getötet. Der scheidende Kommandant der Garde, Oberst Elmar Mäder, rief den Gardisten zu Beginn der Feier noch einmal ihre hehre Aufgabe ins Gedächtnis. (rv)
Europa
Deutschland
Kinder sind nach Überzeugung von Bischof Wolfgang Huber stärker durch Armut bedroht als ältere Menschen. „Kinderarmut ist in unserem Land das noch größere Problem”, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland jetzt in einem Zeitschrifteninterview. Man müsse aufpassen, dass man das eine nicht gegen das andere ausspiele. Politiker sollten genau hinsehen, warum Menschen an die Grenze des Existenzminimums gerieten. Die deutschen Muslime rief Huber in dem Gespräch dazu auf, zwischen ihrem Glauben und radikalem Islamismus zu unterscheiden. Positiv äußerte er sich zu einem möglichen islamischen „Wort zum Freitag” im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Es sei richtig, Muslime an ihrem Gebetstag in deutschen Medien anzusprechen. Solche Angebote im Internet gibt es bisher bei SWR und ZDF. (kna)
Die Wahl von Ulrich Hemel zum neuen Präsidenten der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt ist offenbar hinfällig. Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel von der CSU rechnet mit einer Neu-„Auflage der Bewerbung“. Zugleich deutete der Minister kirchliche Vorbehalte gegen die Wahl Hemels an. Diese hätten jedoch nichts mit dessen „persönlichen Problemen“ zu tun, so Goppel. Der Theologe und Manager Hemel ist zum dritten Mal verheiratet. Die beiden ersten Ehen gelten kirchenrechtlich als ungültig. Der Religionspädagoge war am 30. Januar als einziger verbliebener Kandidat vom Hochschulrat der Katholischen Universität mit zwölf gegen vier Stimmen zum neuen Präsidenten gewählt worden. Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke hat ihn bisher jedoch nicht bestätigt, sondern will in Kürze erst einmal ein Gespräch mit Hemel führen. Seine für den 23. April geplante Amtseinführung war abgesagt worden. Es gebe Bedenken, die der vatikanischen Bildungskongregation vorlägen, hieß es. Ohne Zustimmung des Vatikan wird es keine Ernennung geben. Die Universität Eichstätt ist die einzige katholische Universität im deutschen Sprachraum. Sie wurde per vatikanischem Dekret 1980 errichtet. (kna)
Österreich
Mehr Väter in Karenz wünscht sich Caritaspräsident Franz Küberl. Allerdings müssten dazu auch die Rahmenbedingungen verbessert werden, so Küberl in einem Interview für die „Kleine Zeitung” vom Mittwoch. So sollte etwa ein bestimmter Prozentsatz vom Letztgehalt ausbezahlt werden. Wörtlich meinte Küberl: „Es ist nach wie vor eine Geldfrage. In unserer Gesellschaft ist es so, dass die Sorge um die Kinder stärker bei der Frau liegt. Hier gibt es sicherlich noch Nachholbedarf an Partnerschaftlichkeit.” (kap)
Schweiz
„Humanae Vitae” lohnt eine genauere Lektüre. Das glaubt Hanspeter Schmitt, Professor für Theologische Ethik an der Theologischen Hochschule Chur. Die Enzyklika von Papst Paul VI. enthalte im Hinblick auf gelebte Sexualität zukunftsweisende Aussagen; allerdings gebe der heftig umstrittene Text, der vor vierzig Jahren veröffentlicht wurde, durchaus auch Anlass zu Kritik. Schmitt bedauert, dass das Lehrschreiben oft nur pauschal zur Kenntnis genommen wird. Er ist der Meinung, dass der Text bei aller Kritik nicht überfordert werden sollte. Die Enzyklika ist für ihre deutliche Verurteilung von Verhütungsmitteln bekannt. (kipa)
Wie schon Bundesrat und Parlament sollen auch die Schweizer Stimmberechtigten am 1. Juni „ein klares Nein” zur SVP-Initiative „für demokratische Einbürgerungen” in die Urne legen. Dazu rufen die katholischen Organisationen Caritas, Justitia et Pax und Migratio in einer gemeinsamen Stellungnahme auf. Die Initiative der Schweizerischen Volkspartei (SVP) fordert, dass die Gemeinden Einbürgerungsentscheide an der Urne durchführen können. Außerdem soll ein erfolgter Einbürgerungsentscheid endgültig sein und nicht durch eine weitere Instanz überprüft werden können. Doch die Verweigerung des Bürgerrechts aufgrund von Kriterien der nationalen Herkunft verstoße gegen grundlegende Rechtsprinzipien, hält die Pressemitteilung der katholischen Verbände dem entgegen. Diese Prinzipien seien sowohl in der Bundesverfassung als auch in von der Schweiz ratifizierten internationalen Abkommen festgelegt. Solche Rechtsprinzipien seien die Gleichheit vor dem Gesetz, das Diskriminierungsverbot, der Schutz vor Willkür und der Schutz der Privatsphäre. (kipa)
Russland
Der neue Präsident Dmitri Medvedev will an der „Vertrauens-Beziehung“ zur russisch-orthodoxen Kirche festhalten. Das erklärte er nach seiner Amtseinführung am Mittwoch bei einer Begegnung mit Patriarch Alexij II. von Moskau. Die engen Beziehungen zwischen Staat und orthodoxer Kirche in Russland seien „zum Wohl des ganzen Landes“, so Medvedev. Der Patriarch bekräftigte, seine Kirche sei zu weiterer Kooperation bereit, „denn wir haben das selbe Vaterland, die selbe Geschichte, die selbe Zukunft“. (afp)
Türkei
Der Pastor einer protestantischen Kirche in der türkischen Hauptstadt Ankara ist offenbar durch einen glücklichen Zufall einem Anschlag entronnen. Wie die türkische Presse am Mittwoch berichtet, war Pastor Ihsan Özbek nicht anwesend, als drei bewaffnete Männer an seine Kirche kamen. Die Männer, von denen einer laut Bericht chirurgische Handschuhe trug, hätten die anwesenden Gemeinde-Angestellten mit vorgehaltener Waffe bedroht und nach dem Pastor verlangt. „Richtet dem Priester aus, dass wir ihn erledigen werden”, wird einer der Angreifer zitiert. Die Männer seien mit einem Auto davongefahren, bevor die von Gemeindemitgliedern alarmierte Polizei eintraf. Özbek war nach der Ermordung von drei Christen im osttürkischen Malatya im vergangenen Jahr landesweit bekannt geworden, als er vor laufenden Kameras die religiöse Intoleranz der türkischen Gesellschaft anprangerte. Bei Angriffen auf katholische, protestantische und orthodoxe Christen in der Türkei wurden in den vergangenen drei Jahren fünf Menschen getötet und mehrere verletzt. (kna)
Amerika
Vereinigte Staaten
Ein inoffizielles Moratorium zur Vollstreckung der Todesstrafe ist nach mehreren Monaten zu Ende gegangen. Im US-Bundesstaat Georgia wurde ein Mann hingerichtet, der des Mordes an seiner Freundin beschuldigt wird. Das Oberste Gericht hatte vor kurzem erklärt, dass die Verwendung einer Giftspritze zur Hinrichtung von Verurteilten nicht gegen die Verfassung verstößt. (reuters)
Die Quellen unserer Nachrichtensendung
sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress,
Ansa, Efe,
Afp, Kipa,
Reuters, Ap,
ADN-Kronos, Upi,
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