3
RVRadio Vatikan
Photo

Kategorien


  Caritas und    Solidarität


  Kirche


  Kultur und    Gesellschaft


  Vatikan


  Synode


  Ökumene


  Familie


  Jugendliche


  Gerechtigkeit und    Friede


  Politik


  Religion und Dialog


  Wissenschaft und    Ethik


  Audienzen und    Angelusgebete


  Apostolische Reisen

Andere Sprachen


   Über uns


  Programmschema


  Unsere Programme


  News auf Latein


  Wollen Sie spenden?


  Freunde von RV


  Links


  Empfang

Vatikanische Website


  Heiliger Stuhl


  Vatikanstadt


  Liturgische Feiern    des Papstes


  Pressesaal des    Heiligen Stuhles


  L'Osservatore
   Romano



  Vatikanisches    Fernsehzentrum

 home > Nachrichtenarchiv


Meldungen vom 7.11.2008

- Vatikan zufrieden über Dialog mit Moslems -
- Benedikt lobt Organspenden -
- Österreich: „Neuer Lebensstil“ erforderlich
-


Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion:
Stefan von Kempis
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

THEMEN DES TAGES:

Vatikan: Zufrieden über Gespräch mit Moslems
Der Vatikan zieht eine positive Bilanz des ersten Treffens des Katholisch-islamischen Forums in Rom. Mit einem Bekenntnis zu Religionsfreiheit und Minderheitenschutz sowie einer klaren Absage an Gewalt ist das Gesprächsforum am Donnerstag Nachmittag zu Ende gegangen. In einer gemeinsamen Schlusserklärung bekräftigen die Teilnehmer die Menschenwürde jedes Einzelnen und die Gleichheit von Frau und Mann. Mit Nachdruck sprach sich das Forum auch für den Schutz des Lebens in allen seinen Stadien aus.
Kardinal Jean-Louis Tauran, Präsident des Päpstlichen Dialogrates, leitete die katholische Delegation. Er sagte bei einer öffentlichen Abschlusssitzung an der Universität Gregoriana: „Wir haben in den letzten drei Tagen versucht, uns kennen zu lernen. Wir haben unsere Ideen ausgetauscht und uns gegenseitig zugehört, und schließlich haben wir uns gefragt: Was haben wir der Welt von heute zu sagen? Gar nicht viel – wir haben ihr vor allem etwas zu zeigen! Durch unser Zeugnis, dass der Mensch nicht nur von Brot lebt; dass wir Wahrheit, dass wir Nächstenliebe brauchen und Demut. So dass wir gemeinsam erreichen, dass diese Welt kein Dschungel ist, sondern eine Familie. Sowohl Moslems wie Christen erklären, dass Gott einen Plan mit der ganzen Menschheit hat, der darin besteht, uns alle zu einer geeinten Familie zu machen. Ich glaube, wir haben angesichts der leidenden, ringenden Menschheit ein Zeugnis abzulegen: Gott hat uns ein Herz und einen Verstand gegeben, und es liegt an uns, sie nicht zum Bösen, sondern zum Guten zu gebrauchen.“
Die 15 Punkte umfassende Schlusserklärung wurde an der Gregoriana vor den Teilnehmern des Forums verlesen. In dem Text wird betont, Katholiken und Muslime müssten jede Unterdrückung, aggressive Gewalt und Terrorismus zurückweisen. Gottes Schöpfung äußere sich in einer Pluralität von Kulturen, Zivilisationen, Sprachen und Völkern, die eine „Quelle des Reichtums darstellen und nie Ursache von Spannung und Konflikt werden dürfen“. Zum Thema Religionsfreiheit heißt es: „Aufrichtige Nächstenliebe schließt den Respekt gegenüber der Person und ihrer oder seiner Entscheidung in Sachen der Gewissens- und Religionsfreiheit ein.“ Sie umfasse das Recht von Individuen und Gemeinschaften, ihre Religion privat und öffentlich zu praktizieren. Auch religiöse Minderheiten müssten in ihrer Überzeugung und Religionsausübung respektiert werden.
Zugleich kündigte die Konferenz die Errichtung eines Ständigen Katholisch-Muslimischen Komitees an, das aktuelle Streitfragen überprüfen und ein zweites Treffen dieser Art vorbereiten soll. Dieses solle in zwei Jahren in einem mehrheitlich muslimischen Land stattfinden. Genaue Einzelheiten über die Einrichtung dieses Komitees sind aber noch nicht abgesprochen.
An der Vorstellung des Abschlussdokuments in der Päpstlichen Universität Gregoriana nahmen auch zahlreiche beim Vatikan akkreditierte Diplomaten teil. Der katholische Theologe Joseph Maila vom „Institut Catholique“ in Paris bezeichnete die Konferenz als „historisch“. Ingrid Mattson von der US-Muslim-Association meinte: „Gott hatte seine Hand über diesem Treffen.“ Ausgangspunkt der Beratungen war gewesen: „Gottesliebe – Nächstenliebe“. Der Papst hatte mit seiner umstrittenen Regensburger Rede im September 2006 den Prozess ausgelöst, der zum neuen, hochrangigen katholisch-islamischen Dialog führte. Am Donnerstag Mittag empfing Benedikt XVI. die Teilnehmer des Forums in Audienz. (rv/kna)
Hier zum Nachhören
Hier die Abschlusserklärung des Katholisch-Islamischen Forums in englischer Sprache und mit der Liste aller Unterzeichner

Vatikan: „Organspenden sind Zeichen der Nächstenliebe“
Benedikt XVI. hat das Organspenden gelobt. Es sei eine „besondere Form, Nächstenliebe zu zeigen“. Das meinte er am Freitag vor Teilnehmern eines Kongresses, der u.a. von der Päpstlichen Akademie für das Leben organisiert worden ist.
„In einer Zeit wie der unseren, die oft von den verschiedensten Arten des Egoismus geprägt wird, wird es immer dringender, zu verstehen, dass man in eine Logik des kostenlosen Gebens eintreten muss, um ein richtiges Bild vom Leben zu haben. Es gibt eine Verantwortung aus Liebe und Barmherzigkeit, die dazu verpflichtet, aus dem eigenen Leben ein Geschenk an die anderen zu machen, wenn man sich tatsächlich selbst verwirklichen will.“
Die Medizin mache, so Benedikt weiter, immer mehr Fortschritte, um jedem Leidenden ein würdiges Leben zu ermöglichen. Organverpflanzungen seien „eine große Errungenschaft der medizinischen Wissenschaft und ein Zeichen der Hoffnung für viele Menschen, die schwere, oft extreme Momente in der Klinik durchmachen“. Diese Fortschritte wären „ohne die Großzügigkeit und Selbstlosigkeit vieler Organspender nie möglich gewesen“, so der Papst mit einem Seitenblick auf die „lange Liste von Kranken, die auf Organe warten“. Allerdings kam Benedikt auch nicht ohne ein paar mahnende Worte aus: „Der Körper kann nie nur als Objekt gesehen werden – sonst würde die Logik des Marktes siegen. Der Körper jeder Person bedeutet, zusammen mit dem Geist, der jedem Einzelnen gegeben wird, ein unteilbares Ganzes, dem das Bild Gottes selbst aufgeprägt ist. Es gilt also vor allem die Menschenwürde und die personale Einheit des Menschen zu schützen. Das bedeutet für die Technik der Organverpflanzung, dass man nur geben kann, wenn das keine ernste Gefahr für die eigene Gesundheit und Identität darstellt – und auch immer nur aus einem moralisch gültigen Motiv. Eine Logik des Organverkaufs oder diskriminierende Organspende-Kriterien sind moralisch nicht erlaubt. Der Missbrauch beim Verpflanzen und das Handeln mit Organen betrifft oft Unschuldige, auch Kinder; die Forschungs- und Ärztegemeinschaft sollte zusammenhalten, um diese inakzeptablen Praktiken zurückzuweisen.“
Benedikt XVI. äußerte sich auch zum heiklen Thema Hirntod. „Vitale Organe“ dürften nur „ex cadavere“ entnommen werden, meinte er wörtlich. Wenn Sterbende ihre Organe spendeten, dann müsse der Respekt vor dem Leben des Spenders das Hauptkriterium sein. (rv)
Hier zum Nachhören

Vatikan: Hirntod in der Diskussion
Die Frage nach dem Ende des Lebens verlange nach ethischen und medizinischen Argumenten. Das betont der Rechtsmediziner und Ethiker Hans-Bernhard Wuermeling. Er sprach bei der Tagung zum Thema Organspende der Päpstlichen Akademie für das Leben. Gegenüber Radio Vatikan benannte er aktuelle Fragen rund um die Problematik. Veronica Pohl hat mit ihm gesprochen. (rv)
Hier zum Nachlesen/hören

Kongo: Kämpfe vor Goma
Die Lage der Flüchtlinge rund um Goma wird immer kritischer. Nachrichtenagenturen berichten, dass an diesem Freitag nur 15 km nördlich der eingeschlossenen Stadt Kämpfe ausgebrochen seien. Dabei stehen sich Rebellen unter Laurent Nkunda und Einheiten der kongolesischen Armee gegenüber. Ein belgischer Journalist, der als Korrespondent für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ aus der Region berichtet, ist indes wieder frei. Thomas Scheen war am Dienstag zwischen die Fronten geraten und von Rebellen festgesetzt worden. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon ruft zu einem sofortigen Ende der Kämpfe im Kongo auf. Die bewaffneten Gruppen sollten sich an der Suche nach einer politischen Lösung beteiligen, fordert er. Ban nahm an diesem Freitag in Nairobi an einem Krisentreffen der Afrikanischen Union teil. Am Rande traf er zu getrennten Gesprächen mit Staats- und Regierungschefs zusammen. Unterdessen warnt das Hilfswerk Kirche in Not vor einem zweiten Darfur. (rv/afp/pm/reuters)
Wir dokumentieren hier den Bericht von „Kirche in Not“

USA: Die Kirche und Obama
Auch Katholiken in den USA haben mehrheitlich Barack Obama gewählt. Das ergeben die Wähler-Analysen nach der Präsidentenwahl, die den Demokraten ins Weiße Haus bringt. Doch nicht alle in der US-Kirche sind begeistert von Obamas Sieg – die Lebensschützer etwa. Pater Frank Pavone ist Leiter der Lebensschutz-Gruppe „Priests for Life“ und sagt über die Wahl Obamas unverblümt: „Das ist einer der größten Fehler, den das amerikanische Volk in seiner gesamten Geschichte gemacht hat. Und die vielen Gründe, aus denen das wahr ist, werden sich in den nächsten Monaten herausstellen. Der größte Grund dafür ist, dass wir jetzt einen Präsidenten haben, der nicht dazu fähig ist, den Unterschied zwischen dem Dienst am Volke und dem Töten des Volkes zu erkennen. Er ist, wie Sie wissen, ein brennender Befürworter des so genannten Rechts auf Abtreibung in allen neun Schwangerschaftsmonaten und egal, aus welchen Gründen. Wenn man nicht fähig ist, zu erkennen, wann das menschliche Leben beginnt, dann ist man nicht in der Position, ein Land zu regieren, das auf den Prinzipien der Menschenrechte gegründet wurde.“
Für die Lebensschützer in den USA habe sich damit Wesentliches geändert, betont Pater Pavone in seiner Internet-Ansprache.
„Wir haben in den letzten acht Jahren mit dem Präsidenten zusammengearbeitet; wir arbeiteten im Weißen Haus selbst, jetzt werden wir anfangen müssen, draußen vor dem Weißen Haus zu demonstrieren. Wir konnten mithelfen, Lebensschutz-Gesetze durchzubringen; jetzt werden wir versuchen müssen, Pro-Abtreibung-Gesetze zu blockieren. Viel hat sich also geändert. Es bleibt, dass das amerikanische Volk weiter in seiner Mehrheit für das Leben ist. Die Amerikaner sind nie den extremen Pro-Abtreibungs-Positionen von Obama und seiner Partei gefolgt, und sie werden das auch nie tun.“
Bischof William Murphy aus dem Großraum New York hingegen sieht auch viel Positives am Sieg von Barack Obama. Der US-Friedensbischof meint im Gespräch mit uns: „Natürlich ist das für die ganze Nation ein außergewöhnlicher Moment, und das wird in allen Statements dieser Stunden deutlich. Es setzt einen offiziellen Schlusspunkt hinter die alte Geschichte des Rassismus in unserem Land - auch wenn man erst noch sehen wird, was die nächste Regierung für die Afroamerikaner tun kann, die weiterhin in oft schwierigen Verhältnissen leben. Armut betrifft Afroamerikaner weiterhin überproportional.“
Vom Wahlsieger dieser Präsidentschaftswahlen hat Bischof Murphy zunächst einmal einen guten Eindruck: „Ich habe das Gefühl, er ist zunächst einmal sehr intelligent. Ich habe mich mit ihm immer sehr gut unterhalten. Er hat eine Vision, die er anderen mitzuteilen versteht, und eine Persönlichkeit, die den Menschen Sicherheit vermittelt. Er ist das frische Gesicht, nach dem sich unsere erschöpfte Nation gewissermaßen gesehnt hat... Ich glaube, Herr Obama sollte sich mit einem Team umgeben, das den Amerikanern wieder Vertrauen einflößt. Das gilt besonders, was seine Finanz- und Wirtschaftspolitik betrifft. Wir als Kirche werden besonders aufmerksam darauf achten, ob Herr Obama wirklich einer sein wird, der unsere Gesellschaft eint, eine besonnene, einigende Stimme - nicht nur für unsere Nation, sondern auch international.“
Aber auch dem Justitia-et-Pax-Bischof brennt als erstes Anliegen das Thema Lebensschutz unter den Nägeln.
„Wir haben es zum Eckstein der Vereinigten Staaten gemacht, dass jeder gleich geschaffen ist - und doch haben wir systematisch einen ganzen Teil unserer Bürger ausgeschlossen. Ich spreche da von dem Horror von 40.-50.000 abgetriebenen Babys. Das ist ein extrem dunkler Fleck auf unserer Nation; er widerspricht, was wir zu sein behaupten, nämlich ein Volk, das jedem Freiheit verspricht. Wenn wir die Ungeborenen ausschließen, dann leben wir nicht das, was wir zu sein behaupten.“ (rv/kath.tube)
Hier zum Nachhören

Österreich: Bischöfe rufen zu neuem Lebensstil auf
Zu einem neuem Lebensstil angesichts der drängenden Probleme der Gegenwart rufen die österreichischen Bischöfe auf. Kardinal Christoph Schönborn stellte am Freitag in Wien die Ergebnisse der Bischofskonferenz vor. Nach seinen Worten haben die Bischöfe bei ihrer Konferenz eine „Gewissenserforschung mit Tiefgang“ unternommen.
Mit Sorge kommentieren die Bischöfe in ihrer Schlusserklärung die aktuelle politische Situation im Land. Das Wahlergebnis sei auch Ausdruck einer Enttäuschung darüber, dass eine breite Regierungskoalition nicht zu gemeinsamen Lösungen gefunden hat. Die Bürger in einer demokratischen Gesellschaft würden zu Recht erwarten, dass die gewählten politischen Verantwortungsträger mit Blick auf das Gemeinwohl die anstehenden Probleme tatkräftig zu lösen versuchten. In weiten Teilen der Bevölkerung sei daher eine resignative Grundstimmung zu spüren, die die Fundamente der Demokratie ernsthaft gefährden kann, warnen die Bischöfe.
Sie führen in ihrer Erklärung eine Reihe von anstehenden konkreten Probleme an: Die Einführung der bedarfsorientierten Existenzsicherung, die Lösung des Pflegeproblems, die verstärkte Befassung mit Fragen der Integration und die Vorbereitung einer Steuerreform, die keine neue Schuldenlast nach sich zieht. Außerdem ein unbedingtes „Ja zum Leben“ in allen Phasen sowie die verstärkte materielle und immaterielle Unterstützung von Ehe und Familie als dauerhafte Gemeinschaft von Mann und Frau, die für Kinder offen ist.
Als „beschämend“ bezeichnete Kardinal Schönborn die Tatsache, dass kirchliche Forderungen im Bereich des Lebensschutzes und der Entwicklungszusammenarbeit seit Beginn der 70er-Jahre von allen Regierungen zwar oft versprochen, aber nie verwirklicht wurden. Konkret nannte der Vorsitzende der Bischofskonferenz die Umsetzung der „flankierenden Maßnahmen“ und des UNO-Milleniumsziels, das in den Staatsbudgets 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungszusammenarbeit vorsieht.
Ausdrücklich mahnen die österreichischen Bischöfe auch den verstärkten Einsatz für den arbeitsfreien Sonntag ein. Dieser ermögliche nicht nur die Feier des Gottesdienstes, er sei auch der Gemeinschaftstag für das Familienleben. Auf diese Weise trage er wesentlich zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei.
Die österreichischen Bischöfe rufen in ihrer Erklärung auch zur Solidarität mit den bedrängten Christen im Irak auf. Diese Solidarität müsse sich in dreifacher Richtung entfalten: Im Gebet, aber auch durch moralisch-politische und materielle Unterstützung. Kardinal Schönborn verwies auf die jüngste Solidaritätsreise von Weihbischof Franz Scharl, der mit einer kleinen Delegation den Nordirak bereiste und sich über die Situation vor Ort und mögliche Hilfsprojekte informierte.
Wörtlich heißt es in der Erklärung der Bischöfe: „Angesichts der bedrängenden Nachrichten aus dem Irak ist es nicht möglich, zur Tagesordnung überzugehen; das Leid der Christen, aber auch der Angehörigen anderer religiösen Minderheiten und der muslimischen Mehrheitsbevölkerung darf niemanden kalt lassen.“ Schönborn erinnerte bei der Pressekonferenz aber auch an die bedrängten und verfolgten Christen in Indien. Auch diese müssten die Solidarität des Westens erfahren. (kap)
Wir dokumentieren hier den Wortlaut der Presseerklärungen der Herbstvollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz, 3. bis 6. November 2008, Großrußbach (Niederösterreich)
Hier zum Nachhören

Deutschland: Kirchen warnen vor Rassismus
Die Kirchen in Deutschland haben vor Antisemitismus und Rassismus gewarnt. Auch 70 Jahre nach den November-Pogromen seien diese Phänomene in Europa nicht überwunden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung zum Jahrestag der so genannten Reichskristallnacht am 9. November. Christen seien aufgerufen, „alles zu tun, um eine Gesellschaft in Freiheit und gegenseitiger Achtung zu gestalten“. Ausgrenzung und Diskriminierung bestimmten den Alltag vieler Menschen, viele seien gleichgültig gegenüber dem Leid der Anderen. Unterzeichnet ist die Erklärung vom Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, und dem Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber. (pm)
Wir dokumentieren hier die Erklärung im Wortlaut


DIE NACHRICHTEN:

Europa

Europäische Union
„Die Debatte um den arbeitsfreien Sonntag muss im Europäischen Parlament geführt werden!“ Das fordert der Rat europäischer Bischofskonferenzen, Comece. Er bedauert, dass „die Änderungsanträge zur Einbeziehung des arbeitsfreien Sonntags in die neue Arbeitszeitrichtlinie unter Berufung auf die Geschäftsordnung des Parlamentes nicht zur Abstimmung zugelassen“ worden sind. Es sei enttäuschend, „dass eine Debatte über den arbeitsfreien Sonntag unter Verweis auf formelle Gründe nicht stattgefunden hat“. Derzeit wird im Europäischen Parlament in zweiter Lesung über die Neufassung der Arbeitszeitrichtlinie aus dem Jahre 2003 beraten. Am 22. Oktober hatten sieben Abgeordnete aus drei Fraktionen Änderungsanträge zum Entwurf eingebracht, denen zufolge der arbeitsfreie Sonntag in der Richtlinie verankert werden soll. (pm)

Deutschland
Die bayerischen Bischöfe investieren in den nächsten drei Jahren mehr Geld in die Katholische Universität Eichstätt. Zusätzlich zu den regulären Haushaltsmitteln wollen sie „zunächst“ in diesem Zeitraum der einzigen katholischen Universität Deutschlands jährlich 1,3 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Dies teilte zum Abschluss der Herbstvollversammlung der Freisinger Bischofskonferenz deren Vorsitzender mit, Erzbischof Reinhard Marx von München und Freising. Die bayerischen Bischöfe stünden zur Katholischen Universität Eichstätt. Sie sähen deren großes Entwicklungspotential und wollten zur Weiterentwicklung der Forschung und Lehre an der KU beitragen, hieß es. Sie wollten eine Universität mit katholischem Profil, die als wissenschaftlich herausragende Einrichtung anerkannt sei. Für die „stark aufgestellten“ katholischen Einrichtungen der Erziehungshilfe in Bayern erwarten die Bischöfe auch eine deutliche Unterstützung durch Staat und Kommunen. (pm)
Der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle hat den Hinterbliebenen der Opfer des tragischen Busunglücks vom vergangenen Dienstagabend sein Mitgefühl ausgesprochen. Beim gemeinsamen Trauergottesdienst mit Landesbischöfin Margot Käßmann am Donnerstagabend in der Marktkirche sagte er: „Auf bittere Weise haben wir wieder spüren müssen, wie ungesichert das Leben des Menschen ist. Es bleibt bedroht von grausamen Katastrophen und vom gewaltsamen Sterben. Das macht uns stumm, das lässt uns erstarren und treibt uns die Tränen in die Augen.“ Er sei sich sicher, dass Gott die Verunglückten nicht vergessen und sie auch nicht verlassen hat. (pm)

Österreich
Mehr Zusammenarbeit mit dem Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich in den Bereichen Schöpfungsverantwortung und Klimaschutz – das haben die katholischen und evangelischen Umweltbeauftragten beschlossen. Der Vorsitzende des Kirchenrates, der lutherische Altbischof Herwig Sturm, plädierte bei der Herbstkonferenz in St. Pölten „für verbindliche Ziele und Aktionsprogramme“ und verwies auf die Selbstverpflichtung der christlichen Kirchen zur Nachhaltigkeit im Ökumenischen Sozialwort von 2003. „Die Kirchen müssen an neuralgischen Punkten sichtbar werden“, so Bischof Sturm. Geplant ist für 2009 ein Studientag, bei dem gemeinsame schöpfungstheologische Grundlagen erarbeitet werden sollen. (kap)

Schweiz
Die Kommission „SOS prévention“ des Bistums Lausanne-Genf-Freiburg prüft zwei weitere Fälle von Seelsorgern, die möglicherweise Straftaten begangen haben. Bisher ist der Fall eines heute 68-jährigen Kapuzinerpaters bekannt, der zwei Dutzend Knaben zu sexuellen Handlungen genötigt haben soll. Gegen einen weiteren Priester sind bereits Abklärungen im Kanton Neuenburg im Gang. Um die beiden letzten Fälle kümmern sich die staatlichen Behörden. Die Kommission wurde vor neun Monaten von Diözesanbischof Bernard Genoud eingesetzt. Sie erhielt bisher 28 Hinweise. Die meisten betrafen verjährte Fälle. (kna)

Afrika

Kenia
Ein Drittel aller Menschen in den Entwicklungsländern lebt in einem Slum. Das schreibt die UNO-Organisation Habitat in einem neuen Bericht. Der Anteil ist am größten in Afrika südlich der Sahara, wo 62 Prozent der Stadtbevölkerung in ständig wachsenden Slums leben. Obwohl schulische Vorteile bestehen, sind die Lebensbedingungen ohne Strom, Wasser und Kanalisation mangelhaft und gesundheits-gefährdend. (nad)

Simbabwe
Die schwere politische Krise in Simbabwe ist immer noch nicht gelöst. Am Wochenende findet im südafrikanischen Pretoria ein neuer Anlauf zu einer Lösung statt; doch die Regierung von Präsident Robert Mugabe kündigte jetzt ein, sie werde bei dem Gipfel eine „kompromisslose Haltung“ einnehmen. In einem Wettlauf mit der Zeit hat das Rote Kreuz in Simbabwe angefangen, Essen an ein paar Tausend Menschen auszugeben. Im Moment brauchen über zwei Millionen Hungerhilfe, bis Januar wird die Zahl Schätzungen zufolge auf fünf Millionen anwachsen. (nac)

Naher Osten

Irak
Die Minderheiten sind enttäuscht über die Zurückweisung einer angemessenen Quotenregelung durch die arabischen Parlamentsabgeordneten. Darum drohen jetzt führende Repräsentanten der assyro-chaldäischen Christen, aber auch der kurdischen Yeziden und Shabak mit einem Boykott der Provinzwahlen und mit einem Anschluss ihrer Gebiete in der Provinz Mosul/Niniveh an den irakischen Bundesstaat Kurdistan. Dies berichtet die Gesellschaft für bedrohte Völker. Bei der Verabschiedung eines neuen Wahlgesetzes für die irakischen Provinzen am vergangenen Montag in Bagdad hatten vor allem Abgeordnete der arabischen und der islamisch orientierten Fraktionen im irakischen Parlament gegen den Vorschlag der Vereinten Nationen gestimmt, für Christen und Yeziden je drei Sitze im Provinzrat von Mosul festzuschreiben. (pm)

Asien

Indien
Im Bundesstaat Orissa ist ein Mitglied einer radikalen Hindugruppe getötet worden. Jetzt befürchten die Christen im Distrikt Kandhamal, dass extreme Hindus ihre Verfolgung von Christen ausweiten. Der Mord geht offenbar auf maoistische Rebellen zurück; doch schon im Sommer führte eine ähnliche Tat zu einer Welle der Gewalt gegen Christen in Orissa und anderen indischen Bundesstaaten, die immer noch anhält. Die Zeitung „Times of India“ gibt an, die lokalen Behörden hätten ein Versammlungsverbot verhängt und Hunderte von Sicherheitskräften in sensible Ortschaften verlegt. (apic)


Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

 






Programm hören


Live


on demand


Professional audio for rebroadcasting


Die Stimme des Papstes


Das Angelusgebet

Die Audienzeren













Vorige seite  Vorige Seite
website  Website
kontakt  Kontakt
 
top
top
All the contents on this site are copyrighted ©. Webmaster / Credits / Rechtliche Hinweise / Werben auf Radio Vatikan
top
top

Valid HTML 4.01! Valid CSS!