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Meldungen vom 11.11.2008

- Kenia: Keine Spur der entführten Nonnen -
- USA: Katholiken kritisieren Obama -
- Serbien: Ende der Ära Pavle I. -


Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion:
Mario Galgano
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

THEMEN DES TAGES:

Kenia/Somalia: Nuntius ist besorgt
Von den beiden in Kenia verschleppten Ordensfrauen fehlt weiterhin jede Spur. Die Italienerinnen wurden am Montag entführt und in das benachbarte Somalia verschleppt. Laut Berichten von Behörden und Augenzeugen wurden sie in ein von militanten Islamisten beherrschtes Gebiet gebracht. Das italienische Außenministerium richtete derweil einen Krisenstab ein. Auch die Päpstliche Nuntiatur in Kenia hat sich eingeschaltet. Das bestätigt Nuntius Alain Paul Lebeaupin gegenüber Radio Vatikan: „Wir sind sehr besorgt. Es ist nämlich das erste Mal, dass so eine Entführung in Kenia passiert. Im Augenblick haben wir leider nicht viele Informationen und Nachrichten erhalten. Wir wissen nur, wie die Entführung stattgefunden hat. Wir sind auch besorgt, dass das Verhältnis mit den Muslimen hier beeinträchtigt werden könnte. Das wollen wir auf jeden Fall vermeiden. Es gab bei uns keine Schwierigkeiten, was das Zusammenleben mit den Muslimen betrifft.“
Die Schwestern wurden den Angaben zufolge aus ihrem Haus in der Ortschaft Elwak entführt. Sechs Bewaffnete hätten eine Handgranate geworfen und auf Polizisten geschossen, berichtete ein örtlicher Helfer. Sie seien dann mit den Geiseln in Richtung Grenze gefahren. Was in Kenia erstmals geschehen ist, gehört in Somalia fast zum Alltag: Die Kirche ist dort schon wiederholt Ziel von Angriffen geworden. (rv/kap)
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USA/Vatikan: Kritik an Obamas Reformprogramm
Kurienkardinal Julian Herranz, lange Jahre so etwas wie der Justizminister des Vatikans, hat sich alarmiert über Pläne des künftigen US-Präsidenten Barack Obama zur Liberalisierung von Abtreibung und Stammzellforschung geäußert. Nach der Sensibilität von George W. Bush in dieser Frage käme nun ein Signal, dass in den Laboren alles erlaubt sei, wenn es nur therapeutischen Zwecken diene, sagte der Kirchenjurist und Opus-Dei-Mann laut der italienischen Tageszeitung „La Stampa“ am Dienstag.
Auch viele Katholiken in den Vereinigten Staaten sind besorgt über die Pläne des neu gewählten Präsidenten. Der Direktor des US-bischöflichen Sekretariats „Pro Life“, Richard Doerflinger, sagt, dass die US-Bischöfe weiter gegen jede Liberalisierung der Stammzellforschung eintreten werden. Dazu Doerflinger: „Meiner Meinung nach ist es ungerecht, wenn die US-Steuerzahler gezwungen werden, die Stammzellforschung mitzufinanzieren. Es ist doch unerhört, dass sie die Zerstörung von menschlichen Embryonen bezahlen sollten. Die US-Bischöfe haben immer wieder klare und verständliche Argumente gegen die embryonale Stammzellforschung eingebracht. Dabei haben sie sich auf die Ergebnisse der Päpstlichen Akademie für das Leben gestützt. Die katholischen Kirche ist ja nicht gegen die Forschung. Vielmehr besteht ihre Opposition gegen die falsche Verwendung von menschlichem Leben für die Medizin.“
Mitarbeiter des künftigen US-Präsidenten hatten in Interviews am Wochenende angedeutet, dass Obama einige Entscheidungen Bushs in Ethikfragen revidieren werde. Demnach soll die Forschung an embryonalen Stammzellen mit staatlichen Mitteln gefördert werden und die Abtreibung kein Ausschlusskriterium für die Finanzierung von Familienplanungsprojekten in Entwicklungsländern mehr sein. (rv/kna)
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Kardinal Kasper: „Verhältnis zu Juden wird sich bessern“
Der katholisch-jüdische Dialog ist schwierig, aber machbar. Davon ist der Präsident der Kommission für die Beziehungen mit dem Judentum, Kardinal Walter Kasper, überzeugt. Der Deutsche Kurienkardinal nimmt an dem 20. Treffen der „International Jewish-Catholic Liaison Comitee“ (ILC) teil, das bis Mittwoch in Budapest durchgeführt wird. Bei der Zusammenkunft sei auch der schrecklichen Ereignisse der Reichskristallnacht vor 70 Jahren gedacht worden.
Der jüdisch-katholische Dialog verlaufe hingegen im Augenblick sehr positiv, so Kasper weiter. Der ungarischen Redaktion von Radio Vatikan sagte er: „Wir haben festgestellt, dass beide Seiten dieselben Werte vertreten. Hinzu kommt noch, dass sowohl wir als auch die Juden in der heutigen modernen Gesellschaft uns mit den gleichen Herausforderungen auseinandersetzen müssen. Deshalb ist es wichtig, dass Christen und Juden zusammenarbeiten.“
Dazu gibt es bereits konkrete Projekte der Zusammenarbeit, so Kardinal Kasper.
„Diese sind im Bereich der Menschenrechte zu finden und wir kooperieren auch beim Einsatz für die Freiheit sowie bei der Beseitigung der Armut. So gibt es bereits seit einiger Zeit eine gute Gemeinschaftsarbeit zwischen Christen und Juden bei der Bekämpfung der Armut in Lateinamerika. Alles das führt dazu, dass sich das Verhältnis zwischen Katholiken und Juden in Zukunft noch bessern wird.“ (rv)
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Vatikan: „Kranken Kindern beistehen“
Die katholische Kirche soll künftig der Seelsorge bei kranken Kindern mehr Beachtung schenken. Dieses Thema soll beim kommenden Kongress des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst behandelt werden. An diesem Dienstag stellte der zuständige Präsident, Kardinal Javier Lozano Barragán, im vatikanischen Pressesaal die 23. Internationale Konferenz vor. Was die medizinische Forschung betrifft, so betonte der mexikanische Kurienkardinal bei der Pressekonferenz, dass der Vatikan weiterhin gegen die Forschung an embryonalen Stammzellen sei.
Von Donnerstag bis Samstag treffen die Mitglieder des Rates mit Experten zusammen. Zur Themenauswahl sagt Kardinal Barragán: „Wir haben dieses Thema ausgewählt, weil es dem Papst sehr am Herzen liegt. Es gibt leider so viele kranke Kinder auf der Welt. So sind rund 2,5 Millionen Kinder mit dem HI-Virus infiziert. Wir wollen aber nicht die Ärzte ersetzen, denn die Mediziner sind für die körperlichen Leiden zuständig. Die Aufgabe der Kirche besteht vielmehr darin, den Kranken – und in diesem Fall den kranken Kindern – beizustehen. Wir müssen auch kranken Kindern das Evangelium nahe bringen. Das ist ein dringendes Problem.“
Eine wichtige Rolle spielen dabei die Seelsorger in den Krankenhäusern und bei den Leidenden zuhause. Der Päpstliche Rat möchte diesen Helfern ihre Nähe und Unterstützung versichern. Das sei auch ein Anliegen des Papstes, so Kardinal Barrágan weiter.
„Wir sind ja sozusagen nur ein ,verlängerter Arm’ des Papstes, der sich sehr für dieses Thema interessiert. Bevor wir aber konkrete Vorschläge machen, ist es deshalb auch für die Mitglieder unseres Dikasteriums wichtig, Informationen zu sammeln und mit Experten zu sprechen. Unser Ziel ist und bleibt aber, die Frohe Botschaft weiter zu geben. Ziel des Kongresses besteht aber darin, dass wir Spezialisten ausbilden können, die mit den konkreten Problemen der kranken Kinder richtig umgehen können.“
Barragan sprach sich für eine Untersuchung postmoderner Einstellungen gegenüber kranken Kindern aus. Der Kongress wolle auch Sichtweisen aus unterschiedlichen Religionen zur Begleitung kranker Kinder zusammentragen. So sind Referate eines Juden, eines Muslims, eines Hindus und eines Buddhisten geplant. (rv)
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Stichwort: Sankt Martin
Am 11. November gedenken die Christen des heiligen Martin. Die nach ihm benannten Umzüge erinnern an die Legende, nach der Martin seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilte. Martin wurde 316/317 in der im heutigen Ungarn gelegenen Stadt Sabrina geboren. Der Sohn eines römischen Tribuns trat auf Wunsch seines Vaters in die römische Armee ein. Nach seiner Bekehrung ließ sich Martin im Alter von 18 Jahren taufen, quittierte seinen Dienst und wurde zunächst Missionar. Seit 371 war er Bischof von Tours, wo er am 8. November 397 starb. Er war der erste Nichtmärtyrer, der im Westen als Heiliger verehrt wurde. Das Grab des Patrons der Schneider, Bettler, Geächteten und Kriegsdienstverweigerer in der Kathedrale von Tours ist heute eine bedeutende Wallfahrtsstätte in Frankreich.
Mit dem Namensfest sind viele Wetterregeln und Bräuche verbunden. So ziehen Kinder mit Laternen zu einem Martinsfeuer. Sie werden dabei von einem Reiter begleitet, der, mit römischem Helm und Purpurmantel bekleidet, an den Soldaten Martin und dessen gute Tat erinnern soll. In ihrem Wohnviertel singen die Kinder Martinslieder, um je nach Region einen „Weckmann“, einen „Stutenkerl“ oder eine Gans aus Lebkuchenteig zu erhalten. Dieser Brauch geht auf den Beginn der früher üblichen sechswöchigen vorweihnachtlichen Fastenzeit zurück. Viele Kinder- und Familienbücher zum Advent beginnen noch heute mit dem Brauchtum zum Martinstag. Die oft an diesem Tag verzehrte Martinsgans (süß oder sauer) erinnert an die Legende, nach der sich der Heilige in einem Gänsestall versteckte, um seiner Wahl zum Bischof zu entgehen. Die schnatternden Tiere verrieten ihn jedoch. (rv/kna)
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DIE NACHRICHTEN:

Europa

Deutschland
Das Erzbistum Hamburg ist „froh und erleichtert, dass sich der Pädophilie-Verdacht gegen einen Priester als gegenstandlos erwiesen hat“. Das gab das Erzbistum an diesem Dienstag bekannt. Die Staatsanwaltschaft Hamburg habe das Verfahren gegen einen im Erzbistum tätigen Priester eingestellt. Der Priester war Ende April 2008 „bis zur Klärung der Vorwürfe vom Dienst beurlaubt“ worden, laut Mitteilung hat Erzbischof Werner Thissen diese Beurlaubung „mit sofortiger Wirkung aufgehoben“. Weiter heißt es: „Da der Priester zu einem anderen Bistum gehört, ist sein Bischof von Erzbischof Thissen über diesen Schritt informiert worden.“ (pm)
Vom 15. bis zum 18. November sind die Bischöfe der Bolivianischen Bischofskonferenz zu Gast im Bistum Trier. Sie treffen unter anderem mit Verantwortlichen aus dem Bistum Trier und Vertretern aus der Politik zusammen, um aktuelle Fragen der Bolivien-Partnerschaft und der Entwicklungszusammenarbeit zu diskutieren. - Bolivien und das Bistum Trier verbindet seit fast 50 Jahren eine Partnerschaft, deren Jubiläum 2010 gefeiert wird. Die bolivianischen Bischöfe besuchen Trier auf der Rückreise von ihrem Ad Limina-Besuch in Rom, bei dem sie dem Papst über Zustand und Entwicklungen in ihren Bistümern berichtet haben. (pm)

Deutschland/Haiti
Mit Bestürzung hat die deutsche bischöfliche Aktion Adveniat auf den Schuleinsturz in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince reagiert. Beim Einsturz des Gebäudes am vergangenen Freitag sind mindestens 93 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 150 wurden verletzt. „Die Kinder, Jugendlichen und Lehrer sind gleich zweimal Opfer geworden“, beklagte Michael Huhn, langjähriger Haiti-Referent der Bischöflichen Aktion Adveniat. „Für die Verantwortungslosigkeit des Bauherrn und für das marode Schulsystem mussten sie mit ihrem Leben zahlen.“ Privatschulen seien nach Auskunft Huhns ein lukratives Geschäft in Haiti, da es an staatlichen Schulen mangelt und die Eltern dennoch alles für die Bildung ihrer Kinder tun. Um den Gewinn zu erhöhen, sparten die Betreiber der Privatschulen oft an der Bauausführung der Gebäude. - Die Schule „La Promesse“ im Armenviertel Nerettes war laut Aussagen von Anwohnern ohne Baugenehmigung und Fachwissen erbaut worden. Der Leiter der Schule, ein evangelikaler Pastor, wurde inzwischen von der Polizei vernommen. (pm)

Österreich
Im Stift Heiligenkreuz wird am Samstag das diözesane Seligsprechungsverfahren für den früheren Abt Karl Braunstorfer eröffnet. Braunstorfer war der erste Abt des Stiftes Heiligenkreuz nach dem Zweiten Weltkrieg und gehört zu den prägenden Gestalten in der Geschichte des Wienerwaldklosters im 20. Jahrhundert. Der Konzilsteilnehmer gilt als geistlicher Erneuerer des Stiftes, weil er die Aufbrüche des Zweiten Vatikanums in seinem Konvent im monastischen Geist umsetzte. Ziel war die Erneuerung der Liturgie in Verbindung mit einer vom Konzil inspirierten Treue zur Tradition. In der Nachkriegszeit widmete sich Abt Braunstorfer besonders dem Wiederaufbau des Stiftes und der Stiftskirche und bemühte sich um eine Vertiefung des monastischen Lebens in Heiligenkreuz. Nach seinem Rücktritt als Abt im Jahr 1969 widmete er sich der Herausgabe eines neuen Zisterzienserbreviers in lateinischer Sprache gemäß der Liturgiereform des Konzils. Das neue „Breviarium Sancrucense“ erschien 1979, ein Jahr nach seinem Tod am 20. September 1978. (kap)

Schweiz
Jesuitenpater Peter Henrici ist zum Honorarprofessor der Theologischen Hochschule Chur ernannt worden. Die Feier für den emeritierten Weihbischof des Bistums Chur und ehemaligen Professor für Philosophie an der Gregoriana wird im kommenden Frühjahr stattfinden. Peter Henrici SJ war von 1960 bis 1993 Professor für neuere Philosophiegeschichte an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Von dort wurde er 1993 in seine Heimat berufen, um als Weihbischof des Bistums Chur und Generalvikar mit Sitz in Zürich zu wirken. Seine philosophische Lehrtätigkeit führte Henrici als Gastprofessor an der Theologischen Hochschule Chur fort. Im Januar 2008 sprach der philosophische Lehrer Henrici in seiner Churer Abschiedsvorlesung zum Thema „Das Christentum gibt zu denken“. (pm)

Großbritannien
Eine knappe Mehrheit der britischen Lehrer ist der Meinung, dass die Schöpfungslehre nicht in naturwissenschaftlichen Fächern unterrichtet werden sollte. 88 Prozent plädieren jedoch dafür, auch über die Schöpfungslehre etwa im Biologieunterricht zu diskutieren, wenn Schüler dies ausdrücklich wünschen. 29 Prozent der Lehrer wollen Schöpfungslehre und Evolution gleichberechtigt behandeln. Das geht nach Angaben der Londoner Zeitung „Times“ aus einer Umfrage des Fernsehkanals „Teachers’ TV“ unter 1.200 Pädagogen hervor. Die staatlichen Lehrpläne lassen es nicht zu, dass die Schöpfungslehre im Naturkundeunterricht behandelt wird. Die Debatte um Evolution und Kreationismus war durch einen Vorstoß des früheren Bildungsdirektors an der Akademie der Wissenschaften (Royal Society), Michael Reiss (London), neu entfacht worden. Er hatte sich Anfang September dafür ausgesprochen, an Schulen nicht nur Evolution zu lehren, sondern auch die Schöpfungslehre als eine „Weltanschauung“ zu diskutieren. Reiss – anglikanischer Theologe und Biologe – trat von seinem Amt zurück, nachdem er von Naturwissenschaftlern heftig angegriffen worden war. Die Akademie der Wissenschaften stellte sich zunächst hinter ihn, ließ ihn dann aber fallen, weil er unbeabsichtigt dem Ruf der Einrichtung geschadet habe. (idea)

Serbien
Die serbisch-orthodoxe Kirche muss über das Rücktrittsgesuch des Patriarchen Pavle I. entscheiden. Der 94-jährige, der seit einem Jahr im Krankenhaus ist, hatte im Oktober seinen Rücktritt eingereicht. Die kirchliche Versammlung – auch Sabor genannt – die an diesem Dienstag beginnt, soll bei ihrer Herbsttagung darüber entscheiden. Beobachter gehen davon aus, dass der „Sabor“ das Rücktrittsgesuch annehmen wird. Offen ist, ob die Versammlung ihre Tagesordnung abändert, um einen neuen Patriarchen zu wählen, oder ob die Wahl erst zu einem späteren Termin in den nächsten drei Monaten abgehalten wird. Im Hinblick auf die Nachfolge von Patriarch Pavle gibt es ein heftiges innerkirchliches Tauziehen. Es geht vor allem um die Zusammenarbeit mit der internationalen Staatengemeinschaft im Kosovo, nachdem Pristina im Februar einseitig die Unabhängigkeit ausgerufen hat. – Nach Bekanntgabe des Rücktrittsantrages des Patriarchen war in Kirchenkreisen auch die Meinung zu hören, dass man mit der Neuwahl erst den Tod Pavles I. abwarten soll. Die Aufgaben des Patriarchen würden in der Zwischenzeit wie bisher von seinem Stellvertreter wahrgenommen werden. Seit dem Vorjahr hat der montenegrinische Metropolit Amfilohije (Radovic) diese Funktion inne. (kap)

Asien

Aserbaidschan
In Baku soll im Herbst 2009 ein großes interreligiöses Treffen stattfinden. Das hat der orthodoxe Bischof der Stadt jetzt angekündigt. Gegenüber der Presse erklärte Aleksander Iscein auch, er hoffe auf eine Begegnung zwischen Papst Benedikt und dem russisch-orthodoxen Patriarchen Alexei II. von Moskau bei dieser Gelegenheit. Im Vatikan wird die Nachricht mit „großer Vorsicht“ aufgenommen, berichtet die Agentur „Imedia“. Bisher sei nichts über Pläne einer Papstreise nach Aserbaidschan bekannt. Über eine mögliche Teilnahme des Papstes am „Weltforum der Religionen“ vom 30. Oktober bis 2. November in Baku sei noch nicht entschieden. - Schon seit Jahrzehnten wird über ein mögliches Treffen zwischen dem katholischen und dem russisch-orthodoxen Kirchenführer an einem dritten Ort spekuliert. Der Präsident des Päpstlichen Einheitsrates, Kardinal Walter Kasper, hat zuletzt im vergangenen Mai mit Alexei II. in Moskau gesprochen. Dabei sei eine mögliche Begegnung mit dem Papst „kein Diskussionsthema“ gewesen, erklärte Kasper hinterher. Die russische Seite betont, vor einem möglichen Gipfel müßten erst Probleme zwischen beiden Kirchen ausgeräumt werden. (apic)

Indien
Die gewaltsame Vertreibung und Zwangskonversion von Christen in Indien wird von extremistischen Hindu-Organisationen gezielt gesteuert. Zu diesem beunruhigenden Ergebnis kommt eine Untersuchungsmission der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), die Ende Oktober die Lage der Christen im Bundesstaat Orissa überprüft und ihre Recherchen jetzt in einem 20-seitigen Bericht der Öffentlichkeit vorgestellt hat. Die Menschenrechtsorganisation forderte an diesem Dienstag ein Verbot der extremistischen Hindu-Organisationen. Wenn Vertriebene in ihre Heimatdörfer zurückkehrten, drohe ihnen der Tod. Mehrere Rückkehrer, die sich geweigert hatten, Hindus zu werden, seien bereits ermordet worden. Auch Muslime würden Opfer von Zwangsbekehrungen. Die Untersuchungsmission der deutschen Menschenrechtsorganisation beruft sich auf Interviews mit Opfern von Zwangskonversionen. Diese hätten schriftlich bestätigen müssen, dass sie freiwillig konvertierten und ihre Häuser selbst in Brand gesteckt hätten. (pm)
Trotz der jüngsten Gewaltwelle gegen Christen in Indien hofft Erzbischof Raphael Cheenath von Cuttack-Bhubaneswar auf ein friedliches Weihnachten. Das sagte er nach einem Treffen mit dem Chefminister des Bundesstaates Orissa. Im Gespräch mit der katholischen Nachrichtenagentur Ucanews zeigte Cheenath sich an diesem Dienstag hoffnungsvoll, dass alle vertriebenen Christen in ihre Dörfer zurückkehren könnten. (kna/ucanews)
Die größte indische muslimische Organisation, Jamait Ulama-i-Hindi (Juh), hat sich gegen den religiösen Terrorismus ausgesprochen. Dieser widerspreche den Grundauffassungen des Islam, so die Organisation im Rahmen ihrer Generalversammlung in Hyderabad im Bundesstaat Andra Pradesh am vergangenen Wochenende. 6.000 Teilnehmer unterzeichneten eine Erklärung, die jeden Terrorakt als Verletzung der muslimischen Gemeinschaft bewertete. Diese sei stets auf das friedvolle Miteinander unter den unterschiedlichen religiösen Gemeinschaften bedacht. Weiter stellt das Dokument den Unterschied zwischen dem Terrorismus und dem Jihad heraus. Während der „Heilige Krieg“ um die Wiederherstellung des Friedens bemüht sei, ginge es dem religiösen Fanatismus lediglich um Zerstörung. Diese Zerstörung stünde in klarem Widerspruch zum Koran. Die Übergriffe auf muslimische Minderheiten durch extreme hinduistische Gruppierungen im Land wurden auf der Generalversammlung nicht thematisiert. Es wurde jedoch betont, dass der Terrorismus gegen Angehörige jeder Religion zu verneinen sei. (apic)

Singapur
In der Erzdiözese Singapur hat eine Laiengruppe ein katholisches Netzwerk ins Leben gerufen. Es soll die Katholiken im Land, die fünf Prozent der Bevölkerung ausmachen, näher miteinander in Kontakt bringen. Mit dem „Catholic Business Network“ öffnet sich die Diözese einem Trend, der bislang vorrangig wirtschaftliche Bereiche umfasst. Ziel der Initiative ist es, auf katholische Unternehmer zuzugehen, ihnen ein Darstellungsforum zu bieten und die Frage nach Unternehmensethik und Arbeitsmoral zu erörtern. Weiter soll es katholischen Arbeitssuchenden ermöglicht werden, effektiv bei der Jobsuche vorzugehen. Der Erzbischof von Singapur, Nicholas Chia, begrüßte das Vorhaben und sieht in ihm den zeitgemäßen Aufruf zu christlichem Engagement. (apic)

Vietnam
In der Diözese Hue im Zentrum des Landes leisten Katholiken passiven Widerstand gegen örtliche Behörden. In der Gemeinde An Bang beten sie für den Erhalt ihrer Gebetsstätte. Die Regierung dürfe diesen Ort nicht zerstören. Ausgangspunkt des Widerstandes ist eine 600 Quadratmeter große Waldlichtung, die der Pfarrgemeinde von An Bang gehört. Hier haben die ansässigen Katholiken ein Kreuz errichtet. Staatliche Ordnungskräfte beobachten seit September dieses Jahres den Ort unter dem Vorwand, er sei von gefährlichen Bodenerosionen betroffen. Weiter behauptet die lokale Behörde, das Gelände befinde sich in staatlichem Besitz. - 2007 hatte der Pfarrer der Gemeinde, Pater Nguyen Huu Giai, einen Antrag auf die Errichtung eines Altares gestellt, damit die älteren Christen nicht den beschwerlichen Weg zur nächsten Kirche auf sich nehmen müssten, um Gottesdienst zu feiern. Das Schreiben wurde von offizieller Seite nicht kommentiert. Der Konflikt in An Bang gilt als exemplarisch für Bemühungen von staatlicher Seite, christliche Glaubenspraktiken zu unterbinden. (apic)

Ozeanien

Papua Neuguinea
Die katholische Kirche ist für den sozialen und politischen Aufschwung im Land mitverantwortlich. Das betonte der Erzbischof von Mount Hagen, Douglas Young, in einem Interview mit der österreichischen Nachrichtenagentur Kathpress. Papua Neuguinea sei ein Land der Extreme, das zwischen Steinzeit und dem 21. Jahrhundert lebt. Gewalt und Korruption seien zwei der massivsten Hemmschuhe auf dem Weg in die Zukunft, betonte der Erzbischof weiter. Die Kirche spiele bei deren Eindämmung eine wichtige Rolle. Die Gewalt im Land habe ihre Ursache oft in der ländlichen Tradition, die beste Prävention seien deshalb Heiraten über Clangrenzen hinweg, so der Erzbischof. Letztlich ließen sich laut Young 90 Prozent der Konflikte ohne Gewalt lösen. – Papua Neuguinea zählt bei ungefähr der zehnfachen Größe von Österreich sechs Millionen Einwohner. Rund 30 Prozent sind Katholiken. (kap)

Amerika

Vereinigte Staaten
Der designierte Präsident der Vereinigten Staaten, Barack Obama, hat unter den religiösen Wählern bessere Werte erzielen können als der Demokrat John Kerry im Jahr 2004. Das ergaben Recherchen der ökumenischen Agentur ENI. Vor allem unter den protestantischen Wählern, insbesondere den evangelischen weißen, habe Obama mehr Stimmen erhalten als Kerry, der George W. Bush herausgefordert hatte. Damit hat Obama in einer Sparte an Wählerstimmen zulegen können, die normalerweise eindeutig vom republikanischen Kandidaten beherrscht wird. Allerdings bleibt diese Vorherrschaft bestehen: Auch wenn Obama im Vergleich zu Kerry fünf Punkte gut machen konnte, dominierte John McCain als republikanischer Präsidentschaftskandidat mit 73 Prozent der Stimmen den Wählerkreis der evangelischen Weißen.
(apic)

Kolumbien
Opfer von Gewaltverbrechen sollen in Kolumbien bessergestellt werden. Die Regierung müsse das bestehende Gesetz aufheben, fordert der Caritas-Direktor des Landes, Héctor Fabio Hanao. Kolumbiens Präsident Álvaro Uribe habe vergangene Woche eine juristische Anerkennung der Opfer akzeptiert, Entschädigungen allerdings verweigert, kritisiert die Caritas. Dies sei eine unzureichende Form der Wiedergutmachung, welche die Würde der Opfer nicht ausreichend berücksichtige. Hier müsse der Staat ein größeres Maß an Verantwortung und Solidarität zeigen, so der Geistliche. (rv)

Mexiko
Die Bischöfe des Landes sehen sich im Visier einer antiklerikalen Meinungsmache. Zum Auftakt der Herbstvollversammlung der Mexikanischen Bischofskonferenz sprach ihr Vorsitzender, Bischof Carlos Aguiar Retes von Texcoco, am Montag (Ortszeit) von einer „gigantischen Herausforderung“. Jeder Versuch, die christliche Botschaft in Kultur, Politik, Wirtschaft und Medien näherzubringen, werde „stürmisch zurückgewiesen und disqualifiziert“. Aguiar bedauerte den immer wieder erneuerten Vorwurf an die Kirche, politische Macht anzustreben und den laizistischen Staat abzulehnen. Antiklerikale Vorurteile machten es den Priestern schwer, ihrer Aufgabe nachzukommen, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz. Dabei stelle die Kirche in der mexikanischen Gesellschaft durchaus einen „Hunger nach Werten und Gerechtigkeit fest“. Bis Donnerstag beraten die rund 120 Mitglieder der Bischofskonferenz über die Lage von Kirche und der Gesellschaft in Mexiko. Dabei soll es vor allem um ausufernde Gewalt und Drogenkriminalität im Land gehen. (kna)


Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

Programmvorschau:

Heute Abend, 12.11.2008: Die Woche in Rom
Themen u.a.: Vatikantagung zum Thema Organspende / Ein Rückblick hinter die Kulissen des Katholisch-Muslimischen Forums / Österreichische Pfarrerinitiative zu Gast in der Glaubenskongregation / Generalaudienz

Donnerstag Abend, 13.11.2008: Kreuz des Südens - Leben in jungen Kirchen
Themen u.a.:
Indien: Bischof D

’Souza zur Angst vor weiteren Anschlägen / Senegal: Wallfahrt zur Schwarzen Madonna / Paraguay: Soziale Schieflage, ein Ex-Bischof zum Präsidenten… Der Vize der Bischofskonferenz berichtet

Freitag Abend, 14.11.2008: Prisma-Magazin
Themen u.a.: Benedikt-Stiftung der Papst-Schüler gegründet / Münchens Erzbischof Reinhard Marx spricht vor der Vollversammlung des Päpstlichen Laienrats / Barberbieni. Ein Kinderfilm über den Vatikan / Der Advent beginnt… Im Ambrosianischen Ritus

Samstag Abend, 15.11.2008: Lea Ackermann - Kommentar der Woche
Elfriede Schießleder - Betrachtung zum Sonntag


Radio Vatikan sendet täglich:

16.00 h Treffpunkt Weltkirche” (KW 5885, 7190, 7250, 9645)

20.20 Uhr Magazin”: (1530 kHz, 4005 kHz, 5885 kHz, 7250 kHz)

6.20 Uhr Wiederholung des Magazins” vom Vortag (1530 kHz, 4005 kHz, 7250 kHz)

Radio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.

· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.

· World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).

· Radio Stephansdom um 19.30 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz.

· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)

· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz

Im Internet:

Die deutschsprachigen Sendungen sind online live und auf Abruf zu hören unter: www.radiovaticana.de

Das Vier-Monatsprogramm können Sie anfordern bei: Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40878 Ratingen. - Tel.: 02102/711711 Fax: 02102/ 21413, E-mail: aufterbeck@radiovaticana.de

Post: Radio Vatikan - sezione tedesca, I-00120 Città del Vaticano
Fax: 0039/06/69883844
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