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Meldungen vom 13.11.2008

- Vatikan: Abkommen mit Brasilien ratifiziert -
- USA: Ja zur Zusammenarbeit mit Obama -
- Kardinal zu Solidaritätsbesuch in Thailand -


Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion:
Gudrun Sailer
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

THEMEN DES TAGES:

Vatikan/Brasilien: Abkommen unterzeichnet
Brasilien und der Heilige Stuhl haben ein Abkommen über den Status der katholischen Kirche in dem lateinamerikanischen Land unterzeichnet. Zuvor empfing Papst Benedikt XVI. den brasilianischen Präsident Luiz Inacio Lula da Silva in Audienz. Die anschließende Mitteilung aus dem Vatikan berichtete von einem „ertragreichen Meinungsaustausch” etwa über Brasiliens Sozialpolitik für die Armen sowie zur Stärkung der Rolle der Familie im Kampf gegen Gewalt und Verwahrlosung. Außerdem sprachen Papst und Präsident über ihre Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirche bei der Förderung moralischer Werte und des Gemeinwohls, sowohl in Brasilien als auch besonders in Afrika.
Das Abkommen zwischen Heiligem Stuhl und Brasilien trägt die Unterschrift des jeweiligen Außenministers. Es erkennt die Kirche als juristische Person an und garantiert damit die volle Ausübung ihrer apostolischen und pastoralen Mission. Was das konkret heißt, beschreibt der Apostolische Nuntius in der Hauptstadt Brasilia, Erzbischof Lorenzo Baldisseri: „Die Bischöfe wünschen sich etwa einen Raum in den neuen Siedlungsgebieten an den Stadträndern. Die Stadtplanung sieht in solchen Gebieten bisher keinen Raum für religiöse Kulte vor. In unserem Abkommen allerdings haben wir einen Artikel aufgenommen, der garantiert, dass ein solcher Raum für Religion vorhanden sein muss. Außerdem geht es in dem Abkommen um Missionare. Der Bischof kann in Zukunft verlässlich dafür sorgen, dass Missionare einreisen dürfen, mit einem Visum, das die Behörden nach der Anfrage des Bischofs ausstellen werden.”
Das Staat-Kirchen-Verhältnis in Brasilien war bisher lediglich durch ein Statut geregelt, das aus dem Jahr 1890 stammte. In der Frage des Religionsunterrichts wartet das neue Abkommen mit einer echten Novität auf.
„Bisherige Abkommen oder Konkordate des Heiligen Stuhles bezogen sich ausschließlich auf katholischen Religionsunterricht. Im Abkommen mit Brasilien dagegen ist auch von Unterricht für andere Konfessionen oder Religionen die Rede. Das heißt, man garantiert der ganzen brasilianischen Gesellschaft einen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen, unabhängig vom jeweiligen kulturellen Hintergrund oder dem Credo der Menschen. Wir garantieren also ein Mehr als Meinungsfreiheit für uns und andere Religionen. Denn der Geist der Religionsfreiheit muss an der Basis unseres Zusammenlebens stehen.” (rv)
Hier zum Nachhören

Vatikan: Noch Jahre bis zur Öffnung der Akten Pius’ XII.
Das Vatikanische Geheimarchiv arbeitet intensiv an der Öffnung der Akten, die das Pontifikat Pius XII. (1939-1957) betreffen. Das sagte der Präfekt des Archivs, Bischof Sergio Pagano, der US-jüdischen „Pave the Way-Foundation”. Die Stiftung versucht, falsche Einschätzungen des Pius-Pontifikates innerhalb der jüdischen Welt abzubauen. Woran es liegt, dass die Akten noch unter Verschluss sind, erklärt Bischof Pagano so:
„Wir sind dabei, das Material über Pius XII. aufzubereiten. Das ist eine Knochenarbeit, das Pontifikat dauerte ja 19 Jahre, und es werden immer alle Akten auf einmal zugänglich. Wir sprechen da von Hunderttausenden Ordnern und Abermillionen Blättern. All das müssen wir sichten, ordnen, inventarisieren – sonst ist ein Archiv für einen Forscher wertlos. Wir brauchen noch mindestens sechs bis zehn Jahre. Wenn wir soweit sind, wird der Heilige Vater ohne Zweifel auch dieses Pontifikat für die Forschung freigeben.”
Erst vor vergangene Woche hatte das Internationale jüdische Komitee für interreligiöse Konsultationen bei einer Audienz von Papst Benedikt XVI. verlangt, die Archive für das Pontifikat Pius XII. für unabhängige Forscher zu öffnen. Ihre Studien seien abzuwarten, bevor der Heilige Stuhl „weit reichende Entscheidungen“ trifft, so das Komitee. Für den Pacelli-Papst läuft ein Seligsprechungsverfahren. (rv)
Hier zum Nachhören

Vatikan: „Qualitätssprung im Glaubensleben der Laien“
Welche Präsenz zeigen katholische Laien heute in der Welt der Arbeit und Wirtschaft, in der Bildung und Politik? Darum geht es bei der Vollversammlung des Päpstlichen Laienrates, die an diesem Donnerstag in Rom begonnen hat. Rund 60 Fachleute nehmen an dem Treffen teil, darunter 35 Laien aus allen Teilen der Welt.
Kardinal Stanislaw Rylko, Präsident des Päpstlichen Laienrates, sagte zum Auftakt der Vollversammlung gegenüber Radio Vatikan: „Eine der großen Herausforderungen der katholischen Laien heute ist der Mut zu einer sichtbaren und einschneidenden Präsenz in unserer Gesellschaft. Die Leitkultur zielt ja eher darauf, die Christen unsichtbar zu machen, sie im sozialen Leben, der Kultur, der Politik an den Rand zu stellen und den Glauben ganz und gar im Privaten zu leben.“
Gleichzeitig beobachtet Rylko Zeichen eines Neuaufbruchs im Glaubensleben vieler Laien. Die Kirche müsse dies mehr würdigen, so der polnische Kurienkardinal.
„Ja doch, es gibt eine starke Glaubenserosion, die sich in religiöser Gleichgültigkeit vieler Getaufter äußert, vor allem in unserem alten und müden Europa. Doch viele andere kehren zurück, und wir beobachten einen echten Qualitätssprung im Glaubensleben vieler Laien. Die Weltjugendtage etwa zeigen, dass eine neue Generation junger Leute heranwächst, die die Schönheit und die Freude des Christseins wiederentdeckt. Ich meine, dass unsere kirchlichen Gemeinschaften da aus ihrer Selbstbezogenheit herauskommen und viel offener sein müssten für diese Entwicklung, die der Heilige Geist unserer Zeit schenkt.”
(rv)
Hier zum Nachhören

Algerien: Arabischer Erzbischof gut aufgenommen
In Algerien gewinnt die katholische Kirche an Ansehen. Das sagt der neue Erzbischof von Algier im Gespräch mit Radio Vatikan. Ghaleb Bader stammt aus Jordanien und ist der erste arabische Oberhirte in Algier, er löste vor einem Monat Henry Teissier ab, der in den Ruhstand trat.
„Es ist ein positiver Schritt von Seiten der Kirche, einen arabischen Bischof für eine Ortskirche zu ernennen, die in einem arabischen Land ist und wirkt. Und dieser Schritt wird wohlwollend aufgenommen – von den Autoritäten, von den muslimischen Gläubigen und selbst von den Christen.”
Staatsreligion in Algerien ist der sunnitische Islam, dem laut offizieller Statistik 99 Prozent der Bevölkerung angehören. Der Anteil der Christen liegt bei rund einem Promille. Seit 2006 steht jede Form von Missionierung unter Strafe. Dennoch ist der Erzbischof in Algier freundlich aufgenommen worden: „Ich habe bereits alle muslimischen Autoritäten getroffen: den Präsidenten, mit dem ich über die Kirche gesprochen habe; er hieß mich willkommen. Auch den Premierminister, den Außenminister und den Religionsminister habe ich getroffen, sowie den Präsidenten des Islamischen Hohen Rates. Ich bin überall gut aufgenommen und sogar ermutigt worden, und mir ist klar geworden, dass die Kirche willkommen ist.”
Die Aufgaben für die Kirche in Algerien sieht der Erzbischof von Algier bei der Bildung: sei es in Schulen, sei es für den Klerus.
„Der Jüngste des Diözesanklerus ist 70 Jahre alt. Für den Priesterstand ist also viel zu tun, das ist die dringendste Aufgabe. Zweitens die Schulen: nach der Verstaatlichung sind uns wenige geblieben, ein paar technische Schulen, wenige Bibliotheken und Bildungszentren. Und es gibt auch viel zu tun, was den Bau von Kirchen betrifft.” (rv)
Hier zum Nachhören

Jagd auf Christen, in vielen Teilen der Welt - ein Kommentar
Gedanken zu den Christenverfolgungen in der Welt hat sich der Redaktionsleiter der deutschen Abteilung von Radio Vatikan, P. Eberhard von Gemmingen SJ, gemacht. Er beklagt die Gedankenlosigkeit in den westlichen Gesellschaften. Hier sein Kommentar:
„Christsein war immer schon gefährlich – außer im satten Westen. Das Schlimme ist der Zusammenhang: Gleichgültiger Westen, bedrängte Christen auf anderen Kontinenten. Um es klar zu sagen: Je mehr sich der Westen dem Christentum entfremdet, je mehr uns im Westen das Schicksal unserer Glaubensbrüder woanders in der Welt egal ist... desto ungestörter können sich Christenhasser austoben...“ (rv)
Hier können Sie den Kommentar nachlesen


AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Katholisch-Islamisches Forum: „Dinge beim Namen genannt”
Das katholisch muslimische Dialogforum vergangene Woche in Rom hat ein außerordentlich hohes öffentliches Interesse erfahren. Im Gespräch mit uns zieht P. Markus Solo eine Bilanz aus dem Blickwinkel „hinter den Kulissen”. P. Solo, Steyler-Missionar, stammt aus dem überwiegend muslimischen Indonesien, arbeitet am vatikanischen Dialograt und war einer der 29 katholischen Teilnehmer des Dialogforums.
„Ich bin ganz froh, dass wir Themen angesprochen haben, die wir im Alltag nur unter vier Augen besprechen. Zum Beispiel, dass wir Mut hatten, über Religionsfreiheit, Freiheit des Gewissens zu sprechen, oder über degradierende Bezeichnungen aneinander offen zu reden. Beispielsweise fragen die Katholiken die Muslime: Warum bezeichnen Muslime uns Christen als Heiden? Wobei es auch nicht leicht war, die Probleme gleich zu lösen. Aber diese Dinge kommen auf den Tisch, und Gott sei Dank, das eine oder andere wurde erklärt, und für ein erstes Treffen war es schon gut, dass wir solche Dinge beim Namen nennen konnten. Ich bin zufrieden.“... (rv)
Hier der Beitrag von Gudrun Sailer in voller Länge zum Nachlesen und -hören

„Geschenk fürs Leben”? Vatikantagung zum Thema Organspende
Zum Thema Organspende hat vergangene Woche in Rom die Päpstliche Akademie für das Leben gemeinsam mit der Weltdachorganisation katholischer Ärzteverbände (FIAMC) getagt. Anliegen der Zusammenkunft war es, sich unter der Überschrift „Un dono per la vita” aktuellen Problematiken wie der Frage nach dem Hirntod oder der des Organhandels zu stellen. Besonders die Aktualität des Themas „Hirntod” hat bereits im Vorfeld den Ruf nach grundsätzlichen Stellungnahmen, auch von Seiten Papst Benedikts XVI., laut werden lassen. (rv)
Hier der Beitrag von Gudrun Sailer und Veronica Pohl zum Nachlesen und -hören

Paraguay: Der Bischof und sein Präsident
Seit drei Monaten ist ein Ex-Bischof jetzt Präsident in Paraguay: Fernando Lugo, früher Oberhirte von San Pedro, einer der ärmsten und unruhigsten Regionen des Landes, ist neuer Staatschef in Asuncion. Ein komisches Gefühl für seine früheren Kollegen, etwa den Erzbischof der Hauptstadt. Der dem früheren Amtsbrüder jetzt bei Staat-Kirche-Gesprächen gegenübertritt... (rv)
Hier der Beitrag von Stefan Kempis zum Nachhören


DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Die im Alter von sechs Jahren verstorbene Antonietta Meo könnte „Kirchenlehrerin” werden. Derzeit läuft das Seligsprechungsverfahren für das römische Mädchen, das 1937 starb. Ein Mitarbeiter der Päpstlichen Kongregation für Selig- und Heiligsprechungen verwies am Rande einer Tagung im Vatikan auf eine Textsammlung des Mädchens mit rund 150 Briefen an Jesus, die Gottesmutter Maria und die Heilige Dreifaltigkeit. Wissenschaftler hätten darin „mit Staunen ein theologisches System” entdeckt. (sir)

Europa

Deutschland
Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) hat die bundesweiten Streiks an Schulen begrüßt. In die Bildungspolitik sollten sich Jugendliche lautstark einmischen, sagte die Bundesvorsitzende Andrea Hoffmeier am Mittwoch in Berlin. Die Politik gehe eklatante Mängel in der Ausbildung von Lehrern und in der Ausstattung von Schulen nicht konsequent an. Der BDKJ vertritt nach eigenen Angaben als Dachverband 15 katholische Kinder- und Jugendverbände mit rund 650.000 Mitgliedern. (pm)
Angesichts des Organmangels in Deutschland hat der Kölner Staatsrechtler Wolfram Höfling eine Novellierung des Transplantationsgesetzes gefordert. Er nannte es am Donnerstag in Berlin „fragwürdig”, dass die Bundesärztekammer Richtlinien zu Einzelheiten im Transplantationsprozess wie der Aufnahme von Patienten auf die Warteliste festlegen könne. Höfling, Katholik und Vorstandsmitglied der Deutschen Hospiz-Stiftung, äußerte sich im Rahmen einer zweitägigen Fachveranstaltung der Ärztekammer zum Thema „Organspende und -transplantation in Deutschland”. Der Verfassungsrechtler betonte, „Entscheidungen über Leben und Tod” bedürften einer Objektivität und Transparenz, wie sie nur der Gesetzgeber gewährleisten könne. Zu hoffen sei, dass mehr Transparenz bei den Richtlinien auch die Spendenbereitschaft der Deutschen stärke. (kna)

Niederlande
Wegen schlechter Unterrichtsqualität will das Bildungsministerium von den Trägern islamischer Grundschulen 4,5 Millionen Euro zurückverlangen. Fast die Hälfte der von Muslimen betriebenen 41 Grundschulen im Land biete schlechten bis sehr schlechten Unterricht an, meldeten niederländische Medien am Donnerstag unter Berufung auf eine Studie des Ministeriums. Demnach werden den Trägern der Schulen auch finanzielle Verstöße zur Last gelegt. So seien staatliche Gelder etwa für Ausflugsreisen nach Mekka statt für Bildungsprojekte ausgegeben worden. (kna)

Afrika

Demokratische Republik Kongo
Regierungstruppen haben auf ihrem Rückzug aus der Region Kanyabayonga nördlich von Goma ein Caritas-Zentrum für ehemalige Kindersoldaten geplündert. Rund 30 Jungen und Mädchen mussten flüchten, teilte die Caritas mit. In der Region werden den Regierungssoldaten zahlreiche weitere Übergriffe gegen die Zivilbevölkerung vorgeworfen. „Im Ostkongo ist niemand seines Lebens sicher”, so Caritas Mitarbeiter Alexander Bühler. Die jüngsten Vorfälle zeigten, dass weder Regierungstruppen noch Rebellen Halt vor Zivilisten und Helfern machten. Inzwischen haben die Rebellen weite Teile des Ostens in ihre Gewalt gebracht. Hunderttausende befinden sich auf der Flucht, Beobachter melden Massaker an der Zivilbevölkerung, Vergewaltigungen, Übergriffe und Raub. (pm)

Naher Osten

Syrien
Archäologen sind in der antiken Stadt Palmyra im Herzen Syriens auf eine 1.200 Jahre alte Kirche gestoßen. Sie soll mit einem Grundriss von 47 mal 27 Metern die größte jemals in diesem Land entdeckte Kirche sein. Im Innenhof der Kirche befindet sich ein kleines Amphitheater. Die Archäologen gehen davon aus, dass hier christliche Rituale wie Taufen u.ä. vollzogen worden sind. (ap)

Asien

Thailand
Kurienkardinal Renato Martino hat an der Grenze zu Burma einen Gottesdienst in einem Flüchtlingscamp gefeiert. Der vatikanische Beauftragte für die Migrantenseelsorge besuchte vergangene Woche auf Wunsch Papst Benedikts die Grenzregion Thailands, um sich ein Bild von der Lage der Menschen zu machen. Moo Sa Pai, ein 19-jähriger Flüchtling aus Burma, sprach nach der Feier davon, dass nun endlich wieder Zuversicht und Freude in das Camp eingezogen seien. Man wisse nun, dass die Situation der Flüchtlinge nicht in Vergessenheit gerate. Seit über dreißig Jahren bedeutet der Krieg in Indochina für Hunderttausende die Heimatlosigkeit. (asianews)

Indien
Die Bischöfe des Bundesstaates Orissa haben Maßnahmen gegen die Christenverfolgungen im Land gefordert. Die Regierung müsse den gewaltsamen Übergriffen durch hinduistische Fundamentalisten Einhalt gebieten und dafür sorgen, dass Familien auf der Flucht wieder in ihre Heimatorte zurückkehren können, heißt es in einem Brief an Orissas Ministerpräsidenten Naveen Patnaik. Besonders gelte dies für den Distrikt Kandhamal, aus dem 15.000 Christen geflohen seien. Weiter müssten zahllose Vorfälle, wie niedergebrannte Privathäuser, Kirchen und christliche Einrichtungen, endlich aufgeklärt werden. (cna)

Afghanistan
Die Caritas warnt vor einer Hungersnot in Afghanistan. Mehrere Jahre Dürre, extrem harte Winter, regionale Konflikte und gestiegene Nahrungsmittelpreise haben die Lebenssituation der einfachen Bevölkerung in den vergangenen Monaten und Jahren deutlich verschlechtert, heißt es in einer Mitteilung von Caritas international, dem Hilfswerk der deutschen Caritas. Das gelte insbesondere für Regionen im zentralen Hochland. So leiden die Menschen in der Provinz Daikundi laut Statistiken unter den schlechtesten Bedingungen seit 20 Jahren. (pm)

Amerika

Mexiko
Der Erzbischof von Antequera-Oaxaca, José Luis Chávez Botello, hat die Legalisierung bestimmter Drogen in Mexiko verurteilt. Die amtliche Anerkennung von Marihuana helfe den Familien nicht weiter, sondern verschlimmere soziale Probleme noch. Erfahrungen aus Ländern wie den Niederlanden und Schweden, wo der Konsum von Marihuana erlaubt sei, belegten diese Tatsache. Weiter zeige sich in der Legalisierung der Drogen die Vorherrschaft von Geld und Korruption über die Menschenwürde. (cna)

Nicaragua
Die nicaraguanischen Bischöfe bezweifeln die von der Regierung bekannt gegebenen Ergebnisse der Gemeindewahlen vom vergangenen Sonntag. Es seien lediglich 86 Prozent der Stimmzettel ausgezählt worden, kritisieren die Oberhirten. Das gefährde die Demokratie im Land. Die Regierung hatte Zahlen veröffentlicht, nach welchen sie auf 48,24 Prozent der Stimmen kommt. Auch die liberale Oppositionspartei bezweifelt die Glaubwürdigkeit der Zahlen und will das Wahlergebnis anfechten. (rv)

Vereinigte Staaten
Die Bischöfe des Landes haben trotz unterschiedlicher Auffassungen in bioethischen Fragen eine Zusammenarbeit mit der künftigen Regierung Barack Obamas angekündigt. Der Vorsitzende der US-amerikanischen Bischofskonferenz, Kardinal Francis George, solle in einem Brief an den gewählten Präsidenten eindeutig zur Abtreibungsfrage Stellung nehmen, so die Bischöfe auf ihrer Vollversammlung. Der Brief solle die grundsätzliche Auffassung der Katholiken und „aller Menschen, die guten Willens sind”, darstellen. Trotz ihrer Forderungen für den Schutz des ungeborenen Lebens warnten die Bischöfe vor einer zu scharfen Sprache. Es ginge um ein Miteinander, nicht um die Verhärtung der Fronten in ethischen Fragen. Im Vorfeld hatte Obama die Lockerung eines Gesetzes angekündigt, dass Abtreibungen in den USA verbietet. (cna)
Ein Missionar aus Columbus in Georgia hat vom Vatikan die Zulassung von Frauen zum Priesteramt verlangt. Der 69-jährige Priester und Maryknoll-Missionar Roy Bourgeois wandte sich mit einem entsprechenden Schreiben an die Vatikanische Glaubenskongregation in Rom. Ausschließlich Männer für das Priesteramt zuzulassen, bezeichnete Borgeois als Irrlehre. Mit seinen Forderungen stieß er jedoch auch auf Widerstand bei der Leitung seines Missionsordens. Das bedauere der Ordensmann, allerdings wolle er die Diskussion um die Frauenordination weiter fortsetzen. (cns)

Vereinte Nationen

Die UNO solle gemäß ihrer Mission eine „Schule des Friedens” sein. Das forderte der Vorsitzende des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog, Kardinal Jean-Louis Tauran, bei der UNO-Konferenz zum Dialog zwischen Kulturen und Religionen. Die internationale Gemeinschaft müsse Entscheidungen „jenseits der Logik der Macht” fällen, so Tauran in New York. Die Religion helfe, eine solidarische Haltung einzunehmen. Das Gebet um Frieden in der Welt eine die Gläubigen verschiedener Religionen jenseits fundamentalistischer Strömungen. An diesem Frieden mitzuwirken sei der humanitäre Auftrag der Vereinten Nationen und das Anliegen der gesamten Menschheit, sagte der Vatikanvertreter weiter. Die Regierungen seien dazu verpflichtet, Verantwortung für die Freiheit der Menschen, die natürlichen Ressourcen und die Grundordnung der Demokratie zu übernehmen. - An dem zweitägigen Forum im UNO-Glaspalast in New York nehmen Delegationen aus mehr als 60 Ländern teil. Initiator ist der König von Saudi-Arabien, Abdullah Al Saud. (rv)


Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

 






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