Meldungen vom 15.5.2008
- Papst: Migrantenfamilien sind auch Familien -
- Vatikan: Ozon-Abkommen ratifiziert -
- Indien: Bischöfe sorgen sich um Gewalt -
Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Gudrun Sailer
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.
THEMEN DES TAGES:
Vatikan: Auch Flüchtlingsfamilien sind Familien
Die Familie ist unter allen Lebensumständen die Basis der Gesellschaft – auch wenn die Betroffenen Einwanderer, Flüchtlinge oder Vertriebene sind. Daran hat Papst Benedikt XVI. an diesem Donnerstag vor den Angehörigen des Päpstlichen Migrantenrates erinnert, die sich zu ihrer Vollversammlung im Vatikan aufhalten.
„Wir dürfen nicht vergessen, dass die Familie, auch die Migrantenfamilie, die unzerstörbare Keimzelle der Gesellschaft darstellt, die mit Mut und Geduld zu schützen ist. Die Familie bildet die Gesellschaft ab, in der Menschen von Kindheit an die Grammatik der menschlichen und moralischen Werte sowie den guten Gebrauch der Freiheit und der Wahrheit lernen.”
Die Mobilität der Menschen in der globalisierten Welt sei heutzutage eine Grenze der Neuevangelisierung, betonte Papst Benedikt. Kirchliche Fürsorge dürfe sich nicht auf Einzelpersonen beschränken, sondern müsse auch die Familie als Faktor für Integration berücksichtigen. (rv)
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Deutschland: „Nicht davonlaufen”
Die Katholiken sollen vor den Problemen der Welt nicht das Weite suchen, sondern sich damit auseinandersetzen. Das wünscht sich der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode mit Blick auf den 97. Katholikentag, der am Mittwoch nächster Woche in Bodes Bischofsstadt beginnt. Motto: „Du führst mich hinaus ins Weite”. Das Kölner Domradio fragte Bischof Bode, worin diese Weite besteht.
„Ich denke einmal darin, dass wir die Generationen hier alle zusammen haben, dass wir in die Zukunft schauen. Das ist ein wichtiger Hintergrund. Wir haben hier in der Umgebung noch die kinderreichste Gegend in Deutschland. Die Familie steht sehr stark im Vordergrund und natürlich auch die Überlegungen um die Zukunft der Gesellschaft, der Kirche und der Welt. Sich einfach zu fragen: Was brauchen wir um weiter zu kommen? Nicht das Weite zu suchen vor den Problemen der Welt, sondern sich damit auseinanderzusetzen. Politisch beispielsweise mit dem Klimaschutz, kirchlich mit der Frage, wie man mit der neuen Wachheit für die Religion umgeht, die aber nicht unbedingt in der Kirche stattfindet - dass wir da eine Brücke zu den Menschen finden, auch vor dem Hintergrund der pastoralen Großeinheiten, die nun gebildet werden. Dass in dieser Weite auch immer die Erreichbarkeit erhalten bleibt, die Nähe zum Menschen.”
Ökumenische Beziehungen seien in Osnabrück besonders wichtig, ebenso wie der Dialog mit den Religionen. Auch das sei eine Facette des Wortes „Weite”, betonte Bode. So wird es im Osnabrücker Dom einen großen ökumenischen Gottesdienst geben.
„Wir sind gewohnt, miteinander zu leben, und zu planen und zu denken. Ich glaube, dass der Katholikentag nicht unbedingt spektakuläre ökumenische Ereignisse hervorbringt, aber die Alltagswirklichkeit des Miteinanders der Konfessionen stärkt.”
Einige wenige gewohnte Gäste beim Katholikentag haben diesmal abgesagt – so etwa Vertreter des Judentums als Protest auf die neu formulierte Karfreitagsfürbitte in der Alten Messe. Bode ist über die Entwicklung nicht glücklich.
„Ich finde es bedauerlich, dass sie abgesagt haben. Natürlich ist es schade, dass wir überhaupt zwei Formulierungen in unserem Ritus des Karfreitags haben. Dann wäre es gut, man würde über diese Frage beim Katholikentag diskutieren und sich ins Gespräch geben. Dieser Möglichkeit beraubt man sich natürlich, wenn man absagt. Insofern bedaure ich das sehr.” (rv)
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Indien: Kirche in Sorge
Eine islamistische Terrorgruppe hat sich zu dem Bombenanschlag in Jaipur bekannt, der vor zwei Tagen mehr als 60 Todesopfer forderte. Die Gruppe namens Indische Mudschaheddin, die bisher kaum bekannt war, fordert nach Medienberichten, dass Indien seine Zusammenarbeit mit den USA und Großbritannien beendet.
Der Priester Babu Joseph, Sprecher der Indischen Bischofskonferenz: „Dieses Attentat ist eine echte Tragödie – für Jaipur, aber auch für die ganze Nation. Es gab noch nie ein Bombenattentat hier, Jaipur war immer eine friedliche Stadt, sie ist auch Brennpunkt des indischen Tourismus – so wie der gesamte Bundesstaat Rajastan. Es ist ein Grenzgebiet, es gibt eine lange gemeinsame Grenze zu Pakistan. Obwohl es in der Nachbarschaft mitunter unruhig zugeht, blieb Jaipur bisher davon erspart.”
In Rajastan sind die Katholiken eine winzige Minderheit von weniger als einem Prozent der Bevölkerung. Knapp zehn Prozent der Menschen bekennen sich zum Islam, die absolute Mehrheit von 85 Prozent zum Hinduismus. Vor kurzem hat die Regionalregierung in Jaipur Anti-Konversionsgesetze für Rajastan erlassen, die den Religionswechsel vom Hinduismus zu anderen Glaubensgemeinschaften unter Strafe stellen. Die indischen Bischöfe sorgen sich um die zunehmende Radikalisierung im Land, erklärt Babu Joseph.
„Es gab ähnliche Anschläge im angrenzenden Bundesstaat Uttar Pradesh, vor ein paar Jahren sogar in der Hauptstadt Delhi. Unglücklicherweise sind Gewalt und Terror offenbar auf dem Vormarsch. Religionsbegründete Gewalt nahm auch in Rajastan schrittweise zu, aber in den vergangenen Monaten schien die Regierung das im Griff zu haben.” (rv)
Bolivien: „Kardinal erwünscht“
Das lateinamerikanische Land erlebt derzeit eine schwere Krise. Mehrere Provinzen, die von der Opposition beherrscht werden, versuchen den Präsidenten zu entmachten. Der Sozialist Evo Morales, erster Indio im Amt des Staatschefs, muss sich bis zum Sommer einem Referendum stellen. Dabei wird er abgewählt, wenn er nicht wieder die 53 Prozent erreicht, mit denen er ins Amt kam. Das Referendum kann allerdings auch zu einer Absetzung der Provinzpräfekten führen.
Schon lange ist in Bolivien ein heftiger Streit zwischen Regierung und Opposition im Gang. Dabei geht es um ein ganzes Bündel von Themen, u.a. um eine von Morales gegen die Opposition durchgesetzte neue Verfassung. Dem Land droht eine Spaltung zwischen reichen und armen Provinzen, zwischen Anden-Hochland und fruchtbarer Tiefebene. Seit drei Monaten versucht nun Kardinal Julio Terrazas zwischen beiden Seiten zu vermitteln. Seine offizielle Aufgabe ist es, den „Dialog zu erleichtern”. Terrazas ist Präsident der Bischofskonferenz und Erzbischof der Stadt Santa Cruz, deren Gouverneur wiederum Wortführer der Anti-Morales-Bewegung ist. Dass der Kardinal Anfang des Monats beim Autonomie-Referendum für Santa Cruz ebenfalls zu den Urnen gegangen ist, hat nun den Zorn der Opposition erregt: Damit disqualifiziere sich der Kardinal doch als neutraler Vermittler zwischen den Streitenden. Der Kardinal wendet ein, als Bürger von Santa Cruz sei es doch sein Recht, an der Wahl teilzunehmen. Und Vizeminister Hector Arce, enger Vertrauter von Präsident Morales, bekräftigt, Terrazas dialog-erleichternde Arbeit sei „weiter hochwillkommen”, und überhaupt dürfe sich in dem Streit vermittelnd engagieren, wer wolle – etwa die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) oder auch die EU. Die Kirche warnt eindringlich vor der Gefahr einer Spaltung Boliviens; einem neu ernannten Nuntius hat der vatikanische Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone Ende April die Worte mit auf den Weg gegeben: „Dich erwartet ein Land voller Hoffnungen, aber auch voller wirtschaftlicher und sozialer Spannungen.” (rv)
Vatikan: In Erinnerung an Gatin – „Im Frieden mit Gott”
Als Mann, der mit Gott im Frieden lebte, hat der nigerianische Kurienkardinal Francis Arinze den vor zwei Tagen verstorbenen Kardinal Bernardin Gantin gewürdigt. Gegenüber Radio Vatikan sagte Arinze: „Kardinal Gantin war ein Bischof, ein Kardinal, der auf uns immer den Eindruck gemacht hat, ein Mann zu sein, der mit Gott im Frieden lebt. Ein Bischof, der die Mission die Kirche förderte. Ein Bischof, der die anderen Menschen respektiert. Die anderen zu respektieren, ist kein Zeichen von Schwachheit – nein. Wenn man stark ist, Gott liebt und die anderen Menschen respektiert, ist man im Frieden. So einem Mann zu begegnen, ist eine Gnade. Kardinal Gantin ist ein Geschenk von Gott - für sein Land, die Republik Benin, für ganz Afrika, für die katholische Kirche.”
Paul VI. holte Bernardin Gantin 1971 nach Rom, wo er mehr als 30 Jahre lang wirkte; er gilt als der erste schwarze Kurienkardinal. (rv)
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Vatikan: Umweltfreundliche Buddhisten
Der Heilige Stuhl schätzt an den Buddhisten ihre besondere Sensibilität für die Umwelt. Das sagte Erzbischof Pier Luigi Celata, Sekretär des Päpstlichen Dialogrates, mit Blick auf das buddhistische Vesakh-Fest, zu dem Papst Benedikt den Angehörigen der Religion vor einigen Tagen eine Botschaft geschickt hatte.
„Wir kennen unsere buddhistischen Freunde als sensibel für Umweltfragen, als sehr respektvoll gegenüber der Natur, die uns umgibt. Die Umwelt ist uns von Gott gegeben, damit wir sie bewohnen mit Kreativität und Verantwortung – das sind die beiden Schlüsselworte der diesjährigen Botschaft des Papstes an die Buddhisten. Benedikt XVI. erinnert also an unsere gemeinsame Verantwortung, gerade als Religionsführer das Anliegen Umweltschutz bei den öffentlich Verantwortlichen immer wieder ins Bewusstsein zu bringen.”
Der Heilige Stuhl richtete 1996 seine erste Botschaft an die Buddhisten. Um den Dialog zwischen Katholiken und Buddhisten ist es heute gut bestellt, sagt Erzbischof Celata.
„Da gibt es nunmehr seit Jahren ein Klima der Sympathie, des Respekts, der Zusammenarbeit. Die Buddhisten schätzen, so wie wir auch, unseren gemeinsamen Einsatz für den Frieden und für eine gerechtere Welt. Wir bemerken auch, dass die Buddhisten vom Kontakt mit uns katholischen Christen Anregungen empfangen, konkretere Aktivitäten der Solidarität und der Hilfe für Menschen in Not zu entfalten, zum Beispiel für Kinder.”
Vesakh gilt als wichtigstes Fest der asiatischen Weltreligion; es erinnert an die Geburt, die Erleuchtung und das Verlöschen des Religionsgründers Buddha. Die verschiedenen buddhistischen Gemeinschaften feiern das Fest zu unterschiedlichen Terminen. Seit dem Jahr 2000 ist Vesakh von der UNO als offizieller weltweiter Feiertag anerkannt. (rv)
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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:
Audio-Feature: Auf den Spuren Jesu durchs Hl. Land
Wer im Heiligen Land pilgert, ist meist in großer Gruppe im Bus unterwegs. Schade, dachten sich zwei junge Wanderfreaks – denn Jesus selbst wanderte überall hin zu Fuß. Nur leider gibt es heute kaum ausgewiesene Wanderwege, auf denen man die Heiligen Stätten zu Fuß erkunden könnte. Dem haben die beiden jungen Männer Abhilfe schaffen wollen. Gabi Fröhlich war mit ihnen unterwegs – zu Fuß auf den Spuren Jesu. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:
Vatikan
Der Heilige Stuhl hat die Wiener Konventionen zum Schutz der Ozonschicht und das Montreal Protokoll gegen Stoffe, die die Ozonschicht schädigen, mit allen Änderungen und Erweiterungen angenommen. Das bestätigte der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, Erzbischof Celestino Migliore. Mit der Ratifizierung wolle der Heilige Stuhl die internationale Gemeinschaft in der Zusammenarbeit von Wissenschaft, Politik und Wirtschaft bestärken. Diese Kooperationen könnten wichtige Ergebnisse erzielen, die menschliche Entwicklung vorantreiben und gleichzeitig die Schöpfung im Geiste der Solidarität für die Allgemeinheit und künftige Generationen bewahren. (rv)
Vatikan/Bolivien
Ein Eichstätter Priester wird Weihbischof in Boliviens Hauptstadt Sucre: Papst Benedikt hat an diesem Donnerstag den 58-jährigen Adolf Bittschi Mayer in das Amt berufen. Bittschi gehört der Missionsgruppe „Fidei Donum” an und wirkt bereits seit vielen Jahren in Bolivien. Der gebürtige Ingolstädter hatte nach seiner Priesterweihe 1977 zunächst als Kaplan in Eichstätt gearbeitet. 1983 ging er in das zentralbolivianische Erzbistum Sucre. Gegenwärtig arbeitet er als Pfarrer im Süden der Erzdiözese. (rv)
Europa
Schweiz
Der Sterbehilfeorganisation Dignitas kann die Suizidbeihilfe nicht verboten werden. Dies schreibt der Zürcher Regierungsrat in seiner Antwort auf eine dringliche Anfrage aus dem Kantonsrat. Anlass für die Forderung nach einem Verbot war das von Dignitas verwendete Gas Helium anstelle von Natriumpentobarbital. Der Erstickungstod mit Helium sei grausam, hieß es in dem Mitte April vom Kantonsrat als dringlich erklärten Postulats der Parteien EVP, CVP und SVP. Dignitas habe die Strafverfolgungsbehörden nicht wie im Postulat angenommen „hinters Licht geführt”, zitiert die Schweizer Depeschenagentur am Donnerstag den Regierungsrat. Die Organisation habe keine gesetzlichen Grenzen überschritten. Straffrei bleibe die Suizidbeihilfe, wenn für den Einzelfall keine selbstsüchtigen Beweggründe nachgewiesen werden können. Zwar müsse bei Dignitas für eine Sterbebegleitung „ein nicht unerheblicher Geldbetrag” entrichtet werden, dieser sei aber nachvollziehbar. Verboten werden könnte die organisierte Suizidhilfe laut Regierungsrat nur, wenn der Bund den Artikel 115 des Strafgesetzbuches ändern würde. (kipa)
Spanien
Bischof Demetrio Fernandez befürchtet eine radikale Säkularisierung in Spanien, falls die geplante Gesetzesreform zur Religionsfreiheit angenommen wird. Er befürworte zwar eine Reform, schreibt Fernandez in einem Hirtenbrief, die dürfe aber nicht dazu führen, dass die Religion aus dem öffentlichen Leben verdrängt werde. Alle Menschen hätten das Recht nach ihrem Glauben zu leben, ihre Kinder danach zu erziehen und ihre Überzeugungen mit anderen zu teilen. Deshalb sollte die Regierunge in gesundem Maße säkular agieren, dabei alle Religionen gleich stark unterstützten und nicht gegen eine bestimmte vorgehen. Nur mit diesem gesunden Maß an Säkularisation, gebe es für die Kirche nichts zu befürchten, schreibt der Bischof. (cna)
Großbritannien
Im Streit um die Zulassung von Frauen zum Bischofsamt haben mehr als 700 anglikanische Priesterinnen in England in einem offenen Brief an die Bischöfe sich über Diskriminierungen beklagt. Laut Presseberichten vom Donnerstag wenden sie sich gegen geplante Regelungen, wonach einzelne Gemeinden, die keine Frau im Bischofsamt akzeptieren, ihre Diözese verlassen dürfen, um sich einem männlich geleiteten Bistum zu unterstellen. „Wir können keinen Vorschlag gutheißen, der eine gesetzliche Diskriminierung von Frauen aufrechterhält und formalisiert”, heißt es in dem Brief. Die Frauen würden lieber länger auf ihre Gleichberechtigung warten, als eine solche Kompromisslösung in Kauf zu nehmen oder eine weitere Spaltung der anglikanischen Kirche herbeizuführen. – Im Prinzip hat die Generalsynode der Kirche von England schon 2005 die rechtlichen Hindernisse für die Bischofsweihe von Frauen abgeschafft. Bisher gibt es aber noch keine amtierenden Bischöfinnen. Obwohl inzwischen fast die Hälfte aller Priesteramtskandidaten in England weiblich ist, ist ihre Weihe noch immer umstritten. Nach der offiziellen Zulassung von Frauen zum Priesteramt 1992 verließen 470 männliche Geistliche die anglikanische Kirche; viele traten zum Katholizismus über. (kna)
Afrika
Simbabwe
„Erst wenn die Gewalt im afrikanischen Staat aufhört, sind freie und gerechte Stichwahlen möglich.” Das machte der Vorsitzende der Bischofskonferenz der Staaten des südlichen Afrikas, Erzbischof Buti Tihagale, in einer Presseerklärung deutlich. Er forderte dazu auf, den internationalen Druck auf die Regierung zu erhöhen, damit die systematischen Einschüchterungen und Gewalttaten gegen die Bevölkerung ein Ende hätten. Die Situation im Land sei freien und gerechten Stichwahlen nicht förderlich. Tihagale war mit Kardinal Wilfreid Napier vor Ort in Zimbabwe. Viele Opfer hätten die Täter als Mitglieder von Polizei, Armee und Geheimdienst identifiziert, berichtet der Johannesburger Erzbischof. Internationale Beobachter sehen in den Übergriffen auf Wahlhelfer und Bevölkerung nach den Wahlen den Versuch von Präsident Robert Mugabe, seine Macht zu sichern. (zenit)
Naher Osten
Bahrain
Die Stadtverwaltung von Manama möchte 18 christliche Kirchengemeinden legalisieren, die in den vergangenen Jahren ohne behördliche Erlaubnis bestanden haben. Das berichtet „Asianews” unter Berufung auf die örtliche Zeitung „Gulf Daily News”. Mit der Legalisierung der (Haus-)Kirchen sind mehrere Auflagen verbunden, etwa der Nachweis von Spendengeldern und ihre Verwendung. Auch die Nachbarn dürfen sich von den Kirchengemeinden nicht gestört fühlen. Bahrain war der erste Golfstaat, der 1940 die Errichtung von Gotteshäusern für Christen genehmigte. (asianews)
Asien
Burma
Die christliche Minderheit der Karen, die zu den Hauptopfern der Naturkatastrophe in Burma zählt, fürchtet bei der Verteilung von Hilfsgütern durch staatliche Stellen benachteiligt zu werden. Dies erklärte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Donnerstag in Göttingen. „Karen befürchten eine Diskriminierung bei der Nothilfe, weil Angehörige dieses Volkes in anderen Landesteilen seit 59 Jahren bewaffneten Widerstand gegen die Zentralregierung Burmas leisten”, warnte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius. Rund 500.000 überwiegend christliche Karen hätten vor der Naturkatastrophe an der Küste des Deltas und auf vorgelagerten Inseln gelebt. Die meisten ihrer Dörfer seien bei der Katastrophe vollkommen zerstört worden. Staatlichen Verteilern, insbesondere der Armee, könne aufgrund der anhaltenden Verfolgung der Karen nicht das notwendige Vertrauen entgegengebracht werden, dass sie alle Notleidenden gleichermaßen unparteiisch versorgten. Mehr als 43.000 Karen seien im vergangenen Jahr durch Militäroffensiven der Armee im Karen-Bundesstaat im Osten Burmas vertrieben worden. (pm)
Pakistan
Ein christlicher Arzt steht wegen eines angeblichen Verstoßes gegen das pakistanische Blasphemiegesetz unter Anklage. Der Mann soll sich beleidigend über den Propheten Mohammed geäußert haben. Der Nachrichtenagentur „Zenit“ zufolge habe sich nach Verbreitung der Anklage ein Mob von mehr als 2.000 Moslems gebildet, die Haus und Praxis des Arztes attackierten. Daraufhin wurde der Angeklagte, Robin Sardar Bahin, verhaftet. Schauplatz des Vorfalles ist die Provinz Punjab, die unter Verwaltung der Pakistanischen Muslim-Liga steht. Die Nationale Kommission für Gerechtigkeit und Frieden der Katholischen Kirche hat sich des Falles angenommen. (rv)
Amerika
Vereinigte Staaten
Die Stammzellforschung zwingt nicht, zwischen Wissenschaft und Religion zu entscheiden. Das schreibt die Pro-Live-Kommission der Amerikanischen Bischofskonferenz (USCCB) in einem Dokument, das der Bischofsvollversammlung im Juni zur Beratung vorgelegt wird. Vielmehr weise das Schreiben der Gesellschaft den Weg, in welche Richtung die Forschung in Zukunft fortgesetzt werden kann. Dabei wird die embryonale Stammzellforschung strikt abgelehnt. Ein besserer Weg sei die Forschung an den so genannten adulten Stammzellen, heißt es in dem Entwurf. Es gebe keine moralischen Gründe, die gegen deren Nutzung sprächen, so lange menschliches Leben keinen Schaden nehme. Der Entwurf der Pro-Live-Kommission zählt als Grundlage für eine geplante umfangreiche Erklärung der Bischöfe zur embryonalen Stammzellenforschung. (cns)
Ecuador
Die Bischöfe haben den neuen Verfassungsentwurf der Regierungspartei von Präsident Rafael Correa kritisiert. In einem in den Kirchen des Landes verlesenen Brief wendet sich die Bischofskonferenz gegen eine vorgesehene Liberalisierung der Abtreibungsgesetzgebung und gegen eine Stärkung der Rechte gleichgeschlechtlicher Paare. Ihnen will der Verfassungsentwurf etwa Adoptionen ermöglichen. Kein Gesetz könne den „Reichtum der Ehe und der Familie” ersetzen, heißt es in dem Schreiben der Bischöfe. Die Gegner der geplanten Verfassung sammelten insgesamt 700.000 Unterschriften für ihre Position. In Kürze entscheidet die Nationalversammlung über den Entwurf. (kna)
Brasilien
Die katholische Kirche bedauert den Rücktritt von Brasiliens Umweltministerin Marina Silva. Die Bischöfe bezeichnen den Amtsverzicht in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung als Sieg der Holzunternehmen, Großgrundbesitzer und anderer umweltfeindlicher Wirtschaftssektoren. Silva habe jenen im Weg gestanden, die sich weder um die Regenwälder noch die dort lebenden Menschen sorgten, heißt es in der Erklärung. Der Indianermissionsrat CIMI erklärte, nach dem Ausscheiden Silvas seien Rückschritte beim Umweltschutz, aber auch beim Schutz der Indianerrechte zu befürchten. (kna)
Die Quellen unserer Nachrichtensendung
sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress,
Ansa, Efe,
Afp, Kipa,
Reuters, Ap,
ADN-Kronos, Upi,
Cns, Uca,
Misna, Osservatore
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