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Meldungen vom 8.5.2008

- Vatikan: Chinesisches Orchester spielt auf -
- D: KU-Eichstätt sucht neuen Präsidenten -
- D: Missio-Chef verabschiedet -


Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Gudrun Sailer

Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

THEMEN DES TAGES:

Vatikan: China-Orchester spielt für Benedikt
Premiere im Papststaat: Zum ersten Mal hat ein Orchester aus China im Vatikan ein Konzert für den Papst gegeben. Das China Philharmonic Orchestra und der Chor der Oper Shanghai trugen Mittwochabend in Anwesenheit von Benedikt XVI. Mozarts Requiem sowie chinesische Volkslieder vor.
„Diese Aufführung ist in mancherlei Hinsicht einzigartig”, sagte der Papst im Anschluss an das Konzert in einer kurzen Ansprache auf Italienisch und Englisch.
„Mit Freude beobachte ich das Interesse Ihres Orchesters und Chores an europäischer religiöser Musik. Dies zeigt, dass es möglich ist, erhabene Manifestationen des Geistes wie Mozarts Requiem in ganz unterschiedlichen kulturellen Gegebenheiten zu schätzen. Denn Musik drückt universelles menschliches Fühlen aus, einschließlich religiösen Fühlens, das die Grenzen jeder individuellen Kultur überschreitet.”
Die vatikanische Audienzhalle - deren Akustik im Übrigen für Konzerte nicht sehr geeignet ist – bezeichnete Papst Benedikt als „Fenster zur Welt”. An diesem Ort, „an dem der Papst seine Gäste empfängt”, träfen sich Menschen aus allen Teilen der Erde, die hier „mit Wertschätzung und Zuneigung” aufgenommen würden. Ausdrücklich erwähnte Papst Benedikt seine Verbundenheit mit Chinas Untergrundchristen.
„Heute Abend möchte der Papst, indem er euch, liebe chinesische Künstler, empfängt, stellvertretend euer gesamtes Volk empfangen. Besonders denke ich an eure Mitbürger, die den Glauben an Jesus teilen und mit dem Nachfolger Petri spirituell verbunden sind. Das „Requiem” ist aus diesem Glauben geboren, als Gebet an einen gerechten und barmherzigen Gott, und genau deshalb rührt es an die Herzen aller und wird zum Ausdruck eines universellen Humanismus.”
Am Ende schickte der Papst Grüße an alle Bewohner Chinas, das sich mit den Olympischen Spielen auf ein Ereignis „von großem Wert für die gesamte Menschheit” vorbereite. Für das Erwähnen der sportlichen Großereignisses und seinen Gruß in chinesischer Sprache erntete der Papst einen herzlichen Applaus. (rv)
Hier zum Nachhören

Vatikan: Dialog mit Moslems auf gutem Weg
Der Brief der 138 Moslemgelehrten an die christlichen Religionsführer öffnet eine noch nie da gewesene Chance auf Dialog. Das sagt der Islamfachmann P. Christian Troll, der am Dienstag an der römischen Gregoriana-Universität einen Vortrag über den „Brief der 138” hielt. Im Gespräch mit uns zieht der Jesuitenpater eine Zwischenbilanz über den Stand der Dinge im Dialog zwischen Christen und Moslems. Die Rede von Regensburg über Glaube und Vernunft, die zunächst so viel Schlechtes loszutreten schien, erwies sich im Nachhinein als Signal.
„Was geschehen ist in den letzten zwei, drei Jahren, ist, dass mit dem Beginn des neuen Pontifikates die Prioritäten, die dieser Papst sieht, eingebracht worden sind. Und dass man jetzt stärker die Frage Glaube und Vernunft, Gewalt, Machtpolitik im Namen der Religion, gemeinsam mit hoffentlich denselben Kriterien für alle anwendend - also auch das gelebte Christentum und die Kirche anwendend – einbringt und den Dialog weiterführt. Dieser Prozess läuft weiter.”
Im November wird eine Delegation namhafter Brief-Unterzeichner im Vatikan mit Vertretern des Papstes zusammentreffen, unter ihnen Pater Troll.
„Im Augenblick ist man dabei, mit den Muslimen die Details, die Themen abzustimmen. Aber das Datum steht fest. Das Datum wäre schon früher gewesen, aber die Delegation, die den Brief geschrieben hat, die hatten schon andere Dialogtreffen mit den Anglikanern, mit den Freikirchen eingeplant, und denen war es lieber, dass wir etwas mehr Zeit lassen, also bis November.”
Unverzichtbare Basis des Dialogs zwischen Christen und Moslems ist für Pater Troll, dass man einander ehrlich kennen lernen will. Das schließt die geistige Dimension des anderen ein, nimmt dann aber auch die jeweilige konkrete Realität des anderen in den Blick.
„Idealerweise sollte es so sein, dass ich mich intensiv mit der Geistes- und Glaubenswelt des anderen auseinandergesetzt habe. Sehen, wie er sich selbst sieht – er, sie, diese Gruppe sich sieht, ideal sieht und sein möchte – und dann auch die Realität sieht. So wie bei uns auch. Als Christ schaue ich auch auf das, was wir ideal sein wollen, und ich sehe dann die Realität, die oft ein bisschen anders ist.”
Der nächste Schritt geht vom Sehen zum Kritisieren.
„Überzeugt davon zu sein, dass man von der Kritik des anderen profitieren kann, dass man sogar die Kritik des anderen, vielleicht auch des Außenstehenden, dass man die braucht. Weil der oder die Person manche Dinge sieht, die man selbst gar nicht mehr wahrnimmt.”
Nicht wenige Menschen der westlichen Welt betrachten Moslems mit Unbehagen, ja Misstrauen. Dabei liegt das wahre Problem, meinen Fachleute wie Pater Troll, nicht im Glauben, sondern in der Gleichgültigkeit dem Glauben gegenüber. So muss ein Dialog zwischen Christen und Moslems immer auch die dritte Dimension, die des Säkularismus, mitdenken.
„Die größte Gefahr kommt nicht von den Muslimen her aufs Christentum zu, sondern die größte Herausforderung ist an Muslime und Christen, ob wir wirklich Glaubende an Gott sein wollen, ob wir Menschen sein wollen und können, die noch beten, kurz gesagt.” (rv)
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Vatikan: Papst an Nahost-Priester, „Macht keine Politik”
Katholische Priester im Nahen und Mittleren Osten sollten sich aus der Politik heraushalten. Das hat Benedikt XVI. ihnen empfohlen. An diesem Donnerstag empfing der Papst eine Pilgergruppe rund um Gregorius III. Laham, der als Oberhaupt der mit Rom unierten griechisch-melkitischen Kirche einer der höchsten katholische Würdenträger der Region ist.
„Indem die Kirche ihre Sendung im bewegten und manchmal dramatischen Kontext des Nahen und Mittleren Ostens wahrnimmt, sieht sie sich mit Situationen konfrontiert, in denen die Politik eine bestimmte Rolle spielt – ein Rolle, die dem kirchlichen Leben nicht gleichgültig ist. Deshalb ist es wichtig, dass die Kirche Kontakte zu den politischen Autoritäten hält, zu den Institutionen und den verschiedenen Parteien. Dennoch kommt es dem Klerus nicht zu, sich im politischen Leben zu engagieren. Das bleibt eine Aufgabe der Laien.”
Ausdrücklich würdigte Papst Benedikt die Bemühungen der griechisch-melkitischen Würdenträger in Sachen Ökumene und interreligiösem Dialog. Mit Blick auf das bevorstehende Paulus-Jahr forderte er sie dazu auf, ihre Gläubigen näher an das Werk des Völkerapostels heranzuführen. (rv)
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Deutschland: Die katholische Universität Eichstätt muss neuen Präsidenten suchen
Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke wird Ulrich Hemel nicht zum Präsidenten der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt machen. Hanke habe sich „nach gründlicher und sorgfältiger Prüfung” gegen eine Ernennung des ihm vorgeschlagenen Kandidaten entschieden, gab Bischosvikar Bernd Dennemark bekannt. An diesem Donnerstag habe ein abschließendes Gespräch zwischen dem Wissenschaftler und dem Bischof stattgefunden.
„Bischof Hanke teilte Herrn Professor Hemel in dem Gespräch persönlich einige Gründe für die Nicht-Ernennung mit. Diese hängen, das betone ich ausdrücklich, weder zusammen mit einem nicht erteilten nihil obstat aus Rom, noch haben sie mit der Lebensführung von Professor Hemel zu tun. Es habe sich vielmehr das notwendige und für eine Stiftungsuniversität erforderliche wechselseitige Vertrauen nicht entwickeln können.”
Der 51-jährige Wissenschaftler ist in dritter Ehe verheiratet; seine ersten beiden Ehen sind allerdings kirchenrechtlich irrelevant. Der Hochschulrat von Deutschlands einziger katholischer Universität hatte den habilitierten Religionspädagogen am 30. Januar mit zwölf zu vier Stimmen zum neuen Hochschulpräsidenten gewählt. Mitte April war bekannt geworden, dass der vatikanischen Bildungskongregation Bedenken gegen Hemels Ernennung vorliegen. (pm)
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Deutschland: Missio-Chef Schalück verabschiedet sich
Beim Wort „Mission” denken immer noch zu viele Menschen an einen weißen Mann, der in ferne Länder reist und den Menschen dort Taufe und Kirche aufdrängt. Der Kampf gegen dieses Klischee lässt Pater Hermann Schalück keine Ruhe. Denn dieses mit dem Kolonialismus verbundene und auf Unterwerfung fußende Verständnis habe mit Mission heute nichts mehr zu tun, betont der Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerks Missio in Aachen immer wieder. Nach mehr als zehn Jahren an der Spitze des katholischen Hilfswerks wurde Schalück an diesem Donnerstag, seinem 69. Geburtstag, in den Ruhestand verabschiedet. Domradio bat den Franziskaner ans Telefon.
„Ich habe in den zehn Jahren entdeckt, dass es viele Menschen gibt, die sich ganz neu mit einem schönen, positiven, freundlichen Missionsbegriff bekannt gemacht haben, und wir haben sie damit bekannt gemacht. Es ist zugegebenermaßen ein nicht immer leichter Prozess, denn alte Vorstellungen gehen manchmal auch noch mit. Aber die Vermittlung eines erneuerten Missionsverständnisses geht nur über Begegnung, Dialog, Austausch. Denn Mission ist nicht nur Geben, es ist selber Annehmen der Glaubenserfahrungen anderer – wir sind selbst zu Missionierende in diesem erneuerten Sinn.”
Für die Zukunft der Kirche misst Schalück besonders kleinen christlichen Gemeinschaften einen großen Stellenwert bei. Gerade im Süden habe er immer wieder festgestellt, wie intensiv diese kleinen Gruppen den Glauben leben - oft auch ohne Priester. Angesichts der Tatsache, dass sich auch in Deutschland kirchliche Großstrukturen auflösen, könnte dies auch hierzulande ein Modell sein. Für die Zukunft des Hilfswerkes hat er ein ganz bestimmtes Anliegen: „Letztlich ist doch entscheidend, das geistliche Profil Missios hochzuhalten. Denn wir brauchen materielle Hilfe, wir brauchen Menschen, die diese Botschaft verkünden und weitergeben. Aber letztlich geht das nur, wenn unsere eigene Kirche, unser eigenes Herz, missionarisch ist, in dem Sinn, dass man sich über Gott freuen kann und nicht dies als belastende Botschaft erfährt, sondern eine Botschaft von Freiheit und Befreiung damit verbinden kann.” (domradio)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone reist am 23. und 24. Mai in die Ukraine. Er wird dort die Seligsprechung der katholischen Ordensfrau Marta Vetskaia leiten, die als Krankenschwester im Einsatz für Typhuskranke starb. Das örtliche Organisationskomitee erwartet 7.000 Gläubige aus der Ukraine, Weißrussland und Polen. Auf dem Programm Bertones stehen außerdem Begegnungen mit dem lateinischen Erzbischof Marian Jaworski und dem ukrainisch-katholischen Erzbischof Ihor Vozniak. (ansa)
Die Sorge um das Gemeinwohl liege längst nicht mehr allein in der Hand des Staates oder der Wirtschaft, und die öffentliche Hand habe in dieser Hinsicht auch kein Monopol mehr. Das bekräftigte der Kanzler der Päpstlichen Akademie für Sozialwissenschaften, Bischof Marcelo Sánchez Sorondo, am Ende einer Fachtagung in Rom. Die Allgemeinheit trage heute selbstlos und in entscheidender Form zum Gemeinwohl bei. Die 14. Vollversammlung der Päpstlichen Akademie für Sozialwissenschaften nahm vom 2. bis zum 6. Mai das Thema: „Das Gemeinwohl verfolgen - wie Solidarität und Subsidiarität zusammenwirken können” in den Blick. (zenit)

Vatikan/Italien
Papst Benedikt XVI. unternimmt Mitte Mai eine Wochenend-Pastoralreise nach Ligurien. Am 17. und 18. Mai feiert er in Savona und Genua Gottesdienste unter freiem Himmel und trifft sich mit Priestern, Ordensleuten, Jugendlichen und kranken Kindern. In Savona steht auch ein als privat titulierter Besuch in jenen Räumen auf dem Programm, in denen Papst Pius VII. nach 1807 als Gefangener Napoleons festgehalten wurde. In Savona begibt sich der Papst zunächst zum Heiligtum „Nostra Signora della Misericordia”, bevor er am späten Nachmittag auf der „Piazza del Popolo” eine Messe feiert. Nach dem Besuch in den Räumen Pius VII. im bischöflichen Palais fliegt er weiter nach Genua. Dort besucht Benedikt am Sonntagmorgen ebenfalls zunächst ein Marienwallfahrtszentrum, das „Santuario della Madonna della Guardia”. Nach einem Besuch in einem Kinderkrankenhaus trifft er sich mit Jugendlichen auf der „Piazza Matteotti” im Stadtzentrum, danach mit Ordensleuten in der San-Lorenzo-Kathedrale. Die Sonntagsmesse zelebriert der Papst am Nachmittag auf der „Piazza della Vittoria” in Genua. (rv)

Europa

Deutschland
Die katholische Kirche ruft zum Gebet für China auf. Papst Benedikt XVI. hatte angeregt, die Belange der Kirche in der Volksrepublik stärker in das Leben der Ortskirchen einzubeziehen und dafür den 24. Mai als gemeinsamen Gebetstag bestimmt. In diesem Jahr wird dieser Tag des Gebets für die Kirche in China von katholischen Christen in aller Welt erstmals begangen. Die Bischofskonferenz hat an diesem Donnerstag die Priester und die anderen in der Pastoral tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie alle Gläubigen gebeten, der Kirche in China in den Gottesdiensten am 24. Mai 2008 zu gedenken und sie auch in das persönliche Gebet einzuschließen. Das Gebet für die Kirche in China verbinde die Katholiken in Deutschland mit den Brüdern und Schwestern, die unter ungerechten Einschränkungen ihrer Religionsfreiheit leiden, und sei zugleich Gebet für die Einheit der Kirche. – Die Zahl der Katholiken in China liegt derzeit bei etwa 13 bis 14 Millionen. Sie steigt kontinuierlich, wenngleich bisher nur etwa ein Prozent der Gesamtbevölkerung der katholischen Kirche angehört. Der Großteil der Gläubigen lebt auf dem Land, aber auch in den Städten wächst das Interesse am Christentum. (pm)
Einen Friedenslauf organisiert die Fokolar-Bewegung am Samstag in weltweit 300 Orten. Unter dem Motto „Run4Unity” gehen auch in sechs deutschen Städten von 16 bis 17 Uhr Kinder und Jugendliche an den Start, wie die Bewegung am Mittwoch in Solingen bekannt gab. Mit der weltumspannenden Aktion wolle man ein Zeichen für Frieden und Gerechtigkeit setzen. Das Projekt hatte 2005 schon einmal stattgefunden. Damals zählten die Organisatoren nach eigenen Angaben 100.000 Teilnehmer. In der Bundesrepublik werden die Läufe in diesem Jahr in Osnabrück, Carlhorn, Stapelfeld, Sargenroth, Zwochau und Karlsruhe ausgerichtet. Den Abschluss bilde ein „weltweiter medialer Treffpunkt”, erklärte die Fokolar-Bewegung. Von 18 Uhr bis 19.15 Uhr würden Kinder und Jugendliche von der Piazza Navona in Rom aus ein internationales Bühnenprogramm gestalten, das über Satellit und Internet empfangen werden könne. (kna)

Österreich
Der neuernannte Wiener Weihbischof Stephan Turnovszky wird am Pfingstmontag im Stephansdom feierlich zum Bischof geweiht. Hauptkonsekrator ist der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, der auch die Predigt halten wird. Mitkonsekratoren werden Weihbischof Helmut Krätzl und der St. Pöltener Weihbischof Anton Leichtfried sein. Während der Handauflegung durch die anwesenden Bischöfe – einem der zentralen Riten der Bischofsweihe – wird die Pummerin, die größte Glocke Österreichs, läuten. Diesem Akt schließen sich das Weihegebet, die Salbung mit Chrisam-Öl und die Überreichung des Evangelienbuches sowie der bischöflichen Insignien Ring, Mitra und Stab an. – Papst Benedikt XVI. hatte Stephan Turnovszky am 6. März zum Weihbischof für Wien ernannt. Eine der Hauptaufgaben für den neuen Weihbischof wird die Begleitung der Priester der Erzdiözese Wien sein. Turnovszky, Jahrgang 1964, stammt aus der österreichischen Hauptstadt und ist studierter Chemiker. Diesen Beruf übte er zwei Jahre lang aus, bis er 1992 ins Wiener Priesterseminar eintrat. (kap)

Italien
Der „Kulturminister” des Papstes, Erzbischof Gianfranco Ravasi, erwägt eine vom Heiligen Stuhl ausgerichtete Schau zeitgenössischer sakraler Kunst im Umfeld der Biennale in Venedig. „Eine Art Biennale für kirchliche Themen, damit die Künstler wieder über sakrale Texte und Themen wie das Schöne, den Tod, Gott nachdenken”, führte Ravasi Mittwoch Abend bei einem Treffen an der italienischen Botschaft beim Heiligen Stuhl aus. Für die Kirche gehe es darum, wieder in Beziehung zu zeitgenössischem Kulturschaffen zu treten, sagte der Erzbischof. Einer seiner Mitarbeiter halte gerade in Venedig nach geeigneten Kirchenräumen Ausschau. Der Bürgermeister der Lagunenstadt, Massimo Cacciari, habe sehr positiv auf das Vorhaben reagiert, sagte der Präsident des Päpstlichen Kulturrates. (agi)
Die römische Kirche „Santa Maria dei Pellegrini” wird Personalpfarrei der Priesterbruderschaft Sankt Petrus, die die Liturgie im außerordentlichen Ritus feiert. Die Einführung des ersten Pfarrers Joseph Kramer findet am 8. Juni statt. Die Kirche soll nach Angaben der Priesterbruderschaft nicht nur Anlaufstelle für die römische Bevölkerung sein, sondern auch für Pilger aus der ganzen Welt. Es handelt sich um die erste Personalpfarrei dieser Art in Europa. Das Motu Proprio „Summorum Pontificum” Benedikts XVI. sieht ausdrücklich die Einrichtung solcher Pfarreien vor. Weltweit führt die Priesterbruderschaft nunmehr zehn Personalpfarreien. (apic)

Spanien
Die Regierung will mehr Laizität im Staat. Die stellvertretende Regierungschefin María Teresa Fernández de la Vega kündigte am Mittwoch eine entsprechende Überarbeitung der Gesetzgebung an. Ziel sei, die Privilegierung der katholischen Kirche zurückzudrängen und allen großen Religionen sowie Agnostikern gleiches Recht zuzugestehen. Seit die Sozialisten in Spanien regieren, ist das Staat-Kirche-Verhältnis belastet. Mehrere Gesetzesinitiativen waren auf erbitterten Widerstand der katholischen Kirche gestoßen, so etwa die Einführung der so genannten „Homo-Ehe”. 80 Prozent der Spanier bezeichnen sich als katholisch, 40 Prozent als praktizierend. (afp)

Slowakei
Die Slowakei hat einen katholischen Fernsehsender bekommen. „TV Lux” ist diese Woche mit der Pilotsendung „Willkommen zu Hause” erstmals auf Sendung gegangen. Bei einem live übertragenen Gottesdienst aus der Pressburger Jesuitenkirche, an dem unter anderen EU-Kommissar Jan Figel teilnahm, forderte der neue Erzbischof von Bratislava, Stanislav Zvolensky, die Angestellten der Fernsehanstalt auf, „Verbreiter der göttlichen Freude” zu sein. „TV Lux”, das täglich von 7.30 Uhr morgens bis Mitternacht ein breit gefächertes Programm sendet, ist ein Gemeinschaftsunternehmen des Produktionsstudios „Lux Communication”, der Salesianer Don Boscos und der Slowakischen Bischofskonferenz. (kap)

Naher Osten

Saudi-Arabien
Ein saudischer Gelehrer nennt junge Selbstmord-Terroristen „Prediger des Bösen“. Scheich Saleh Bin Fauzan hat seine Fachkollegen aufgerufen, ihre Studenten davor zu warnen, sich Terroristen anzuschließen. Es sei sogar ihre Pflicht, sie zu erziehen und sie zu warnen vor terroristischer Zusammenarbeit. Seit Jahren ist bekannt, dass die meisten Selbstmordattentäter im Irak aus Saudi Arabien kommen. Saudische Politiker haben sogar jetzt Angst vor dem Überschwappen des Terrorismus auf das eigene Land. (asianews)

Asien

Malaysia
Ein islamischer Gerichtshof hat einer Bürgerin erlaubt, wieder zu ihrer ursprünglichen Religion, dem Buddhismus, zurück zu kehren. Beobachter in Malaysia registrieren, dass dies seit Jahren der erste Fall dieser Art ist. In dem mehrheitlich muslimischen Land sei ein Religionswechsel weg vom Islam seit Jahren nicht erlaubt worden. Die Frau war bei ihrer Heirat mit einem Muslim vor zehn Jahren zum Islam übergetreten. Das Verbot, die Religion zu wechseln, hatte in den letzten Jahren in Malaysia schwere Zusammenstöße verursacht. (asianews)

Japan
Der jordanische Prinz Hassan bin Talal, Initiator des Briefs der 138 Moslemgelehrten an christliche Religionsführer, hat einen wichtigen Friedenspreis erhalten. Am Donnerstag nahm der 61-Jährige in Tokyo den interreligiösen Niwano-Friedenspreis entgegen. Hassan bin Talal erhalte die Ehrung wegen seines Engagements in der Verständigung zwischen den Religionen, hieß es in der Begründung der japanischen Niwano-Stiftung. Der frühere Kronprinz und Onkel von König Abdullah II. sei eine „moderate und friedensliebende Stimme des Islam”. Er habe sein Leben der Errichtung eines gerechten Friedens im Nahen Osten auf der Grundlage von Menschenwürde und religiöser Inspiration gewidmet. Der Brief der 138 muslimischen Gelehrten an christliche Religionsführer schlug nach der Regensburger Rede Papst Benedikts ein neues Kapitel im interreligiösen Dialog zwischen Christen und Moslems auf. (pm)

China
Die Volksrepublik entwickelt sich zu einem der größten Bibelproduzenten. Das berichtet die evangelische Presseagentur „Idea”. Die seit 20 Jahren bestehende Bibeldruckerei in Nanjing kann durch eine neue Fabrik, die am 19. Mai eröffnet wird, die jährliche Produktionskapazität von sechs Millionen auf 12 Millionen Exemplare der Heiligen Schrift verdoppeln. Das sind 23 Bibeln pro Minute. Von den 50 Millionen Bibeln, die bisher in Nanjing gedruckt wurden, waren neun Millionen – in 75 verschiedenen Sprachen – für den Export bestimmt. Das „Buch der Bücher” wird in acht chinesischen Sprachen sowie in Blindenschrift gedruckt. Die Druckerei stellt auch 20.000 Exemplare des Neues Testamentes“ in Englisch und Chinesisch her, die bei den Olympischen Spielen im August verschenkt werden sollen. (idea)

Ozeanien

Australien
Benedikt XVI. wird sich beim Weltjugendtag in Sydney auch per SMS an die Gläubigen wenden. Man wolle neue Wege gehen, um mit den Jugendlichen in Kontakt zu treten und ihnen Botschaften der Hoffnung und Inspiration zu übermitteln, teilte der Koordinator des Treffens Weihbischof John Fisher OP am Mittwoch mit. Der Service wird vom australischen Telekommunikations-Unternehmen Telstra gesponsert und soll den 8.000 Freiwilligen, 2.000 Priestern, 3.000 Journalisten und den 225.000 erwarteten Pilgern zugute kommen. (apic)

Amerika

Vereinigte Staaten
Die US-amerikanischen Bischöfe sprechen bei ihrer nächsten Vollversammlung im Juni unter anderem über Stammzellforschung und über den sexuellen Missbrauch durch Kleriker. Wissenschaftler der City University of New York stellen den Stand ihrer Forschungen zu den Gründen und Zusammenhängen des Missbrauchs unter Priestern vor. Die Bischöfe wollen danach einen Gesprächsleitfaden für Priester und Bischöfe erarbeiten, in den die Erfahrungen des bisherigen Umgangs der Kirche mit Missbrauchsvorwürfen und die bereits im Jahr 2002 verabschiedete Charta zum Schutz von Kindern und Jugendlichen einfließen sollen. Den größten Teil der Vollversammlung werden die Beratungen zur Stammzellforschung mit menschlichen Embryonen einnehmen. Ein Dokument des Lebensschützer-Komitees weist Argumente für die Forschung zurück. „Wenn einmal die grundlegende, moralische Line überschritten wird, die davor schützt, den Menschen nur als bloßes Wissenschaftsobjekt zu sehen, dann gibt es kein Zurück mehr”, heißt es in dem Entwurf. Zudem soll die Konferenz, so ein Vorschlag, für die Überarbeitung der katholischen Direktiven zu lebensverlängernde Maßnamen stimmen. Zu Beginn der Konferenz werden sich die Oberhirten aber mit einer neuen Übersetzung der Texte für den Gottesdienst befassen. Der Vorsitzende des Liturgischen Komitees, Bischof Arthur Serratelli, spricht von der „letzten Phase der Anpassung der Lateinischen Messe an die Bedürfnisse der Vereinigten Staaten”. Ein wesentlicher Aspekt betreffe die spanische Bevölkerung. Das formale spanische „vosotros” für „Euch” soll in der Messordnung mit dem gleichbedeutenden, aber gebräuchlicheren „ustedes” ersetzt werden. „Vosotros” gehöre nur noch in Spanien selbst zur täglichen Sprache. Die Messe sollte sich deshalb dem Sprachgebrauch der „Hispanics” in Amerika anpassen, heißt es in der Einleitung zum Änderungsentwurf. Die US-amerikanischen Bischöfe kommen vom 12. Juni für drei Tage in Orlando Florida zusammen. (cns)

Brasilien
Das Verfahren gegen die mutmaßlichen Mörder der Ordensfrau Dorothy Stang ist in die nächste Runde gegangen. Die beiden Angeklagten Rancher waren in erster Instanz bereits zu 30 bzw. 27 Jahren Haft verurteilt worden. Nach brasilianischem Recht steht ihnen aber ein Berufungsverfahren zu. Am ersten Verhandlungstag entlasteten sich die beiden Angeklagten nun gegenseitig. Schwester Dorothy Stang, die aus Protest gegen den Irak-Krieg 2003 ihre amerikanische Staatsbürgerschaft niedergelegt und die brasilianische angenommen hatte, setzte sich für die arme Landbevölkerung und die Erhaltung des Regenwalds ein. Im Februar 2005 fiel sie im brasilianischen Bundesstaat Para einem Mordkomplott zum Opfer. (cns)
Zwei brasilianische Bischöfe prangern massiv den Missbrauch Minderjähriger und den Menschenhandel in ihrem Bundesstaat an. Bischof Flavio Giovenale und Bischof Jose Luiz Azcona trafen nach Agenturangaben mit Menschenrechtsvertretern zusammen, um auf die schwierige Situation in Para aufmerksam zu machen. Die Behörden unternähmen nichts, um Pädophilie und die Ausbeutung von Minderjährigen zu verhindern. Schon vor zwei Monaten hatte sich Bischof Azcona an die lokalen Behörden gewand. „Eine Antwort habe ich bis heute nicht erhalten”, sagt der Bischof der Agentur CNS. Beide Bischöfe bestätigten indes eine Verwicklung von Politik und Verwaltung in Drogenhandel, Kindesmissbrauch und Prostitution. „Unsere Gesellschaft ist krank, arm und stirbt. Wir brauchen einen Wechsel der Mentalität”, meint Bischof Azcona. (cns)


Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

 






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