Meldungen vom 16.11.2008
- Papst: „Autofahrer, seid nüchtern und wachsam“ -
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Zypern: Ökumenisches Friedenstreffen startet -
- Kardinal Bertone weiht Nuntius in Essen -
Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: P. Max Immanuel Cappabianca OP
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.
THEMEN DES TAGES:
Angelus: Autofahrer sollen „nüchtern und wachsam“ sein
Mit einem Wort des Apostels Paulus hat Papst Benedikt XVI. beim Angelusgebet am Sonntag an Verkehrsteilnehmer appelliert, allzeit „nüchtern und wachsam“zu sein. Der Papst bezog die biblische Endzeit-Mahnung für die ersten Christen in Thessaloniki ausdrücklich auf heutige Autofahrer, Passagiere und Fußgänger. Der dritte Sonntag im November wird von den Vereinten Nationen als Gedenktag für Verkehrsopfer begangen. Benedikt betete zugleich für die Verkehrstoten des vergangenen Jahres und erbat Trost für die Hinterbliebenen. „Unser Verhalten auf den Straßen soll von Verantwortung, Rücksicht und Respekt für andere geprägt sein. Möge die Jungfrau Maria uns sicher auf den Wegen und Autobahnen der Welt geleiten“, sagte der Papst.
In seiner Katechese zum Sonntagsevangelium mahnte Benedikt die Christen, aus den von Gott gegebenen Talenten etwas machen. Außerdem würdigte der Papst aus Anlass des Gedenktags „Unserer Lieben Frau in Jerusalem“ am kommenden Freitag das Wirken der kontemplativen Ordensfrauen in der Kirche. Er forderte die ganze Kirche dazu auf, die Nonnen materiell zu unterstützen. Hier der Text des deutschen Redemanuskripts: „Ein herzliches „Grüß Gott“ sage ich allen Pilgern und Besuchern deutscher Sprache. Im Evangelium des heutigen Sonntags spricht Jesus von den Talenten, welche die Diener „aktiv“ verwalten und nutzen sollen. Sie haben das anvertraute Gut mutig einzusetzen, damit es für den Herrn Ertrag bringt. Das Gleichnis erinnert uns daran, daß unser Leben, die Gesundheit, unsere Kräfte und Begabungen uns gewissermaßen nur geliehen sind, und zwar nicht als stilles Guthaben, sondern als Aufgabe, um Gottes Liebe in dieser Welt sichtbar und nachvollziehbar zu machen. Bei diesem Einsatz leite euch Gottes Geist!” (kna/rv)
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Zypern: Patriarch hofft auf Signal zur Einigung
Am Sonntagabend startet auf Zypern das diesjährige Friedenstreffen der Basisgemeinschaft Sant’Egidio. Das Treffen steht unter dem Motto „Die Zivilisation des Friedens - Religionen und Kulturen im Dialog“. Gut 200 Religionsvertreter und Politiker aus über sechzig Ländern werden drei Tage lang für den Frieden beten und über Konfliktlösungen debattieren. Wir haben vorab mit dem Patriarchen der autokephalen Kirche von Zypern gesprochen, Erzbischof Chrysostomos II. Er hofft auf eine Signalwirkung für sein Land: Dem einzigen in Europa, in dem eine Mauer die Menschen voneinander trennt.
„Wir glauben, dass dieses Treffen eine sehr positive Rolle spielen wird für den Friedensprozess in Zypern. Es wird ein wichtiges Signal ausgehen an die Vertreter der beiden Landesteile, damit diese mit Nachdruck an einer gerechten Lösung suchen und so endlich Friede wird und wir wirklich gut miteinander leben können.“
Die Probleme im politischen Dialog seien derzeit allerdings noch vielfältig.
„In Zypern gibt es zwei Staaten, und man will höchstens einen lockeren Staatenbund. Aber Zypern ist zu klein, um es in zwei Teile zu teilen, und die EU hat den Staat Zypern als ganzes anerkannt. Europa glaubt daran, dass wir Türken und Griechen gemeinsam in Frieden leben können.“
Chrysostomos II. war am 16. Juni 2007 von Papst Benedikt XVI. im Vatikan empfangen worden. Der Patriarch lobt das gute ökumenische Klima unter Benedikt.
„Wir als Kirche von Zypern unterstützen den ökumenischen Dialog. Wir haben beschlossen, im kommenden Jahr Gastgeber der nächsten ökumenischen Dialogrunde zu sein. Als Ortskirche wollen wir dazu beitragen, dass wir zu positiven Ergebnissen kommen. Denn wir können nicht zulassen, dass die Kirche Christi gespalten ist: Die Kirche braucht einen Hirten, es muss ein Volk geben und eine Herde. Die Kirche muss geeint sein. Und wir werden alles dafür tun, um Brücken zu bauen für die Einheit der Kirche.“
Sant'Egidio organisiert jährlich internationale Friedens- und Dialogtreffen in Erinnerung an das Friedensgebet der Weltreligionen, zu dem Johannes Paul II. 1986 nach Assisi eingeladen hatte. Die hochkarätig besetzten Treffen finden jedes Jahr in einer anderen europäischen Großstadt statt. Im Vorjahr war es in Neapel. Auch Papst Benedikt XVI. und der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. hatten teilgenommen. (rv)
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UNO: Hoffnung in der globalen Finanzkrise?
Am Wochenende haben sich die führenden Wirtschaftsnationen (G20) in Washington auf mehr Regulierung und strengere Kontrollen auf den internationalen Finanzmärkten geeinigt. Bis März 2009 sollen die neuen Regeln stehen. Außerdem soll nun weltweit die Wirtschaft angekurbelt werden. Birgit Pottler hat zu diesem Thema in unserem Wocheninterview mit Bernhard Emunds von der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt gesprochen. Emunds leitet dort das Oswald von Nell-Breuning-Institut für Wirtschafts- und Gesellschaftsethik. Er glaubt, dass die derzeitige Situation die globale Zusammenarbeit begünstigt. Nur durch Kooperation könne Schlimmeres verhindert werden.
„Mit der Gefahr wächst das Rettende auch. Das gilt, denke ich, auch in der aktuellen Krise. Das heißt, wir haben im Moment eine positive Zeit für „Global Governments“, für eine internationale Koordinierung der Politik. Interessanterweise hat man nicht nur versucht, im Kreis der großen Acht der Weltwirtschaft miteinander die richtigen Richtlinien zu finden, sondern man hat zumindest die wichtigsten Schwellenländer dazu genommen“
Welche Möglichkeiten haben die Entwicklungsländer?
„Ich glaube, dass es ganz wichtig ist, dass die Entwicklungsländer durch die Beteiligung der Schwellenländer ihre Position einbringen, dass sie darauf drängen, dass die Industrieländer nicht zu schnell wieder zur Haushaltskonsolidierung übergehen. Und dass sie darauf drängen, dass die Nachfrage aus den Industrieländern erhalten bleibt. Dann wäre der zweite Punkt, der meiner Meinung nach sehr wichtig ist, der, dass man international noch einmal darüber nachdenkt, wie man die Finanzströme in Schwellen- und Transformationsländern begrenzt, damit das schnelle Ein- und Ausfließen des Finanzkapitals nicht ständig solche Länder in Bedrängnis bringt.“
Nun gibt es ja Bistümer und Institutionen in Deutschland, auch der evangelischen Kirche, die unter anderem bei den Lehman-Brothers investiert haben. Macht sich die Kirche nicht unglaubwürdig durch solche Investitionen? Schwächt das ihre Position jetzt bei den ethischen Fragen?
„Die Kirche ist gut beraten, wenn sie bei den Finanzmärkten „State of the Art“ anlegt, das heißt, wirklich die Ratschläge der Finanzexperten berücksichtigt. Das bedeutet, sie sollte auch nicht einfach auf eine Rendite verzichten, die man erreichen kann. Aber zugleich kann man natürlich sagen, und da kommt der Ethiker schon mehr heraus, dass es eine Verpflichtung gibt, mit den kirchlichen Geldern vorsichtig umzugehen. Vorsichtig umgehen heißt auch, dass man eben nicht die allerhöchste Rendite erzielt, denn höhere Renditen sind auch immer mit höheren Risiken verbunden. Mit anderen Worten: Die Tatsache, dass es kirchliche Einrichtungen gibt, die mehr oder minder mitspekuliert haben, hat natürlich dazu geführt, dass die Leute sagen, ihr habt das ja eigentlich auch nicht viel besser gemacht. Trotzdem bleibt es so, dass kirchliche Richtlinien zum Umgang mit Geld darauf drängen, sich langfristig zu engagieren und sein Geld für Unternehmen bereitstellt, die eher sozial und ökologisch verträglich wirtschaften.“ (rv/dw)
Hier das Interview in voller Länge zum Nachlesen und -hören
Deutschland/Vatikan: Martin Krebs zum Bischof geweiht
Martin Krebs (52), künftiger Apostolischer Nuntius in Guinea und Mali, ist am Sonntag in Essen zum Bischof geweiht worden. Der vatikanische Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone nahm die Zeremonie im Dom vor. Er legte dem Geistlichen die Hände auf, salbte ihn und überreichte ihm die Bischofsinsignien Ring, Stab und Mitra. Krebs arbeitete zuletzt als Nuntiaturrat in Washington.
Anfang September hatte Papst Benedikt XVI. den Vatikan-Diplomaten zum Nuntius ernannt und in den Rang eines Erzbischofs erhoben. Bertone feierte den Gottesdienst mit dem Apostolischen Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Perisset, und Ruhrbischof Felix Genn.
Krebs wurde am 2. November 1956 in Essen geboren. Er studierte Theologie und Philosophie in Bochum und Rom, wurde 1983 zum Priester geweiht und promovierte in Kirchenrecht. In den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls trat Krebs 1991 ein. Tätig war er an den Papstbotschaften in Burundi, Japan, Österreich, der Tschechischen Republik sowie bei der EU. (kna)
Hier können Sie das deutsche Predigtmanuskript von Kardinal Tarcisio Bertone nachlesen
Diasporasonntag: „Den Grundwasserspiegel des Glaubens heben“
An diesem Sonntag begehen die Katholiken in Deutschland den sogenannten Diasporasonntag. Das Bonifatiuswerk sammelt für Katholiken in Gegenden, in denen sie nur eine kleine Minderheit darstellen. Bei der Eröffnung der diesjährigen Aktion am vergangenen Sonntag in Berlin sagte der Berliner Kardinal Sterzinsky, die manchmal sehr kleinen Gemeinden seien oft sehr große „geistliche Oasen“. Das Hilfswerk sammelte 2007 rund drei Millionen Euro für Projekte im Osten und Norden Deutschlands sowie in Skandinavien. Was geschieht mit diesem Geld? Wir haben darüber mit dem Generalsekretär des Hilfswerks Pfarrer Georg Austen gesprochen.
„Es geht uns um zwei Dinge. Zum einen wollen wir inhaltlich ermutigen: Das Leitwort ist „Werdet nicht müde, von ihm zu sprechen“, aber auch mit ihm zu sprechen. Und das andere ist, dass wir durch das Sammeln der Spenden ermöglichen wollen, dass Katholiken, die in der Minderheit leben, Kirche erfahren können und Gemeinde bauen können, unterstützt werden und Solidarität von uns erfahren, gerade auch in extremen Situationen. Das ist seit Bestehen des Bonifatiuswerks unser Anliegen.“
In Skandinavien unterstützt das Bonifatiuswerk derzeit Projekte, die nicht nur der katholischen Minderheit etwas bringen. So soll in Schweden eine katholische Universität gegründet werden.
„Es gibt in Upsala das Newman-Institut der Jesuiten für Kultur, Philosophie und Theologie. Es arbeitet bereits und es gibt auch ein Priesterseminar dort. Man bemüht sich derzeit um die staatliche Anerkennung als Universität. Falls die gegeben wird, wäre sie wieder die erste katholische Universität in Schweden. Das Interesse wie auch die Bemühungen dort sind sehr erfreulich. Es gibt ein sehr großes Interesse an katholischer Kirche, auch in der Bildung und in der Ausbildung und in der geistlichen Begleitung von jungen Menschen. Das unterstützen wir vom Bonifatiuswerk wie auch vom Diasporakommissiariat der deutschen Bischöfe.“ (rv)
Hier können Sie den ganzen Beitrag nachhören – außerdem zusätzlich ein Interview mit dem norwegischen Bischof Georg Müller
AUS UNSERM AUDIOANGEBOT:
Deutschland: Bischof Reinelt, „Katholisches Zukunftsprojekt für Leipzig“
Im Leipziger Stadtzentrum wird ab 2010 der größte katholische Kirchenneubau Ostdeutschlands nach der Wende errichtet. Die Propsteigemeinde veranschlagt für den Ersatzbau ihres baufälligen Gotteshauses mindestens zehn Millionen Euro. Das Bonifatiuswerk hilft, außerdem wird dafür Anfang Februar bundesweit in den katholischen Gottesdiensten gesammelt. (radio horeb)
Hören Sie dazu ein Interview mit Bischof Joachim Reinelt von Radio Horeb
Advent: „Und wenn das fünfte Lichtlein brennt...“
Wann ist eigentlich erster Advent? Na in zwei Wochen, werden Sie sagen. Stimmt! Aber nicht überall, denn: das gilt nur für die Katholiken, die den römischen Ritus haben, wie die meisten Christen weltweit. In Mailand aber ist es nicht so. Da beginnt der Advent schon an diesem Sonntag, dem ersten Sonntag nach dem Martinsfest. Der Grund dafür ist: In Mailand gibt es eine eigene Liturgie: den sogenannten ambrosianischen Ritus. (rv)
Lesen und hören Sie hier meht zu dieser Sonderliturgie
DIE NACHRICHTEN:
Europa
Deutschland
Geistliche Gemeinschaften könnten der Ökumene einen neuen Schwung geben, das sagte Kardinal Walter Kasper am Samstag in Stuttgart. Durch ihr Miteinander könnten sie zeigen, dass es nicht um abgrenzende Profilierung gehe. „Über die Bibel haben sich die Konfessionen getrennt, über die Bibel müssen wir auch wieder zusammenfinden.“ - Der vatikanische „Ökumeneminister“ sprach anlässlich der Verleihung eines Preises an das Komittee „Miteinander für Europa – Miteinander auf dem Weg“. Das Komitee hatte 2004 und 2007 in Stuttgart Treffen veranstaltet, bei denen bis zu 10.000 Protestanten, Anglikaner Katholiken, Orthodoxe und Mitglieder von Freikirchen gemeinsam gebetet und über Glaubensfragen diskutiert hatten. (kap)
Großbritannien
In Großbritannien soll die Entnahme von Spenderorganen weiterhin an die ausdrückliche Zustimmung der Betroffenen gebunden bleiben. Eine geplante Reform der Organspenderegelung werde vorläufig auf Eis gelegt, berichtete die britische Sonntagszeitung „The Observer“. Wegen der Knappheit von Spenderorganen hatte die Regierung eine Regelung erwogen, wonach jeder als Spender gelten solle, solange er oder seine Angehörigen dem nicht widersprechen. Für eine solche „Widerspruchslösung“ sei die britische Bevölkerung nicht bereit, befand nun ein Gutachten im Auftrag der Regierung. Premierminister Gordon Brown soll laut der Zeitung von dem Ergebnis enttäuscht sein. Auch der oberste medizinische Berater der Regierung, Sir Liam Donaldson, habe die Entscheidung kritisiert. Viele in Lebensgefahr schwebende Patienten stünden „am Rande der Verzweiflung“. - Ähnlich wie in Deutschland hängen Organspenden in Großbritannien bislang von der ausdrücklichen Zustimmung der Betroffenen ab. Verschiedene Gruppen fordern jedoch seit einiger Zeit die Umstellung auf eine Widerspruchslösung, wie sie beispielsweise in Spanien angewandt wird. Auch in Deutschland wird immer wieder ein Wechsel von der Zustimmungs- zur Widerspruchslösung diskutiert. (kna)
Afrika
Kenia
Die seit einer Woche in Kenia verschleppten italienischen Ordensfrauen sind angeblich wohlauf. Sie befänden sich rund 100 Kilometer vom Ort ihrer Entführung entfernt in der Hand somalischer Geiselnehmer, berichtete die italienische Tageszeitung „Avvenire“ unter Berufung auf den Provinzkommissar für Nordost-Kenia, Josephat Maingi. Inzwischen verhandelten Stammesälteste aus Kenia und Somalia über die Freilassung der Missionarinnen. Maingi verneinte laut der Zeitung, dass es Lösegeldforderungen gebe. Auch plane die Regierung in Nairobi keine militärische Blitzaktion zur Befreiung der Geiseln. Zwar seien die Armeekräfte an der Grenze zu Somalia verstärkt worden. Dies habe jedoch den Zweck, den anhaltenden Waffenschmuggel zwischen den beiden Ländern zu unterbinden, wird Maingi zitiert. Die Ordensfrauen Caterina Giraudo (67) und Maria Teresa Oliviero (61), Mitglieder einer im norditalienischen Cuneo ansässigen Missionsgemeinschaft, waren in der Nacht zum 10. Oktober von einer Gruppe Schwerbewaffneter aus ihrem Haus in El Wak in Nordostkenia entführt worden. Zuvor hatten die Männer die Polizeistation des Ortes mit Raketenwerfern angegriffen. Das Schicksal der beiden Frauen, die seit Jahrzehnten im Land leben, sowie das Motiv der Entführung waren bislang unklar. Vermutungen zufolge wurden die Italienerinnen Opfer von Stammesfehden oder organisierten Banden. Wenige Tage zuvor hatte das kenianische Militär einen breit angelegten Schlag gegen illegale Waffenhändler in der schwer kontrollierbaren Grenzregion ausgeführt. (kna)
Nahost
Irak/Vereinigte Staaten
Der Lateinische Erzbischof von Bagdad, Jean Sleiman, hat den designierten amerikanischen Präsidenten Barack Obama aufgefordert, die religiösen Minderheiten im Irak zu schützen. Er solle dies zu einer Priorität seiner Arbeit machen und Druck auf die irakische Regierung ausüben, sagte Sleiman in einem Telefoninterview. - Derweil hat die US-Armee die Gebäude des chaldäischen Priesterseminars in Bagdad zurückgegeben. Wie ein Vertreter der Kirche bestätigte, wurde am 6. November ein Vertrag über die Rückgabe unterzeichnet. Die US-Armee hatte im März 2007 das Gelände übernommen. Die Ausbildung der chaldäischen Seminaristen war damals aus Sicherheitsgründen in den Norden des Landes verlegt worden. (cna)
Asien
Indien
50.000 Hindu-Extremisten wollen gegen angeblich durch Christen durchgeführte Zwangskonversionen demonstrieren. Die Regierung in Orissa genehmigte jetzt eine entsprechende Kundgebung in Bhubaneshwar. 1500 Polizisten sollen für Sicherheit sorgen. Beobachter befürchten, dass es zu neuen Ausschreitungen gegen die christliche Minderheit kommen könnte. - Anlass für die Spannungen war die Ermordung eines Hindu-Führers, der wahrscheinlich durch die Hand von maoistischen Rebellen ums Leben kam. Hindu-Extremisten schieben die Bluttat den Christen in die Schuhe. (asianews)
Im Süden des Landes ist in einer Pfarrei ein Sprachenstreit eskaliert. Am 9. November musste die Polizei in Jakkalli (Diözese Mysore) eingreifen, nachdem es zu Auseinandersetzungen zwischen den Mitgliedern der beiden Sprachgruppen Tamil und Kannada gekommen war. 31 Personen wurden festgenommen. Der zuständige Bischof hatte bereits 2006 die Pfarrei wegen der Spannungen geschlossen. Sie war jüngst wiedereröffnet worden, nachdem man sich geeinigt hatte, siebzig Prozent der Gottesdienste auf Tamil zu feiern. Die Mehrheit der Gemeindemitglieder spricht Tamil. (ucanews)
Amerika
Vereinigte Staaten
Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga aus Honduras hat die USA aufgefordert, die Blockade gegen Kuba aufzuheben und stattdessen ein Waffenembargo zu verhängen. Trotz dreier schlimmer Hurrikans dürfe die Caritas dort nicht helfen; das sei „ungerecht und skandalös“, sagte der Kardinal am Wochenende in Tübingen. Er äußerte sich bei einer Tagung über „Gerechtigkeit, Solidarität, Barmherzigkeit“, die das katholische Hilfswerk Misereor veranstaltete. Rodriguez warf zugleich dem Internationalen Währungsfonds vor, Entwicklungsländer in westliche Strukturen gezwungen zu haben. Stattdessen wäre es seine Aufgabe gewesen, von den USA Strukturanpassungen zur Verhinderung des Bankendesasters zu verlangen, so der Kardinal. (kna)
Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.