Meldungen vom 19.11.2008
- Vatikan: „Doppelmoral in Bankenkrise“ -
- Papst: Luther hatte (teilweise) recht -
- ZdK: Straft die „Freier“! -
Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Mario Galgano
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.
THEMEN DES TAGES:
Vatikan: „Doppelmoral in der Bankenkrise“
Die Armutsbekämpfung ist in Gefahr: Die weltweite Wirtschaftskrise könnte die bisherigen Anstrengungen der Hilfsleistungen für die Armen zunichte machen. Das beklagt der vatikanische Friedensminister, Kurienkardinal Renato Raffaele Martino. Er sieht ein augenfälliges Missverhältnis zwischen den staatlichen Finanzhilfen für angeschlagene Banken und einer zögerlichen Entwicklungshilfe.
Der Präsident des Päpstlichen Rats für Gerechtigkeit und Frieden, Kardinal Renato Raffaele Martino, kritisierte vor allem die Haltung der USA und der EU. Binnen kürzester Zeit hätten sie insgesamt 2.000 Milliarden Dollar zur Rettung der Banken bereitgestellt, so der Kardinal. Demgegenüber bekämen die Industriestaaten kaum die nötigen 50 Milliarden Dollar zusammen, um entsprechend den international beschlossenen Millenniumszielen den Anteil Hungernder an der Weltbevölkerung bis 2015 zu halbieren. Auch die Vatikan-Zeitung „L´Osservatore Romano“ kritisierte diese Haltung und schreibt von einer „paradoxen Situation“, in der auf der einen Seite der Konsumismus gefördert, auf der anderen Seite Sparmaßnahmen verordnet werden.
Bislang erfüllten unter den Industriestaaten nur fünf europäische Länder die selbst auferlegte Verpflichtung, 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Entwicklungshilfe zu investieren, bemängelte Kurienkardinal Martino weiter. Bei den USA seien es 0,2 Prozent, in Italien hingegen nur 0,1 Prozent. „Der Kapitalismus bringt aus sich selbst nicht die Tugenden hervor, die für sein Funktionieren notwendig sind“, mahnte der Kardinal. Eine Wirtschaft ohne Ethik könne keinen Bestand haben. (rv/kna/or)
Nahost: Millionster Pilger in Bethlehem
Die Pilgerreisen ins Heilige Land gewinnen wieder an Fahrt. So hat nun die Stadt Bethlehem ihren millionsten Pilger seit Beginn des Jahres begrüßen können. Auch die Jahresstatistik spricht Klartext: Im Gegensatz zum vergangenen Jahr sind 80 Prozent mehr Pilger ins Heilige Land gereist. Das bestätigt auch der Direktor der Pilgerempfangsstelle „Casa Nova“ in Bethlehem, Franziskanerpater Severino:
„Man muss vor allem unterstreichen, dass vorwiegend russisch-orthodoxe Pilger hierher kommen. Außerdem sind viele Besucher aus Polen, Slowenien und Lateinamerika angereist. All diese Zahlen sind ein Hoffnungszeichen, denn man muss schon sagen, dass die Christen in Bethlehem und in anderen christlichen Städten hier im Heiligen Land sich oft allein gelassen fühlen. Dass nun so viele Ausländer hierher kommen, um die Wirkungsstätten Jesu Christi zu sehen, ist auch eine Aufforderung an die israelische Regierung und an die palästinensischen Behörden, noch mehr für den Frieden zu tun als bisher. Denn wenn hier erst einmal Frieden herrschen wird, dann wird es auch Wohlstand und Freude geben.“
Auch der Nahost-Experte von der Kustodie im Heiligen Land, Franziskanerpater David Jaeger, ist zuversichtlich, dass sich die Situation in der Region bald deutlich verbessern wird. Dazu sagte Jaeger gegenüber Radio Vatikan:
„Im ganzen Nahen Osten wachsen die Hoffnungen, dass sich die Friedensbemühungen verstärken werden. Es wäre sehr wichtig, dass Israel mit Syrien Frieden schließt. Das würde dann das Verhältnis zu den Palästinensern verbessern. Ansonsten würde sich Israel weiterhin von den bewaffneten Gruppen bedroht fühlen, die aus den Nachbarnländern Unterstützung erhalten.“ (rv)
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Vatikan: Kardinal Cordes lobt US-Caritas
Kardinal Paul Joseph Cordes ist beeindruckt von der Arbeit der Caritas in den USA. Das sagte der Präsident des Päpstlichen Rates „Cor Unum“ nach seiner Rückkehr von einer USA-Reise. Trotz Finanzkrise kümmere sich die dortige Caritas sehr um die Randgruppen in der US-Gesellschaft. Der deutsche Kurienkardinal war Anfang des Monats in New York, Denver und Newark. Dort traf er sich mit Bischöfen und Caritas-Vertretern und sprach über das christliche Profil von katholischer Nächstenhilfe und Entwicklungsarbeit.
Über die weltweiten Aktivitäten des von ihm geleiteten Päpstlichen Hilfswerks meinte Kardinal Cordes im Gespräch mit Radio Vatikan:
„Wir hatten in den vergangenen Monaten sehr viele Bitten von Bischöfen und auch von den Nuntien - auch Staaten haben den Vatikan um Hilfe gebeten. Wir haben immer im Namen des Papstes geantwortet. So haben wir den Opfern des Erdbebens in Pakistan unsere Hilfe versichert. Etwas Neues war für uns die Hilfe für die Opfer des Erdbebens in Festlandchina: Es ist ja bekannt, dass die Beziehungen zwischen Volksrepublik und Kirche nicht immer ganz einfach sind. Doch die Hilfe, die der Vatikan dort nach dem Erdbeben geben konnte, hat großen Anklang gefunden... und hat sicher auch die Beziehungen zwischen Vatikan und China verbessert.“
Die Unterstützung des Papstes sei vor allem ein wichtiges Zeichen, so der deutsche Kardinal.
„Diese Zeichen sind nie so groß wie bei anderen, staatlichen Entwicklungshilfen. Doch es ist wichtig, dass der Papst seine Hilfe auch in solchen schwierigen Situationen zeigt. Denn in der Gestalt des Papstes zeigt sich die Präsenz der katholischen Kirche, und die Menschen können dabei neue Hoffnung schöpfen.“
Während seines USA-Besuchs nahm Kardinal Paul Joseph Cordes die Ehrendoktorwürde der „Seton Hall University“, der ältesten katholischen Diözesan-Universität der USA, entgegen. (rv)
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An diesem Mittwoch: Buß- und Bettag
14 Jahre, nachdem der Buß- und Bettag als arbeitsfreier Feiertag gestrichen wurde, kritisiert der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirchen Deutschlands, Bischof Wolfgang Huber, diesen Beschluss als eine „unnötige, schädliche Maßnahme“. Der Buß- und Bettag ist ein christlicher Feiertag der evangelischen Kirche, der zum Innehalten und der Zuwendung zu Gott anregen soll. Er wird immer am Mittwoch, elf Tage vor dem ersten Adventssonntag, begangen.
Einen ersten protestantischen Buß- und Bettag gab es schon 1532, in Straßburg; seit 1995 wurde er deutschlandweit, außer in Sachsen, abgeschafft, um die damals neu eingeführte Pflegeversicherung finanziell durch Mehrarbeit der Arbeitnehmer auszugleichen. In Bayern ist am Buß- und Bettag zumindest schulfrei.
Überall in Deutschland, wo es Protestanten gibt, finden am Abend des Buß- und Bettages Andachten und Gottesdienste statt. Im Wesentlichen geht es dabei darum, Schuld zu benennen, Gott um Vergebung zu bitten, um Umkehr und Neuanfang. In der Schweiz gibt es einen ähnlichen Gedenktag als Eidgenössischen Dank-, Buß- und Bettag, der üblicherweise am dritten Sonntag im September begangen wird. (rv)
Papst: „Wer an Christus glaubt, wird gerecht“
Gott macht die gerecht, die an Jesus Christus glauben - das ist die Quintessenz der Rechtfertigungslehre des Apostels Paulus, wie Papst Benedikt XVI. bei der Generalaudienz an diesem Mittwoch ausführte. Der Völkerapostel Paulus stütze sich dabei allein auf Christus. Denn, so der Papst, nur durch die Gnade Christi werden die Menschen Glieder seines Leibes, also der Kirche. Der Papst erinnerte auch an Martin Luthers Lehre, dass nur der Glaube zur Rettung führt („sola fide“), doch fügte Benedikt an, dass dies nur zusammen mit der Barmherzigkeit und Liebe geschehen kann. Vor mehreren Tausend Pilgern und Besuchern auf dem Petersplatz erläuterte Benedikt in seiner Mittwochskatechese, dass man vor allem in den Briefen des Heiligen Paulus viel über die Lehre von der Rechtfertigung erfahren könne. Der Papst sagte dazu:
„Paulus hat beim Damaskusereignis begriffen, dass gegenüber der Erkenntnis Christi alles, was ihm vorher als gesetzestreuem Juden wichtig war, ein Verlust, ja „Unrat“ ist. Christus wurde für ihn zum Leben schlechthin. Diese persönliche Bindung an den auferstandenen Herrn bringt Paulus in einen unüberbrückbaren Gegensatz zu jeder Form einer selbstgeschaffenen Gerechtigkeit. „Der Mensch wird nicht durch Werke des Gesetzes gerecht, sondern durch den Glauben an Jesus Christus“ (Gal 2, 16), der vom Kreuz das neue Leben durch den Geist schenkt.“
Das Kreuz Christi sei und bleibe die „unerschöpfliche Quelle“ der Rechtfertigung, so Benedikt weiter.
„Diese ist ein ungeschuldeter Akt Gottes und findet im Geschenk der Versöhnung des Menschen mit Gott ihren höchsten Ausdruck. Die Werke des Gesetzes und alles menschliche Tun können der Rechtfertigung durch den Glauben nichts hinzufügen; andernfalls „wäre Christus vergeblich gestorben“ (Gal 2, 21). Das Gesetz ist nicht aufgehoben; es hat in Christus sein Ziel erreicht und im Liebesgebot seine Erfüllung gefunden.“
Der Papst begrüßte auch die Pilger und Besucher deutscher Sprache.
„Unter ihnen heiße ich heute besonders die Schönstätter Marienschwestern sowie die Landfrauen aus Bayern und die Gruppe der Marien-Realschule Kaufbeuren willkommen. Jesus Christus allein ist der einzige Retter. Er schenkt uns Menschen das Heil. Wie der Apostel Paulus wollen wir danach streben, Christus zu ergreifen und Ihn als den Erlöser der Welt vor den Menschen zu bezeugen. Der Herr sei mit euch auf allen euren Wegen!“ (rv)
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DIE NACHRICHTEN:
Vatikan
Der Gesundheitsbegriff der Vereinten Nationen muss nach Ansicht der Vatikanzeitung „L`Osservatore Romano“ dringend revidiert werden. Die vor 60 Jahren verabschiedete Definition von Gesundheit als „Zustand vollständigen physischen, geistigen und sozialen Wohlbefindens“ stelle eine „idealisierte und utopische Vision“ dar, die gefährliche Konsequenzen gezeigt habe, heißt es in einem Gastbeitrag des Blattes am Mittwoch. So legitimiere diese Sicht letztlich die Selbsttötung von Kranken. Zudem habe sie einen weitläufigen Pharma-Markt für „erfundene Krankheiten“ entstehen lassen. Wenn die Entscheidung darüber, was Krankheit sei, jedem Einzelnen überlassen bleibe, könne „in bestimmten Fällen sogar das Leben selbst als Krankheit gesehen werden“, so der Autor des Beitrags, der italienische Mediziner und Ethiker Carlo Bellieni. Er bemängelt weiter, dass auf Grundlage dieser Definition Ärzte Patientenwünsche befriedigen müssten, die möglicherweise gesundheitsschädlich seien. (kna/or)
Vor den Europawahlen im Juni wird es nach Angaben von Europaparlaments-Präsident Hans-Gert Pöttering keine Rede von Papst Benedikt XVI. im Europaparlament geben. „Der Besuch wird sehr wahrscheinlich nicht mehr in dieser Legislaturperiode stattfinden“, sagte Pöttering am Mittwoch in Straßburg. Der Christdemokrat hatte den Papst im März 2007 zu einer Rede vor den Abgeordneten eingeladen. Das war auf Kritik linker und liberaler Parlamentarier gestoßen. Auch im Fall von Johannes Paul II. (1978-2005) habe es sehr lang gedauert, bis es tatsächlich zu einem Papstbesuch im Europaparlament 1988 gekommen sei, erinnerte Pöttering. Er hoffe, dass es dieses Mal „etwas schneller“ gehe und Benedikt XVI. tatsächlich zu den Abgeordneten sprechen werde. Der CDU-Politiker äußerte sich am Rande der Rede des britischen Oberrabbiners Jonathan Sacks im Parlament. – Im Rahmen des gegenwärtigen „Jahres des interkulturellen Dialogs“ hatten vor Sacks auch der syrische Großmufti Scheich Ahmad Badr el Din Hassoun und das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie, Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel, im Europaparlamentsplenum gesprochen. Für Anfang Dezember ist eine Ansprache des Dalai Lama geplant. (kna)
Europa
Deutschland
Vertreter der Kirche und Wissenschaftler haben in München die Bedeutung des Religionsunterrichts herausgestellt. Religion habe eine eigene Rationalität und vermittle eine Deutung der Welt, die nicht von anderen Zugängen ersetzt werden könne oder nachrangig sei, so das Fazit eines Kongresses der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung. Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx sagte, die Kirchen müssten sich auf eine heftige Diskussion einstellen. Vielen Politikern sei die Eigenart dieses Schulfachs nicht mehr geläufig. Der Erzbischof betonte auch, dass es bei der Debatte nicht um eine schulinterne Angelegenheit gehe, sondern um Grundsatzfragen wie die, ob es so etwas wie eine gemeinsame Zivilisation gebe. Religion als ordentliches Schulfach sei kostbar für das kulturelle Gedächtnis und die Zukunft der Gesellschaft. Danach zu fragen, ob es einen Schöpfer oder ein ewiges Leben gebe, sei „notwendig und vernünftig“. Wer über Jesus Christus nichts wisse, könne auch nicht beanspruchen, gebildet zu sein. (kap)
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) setzt sich dafür ein, dass Klienten von Zwangsprostituierten strafrechtlich verfolgt werden. Frauenhandel und Zwangsprostitution seien in der heutigen Dimension nur deshalb möglich, weil eine entsprechend große Nachfrage bestehe. Es seien die so genannten „Freier“ selbst, die durch ihr Verhalten gegen das sexuelle Selbstbestimmungsrecht und die Menschenwürde der Zwangsprostituierten verstießen und damit schwerste Menschenrechtsverletzungen begingen. Das schreibt der Präsident des ZdK, Hans Joachim Meyer, in einem Brief an Politiker aus Regierung und Bundestag. Der ZdK-Präsident bedauert, dass es auf diesem Gebiet bislang zu keinerlei Maßnahmen gekommen sei. (pm)
Ottmar Dillenburg ist neuer Präses von Kolping-Europa. Der 47-jährige Kölner Priester wurde bei der diesjährigen Kontinentalversammlung von Kolping-Europa in der mährischen Landeshauptstadt Brno (Brünn) gewählt. Dillenburg ist hauptamtlicher Bundespräses von Kolping-Deutschland und folgt in der Europa-Funktion Monsignor Alois Schröder nach, der das Amt sieben Jahre innehatte. Innerhalb des internationalen Kolpingwerkes ist Kolping-Europa der kontinentale Zusammenschluss von derzeit 20 nationalen Verbänden mit mehr als 300.000 Mitgliedern in West-, Mittel- und Osteuropa. (kap)
Österreich
Der seit Wochen schwelende Streit um fehlende Kruzifixe in den Linzer Kindergärten ist beendet: ÖVP und SPÖ haben sich in einem Gespräch am Dienstag in Linz darauf geeinigt, dass die Stadt Kreuze aufhängt. Der Streit um Kruzifixe in den städtischen Kindergärten war Ende Oktober ausgebrochen. Die ÖVP ortete ein „Kreuz-Verbot“ und warf der SPÖ einen „Anti-Religionskurs“ vor. Die Volkspartei berief sich auf ein Landesgesetz, das das Aufhängen von Kruzifixen vorsieht. Vergangene Woche schaltete sich schließlich Landeshauptmann Josef Pühringer in die Diskussion ein. Er erklärte, dass es seiner Partei um mehr als die bloße Präsenz des Kreuzes gehe. Wie in den Schulen solle auch in den Kindergärten das Kreuz als Symbol für religiöse Erziehung stehen. (kap)
Flüchtlinge sollen ab sofort nicht mehr aus Österreich nach Griechenland zurückgeschoben werden. Das fordert Diakonie-Direktor Michael Chalupka in einem dringenden Appell an die Bundesregierung. „Wenn Österreich sein Bekenntnis zum Menschenrecht auf Asyl noch ernst nimmt, dann muss es noch heute die Rückschiebungen von Asylsuchenden nach Griechenland aussetzen“, so Chalupka am Dienstag. Er beruft sich auf einen in seinen Augen „erschütternden Bericht“ des Europäischen Flüchtlingsrates: Danach ist das griechische Asylsystem völlig zusammengebrochen. Das Land könne die Anforderungen im Asylbereich nicht mehr bewältigen und befinde sich „in einer humanitären Krise“. Von 8.367 Asyl-Bittstellern im Jahr 2008 seien in erster Instanz alle negativ entschieden worden. (pm)
Schweiz
Kinder in der Eidgenossenschaft brauchen mehr Chancengleichheit. Das fordert die bischöfliche Kommission „Justitia et Pax“ im Vorfeld des UNO-Kinderrechtstages am Donnerstag. Auf den ersten Blick fehle es den Kindern in der Schweiz zwar an nichts. Tatsächlich habe jedoch nicht jedes Kind die gleichen Chancen zur Entfaltung seiner Fähigkeiten. Gerade im Bereich der Bildung seien die Möglichkeiten sehr ungleich verteilt. Dabei spielten die Finanzen eine zentrale Rolle. (pm)
Großbritannien
Afrikanische und europäische Bischöfe tagen ab diesem Mittwoch an für fünf Tage gemeinsam in der Stadt Liverpool. Dabei beraten sie über das Thema Migration. Erreichen wollen sie Absprachen über Flüchtlingsseelsorge und zur Jugendarbeit. Im Zentrum soll der biblisch-theologische Blickpunkt auf die multikulturelle Gesellschaft stehen. An diesem Nachmittag wird das Symposium der Bischofskonferenz von Afrika und Madagaskar und der Europäischen Bischofskonferenz mit einem Gottesdienst eröffnet. (rv)
Italien
Die Internationale Thomas-Gesellschaft „Sita“ feiert in diesem Jahr ihr dreißigjähriges Bestehen. Am 28. und 29. November wird eine Tagung aller philosophischen Fakultäten der Päpstlichen Hochschulen Roms stattfinden, auf der die Aktualität des geistigen Erbes des Thomas von Aquin erörtert werden soll. Hierzu werden die international führenden Thomas-Forscher im Angelicum erwartet. (sir)
Russland
Die russisch-orthodoxe Kirche dankt dem katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ für seine langjährige Unterstützung. Der Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, Metropolit Kyrill von Smolensk, würdigte bei einem Treffen mit der Leitung des Hilfswerkes dessen Einsatz für den ökumenischen Dialog. Bei der Begegnung in Moskau wurde sowohl von Seiten des Patriarchats als auch von „Kirche in Not“ betont, wie wichtig es sei, die guten gegenseitigen Kontakte in Zukunft zu erhalten und die Zusammenarbeit zu vertiefen und auszubauen. Der Metropolit sagte, es sei gut, sich „auf Organisationen stützen zu können, die sich in der Zusammenarbeit bereits bewährt haben“. „Kirche in Not“ sei auch in schwierigen Zeiten ein verlässlicher Partner gewesen. Beide Seiten unterstrichen die Notwendigkeit, angesichts des allgemeinen Verfalls der Werte und eines sich immer mehr ausbreitenden Relativismus in der modernen Gesellschaft gemeinsam Position für die christliche Ethik und das christliche Menschenbild zu beziehen. Hier solle die Zusammenarbeit in Zukunft noch weiter verstärkt werden. (kap/pm)
Afrika
Kenia
Westafrikas Bischöfe wollen sich mehr um Nomaden kümmern. Das beschloss der Verband der Westafrikanischen Bischofskonferenz jetzt auf einer Tagung in Kenia. Der christlich-nomadische Dialog solle verstärkt und die pastorale Praxis solle mehr auf die Bedürfnisse der Nomaden abgestimmt werden, berichtet der katholische Informationsservice für Afrika. Die Bischöfe wollen dazu das Team der Sozialarbeiter ausbauen, aber auch noch stärker auf das Medium Radio zurückgreifen, um die Nomaden zu erreichen. So sollten unter anderem Gottesdienste in den jeweiligen Sprachen der Nomadenstämme ausgestrahlt werden. (apic)
Elfenbeinküste
Siebzig afrikanische Theologen haben gemeinsam einen Bibelkommentar veröffentlicht. Dieser wurde jetzt in Abidjan vorgestellt. Der Kommentar deutet 70 Bibeltexte vor dem Hintergrund der aktuellen Probleme in Afrika aus. Sein Inhalt beziehe sich besonders auf die Armut, die Solidarität und das Gemeindeleben, so der Mitherausgeber Malgache Andria Solomon. Der Kommentar solle eine Verständnishilfe für die Bibellektüre sein und eine Hilfestellung zum Predigen geben. Weiter solle er die Menschen ermutigen, für die schwächsten Glieder der Gesellschaft einzutreten, so Solomon. (apic)
Asien
Indien
Für die Wahlen im Bundesstaat Madhya Pradesh am 27. November dieses Jahres kandidieren zehn Christen. Für den Bundesstaat, der bisher eine hindu-nationalistische Regierung hat, ist das eine historische Premiere: Noch nie zuvor in seiner Geschichte hatten Christen für politische Ämter kandidiert. Unter den zehn Kandidaten befindet sich auch ein Familienvater namens Xavier Meda. Er wolle gegen die Gewalttaten hinduistischer Fundamentalisten gegen Christen kämpfen und so an einer sicheren Zukunft für seine Kinder mitwirken, meinte er zur Nachrichtenagentur asianews. Der Sprecher der Ortsbischöfe begrüßte das Engagement der Christen. Ihre Kandidatur gehe auf eine örtliche katholische Initiative zurück, die es sich zur Aufgabe mache, „Menschen guten Willens“ an der Politik im Land zu beteiligen. Ein politisches Ziel sei es, den 25. August, an welchem die ersten Attentate auf Christen in Orissa stattgefunden hatten, zum „Tag der christlichen Märtyrer in Indien“ erklären zu lassen. (asianews)
Vietnam
Die Redemptoristenkirche in Hanoi ist am Wochenende Ziel eines Angriffs geworden. Eine aufgebrachte Menge versuchte, das Kirchengelände zu erreichen; herbeigerufene Gemeindemitglieder konnten das Schlimmste verhindern und halten seitdem Wache in der Kirche. In mehreren Teilen Hanois sind die Beziehungen der Katholiken zu den Behörden äußerst gespannt; immer wieder kommt es zu Demonstrationen, Zwischenfällen und Festnahmen. Zur Zeit stehen acht Katholiken wegen „Störung der öffentlichen Ordnung“ vor Gericht, zwei von ihnen sitzen noch in Haft. Der Erzbischof von Hanoi sowie vier Redemptoristenpriester wurden von den Behörden zu „unerwünschten Personen“ erklärt. Menschenrechtsorganisationen vermuten, dass die vietnamesische Regierung damit einen Warnschuss abgeben wollte. Seit Ende 2007 versucht die katholische Kirche in Vietnam, den Kampf um kirchliches Eigentum öffentlich zu führen und damit mehr Druck auf die Regierung auszuüben. Die friedlichen Massengebete in Hanoi, die auf dem Gelände der ehemaligen Nuntiatur und auf dem Gelände des Redemptoristenklosters in Thai Ha stattfanden, haben Tausende Katholiken mobilisiert. (pm)
Amerika
Brasilien
Die Bischöfe haben die Ethanolproduktion im Land scharf kritisiert. Sie verurteilten die stark verbreitete Monokultur von Zuckerrohr zur Ethanolgewinnung, die in 11 Bundesstaaten des Landes Tausende Hektar Wald zerstört habe. Weiter habe diese Monokultur zahlreiche Menschen in Armut und Hunger gestürzt. Auch müssten die Arbeiter auf den Zuckerrübenfeldern unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten. Die Bischöfe richten ihre Kritik unmittelbar an den brasilianischen Präsidenten Luis Inacio Lula da Silva, der vor der UNO kürzlich beteuert hatte, dass in der Amazonasregion kein Zuckerrohr angebaut werde. (apic)
Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.