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Meldungen vom 4.11.2008

- Vatikan: Erstes kath.-islamisches Forum -
- Oxford schafft Weihnachten ab -
- Irak: „Teilsieg“ für Christen -


Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Mario Galgano

Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

THEMEN DES TAGES:

Vatikan: Katholisch-islamisches Forum
Im Vatikan hat an diesem Dienstag das katholisch-islamische Forum begonnen, das den interreligiösen Dialog vertiefen soll. Je 29 Fachleute beider Religionen kamen in der Päpstlichen Universität Gregoriana zusammen, um bis Donnerstag das Thema „Gottesliebe – Nächstenliebe“ zu erörtern. Das Treffen sei wichtig, weil „religiöse Führer“ der Gesellschaft wichtige Impulse geben würden, betont der Mailänder Imam und Vizepräsident des italienischen Islam-Rates, Yahya Sergio Yahe Pallavicini. Er gehört zu den 138 islamischen Gelehrten, die vergangenes Jahr den Brief an die christlichen Oberhäupter unterschrieben haben. Das Forum in Rom ist eine der Initiativen, die darauf zurück gehen. Pallavicini:
„Wenn man einen echten interreligiösen Dialog will, so muss man jeder Seite ihren gebührenden Platz einräumen. Das bedeutet, dass man zuhören muss, was nicht jeder heutzutage kann oder will. Es ist eine Frage des Anstandes. Die Religionsführer spielen deshalb eine wichtige Rolle, denn sie geben ihren Mitmenschen einen wichtigen Input. Das gilt für alle Religionsführer. Deshalb sollten auch Muslime bereit sein, die Worte des Papstes anzuhören. Auf der anderen Seite muss aber auch klar sein, dass jeder seine eigenen religiösen Überzeugungen respektieren muss. Wenn man das akzeptiert, dann entsteht eine brüderliche Bindung, die auch ein Mittel ist, um den Relativismus und andere Probleme der Gegenwart zu bekämpfen.“
Am ersten Gesprächstag geht es um die „theologischen und spirituellen Grundlagen“ des Dialogs, am Mittwoch stehen die „Menschenwürde“ und der „gegenseitige Respekt“ auf dem Programm. Donnerstag Vormittag sind die Teilnehmer des Forums zu Gast bei Papst Benedikt XVI. Anschließend findet an der Universität die letzte Sitzung des Treffens statt, die öffentlich zugänglich sein wird. (rv)
Zum Nachhören

Vatikan/Großbritannien: Ravasi kritisiert „Abschaffung“ von Weihnachten
„Lichterfest“ statt Weihnachten: Die englische Gemeinde Oxford hat beschlossen, künftig nicht mehr öffentlich das christliche Fest zu feiern, um andere Religionsgemeinschaften nicht zu verletzen. So lautet die offizielle Begründung des Beschlusses. Deshalb soll künftig am 25. Dezember das winterliche „Lichterfest“ gefeiert werden. Eine „kontraproduktive Entscheidung“ - findet der Kultur-Minister des Vatikans, Erzbischof Gianfranco Ravasi.
„Man hat den Eindruck, dass in Oxford der Dialog mit den Religionsgemeinschaften umgangen werden sollte, und das bewusst. Dort ist man meiner Meinung nach zu weit gegangen, indem man nämlich die eigene Identität verleugnet. Es ist eine bewusste Verneinung der eigenen Geschichte und die Entreißung der Wurzeln der eigenen Kultur. Es ist aber auch kennzeichnend für die gegenwärtige Kultur, dass sie nur oberflächlich ist.“
Auch Juden und Muslime haben mittlerweile in Oxford gegen den Beschluss protestiert.
„Das zeigt, dass es sich nicht um ein interreligiöses Problem handelt. Wir befinden uns alle im selben Boot. Denn auch Juden und Muslime wollen nicht, dass man ihre Feste streicht und durch unpassende Feierlichkeiten ersetzt. Die Festtage sind aber wichtig, um auf das hinzuweisen, was uns ausmacht – nämlich unser Sein. Für Europa bedeutet das, dass man die christlichen Feiertage achtet.“ (rv)
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Kongo: Bischof ruft nach EU-Soldaten
Die Demokratische Republik Kongo braucht EU-Soldaten. Das fordert der kongolesische Erzbischof Laurent Monsengwo Pasinya. Die EU und die USA sollten Soldaten in das Land schicken, um ein Ende der Kämpfe zu erreichen, sagte der Erzbischof laut Medienberichten vom Dienstag in Brüssel. Damit spricht er einen großen Wunsch vieler seiner Landsleute aus. Auch der deutsche Caritas-Mitarbeiter in der Krisenstadt Goma, Alexander Bühler, bestätigt das Verlangen nach internationaler Präsenz.
„Die Menschen in Goma hoffen auf eine starke Präsenz einer EU-Truppe. Doch meiner Meinung nach erliegen sie der Illusion, dass diese EU-Truppe die Menschen im Kongo komplett schützen könnte. Sie glauben, dass damit die Kriegsparteien ausgespielt werden und somit Frieden geschaffen werden könnte. Sie setzen deshalb zu große Hoffnungen auf diese Truppen.“
Die Gewaltwelle dauert derweil an. Internationale Hilfswerke gehen von mindestens 50.000 Zivilisten aus, die allein in der Region Nord-Kivu dringend Hilfe benötigen. Die größte Hilfe biete derweil die Kirche, so Caritas-Mann Alexander Bühler.
„Die Kirche spielt im Kongo eine unglaublich große Rolle. Die kirchlichen Hilfswerke leisten tatsächlich viel. Sie sind vor Ort. Sie arbeiten problemlos mit den Behörden zusammen. Damit geben sie der Lokalbevölkerung eine gewisse Erleichterung. Dabei riskieren viele Kirchenleute ihr eigenes Leben. Sie sind auch da, um die Namen der Schuldigen aufzuschreiben. Darum setzen sie sich mehr als andere Helfer der Gefahr von Angriffen aus.“
Erzbischof Monsengwo warnte indes auch vor einer so genannten Balkanisierung des Landes. Er beklagte, dass alle bisherigen Abkommen nicht eingehalten worden seien. Die Grundlage für einen dauerhaften Frieden liege aber darin, zu seinen Unterschriften zu stehen. Es sei eindeutig, dass die Kämpfe im Osten des Landes wegen der dort vorhandenen Rohstoffe geführt würden. Nötig sei deshalb, die Nutzung der Ressourcen gemäß internationalem Recht verbindlich zu regeln. Ansonsten blieben auch weitere Friedenskonferenzen reine Kosmetik. (rv/kna)
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Frankreich: Gibt`s uns noch?
Die Bischöfe Frankreichs debattieren bei ihrer derzeit laufenden Vollversammlung unter anderem über die Präsenz der Kirche in der Gesellschaft. Auch nach dem jüngsten Papstbesuch habe sich nicht viel verändert. Zwar sei Benedikts Visite ein Erfolg gewesen, doch viele Franzosen würden weiterhin der Kirche den Rücken kehren. Der Bischof von Angoulême, Claude Dagens, fordert deshalb konkrete Maßnahmen, um die Rolle der Kirche in Frankreich zu stärken.
„Dass die Kirche in Frankreich für viele als nichtexistierende Institution erscheint, ist ein Zeichen dafür, dass wir Probleme haben. Das kann man nicht leugnen. Man hat den Eindruck gewonnen, dass in unserer säkularisierten Gesellschaft die Kirche keinen Platz haben soll. Meiner Meinung nach liegt das Problem auch bei den Katholiken selber, die oft den Kopf in den Sand stecken.“
Die Probleme seien also klar. Nun müssten aber Schritte unternommen werden, damit die Kirche stärker in der französischen Gesellschaft präsent sein kann. Dazu Bischof Dagens: „Meiner Meinung nach müssen wir mutiger auftreten. Wir müssen vor allem den Mut haben, unseren Mitmenschen, die nicht an Christus glauben, zu zeigen, wer wir eigentlich sind. Die katholische Kirche in Frankreich sollte weniger an organisatorische Probleme denken und vielmehr für die Verbreitung und Präsenz des Christentums in unserer Gesellschaft einstehen.“
Geleitet wird die Konferenz, an der 117 Bischöfe teilnehmen, durch den Vorsitzenden der Bischofskonferenz und Erzbischof von Paris, Kardinal André Vingt-Trois. Die französischen Oberhirten halten sich bis Sonntag an ihrem traditionellen Tagungsort Lourdes auf. (rv)
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Österreich: Politik soll Familien nicht vergessen
Die österreichische Politik sollte die Familien nicht vergessen. Das ist eines der Themen, die derzeit die Bischöfe der Alpenrepublik bei ihrer Herbstvollversammlung beschäftigen. Im niederösterreichischen Großrußbach wurde auch über die Bedeutung der jüngsten Nationalratswahlen debattiert. Der Pressesprecher der Bischofskonferenz, Erich Leitenberger, fasst die wichtigsten Gesprächspunkte zusammen.
„Es geht um Fragen, die die Ehe und Familie in einer gesellschaftlichen Umbruchsituation betreffen. In gesellschaftspolitischer Hinsicht ist natürlich im Augenblick in Österreich die Auswirkungen der jüngsten Wahlen ein wichtiges Thema. Darüber hinaus müssen wir nicht vergessen, dass auch die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise die Bischöfe sehr beschäftigt. Vor allem kann es schlimm werden, wenn die Finanzkrise auch auf die Wirtschaft auswirkt, die uns alle sehr betrifft. Das hat dann besondere Auswirkungen auf die Schwächsten.“
Ein weiteres wichtiges Thema ist die dramatische Situation der verfolgten Christen im Irak. Erst vor Wochenfrist besuchte Weihbischof Franz Scharl im Auftrag der Bischofskonferenz vier chaldäisch-katholische Diözesen im nördlichen Irak. Leitenberger: „Man darf nie vergessen, dass der Nahe Osten die Urheimat des Christentums ist. Die Situation ist im Augenblick besonders schlimm für die Christen dort. Ich denke insbesondere an den Irak mit den Problemen in Mossul. Der Zweck dieser Reise bestand aus diesem Grund darin, ein Zeichen der Solidarität der österreichischen Christen zu setzen. Andererseits sollte auch sondiert werden, welche konkreten Möglichkeiten der Hilfe für die bedrohten Christen im Irak bestehen.“
Österreichs Bischöfe tagen noch bis Donnerstag unter dem Vorsitz von Kardinal Christoph Schönborn. Eröffnet wurde die Plenarversammlung am Montag mit der Segnung der neuen Räume des Generalsekretariats der Bischofskonferenz im Erzbischöflichen Palais in Wien. (rv/kap)
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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

USA: Was Katholiken vom neuen Präsidenten erwarten
Es ist soweit: Millionen US-Amerikaner wählen ihren 44. Präsidenten. Wer wird auf George W. Bush folgen? Barack Obama oder John McCain? Die US-Katholiken werden bei der Wahl eine große Rolle spielen. Doch welche Erwartungen haben sie an den neuen Präsidenten? Pater Eberhard von Gemmingen hat mit dem Pfarrer der deutschsprachigen Gemeinde in New York, Peter Bleeser, darüber gesprochen. (rv)
Hier hören Sie das Interview

DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Das geplante Treffen des Papstes mit dem georgischen Katholikos-Patriarchen Elias II. ist abgesagt. Das gab der vatikanische Pressesaal an diesem Dienstag bekannt. Das Oberhaupt der georgisch-orthodoxen Kirche befindet sich derzeit in Deutschland und wurde dort notoperiert, ist nach Angaben der Pressestelle der georgischen Kirche nach der Herzoperation aber wohlauf. Wörtlich heißt es in der Mitteilung: „Bei einer planmäßigen medizinischen Untersuchung in Deutschland stellte sich heraus, dass der Patriarch eine Bypass-Operation braucht. Der etwa einstündige Eingriff verlief reibungslos.“. Deutsche Ärzte empfehlen dem Würdenträger, noch etwa zehn Tage lang im Krankenhaus zu bleiben. Der Vatikanbesuch war für den kommenden Samstag geplant gewesen. Ob es zu einem späteren Zeitpunkt zu einem Treffen kommen wird, ist noch offen. (rv/ria novosti)
Der Heilige Stuhl hat eine ungenügende Umsetzung der Menschenrechte beklagt. Der Ständige Vertreter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, Erzbischof Celestino Migliore, forderte deshalb die Vereinten Nationen auf, die Grundfreiheiten für alle Völker zu stärken. Diese seien von fast allen Staaten der Welt anerkannt, so Migliore. Sechzig Jahre nach der Unterzeichnung der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ würden diese Rechte weiterhin verletzt. Die Anerkennung von Menschenwürde und Menschenrechten müsse weiterhin im Zentrum allen Bemühens stehen, so der Vatikan-Diplomat. (rv)
Der Heilige Stuhl nimmt diplomatische Beziehungen mit Botswana auf.
Die entsprechenden diplomatischen Noten wurden an diesem Dienstag feierlich in der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria ausgetauscht. Das afrikanische Botswana ist von der Kalahari-Wüste, dem Diamantenreichtum und dem Aids-Problem geprägt. Eine katholische Missionsstation besteht in dem Land erst seit 1928; Katholiken machen fünf Prozent der Bevölkerung aus. (rv)

Europa

Deutschland
Der Mitgliederschwund der evangelischen Landeskirchen ist nahezu ungebrochen:
Im vergangenen Jahr verloren die 23 Mitgliedskirchen über 200.000 Mitglieder. Das ergab eine Umfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Betrachtet man den Zehnjahreszeitraum, so hat die Evangelische Kirche in Deutschland zwischen 1997 und 2007 rund neun Prozent ihrer Mitglieder eingebüßt; das sind rund 2,5 Millionen Bürger. Verlierer waren auch im vergangenen Jahr vor allem die Landeskirchen im Osten. Winzige Zugewinne konnte die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (plus 1.066 Mitglieder) verbuchen. In den jeweiligen Bundesländern nahm allerdings auch die Bevölkerungszahl im vergangenen Jahr zu – vor allem durch Zuzug aus dem Osten. (idea)
Die Kirchen reagieren zu langsam auf den Klimawandel.
Diese Ansicht vertrat Angelika Zahrnt, Ehrenvorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), in ihrem Vortrag zum Schwerpunktthema der Synode der Evangelischen Kirchen Deutschlands. Sie sprach zum Thema „Klimawandel – Wasserwandel – Lebenswandel“ in Bremen. Von den 15.000 evangelischen Kirchen in Deutschland hätten erst 500 ein Umweltmanagementsystem eingeführt. Dies sei kirchengeschichtlich eine rasante Entwicklung, klimapolitisch gesehen jedoch „völlig ungenügend“. Würden in Zukunft im gleichen Tempo Veränderungen vorgenommen, würde es 300 Jahre dauern, bis alle Kirchengemeinden ein Umweltmanagement eingeführt haben. Zahrnt wörtlich: „Es ist nicht mehr die Zeit für Pilotprojekte und Anregungen zu einzelnen Schritten. Es ist Zeit für eine umfassende und konsequente Umsetzung vom Papier bis zum Kaffee, vom Strombezug bis zur Automobilflotte, bis zur kirchlichen Geldanlage.“ (idea)
Der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, hat sich am Montagabend wegen akuter Schmerzen in ein Mainzer Krankenhaus begeben. Dort wurde er noch am gleichen Abend am Darm operiert, teilte die das Bistum mit. Nach Auskunft seiner Ärzte ist die Operation gut verlaufen und der Kardinal ist wohlauf. Der Mainzer Bischof wird in den kommenden Wochen keine Termine wahrnehmen, um sich von dem Eingriff zu erholen. (pm)
Wegen „Nutzung kinderpornografischen Materials“ ermittelt die Saarbrücker Staatsanwaltschaft gegen einen 37 Jahre alten Priester des Bistums Trier. Bis zur Klärung der Vorwürfe sei der Geistliche vom Dienst beurlaubt, teilte das Bistum am Dienstag in Trier mit. Auf dem PC des Priesters sollen pornografische Kinderfotos aus dem Internet gefunden worden sein. (kna)

Schweiz
Immer mehr Schweizer, die Sterbehilfe in Anspruch nehmen, sind nicht tödlich krank.
Zu diesem Schluss kommt eine vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützte Studie zur Situation in Zürich. 91 Prozent der Menschen, die sich an eine Sterbehilfe-Organisation wenden, kommen demnach aus dem Ausland. Bei den nicht tödlich Kranken handle es sich meist um alte Menschen mit Krankheiten wie rheumatische Beschwerden oder Schmerzsyndromen, sagte die Soziologin Susanne Fischer laut einer Medienmitteilung. – Suizidbeihilfe ist in der Schweiz legal. Jeder Fall wird durch eine Untersuchungsbehörde geprüft. (pm)
Im Gegensatz zu katholischen Bistümern habe bei vielen religiösen Gemeinschaften und Orden beim Thema „Sexuelle Übergriffe in der Seelsorge noch kein Umdenken stattgefunden“.
Das kritisierte Adrian von Kaenel, Präsident des zuständigen Fachgremiums der Schweizer Bischofskonferenz im Zusammenhang mit dem mehrfachen Pädophilie-Verdacht bei einem Westschweizer Kapuzinerpater. Die Kirche habe im Umgang mit dem Thema in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht, urteilte von Kaenel nach Berichten der „Neuen Luzerner Zeitung“ von Dienstag. Er forderte vom Vatikan, verbindliche Regeln für religiöse Gemeinschaften und Orden zu erlassen, die nicht dem Bischof einer Diözese unterstellt sind. – Die Freiburger Untersuchungsrichterin Yvonne Gendre hatte am Montag bekannt gegeben, dass ein heute 68-jähriger Westschweizer Kapuzinerpater im Verdacht stehe, in über 35 Jahren zwei Dutzend Knaben in der Schweiz und in Frankreich zu sexuellen Handlungen genötigt zu haben. Nicht verjährt sei jedoch nur ein einziger Fall. (kipa)

Bosnien-Herzegowina
Katholische Flüchtlinge seien sich selbst überlassen. Bischof Franjo Komarica von Banja Luka beklagte jetzt bei einem Besuch beim katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ in Deutschland, dass weder die bosnische Regierung noch die Internationale Gemeinschaft etwas tue, um katholischen Flüchtlingen die Rückkehr in die Heimat zu ermöglichen. Es werde vom Bischof und den Priestern erwartet, dass sie für die Wiederherstellung der Infrastruktur sorgten. Die Regierung fühle sich für die Katholiken nicht zuständig, sondern vertrete die Auffassung, sie gehörten zum Bischof. Es sei jedoch nicht Aufgabe der Kirche, für Wohnungen, Strom, fließendes Wasser und Straßenbau zu sorgen, so Komarica. Noch dreizehn Jahre nach dem Krieg seien kaum zwei Prozent der geflüchteten Katholiken zurückgekehrt, beklagte der Bischof. Die katholische Kirche wolle einen „fruchtbaren Beitrag für die Zukunft des Landes leisten“, erklärte Komarica. „Dazu müssen wir jedoch hier leben dürfen“, fügte er hinzu. Er selbst werde nicht müde, seine Stimme für alle Entrechteten zu erheben. – Zwischen 1992 und 1995 herrschte in Bosnien und Herzegowina infolge des Zerfalls Jugoslawiens Krieg. 243.000 Menschen verloren ihr Leben, zwei Millionen Menschen wurden infolge der Umverteilung der Republik vertrieben. (pm)

Serbien
Der Balkan-Staat schütze die religiösen Minderheiten im eigenen Land nicht.
Das kritisiert „Human Rights Watch“. Der an diesem Dienstag vorgelegte Bericht der Menschenrechtsorganisation nennt vorwiegend Angriffe gegen in Serbien lebende Albaner und andere Minderheiten vom Februar und März 2008. Serbiens neue Koalitionsregierung, die im Juni gebildet wurde, hat sich bisher noch nicht mit dem Minderheitenschutz befasst. „Human Rights Watch“ fordert deshalb, dass entsprechende Gesetze gegen rassische oder ethnische Verbrechen erlassen werden und verstärkt Mitglieder der Minderheiten in den Polizeidienst rekrutiert werden sollten. (sir)

Türkei
Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel denkt noch mit tiefer Bewegung an seinen Auftritt auf der römischen Bischofssynode.
Das sagte Bartholomaios I., der auch Ehrenoberhaupt aller orthodoxen Christen ist, jetzt der Nachrichtenagentur Asianews. Das Gespräch mit den Katholiken gehöre „zu unseren ersten Prioritäten“, so der in Istanbul residierende Patriarch. Auf der „Straße der Ökumene“ gebe es „keine Umkehrmöglichkeit“. Als weitere Priorität der orthodoxen Kirche nannte Bartholomaios die Bewahrung der Schöpfung. In dem Interview setzt er sich für die Gründung eines „Internationalen Observatoriums für die Bewahrung der Schöpfung“ in Istanbul ein. (asianews)

Naher Osten

Irak
Die christliche Minderheit im Irak hat einen politischen Teilsieg errungen.
Das Parlament in Bagdad änderte jetzt ein Gesetz, das die Wahlen zu den Provinzräten vom nächsten Jahr regelt. Danach wird in drei Provinzen, darunter Bagdad, jeweils ein Sitz im Rat einem Christen vorbehalten. Das Gesetz sieht auch für andere Minderheiten in ihren Siedlungsgebieten eigene Sitze vor. Die Bischöfe im Irak sind mit der Entscheidung des Parlaments allerdings noch nicht zufrieden. Bei der letzten Wahl hatten die Christen noch Anspruch auf insgesamt sieben Sitze im ganzen Land gehabt. Eigentlich war das Gesetz zu den Provinzwahlen schon im September verabschiedet worden. Doch Christen hatten heftig dagegen protestiert, weil das Gesetz in seiner ursprünglichen Fassung überhaupt keine Sonderregelung für Minderheiten vorsah. Ein UNO-Gesandter hatte der irakischen Regierung vorgeschlagen, den Vertretern von Minderheiten in den Provinzräten zwölf Sitze zu reservieren. Die Wahlen sollen in fast allen Provinzen am 31. Januar stattfinden. (misna)

Asien

Indien
Die Behörden unternehmen weiterhin wenig, um die Christen zu schützen.
Das schreiben sechs Bischöfe aus dem indischen Bundesstaat Orissa in einem Hirtenbrief. „Es erfüllt uns mit Schmerz, dass sowohl die Landesregierung als auch die Bundesregierung so spät auf die anhaltende Gewalt gegen Christen in Orissa reagiert haben“, erklären unter anderem Bischof Thomas Thiruthalil, Vorsitzender des Regionalen Rates der Bischöfe von Orissa. Wörtlich: „Wir sind traurig darüber, dass die beiden Regierungen so erbärmlich versagt haben bei der Umsetzung der ihnen verfassungsrechtlich obliegenden Pflichten.“ - Rund 60 Menschen wurden nach Angaben der Katholischen Bischofskonferenz Indiens seit dem 23. August 2008 durch Attacken fanatisierter Hindus getötet. In ihrem Hirtenbrief betonen die Bischöfe die soziale Dimension der pogromartigen Übergriffe gegen Christen. Die Kirche unterstütze die Armen und Ausgegrenzten, die nun Rechte einforderten. Von den Mächtigen im Land werde dieses Engagement gefürchtet, da es ihren Einfluss in Frage stelle. Sie hätten zur Gewalt gegriffen, um ihre Machtstellung auch weiterhin zu sichern. (pm)


Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

 






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