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Meldungen vom 12.11.2008

- Papst betet für Darfur und Nord-Kivu -
- Keine Spaltung wegen Pius XII. -
- UNO organisiert Dialog der Religionen -


Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion:
Birgit Pottler
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

THEMEN DES TAGES:

Papst: Einsatz für gerechte Welt
Christen tragen Verantwortung in der Welt. Das hat Papst Benedikt XVI. bei der Generalaudienz an diesem Mittwoch betont. „Das Warten auf die Wiederkunft des Herrn“ befreie davon nicht, sondern sei vielmehr Ansporn, sich für eine gerechte Welt einzusetzen, so der Papst. Christen beteten nicht „um das Ende der Welt“, sondern um das Kommen Christi in eine sonst ungerechte Welt. Benedikt XVI. verwies auf Ungerechtigkeiten und Gewalt und auf die Situation der Flüchtlinge in Darfur und der kongolesischen Provinz Nord-Kivu. Christus möge in die Flüchtlingslager kommen, zu den Drogenkonsumenten oder „zu den Reichen, die Gott vergessen haben“.
Ausgangspunkt war die Katechesereihe zu Leben und Lehre des Apostels Paulus. Zum Thema „Wiederkunft des Herrn und das ewige Leben“ sagte der Papst auf Deutsch: „Die Paulusbriefe spiegeln diesbezüglich die verschiedenen Haltungen unter den ersten Christen wieder: Für manche stand die Parusie, das Kommen Christi in Herrlichkeit, unmittelbar bevor, andere waren überzeugt, dass dazu zunächst eine Reihe von tragischen Ereignissen auftreten musste. Durch diese unterschiedlichen Interpretationen wollen wir uns aber nicht zu kalendarischen Voraussagen verleiten lassen, die am Wesentlichen, das heißt, an Christus und seinem Heilswerk in uns, vorbeigehen. Vielmehr sollen wir erkennen, dass wir in einer ,Zwischenzeit’ leben, in der die durch das Kreuz und die Auferstehung Christi bewirkte Erlösung bereits erfolgt ist, aber unser neues Leben in Christus erst zur Vollkommenheit gelangen muss. Das verleiht der Existenz der Christen eine Spannung auf die Zukunft, auf die Ewigkeit hin. Unser Leben geht nicht ins Leere. Das Ziel vor Augen, strecken wir uns vielmehr voll Hoffnung nach dem Siegespreis aus, den Gott uns in Jesus Christus schenkt (vgl. Phil 3,14).“
Vor 15.000 Pilgern auf dem Petersplatz grüßte Benedikt in neun Sprachen und spendete den Segen.
„Christus, dessen Kommen wir erwarten, stärke in uns die Hoffnung auf das ewige Leben, die all unserem irdischen Tun und Streben eine neue, entscheidende Perspektive verleiht. Der Herr segne und behüte euch und eure Lieben!“ (rv)
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Papst würdigt ambrosianischen Ritus

Papst Benedikt XVI. hat den ambrosianischen Ritus gewürdigt. Er dankte am Mittwoch bei der Generalaudienz dem Mailänder Erzbischof, Kardinal Dionigi Tettamanzi, für zwei neue Bände des ambrosianischen Lektionars, das die Leseordnung für die Messfeier enthält. Die Überreichung zeige die tiefe Einheit der Kirche Mailands mit dem Stuhl Petri. – Der ambrosianische Ritus ist eine Eigenliturgie, die im Erzbistum Mailand gefeiert wird. Er weicht in vielen Einzelheiten vom römischen Ritus ab; so beginnt beispielsweise der Advent Mitte November und dauert sechs statt vier Wochen. Der Name „ambrosianisch“ geht auf den Heiligen Ambrosius (339-397) zurück, der Bischof in der norditalienischen Metropole war. (agi)

Ungarn/Vatikan: Pius XII. wird nicht spalten
Die Diskussion um Papst Pius XII. wird Katholiken und Juden nicht spalten. Das hat das Komitee für Internationale Beziehungen zwischen Juden und Katholiken jetzt betont. Bei einer Tagung in Budapest bedauerten die Mitglieder polemische und unsachgemäße Äußerungen zur Debatte über die Rolle des Pacelli-Papstes während des Zweiten Weltkriegs. Die beiden Präsidenten, Kurienkardinal Walter Kasper, und der Rabbiner David Rosen, versicherten, die Beziehung zwischen beiden Religionen basiere auf Dialog und gegenseitigem Respekt.
Rosen, auch Präsident des Internationalen Jüdischen Komitees für interreligiöse Gespräche, war noch vor wenigen Wochen bei Papst Benedikt XVI. in Audienz. Das laufende Seligsprechungsverfahren für Pius XII. war hier Thema gewesen. Rabbiner David Rosen hält die katholisch-jüdische Beziehung jedoch für äußerst tragfähig. Gegenüber Radio Vatikan sagte er: „Auch wenn es Themen gibt, die mitunter zu dem führen, was man ,kleine Auseinandersetzungen nennt – die Beziehung ist sehr stark, einzigartig, tief und sie wird weiter wachsen.“
Das Treffen zwischen Vertretern des Judentums und des Vatikans in Budapest, das am Donnerstag zu Ende geht, sei ein „historisches Ereignis“, so Rosen.
„Das gemeinsame Gedenken von Katholiken und Juden an die so genannte Reichskristallnacht vor 70 Jahren ist einzigartig und zeigt, dass wir gemeinsam versucht haben, diese Tragödie der Vergangenheit in gemeinsame Erinnerung zu verwandeln, um daran zu denken und daraus zu lernen. Außerdem treffen wir einander erstmals seit dem Untergang des Kommunismus in Osteuropa. Wir versuchen gemeinsam Verantwortung zu übernehmen für den Aufbau gesunder Gesellschaften, die nicht mehr nur auf materiellen Dingen gegründet sind, sondern einen existenzielle Vision und Ausrichtung haben.“ (rv)
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Vatikan/Österreich: Pfarrer-Initiative in der Glaubenskongregation
Eine Gruppe reformorientierter katholischer Pfarrer aus Österreich war an diesem Mittwoch zu Gesprächen in der vatikanischen Glaubenskongregation – und zieht im Gespräch mit Radio Vatikan eine positive Bilanz des eineinhalbstündigen Dialogs. Die „Pfarrer-Initiative“ versucht, zu aktuellen Herausforderungen für die Kirche Lösungen aus der Sicht des Seelsorgers zu finden. Empfangen wurde die Delegation vom Sekretär der Glaubenskongregation, dem spanischen Jesuiten Luis Ladaria, sowie vom österreichischen P. Hermann Geißler der Kongregation „Das Werk“, der ebenfalls an der Glaubenskongregation wirkt. Sprecher der Initiative ist Helmut Schüller, Pfarrer in Probstdorf. P. Eberhard Gemmingen bat ihn vors Mikrofon.
„Unser Anliegen ist die Sorge über die Weiterführung der Pfarrgemeinden angesichts des Priestermangels. Wie kann die Seelsorge sichergestellt sein? Wie können wir den Menschen nahe bleiben? Wir haben auch die pastoralen Schwierigkeiten bei Wiederverheirateten angesprochen. Auch der Rückgang der Beichten kam zur Sprache, sowie die Verantwortung der Laien. Schließlich sprachen wir auch über die Ökumene – sprich „Gemeinschaft am Tisch des Herrn“.“
Zu diesen Punkten hatte die Pfarrerinitiative das Gespräch mit dem Heiligen Stuhl gesucht. Das Treffen wäre beinahe gescheitert, erzählt Schüller.
„Kardinal Christoph Schönborn hat uns geholfen. Wir haben auf unsere Anliegen ein umfassendes Verständnis gefunden. Man hat uns gesagt, dass man diese Sorgen ernst nimmt. Auch hat man uns empfohlen, die Frage des Frauenpriestertums nicht weiter zu betreiben. Darauf haben wir aber geantwortet, dass das Problem da ist. Wir müssen uns damit auseinandersetzen. Alle diese Fragen müssen sicherlich auf der Ebene der Weltkirche gelöst werden. Wir wurden nicht getadelt und unsere Anliegen sind nicht zurückgewiesen worden.
Das ist eine gute Nachricht.“
In der Pfarrer-Initiative haben sich 300, und damit rund ein Zehntel aller Priester und Diakone der österreichischen Diözesen zusammengeschlossen. (rv)
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UNO: Staatschefs suchen nach „Kultur des Friedens“
Eine internationale Konferenz „Dialog der Religionen und Zivilisationen“ beginnt an diesem Mittwoch im UNO-Glaspalast in New York. Initiator des Forums ist der König von Saudi-Arabien, Abdullah Al Saud, er hatte UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon um Unterstützung gebeten. Die zweitägige Veranstaltung soll einer internationalen „Kultur des Friedens“ und dem Gespräch zwischen Religionen und Kulturen dienen. König Abdulla betrachte diese Initiative als das „ehrgeizigste Projekt seines Lebens“, sagte ein UNO-Sprecher vor Journalisten. 16 Staats- und Regierungschefs nehmen teil, 65 Länderdelegationen hatten bereits vor Beginn des Treffens Redebeiträge angekündigt. Einladungen waren an 192 UNO-Mitgliedsstaaten gegangen.
Im Vorfeld war im Libanon Kritik an der Beteiligung Israels laut geworden. Präsident Shimon Peres sei eher „säkular“ ausgerichtet und könne deshalb die jüdische Religion nicht in New York vertreten. Peres sagte in einem Rundfunkinterview vor seiner Abreise, er wolle die Gelegenheit nutzen, um über die Friedensbemühungen im Nahen Osten zu sprechen. Die Frage nach einer persönlichen Begegnung und einem Händedruck mit dem saudischen König ließ Peres unbeantwortet. Nach eigenen Angaben wollte der israelische Präsident auch einen Rabbiner, einen muslimischen Geistlichen und einen Vertreter der Christen einladen, ihn zu dem interreligiösen Gespräch zu begleiten. Die Sprecherin des Präsidenten erklärte nun auf Anfrage der österreichischen Agentur Kathpress, es habe sich aber keiner der Religionsführer zur Mitreise gemeldet. (rv/ansa/kap)

Simbabwe: Hungersnot droht, Politik hilft nicht
Simbabwe steht ohne weitere internationale Hilfe offenbar vor einer Hungersnot. Davor warnt das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen. Die Zahl der an Hunger leidenden Menschen in Simbabwe habe sich innerhalb von einem Monat verdoppelt.
Der Sprecher des Programms für die Region Südliches Afrika, Richard Lee, sagte gegenüber Radio Vatikan: „Ich bin seit sechs Jahren immer wieder in Simbabwe und das jetzt, ist sicherlich das schlimmste, was ich bislang erlebt habe. Die Menschen müssen mit einer Mahlzeit täglich auskommen, viele haben nicht einmal die. Familien schicken ihre Kinder in den Urwald, um Nahrung zu suchen, andere wandern aus. Wir haben noch viereinhalb Monate bis zur nächsten Ernte und das zeigt, wie ernst die Lage ist. Sie wird stetig schlimmer werden, und immer mehr Menschen werden Hilfe brauchen. Deshalb rufen wir dringend nach Spenden. Wir können sonst keine ausreichende Versorgung mehr gewährleisten, und dann blicken wir wirklich düsteren Zeiten entgegen.“
Im Machtkampf in Simbabwe ist auch nach einem Sondergipfel des regionalen Staatenbunds in Johannesburg keine Einigung in Sicht. Der designierte Ministerpräsident des afrikanischen Krisenstaates, Morgan Tsvangirai, lehnte eine gemeinsame Führung des Innenministeriums mit der ZANU(PF)-Partei von Präsident Robert Mugabe ab.
„Die Politik hält sich noch mit ihren Machtspielchen auf und sucht nach Übereinkünften. Das hilft dem Land nicht aus der Krise“
, sagt dazu Patrick Nicholson, Sprecher von Caritas International: „Die katholischen Bischöfe haben deutlich gesagt, dass die bisherige Übereinkunft der Parteien nicht die Bedürfnisse des Landes und der Bevölkerung lösen kann, nicht den Kollaps der Wirtschaft, der Landwirtschaft und die Spaltung der Gesellschaft durch die politischen Spannungen. Diese Probleme werden bislang in keiner Weise angegangen. Ich kann die Appelle der Bischöfe an die Politik nur unterstützen: Simbabwe muss zusammen arbeiten und diese humanitäre Katastrophe angehen.“ (rv)
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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Senegal: Eine ungewöhnliche Wallfahrt
Es ist eine ungewöhnliche Wallfahrt, die dieses Jahr zum 120. Mal im Senegal stattgefunden hat – hin zu einem kleinen Dorf am Meer, das für seine Schwarze Madonna bekannt ist. Menschen aus ganz Westafrika pilgern zur „Notre Dame de la Visitation – Unserer Lieben Frau von der Heimsuchung“, 80 Kilometer von der Hauptstadt Dakar entfernt. Bei dem Großereignis bleiben Christen keineswegs unter sich, berichtet unsere Korrespondentin Julie Vandal; Sprecherin des Beitrags ist Gudrun Sailer. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Vatikan/USA
Barack Obama, designierter US-Präsident, hat ein erstes Telefonat mit Papst Benedikt XVI. geführt. Der vatikanische Pressesaal bestätigte am Mittwoch entsprechende Medienberichte aus den USA. Demnach bedankte sich Obama in dem Gespräch am Dienstag für die Glückwünsche des Papstes. Benedikt XVI. hatte in einem Glückwunschtelegramm am Tag nach der Wahl Obamas Wahlsieg als „historische Chance“ bezeichnet und an seine Verantwortung für den Aufbau einer friedlichen und gerechteren Welt erinnert. Kontroverse Auffassungen über Bioethik spielten in dem Telefonat offenbar keine Rolle. (rv/kna)

Vatikan/Deutschland
Mit 250.000 Euro aus seinem Privatvermögen hat Papst Benedikt XVI. den Grundstock für eine Stiftung seines Schülerkreises gelegt.
Das teilte der Stiftungsratsvorsitzende, der Nürnberger Prälat Michael Hofmann, in München mit. Mit Zustimmung des Kirchenoberhaupts trägt die Einrichtung den Namen „Joseph Ratzinger Papst Benedikt XVI. Stiftung“. Sie ist bürgerlichen Rechts und hat ihren Sitz in München, wo sie sich am Mittwoch erstmals der Öffentlichkeit präsentierte. Ziel der Stiftung sei weder Personenkult noch Reklame für den Papst, betonte Hofmann. Vielmehr gehe es um die Erforschung und Weiterführung seiner Theologie, vor allem in den Fächern Bibelwissenschaft, Patristik und Fundamentaltheologie. So unterstütze der Papst etwa ausdrücklich eine von der Stiftung zu finanzierende Gastprofessur an seiner früheren Universität Regensburg. Außerdem will die Stiftung die Entstehung eines Papst-Benedikt-Studienzentrums in Rom fördern, das an eine bereits bestehende Einrichtung anknüpft, die „Casa Balthasar“. Dieses Haus pflegt seit 1989 das Erbe zweier Theologen, die der Papst sehr schätzt, Hans Urs von Balthasar und Henri de Lubac sowie Adrienne von Speyr. Ein weiteres Projekt ist die Veröffentlichung einer vollständigen Bibliografie der Schriften Joseph Ratzingers. Ein Erscheinungstermin steht aber noch nicht fest. Außerdem sollen mit einem österreichischen Partner in Salzburg und London Symposien durchgeführt werden. - Vorsitzender des Stiftungskuratoriums ist der Wiener Kardinal Christoph Schönborn, Vorstandsvorsitzender der Sprecher des Razinger-Schülerkreises, der frühere Passauer Fundamentaltheologe Stephan Otto Horn. Der Schülerkreis zählt rund 40 Mitglieder, darunter Professoren, Pfarrer, Ordensleute und Laien aus Europa, Afrika, Asien und den USA. Er bildete sich 1978, nach der Ernennung des Regensburger Dogmatikprofessors Ratzinger zum Münchner Erzbischof. Jedes Jahr im August trifft der Kreis mit seinem einstigen Lehrer in der päpstlichen Sommerresidenz Castelgandolfo zusammen. (kna)

Europa

Deutschland
Der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, wird aller Voraussicht nach am Freitag, 14. November, zurück ins Bischofshaus kehren und dort seine Arbeit wieder aufnehmen. Das sagte der Mainzer Generalvikar, Prälat Dietmar Giebelmann, am Dienstagabend beim St. Martinsempfang des Katholischen Büros Mainz. Der Kardinal werde im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt keine Kur machen. Wann der Kardinal wieder öffentliche Auftritte wahrnehmen wird, steht derzeit noch nicht fest, erklärte das Bistum Mainz an diesem Mittwoch. Lehmann hatte sich am 3. November in einem Mainzer Krankenhaus einer Darmoperation unterziehen müssen. (pm)
Pflegeheime sollen laut einem Zeitungsbericht ab dem kommenden Jahr Schulnoten vom Prüfdienst der Krankenkassen bekommen. Darauf hätten sich der Spitzenverband der Krankenkassen und die Heimträger nach monatelangen Verhandlungen geeinigt, berichtete die „Bild“-Zeitung an diesem Mittwoch. Automatische Sanktionen bei einer schlechten Zensur seien dem Blatt zufolge nicht geplant. Das bleibe Sache der Heimaufsichten der Länder. (reuters)

Österreich
Mit einem landesweiten „Lichtermeer“ will die Caritas am Donnerstag auf die wachsende Armut in Österreich hinweisen. Bei der Aktion „Eine Million Sterne“ werden tausende Kerzen am Abend zahlreiche Plätze in ganz Österreich beleuchten. Zusammen sollen sie als Symbol für ein solidarisches Miteinander in Österreich brennen. Seit 6. November sind die Lichter im Handel erhältlich. Von jedem verkauften Kerzenset gehen zwei Euro an Caritas-Projekte für Menschen in Not. Die Aktion „Eine Million Sterne“ findet auch in 44 deutschen Städten statt, erstmals auch in den neuen Bundesländern. - Der Wiener Caritasdirektor Michael Landau hat indes erneut ein Konjunkturpaket für die sozial Schwächsten gefordert. Die gestiegenen Lebenshaltungskosten würden für immer mehr Menschen zu einem existenziellen Problem, so Landau. Insgesamt leben nach seinen Angaben mehr als eine Million Österreicher an oder unter der Armutsgrenze, ein Viertel von ihnen sind Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren. (pm)

Schweiz
Bei den Deutschschweizer Kapuzinern gibt es künftig den so genannten „Bruder auf Zeit“. Die Ordensmänner in der Nachfolge des Franz von Assisi wollen nach eigenen Angaben damit „eine neue Form der Teilnahme am Ordensleben“ schaffen. Es gebe immer wieder jüngere Männer, „die an einem Leben in einer klösterlichen Gemeinschaft interessiert sind, aber davor zurückschrecken, sich für eine ganze Lebenszeit zu verpflichten“, schreiben sie auf ihrer Internetseite. Als „Bruder auf Zeit“ verpflichten sich die Interessierten, für drei oder sechs Jahre in einem Kapuzinerkloster zu leben und zu arbeiten. Im gegenseitigen Einverständnis kann der Vertrag um drei Jahre verlängert werden. Der konkrete Lebens- und Arbeitsort eines „Bruders auf Zeit“ wird im Gespräch mit den Ordensverantwortlichen besprochen und festgelegt. Weitere Informationen gibt es unter: www.kapuziner.org/bruderaufzeit. (rv/kipa)

Polen
Auf Anordnung des Erzbistums Danzig ist in der nordpolnischen Hafenstadt Gdynia (Gdingen) ein Bild von Papst Johannes Paul II. von einem Altar entfernt worden. Das bestätigte der Kanzler der Erzdiözese, Stanislaw Zieba, der Tageszeitung „Polska“. Das Porträtfoto mit der Inschrift „Heiliger Vater, bete für uns“ war laut Bericht mehr als zwei Jahre lang an einem Seitenaltar der dortigen Dreifaltigkeitskirche angebracht. Die Kirchenleitung griff demnach nach einem Protestbrief an den Vatikan ein. Nur Selige oder Heilige dürften auf diese Weise verehrt werden, verwies Zieba auf das Kirchenrecht. Das Bild des polnischen Papstes hängt dem Bericht zufolge nun ohne Inschrift an einer Wand der Kirche. (kna)

Afrika

Kenia
Hinter den Entführungen zweier italienischer Ordensfrauen im Norden Kenias stehen einfache Kriminelle. Das vermutet der Bischof von Dschibuti, Giorgio Bertin. Unwahrscheinlich sei hingegen, dass religiöse Extremisten verantwortlich sind. Im Innern des Landes komme es immer mehr zu Wegelagerei, so Bertin; ähnlich der Piraterie vor den Küsten Somalias. Man wolle so Lösegelder erpressen. - Die beiden Ordensfrauen waren am Montag nahe der somalischen Grenze entführt worden. Die mehr als 60 Jahre alten Schwestern sind seit langem in Kenia tätig und widmen sich somalischen Flüchtlingen. (agi)

Naher Osten

Irak
Im nordirakischen Mossul sind gestern zwei junge Christinnen getötet worden. Weitere vier Menschen wurden verletzt. Bewaffnete Attentäter drangen in das Haus der 16 und 18 Jahre alten Frauen ein und erschossen sie. Die Mutter der beiden wurde angeschossen. Weiter hinterließen die Angreifer eine Sprengbombe, die drei im Anschluss eintreffende Polizisten verletzte. Nach Angaben der Nachrichtenagentur asianews ging es den Gewalttätern um ein Machtspiel, das die nächste Wahl in der Provinz beeinflussen soll. Außerdem sollten die Minderheiten im Land eingeschüchtert werden. Erst am vergangenen Dienstag waren einige christliche Familien von der Flucht vor radikalen Muslimen nach Mossul zurückgekehrt. Es hatte geheißen, die Lage in der Stadt, die als Hochburg der Terrororganisation El Kaida gilt, habe sich beruhigt. (asianews)
Der Bagdader Weihbischof Shlemon Warduni hat das neue Gesetz zu den Provinzwahlen im Irak scharf kritisiert. Minderheiten seien demnach noch immer unterrepräsentiert. Dies bedeute ein Zurückdrängen der christlichen Gemeinschaft aus dem öffentlichen Leben und eine Rechtsverletzung gegenüber den Minderheiten des Landes im Allgemeinen. Das Gesetz sei fast ohne Änderungen übernommen worden und sehe keine Quotenregelung vor. Warduni bittet die Vereinten Nationen und die internationale Gemeinschaft, von der irakischen Regierung stärker eine gesetzliche Gleichstellung der Minderheiten einzufordern. Solange dies nicht der Fall sei, gebe es keinen Frieden im Irak. (asianews)

Amerika

Vereinigte Staaten
Die Bischöfe warnen vor einer Legalisierung der Abtreibung. Auf ihrer Herbstvollversammlung in Baltimore berieten sie über eine Fünf-Punkte-Erklärung, die an Barack Obama und seine Regierung geschickt werden soll. Die Erklärung kritisiert auch eine mögliche Förderung der Forschung an embryonalen Stammzellen; Obama, der designierte Präsident der USA, denkt über eine entsprechende staatliche Förderung nach. Für die US-Bischöfe ist ihre Fünf-Punkte-Erklärung ein prophetisches Dokument. (cns)

Vereinte Nationen/Vereinigte Staaten
Katholische Entwicklungsorganisationen befürchten gravierende Auswirkungen der Finanz- und Bankenkrise auf die Zukunft der Entwicklungshilfe. Es sei unverständlich, dass beim anstehenden Finanzgipfel in Washington am Wochenende nur Industrie- und Schwellenländer und kein einziges Entwicklungsland beteiligt seien, sagte der Präsident des Dachverbands CIDSE, Rene Grothuis, am Dienstag in Brüssel. - Die Hilfen für die ärmsten Bevölkerungen der Erde seien oberste Priorität für den bevorstehenden Finanzgipfel der so genannten G20, erklärte UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon. Die Krise dürfe keine Entschuldigung sein, die gemeinsam getroffenen Verpflichtungen auf die lange Bank zu schieben. Die Finanzkrise müsse an ihren Wurzeln angepackt werden, so der Südkoreaner. Die Staatschefs aus aller Welt werde er am Samstag außerdem an die anstehenden Maßnahmen gegen den Klimawandel erinnern. Die Wirtschaftskrise sei zwar die „dringlichere“, die der Umwelt jedoch die „existentiellere“, sagte Ban in einer Pressekonferenz im Glaspalast der UNO. - Wegen der weltweiten Finanzkrise wird die Weltbank ihre Hilfen für Entwicklungsländer fast verdreifachen. In den kommenden drei Jahren könnten bis zu 100 Milliarden Dollar zusätzlich an Krediten vergeben werden, heißt es aus Washington. Das Geld solle über die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung an bedürftige Staaten fließen. Die Erhöhung werde die Ärmsten vor Nachteilen schützen und Länder mit großen Haushaltsproblemen auffangen, sagte Weltbank-Chef Robert Zoellick. (misna/dw/kna)


Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

 






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