3
RVRadio Vatikan
Photo

Kategorien


  Caritas und    Solidarität


  Kirche


  Kultur und    Gesellschaft


  Vatikan


  Synode


  Ökumene


  Familie


  Jugendliche


  Gerechtigkeit und    Friede


  Politik


  Religion und Dialog


  Wissenschaft und    Ethik


  Audienzen und    Angelusgebete


  Apostolische Reisen

Andere Sprachen


   Über uns


  Programmschema


  Unsere Programme


  News auf Latein


  Wollen Sie spenden?


  Freunde von RV


  Links


  Empfang

Vatikanische Website


  Heiliger Stuhl


  Vatikanstadt


  Liturgische Feiern    des Papstes


  Pressesaal des    Heiligen Stuhles


  L'Osservatore
   Romano



  Vatikanisches    Fernsehzentrum

 home > Nachrichtenarchiv


Meldungen vom 9.11.2008

- Papst betet für Opfer der Judenverfolgung -
- Vatikan trifft Jerusalemer Großrabbinat -
- Benedikt fordert Gewaltende in Nord-Kivu -


Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion:
Mario Galgano
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

THEMEN DES TAGES:

Papst: Gegen Antisemitismus und Diskriminierung
Die traurige Erinnerung an die Pogromnacht („Reichskristallnacht“) bleibt auch nach 70 Jahren bestehen. Daran erinnerte der Papst nach dem Angelusgebet auf dem Petersplatz an diesem Sonntag. So müssten die Christen ihre Ehrfurcht vor den Opfern tragen und sich an die Schmerzen erinnern, die dem jüdischen Volk angetan wurden. Wörtlich sagte Benedikt XVI. vor mehreren Tausend Pilgern und Besuchern:
„Heute jähren sich zum 70. Mal die schrecklichen Ereignisse im damaligen Deutschen Reich, als die jüdischen Mitbürger sowie ihre Einrichtungen und Gotteshäuser Ziel zerstörerischer und menschenverachtender Gewaltakte wurden. Im Gedenken an die Opfer bitten wir den Herrn um seinen Beistand, damit wir am Aufbau einer Gesellschaft mitwirken können, in der Menschen verschiedener Religionen und Volkszugehörigkeit in Frieden und Gerechtigkeit zusammenleben.“

Deshalb rief der Papst zum Gebet für die Opfer und zu „tiefer Solidarität mit der jüdischen Welt“ auf. Benedikt XVI. erinnerte dabei an das Wüten der Nationalsozialisten gegen die Juden, das in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Deutschland entbrannte. Geschäfte, Büros, Wohnungen und Synagogen wurden angegriffen und zerstört und viele Menschen getötet, so das Kirchenoberhaupt. Das sei der Anfang einer systematischen und gewalttätigen Verfolgung der deutschen Juden gewesen, die in der Shoah geendet habe.
„Auch heute fühle ich Schmerz für das, was unter diesen tragischen Umständen geschehen ist“, sagte Benedikt XVI. wörtlich. Die Erinnerung daran müsse dafür sorgen, „dass ähnliche Schrecken sich nie wiederholen“. Es sei die Pflicht jedes Einzelnen, auf allen Ebenen gegen jede Form des Antisemitismus und der Diskriminierung einzutreten. Dazu gehöre auch und vor allem die Erziehung der jungen Generation zu Respekt und gegenseitigem Verständnis. (rv/kna)
Hier zum Nachhören

Benedikt XVI.: „Lateranbasilika ist ein Tempel der Liebe“
Beim Angelusgebet an diesem Sonntag erinnerte der Papst an das Weihefest der Mutterkirche Roms, der Lateranbasilika. Diese Basilika sei ein „Tempel der Liebe“, sagte der Papst. Deshalb fordert er alle katholischen Gemeinden auf, „ihre Kirchen und Gottesdienststätten mit Sorgfalt zu pflegen.“ Sie bildeten ein wertvolles religiöses und historisches Erbe, sagte das Kirchenoberhaupt am Sonntag auf dem Petersplatz. Der Festtag der Lateranbasilika sei deshalb ein Anlass, über die rechte Weise nachzudenken, Gott ein Haus zu bauen. Dazu sagte Benedikt XVI.:
„Die Kirche begeht heute den Weihetag der Lateranbasilika, die als Kathedrale des Bischofs von Rom den Titel „Mutter und Haupt aller Kirchen“ trägt. Dieses Fest erinnert uns daran, dass Gott selbst es ist, der Sein Volk zusammenruft und aus lebendigen Steinen Seine Kirche aufbaut.“
Kaiser Konstantin schenkte im Jahre 342 der Kirche in Rom das Gebiet des heutigen Lateran und ließ darauf eine Basilika errichten. Nach Verwüstungen und Zerstörungen durch Erdbeben und Brände wurde die Kirche 1726 neu erbaut. Der Kirchweihtag der Lateranbasilika ist der 9. November.(rv)
Hier zum Nachhören

Papst: „Stoppt Konflikt in Nord-Kivu“
Benedikt XVI. hat beim Angelusgebet nochmals zur Beendigung der Gewalt in Nord-Kivu aufgerufen. Das katholische Kirchenoberhaupt beklagte am Sonntag auf dem Petersplatz die Zerstörungen, Plünderungen und vielen Formen der Gewalt im Nordosten der Demokratischen Republik. Die militärischen Zusammenstöße und die systematische Grausamkeit forderten weiter zahlreiche Opfer unter der Zivilbevölkerung. Mehr als eineinhalb Millionen Menschen in Nord-Kivu seien auf der Flucht. Benedikt XVI. bekundete den Betroffenen seine geistige Nähe und dankte den Hilfsorganisationen und vor allem den örtlichen kirchlichen Helfern für ihren Einsatz.
Der Papst wörtlich: „Ich erneuere meinen eindringlichen Appell, dass alle bei der Wiederherstellung des Friedens in dem seit langem gemarterten Land zusammenarbeiten. Dabei sind die Rechte und vor allem die Würde jedes einzelnen Menschen zu achten.“– Derweil hat der Leiter der UNO-Mission im Kongo, Alan Doss, die im Osten des Landes kämpfenden Milizen an diesem Sonntag beschuldigt, Kriegsverbrechen begangen zu haben. Die Teilnehmer eines Kongo-Krisengipfels hatten am Freitag in der kenianischen Hauptstadt Nairobi alle Konfliktparteien zu einem sofortigen Waffenstillstand aufgerufen. Ein im Januar unterzeichnetes Friedensabkommen war wiederholt gebrochen worden. Seit Ende August wird in der Region Nord-Kivu heftig gekämpft. (rv/reuters)
Hier zum Nachhören
Hören Sie hier den Segen des Papstes nach dem Angelusgebet

Ungarn: Vatikan und Großrabbinat treffen sich
Vertreter des Vatikan und des israelischen Großrabbinats treffen sich seit diesem Sonntag in Budapest zu einer Konferenz über „Religion und Zivilgesellschaft heute“. Nach der Diskussion um die so genannte Karfreitagsfürbitte hatte das gemeinsame Komitee der Vatikan-Kommission für die Beziehungen zum Judentum und des Jerusalemer Rabbinats im Frühjahr einzig auf Arbeitsebene getagt. Die Differenzen um dieses Fürbittgebet wurden aber bereinigt, nachdem der Vatikan Anfang April offiziell erklärte, dass sich die Haltung der Kirche zum Judentum „in absolut keiner Weise“ geändert habe.
Es handelt sich also nicht um das erste Treffen dieser Art, bestätigt der Sekretär der Päpstlichen Kommission für die Beziehungen mit dem Judentum, Salesianerpater Norbert Hofmann:
„Tagungen dieser Art gab es schon 19 insgesamt. Seit 1970 treffen wir uns regelmäßig. Das Jerusalemer Großrabbinat ist ein offizieller Partner des Heiligen Stuhls zum Dialog mit dem Judentum. Wir haben diesmal ein osteuropäisches Land ausgewählt, um auch zu sehen, wie der Dialog in osteuropäischen Ländern zwischen den Juden und den Katholiken funktioniert. Natürlich müssen wir auch die Orthodoxen mitberücksichtigen, die in diesen Ländern oft den Großteil der Christen stellen. Die Tagung wird beginnen mit einer Gedenkveranstaltung zur Reichskristallnacht, die vor 70 Jahren stattgefunden hat. Das ist für Juden eine wichtige historische Erinnerung. Das gilt auch für uns Katholiken. Denn nur wenn wir der Vergangenheit gedenken, kann auch Versöhnung für die Zukunft stattfinden.“
Das Treffen in Budapest findet bis am Donnerstag statt. (rv/kna)
Hier zum Nachhören

Deutschland: 70 Jahre Reichskristallnacht
9. November 1938. Vor 70 Jahren. Bei der so genannten Reichspogromnacht werden überall in Deutschland und Österreich jüdische Gotteshäuser dem Erdboden gleichgemacht. „1938 wurden wehrlose Menschen gedemütigt, gepeinigt und ermordet und Gotteshäuser geschändet.“, schreibt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, in einer Erklärung vom Freitag. Die schrecklichen Bilder von brennenden Synagogen hätten sich in unser Gedächtnis gebrannt. Sie lehrten auch heute: Wo es keinen Respekt vor dem Heiligen und dem für den menschlichen Zugriff Unverfügbaren gibt, dort gebe es auch keinen Respekt vor den Menschen. Der Zynismus und die Menschenverachtung spiegelt sich in einer Radioreportage vom „Tag danach“ aus unserm Tonarchiv... (rv)
Hören Sie hier den Beitrag von P. Max Cappabianca OP


AUS UNSEREM INTERNET-ANGEBOT:

Welche Termine Papst Benedikt bis zum Januar 2009 in seinem Kalender hat, erfahren Sie hier

Welche Live-Übertragungen von Papst-Auftritten Radio Vatikan plant, finden Sie hier

Sind Sie auf der Suche nach früheren Meldungen von uns? Dann versuchen Sie es doch einmal hier

Kennen Sie unsere Download-Angebote? Hier sind sie


WOCHENINTERVIEW:

Mustapha Cherif: „Dialog ist Chance, keine Bedrohung“
Das Katholisch-islamische Forum hat sich vergangene Woche entschieden zu Religionsfreiheit und Minderheitenschutz bekannt und religiös motivierter Gewalt jeder Art eine klare Absage erteilt. Die Delegationen beider Seiten versicherten bei dem dreitägigen Treffen in Rom ihr Engagent für die Achtung der Menschenwürde und der Person. Das Forum geht auf den Brief von 138 Muslimen an christliche Führer zurück.
Federführend für die Initiative war auf islamischer Seite der algerische Intellektuelle Mustapha Cherif. Im Gespräch mit Birgit Pottler betont Cherif die rein politische Natur von Übergriffen auf Christen in Ländern wie dem Irak:
„Wir haben heutzutage Gläubige, deren Verhalten im Widerspruch zum Glauben und zu dessen grundlegenden Wurzeln stehen. Unsere Botschaft an unsere christlichen Brüder ist: Vorfälle dieser Art sind vor allem politischer Natur. Man muss unterscheiden. So wie christlicher Extremismus nicht aus dem Evangelium heraus zu erklären ist, haben auch Gewalt und Islam nichts miteinander zu tun. … Wer die Religionsfreiheit, wer die menschliche Person und ihre Würde nicht achtet, steht in eklatantem Widerspruch zu Evangelium und Koran.“

Das Verhältnis von Christentum und Islam ist auch von Missverständnissen und falschen Voraussetzungen geprägt. Sie, Mustapha Cherif, sagen: „Wir leiden unter einer unguten Vermengung zweier ganz verschiedener Dinge“…
„Das erste und grundlegende Problem ist Unwissenheit und Unkenntnis, auch des Korans. Zweitens: Wir müssen miteinander sprechen und gemeinsam solidarisch sein mit den Menschen leiden und Ungerechtigkeiten unterworfen sind, egal wo. Drittens: Wir haben das Recht zur Kritik, sowohl an den Ausuferungen festgefahrener Traditionen als auch an den Ausschweifungen der Moderne.“

Damit ergeben sich aber ja auch Gemeinsamkeiten beider Religionen: Beide wollen beitragen zu einer friedlichen Welt und beide suchen nach ihrem Platz in der säkularen Gesellschaft. Die gemeinsame Erklärung des Forums macht noch einmal deutlich.
„Wir weisen Totalitarismen und den Gottesstaat zurück, ebenso eine fundamentale Interpretation der Religion. Doch genauso verwehren wir uns dagegen, dass die Religion keinen Platz mehr im Leben hat. Wir brauchen einander also. Wir sind keine Konkurrenz. Wir suchen beide nach Gläubigen in der Kirche oder in der Moschee. Wir suchen beide nach Möglichkeiten, uns der Moderne zu öffnen und dennoch die Tradition zu wahren. Es braucht eine Öffnung, und die geht weder mit in sich verschlossenen Gläubigen, noch mit modernen, so genannten Atheisten. Christlich-muslimischer Dialog dient für mich eben dazu, den eigenen Glauben zu vertiefen. Für die Religionen muss das eine Chance sein, keine Bedrohung.“
Das Konzilsdokument Nostra Aetate spricht vom „Strahl jener Wahrheit“, der in anderen Religionen zu erkennen ist. Das jetzige Forum betont, dass Christen und Moslems gemeinsam gerufen sind, „Zeugnis von einer transzendenten Dimension des Lebens zu geben“ und es betont die Achtung der Würde des Menschen. Gilt das für den Angehörigen jeder Religion?
„Ich muss verstehen, dass er Teil der Wahrheit ist, und dadurch wird er Mensch, von Gott geschaffen, den ich respektieren muss. Ich muss jeder Aggression und jeder Behinderung Andersgläubiger widerstehen. Damit es Gerechtigkeit und Frieden gibt, darf ich nichts unversucht lassen. Ich habe Verantwortung. Die Mehrheit der Muslime weiß, und so war es über die Jahrhunderte hinweg, dass es keine Alternative zum friedlichen Zusammenleben gibt.“
Die Teilnehmer des Forums haben sich klar zur Religionsfreiheit bekannt. Vom Recht auf Religionswechsel ist in der Abschlusserklärung nicht die Rede. Eine Einigung wäre wohl auch schwierig gewesen. Was ist Ihre Position?
„,Nur Gott hat das Recht, zu richten’, sagt uns der Koran. Er erinnert uns daran, dass wer den Islam verlässt, von Gott nicht mehr geliebt wird. Aber nur Gott selbst wird ihn richten. Ich muss den, der den Islam verlassen will, zwar darauf hinweisen, aber ich habe kein Recht, der Glaubensfreiheit entgegenzustehen.“
(rv)
Hier zum Nachhören


DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Benedikt XVI. will eine weitere Reform der Liturgie, die sich mehr auf den Reichtum der Alten Messe stützt. Das sagte der Präfekt der Apostolischen Signatur, Erzbischof Raymond Burke, im Gespräch mit dem Monatsmagazin „Inside the Vatican“. In dem Interview behauptete der Erzbischof auch, dass sich die neue Messe „organisch“ aus der Alten entwickelt habe. (pm)

Europa

Deutschland
Mit dem „Bonifatius-Preis für missionarisches Handeln in Deutschland“ sind am Sonntag in Berlin vier katholische Projekte ausgezeichnet worden. Der Stifter des Preises, Prälat Erich Läufer, überreichte den ersten Preis an das Düsseldorfer Projekt „Haltestelle: Leben“, den zweiten erhielt die im bayerischen Dinkelscherben initiierte „Nacht des Lichtes“. Die Auszeichnungen sind mit insgesamt 3.500 Euro dotiert. Die Verleihung fand im Rahmen der Eröffnung der Diaspora-Aktion des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken statt. Der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Pfarrer Georg Austen, überreichte zudem dem Projekt „Folge dem Stern“ der Theologischen Fakultät der Universität Erfurt sowie der Gebetsschule der Osnabrücker Domgemeinde einen mit jeweils 700 Euro dotierten Sonderpreis. (kna)

Österreich
„Die Liebe ist stärker als der Tod“, betonte Kardinal Christoph Schönborn am Samstag im Wiener Stephansdom beim Requiem für den verstorbenen Altbürgermeister Helmut Zilk. Der Wiener Erzbischof bezeichnete Helmut Zilk und dessen Frau Dagmar Koller ebenso als Beispiel für dieses biblische Wort wie den Märtyrer Franz Jägerstätter und dessen heute noch lebende Witwe Franziska. Erst vor zwei Jahren habe Zilk in einem Buchinterview bekannt, dass für ihn und seine Frau das zutreffe, was „die Kirche für den heiligen Bund der Ehe vorgesehen hat: Einander zu lieben, bis dass der Tod uns scheidet“. Bei dem Requiem war auch der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Edmond Farhat, anwesend. Zilk war am 24. Oktober im Alter von 81 Jahren verstorben. (kap)

Schweiz
In Bern hat mit einer Feier in der Synagoge die erste Nacht der Religionen begonnen. Schätzungsweise 350 Personen nahmen daran teil. 18 Gotteshäuser öffnen bis 23 Uhr ihre Pforten für Führungen, Gespräche und Musik. Ziel der Nacht der Religionen sei es, den gegenseitigen Respekt und Achtung unter den Glaubensgemeinschaften zu fördern. Die Veranstaltung trage nebst der jüdischen Gemeinde Bern, reformierten und katholischen Kirchen etwa auch das Islamische Zentrum und das Zentrum der Baha´i mit. Der Berner Rabbiner David Polnauer erinnerte in seiner Rede in der Synagoge an die Reichspogromnacht vor 70 Jahren. In dieser Nacht wurden in ganz Deutschland Synagogen angezündet und Juden verschleppt. Wegen des auch Reichskristallnacht genannten Ereignisses wurde die Berner Nacht der Religionen auf Anfang November angesetzt. Nach der Feier in der Synagoge suchten Interessierte die verschiedenen Kirchen und anderen religiösen Zentren auf. (diverse)

Großbritannien
Der Bischof von Nottingham, Malcolm McMahon, sieht nach eigenen Worten „keinen Grund“, katholische Priester am Heiraten zu hindern. Besonders in Großbritannien, wo zahlreiche verheiratete Konvertiten der anglikanischen Kirche als katholische Priester arbeiten, erscheine der Zölibat unfair, sagte McMahon der britischen Sonntagszeitung „Sunday Telegraph“. Der Dominikaner McMahon (59) wird als möglicher Nachfolger für Kardinal Cormac Murphy-O'Connor (76) gehandelt, der zu Jahresbeginn als Erzbischof von Westminster und damit als Oberhaupt der katholischen Kirche in England und Wales zurücktreten will. Die Priesterehe ist für McMahon „eine Frage der Gerechtigkeit“ und solle niemanden daran hindern, seiner Berufung zu folgen. Die Ehelosigkeit sei immer mehr „eine Sache der Disziplin, nicht der Lehre“ gewesen, so McMahon. Eine Neuregelung könne außerdem dem akuten Priestermangel entgegenwirken. Verheiratete anglikanische Geistliche, die zum Katholizismus übertreten, dürfen in Großbritannien weiter als Priester arbeiten. Nach der Zulassung von Frauen zum Priesteramt in der anglikanischen Kirche von England 1994 wurden zahlreiche Geistliche katholisch. (kna)

Schweden
Baptisten, Methodisten und Missionskirche haben in einer gemeinsamen Erklärung bekannt gegeben, sich zu einer neuen Kirche zusammenschließen zu wollen. Das berichtet der Studiensekretär der „Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa“, Martin Friedrich. „Sollte die Union zustande kommen, dann wäre dies eine Sensation, denn erstmals würden täuferische und nichttäuferische Gemeinden miteinander eine Kirche bilden“, schreibt Friedrich. So definierten sich alle drei Kirchen über ihr Engagement für Mission und Evangelisation, ihre gesellschaftliche Beteiligung und nicht zuletzt über die Opposition gegen die lutherische Staatskirche. Bereits 1969 bis 1971 habe es Verhandlungen über einen Zusammenschluss gegeben. Diese blieben aber wegen theologischer Differenzen erfolglos. Die größten Unterschiede bestehen auch jetzt vor allem im Taufverständnis. Die neue Kirche werde frühestens 2012 entstehen, so Friedrich. Die größte der drei Kirchen ist mit 136.000 Mitgliedern die Schwedische Missionskirche. Die Schwedische Baptistenunion hat rund 17.000 getaufte Mitglieder und Schwedische Methodistenkirche hat etwa 4.600 Mitglieder. (idea)

Afrika

Ägypten
Im ägyptischen Badeort Scharm el-Scheich hat ein Treffen des so genannten Nahost-Quartetts begonnen. Israel und die Palästinenser wollen vor den vier „Sponsoren“ des Nahost-Friedensprozesses eine Bilanz ihrer knapp einjährigen Friedensgespräche ziehen. Zum Nahost-Quartett gehören die Vereinigten Staaten, die Vereinten Nationen, die Europäische Union und Russland. Israels Außenministerin Zipi Livni und der palästinensische Chefunterhändler Ahmed Korei wollen um eine weitere Unterstützung des Quartetts für den so genannten Annapolis-Prozess werben. Auf der Konferenz von Annapolis im US-Bundesstaat Maryland hatten sich Israel und die Palästinenser Ende November vergangenen Jahres verpflichtet, alles zu tun, um einen Friedensvertrag bis Ende 2008 auszuhandeln. (ap)

Naher Osten

Israel
Als Sensation gilt eine 15 mal 15 Zentimeter große Tonscherbe, die Archäologen der Hebräischen Universität Jerusalem bei Ausgrabungen in der antiken Festung Elah in Khirbet Qeiyafa westlich von Jerusalem im Juli entdeckten. Die Scherbe mit zahlreichen Buchstaben wird in die Zeit von etwa 1.000 vor Christus datiert. Wie der Grabungsleiter Jossi Garfinkel nun mitteilte, seien bisher die Wörter „Richter“, „Sklave“ und „König“ entziffert worden. Es handele sich um die älteste bekannte hebräische Inschrift. Allerdings wird unter Fachleuten noch diskutiert, ob der Text tatsächlich Hebräisch ist. Laut Garfinkel deuten die Worte darauf hin, dass es um 1000 vor Christus in diesem Gebiet eine Rechtssammlung gab. Das untermauere die Überzeugung, dass es um jene Zeit ein großes Reich gegeben habe. Dies könne nur das Königtum Davids sein, da es in dieser Zeit kein anderes jüdisches Reich gegeben habe. Daraus folgert Garfinkel, „dass die biblischen Erzählungen auf schriftlichen historischen Quellen beruhen und nicht bloß auf mündlicher Überlieferung“. (idea)


Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

 






Programm hören


Live


on demand


Professional audio for rebroadcasting


Die Stimme des Papstes


Das Angelusgebet

Die Audienzeren













Vorige seite  Vorige Seite
website  Website
kontakt  Kontakt
 
top
top
All the contents on this site are copyrighted ©. Webmaster / Credits / Rechtliche Hinweise / Werben auf Radio Vatikan
top
top

Valid HTML 4.01! Valid CSS!