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Meldungen vom 8.11.2008

- Benedikt lobt Pius -
- Papst froh über Tauwetter Taiwan-China -
- Bischof von Aachen gegen Nazi-Demo -


Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion:
P. Max Immanuel Cappabianca OP
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

THEMEN DES TAGES:

Vatikan: Lombardi begrüßt Fortschritte im Dialog
Als einen „Schritt in die richtige Richtung” hat Vatikansprecher Federico Lombardi das erste Katholisch-Islamische Forum bezeichnet. In einem Editorial für Radio Vatikan hebt Lombardi den qualitativen Unterschied hervor, den dieses am Donnerstag zu Ende gegangene Treffen kennzeichne:
„Die Kirche trifft sich regelmäßig mit verschiedenen muslimischen Repräsentanten, aber dieses Treffen hat gezeigt, dass es möglich ist, wesentliche Themen tiefer und aufrichtiger anzugehen und mit größerer Klarheit und Ehrlichkeit zu benennen, was uns eint und was uns trennt. Die Abschlusserklärung enthält Wichtiges zu den Themen Religionsfreiheit, Menschenwürde und der gleichen Würde von Mann und Frau. Der gemeinsame Einsatz für eine gerechte und friedliche Welt ist verwurzelt in dem gemeinsamen Glauben an die Erschaffung des Menschen durch einen Gott, der uns liebt und der uns zur Liebe beruft.”
Lombardi hofft, dass das Dialogbemühen nun Kreise zieht und sich in der islamischen wie der christlichen Welt fortsetzt.
„Das beiderseitige Benennen von schwierigen Situationen wie die Angriffe auf Christen im Nahen Osten und ihr Exodus, oder auch die jüngsten Angriffe auf Moslems in Bosnien, oder auch der politische Missbrauch von Religion machen den Dialog komplex und schwierig, aber all das darf ihn nicht behindern und zum Abbruch führen. Benedikt XVI. lädt dazu ein, die Vorurteile zu überwinden und das schiefe Bild über den anderen zu revidieren. Die Wegstrecke bleibt lang, aber dieser jetzige Schritt geht in die richtige Richtung.”
Das Katholisch-Islamische Forum war „ein guter Anfang in Freundschaft”. Das glaubt der ägyptische Jesuit Samir Khalil Samir, der in den letzten Tagen an dem hochkarätigen Forum im Vatikan und in Rom teilgenommen hat. In einem Kommentar für die Nachrichtenagentur asianews unterstreicht der im libanesischen Beirut arbeitende Samir vor allem das „ruhige, freundschaftliche Klima” der Gespräche: „Einige Male gab es Nervosität, aber nur sehr wenig.” Die Teilnehmer hätten sich viel Zeit genommen, um einander zuzuhören und ihre Ansichten auszutauschen. Samir betont auch die „Qualität und Ernsthaftigkeit” der Dialogpartner: Sie seien „intellektuell wie spirituell ... von höchstem Niveau” gewesen. Einer der heikelsten Punkte sei das Thema der Gewissens- und Religionsfreiheit gewesen; hier habe der Großmufti von Sarajewo, Mustafa Ceric, teilweise starke Bedenken von islamischer Seite ausgeräumt – mit dem Argument, die Formulierung in der Schlusserklärung zur Religionsfreiheit entspreche der UNO-Menschenrechtserklärung. Und diese sei auch von vielen islamischen Regierungen unterzeichnet worden. „Ich habe den deutlichen Eindruck bekommen”, so Samir, „dass in der islamischen Welt stärker die Begegnung mit den Christen gesucht wird.”
Mit einem Bekenntnis zu Religionsfreiheit und Minderheitenschutz sowie einer klaren Absage an Gewalt war am Donnerstag das Katholisch-Islamische Forum in Rom zu Ende gegangen. Am selben Tag hatte Papst Benedikt XVI. die Teilnehmer des Treffens in Audienz empfangen. Er rief Christen und Muslime zum gemeinsamen Einsatz für die Menschenrechte und gegen Gewalt, Armut und Ungerechtigkeit auf. (rv/kna/asianews)

Vatikan: Papst bricht Lanze für Pius XII.
Die Lehrverkündigung Pius’ XII. hat bleibende Bedeutung für heute. Papst Benedikt XVI. unterstrich dies nachdrücklich am Samstag bei einer Begegnung mit Teilnehmern eines historischen Symposiums. So sei Pius XII. nach der Heiligen Schrift die häufigst zitierte Quelle in den Dokumenten des II. Vatikanischen Konzils. Sie seien nicht nur einfache Quellenangaben, sondern müssten als Interpretationsschlüssel verstanden werden, so Benedikt. Er würdigte das Bemühen der Veranstalter einer historischen Tagung an der Lateran-Universität und an der Gregoriana, sich um ein angemessenes Verständnis Pius’ XII. zu bemühen.
„In den letzten Jahren schenkte man in exzessiver Weise nur einer Problematik Aufmerksamkeit, wenn die Rede von Pius XII. war. Meist wurde diese Problematik in eher einseitiger Weise behandelt. Das hat eine angemessene Annäherung an eine Persönlichkeit von so hoher historisch-theologischer Bedeutung verhindert, wie Pius XII. es eine war.”
In seiner Ansprache verwies Benedikt auf die wichtigsten seiner über vierzig Enzykliken wie „Mystici Corporis” über die Kirche, „Divino afflante Spiritu” über die Heilige Schrift oder „Mediator Dei” über die Liturgie. Auch habe sich Pius XII. immer wieder vorausschauend zu Entwicklungen der Gegenwart geäußert, wie die „berühmte Rede” nach der ersten Atomspaltung beweise, in der Pius XII. vor einem Missbrauch der Atomtechnik zur Herstellung von Waffen warnt. Benedikt XVI. würdigte in seiner Ansprache die Besonnenheit Pius’ XII. und seine tiefe Gläubigkeit.
„Von seinem Wesen her war Pius XII. ein maßvoller und realistischer Mensch, und ihm war oberflächlicher Optimismus fremd; aber er war ebenso immun gegen die Gefahr einer Art von Pessimismus, die einem Christen nicht ansteht. Er verabscheute fruchtlose Polemiken, und er misstraute zutiefst jedem Fanatismus und Sentimentalismus.”
Die Tagung an den beiden Päpstlichen Universitäten vom 6. bis 8. November stand unter dem Thema „Das Erbe Pius’ XII. und sein Einfluss auf das II. Vatikanische Konzil”. An dem Symposium nahmen u.a. Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone, der vatikanische Kulturminister Erzbischof Gianfranco Ravasi sowie der Historiker und Gründer der Gemeinschaft Sant’Egidio Andrea Riccardi teil. (rv)

Deutschland: „Die Heiden würden sich freuen”
Das Erzbistum Berlin hat neue Spekulationen über einen Besuch von Papst Benedikt XVI. 2009 in der Bundeshauptstadt zurückgewiesen. „Natürlich würden wir uns darüber freuen”, sagte Bistumssprecher Stefan Förner am Samstag auf Anfrage in Berlin. Es gebe aber keinen konkreten Hinweis, dass sich die Planungen einer solchen Visite verdichtet hätten. Sie hätte dann wie alle Reisen des katholischen Kirchenoberhaupts immer auch einen missionarischen Charakter, betonte Förner.
Der Sprecher von Kardinal Georg Sterzinsky reagierte damit auf Äußerungen des Regensburger Bischofs Gerhard Ludwig Müller in den Medien und die Kritik daran aus der Linkspartei. Müller hatte erklärt, ein Papst-Besuch zum 20. Jahrestag des Mauerfalls 2009 in Berlin wäre ein wichtiger Impuls für die von SPD und Linkspartei regierte Stadt. Berlin sei ein großes Missionsfeld, unterstrich Müller. Er verwies auf antikirchliche Töne, die in Berlin immer wieder von weltanschaulichen Gruppen laut würden, die noch mit der kommunistischen Ära verbunden seien.
Bei Vertretern der Linkspartei stießen die Äußerungen auf Kritik. Die „Berliner Heiden” seien weltoffen und tolerant gegenüber Religionen, so der Vorsitzende der Linkspartei in Berlin, Klaus Lederer. Der Fraktionschef der Partei im Bundestag, Gregor Gysi, erklärte zugleich, gegen einen Papstbesuch sei zu keiner Zeit etwas einzuwenden. Auch der Jahrestag des Mauerfalls sei dafür geeignet. (kna)


AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Indien: „Es kann überall passieren”
Hat die Christenverfolgung im indischen Bundesstaat Orissa 500 Tote gefordert – und damit sehr viel mehr, als die Behörden zugeben? Die Zahl 500 wird jetzt von einer „Fact-finding”-Mission kommunistischer Politiker genannt. Diese besuchten auch Flüchtlingslager, in denen an die 50.000 Christen vor den Angriffen extremistischer Hindus Schutz suchen – und sprechen von unhaltbaren Zuständen dort. Auch der Bischof von Pune in der Kirchenprovinz Bombay, Valerian D’Souza, glaubt den Versprechungen der Behörden von Orissa nicht mehr. Er geht im Gespräch mit uns davon aus, dass die Christen in Orissa und anderen Teilen Indiens weiterhin nicht ihres Lebens sicher sind.
„Diese Angriffe gegen Christen sind nicht wegen einzelner Ereignisse, sondern sind lange vorher gut geplant worden. Die radikalen Organisationen wollen, dass Indien ein Land für Hindus wird. Auch in Orissa können die Christen „in Frieden” leben, wenn sie zum Hinduismus zurückkehren; das ist der jetzige Zustand. Aber meines Erachtens werden sich diese Leute, die uns jetzt angreifen, wundern: dass die Christen in Orissa, die arm sind, trotz des Zwanges und der Bedrohung den christlichen Glauben nicht aufgeben – und deswegen getötet werden. Die sind bereit zu sterben! Das sind keine Menschen, die sich wegen des Geldes oder aus ähnlichen Gründen zum Christentum bekehrt haben, sondern echte Nachfolger Christi. Aber mit solchen Angriffen müssen wir sowieso rechnen.”
Denn extremistische Hindugruppen gibt es im ganzen Land, so Bischof D’Souza. Und auch wenn die Hindupartei BJP bei den letzten Parlamentswahlen von der Kongresspartei abgelöst wurde, sind doch in vielen einzelnen Bundesstaaten immer noch BJP-Politiker an der Macht.
„Es kann überall passieren – damit müssen wir rechnen. Aber in Orissa hat die „BJP”, also die hinduistische Partei mit ihren radikalen Zweigen, gewissermaßen den Schutz der Regierung. Die Regierung greift nicht ein, und die sind ziemlich frei, zu machen, was sie wollen. In Mangalore z.B. in Südindien, wo die Katholiken ziemlich stark sind, ist auch die „BJP” an der Regierung; wo diese Gruppen den Schutz der Regierung haben, da können sie auch ziemlich (ungestört) vorangehen.”
Hier lesen und hören Sie mehr von unserem Gespräch (auf dt.) mit Bischof D’Souza


AUS UNSEREM INTERNET-ANGEBOT:

Welche Termine Papst Benedikt bis zum Januar 2009 in seinem Kalender hat, erfahren Sie hier

Welche Live-Übertragungen von Papst-Auftritten Radio Vatikan plant, finden Sie hier

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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Benedikt XVI. begrüßt das Tauwetter in den Beziehungen zwischen Taiwan und der Volksrepublik China. Bei einer Audienz für den neuen Botschafter Taiwans sagte der Papst, die Kirche setze sich für friedliche Lösungen ein. Man müsse selbst kleine Signale ernst nehmen, die für einen Willen zum Dialog und Versöhnung sprechen. Benedikt gratulierte ausdrücklich dem neuen Präsidenten Taiwans Ying-jeou Ma, dem ersten Katholiken, der in dieses Amt gewählt wurde. – In den letzten Tagen war es zu einem historischen Treffen gekommen. Erstmals seit sechs Jahrzehnten empfing der Präsident Taiwans einen ranghohen Gesandten der Volksrepublik China. In einer kurzen, im Fernsehen übertragenen Rede erklärte der Präsident, die Begegnung symbolisiere einen „wichtigen Schritt vorwärts” in den Beziehungen beider Staaten. Zehntausende Demonstranten versammelten sich vor dem Amtssitz des Präsidenten, um gegen das Treffen und für die Unabhängigkeit Taiwans zu protestieren. Der Inselstaat Taiwan nennt sich „Republik China” und wird nur von wenigen Ländern diplomatisch anerkannt, u.a. vom Vatikan. Die „Taiwan-Frage” ist eines der schwierigsten Probleme in den Beziehungen des Heiligen Stuhls und der Volksrepublik China. Die Republik China (Taiwan) ist beim Heiligen Stuhl mit einem Botschafter vertreten. Dagegen besetzt der Heilige Stuhl mit Blick auf eine erhoffte Annäherung an die Volksrepublik China seine Nuntiatur in Taipeh seit Jahren nur noch mit einem Geschäftsträger. Der Vatikan hatte seine Vertretung in China 1951 von Peking nach Taipeh verlegt. (rv/afp)
Zum 700. Todestag des Franziskaners Johannes Duns Scotus (1265/66-1308) hat Papst Benedikt XVI. Leben und Werk des mittelalterlichen Gelehrten gewürdigt. Der Philosoph und Theologe habe „Frömmigkeit mit Forschergeist” verbunden, heißt es in einem Apostolischen Schreiben, das der Kölner Kardinal Joachim Meisner am Freitagabend bei einer Gedenkveranstaltung in Köln verlas. Duns Scotus habe sich „um die Lehre der Kirche und das Wachstum menschlichen Wissens” verdient gemacht, so der Papst. Der Gelehrte habe in seinem Denken „Eintracht gestiftet zwischen Glauben und Vernunft”, schreibt das Kirchenoberhaupt weiter. Die Theologie habe er vor allem als praktische Theologie gedeutet und die Wahrheit von der Liebe Gottes ins Zentrum gerückt. „In der Ausführung dieses Werkes war er geleitet vom Lehramt der Kirche und einem gesunden kritischen Geist, der ihn die Wahrheit tiefer erkennen ließ. Meisner hob in seinem Grußwort Duns Scotus' Verdienste für „die lebendige Glaubenspraxis der Kirche” hervor. Seine Theologie habe nicht nur Bedeutung für die wissenschaftliche Interpretation, sondern auch für den gelebten Glauben. Das gelte besonders für die Lehre über die Gottesmutter Maria. (kna)

Europa

Deutschland
„Irritiert und enttäuscht” hat der Bischof von Aachen die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts aufgenommen, einen Nazi-Aufmarsch am Samstag in der Stadt zuzulassen. Mitglieder rechter Kameradschaften wollen unter dem Motto „Gegen eine einseitige Vergangenheitsbewältigung! Gedenkt der deutschen Opfer!” am Vortag des 70. Jahrestages der Reichspogromnacht marschieren. Nach Meinung von Bischof Heinrich Mussinghoff verharmlost eine solche Demonstration die damaligen Verhältnisse und Übergriffe der Nazis, die schließlich auf die Vernichtung der Juden in Europa zielten. Sie verletze die Würde der Opfer der nationalsozialistischen Gewalt- und Willkürherrschaft. Der Bischof rief die Bürger dazu auf, „nicht zuzulassen, dass Juden bedroht werden oder Gewalt erleiden müssen”.  Die Demonstration stelle eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar, so der Bischof weiter. (pm)
Der Bundesrat hat sich gegen eine religiöse Eheschließung vor einer standesamtlichen Trauung ausgesprochen.
Die Länderkammer forderte am Freitag in Berlin die Bundesregierung in einer Entschließung auf, dieses Detail der zum Jahresbeginn 2009 in Kraft tretenden Reform des Personenstandsgesetzes per Gesetz zurückzunehmen. Insgesamt stimmte der Bundesrat der Neureglung aber zu. Der Bundesrat warnte vor „fatalen Auswirkungen” für Frauen bei Zwangsverheiratungen. Betroffene Frauen wären schutz- und rechtlos und blieben ohne Unterhaltsansprüche. Da die religiös geschlossene Ehe zivil- und familienrechtlich keinerlei Wirkung habe, gehöre der Zivilehe der absolute Vorrang. Nach der vorgesehenen Regelung dürfen Paare ab 2009 kirchlich oder religiös heiraten, ohne zuvor zum Standesamt gegangen zu sein. Die Festlegung, dass die staatliche Eheschließung der kirchlichen Trauung vorauszugehen habe, stammt aus der Zeit des Kulturkampfes im 19. Jahrhundert. In jüngerer Zeit wurden Vorbehalte gegen die Neuregelung laut, die zumeist auf den Kontext muslimischer Ehen verweisen. (kna)
Das Jesusbuch des Papstes ist jetzt als Taschenbuch erschienen.
Das teilte der Herder-Verlag jetzt mit. Allein in Deutschland seien von dem Buch „Jesus von Nazareth” inzwischen über 460.000 Exemplare verkauft. Nach dem Sommeraufenthalt des Papstes in Castel Gandolfo hätten sich außerdem die Stimmen gemehrt, die nach dem zweiten Band fragten. Im Sommer hatte Benedikt XVI. sich dort mit seinem Schülerkreis getroffen und über die Passion und den Tod Jesu diskutiert - beide Themen sind zentral für den geplanten zweiten Band. (pm)

Österreich
Neue gemeinsame Perspektiven will der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit aufzeigen. Mit einem Grundlagentext reagieren die Autoren auf Irritationen in der jüdischen Gemeinde nach der Veröffentlichung der neuen Karfreitagsfürbitte im Tridentinischen Ritus. Die Erklärung betont das Verbindende zwischen beiden Bekenntnissen, bekräftigt den Wert des Dialogs und nennt konkrete Aufgaben, denen sich Juden und Christen in unserer Zeit stellen sollen. In einer Pressemitteilung heißt es, Oberrabbiner Paul Haim Eisenberg und Kardinal Christop h Schönborn hätten die Initiative und den veröffentlichten Text begrüßt. Die Initiatoren hoffen, damit die Grundlage zukünftiger Kooperationen in Erinnerung gerufen zu haben. (pm)

Spanien
Der Erzbischof von Madrid ist für ein Referendum gegen die Homo-Ehe. Kardinal Antonio Rouco Varela sagte in einem Radio-Interview, Homo-Ehen würden allen Zivilisationen widersprechen, nicht nur katholischen. Mit Bezug auf ein ähnliches Referendum in Kalifornien, durch das gleichgeschlechtliche Eheschließungen vor wenigen Tagen wieder verboten worden waren, sagte der Kardinal, der zugleich Vorsitzender der spanischen Bischofskonferenz ist, Homo-Ehen seien die Folge eines Menschenbildes, das „richtig gestellt” werden müsse. – Die Homo-Ehe war 2005 durch die spanischen Sozialisten gesetzlich erlaubt worden. (ansa)

Irland
In Adamstown, einem neuen Stadtteil Dublins, soll eine Kirche entstehen, die vier verschiedene Konfessionen beherbergt. Die Kirche vereinige künftig katholische, anglikanische, presbyterianische und methodistische Christen. Damit seien die größten christlichen Gruppen Irlands unter einem Dach vereint. Die Verantwortlichen erhofften sich von dem Projekt ein fruchtbares Miteinander und bessere Integrationsmöglichkeiten für Einwanderer. Allerdings solle die Liturgie in der jeweils eigenen Form gefeiert werden. (rv)

Frankreich
Der Erzbischof von Paris, Kardinal Andre Vingt-Trois, hat scharfe Kritik an Gesetzen geübt, die mehr Möglichkeiten für Arbeit am Sonntag vorsehen. Der erste Tag der Woche sei der Tag des Herrn und solle den Familien Zeit füreinander schenken, so der Erzbischof bei der Vollversammlung der Bischöfe. Damit reagiert Vingt-Trois auf das Vorhaben der Regierung Nicolas Sarkozys, den Sonntag per Gesetzesänderung für den Konsum zu öffnen. (cna)

Afrika

Kenia
Die Bischöfe warnen davor, die Welle der Gewalt vom letzten Jahr zu verdrängen und totzuschweigen. Was die Aufarbeitung der Übergriffe angeht, müssten Versäumnisse eingestanden und stärker eine Klärung vorangetrieben werden. Mit diesem Appell schließen sich die Bischöfe einer Forderung Kofi Annans an; der frühere UNO-Generalsekretär setzt sich dafür ein, die Verantwortlichen der Gewalt vom letzten Jahr vor Gericht zu stellen. Die Bischöfe verweisen auf einen Bericht, wonach Personen aus hohen Positionen in Politik und Wirtschaft zu den Unruhen angestiftet hätten, die über 1100 Opfer forderten. Insgesamt zeigten die Geschehnisse den bestehenden Handlungs- und Aufklärungsbedarf in Kenia auf, so die Bischöfe. (misna)

Amerika

Paraguay
Die Bischöfe kritisieren in scharfen Worten die ungerechte Landverteilung in Paraguay. Zum Abschluss ihrer Vollversammlung in Asuncion betonen sie die dringende Notwendigkeit der Agrarreform, welche die Regierung angekündigt hat. Die Lage der Bauern habe sich weiter verschärft, den gewaltsamen Zusammenstößen zwischen protestierenden Bauern und Sicherheitskräften müsse Einhalt geboten werden. Der Friede im Land und die Einheit der Menschen stellten die Priorität für alle politischen Entscheidungen dar, so der Generalsekretär der paraguayanischen Bischofskonferenz, Adalberto Martínez. Am gestrigen Freitag hat Paraguays Präsident Fernando Lugo - ein früherer Bischof - eine Regierungskommission für die Landfrage eingesetzt. (misna/rv)


Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

 






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