Meldungen vom 3.11.2008
- Vatikan: „Dialog mit Islam ist kein Kuhhandel“ -
- US-Wahl: Katholiken im Dilemma -
- Papst gedenkt verstorbener Kardinäle -
Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: P. Max Immanuel Cappabianca OP
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.
THEMEN DES TAGES:
Vatikan: Kardinal gegen Vorleistungen im Dialog
Am Dienstag beginnt in Rom das dreitägige „Katholisch-Islamische Forum“. Hinter verschlossenen Türen debattieren 29 katholische Experten und ebenso viele islamische zum Thema „Gottesliebe und Nächstenliebe“. Kardinal Jean-Louis Tauran ist Präsident des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog. Im Gespräch mit uns würdigt er das Treffen, das auf den Brief von 138 islamischen Gelehrten „A Common Word between Us and You“ zurückgeht, der vom jordanischen „Aal al-Bayt“-Institut und seinem Chefdenker, Scheich Said Hijjawi, verantwortet wurde. Allerdings sagt Tauran: „Man darf jetzt nicht so tun, als sei dieser Brief etwas absolut Außergewöhnliches, als ob erst jetzt ein Dialog begonnen hätte. Nein, wir führen seit mehr als 1400 Jahren einen Dialog mit dem Islam. Seit dem Konzil haben wir das Dokument ,Nostra Aetate’, das einen Weg im Dialog geebnet hat. Ich würde sagen, dieses Treffen ist ein neues Kapitel in einer langen Geschichte.“
Dialog sei vor allem in praktischen Fragen möglich, so Tauran.
„Von einem theologischen Dialog im eigentlichen Sinne können wir nicht sprechen, auch wenn theologische Fragen im Hintergrund stehen. Allerdings gibt es eine Zusammenarbeit in ethischen und spirituellen Fragen oder auch, wenn wir bei humanitären Katastrophen kooperieren. Ich will realistisch bleiben, trotz der Schwierigkeiten und Krisen: Wir sprechen miteinander, die Brücken sind nicht abgebrochen, und deswegen glaube ich, dass dies wichtig ist.“
Immer wieder kommt es in Ländern mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit zu Spannungen, unter denen Christen zu leiden haben. Zu den Gründen sagt der Kardinal: „In der islamischen Welt identifiziert man das Christentum mit der westlichen Welt. Das ist eine sehr gefährliche Vermischung, denn wenn die Führer der westlichen Staaten Entscheidungen treffen, die von den islamischen Ländern nicht geteilt werden, heißt es: Die Christen waren’s, die attackieren und provozieren uns. Das ist eine Gemengelage, die meines Erachtens immer wieder zu Spannungen führt.“
Es dürfe im Dialog keine Logik des „Do ut Des“ geben, also des Entgegenkommens, nur wenn entsprechende Gegenleistungen gemacht werden. Das widerspräche dem christlichen Glauben, so Tauran gegenüber der französischen Zeitung „La Croix“.
Der Sekretär des Rates für den Interreligiösen Dialogs, Erzbischof Pier Luigi Celata, glaubt, dass die Spannungen meist keine religiösen Ursachen hätten. Er will die Probleme im Zusammenleben aber nicht ausklammern.
„Sicher muss ein ehrlicher Dialog auch diese Situationen angehen, die nach Lösungen verlangen, um ein harmonisches Zusammenleben in der Gesellschaft zu ermöglichen. Wenn die Vorsehung es will und uns die Zeit und die Kraft gibt, werden wir uns auch dieser Fragen annehmen.“
Der Sprecher der islamischen Gruppe, Ibrahim Kalin, forderte nach Agenturangaben ein verbessertes Krisenmanagement. So müsse man bei einem neuerlichen Karikaturenstreit rechtzeitig zusammenkommen und mit einer gemeinsamen Erklärung reagieren. - Am Donnerstag ist eine Audienz bei Papst Benedikt XVI. vorgesehen sowie ein öffentlicher Teil des Forums an der Päpstlichen Universität Gregoriana, währenddessen eine gemeinsame Abschlusserklärung vorgestellt werden soll. (rv)
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USA: Katholiken im Dilemma
Am Dienstag wählen die US-Amerikaner einen neuen Präsidenten. Favorit ist derzeit der Demokrat Barack Obama; er liegt nach jüngsten Umfragen derzeit mit bis zu acht Prozent vor seinem republikanischen Herausforderer John McCain. Die katholischen Wähler stecken in einem Dilemma, sagt USA-Spezialist Ferdinand Oertel: Keiner der Kandidaten stimme hundertprozentig mit katholischen Vorstellungen überein. Die Bischöfe hatten in ihrem Wahlaufruf geschrieben, dass jeder Katholik zur gesellschaftlichen Gestaltung verpflichtet ist. Oertel: „Allerdings haben die Bischöfe nicht ein einzelnes moralisches Thema wie die Abtreibung in den Vordergrund gestellt, sondern das ,common good’, das Gemeinwohl. Trotzdem erhebt sich jetzt die große Frage, was dabei Priorität hat. Die katholische Nachrichtenagentur CNS hat vor zwei Tagen geschrieben, wer die vielen katholischen Ratschläge zur Wahl liest, ist als Katholik verwirrter denn zuvor.“
Zwanzig Prozent der Wähler in den USA sind katholisch. Sie bilden damit die größte Einzelkirche des Landes: Anders als früher sind sie nun nicht mehr in einer Minderheitenposition. Wählten sie früher traditionell demokratisch, haben sie sich zuletzt immer mehr als Wechselwähler erwiesen. So stimmten bei der letzten Wahl überdurchschnittlich viele Katholiken für den Republikaner George W. Bush. Oertel betont: „Aber eins ist besonders charakteristisch für den starken Glauben: Die Bischöfe in Amerika haben dazu aufgerufen, eine Woche vor den Wahlen eine Novene zu halten für einen guten Ausgang der Wahl; und in allen Kirchenzeitungen wurden Gebete abgedruckt, die der einzelne sprechen soll, damit sein Gewissen erleuchtet wird für eine richtige Wahl, damit die richtige Wahl für Amerika getroffen wird.“ (rv)
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Vatikan: Pius-Ausstellung am Petersplatz
Auf Anregung von Papst Benedikt XVI. zeigt der Vatikan zum 50. Todestag von Papst Pius XII. eine Ausstellung, die dem „Menschen und dem Pontifikat“ des Pacelli-Papstes gewidmet ist. Einer breiteren Öffentlichkeit ist Pius heute vor allen Dingen als „Weltkriegspapst“ ein Begriff; die Debatte, ob er sich vernehmlich genug gegen die Judenverfolgung äußerte, bestimmt bis heute sein Bild. Organisiert hat die Ausstellung das Päpstliche Komitee für Geschichtswissenschaften, dem der Augsburger Prälat Walter Brandmüller vorsteht. Ob im Moment gerade ein Umschwung in der öffentlichen Meinung bezüglich Pius stattfindet, wollte Gudrun Sailer von ihm wissen.
„Das weiß ich nicht, ich glaube das auch gar nicht. Ich meine, dass auf diesem Gebiet noch einiges zu leisten ist, um der historischen Wahrheit zum Durchbruch zu verhelfen.“
Die Schau mit teilweise noch nie gezeigten Exponaten umfasst Originaldokumente, Gemälde, Fotos und Gegenstände, die Pius XII. als Papst und als Privatperson nutzte. Was ist für Sie das überraschendste Ergebnis oder Exponat der Ausstellung?
„Soll ich vom Rasierapparat sprechen? Oder von der Schreibmaschine…? Die Ausstellung lässt einen die Persönlichkeit Eugenio Pacellis viel näher und sympathischer erscheinen, als das hieratische Bild es ermöglicht, das gewöhnlich von ihm entworfen wird."
Die Ausstellung „Pio XII. L’uomo e il pontificato (1876-1958)“ läuft bis 6. Januar 2009 im Braccio di Carlomagno links vorne auf dem Petersplatz. Die Bildunterschriften sind ausschließlich auf Italienisch, ebenso der Katalog. Beides wird derzeit ins Deutsche und Englische übersetzt: Die Schau wandert im Anschluss nach Berlin, München und in die USA. Im Berliner Schloss Charlottenburg wird sie am 22. Januar 2009 eröffnet. (rv)
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Kongo: „Hätten wir nur...“
„Der Krieg wird die Probleme im Kongo nicht lösen.“ Das betont der Erzbischof der Hauptstadt Kinshasa, Laurent Monsengwo, der früher in Kisangani arbeitete – einer Stadt, die in unmittelbarer Nähe des jetzigen Konfliktgebiets liegt. „Hätten wir nur die früheren Waffenstillstandsvereinbarungen respektiert, dann bräuchten wir nicht zu beklagen, was jetzt geschieht“, so Monsengwo. Er hoffe, dass ein allseits anerkannter Vermittler die Kriegsgegner wieder zur Vernunft bringen könne. Monsengwo wörtlich: „Aber wie soll man zwischen Leuten vermitteln, die erst alle Abkommen dick unterschreiben und dann bei der ersten Gelegenheit alle Versprechen über den Haufen werfen?“ Die Regierung des Kongo lehnte am Montag direkte Gespräche mit Rebellenführer Laurent Nkunda ab.
In den Flüchtlingslagern in und um Goma sterben derweil täglich immer mehr Flüchtlinge. Das berichtet Caritas International, das Hilfswerk der deutschen Caritas. Ohne schnelle Hilfe von außen steuere Goma „unausweichlich auf eine humanitäre Katastrophe zu“. Die entkräfteten Menschen bräuchten dringend Hilfsgüter und Mittel gegen die Krankheiten, die sich ausbreiten. Allein in einem Lager in der Nähe von Kibati seien in den letzten drei Tagen 17 Flüchtlinge gestorben.
Zum ersten Mal seit einer Woche hat an diesem Montag ein Konvoi mit humanitärer Hilfe das belagerte Goma verlassen. Die ca. zehn Fahrzeuge, die von Blauhelm-Soldaten eskortiert werden, sollen Flüchtlingen auf der anderen Seite der Frontlinie Lebensmittel bringen. (rv/afp/pm)
Papstmesse für verstorbene Kardinäle und Bischöfe
Papst Benedikt XVI. hat an diesem Montag der im vergangenen Jahr verstorbenen Kardinäle gedacht. Bei einer Messe im Petersdom rief er zum Gebet für sie und für alle gestorbenen Erzbischöfe und Bischöfe auf. Der Papst sagte in seiner Predigt, der Glaube an die Auferstehung Christi sei ein Trost beim Verlust eines nahe stehenden Menschen. Für den Gläubigen beginne das ewige Leben nicht erst nach dem Tod: „Das wahre Leben beginnt bereits in dieser Welt; in dem Maß, in dem wir uns inmitten der Sorgen unserer Gegenwart dem Geheimnis Gottes öffnen und ihn mitten unter uns aufnehmen.“
Der Tod bringe für die Menschen auch eine heilsame Lehre, denn „der Tod zwingt uns, der Realität ins Auge zu blicken. Er zeigt die Vergänglichkeit der Dinge, die in den Augen der Welt großartig und stark sind. Angesichts des Todes verliert jedes Motiv von menschlichem Stolz an Interesse, stattdessen wird deutlich, was tatsächlich gilt.“
Im vergangenen Jahr waren unter anderem der österreichische Kardinal Alfons Stickler sowie der Westafrikaner Bernardin Gantin aus Benin gestorben, der lange Jahre Kardinal-Dekan und Präfekt der Bischofskongregation war. Der kolumbianische Kurienkardinal und Präsident des Päpstlichen Familienrates, Alfonso Lopez Trujillo, starb im April. Die Papstmesse für die in den vergangenen zwölf Monaten verstorbenen Kirchenführer findet im Vatikan traditionell am Tag nach Allerseelen statt, an dem die Kirche an alle Toten erinnert. (kna/rv)
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DIE NACHRICHTEN:
Vatikan/Deutschland
Kurienkardinal Paul Josef Cordes sieht ein gestörtes Vater-Sohn-Verhältnis als mögliche Ursache für rechtsradikales Verhalten. „Der Ausfall von Vätern oder von gesunden Familien“ könne eine Ursache für eine Radikalisierung bei jungen Männern sein, erklärte Cordes am Sonntagabend in Stralsund. Nach Untersuchungen könne fehlende Identifikation mit dem Vater zum Aufbrechen tradierter Männlichkeitsvorstellungen, zu ausgesprochenem Macho-Gehabe und zu Gewaltbereitschaft führen. Heranwachsende schlössen sich dann häufig Männerbünden aus dem rechten Milieu an. Cordes, der den Päpstlichen Caritas-Rat „Cor Unum“ leitet, sprach bei einer Veranstaltung des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU) der Diözesangruppe Mecklenburg-Vorpommern. (kna)
Europa
Deutschland
Zu einer Mahnwache für die beiden in Russland ermordeten Jesuiten ruft der Jesuitenorden am Donnerstag vor der Berliner Botschaft der Russischen Föderation auf. Der Berliner Jesuitenpater Klaus Mertes warf der russischen Presse am Montag vor, die Morde mit der Mafia in Verbindung zu bringen und die Opfer zu Schuldigen zu erklären. Durch eine solche Verleumdung und Verhöhnung stellten sich die Zeitungen faktisch in den Dienst der Gewalttäter. – Mertes ist Rektor des katholischen Gymnasiums Canisius-Kolleg. Nach bisherigen Informationen wurden der aus Ecuador stammende Victor Betancourt-Ruiz (42) am 25. Oktober und der Wolgadeutsche Otto Messmer (47) zwei Tage später in ihrer Wohnung in Petrowka ermordet. Betancourt-Ruiz war Theologieprofessor, Messmer leitete die Jesuitengemeinschaft in Russland. (kna)
Scharfe Kritik an einer Stellungnahme der Kirche von Hessen-Nassau zur Kreuzestheologie hat der nordelbische Altbischof und Neustestamentler Ulrich Wilckens (Lübeck) geübt. Die im Frühjahr veröffentlichte Erklärung „Zur umstrittenen Deutung des Todes Christi als ein Gott versöhnendes Opfer“ verallgemeinere unzutreffend das Passionsgeschehen, vermittle ein einseitiges unzutreffendes Gesamtbild und enthalte schwere Auslegungsfehler, schreibt Wilckens in einem Brief an die Kirchenverwaltung in Darmstadt. Das Leitende Geistliche Amt, dem der Kirchenpräsident, seine Stellvertreterin und die sechs Pröpstinnen und Pröpste angehören, hatte unter anderem erklärt, dass niemand die Heilsbedeutung des Todes Jesu mit Hilfe des Sühneopfer-Bildes auslegen müsse. (idea)
Deutschland/Irak
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, hat die Bundesregierung aufgefordert, den verfolgten Christen im Irak rasch zu helfen. Trotz der nötigen Abstimmung in der EU und zwischen den Bundesländern dürfe die Unterstützung nicht weiter verschleppt werden, sagte Huber auf der EKD-Synode in Bremen. In ungewöhnlich scharfer Form rief er die Regierung auf, die Aufnahme irakischer Flüchtlinge noch dieses Jahr zu Wege zu bringen. Es gebe Anzeichen für eine Tötungs- und Vertreibungskampagne gegen Christen im irakischen Mossul. - Die Synode ist als gesetzgebende Körperschaft das Parlament der Evangelischen Kirche. (dw)
Schweiz
Ein heute 68-jähriger Westschweizer Kapuzinerpater steht im Verdacht, in über 35 Jahren zwei Dutzend Knaben in der Schweiz und in Frankreich zu sexuellen Handlungen genötigt zu haben. Nicht verjährt ist jedoch nur ein einziger Fall, gab Untersuchungsrichterin Yvonne Gendre am Montag in Freiburg bekannt. Die Freiburger Justiz wird das Dossier deshalb an die Staatsanwaltschaft von Grenoble weiterleiten. Sollte der Kapuzinerpater nicht vor ein französisches Gericht kommen, könnte der Fall seinem jetzigen Wohnsitzkanton in der Deutschschweiz übertragen werden. Gendre hat Vorermittlungen gegen insgesamt fünf Priester eingeleitet; zwei von ihnen sind verstorben. Im Fall eines anderen Geistlichen erhärteten sich die Anschuldigungen nicht. Gegen einen zweiten Priester laufen weitere Untersuchungen. Das Dossier wurde der Neuenburger Justiz übergeben, da der Mann verdächtigt wird, im Kanton Neuenburg in den Jahren 2000 oder 2001 straffällig geworden zu sein. (kipa)
Niederlande
Die Regierung will den Blasphemieparagraphen aus dem Strafgesetzbuch streichen. Die christlich-demokratische Regierung unter Jan Peter Balkenende hält die bereits existierenden gesetzlichen Regelungen zur Diskriminierung aus rassischen, religiösen oder anderen Gründen für ausreichend. Demnächst soll die Initiative im Parlament debattiert werden. (apic)
Frankreich
Am Montag hat in Lourdes die Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz begonnen. Die Oberhirten wollen sich vor allem mit bioethischen Fragen auseinandersetzen wie Leihmutterschaften und den Umgang mit Sterbenden. Außerdem stehen die „religiöse Gleichgültigkeit“ und die schwindende Sichtbarkeit des Glaubens sowie die Frage nach dem Erhalt der zahlreichen Kirchengebäude auf dem Programm. Geleitet wird die Konferenz, an der 117 Bischöfe teilnehmen, durch den Episkopatsvorsitzenden und Erzbischof von Paris, Kardinal André Vingt-Trois. (apic)
Naher Osten
Iran
Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) wirft dem Land vor, zwei wegen „Abfalls vom Islam“ inhaftierte evangelische Pfarrer aus wahltaktischen Gründen freigesprochen zu haben. Laut Urteilsbegründung vom 25. September seien die Männer nicht vom Islam abgefallen, was aber im Widerspruch zu den Aussagen der Freigesprochenen steht. Die Pfarrer vermuten, dass hinter dem Fehlurteil eine politisch motivierte Verzögerungstaktik steht und ihre Freilassung nur eine auf Zeit sein könnte. Zu den Hintergründen schreibt die IGFM: Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinedschad stehe kurz vor der Wiederwahl und sei daher auf die Gunst der Presse und der Politik angewiesen. Eine Verurteilung oder Todesstrafe wegen „Abfalls vom Islam“ würde sowohl in Teilen der iranischen Bevölkerung als auch in der internationalen Gemeinschaft heftige Kritik auslösen. (pm)
Asien
Indonesien
Liturgiker aus Asien fordern, den katholischen Eheritus besser zu inkulturieren. Das geht aus der Abschlusserklärung eines Treffens des „18. Asiatischen Forums zur Liturgie“ in Yogyakarta hervor. Die Fachleute fordern, die Möglichkeiten des neuen Eherituales der Sakramentenkongregation aus dem Jahre 1991 besser zu nutzen. – An dem Treffen haben 65 Liturgiker aus Fernost teilgenommen. Geladen waren auch Beobachter aus Australien und Taiwan. (rv)
Amerika
Vereinigte Staaten
Mit einer Video-Botschaft auf Youtube gegen die Homo-Ehe haben sich die Bischöfe des Landes an die Öffentlichkeit gewandt. Die Gleichstellung der Homo-Ehe verdunkle die Wahrheit über das Wesen der Ehe, die die Verbindung von Mann und Frau sei. In den Staaten Florida und Arizona wird am Dienstag über ein entsprechendes Gesetz abgestimmt. Das in spanisch und englisch verbreitete Video wird von der „Kommission zur Verteidigung der Ehe“ der Bischofskonferenz verantwortet. Sprecher sind der Präsident der genannten Kommission, Erzbischof Joseph Kurtz, sowie der Chef der „Kommission für die kulturelle Verschiedenheit“, Erzbischof José Gomez. (rv)
El Salvador
Die Bischöfe des Landes haben die Priester aufgefordert, sich bei den anstehenden Wahlen zurückzuhalten. Sie seien Botschafter Christi und sollten sich aller Tätigkeiten enthalten, die nicht mit ihrem Amt verbunden sind, heißt es in einer vom Erzbischof von San Salvador, Fernando Saenz, unterzeichneten Erklärung der Bischofskonferenz. Priester dürften keinerlei Wahlempfehlungen aussprechen. – Am 15. März 2009 finden in El Salvador Präsidentschaftswahlen statt. Nach jüngsten Umfragen steht ein Machtwechsel bevor: Der Kandidat der Nationalen Befreitungsfront (FMLN) könnte die Nationalisten (Arena) nach zwanzig Jahren an der Macht ablösen. (apic)
Brasilien
Katholische Priester und Ordensleute verteilen angeblich im Kampf gegen Aids Kondome. Wie brasilianische Medien am Montag berichteten, beteiligen sich landesweit Priester und Ordensschwestern an der Aktion, die in der Seelsorge für HIV-Erkrankte tätig seien. Der Generalsekretär der Brasilianischen Bischofskonferenz, Weihbischof Dimas Lara Barbosa, verurteilte das Vorgehen demnach nicht, mahnte aber eine vielschichtigere Betrachtung des Problems an. Um Aids zu bekämpfen, seien viel umfassendere Maßnahmen nötig, als Kondome zu verteilen, wurde Barbosa zitiert. Er bezeichnete die Aktion der Priester und Ordensschwestern demnach als ein Signal, dass die Katholiken der Aids-Problematik nicht distanziert gegenüberstünden. Zugleich kritisierte der Generalsekretär bestimmte Medienkampagnen des Gesundheitsministeriums zu Kondomen. Sie förderten nicht die Treue der Partner und verführten Heranwachsende zu einer frühen Ausübung der Sexualität. Erst kürzlich hatte die Bischofskonferenz mit dem Gesundheitsministerium eine engere Kooperation bei der Aids-Bekämpfung vereinbart. Dazu gehörte laut Ministerium auch die Verteilung von Kondomen. (kna)
Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.