Meldungen vom 18.11.2008
- Irak: „Politik der Gewalt“ gegen Christen -
- Friedenstreffen auf Zypern fordert Dialog -
- Caritas Internationalis hilft Kindern mit HIV -
Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: P. Max Immanuel Cappabianca OP
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.
THEMEN DES TAGES:
Irak: „Politik der Gewalt” gegen Christen verurteilt
Der Lateinische Erzbischof von Bagdad, Jean Baptiste Sleiman, hat vor einer „Politik der Gewalt” im Irak gewarnt, die sich immer mehr gegen die Christen im Land richte. Beim Friedenstreffen auf Zypern betonte er, dass die Christen als Unbeteiligte in das Kreuzfeuer der politischen Interessen gerieten.
„Die Christen sind nicht die Hauptfiguren in diesem politischen Machtspiel. Vielmehr wird die Gewalt gegen die Christen zu politischen Zwecken instrumentalisiert. Die größte Angst haben wir deshalb in der Tat vor der Auslöschung der Christen.”
Über die Hälfte der Christen aus dem Irak hätten das Land bereits verlassen, lediglich 400.000 Christen seien noch im Irak. Doch auch diese müssten ihre Heimat verlassen, wenn sich ihre Lage nicht bessere.
„Wenn es keinen Frieden gibt, und mehr als diesen Frieden, nämlich die Wiedergewinnung der Grundrechte für alle Menschen im Irak, dann werden weiter viele Menschen das Land verlassen müssen. Auch jene Christen, die momentan noch nicht unmittelbar von Gewalt betroffen sind, haben Angst vor Gewalt und fliehen. Vermutlich ist es inzwischen besser vorzubauen, als die Folgen tragen zu müssen.”
Sleiman appellierte an die Politik, sich in ihren Entscheidungen nicht zu einer Spirale der Gewalt verleiten zu lassen.
„Wenn wir auf die Geschichte des Nahen Ostens schauen, sehen wir, dass jedes Treffen, das Hoffnung auf positive Veränderungen gemacht hat, Gewalt auf der anderen Seite zur Folge hatte, welche die Hoffnung wieder schwinden ließ. Wir brauchen eine Politik gegen die Gewalt, die andere Wege findet, Politik zu machen.”
Jüngst hat die fundamentalistische islamische Gruppierung Ansar al-Islam, die der Al Qaeda zugeordnet wird, angekündigt, Christen weiter gewaltsam aus dem Land vertreiben zu wollen. In einem dementsprechenden Brief an einen irakischen Bischof betont die Gruppe, im Irak sei kein Platz für die „Ungläubigen”. (rv)
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Zypern: Ohne Dialog kein Weltfrieden
Am Dienstag ist auf Zypern das internationalen Friedenstreffen der Gemeinschaft Sant’Egidio zu Ende gegangen. Rund 200 Repräsentanten aus Religion, Kultur und Politik waren in der Hauptstadt Nikosia zusammengekommen, um unter dem Motto „Die Zivilisation des Friedens: Religionen und Kulturen im Dialog” miteinander in einen Dialog zu treten. In einer Pressekonferenz zum Abschluss der Begegnung betonte der Gründer der Gemeinschaft Sant’Egidio, Andrea Riccardi, die Dringlichkeit des Dialogs zur Sicherung des Weltfriedens.
„Wir glauben, dass zwischen Angehörigen verschiedener Religionen Freundschaft geknüpft werden muss, besonders jetzt im Moment einer ökonomischen Krise und des Zusammenbruchs der Börsen. Ich glaube, dass jetzt deutlich geworden ist, dass die Hoffnung, der Gott ,Markt’ werde schon alles richten, sich als Aberglaube erwiesen hat. Wir haben in den letzten 15 Jahren wenig in den Geist investiert und wenig in die Menschlichkeit.”
Man habe sich entschieden auf Zypern zu tagen, weil die Insel der letzte Landstrich in Europa ist, der durch eine Mauer geteilt werde. Es sei allerdings nicht das einzige der Mittelmeerländer, in dem das Zusammenleben von Angehörigen verschiedener Religionen gescheitert sei, so Riccardi.
„Wir haben keinerlei Ambition gehabt, hier als Vermittler aufzutreten. Aber wir sind davon überzeugt, dass sich hier derzeit etwas tut. Und weil wir glauben, dass man das weiterverfolgen muss, haben wir beschlossen, eine Etappe unseres Friedensweges hier auf Zypern zu machen, um so eine Kultur des Friedens und des Dialogs zu fördern. Wir wollten die Aufmerksamkeit auf die Lage hier lenken, die von allen vergessen wird. Wer kümmert sich denn um Zypern und um die Teilung des Landes?”
Am Dienstag Nachmittag standen verschiedene Friedensgebete auf dem Programm. Ab Abend sollte ein gemeinsamer Friedensappell verabschiedet werden. Das Friedenstreffen auf Zypern ist die 22. derartige Veranstaltung. Organisiert werden die Begegnungen von der in Rom ansässigen Gemeinschaft Sant’Egidio, die sich besonders um ökumenische und interreligiöse Verständigung bemüht. Die jedes Jahr an wechselnden Orten stattfindenden Zusammenkünfte sehen sich in der Tradition des historischen Weltfriedengebets von Assisi, zu dem 1986 Papst Johannes Paul II. (1978-2005) die unterschiedlichen Religionen eingeladen hatte. (rv)
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Italien: Sterbehilfe spaltet das Land
In Italien ist ein Streit über das Thema Sterbehilfe entbrannt. Es geht um das Schicksal der 37-jährigen Wachkoma-Patientin Eluana Englaro. Italiens höchstes Berufungsgericht hatte am Donnerstag juristisch den Weg für einen Abbruch der künstlichen Ernährung für die seit 1992 bewusstlose Italienerin freigemacht. Nun hat sich der Präsident der italienischen Bischofskonferenz zu Wort gemeldet. Kardinal Angelo Bagnasco warnte im Gespräch mit Radio Vatikan vor einer Aufweichung der Personenwürde. Bagnasco fordert eine Läuterung des modernen Freiheitsverständnisses.
„Ich denke, die Ursache für viele dieser ethischen Probleme liegt in einem Verständnis von Freiheit, das diese absolut setzt, als ob Selbstbestimmung – ein sicher wichtiges und gültiges Prinzip– alles sei, ohne Grenzen und ohne Bezug auf andere Werte. Es ist für uns alle wichtig, zu einem Freiheitsverständnis zu gelangen, dass nicht individualistisch verengt ist, sondern das personal geprägt ist, das also der Bedeutung der Beziehungen Rechnung trägt - und der Tatsache, dass es objektive Werte gibt, die von uns nicht zur Disposition gestellt werden können.”
Der Kardinal glaubt trotz des jüngsten Gerichtsurteils nicht, dass in Italien schon das letzte Wort zum Thema Sterbehilfe gesprochen ist. Er fordert eine gesellschaftliche Debatte zu dem Thema:
„Der Wunsch und die Hoffnung aller Menschen guten Willens ist, dass der Dialog vertieft wird und er wahrhaftiger wird, und dass nicht einfach nur Meinung gegen Meinung steht. All das natürlich in intellektueller Redlichkeit und in dem Bewusstsein, dass die Werte absolut sind und nicht ein Ergebnis von Mehrheiten. Diese Werte können erkannt werden, der Mensch muss sie sich zu eigen machen, muss sie schützen und fördern; denn diese Werte schützen bedeutet, den Menschen respektieren und so eine menschlichere Gesellschaft zu fördern.”
Nach dem Urteil des Gerichts hatten zahlreiche Politiker und die katholische Kirche ein Überdenken des Urteils gefordert sowie klare gesetzliche Regelungen für Sterbehilfe und Patientenverfügungen.
Unterdessen hat sich der Bruder der 2005 in Florida verstorbenen Wachkoma-Patientin Terri Schiavo mit einem Appell an Englaros Vater gewandt. Terri Schiavo, die nach dem Abbruch der künstlichen Ernährung innerhalb von 13 Tagen verdurstete, sei „einen der schrecklichsten und unmenschlichsten Tode gestorben”, schrieb Bobby Schindler laut der katholischen Tageszeitung „Avvenire”. Wenn Eluanas Vater die Angehörigen Schiavos besuchen würde und sähe, mit welchen qualvollen Erinnerungen sie lebten, würde er seinen Wunsch nach einem Ernährungsabbruch aufgeben, so Schindler. (rv/kna)
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Vatikan: Neue Buchhandlung im Zeichen der Evangelisierung
Die vatikanische Verlagsbuchhandlung „Libreria Editrice Vaticana” hat ein drittes Verkaufslokal eröffnet. Unmittelbar vor dem Petersplatz gelegen, bietet die neue Einrichtung einen vielfältigen Dienst für Pilger und Touristen: Nicht nur Bücher sind dort erhältlich, man kann auch Vatikan-Münzen sowie sämtliche Fotos des „L Osservatore Romano”, etwa von Papstaudienzen, sichten und bestellen. Bei der Segnung der neuen Räumlichkeiten sagte der vatikanische Kardinalstaatsekretär Tarcisio Bertone an diesem Dienstag:
„Im globalisierten Dorf der Postmoderne, wo die Säkularisierung den Menschen von Gott trennt und daher auch die Menschen untereinander trennt, will diese Buchhandlung die immer aktuelle Neuheit des christlichen Glaubens vorlegen: Das Wort Gottes steht an der Wurzel der menschlichen Geschichte. Deshalb so gibt es einen ausdrücklichen Zusammenhang zwischen dem Petersplatz und dieser Buchhandlung. Der Petersplatz steht, wie wir wissen, für alle offen. Er ist ein Ort, an dem viele Menschen auf der Suche nach dem unbekannten Gott die Wahrheit treffen. Und so will diese neue Buchhandlung ein Ort der Evangelisierung und der echten Förderung des Menschen sein, indem sie Texte und Mittel anbietet, die auf die Erwartungen, Bedürfnisse, Herausforderungen der zeitgenössischen Kultur antworten.” (rv)
Gudrun Sailer hat einen Spaziergang durch die multimediale Buchhandlung unternommen,
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Deutschland: www.muenchner-kirchenradio.de
Das Erzbistum München und Freising hat seit diesem Dienstag ein Internetradio. Zu hören ist dort auch das deutschsprachige Programm von Radio Vatikan. Erzbischof Reinhard Marx nahm mit einem Mausklick das „Münchner Kirchenradio” in Betrieb; unter der Adresse www.muenchner-kirchenradio.de ist das Angebot freigeschaltet. Produziert wird das neue Radioprogramm vom katholischen Medienhaus Sankt Michaelsbund in München; zu hören sind aktuelle Informationen aus Deutschland und der Welt, Hintergrundgespräche und Themensendungen zu Literatur, Kunst und besonderen Ereignissen - auch in Zusammenarbeit mit Radio Vatikan. (pm/rv)
Birgit Pottler hat „reingeklickt“,
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DIE NACHRICHTEN:
Vatikan
Vatikan/Vereinte Nationen
Vor allem um von Aids betroffene Kinder will sich Caritas Internationalis im kommenden Jahr kümmern. In einer Botschaft zum 20. Welt-Aids-Tag am 1. Dezember beklagt der Präsident der katholischen Hilfsorganisation, Kardinal Oscar Rodriguez, dass nur 15 Prozent der HIV-infizierten Kinder medizinische Hilfe bekämen. Viele Kinder würden vor Erreichen des zweiten Lebensjahres sterben. Aids sei eines der größten Hindernisse auf dem Weg der Millenniumsziele, so Rodriguez. Der Salesianer würdigte das Engagement der katholischen Kirche in der Aids-Arbeit. Weltweit setze sich die Kirche gegen die Diskriminierung von Betroffenen ein und biete medizinische Hilfe an. (pm)
Vatikan/Vereinigte Staaten
Der amerikanische Kurienkardinal James Francis Stafford hat scharfe Kritik am designierten US-Präsidenten Barack Obama geübt. Amerika erlebe derzeit ein „kulturelles Erdbeben”. Obama trete aggressiv, spaltend und apokalyptisch auf, so der Leiter eines vatikanischen Gerichtshofs bei einem Vortrag in Washington. Er fürchte nun einen Niedergang des Respekts vor dem Wert des Lebens. Stafford sagte, die Zukunft unter Obama werde der Agonie Jesu im Garten Gethsemane gleichen. Staffords Äußerungen sind die bisher schärfsten eines Vatikanvertreters seit den Präsidentenwahlen vom 4. November. Benedikt XVI. hatte Obama zu seiner Wahl schriftlich gratuliert. (cna)
Vatikan/Deutschland
Der Deutsche Kulturrat und der Vatikan haben einen intensiveren Austausch in Kulturfragen vereinbart. Beide Seiten wollten tiefer ins Gespräch kommen, sagte der Geschäftsführer des Kulturrats, Olaf Zimmermann, am Montag der KNA in Rom. Ein erstes Treffen mit dem Päpstlichen Kulturrat und dessen Leiter Erzbischof Gianfranco Ravasi sei ausgesprochen positiv verlaufen. Die Führungsspitze des Kulturrats hält sich seit Montag zu dreitägigen kulturpolitischen Gesprächen im Vatikan auf. Als ein Ziel des Dialogs nannte Zimmermann eine Annäherung zwischen Kirche und Kunst. Einerseits gebe es einen legitimen Verkündigungsauftrag für kirchliche Kunst; andererseits aber gebe es auch künstlerische Autonomie. Ferner wolle man sich über die Aufgabe von Kirche und Kultur verständigen. „Wir sitzen sehr oft in diesen Fragen im selben Boot”, sagte Zimmermann. (kna)
Europa
Deutschland
Gegen eine „Tötung auf Verlangen” und gegen die Beihilfe eines Arztes bei einer Selbsttötung hat sich der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gewandt. Beides sei ethisch nicht zu rechtfertigen, heißt es in einer Orientierungshilfe mit dem Titel „Wenn Menschen sterben wollen”, die an diesem Dienstag in Hannover veröffentlicht wurde. Darin wird auch ein Verbot von Sterbehilfeorganisationen sowie von geschäftsmäßiger Vermittlung von Gelegenheiten zur Selbsttötung uneingeschränkt unterstützt. Ebenso kritisch sieht die EKD die öffentliche Präsentation von Maschinen und Mechanismen zur Selbsttötung und die Möglichkeit, über das Internet so genannte „Exit Bags” (Todes-Tüten) für einen „humanen Tod” zu erwerben. Wie der Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber (Berlin), im Vorwort der Orientierungshilfe schreibt, weiß sich die Kirche „dem Schutz des menschlichen Lebens und der menschlichen Würde verpflichtet ─in allen ihren Phasen, besonders auch an den Rändern und Grenzen”. Der Broschüre zufolge haben zwischen September 2005 und Ende 2006 69 Deutsche ihr Leben in der Schweiz mit Hilfe der dortigen Sterbehilfeorganisation „Dignitas” beendet. (idea)
Der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) sieht keine Konkurrenz zwischen islamischem Religionsunterricht an öffentlichen Schulen und Koranschulen, die an Moscheegemeinden angegliedert sind. Vielmehr sollen die Koranschulen den schulischen Unterricht ergänzen, sagte der Sprecher des Rates, Erol Pürlü, an diesem Dienstag in Stuttgart. Die Aufteilung müsse im Prinzip der zwischen dem Staat einerseits sowie katholischen und evangelischen Gemeinden andererseits entsprechen. In Koranschulen und Moscheen sollten die Jungen und Mädchen die Praxis ihrer Religion wie beispielsweise das Beten lernen können. Das sei in staatlichen Schulen nicht möglich, so Pürlü. Der KRM-Sprecher appellierte an den Staat, beim Religionsunterricht im Sinne des Grundgesetz-Artikels Sieben mit den islamischen Gemeinden zusammenzuarbeiten. Derzeit gibt es in 7 der 16 Länder Modellprojekte für islamischen Religionsunterricht. Sie sind sowohl inhaltlich als auch von ihrer Reichweite her sehr unterschiedlich ausgeprägt. (kna)
Der Soziologe Hans Joas glaubt nicht an eine „Wiederkehr der Religion” in der deutschen Gesellschaft. „Wenn man den Zahlen traut, dann ist an dieser Aussage nichts dran.”, sagte Joas bei einem Vortrag in Paderborn. „Wiederkehren” könne nur, was zwischenzeitlich verschwunden sei. Joas betonte allerdings, dass es „atmosphärische Veränderungen” gebe. In Wissenschaften, Medien und Kultur sei ein größeres öffentliches Interesse an Religionsthemen zu verzeichnen. Darin zeige sich das Ende der Säkularisierungsthese. Hier eröffne sich ein Feld, auf dem die Kirche aktiv werden könne, so der Direktor des Max-Weber-Kollegs für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien der Universität Erfurt. (pm)
Der Religionsunterricht ist der „PISA-Verlierer”. Das meint der Schulbeauftragte des Bistums Limburg. Die Studie lege zu viel Gewicht auf die Naturwissenschaften, so der Dezernent für Bildung und Kultur, Eckhard Nordhofen. Oft falle Religionsunterricht aus, weil die ausgebildeten Lehrkräfte hauptsächlich in ihrem anderen Fach eingesetzt werden. Beim Religionsunterricht gehe es nicht nur um die Zukunft des Christentums in Deutschland, sondern um unsere Gesellschaft insgesamt, die ohne ihre christlichen Wurzeln ihre Vergangenheit nicht versteht und ihre Zukunft nicht meistern kann, so Nordhofen. Die PISA-Resultate werden nach Ansicht des Bildungsexperten die Reformprozesse in den Schulen in eine noch stärkere Aufteilung in so genannte „harte und weiche Fächer” treiben. (pm)
Österreich/Vatikan
Auszeichnung für den Sekretär des Päpstlichen Laien-Rates: Kurienbischof Josef Clemens ist mit dem „Großen Goldenen Ehrenzeichen mit Stern” der Republik Österreich ausgezeichnet worden. Clemens, der fast 20 Jahre Privatsekretär des damaligen Kardinals Joseph Ratzinger war, setze sich in seiner heutigen Funktion in besonderer Weise für österreichische Anliegen ein und sei auch durch seine oftmaligen Besuche in Österreich ein „wichtiger Kommunikator” zwischen dem Heiligen Stuhl und Österreich, hieß es zu Begründung. (kap)
Schweiz
Angesichts der zunehmenden Pornosucht sollten Gemeinden seelsorgerliche Angebote für Betroffene machen. Dafür hat sich der Psychiater und Chefarzt der Klinik Sonnenhalde in Riehen bei Basel, Samuel Pfeifer, ausgesprochen. Das Durchschnittsalter beim Erstkontakt mit Pornografie im Internet liege bei elf Jahren, so Pfeifer. 90 Prozent der 8- bis 16-Jährigen hätten schon Pornoseiten besucht, meist während der Hausaufgaben. Diese Jugendlichen lernten häufig die Liebe nicht mehr kennen, was in eine sexuelle Tragödie führe. (idea)
Naher Osten
Irak
Bischof Shlemon Warduni warnt vor einem Abzug der US-Truppen aus dem Irak. Wenn dies geschähe, drohe das Land ins Chaos zu stürzen, sagte der chaldäisch-katholische Bischof von Bagdad. Er kommentierte damit ein Abkommen zwischen Irak und den USA, das den Abzug der amerikanischen Streitkräfte bis Ende 2011 vorsieht. In den verbleibenden drei Jahren gelte es das Land auf eine wirkliche Unabhängigkeit vorzubereiten, sagte Warduni: „Der Irak muss frei und unabhängig sein und seine Rechte anerkannt sehen, die seines Volkes und der Minderheiten, die dieses Volk bilden.” Dafür sei es nötig, die nationale Versöhnung voranzubringen. „Wenn allen Irakern die gleichen Rechte zugestanden werden, wird sich niemand mehr unter Besatzung fühlen, und die Aufnahme gleichberechtiger Beziehungen mit den anderen Nationen wird möglich sein”, sagte der Bischof. (sir)
Asien
Philippinen
Auf den Philippinen hat am Dienstag eine Konferenz katholischer Bischöfe und islamischer Geistlicher begonnen, um über Beiträge zum Frieden auf Mindanao zu beraten. Die Teilnehmer der ersten Begegnung dieser Art werteten das Treffen auf der Insel Jolo als „historisch”, heißt es auf der Webseite der Philippinischen Bischofskonferenz. Die Konferenz findet unter dem gemeinsamen Vorsitz von Erzbischof Fernando Capalla von Davao auf Mindanao und Aleem Aboali Cali, dem Präsidenten der „Ulama League of the Philippines”, statt. Mit Jolo als Ort der Konferenz haben die Veranstalter nach Angaben der Bischofskonferenz Mut bewiesen. Sie wollten ein Zeichen setzen, dass sie sich nicht von islamistischen Hardlinern abschrecken ließen. - Jolo liegt zwischen der südphilippinischen Insel Mindanao und Borneo und gilt als ein Hauptstützpunkt der Terrororganisation Abu Sayyaf. Die Islamisten werden für die zunehmende Zahl von Entführungen von Priestern und Mitarbeitern von Hilfsorganisationen auf Mindanao verantwortlich gemacht. Auf Mindanao kämpfen Rebellen der muslimischen Minderheit für einen unabhängigen Staat. (kna)
Amerika
Vereinigte Staaten
Ein weiteres Bistum hat beschlossen, die Gemeinschaft der anglikanischen Kirche zu verlassen. Bischof Jack Icker von Ft. Worth sagte bei der Diözesansynode am Samstag, die Episkopalkirche, „wie wir sie einmal kannten, existiert nicht mehr.” Fast 80 Prozent der Synodalen, Laien wie Kleriker, votierten für diesen Schritt. Die Diözese will sich nun den drei weiteren anschließen, die wegen der Weihe von Homosexuellen zu Bischöfen und anderen kontrovers diskutierten Fragen die Kirchengemeinschaft aufgekündigt hatten. Die anglikanische Kirche nennt sich in den USA Episkopalkirche. (cna)
Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.