Meldungen vom 5.11.2008
- Benedikt XVI. gratuliert Obama -
- Schweiz: Bischöfe klären Kirchenverständnis -
- Generalaudienz: „Auferstehung im Zentrum“ -
Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Antje Dechert
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.
THEMEN DES TAGES:
USA/Vatikan: Katholiken beten für Obama
Auch der Vatikan gratuliert dem neuen US-amerikanischen Präsidenten Barack Obama. Papst Benedikt XVI. versicherte in seinem Glückwunschtelegramm sein Gebet, damit Obama zu einer Welt in Frieden, Solidarität und Gerechtigkeit beitragen könne. Katholiken in aller Welt beteten dafür, dass Obama den großen Erwartungen an seine Präsidentschaft gerecht werde und Gott ihm in seiner großen Verantwortung beistehe, sagte Vatikansprecher Pater Federico Lombardi an diesem Mittwoch in Rom. Der Demokrat Obama hatte sich bei den Wahlen am 4. November klar gegen den Republikaner John McCain durchgesetzt. Als neuer US-Präsident trage er eine globale Verantwortung, so Lombardi:
„Die Aufgabe des Präsidenten der Vereinigten Staaten ist mit einer enormen Verantwortung verbunden, nicht nur für sein eigenes Land, sondern für die ganze Welt. Denn die USA spielen in allen Bereichen auf globaler Ebene eine fundamentale Rolle. Daher wünschen wir dem neuen Präsidenten Obama, dass er den großen Erwartungen und Hoffnungen entspricht, die sich auf ihn richten, indem er die geeigneten Wege findet, um den Frieden in der Welt voranzubringen und indem er die Menschenwürde und den Respekt vor menschlichen und geistlichen Werten fördert.“
Der 47-jährige demokratische Präsidentschaftskandidat hatte sich bei den Wahlen am 4. November deutlich gegen seinen republikanischen Herausforderer John McCain durchgesetzt. Der erste farbige Präsident brachte so viele Jugendliche wie nie zuvor in den USA an die Urnen und gewann auch mit den Stimmen der Hispanoamerikaner. (rv)
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USA: Mit Obama katholische Anliegen durchsetzen? – Ein Einschätzung
Standen die Katholiken bei der Wahl vor einem Dilemma, weil keiner der Kandidaten zu hundert Prozent die Anliegen ihrer Kirche vertritt, so können sie bei dem nun gewählten Präsidenten dennoch auf Gemeinsamkeiten hoffen, um in wichtigen Anliegen an einem Strang zu ziehen. Das glaubt der katholische Journalist und USA-Spezialist Ferdinand Oertel. Birgit Pottler hat mit ihm gesprochen und ihn um eine Einschätzung des Wahlausgangs gebeten.
„Amerika hat den Wechsel gewählt.“ Kann man das so pauschal zusammenfassen?
„Ich denke, ja. Er ist ja mit einer so großen Mehrheit gewählt worden, dass alle Kommentatoren von einer Sensation sprechen. Dahinter steckt doch, dass die Mehrheit der amerikanischen Bürger einen Wandel wollen, und zwar hin zu dem, was Barack Obama selbst in seiner ersten Rede gesagt hat: Die Stärke der USA ist die Hoffnung auf bessere Lebensbedingungen. … Realistische Chancen sehe ich auch für Wandlungen in Richtung auf die Dinge, die von den katholischen Bischöfen in der Wahlvorbereitung als wichtig bezeichnet worden sind: das, was der katholischen Soziallehre entspricht. Es war ja der Krisenpunkt, dass die Bischöfe mit hoher Priorität die Abtreibung zum Wahlkriterium gemacht haben, aber sie haben tatsächlich in ihrem Wahlhirtenbrief sehr großen Wert auf den ,common sense’, auf das Gemeinwohl, gelegt. Das trifft sich doch mit den Vorstellungen, die Obama jetzt schon als Programm vorgelegt hat.“
Mit Obama steht auch der künftige Vizepräsident fest: Das wird ein Katholik, Joe Biden, der aber ja bislang die katholische Kirche zu unterschiedlichen, eher kritischen Reaktionen aufrief. Wie sehen Sie die Zusammenarbeit?
„Ich sehe große Hoffnungen und Chancen auch für die Kirche unter diesem Präsidenten. … Da besteht schon eine Nähe. Die dürfte unterstützt werden - das sehe ich eher positiv - durch die Tatsache, dass Vizepräsident Joe Biden ein Katholik ist und sich sogar als aktiver Katholik bezeichnet, wenn auch im Sinn eines freiheitlich liberalen Katholiken. So hat er ja auch seine dann von den Bischöfen kritisierte Haltung gegenüber der Abtreibung erklärt, indem er sagte, ich anerkenne das Grundrecht des Menschen von der Zeugung an, aber ich kann nicht einer pluralen Gesellschaft katholische Lehramtsmeinungen aufzwingen. … Wenn die Bischöfe und die Kirche sich nicht in diesen Dingen weiter verlieren, sondern sich auf das konzentrieren, was sie jetzt auch auf der kommenden Bischofskonferenz in zehn Tagen beraten wollen – Probleme der Armenversorgung, der Fürsorge für die Einwanderer, der Wohnungsunterstützung, das würde eher den sozialen Zielen dienen, die auch Obama verfolgt.“ (rv)
Hier können Sie das ganze Interview nachlesen und -hören
Schweiz: Bischöfe klären Kirchenbegriff
Die katholische Kirche in der Schweiz fordert zu einer Klärung des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche auf. Die in vielen Kantonen eingebürgerten Bezeichnungen „Landeskirche“ oder „Kantonalkirche“ sowie „Synode“ für deren Parlamente sollten geändert werden, da sie missverständlich seien. Das ist eines der Ergebnisse einer Studientagung der Schweizer Bischofskonferenz, an der auch Vertreter des Heiligen Stuhls teilnahmen. Es handele sich bei den „Landeskirchen“ um öffentlich-rechtliche Körperschaften, erklärt der Vorsitzende der Schweizer Bischofskonferenz Kurt Koch im Gespräch mit Radio Vatikan: „Das ist ein reformierter Begriff, die reformierten Kirchen verstehen sich so. Bei uns sind das eher Hilfsgefäße, eine Körperschaft von katholischen Gläubigen, aber es ist keine Kirche.“
In der Vergangenheit war es immer wieder zu Schieflagen im Staat-Kirche-Verhältnis gekommen, so der Basler Bischof.
„Beispielsweise bei den Seelsorgenden ist der Bischof in den staatskirchenrechtlichen Systemen nur die Auftrag gebende Instanz, aber nicht die Anstellungsinstanz. Diese staatskirchenrechtlichen Institutionen wählen den Pfarrer und besolden ihn auch. Das kann, wenn kein gutes Einvernehmen zwischen ,Kirchgemeinde’ und Bischof herrscht, zu Problemen führen.“
Ebenso sei problematisch, dass die staatskirchenrechtlichen Parlamente sich „Synoden“ nennen. Bischof Koch: „Nach katholischem Verständnis gibt es keine Synode ohne Gegenwart des Bischofs, bei den staatskirchenrechtlichen Institutionen hat der Bischof kein Wort zu sagen.“
Koch hofft nun auf eine einvernehmliche Weiterentwicklung des Staatskirchenrechts in der Schweiz. So könnte man das geltende Recht modifizieren oder die Fragen durch ein neues Konkordat regeln. Eine völlige Trennung von Staat und Kirche schließt Koch aber aus.
„Das staatskirchenrechtliche System ist in der Schweiz konsequent demokratisch aufgebaut, das ekklesiale System der katholischen Kirche ist hierarchisch aufgebaut. Weiter auseinander könnten diese Strukturen eigentlich nicht sein! Deshalb gelingt ein vernünftiges Zusammenleben nur, wenn man einvernehmlich diese Fragen zu lösen versucht.“
Die von 70 Fachleuten besuchte Veranstaltung am 3. und 4. November in Lugano wurde in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Institut für Kirchenrecht und vergleichendes Religionsrecht (DiReCom) der Theologischen Fakultät Lugano durchgeführt. Den Vatikan vertrat der Präsident des Päpstlichen Rates für die Interpretation von Gesetzestexten, Erzbischof Francesco Coccopalmerio. Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund war mit einem Beobachter vertreten. (rv)
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Vatikan/Thailand: Rechte von Flüchtlingen sichern
Die asiatischen Regierungen müssen sich stärker für die Rechte von Flüchtlingen und Migranten einsetzen. Das forderte der Sekretär des päpstlichen Rats der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs, Erzbischof Agostino Marchetto, im Vorfeld einer katholischen Konferenz zur Seelsorge von Flüchtlingen in Asien. Die Konferenz, die der Vatikan gemeinsam mit der thailändischen Bischofskonferenz organisiert, beginnt am Donnerstag in Bangkok. Im Gespräch mit Radio Vatikan sagte Marchetto, das asiatische Flüchtlingsproblem sei nur zu lösen, wenn sich neben der Kirche auch die Politik stärker für Vertriebene einsetze. Erzbischof Marchetto: „Das bedeutet konkret, dass die einzelnen asiatischen Regierungen rechtliche Rahmenbedingungen schaffen müssen, die mit den internationalen Menschenrechtskonventionen übereinstimmen. Sie müssen Gesetze erlassen, die den Schutz von Migranten und Flüchtlingen sowie ihrer Familien garantieren. Diese Gesetze müssen auch für interne Flüchtlinge, also Vertriebene im eigenen Land gelten.“
Kirche und Politik müssten dafür sorgen, dass erstens die Menschenwürde der Flüchtlinge und zweitens ihr Recht auf Arbeit gewährleistet werden. In Asien seien vor allem Frauen und Jugendliche von Migration und Vertreibung betroffen. Speziell für ihre Seelsorge solle die Konferenz neue Impulse geben, so Marchetto: „Es liegt in der Verantwortung der Ortskirche, sich um diese schutzlosen Menschen zu kümmern. Hoffen wir, dass die Konferenz in Bangkok dazu beiträgt, die asiatischen Gemeinden und Gläubigen noch stärker für das Flüchtlingsproblem zu sensibilisieren.“ (rv)
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Benedikt XVI.: „Auferstehung steht im Zentrum“
Das Ausschlaggebende des christlichen Glaubens ist die Auferstehung. Das sagte Papst Benedikt der XVI. bei der Generalaudienz an diesem Mittwoch auf dem Petersplatz. Christus habe den Menschen durch seine Hingabe am Kreuz, seine bedingungslose Liebe gezeigt, so Benedikt. Die Verkündigung sei leer und der Glaube sinnlos, wäre Christus nicht auferstanden. Diesen Grundsatz habe der Apostel Paulus eindringlich vertreten. Papst Benedikt setzte seine Katechesereihe zum Völkerapostel fort und sagte auf Deutsch: „Der Apostel stützt sich hierbei mit großer Ehrfurcht auf die Tradition, die ihm vorausgeht. Gerade beim Thema der Auferstehung hebt er den Zusammenhang zwischen Empfangen und Weitergeben hervor; denn die Einheit der apostolischen Überlieferung steht über der persönlichen Darstellung des Ereignisses. Der Auferstandene ist den Aposteln mehrfach erschienen und hat so ihre Zeugenschaft gefestigt. Der erste Ausdruck dieses Zeugnisses ist die Predigt von der Auferstehung als Zusammenfassung des Evangeliums und Gipfel des Heilsweges. Diese führt zu einer lebendigen Begegnung mit Christus, in der sich der Auferstandene als Sohn Gottes, als Herr über Leben und Tod zeigt. Unsere menschliche Wirklichkeit ist für das Leben geschaffen und geht in Christus insgesamt auf Gott zu.“
Zwar blieben auch Christen nicht von Leiden verschont, so Benedikt, doch „in allem was wir tun oder erleiden trägt uns doch die Hoffnung, dass wir an seinem Leben in Fülle Anteil erhalten werden. Wie Paulus sagt: ,Sind wir mit Christus gestorben, so glauben wir auch, daß wir mit ihm leben’ (Röm 6, 8).“ (rv)
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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:
Mausklick zur Hölle
Die Kirche sollte auch im Internet nach Menschen fischen – heißt es mitunter. Und über das Thema ist auch schon viel Tinte geflossen. Aber nur Tinte eben. Denn wer sich mal auf YouTube umschaut und umhört, was er da mit Kirchenbezug so alles findet, den packt das kalte Grausen.
Eine Recherche von Stefan Kempis und Gudrun Sailer
Brasilien: Neues Leben für Straßenkinder
„Die Kinder sind nicht das Problem – sie sind die Lösung.” Diesen Spruch hat sich der italienische Pater Renato Chiera ausgedacht... schon vor dreißig Jahren. So lange arbeitet er nämlich schon im brasilianischen Rio. Dort hat er ein Haus namens „Casa do Menor“ gegründet, um Straßenkinder von der Straße zu holen. Auch im Norden Brasiliens, in der Stadt Recife, gibt es jetzt so ein Haus für die „meninos de rua“. Hunderte von ihnen hat er schon aufgenommen und ihnen eine Ausbildung verschafft...
Hören Sie hier einen Beitrag über Pater Chiera. Autor ist Stefan Kempis
DIE NACHRICHTEN:
Vatikan
77 zum Christentum konvertierte Muslime haben zur Achtung der Religionsfreiheit aufgerufen. Muslime, die zum Christentum oder einer anderen Religion konvertieren, sollten respektiert und nicht verfolgt werden. Ihr Aufruf richtet sich an die Teilnehmer des ersten katholisch-muslimischen Forums, das derzeit in Rom stattfindet. 77 weitere Christen haben sich am Aufruf der Konvertierten beteiligt. – Unter dem Titel „Gottesliebe und Nächstenliebe“ will das erste paritätisch besetzte katholisch-islamische Forum helfen, Spannungen zwischen Moslems und Christen abzubauen. Die Tagung endet am Donnerstag mit einer Papstaudienz und einer öffentlichen Sitzung, bei der eine gemeinsame Abschlusserklärung erwartet wird. (asianews)
Europa
Bulgarien
Die katholische und die orthodoxe Kirche des Landes haben den Gesetzesentwurf über eine Anerkennung von Homo-Ehen kritisiert. Die Ehe sei ein Geschenk für Mann und Frau. Mit der geplanten Homo-Ehe würde man aber dieses Geschenk zerstören, so die Vertreter beider christlichen Kirchen. Eine parlamentarische Kommission hatte bereits im vergangenen Sommer der Regierung Bulgariens empfohlen, das Familiengesetz zu ändern, um auch Homosexuellen eine staatlich geschützte Lebensgemeinschaft zu ermöglichen. Dieser Schritt kam überraschend, da weder die Regierungspartei noch die Opposition sich öffentlich für die Homo-Ehe ausgesprochen hatten. Im vergangenen Juni wurde anlässlich einer Gay-Pride-Parade in Sofia von allen Kirchen des Landes angekündigt, gegen jede Art der Liberalisierung für Schwule und Lesben vorzugehen. (rv)
Naher Osten
Irak
Die Wahl Obamas ist eine wirkliche Errungenschaft für den Frieden im Irak. Das sagte der chaldäische Weihbischof, Shlemon Warduni, in Bagdad. Gegenüber der Nachrichtenagentur Asianews drückte Warduni seine Hoffnung aus, der designierte US-Präsident Barack Obama werde zum Wohle der gesamten Weltbevölkerung regieren. Dazu gehöre auch, dass Obama sich für einen dauerhaften Frieden im Irak und in allen anderen Konfliktregionen einsetze. (asianews)
Asien
China
Im Alter von 85 Jahren ist der Erzbischof von Shenyang (Mukden) verstorben. Pius Jin Peixian war nach Angaben der Agentur Asianews ein Mittler zwischen der so genannten „Untergrundkirche“ und der staatlich anerkannten „Patriotischen Vereinigung“. Pius Jin Peixian war 1951 zum Priester geweiht worden. 1958 wurde er wegen „konterrevolutionärer Verbrechen“ zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Nach seiner Entlassung wurde Jin in eine landwirtschaftliche Kommune verbannt. Erst 1980 konnte er in die Seelsorge zurückkehren. 1989 wurde er zum Bischof geweiht – trotz Zugehörigkeit zur Patriotischen Vereinigung offenbar mit Zustimmung des Heiligen Stuhls. Viele Jahre war Erzbischof Jin stellvertretender Vorsitzender der vom Vatikan nicht anerkannten „Konferenz der chinesischen Bischöfe“. Der Erzbischof der mandschurischen Hauptstadt hatte sich bereits im Juni zurückgezogen, sein Koadjutor Paulus Pei Junmin ist ihm nachgefolgt. Das Begräbnis wird am 8. November in Shenyang stattfinden. (kap)
Indien
Im Bundesstaat Uttarakhand im Himalaya-Gebiet ist eine Kirche angegriffen worden. Rund 50 Hindu-Radikale attackierten einen Priester und zwei Mitarbeiter, die in ihrer Kirche christliche Literatur verteilten. Die Polizei schritt sofort ein, mehrere der Angreifer wurden wegen Vandalismus festgenommen.
Vertreter des Bundesstaates Orissa haben indes zugegeben, dass die Christenverfolgungen fanatischer Hindu-Gruppen mindestens 500 Tote gefordert haben. Dies berichtet eine Gruppe von Politikern der Kommunistischen Partei Indiens (CPI). Die Politiker hatten Mitte Oktober eine „Fact-finding-mission“ im Bezirk Kandhamal - dem Brennpunkt der Ausschreitungen in Orissa - durchgeführt. In den 15 Flüchtlingslagern, in denen sich rund 13.000 Vertriebene aufhalten, mangle es an Nahrungsmitteln und medizinischer Versorgung. Unter den Christen herrsche eine „Atmosphäre des Schreckens“, niemand wage die Rückkehr in die Heimatorte. Die Hinduextremisten hätten bewaffneten Widerstand gegen die Polizei angekündigt, gleichzeitig würden aber die vertriebenen Christen von den Verantwortlichen der Flüchtlingslager zur Rückkehr in ihre Heimatdörfer gedrängt, „weil das Leben wieder normal“ sei. (kap)
Pakistan
Ein Katholik ist neuer Minderheiten-Minister. Der katholische Parlamentarier Shahbaz Bhatti ist Vorsitzender der „Allianz der Minderheiten in Pakistan“ (APMA). Sympathisanten der APMA feierten in vielen Städten des Indus-Tales die Ernennung mit Freudenfesten. Sein Ziel als Minister sei es, gegen „Intoleranz, Hass, Vorurteil und Gewalt“ aufzutreten, betonte der katholische Politiker. Er sei Präsident Asif A. Zardari und Regierungschef Yousef R. Gilani dankbar, dass sie den Wert der Minoritäten anerkennen. Wie die katholische Nachrichtenagentur „AsiaNews“ meldet, ist der Minderheiten-Minister erstmals gleichrangig mit den anderen Angehörigen des Kabinetts. Seit zwanzig Jahren kämpft Bhatti gegen die „Blasphemiegesetze“, mit denen die Christen in Pakistan massiv unterdrückt werden. Für seinen Einsatz zu Gunsten der Menschenrechte wurde er bereits mit mehreren internationalen Preisen ausgezeichnet. (kap)
Amerika
Dominikanische Republik
Die Bischöfe sind besorgt über wachsende Ausländerfeindlichkeit. Bei Zusammenstößen in mehreren Städten sind in den letzten Tagen vier Flüchtlinge aus Haiti ums Leben gekommen; Dutzende wurden verletzt, und viele Häuser gingen in Flammen auf. Drei Bischöfe mahnen ihre Landsleute jetzt in Statements eindringlich, sich den illegalen Einwanderern gegenüber freundlich zu verhalten. Natürlich führe die Massenflucht von Haitianern in die Dominikanische Republik zu vielen Problemen; aber „wir sind alle Menschen, nach Gottes Bild geschaffen, und wir haben eine Würde, die wir auch im anderen respektieren müssen“. Ärgerlich sind die Bischöfe darüber, dass Flüchtlinge aus Haiti auch von vielen Pfarrgemeinden abgelehnt werden. Die Dominikaner sollten daran denken, dass viele ihrer Landsleute sich als Illegale in den USA oder Spanien aufhielten, so die Oberhirten. (rv)
Uruguay
Das Parlament kann sich nicht über eine Neufassung des Abtreibungsrechts einigen. Ein Gesetzentwurf, der Abtreibung bis zur zwölften Schwangerschaftswoche straffrei machen sollte, fand jetzt im Senat von Uruguay nicht die erforderliche Mehrheit. Das Thema wird bald erneut im Senat behandelt. Über eine Aufweichung des Abtreibungsverbots ist in dem mehrheitlich katholischen Land eine heftige Debatte im Gang. Zahlreiche Länder in Lateinamerika geben sich in diesen Monaten liberalere Gesetze in Sachen Abtreibung und Euthanasie. Ihr Vorbild ist dabei in der Regel Spanien, der frühere Kolonialherr. Der Kampf für den Lebensschutz wird für Bischofskonferenzen auf dem ganzen lateinamerikanischen Kontinent immer wichtiger. (rv)
Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.