Meldungen vom 2.11.2008
- Papst warnt vor falschen Mythen -
- Droht im Süd-Sudan ein Genozid? -
- Kardinal Wetter feiert Messe in China -
Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: P. Max I. Cappabianca OP
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.
THEMEN DES TAGES:
Angelus: Papst warnt vor falschen Mythen
Papst Benedikt XVI. hat an diesem Sonntag beim Angelusgebet zum Allerseelentag zum Gebet für die Verstorbenen aufgerufen. Zugleich warnte er vor Aberglauben und falschen Mythen von Tod und ewigem Leben. Es sei sehr wichtig, dass die Christen Tod und Jenseits im Licht der Erlösung sähen und die Beziehung zu den Toten aus der Wahrheit des Glaubens heraus begriffen, sagte der Papst bei seinem Angelusgebet auf dem Petersplatz. Die Kirche müsse über Tod und ewiges Leben reden, so Benedikt XVI. „Denn diese Realität ist ganz besonders dem Aberglauben und Synkretismen ausgesetzt. Die christliche Wahrheit darf nicht Gefahr laufen, sich mit Mythen verschiedener Art zu vermischen“, so der Papst wörtlich. Hier die Worte seines deutschen Manuskripts:
„Ganz herzlich begrüße ich die deutschsprachigen Gläubigen zum gemeinsamen Angelus-Gebet am Allerseelentag. Die Kirche lädt uns ein, heute besonders der Verstorbenen zu gedenken und Gott zu bitten, dass er unsere Brüder und Schwestern in seine ewige Herrlichkeit aufnehme. Wenden wir uns vertrauensvoll an die selige Jungfrau Maria, die in der Lauretanischen Litanei als „Pforte des Himmels“ angerufen wird. Sie stehe auch uns in der Todesstunde bei, damit wir unsere Sünden bereuen und voll Zuversicht vor das Antlitz Gottes treten können. Der Herr segne euch und eure Familien!” (rv)
Hier zum Nachhören inklusive Papstsegen
Süd-Sudan: Bischof, „Genozid droht”
Im Schatten der Weltöffentlichkeit droht auch im Süd-Sudan ein Genozid. Darauf weist der Bischof von Tombura-Yambio, Edward Kussula im Gesüräch mit uns hin. Im Hintergrund steht der Bürgerkrieg in Uganda. Zwar war im vergangenen März ein Friedensschluss zwischen ugandischer Regierung und der „Lord’s Resistance Army“ (Widerstandsarmee des Herrn) unter Führung von Joseph Kony erzielt worden. Doch unterschrieben wurde der Vertrag noch nicht. Die Rebellen haben sich mittlerweile im Süd-Sudan eingenistet, wo sie Terror verbreiten und bereits zahlreiche Kinder entführt und versklavt haben. Der dortige katholische Bischof Edward Kussula sagte gegenüber Radio Vatikan:
„Ja es ist eine dramatische Situation. Die Präsenz dieser Banden in Yambio ist furchtbar. Die Vereinten Nationen haben gemeinsam mit der Regierung des Süd-Sudan beschlossen, die ugandischen Rebellen hier aufzunehmen. Aber sie meinen es nicht ehrlich mit dem Frieden - mit tragischen Folgen für die Menschen! Der Rebellenführer Kony lebt hier, und die Vereinten Nationen beschützen ihn und helfen ihm mit Lebensmitteln. Ihrerseits entführen diese Leute immer wieder Menschen. Ich hätte da einige ernste Fragen an die Regierung und die internationale Staatengemeinschaft zu richten: Wie kann es sein, dass man die Bevölkerung schutzlos diesen Rebellen überlässt und nichts dagegen unternimmt? Sie entführen sogar Kinder – 500 sind schon geraubt worden.“
Bischof Kussula glaubt, Kony wolle keinen Friedensschluss. Er ist davon überzeugt, dass die „Lord’s Resistance Army“ derzeit wieder aufrüstet und das Morden bald wieder losgehen könnte.
„Ich denke, die internationale Staatengemeinschaft wird wie immer erst im letzten Moment wach werden: Wenn es zu spät ist und bereits Schlimmes passiert sein wird. Die ugandische Regierung hat diesen Krieg vergessen, denn der Rebellenführer ist nicht mehr in ihrem Land, aber ich frage mich, wie sehr die sudanesische Regierung diese Situation wirklich ernst nimmt.“
Der LRA-Führer Joseph Kony und seine Anhänger, die im Norden Ugandas mehr als 20 Jahre einen blutigen Bürgerkrieg führten, haben in den vergangenen Wochen ihre Überfälle auf Dörfer im Kongo sowie im Sudan verstärkt. Die Rebellen sind für den massiven Einsatz von Kindersoldaten berüchtigt. Seit dem Beginn der Überfallserie Anfang September flohen aus der betroffenen Provinz Ituri mehrere Zehntausend Menschen aus den Dörfern ins Landesinnere und in die umliegenden Städte. Tausende haben in Schulen und Kirchen Zuflucht gesucht.
Kony wird vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag wegen zahlreicher Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen mit internationalem Haftbefehl gesucht. Friedensverhandlungen zwischen dem politischen Flügel der LRA und der ugandischen Regierung scheiterten im Frühjahr, weil Kony sich weigerte, das Friedensabkommen zu unterzeichnen. (rv/sueddeutsche.de)
Hier zum Nachhören
Vatikan: Marini zum neuen liturgischen Stil
Die Art, wie Papst Benedikt XVI. die Heilige Messe feiert, unterscheidet sich von der seines Vorgängers. Für die Umsetzung des Ratzingerschen Liturgieverständnisses in die Praxis eines Papstgottesdienstes sorgt der Päpstliche Zeremonienmeister. Und Benedikt XVI. hat sich einen neuen gesucht: Guido Marini ist seit einem Jahr im Amt, am 2. November 2007 gestaltete er seinen ersten Papstgottesdienst. Gudrun Sailer bat aus diesem Anlass Guido Marini vors Mikrofon.
Monsignor Marini, wie würden Sie den liturgischen Stil von Papst Benedikt definieren?
„Das ist keine einfache Frage, weil der liturgische Stil sowohl die äußere als auch die innere Dimension des Zelebrierens umfasst - und natürlich das jeweilige Liturgieverständnis. Ich denke, der liturgische Stil Papst Benedikts betont sowohl die rechte Nüchternheit, die seit jeher die römische Liturgie kennzeichnet, als auch den Sinn für das Mysterium und das Heilige. Und dann sehe ich eine starke Hinwendung zum Herrn, der schließlich in jedem Moment des Zelebrierens anwesend ist.“
Im Lauf der Monate bekamen die Gläubigen bei den Papstmessen nach und nach liturgische Elemente zu Gesicht, die sie lange nicht gesehen hatten: alte goldgewirkte Messgewänder und Mitren, das Kreuz in der Mitte des Altares, Mundkommunion für alle, die den Leib des Herrn aus den Händen des Papstes empfangen; beim Fest der Taufe des Herrn in der Sixtinischen Kapelle zelebrierte Papst Benedikt „ad orientem“, und seit Palmsonntag trägt er einen Kreuzstab aus dem 19. Jahrhundert, während der moderne Kreuzstab Papst Paul VI. zurück in die päpstliche Sakristei wanderte. Sind diese Elemente nun definitiv für die Papstmesse?
„Ich würde sagen – ja, zumindest gilt das für einige der bedeutendsten Elemente, die in diesem Jahr eingeführt wurden; einige davon haben Sie eben genannt.“
Bleiben wir kurz beim Kreuzstab. Der moderne Stab aus den sechziger Jahren mit der Figur des Gekreuzigten darauf war vielen Gläubigen zum gewohnten Bild geworden. Warum benutzt Papst Benedikt nun einen älteren, vergoldeten Kreuzstab?
„Der Heilige Vater suchte einen Hirtenstab, der leichter sein sollte als der von Paul VI. - also haben wir dem Heiligen Vater gezeigt, was wir in der Päpstlichen Sakristei im Moment zur Verfügung haben. Dort gibt es diverse Stäbe, freilich die meisten von Bischöfen oder Kardinälen und nur zwei oder drei von Päpsten. Aus diesen hat Benedikt dann den aktuellen Kreuzstab ausgewählt. Der Ausgangspunkt war also eine ganz praktische Frage!“
Im Juli 2007 hat Papst Benedikt XVI. mit seinem Motu Proprio „Summorum Pontificium“ die „außerordentliche“ Form des Römischen Messritus auf breiter Basis wieder zugelassen. Worin sehen Sie die Stärken der Alten Messe?
„Sie trägt in sich die Kraft der Tradition der Kirche. Und sie bringt es zuwege, einen tiefen Sinn für das Sakrale, das Heilige zu kommunizieren, was immer ein wichtiges Element der liturgischen Feier ist.“
Und die Stärken der „ordentlichen“ Messform?
„Ich glaube, die Stärke der Liturgiereform durch Paul VI. liegt darin, dass die Liturgie von dem Staub und der Asche befreite, die sich im Lauf der Zeit auf ihr angesammelt hatte. Insofern ist diese Liturgiereform ein Segen gewesen, eine Gabe, die mit großer Dankbarkeit vom Herrn anzunehmen ist. Gewiss, wenn diese Reform, wie es in einigen besonderen Fällen geschehen ist, zum Missbrauch wird, zur Entstellung, zum Verrat an der großen liturgischen Tradition der Kirche, dann büßt sie ihren Reichtum ein. (rv)
Hier können Sie das ganze Interview von Gudrun Sailer nachlesen und -hören
Vatikan: Österreichische Bilanz zur Synode
Vor einer Woche ist die Weltbischofssynode zu Ende gegangen – nun ist es Sache des Papstes ein nachsynodales Schreiben zu verfassen, das die Vorschläge („Propositiones“) der Synodenväter aufnimmt. Erfahrungsgemäß wird das einige Zeit dauern – ein Jahr mindestens! Die Delegierten der einzelnen Bischofskonferenzen sind nach Hause zurückgekehrt, um ihren Mitbrüdern von dem Treffen zu berichten. Vertreter des österreichischen Episkopats war der Sankt Pöltener Weihbischof Anton Leichtfried (41). Der zog bei einer Pressekonferenz am vergangenen Montag eine sehr positive Bilanz – vor allem die Internationalität der Versammlung hat den jungen Oberhirten beeindruckt:
„Das so bunte Bild der Weltkirche hat auch eine Auswirkung auf das Hören. Ich könnte auch sagen, dass die Synode eine gemeinsame Schule des Hörens ist. Wenn neben mir ein melkitischer Archimandrit aus Paris, der aus Syrien stammt, sitzt, und auf der anderen Seite neben mir zwei Philippinos; vor mir ein Bischof aus Chile und hinter mir ein afrikanischer theologischer Berater, der in unserer Diözese bereits ausgeholfen hat, dann höre ich die Wortmeldungen mit anderen Ohren! Wenn da ein Rabbi spricht - und das war sicher einer der Höhepunkte der Synode - und ich mich frage, was wird wohl mein syrischer Nachbar denken, oder wenn es um das Thema Reichtum der Kirche und Bibeldrucke geht, und neben mir sitzen jene Philippinos, die mit Müh und Not eine ganz billige Bibelausgabe herausgebracht haben: Das schärft das Zuhören, das schärft die Hermeneutik jedes einzelnen Teilnehmers.“
Ausdrücklich hob Leichtfried die starke ökumenische Prägung der Synode hervor.
„Die Bibel ist das gemeinsame Buch, das die christlichen Konfessionen verbindet. Es gab viele Berichte über erfreuliche ökumenische Initiativen in allen Kontinenten, zur Übersetzung und Verbreitung der Heiligen Schrift. Ein deutlich spürbarer Akzent war die Präsenz der „brüderlichen Delegierten“ wichtiger orthodoxer Patriarchate, des lutherischen Weltbundes und der anglikanischen Gemeinschaft. Die waren die ganze Zeit dabei, und allein dadurch, dass sie drei Wochen in derselben Aula sind, ergeben sich viele Gespräche und viele Kontakte.“
Wieder einmal habe sich bestätigt, dass Papst Benedikt XVI. ein ausgezeichneter Zuhörer ist, so Leichtfried. Nur zweimal habe der Papst selbst das Wort ergriffen, sonst habe er aufmerksam die Beratungen verfolgt. Was er da sagte, sei aber sehr wichtig für den Verlauf der Diskussionen gewesen.
„In seinem Redebeitrag hat der Papst einen Pflock für die historisch-kritische Exegese eingeschlagen. Das war sehr massiv. Mit Bezug auf „Dei Verbum“ hielt er fest, die Grundlage unseres Glaubens ist keine Mythologie, sondern wirkliche Geschichte! Deshalb muss diese auch mit den Methoden ernsthafter Geschichtswissenschaft untersucht werden. Mit einem weiteren Pflock befestigte er - wieder mit Bezug auf Dei Verbum 12 - die sogenannte „theologische Exegese“, das Wort der Schrift ist nicht nur Vergangenheit, nicht nur Literatur, sondern lebendige Gegenwart und Wirklichkeit. Exegese und systematische Theologie gehören daher eng zusammen.“ (kap)
Zum Nachhören
DIE NACHRICHTEN:
Vatikan
Papst Benedikt XVI. wird am Abend von Allerseelen in den Grotten des Petersdoms für die Verstorbenen beten. Der Papst werde in die Unterkirche der Vatikan-Basilika hinabsteigen und ein privates Gebet im Gedenken an die dort beigesetzten Päpste und an alle Verstorbenen sprechen, teilte der Vatikan mit. Noch in den 90er Jahren hatte sich Johannes Paul II. am Tag des christlichen Totengedenkens auf den zentralen römischen Verano-Friedhof begeben und dort einen Gottesdienst gefeiert. Später hatte er diese Aufgabe dem römischen Kardinalvikar übertragen. (kna)
Mit Organtransplantationen beschäftigt sich ein von der Päpstlichen Akademie für das Leben organisierter Kongress in Rom. Vom 6. bis 8. November wollen sich Fachleute mit den ethischen Problemen dieser Methode auseinandersetzen. Besonderes Augenmerk wollen die Veranstalter auf Patientenverfügungen richten, sowie auf die Rolle der Massenmedien in dieser Frage. Eingeleitet werden die Beratungen durch einen Vortrag des Präsidenten der Akademie, des Erzbischofs Rino Fisichella. (sir)
Deutschland
Der Staat ist auf das Engagement der Kirchen angewiesen. Das sagte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble in einem Grußwort vor der EKD-Synode am 2. November in Bremen. In einer Situation, in der die Kirchen nicht mehr automatisch für die gesamte Gesellschaft sprechen, ist es um so wichtiger, dass sie sich nicht in ein religiöses Ghetto zurückziehen, sondern sich in die gesellschaftliche Diskussion einbringen. Der CDU-Politiker begrüßte die Programmatik, die sich die EKD mit ihrem Reformpapier „Kirche der Freiheit“ gegeben hat. Als Mitglied der evangelischen Kirche sei er von der bleibenden Bedeutung des Christentums für die Gesellschaft überzeugt. Das christliche Verständnis vom Menschen habe entscheidend zur freiheitlichen Grundordnung des Grundgesetzes beigetragen. Schäuble: „Wir Protestanten brauchen unser Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. Mit allen Irrungen und Wirrungen haben wir zu einem Verständnis von Offenheit, Toleranz und Brüderlichkeit gefunden, das unsere Ordnung für viele attraktiv macht.“ (idea)
Schweiz
In Genf hat der Reformierte Weltbund (RWB) am Sonntag das Jahr „calvin09“ eröffnet, mit dem der 500. Jahrestag der Geburt Calvins begangen wird. Setri Nyomi, Generalsekretär des Reformierten Weltbundes (RWB) sagte, der visionäre Reformator Calvin habe eine Bewegung ausgelöst, die sich bis an die äussersten Grenzen der Welt verbreitet hat: Mehr als 80 Millionen Christinnen und Christen in 107 Ländern beriefen sich heute auf sein Erbe. - Im Jubiläumsjahr finden zahlreiche Veranstaltungen zu Ehren des Reformators statt: Neben öffentlichen Vorlesungen und Konzerten zeigt das „Musée International de la Réforme“ die Ausstellung „Ein Tag im Leben Calvins“. Der offizielle Festakt zum 500. Geburtstag Calvins findet am 14. Juni 2009 in Genf statt. Mehr unter: www.calvin09.org (kipa)
Niederlande
Immer weniger Niederländer glauben an ein Leben nach dem Tod. Bei einer Umfrage im Auftrag des katholischen Fernsehprogramms KRO bekannten sich 36 Prozent der 500 Befragten zum Glauben an das Jenseits, wie der Sender am Sonntag berichtete. Vor zwei Jahren seien es 40 Prozent, im Jahr 1996 noch 45 Prozent gewesen. Den Angaben zufolge besuchen Niederländer relativ selten die Gräber ihrer Angehörigen. Etwa die Hälfte der kirchlich orientierten Menschen sowie 72 Prozent der Glaubenfernen tue dies nie, hieß es. Gut ein Viertel der Menschen empfindet aber noch eine Verbindung zu ihnen nahestehenden Verstorbenen, 45 Prozent wenden sich in gesprochenen Worten oder Gedanken an sie. (kna)
Afrika
Demokratische Republik Kongo
Eine spanische Missionarin hat bei einer Bombenexplosion in Rutshuru ihre Beine verloren. Ihr Gesundheitszustand sei weiterhin kritisch, berichtet die zuständige Missionsdelegation in Burgos (Spanien). Die 64-jährige Ordensfrau arbeitete in der von Unruhen heimgesuchten Region im Osten des Landes. Sie wurde von UNO-Einheiten nach Pretoria in ein Krankenhaus geflogen. (rv)
Algerien
Drei Christen sind vom Vorwurf der Blasphemie freigesprochen worden, das meldet die italienische Zeitung Avvenire. Das Gericht in Ain Turk hob damit das Urteil gegen drei arabischstämmige Christen auf, die zu drei Jahren Haft und 500 Euro Geldstrafe verurteilt worden waren. – 2006 war in dem Land ein Anti-Blasphemie-Gesetz verabschiedet worden. (avvenire)
Asien
China
Kardinal Friedrich Wetter hat am Wochenende in Schanghai mehrere Gottesdienste gefeiert. Der emeritierte Münchner Erzbischof ist nach Angaben des China-Zentrums in Sankt Augustin bei Bonn der erste deutsche Kardinal, der nach der Öffnung des Landes auf das chinesische Festland reist. Der verantwortliche Priester für die deutschsprachigen Katholiken in Schanghai, Michael Bauer, sprach von einem Zeichen der Verbundenheit und Freundschaft des Kardinals zu den chinesischen Katholiken. Der Besuch Wetters bei der deutschsprachigen Gemeinde sei der Höhepunkt in deren junger Geschichte. In Schanghai feierte der Münchner Kardinal am Freitag eine Messe mit Seminaristen sowie an Allerheiligen eine lateinische Messe in der Kathedrale Sankt Ignatius. Am Allerseelentag am Sonntag standen eine Messe mit der deutschsprachigen Gemeinde in der ältesten Kirche Schanghais und ein Empfang auf dem Programm. Wetter hält sich noch bis 7. November in China auf. (kna)
Sri Lanka
Mit zwei Soforthilfen in einer Gesamthöhe von 60.000 Euro unterstützen die Sternsinger Not leidende Kinder in der Bürgerkriegsregion im Norden Sri Lankas. Rund 250.000 Menschen sind dort auf der Flucht vor dem Krieg zwischen den Regierungstruppen und der tamilischen Rebellenorganisation LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam). Trinkwasser, Babynahrung, Nahrungsmittel, medizinische Versorgung, Decken, Kleidung und Moskitonetze werden zur Versorgung der zahllosen Kinder unter den Flüchtlingen dringend benötigt. Während internationale Hilfsorganisationen von der Regierung aufgefordert wurden, die umkämpfte Wanni-Region zu verlassen, können die einheimischen Partner des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ und des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) die Hilfe vor Ort gewährleisten. Berichten zufolge campieren die Flüchtlinge größtenteils notdürftig entlang einer Hauptverbindungsstraße im Norden der Insel. Viele besitzen nur noch die Kleider, die sie am Leib tragen. Wegen der Ausweisung internationaler Organisationen bleibt die Not der Bevölkerung der Weltöffentlichkeit weitgehend verborgen. Einheimische Beobachter sprechen von einem „Krieg ohne Zeugen“. - Zu Beginn des Jahres hatte die Regierung Sri Lankas den Waffenstillstand mit den tamilischen Rebellen aufgekündigt und mit einer großangelegten Offensive den angekündigten „letzten Krieg“ begonnen. Die „Befreiungstiger“ der LTTE sehen sich als Vertretung der Tamilen, die mit einem Bevölkerungsanteil von 18 Prozent die größte Minderheit im Land stellen. Die LTTE kämpft für einen eigenen Staat (Tamil Eelam). (pm)
Amerika
Kanada/Indien
Die kanadischen Bischöfe haben den Premierminister des Landes Stephen Harper aufgefordert, Druck auf Neu Delhi auszuüben, um die Gewalt gegen Christen in Indien zu stoppen. In einem Brief des Vorsitzenden der Bischofskonferenz James Weisgerber heißt es außerdem, die Regierung solle darauf achten, dass keine Gruppe kanadische Entwicklungshilfe erhält, die für die Gewalt gegen Christen verantwortlich ist. (apic)
Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.