Meldungen vom 14.11.2008
- Kirche erhofft sich vom G-20-Gipfel ein Umdenken -
- Flüchtlingsmassaker im Kongo halten an -
- Euthanasie-Debatte in Italien -
Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefan von Kempis
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.
THEMEN DES TAGES:
Deutschland/Vatikan: Marx betont „Gestaltungsfreiheit“ bei kirchlichen Diensten
Kirchliche Dienste für Laien öffnen, für Frauen und nicht nur für Männer auf dem Weg zum Priester… Außerhalb der Weihe habe die Kirche hier Gestaltungsfreiheit, sagte der Münchner Erzbischof Reinhard Marx an diesem Freitag im Gespräch mit Radio Vatikan. Marx nahm an der Vollversammlung des Päpstlichen Laienrats in Rom teil, Birgit Pottler hat mit ihm gesprochen.
„Wenn ganz klar ist, dass die drei Weihestufen Diakonat, Priesteramt und Bischofsamt eine Einheit sind und die den Männern vorbehalten ist, dann gebe es sicher die Diskussion, ob man die anderen Bereiche, wo es Dienste, Aufgaben, Charismen und Ämter gibt, die die Kirche im Laufe der Geschichte immer wieder neu umschrieben hat und wo die Kirche eine Gestaltungsfreiheit hat, nicht neu für Männer, Frauen und Laien öffnen könne, nicht nur für diejenigen, die sich auf das Priestertum vorbereiten.“
Die Teilnehmer der Weltbischofssynode hatten dem Papst Ende Oktober den Vorschlag weiter gegeben, das so genannte Lektorat auch für Frauen zu öffnen. Nun ist damit nicht nur die faktische Übernahme der Lesung im Sonntagsgottesdienst gemeint, sondern dahinter steht viel mehr die Öffnung eines Amtes, das kirchenrechtlich eine Stufe auf dem Weg zum Priesteramt war. Der Münchner Erzbischof will diese Frage ausweiten.
„Da denke ich schon länger darüber nach, ob das nicht eine wirklich gute Diskussion wäre, damit man auch deutlicher macht: Ihr handelt im Auftrag der Kirche, ihr seid hier in einer besonderen Aufgabe, wir geben euch einen Segen mit auf den Weg … Aber das ist eine langwierige Diskussion, die jetzt entstehen wird, und die sich nicht nur auf Lektorat bezieht, sondern auf den ganzen Bereich der kirchlichen Dienste und Ämter, die außerhalb der Weihestufen, außerhalb des kirchlichen Amtes sind; ob man den nicht etwas souveräner gestalten kann, auch den heutigen Erfordernissen eher anpassen kann. Da bin ich sehr neugierig und gespannt und würde eine Diskussion darüber sehr begrüßen.“
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USA/Deutschland: Marx fordert Weltinnenpolitik
Der Weltfinanzgipfel der 20 Staats- und Regierungschefs wird die weltweite Finanzkrise nicht lösen. Das betont der Münchner Erzbischof Reinhard Marx an diesem Freitag. Im Gespräch mit Radio Vatikan in Rom forderte der Sozialethiker eine „Welt-Innenpolitik“, eine moralische Erneuerung der Wirtschaft und Strukturen, die eine solche Krise in Zukunft verhinderten.
„Strukturen alleine können nicht helfen. Sie sind notwendig, damit das schlimmste verhindert wird, aber es gehört auch wieder dazu, dass die Akteure im wirtschaftlichen Bereich, auch die Anleger, auch die Politiker, sich klaren ethischen Prinzipien verantwortlich wissen, sonst können Strukturen immer wieder unterlaufen werden.“
Die Kirche müsse hier ihren Beitrag leisten, forderte der Erzbischof, der derzeit an der Vollversammlung des Päpstlichen Laienrats in Rom teilnimmt.
„Das ist ein langer Weg, hoffentlich hat der Schock, den wir jetzt erlebt haben, wenigstens etwas dazu beigetragen, dass so etwas wie Umkehr eintritt.“
In den 70er Jahren habe man gelacht, wenn die Kirche von einer Weltwirtschaftsordnung sprach, so Marx.
„Jetzt wird es notwendig. Wir brauchen eine Weltwettbewerbsordnung, die den armen Völkern einen gerechten Zugang zum Markt eröffnet. Marktwirtschaft, Freiheit und Deregulierung führen ja nicht automatisch zum Guten.“
Diesem Wahn seien zu viele gefolgt. Weltweite Strukturen wie der Internationale Währungsfond und die Welthandelsorganisation müssten erneuert werden, denn „sie haben nicht in der Weise funktioniert, wie man es erwarten konnte“. (rv)
USA/Vatikan: „Finanzkrise ist ethische Krise“
Auch der Vatikan hofft, dass der Weltfinanzgipfel in Washington vor allem Ausgangspunkt für ein „Umdenken“ wird. Erzbischof Giampaolo Crepaldi ist Sekretär des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden. Er meint im Gespräch mit Radio Vatikan: „Diese Krise, die die Welt jetzt erlebt, ist nicht nur eine Finanzkrise - und darum kann auch ihre Lösung nicht nur von finanziellem Charakter sein. Die Soziallehre der Kirche weist darauf hin, dass der Finanzmarkt Prämissen braucht, die er nicht selbst hervorbringen kann, etwa das Vertrauen. Die jetzige Krise zeigt etwas, das uns auch unsere Soziallehre vor Augen führt: Wenn ein wirtschaftliches oder finanzielles System in eine Krise gerät, dann geschieht das nie aus wirtschaftlichen oder finanziellen Gründen, sondern, weil sich eine Wunde am globalen Moralsystem auftut. Vertrauen - das ist zunächst einmal eine ethische Haltung, kein wirtschaftlich-finanzielles Element. Wenn der Markt diese ethische Haltung unterminiert, dann kann er selbst kein Vertrauen mehr aufbauen.“
Das stärkste Signal, das sich der Erzbischof vom Gipfel in Washington erhofft, ist denn auch kein Herumdoktern am System: „Die verbreitete Befürchtung ist, dass die derzeitige Finanzkrise die Versprechungen beschädigt, die die internationale Gemeinschaft und die Staaten eingegangen sind, um Entwicklung zu finanzieren. Wenn das einträte, wäre es aus meiner Sicht eine Katastrophe. Wir hoffen, dass der G-20-Gipfel sich positiv zur Welthandelskonferenz von Doha stellt. Dem Heiligen Stuhl liegt sehr daran, dass sich die Staaten mit neuer Verantwortung zur Finanzierung von Entwicklung bekennen.“ (rv)
In unserem Audio-Angebot hören Sie neben Crepaldis Interview auch Auszüge aus dem Gespräch mit dem Münchener Erzbischof Marx zum Weltfinanzgipfel
Hier das ganze Statement von Erzbischof Marx zum Nachhören
Demokratische Republik Kongo: „Stillschweigender Völkermord vor aller Augen“
Die Rebellen von Tutsi-General Laurent Nkunda setzen ihren Vormarsch in der Provinz Nord-Kivu fort. Nach Agenturangaben bedrohen sie jetzt die Stadt Kanyabayonga, die große strategische Bedeutung hat. Dabei häufen sich Berichte über ausländische Beteiligung an den Kämpfen: Kongos Regierungstruppen werden offenbar von Soldaten aus Angola und Simbabwe unterstützt, während hinter den Rebellen vor allem Ruanda steht.
Die Bischöfe des Kongo sprechen in einer Erklärung, die an diesem Freitag bekannt wurde, von einem „stillschweigenden Völkermord vor aller Augen“ und der Gefahr einer dauerhaften Spaltung des Landes. „Massaker an der Zivilbevölkerung, gezielte Morde an jungen Leuten und systematische Vergewaltigungen“ seien die Symptome einer „nie dagewesenen Gewalt“. Empörend sei, wie tatenlos die UNO-Blauhelme dem Schlachten zusähen.
Christoph Klitsch-Ott ist Referatsleiter Afrika bei Caritas International; er sieht mit Sorge, dass die Kämpfe im Osten des Kongo immer intensiver werden.
„Es gab in der Region ca. 950.000 Menschen in Flüchtlingslagern. Diese Flüchtlingslager sind aufgelöst worden, und die Menschen sind erneut geflohen. Nur von einem Teil der Menschen weiß man, wo sie derzeit sind. Wir arbeiten eng zusammen mit der Caritas der Diözese Goma und der nationalen Caritas Kongo und haben derzeit dort Projekte der Nahrungsmittelverteilung, die wir vom Welternährungsprogramm der UNO bekommen. Gleichzeitig finanzieren wir aus Spendengeldern Dinge wie Decken, Wasserkanister, Kochutensilien, damit die Menschen, die wir erreichen können, sich in neuen Lagern installieren können.“
Derzeit sei es durchaus noch möglich, klare Informationen aus dem Osten des Kongo zu bekommen: „Die Kommunikationswege Telefon, E-Mail, Internet nach Goma funktionieren nach wie vor. Wir haben dort ein sehr erfahrenes lokales Caritasteam, das in die Lager und auch ins Hinterland von Goma fährt, um die Flüchtlinge überhaupt zu finden; mit diesem erfahrenen Team stehen wir dauerhaft im Kontakt.“
Um die Kämpfe zu stoppen, würde man schon Militär brauchen – eine aufgestockte UNO-Friedenstruppe zum Beispiel oder eine Truppe der Afrikanischen Union. Klitsch-Ott: „Kurzfristig kann das sicherlich helfen, die Region zu stabilisieren, die Kriegsparteien auseinander zu halten und für eine gewisse Waffenruhe zu sorgen. Mittel- und langfristig muss man daran arbeiten, die Wurzeln dieses Konflikts zu bekämpfen. Und das ist in erster Linie die illegale Ausbeutung von Rohstoffen im Ostkongo: Dort gibt es Gold, Diamanten, Erdöl sowie seltene Metalle für die Elektroindustrie wie Coltan, die extrem teuer sind. Und diese illegale Ausbeutung der Rohstoffe finanziert den Krieg dort.“
Wenn sich die internationale Gemeinschaft nicht stärker für eine Lösung des Konflikts engagiert, dann werden die Kämpfe im Osten des Kongo „noch lange dauern“, fürchtet der Experte. „Solange in diesem Konflikt die Konfliktparteien sehr viel Geld verdienen können, wird der Konflikt weiterlaufen. Und hier muss angesetzt werden, um diese Region zu befrieden.“ (rv/fides/caritas)
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DIE NACHRICHTEN:
Vatikan
Auch der Vatikan wird zum 60. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte eine Feier veranstalten. Die Einzelheiten hat der Leiter des Päpstlichen Friedensrates, Kardinal Renato Raffaele Martino, jetzt vorgestellt. Die Proklamation der Menschenrechtserklärung von 1948 sei aus Sicht der Kirche ein Augenblick, der für die Reifung des Gewissens entscheidend gewesen sei. Darum werde der Vatikan den 10. Dezember, an dem sich die Verabschiedung der UNO-Konvention jährt, einen Festakt halten, und zwar in zwei Teilen. Der erste Teil wird vor allem der Reflexion und dem Studium gewidmet sein. An ihm werden die Verantwortlichen der Dikasterien der Römischen Kurie sowie das beim Heiligen Stuhl akkreditierte Diplomatische Korps teilnehmen. Im Anschluss ist als zweites Ereignis das Konzert eines deutschen Orchesters geplant, das von einer spanischen Dirigentin geleitet wird. An dem Konzert wird auch Papst Benedikt XVI. teilnehmen. Zum ersten Mal in der Geschichte wird es eine Frau sein, die ein Orchester vor dem Papst dirigiert. (zenit)
Vatikan/Italien
Die künstliche Ernährung bei Wachkoma-Patienten einzustellen widerspreche dem Tötungsverbot und sie Euthanasie. Der Vatikan hat mit dieser scharfen Kritik auf das Urteil des höchsten italienischen Berufungsgerichts vom Donnerstag reagiert, das den Ernährungsabbruch bei der 35jährigen Wachkoma-Patientin Eluana Englaro billigt. Die Mailänderin liegt seit 1992 im Wachkoma. Für den Präsidenten der Päpstlichen Akademie für das Leben, Erzbischof Rino Fisichella, bedeutet die Einstellung der Ernährung, dass ein Menschen unter großem Leiden in den Tod geschickt werde. Auch Kurienkardinal Javier Lozano Barragan spricht davon, dass man auf diese Weise einen Menschen zu einem schrecklichen Tod durch Hunger und Durst verurteile. Fisichella sagte weiter, die Patientin sei eine lebende Person, die selbstständig atme und auch Empfindungen wahrnehme. Der Vater der Patientin kämpft seit fast zehn Jahren juristisch um den Tod seiner Tochter. (corriere della sera/rv)
Vatikan/Ungarn
Vertreter von Vatikan und Judentum ziehen eine positive Bilanz ihrer Gespräche in Budapest. Die Schlusserklärung des 20. Treffens eines „Liaison-Komitees“ erwähnt Bemühungen, auch andere Partner in den Dialog einzubeziehen. Dabei gehe es um Vertreter der orthodoxen Christen und um eine Gruppe von Islam-Gelehrten aus Marokko. Die nächste Sitzung des Komitees soll im Juni nächsten Jahres in Castelgandolfo bei Rom stattfinden. Die Gespräche in Budapest hätten in einer „Atmosphäre von Vertrauen und Verlässlichkeit“ stattgefunden, so die Erklärung. Ein Treffen junger christlicher und jüdischer Persönlichkeiten im Vorfeld belege den „neuen Geist der Freundschaft“. (rv)
Europa
Deutschland
Jeder zehnte Christ wird aus Glaubensgründen diskriminiert. Das erklärte die Internationale Gesellschaft für die Menschenrechte (IGFM) an diesem Freitag. Weltweit habe sich die Lage der verfolgten Christen im vergangenen Jahr nicht verbessert, in vielen Teilen der Erde habe sie sich zugespitzt. Islamisch geprägte Länder bildeten dabei die Mehrheit der Staaten, in denen Christen unter Diskriminierung und Verfolgung zu leiden hätten. Speziell im Irak habe sich die Situation der Christen dramatisch verschlechtert. Aber auch in Indien und China werden laut IGFM immer mehr Christen aus politischen und religiösen Gründen verfolgt. Von der Dokumentation der Ereignisse bis zu deren Überwindung sei es noch ein weiter Weg. Am kommenden Sonntag findet ein weltweiter Gebetstag für verfolgte Christen statt. Im Vorfeld wurde an diesem Freitag das Jahrbuch „Märtyrer 2008“ der evangelischen Nachrichtenagentur Idea vorgestellt. (rv)
Der Religionsunterricht gehört in die Schule. Das forderte die stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Andrea Nahles gestern in Berlin. Der Unterricht helfe den Jugendlichen dabei, zu selbstbewussten Menschen zu werden und keinen „falschen Göttern“ nachzulaufen. Nahles warnte auch davor, dass öffentliche kirchliche Angebote zurückgingen. Bislang hat der Religionsunterricht in Berlin nur die Stellung einer zusätzlichen Arbeitsgemeinschaft. Bis Ende Januar ist in der Hauptstadt ein Volksbegehren in Gang, das sich für dessen Anerkennung als vollwertiges Unterrichtsfach einsetzt. (kna)
Das ökumenische Gespräch müsse dokumentiert werden, fordert der evangelische Theologe Harding Meyer. Er betonte bei der 70-Jahrfeier des ökumenischen Kreises „Una Sancta“ am Donnerstag in München die Notwendigkeit, Fortschritte des Dialoges festzuhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Nur so könnten „Dialogmüdigkeit und Konsensverdrossenheit“ überwunden werden Die Fortschritte sollten in so genannten „in-via-Erklärungen“ vorliegen. Im Vorfeld hatte Meyer in Straßburg kritisiert, dass bisherige Gesprächsergebnisse nur unzureichend von den Kirchen wahrgenommen worden wären. (kna)
Die diesjährige Aktion des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat steht im Zeichen der Großstadtpastoral. „Gott wohnt in ihrer Mitte“ ist das Thema im Advent 2008. Laut Adveniat geht es darum, die Metropolen menschlicher zu machen. In Lateinamerika lebten knapp 70 Prozent der Bevölkerung in Großstädten. Aber auch in Deutschland werde vermehrt die Frage nach einer Großstadtpastoral gestellt, die den Menschen im Alltag erreicht. (rv)
Österreich
Vor der „verführerischen Macht der Ideologie“ hat jetzt der Rektor der Kunstuniversität Linz, Reinhard Kannonier, gewarnt. Regimegegnern und denen, die „lieber gestorben seien, als dem Nationalsozialismus anzugehören“ sei daher höchster Respekt zu zollen, sagte Kannonier „Dies Academicus“ am Donnerstag in Linz. Die nationalsozialistische Parole „Ein Volk, ein Reich, ein Führer“ habe Reichsidee, Führerverherrlichung und Volkstumsideologie in sich vereinigt. Dabei habe die NS-Ideologie von wirtschaftlichen und sozialen Problemen, den ethnologischen Konflikten und dem weit verbreiteten Minderwertigkeitsgefühl der Menschen profitiert. - Die Kirche von Linz in der Zeit des Nationalsozialismus stand im Mittelpunkt der Veranstaltung an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz. Man wolle „einen kleinen Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte leisten“, sagte Rektor Michael Rosenberger zum Auftakt. (kap)
Serbien
Patriarch Pavle I. bleibt an der Spitze der serbisch-orthodoxen Kirche. Der 94-jährige Kirchenführer akzeptierte jetzt eine entsprechende Entscheidung des Heiligen Synods in Belgrad. Eigentlich hatte der kranke Patriarch darum gebeten, zurücktreten zu dürfen; Mitbrüder im Bischofsamt stimmten ihn aber um. Pavle liegt seit fast einem Jahr in einem Krankenhaus. (apic)
Amerika
Vereinigte Staaten
Die Bischöfe wollen eine Konfrontation mit der künftigen Regierung vermeiden. Im Schluss-Statement ihrer Beratungen in Baltimore mahnen sie allerdings: Wenn der gewählte Präsident Barack Obama Abtreibung erleichtere, dann werde das „die erhoffte Einheit zwischen Obama und allen Amerikanern in diesem Moment der Krise unmöglich machen“. Wörtlich schreiben die Bischöfe: „Aggressive Politikansätze, Gesetze und Dekrete zugunsten von Abtreibung würden von vielen als Angriff auf ihre freie Religionsausübung empfunden.“ (rv)
Uruguay
Das Gesetz für die Legalisierung von Abtreibungen in Uruguay wird vorerst nicht in Kraft treten. Der Präsident von Uruguay, Tabare Vazquez, hat am gestrigen Donnerstag sein Veto gegen die Legalisierungspläne geltend gemacht, obwohl sich das Parlament des Landes am vergangenen Dienstag auf die Verabschiedung des Gesetzes geeinigt hatte. Der Abstimmung über das Gesetz waren mehrere Monate lang Diskussionen vorausgegangen, in denen sich auch Sprecher der katholischen Kirche besorgt zu dem Gesetzesentwurf geäußert hatten. (efe)
El Salvador
Der frühere Staatschef Alfredo Cristiani und vierzehn frühere Armee-Angehörige sind wegen Mordes angeklagt worden. Eine spanische und eine US-Menschenrechtsorganisation erhoben jetzt gemeinsam Klage in Madrid. Cristiani und den anderen Beschuldigten wird vorgeworfen, für die Ermordung von sechs Jesuiten sowie zwei Mitarbeiterinnen im Jahr 1989 verantwortlich zu sein. Der Mord an den Jesuiten, die an einer renommierten Universität in der Hauptstadt El Salvador arbeiteten, geschah während eines blutigen Bürgerkrieges, der erst 1992 zu Ende ging. Die Klage in Spanien wird möglich, weil fünf der Ermordeten spanische Staatsbürger waren. (apic)
Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.