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NUNTII STATIONIS RADIOPHONICAE VATICANAE PARTITIONIS GERMANICAE
IN LINGUAM LATINAM VERSI

DEUTSCHE SEITE (ARCHIV 2008)


29. Juli 2008

Vatikan: Papst beginnt Urlaub in Südtirol
Papst Benedikt XVI. hat am Montag seinen Sommerurlaub angetreten. Zwei Wochen verbringt er auf eigenen Wunsch in Südtirol. Dort wohnt er wie schon zu Zeiten als Kardinal im Priesterseminar der Bischofsstadt Brixen. ... Der Aufenthalt in Südtirol ist laut Vatikan rein privat und dient ausschließlich der Erholung des 81-jährigen Kirchenoberhaupts. Treffen mit Politikern sind nicht vorgesehen. Einzige festgesetzte Termine sind an den beiden Sonntagen am 3. und 10. August die Angelusgebete auf dem Domplatz von Brixen. Am 6. August wird der Papst außerdem in der Kathedrale von Brixen mit dem Klerus der Diözese Bozen-Brixen zusammentreffen. Traditionell beantwortet er am Urlaubsort die Fragen der Geistlichen.  

Papst beim Angelus: Lob für Weltjugendtag von Sydney
Benedikt XVI. ist sehr zufrieden mit dem kirchlichen Weltjugendtag von Sydney. Das sagte er an diesem Sonntag beim Angelusgebet in seiner Sommerresidenz Castel Gandolfo. Er sei bei seinem Australienbesuch dem „jungen Gesicht der Kirche“ begegnet, meinte er; die Weltjugendtage seien „Etappen einer großen Wallfahrt über den ganzen Planeten“.  

Vatikan: 40 Jahre Humanae Vitae
Vor 40 Jahren veröffentliche Papst Paul VI. seine letzte und bis heute bekannteste Enzyklika: "Humanae Vitae". Mit ihr legte die Katholische Kirche zum ersten Mal ihr "Nein" zur künstlichen Empfängnisregelung fest. Das Schreiben löste einerseits Unverständnis aus, selbst innerhalb der Kirche. Vielesehen in "Humanae Vitae" aber auch einen prophetischen Text, ein Bollwerk, mit dem sich der Papst gegen die Verdinglichung der menschlichen Sexualität und ihre Umdeutung zum reinen Trieb-Befriedigungsmittel stemmte. 40 Jahre nach der Veröffentlichung von "Humanae Vitae" zeigt sich aus der Sicht vieler Beobachter: Mit seinem Pessimismus hatte Paul VI. recht. Sein Nachfolger Benedikt XVI. findet deshalb, dass die Inhalte des Lehrschreibens heute wichtiger denn je sind.

Vatikan-Erbischof äussert sich zu Humanae Vitae
Erzbischof Rino Fisichella, der Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, nennt Humanae Vitae einen "prophetischen Text": "Paul VI. wollte vor allem einen Wunsch verwirklichen, den das Konzil ausgesprochen hatte. Wir sollten also vor allem die Kontinuität der Lehre von Humanae Vitae" mit dem sehen, was die Konzilsväter gefordert hatten, nämlich eine ehrliche Aussage zur Weitergabe des Lebens. "Humanae Vitae" ruht auf zwei Prinzipien. Zum einen das Naturrecht, die wahre Anerkennung der Gleichheit der Personen im Respekt der natürlichen Ordnung, ohne zu irgendwelchen Techniken Zuflucht zu nehmen. Und zweitens eine Erinnerung an die Verantwortung. Vergessen wir nicht, dass "Humanae Vitae" von verantworteter Vater- und Mutterschaft spricht; es geht um eine Wahl, die nicht dem Zufall überlassen ist, sondern um eine verantwortliche Wahl. Ich glaube wirklich, dass diese Lehre doch sehr vorausschauend war."


22. Juli 2008

Papst fordert „neue Ära“
Zum Abschluss des Weltjugendtages hat Papst Benedikt XVI. mit rund 500.000 Teilnehmern den größten Gottesdienst in der Geschichte Australiens gefeiert. Dabei rief er am Sonntagmorgen in Sydney zu einer Erneuerung von Gesellschaft und Kirche auf. Er warnte vor neuen „geistigen Wüsten“, die sich überall ausbreiteten. Stattdessen forderte er eine „neue Ära“, in der Egoismus, Habgier und Oberflächlichkeit durch Solidarität, Respekt und Hoffnung ersetzt werden sollten. Dazu brauche es eine innere Erneuerung der Christen durch die Kraft des Heiligen Geistes.

Papst beendet Australien-Reise - Treffen mit Missbrauchsopfern
Papst Benedikt XVI. hat seine neuntägige Reise nach Australien beendet und den Rückflug nach Rom angetreten. Kurz vor seiner Abreise traf er sich mit einer Gruppe von Missbrauchsopfern. Vier Personen, zwei Männer und zwei Frauen, hätten an der Frühmesse des Papstes im Cathedral House in Sydney teilgenommen, teilte ein Vatikansprecher mit.
Nach der Messe habe Benedikt XVI. mit jedem einzelnen gesprochen; er hätte ihnen seine Verbundenheit bekundet. Die Begegnung habe „in einem Klima des Respekts, der Spiritualität und großer Bewegung“ stattgefunden, so der Sprecher. Sie sollte nach Abschluss des Weltjugendtags, dem eigentlichen Anlass der Papstreise, stattfinden.

Papst: „Es tut mir sehr leid“
Papst Benedikt XVI. hat sich bei den Opfern sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche entschuldigt. „Es tut mir sehr Leid für den Schmerz und das Leiden, die die Opfer erduldet haben“, sagte der Papst abweichend vom ursprünglichen Redeskript bei einer Messe am Samstagvormittag (Ortszeit) in Sydney: „Ich versichere ihnen, dass auch ich als ihr Hirte mit ihnen leide“, so der Papst in seiner auf Englisch gehaltenen Predigt vor den Bischöfen Australiens, den Priesterseminaristen und Ordensleuten.  

Papst: „Religionen müssen an einem Strang ziehen”
Papst Benedikt XVI. hat bei einer Begegnung mit Vertretern anderer Religionen in Sydney die Bedeutung des Dialogs für die Friedenssicherung unterstrichen. Die Religionen könnten einen Beitrag für eine harmonische Beziehung zwischen Religion und öffentlichem Leben leisten. Dies sei um so wichtiger in einer Zeit, in der manche zur Ansicht gelangt sind, die Religion sei eher eine Ursache der Spaltung als eine einheitsstiftende Kraft.

Papst: “Ehrlicher Dialog über die Eucharistie fördert Ökumene”
Der zweite offizielle Besuchstag Benedikts beim Weltjugendtag stand u.a. im Zeichen der Ökumene. Papst Benedikt XVI. traf mit Vertretern anderer christlicher Kirchen zusammen. Die Beziehungen zwischen den verschiedenen Kirchen seien an einem „kritischen Punkt“ angelangt, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche. Der Dialog bleibe deshalb schwierig, betonte Benedikt XVI. bei dem Treffen am Freitag in der Krypta der St. Mary's Cathedral in Sydney. … Papst Benedikt XVI. forderte einen „aufrichtigen Dialog“, um Meinungsverschiedenheiten zu überwinden. Alle Christen müssten sich vor „jeder Versuchung in acht nehmen, die christliche Lehre als trennend zu sehen“. Stattdessen sollten sie gemeinsam zu Nicht-Christen über die Nächstenliebe sprechen. Unterschiedliche Lehrmeinungen sollten deshalb für Christen kein Hindernis sein, auch jetzt für eine bessere Welt zusammenzuarbeiten, betonte der Papst. … Hauptproblem im ökumenischen Dialog bleibe aber das gemeinsame Feiern der Eucharistie. Aber man dürfe sicher sein, eines Tages gemeinsam dieses Sakrament feiern zu können. Wörtlich sagte Benedikt XVI.: „Der Weg der Ökumene weist letztlich in die Richtung einer gemeinsamen Feier der Eucharistie (vgl. Ut unum sint, 23-24; 45), die Christus seinen Aposteln als das Sakrament der Einheit der Kirche par excellence anvertraut hat. Obwohl es noch Hindernisse gibt, die überwunden werden müssen, können wir sicher sein, dass eine gemeinsame Eucharistie eines Tages nur unser Bemühen stärken wird, einander zu lieben und zu dienen in Nachahmung unseres Herrn.“


15. Juli 2008

WJT-Botschaft Benedikts XVI.
Papst Benedikt XVI. erwartet sich vom Weltjugendtag missionarische Impulse für die katholische Kirche und vor allem für die jungen Gläubigen. Angesichts von düsteren Zukunftsperspektiven und Hoffnungslosigkeit biete der christliche Glaube Kraft und Orientierung, betonte er in einer Botschaft, die bei seiner Ankunft in Australien am Sonntag veröffentlicht wurde. Die Jugendlichen seien herausgefordert durch die Ablehnung des Glaubens, die sie in ihrem Umfeld erfahren. Die Antwort liege in Christus. Der Heilige Geist orientiere die Menschen zu ihm hin, der Leben, Liebe und Wahrheit ist.

Vatikan/Großbritannien: Bischöfinnen verhindern Einheit
Der Vatikan bedauert den Beschluss der Kirche von England, künftig auch Frauen uneingeschränkt zur Bischofsweihe zuzulassen. Damit würde die anglikanische Kirche „unnötige Hürden“ auf den ökumenischen Weg legen, heißt es in einer an diesem Dienstag veröffentlichten „Kommentar“ des Päpstlichen Einheitsrats. Die Entscheidung der „Kirche von England“ stelle „einen Bruch mit der apostolischen Tradition“ dar, die von allen Kirchen des ersten Jahrtausends beachtet werde.

Vatikan/Medjugorje: Vatikanische Untersuchungskommission eingesetzt
Der Vatikan hat eine Untersuchungskommission zur Prüfung der „Marienerscheinungen“ in Medjugorje eingesetzt. Der katholische Erzbischof von Sarajevo, Kardinal Vinko Puljic, hat entsprechende Berichte bosnischer Medien bestätigt. Zum ersten Mal werde eine offizielle vatikanische Kommission den herzegowinischen Pilgerort aufsuchen. ... Der Erzbischof von Sarajevo hat in der Vergangenheit mehrfach versucht, im Konflikt zwischen dem Bischof von Mostar und den Franziskanern von Medjugorje zu vermitteln. Der Konflikt hat tiefe historische Wurzeln. Die Beurteilung der „Marienerscheinungen“, die am 24. Juni 1981 begonnen haben, wurde in diesen Konflikt einbezogen. (kap)

Neuer Präfekt der Selig- in Heiligsprechungskongregation
Papst Benedikt hat Erzbischof Angelo Amato zum neuen Präfekten der Selig- und Heiligsprechungskongregation ernannt. Gleichzeitig nahm er das Rücktrittsgesuch von Amtsinhaber Kardinal José Saraiva Martins an. Amato war bislang Sekretär der Glaubenskongregation und gehörte bis zur Wahl des damaligen Präfekten der Vatikanbehörde, Kardinal Joseph Ratzinger, zum Papst im Jahr 2005, zu dessen engsten Mitarbeitern. Zum neuen Sekretär der Glaubenskongregation ernannte der Papst Luis Francisco Ladaria Ferrer. Der aus Mallorca gebürtige 64-jährige Dogmatikprofessor der Päpstlichen Gregoriana-Universität studierte u.a. an der theologischen Hochschule St. Georgen in Frankfurt am Main. Der Nachfolger von Erzbischof Amato bei der Glaubenskongregation gehört dem Jesuitenorden an. (rv)


8. Juli 2008

Vollkommener Ablass zum Weltjugendtag
Papst Benedikt XVI. gewährt zum Weltjugendtag in Australien einen vollkommenen Ablass. Wer vom 15. bis 20. Juli nach Sydney pilgert und mit einer entsprechenden Gesinnung an den Veranstaltungen sowie Abschlussgottesdienst teilnimmt kann einen Nachlass der zeitlichen Sündenstrafen erhalten. Das geht aus einem Dekret hervor, das die Apostolische Pönitentiarie an diesem Samstag veröffentlichte. Weitere Voraussetzungen sind der Empfang des Bußsakraments, der Eucharistie und das Gebet entsprechend der Meinung des Papstes. Jeder katholische Gläubige, der weltweit für das Gelingen der Veranstaltung und im Geist des Jugendtreffens betet, kann entsprechend dem Dekret einen Teilablass gewinnen. (rv)

Grünes Licht für Heiligsprechung
Der als „Apostel der Aussätzigen“ bekannte Pater Damian de Veuster (1840-1889) kann heiliggesprochen werden. Papst Benedikt XVI. bestätigte am Donnerstag im Vatikan ein Dekret, mit dem die Heiligsprechungskongregation ein auf Fürsprache des belgischen Paters gewirktes Wunder anerkennt.

Papst liest im Fernsehen
Papst Benedikt XVI. wird im italienischen Staatsfernsehen RAI eine Stunde lang aus der Bibel lesen. Am kommenden 5. Oktober trägt er das erste Kapitel aus dem Buch Genesis vor, informierte ein Sprecher des Senders. Die RAI wird in ihrem Programm einen kompletten Vorlesezyklus der Bibel in sieben Tagen und Nächten anbieten, zum Auftakt der Bischofssynode über die Heilige Schrift, die zeitgleich im Vatikan beginnt.

Vatikan: Die Antwort der Traditionalisten
Die schismatische „Priesterbruderschaft St. Pius X. wünscht "einen Dialog im lehrmäßigen Bereich" mit dem Heiligen Stuhl, einschließlich jener Punkte, in denen Meinungsverschiedenheiten bestehen. Das hat - laut einem Kommunique der Bruderschaft - deren Generalobere Bernard Fellay der Kommission Ecclesia Dei mitgeteilt, die im Vatikan für die mögliche Wiedereingliederung traditionalistischer Gruppen in die Kirche zuständig ist. Auch solche Fragen müssten Gegenstand des Dialogs sein, die, „wenn sie umgangen würden, das Risiko eines in der Überstürzung erarbeiteten kirchenrechtlichen Status nichtig machen würden“, heißt es in der Mitteilung der traditionalistischen Gruppe, die von dem später exkommunizierten Erzbischof Marcel Lefebvre gegründet wurde. Gleichzeitig erneuerte die Bruderschaft ihre Forderung nach einer Rücknahme der Exkommunikationsdekrete von 1988.

Papst beginnt Katechese-Reihe über Paulus
Benedikt XVI. beginnt bei seinen Generalaudienzen einen neuen Katechese-Zyklus. Das kündigte er am Mittwoch vor Tausenden von Pilgern und Besuchern im Vatikan an. Während des Paulusjahres will der Papst bei jeder Generalaudienz über Leben und Lehre des Apostels aus Tarsus nachdenken.
"Wie ihr wisst, haben wir vor wenigen Tagen mit dem Hochfest der heiligen Petrus und Paulus das Paulusjahr eröffnet, das dem Völkerapostel gewidmet ist und bis zum 29. Juni 2009 dauert. In dieser Zeit wollen wir Paulus nicht nur als eine herausragende und geradezu einzigartige Heiligengestalt verehren, sondern uns auch um ein tieferes Verständnis seiner Lehre bemühen. ..."


1. Juli 2008

Papst eröffnet Palus-Jahr
Benedikt XVI. hat am Samstag das internationale Paulus-Jahr eröffnet. Gemeinsam mit dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I:, und anderen Führern christlicher Kirchen feierte er die Vesper am Grab des Völkerapostels in der römischen Basilika Sankt Paul vor den Mauern. Bis zum 29. Juni des nächsten Jahres wollen Christen weltweit an die Geburt des heiligen Paulus vor etwa 2000 Jahren erinnern; geplant sind zahlreiche, auch ökumenische Initiativen. ... „Dazu habe ich dieses besondere „Paulusjahr“ ausgerufen: damit wir ihm zuhören und von ihm als unserem Lehrer jetzt „den Glauben und die Wahrheit“ erlernen, in denen die Gründe für die Einheit unter den Jüngern Christi verwurzelt sind“, sagte der Papst in seiner Predigt. „Fragen wir nicht nur: Wer war Paulus? Fragen wir vor allem: Wer ist Paulus?“ ... Der Völkerapostel werde „von vielen vor allem als streitbarer Mann hingestellt“, so Benedikt. Und wirklich habe er „nicht nach oberflächlicher Harmonie gesucht“, weil ihm „die Wahrheit zu groß“ war.

Papst: „Paulusjahr soll Einheit der Christen fördern”
Feierlichkeiten wie das Fest Peter und Paul oder des Apostels Andreas sind „Momente der Eintracht”. Das sagte Papst Benedikt XVI. beim Empfang des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. an diesem Samstagmittag im Vatikan. Benedikt begrüßte seinen Gast im Apostolischen Palast. In Anwesenheit des orthodoxen Patriarchen von Konstantinopel eröffnet der Papst am Samstagabend in Rom das internationale Paulus-Jahr. Wörtlich meinte Papst Benedikt: „Denn damit wächst die gegenseitige Kenntnis. Auch verbessert sich durch das Kennenlernen die Zusammenarbeit und somit wächst auch die Hoffnung, die uns alle beseelt, nämlich eines Tages die volle Einheit im Wille des Herrn zu erreichen.”Das Paulusjahr wird sowohl in der katholischen als auch in den orthodoxen Kirchen gleichzeitig gefeiert, was ein „glücklicher Umstand” sei, betonte der Papst weiter.

Vatikan: Kommunion im Knien
Bei zukünftigen Papstmessen wird sich die Mundkommunion in kniender Körperhaltung durchsetzen. Diese Einschätzung äußerte der päpstliche Zeremonienmeister Guido Marini in einem Interview mit der Vatikanzeitung „L’Osservatore Romano“ vom Donnerstag. Die Handkommunion sei ein Zugeständnis an einzelne Bischofskonferenzen gewesen. Demgegenüber unterstreiche die Praxis der Mundkommunion die allgemein gültige liturgische Norm, die, „ohne der anderen Haltung Abbruch zu tun“, besser die Frömmigkeit fördere und die Gegenwart Christi im Altarsakrament angemessener zum Ausdruck bringe. ... Zudem wies Marini auf die große Bedeutung der Orientierung bei der Liturgie hin, „auch in praktischer Hinsicht“. In der Zelebrationsrichtung vermittle sich nämlich „eine grundlegende theologische, anthropologische und ekklesiologische Tatsache“. „Vom Herrn kommt das Heil, er ist der Osten, die aufgehende Sonne, auf die wir unseren Blick richten müssen, und von der wir die Gabe der Gnade empfangen müssen“, so Marini wörtlich. ...

Neuer Kardinal-Vikar
Papst Benedikt XVI. hat Agostino Vallini zum neuen römischen Kardinal-Vikar ernannt. Der 68-jährige tritt die Nachfolge von Kardinal Camillo Ruini, dem langjährigen Vorsitzenden der italienischen Bischofskonferenz an. Vallini leitete bisher die Apostolische Signatur, das oberste vatikanische Gericht. Neuer Präfekt der Signatur wird der US-Amerikaner Raymond Leo Burke, bislang Erzbischof von Saint Louis. (rv)


24. Juni 2008

Türkei: Paulus-Ort wünscht Pilger statt Touristen
Auf der Suche nach den Wurzeln des Christentums muss man jenen Wegen nachgehen, auf denen der Apostel Paulus im Süden der heutigen Türkei gegangen ist. Deshalb wird das Paulusjahr an diesem Samstag am Ort der antiken Paulus-Stadt Tarsus eröffnet. Als Vertreter des Vatikans ist Kurienkardinal Walter Kasper in der Türkei gereist. Die Christen möchten 2000 Jahre nach der Geburt des Apostels Paulus in seiner Geburtsstadt Tarsus nicht nur Gäste sein. Das sagt der für Tarsus zuständigen Bischof Luigi Padovese. „Wer hierher kommt, sollte uns als Pilger und nicht als Tourist besuchen. Dieser Ort ist nämlich geeignet, um tiefgreifende Erfahrungen zu sammeln. Darüber hinaus sollte jeder, der nach Tarsus kommt, ein Zeugnis für die türkische Bevölkerung mitnehmen, nämlich zu zeigen, dass es auch bei den Christen Menschen gibt, die einen starken Glauben haben und sich dafür einsetzen. Damit sollte man auch die türkische Öffentliche Meinung entgegnen, die besagt, dass das Christentum und der Westen dasselbe seien und da der Westen korrupt sei, sei auch das Christentum korrupt. Nun, das müssen wir den Türken unbedingt klarstellen, dass dies absolut nicht der Fall ist.“
Hier zum Nachhören

Vatikan: Im Radio auf neue Art Kirche sein
Die Kirche muss sich moderner Kommunikationsmittel bedienen, um ihre Botschaft in der Welt von heute zu verkünden. Daran hat Papst Benedikt XVI. am ... Freitag vor Verantwortlichen für katholische Radiosender erinnert. Er empfing die Teilnehmer eines vom Päpstlichen Medienrat veranstalteten Kongresses in Audienz. Die Kirche könne so Katholiken und Nicht-Katholiken erreichen.
„Das Radio hat Anteil an der Sendung der Kirche und ihrer Sichtbarkeit. Doch das Radio ermöglicht ihr auch eine neue Art zu leben, eine neue Art, Kirche zu sein und als Kirche zu handeln. Radio hat sowohl ekklesiologische wie auch pastorale Bedeutung.“
Dank des Informationsdienstes katholischer Radiosender lernten Menschen verschiedener Kulturen weltweit „Christus kennen, die Worte des Papstes zu hören und die Kirche zu lieben“, so Benedikt in seinem mehrsprachigen Grußwort. Katholische Journalisten leisteten einen Dienst für die Welt.

Kanada: Eucharistie ist missionarisch!
Im kanadischen Quebec tagt derzeit der 49. Eucharistische Weltkongress. Papst Benedikt XVI. hatte am Mittwoch bei der Generalaudienz die Hoffnung geäußert, das Treffen möge zu einer Stärkung für den Glauben der Katholiken auf der ganzen Welt werde. Die Versammlung könne eine starke Zeit für Gebete, Reflektion und Betrachtung des Geheimnisses der Eucharistie werden. Vertreter des Papstes in Quebec ist Kardinal Jozef Tomko. Dieser unterstreicht vor allem die missionarische Dimension des Treffens:
„Wir brauchen die Kraft zum Zeugnis. Und woher hat man die, wenn nicht von dem lebendigen Christus? Es geht also vor allem um die Stärkung im Glauben: Und das ist auch das Ziel dieses Kongresses hier in Kanada, das sich in einer ähnlichen Situation befindet wie auch Westeuropa. Das ist in dieser Welt – in der Kraft der lebendigen Gegenwart Christi – fundamental wichtig.“


17. Juni 2008

Vatikan: Neokatechumenale Messen für alle
Die Messen der Gemeinschaft der Neokatechumenalen an Samstagabenden müssen nach Anweisung des Vatikans auch für Nichtmitglieder offen sein. Das geht aus den Statuten des „Neokatechumenalen Weges“ hervor, die der Vatikan am Freitag approbierte. Danach müssen die Sonntagsgottesdienste, die die Bewegung in ihren kleinen Ortsgruppen jeweils am Vorabend feiert, in die Wochenendseelsorge der jeweiligen Pfarrgemeinde integriert sein. Zu verwenden seien die liturgischen Bücher des Römischen Ritus. Die Statuten, die nach einer fünfjährigen Erprobungszeit gebilligt wurden, sehen außerdem vor, dass die Gläubigen die Kommunion stehend empfangen. Bisher erhielten die Neokatechumenalen die Eucharistie bei ihren Gottesdiensten im Sitzen. Der Approbation waren jahrelange Auseinandersetzungen zwischen der Gemeinschaft und vor allem der vatikanischen Gottesdienstkongregation vorangegangen. Auch Papst Benedikt XVI. forderte im Januar 2006 die Mitglieder auf, die liturgischen Normen der Kirche zu beachten.

Papst sprach mit Bush u.a. über Hungerkrise
Papst Benedikt XVI. hat an diesem Freitag den scheidenden US-Präsidenten George W. Bush im Vatikan empfangen und mit ihm unter anderem über die Themen Nahost, Globalisierung und Hungerkrise gesprochen. Das geht aus dem Kommuniqué hervor, das der Heilige Stuhl nach der Begegnung in den Vatikanischen Gärten veröffentlichte.

Washington: Erste Früchte der Reise des Papste in die USA
Die Reise von Papst Benedikt XVI. in die Vereinigten Staaten trage bereits Früchte und habe der säkularen Gesellschaft die Augen geöffnet. Das sagt der Apostolische Nuntius in Washington, Erzbischof Pietro Sambi, in einem Interview mit dem „Osservatore Romano” von Mittwoch. Aus vielen Pfarreien sei ihm bereits eine Zunahme des Messbesuchs gemeldet worden. Die Menschen würden wieder verstärkt zu ihrer religiösen Praxis zurückkehren, so der Erzbischof. Mit seinen Reden habe der Papst ein Signal für eine neue Evangelisierung des Landes gegeben. Alle Bereiche der Kirche seien nun gefordert, zu einem Instrument des Heiligen Geistes für ein neues Pfingsten zu werden. Auch sei Benedikt vor der Reise in den USA ziemlich unbekannt gewesen. Viele hätten einen Polizeibeamten aus dem Apostolischen Palast erwartet, so der Nuntius. Diese Leute seien dann aber völlig eingenommen gewesen von Benedikt XVI., der sich als guter Hirt, als Vater, als verständnisvoller Lehrer gezeigt habe. Die Bevölkerung begegne dem Papst nun mit mehr Aufmerksamkeit, Liebe und Respekt. (or)

Vatikan: Kardinal Cordes Berater mehrerer Kongregationen und Räte
Der deutsche Kurienkardinal Paul Josef Cordes ist vom Papst zum Berater mehrerer vatikanischer Kongregationen und Räte berufen worden. Sein Urteil und sein Rat sind jetzt gefragt in den Kongregationen für die Heiligsprechung, für das katholische Bildungswesen, für den Klerus und im Rat für Gerechtigkeit und Frieden. Andere neu ernannte Kardinäle wurden ebenfalls gleichzeitig in verschiedene Kongregationen und Räte berufen, so der Erzbischof von Paris, André Vingt-Trois, der Erzbischof von Dakar, Theodore Sarr, und mehrere andere. (or)


10. Juni 2008

Vatikan: Das Eigene und das Fremde
Wer sich um Dialog mit Gläubigen nichtchristlicher Religionen bemüht, sollte gut über den eigenen Glauben Bescheid wissen. Das hat Papst Benedikt XVI. den Angehörigen des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog eingeschärft, die sich dieser Tage zu ihrer Vollversammlung im Vatikan treffen. „Wenn dieser Dialog aufrichtig sein soll, muss er eine Reise des Glaubens sein. Deshalb ist es nötig für jene, die den Dialog voranbringen, in ihrem eigenen Glauben gebildet zu sein – und gut informiert über den Glauben anderer. Deshalb ermutige ich Ihren Päpstlichen Rat in seinen Bemühungen, Bildungsangebote im interreligiösen Dialog für verschiedene christliche Gruppen zu erarbeiten, besonders für Seminaristen und junge Menschen im tertiären Bildungssektor.“

Vatikan: Papst betont weltweite Verbindlichkeit der Menschenrechte
Die Menschenrechte gründen „in der Würde der menschlichen Person, die Gott nach seinem Bild und Gleichnis geschaffen hat” – und darum sind sie auch weltweit verbindlich. Das hat Papst Benedikt an diesem Freitag mit Blick auf Asien betont. Im Vatikan empfing er Bischöfe aus Malaysia, Singapur und Brunei. ... „Wir sollten die wahren Errungenschaften der Aufklärung begrüßen – vor allem die Betonung der Menschenrechte und der freien Religionsausübung. Die Menschenrechte gründen in der Würde der menschlichen Person, die Gott nach seinem Bild und Gleichnis geschaffen hat; wer daher ihren universellen Charakter betont, der leistet eine wichtige Evangelisierungs-Aufgabe. Diese Lehre nämlich ist ein wesentlicher Aspekt des Evangeliums.”

Benedikt XVI würdigt Johannes XXIII
Papst Benedikt XVI. hat die Reformen seines vor 45 Jahren verstorbenen Vorgängers Johannes XXIII. gewürdigt. Mit dem von Johannes XXIII. einberufenen Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) habe eine Erneuerung der Kirche, ihrer Strukturen und der Liturgie begonnen, sagte der Papst bei der Generalaudienz am Mittwoch auf dem Petersplatz. Diese Reform solle in der Kirche des dritten Jahrtausends Frucht bringen, betonte Benedikt XVI. in seinem Gruß an polnische Pilger. Der am 25. November 1881 in Sotto il Monte bei Bergamo unter dem bürgerlichen Namen Angelo Giuseppe Roncalli geborene Johannes XXIII. amtierte von 1958 bis 1963. Vom italienischen Kirchenvolk als „il Papa buono“ („liebevoller Papst“) verehrt, wurde er 2000 von Johannes Paul II. selig gesprochen.

Benedikt XVI.: „Hunger ist kein Schicksal”
Papst Benedikt XVI. hat eindringlich neue Strategien zur Lösung der weltweiten Nahrungsmittelkrise angemahnt. Hunger und Unterernährung seien inakzeptabel in einer Welt, die über ausreichende Ressourcen verfügt. In einer Botschaft an die Teilnehmer des am Dienstag in Rom beginnenden UNO-Welternährungsgipfels forderte er gemeinsame Anstrengungen aller Länder.


3. Juni 2008

Vatikan: Juni ist Herz-Jesu-Monat
Papst Benedikt XVI. hat für den Juni zu einer Erneuerung der Herz-Jesu-Frömmigkeit aufgerufen. Dabei sollten die Gläubigen auch auf das traditionelle Gebet zur Aufopferung des Tages zurückgreifen und die Gebetsmeinungen des Papstes einbeziehen. Das Herz Jesu sei sowohl in der Volksfrömmigkeit als auch für Mystiker und Theologen ein besonders wertvolles Symbol des christlichen Glaubens, so Benedikt XVI am Sonntag beim Angelusgebet. Es fasse schlicht und unverfälscht das Geheimnis der Menschwerdung und der Erlösung zusammen.

Vatikan: Exkommunikation bei Frauenordination
Die Glaubenskongregation hat am Donnerstag ein Allgemeines Dekret erlassen zum Thema "Frauenordination". In dem im "L`Osservatore Romano" veröffentlichten Text wird betont, dass alle, die versuchen, Frauen zu Priesterinnen zu weihen, automatisch exkommuniziert sind. Dasselbe gelte für die Frauen, die sich an der Weihe beteiligen.
Die Kongregation für die Glaubenslehre möchte mit diesem Dekret "die Natur und die Gültigkeit des Sakraments der Weihe schützen", so der Text, der auf Latein und Italienisch veröffentlicht wurde. Das Dokument trägt den lateinischen Titel "Decretum generale de delicto attentatae sacrae ordinationis mulieris"; es wurde bereits am 19. Dezember letzten Jahres von der Kongregation beschlossen. Von der Exkommunikation seien auch Gläubige betroffen, die den mit Rom unierten Kirchen angehören.

Vatikan-Instruktion für Ordensleute: „Gehorsam ist ein Weg der Gottsuche”
Das Gehorsamsgelübde in einem Orden bedeutet nicht, blind alle Anweisungen befolgen zu müssen. Es ist vielmehr ein Weg der Gottsuche. Daran erinnert eine Vatikan-Instruktion, die an diesem Mittwoch veröffentlicht wurde. Autor des 50-seitigen Werks mit dem Titel „Der Dienst der Autorität und der Gehorsam” ist die Vatikan-Kongregation für das geweihte Leben. Der Vatikan versucht, das Gehorsamsgelübde, das zu den so genannten „evangelischen Räten” gehört, neu zu erschließen. Gehorsam heißt nicht, alles abzunicken; sondern ist vielmehr eine ständig neue Ausrichtung an Christus, der seinem Vater laut Bibel „gehorsam war bis zum Tod”. „Dein Angesicht, Herr, will ich suchen” – das ist das Psalmwort, das den Ton des Dokumentes setzt. Gehorsam bedeutet nach Ansicht der Autoren: immer wieder mit offenem Herzen die Bibel lesen, auf Gottes Wort horchen und über seinen Heilsplan nachdenken. ... Übrigens spricht der Vatikan-Text auch über Grenzfälle, in denen das Gehorchen sehr schwer fällt – und erwähnt eine mögliche Verweigerung aus Gewissensgründen. Wer mit dem Gehorsam seine Probleme habe, solle sich an Christus, dem großen Gehorsamen, ausrichten, raten die Autoren.

Vatikan/Italien: Bibelauszüge im Fernsehen
Benedikt XVI. wird im italienischen Fernsehen Auszüge aus der Bibel lesen. Wie das italienische Magazin "Chi" berichtet, wird der Papst im kommenden Oktober - zeitgleich mit der Weltbischofssynode zum Thema "Bibel" im staatlichen Fernsehen am Sonntagnachmittag Auszüge aus der Heiligen Schrift vortragen. Nach dem Papst werden der römische Oberrabbiner, ein griechisch-orthodoxer Priester und ein protestantischer Pastor die Bibel lesen. Auch Zuschauer können sich per Internet anmelden, um Auszüge der Bibel zu lesen. Die Initiative stehe unter der Leitung des Päpstlichen Kultur-Rates. Sie soll die Bibelkenntnisse in Italien fördern.


27. Mai 2008

Papst: „Ich bin den Erdebebenopfern in China nah“
Papst Benedikt XVI. hat beim Angelusgebet am Sonntag erneut an die Erdbebenopfer in China erinnert. An die Chinesen, die aus Anlass des ersten Weltgebetstags für die Kirche in China am Samstag aus ganz Italien zum Petersplatz gekommen waren, sagte der Papst:„Ich versichere meine persönliche Nähe allen denen, die derzeit Stunden der Angst und des Schreckens durchleben. Mögen dank der brüderlichen Solidarität aller die Bevölkerung in jenem Landstrich schnell zur Normalität des Alltags zurückkehren können.“

Papst: Evangelium stärkt jede Kultur
Europas Kulturen werden durch das Evangelium gestärkt. Das betonte der Papst beim Treffen mit Vertretern der mazedonischen und bulgarischen Regierung, die zu ihrer alljährlichen Wallfahrt zu Ehren der slawischen Heiligen Kyrill und Methodius nach Rom gereist sind. Auch Vertreter der orthodoxen Kirchen der beiden südosteuropäischen Länder waren anwesend. Benedikt betonte auch die Bedeutung der beiden Heiligen für die heutige Entwicklung der slawischen Länder Europas. „Das Evangelium schwächt nämlich nicht den wahren Kern einer jeden Kultur, im Gegenteil, es hilft den Menschen in allen Zeiten, das allgemein Gute zu erkennen und zu fördern. Denn das Evangelium ist ein Licht, dass die Wahrheit sichtbar macht Die eigenen christlichen Wurzeln wieder zu entdecken ist wichtig, um eine neue Gesellschaft aufzubauen, die sich auf solide Werte stützt. Deshalb ist es die Aufgabe aller Christen, die Frohe Botschaft mit der eigenen kulturellen Identität zu verbinden.“ In Rom befinden sich Reliquien des Slawenapostels Kyrill. Kyrill und Methodius sind von Papst Johannes Paul II. zu Patronen Europas erhoben worden.

Benedikt XVI: Journalisten müssen Wahrheit achten
Papst Benedikt XVI. hat die Medienverantwortlichen an ihre Wahrheitspflicht und an die Achtung der Menschenwürde erinnert. Journalisten seien nämlich der Zuverlässigkeit und Wahrheit verpflichtet, egal ob sie informieren oder unterhalten möchten. ... „Kommunikation ist grundlegend mit einem ethischen Wert verbunden. Sie ruht auf einem moralischen Fundament. ... Medienschaffende brauchen eine gewisse methodologische Skepsis, gerade wenn es um öffentliche Belange geht. Diese Grundhaltung darf jedoch nicht zu einem relativistischen Zynismus ausarten.“

Papst warnt vor Spaltung und Götzendienst
Papst Benedikt XVI. hat am Fronleichnamsfest vor Spaltungstendenzen und Götzendienst gewarnt. Die Anbetung Christi in der Eucharistie, die die Kirche an Fronleichnam besonders feiere, habe nichts Exotisches oder Exklusives an sich, sondern sei ein öffentlicher Akt, sagte der Papst am Donnerstag Abend bei der Messfeier vor der römischen Lateranbasilika. ... Das Hochfest vom Leib und Blut Christi mit Eucharistiefeier und anschließender Sakramentsprozession zeige drei Eckpunkte des christlichen Lebens auf: Versammeln, gemeinsam Gehen, Anbeten.


20. Mai 2008

Vatikan: Papst lobt „Humanae vitae”
Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage hat Papst Benedikt eindringlich zum Schutz der Familien aufgerufen. Im Vatikan empfing er katholische Familienverbände aus verschiedenen Teilen Europas. Dabei ging er in seiner Ansprache auch auf die umstrittene Enzyklika Papst Pauls VI. aus dem Jahr 1968 ein: Sie habe sich „mutig gegen die Strömung der dominierenden Kultur gestellt und kraftvoll die Qualität der ehelichen Liebe betont, die frei von Egoismus und offen für das Leben ist”. Auf das in der Enzyklika ausgesprochene Verbot künstlicher Empfängnisverhütung ging Benedikt, wie schon in einer ersten Rede über „Humanae vitae” vor zwei Wochen, nicht ausdrücklich ein.

Bischöfe sollen auf neue geistliche Bewegungen zugehen
Die Bischöfe sollen mit Liebe den neuen Bewegungen begegnen. Dazu hat sie Papst Benedikt XVI. am Samstag aufgerufen. In einer Audienz für die Teilnehmer eines vom Päpstlichen Laienrats für Bischöfe aus aller Welt organisierten Seminars sagte Benedikt, die Oberhirten hätten für die Einheit der Kirche zu sorgen ohne die Vielfalt der Charismen zu unterdrücken.

Vatikan: In Erinnerung an Gantin – „Im Frieden mit Gott”
Als Mann, der mit Gott im Frieden lebte, hat der nigerianische Kurienkardinal Francis Arinze den ... verstorbenen Kardinal Bernardin Gantin gewürdigt. Gegenüber Radio Vatikan sagte Arinze: „Kardinal Gantin war ein Bischof, ein Kardinal, der auf uns immer den Eindruck gemacht hat, ein Mann zu sein, der mit Gott im Frieden lebt. Ein Bischof, der die Mission die Kirche förderte. Ein Bischof, der die anderen Menschen respektiert. Die anderen zu respektieren, ist kein Zeichen von Schwachheit – nein. Wenn man stark ist, Gott liebt und die anderen Menschen respektiert, ist man im Frieden. So einem Mann zu begegnen, ist eine Gnade. Kardinal Gantin ist ein Geschenk von Gott - für sein Land, die Republik Benin, für ganz Afrika, für die katholische Kirche.”
Paul VI. holte Bernardin Gantin 1971 nach Rom, wo er mehr als 30 Jahre lang wirkte; er gilt als der erste schwarze Kurienkardinal.

Papst gedenkt der Opfer in China
Papst Benedikt XVI. hat bei seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz an die Opfer des Erdbebens in China gedacht. In der Region um das Epizentrum des schweren Erdbebens in Zentralchina sind nach offiziellen Angaben zahlreiche Orte vollkommen zerstört.
„Meine Gedanken sind mit der Bevölkerung in Sichuan und den angrenzenden Provinzen in China, die von dem Erdbeben so schwer getroffen wurden. ... Ich lade euch alle ein, gemeinsam für all jene zu beten, die in China ihr Leben verloren haben. Ich stehe den Hinterbliebenen nahe, und für diese Menschen bitten wir um Gottes Gnade und Barmherzigkeit. Möge der Herr ihnen Halt und Trost schenken und denen beistehen, die in diesen Stunden den Opfern helfen.”


13. Mai 2008

Die Webseite des Heiligen Stuhles www.vatican.va ist ab sofort auch auf Latein verfügbar
Neben den bisherigen modernen Sprachen Italienisch, Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und Deutsch sind die wichtigsten vatikanischen Dokumente nun unter „Sancta Sedes latine” auch in der klassischen Kirchensprache auffindbar. Die erste Rubrik, „Summi Pontifices”, reicht zurück bis Papst Johannes XXIII., allerdings stammen die frühesten angeführten Dokumente in dieser Rubrik aus dem Pontifikat Johannes Paul I. Die Vulgata ist auf der Lateinseite ebenso verfügbar wie der gesamte Katechismus der Katholischen Kirche, der Codex Iuris Canonici (das Kirchenrecht) und zahlreiche Dokumente des II. Vatikanischen Konzils sowie der römischen Kurie. Das Layout des lateinischen Webauftritts unterscheidet sich von dem der anderen sechs Sprachen. Letztere zeigen auf der Einstiegsseite einen winkenden Papst Benedikt und die Kolonnaden des Petersplatzes. Dagegen ziert die lateinische Seite ein Foto des deutschen Papstes, der mit dem Füllhalter am Schreibtisch ein Dokument verfasst. Benedikt XVI. gilt als großer Freund und Förderer des Lateinischen.

Benedictus XVI.: „Humane Vitae wichtiger denn je“
Vor vierzig Jahren – am 25. Juli 1968 – veröffentlichte Paul VI. die Enzyklika „Humanae Vitae“ über die Empfängnisverhütung. Damals wie heute ist diese Enzyklika umstritten, weil sie den Gebrauch von Verhütungsmitteln verbietet und allein die natürliche Empfängnisregelung erlaubt. Aus Anlass des Jahrestages fand jetzt an der Päpstlichen Lateran-Universität eine internationale Tagung statt. Am Samstag empfing Papst Benedikt XVI. die Teilnehmer des Kongresses in Audienz: „Vierzig Jahre nach der Veröffentlichung der Enzyklika ist nicht nur ihr Lehrinhalt unverändert wahr, es zeigt sich auch die Weitsicht, mit der das Problem behandelt worden ist. Die eheliche Liebe wird nämlich als ein ganzheitlicher Prozess beschrieben und bleibt nicht bei einer Trennung von Leib und Seele stehen; auch ist diese Liebe nicht allein Gefühlen unterworfen, die oft flüchtig und fragwürdig sind, sondern sie nimmt die Einheit der Person ernst und die Tatsache, dass die Eheleute alles miteinander teilen, wenn sie sich gegenseitig schenken im Versprechen einer treuen und exklusiven Liebe, die Frucht einer wirklich freien Wahl ist.“ Die in Humane Vitae ausgedrückte Wahrheit bleibe unverändert, so Benedikt.

Paulusjahr: Sonderablass
Der Vatikan gewährt einen Sonderablass zum Paulusjahr. Das wurde am Samstag im Vatikan bekannt. Durch Dekret der Apostolischen Pönitenziarie wird festgesetzt, dass alle Pilger, die während des Paulusjahres das Grab des Völkerapostels in Sankt Paul vor den Mauern in Rom besuchen, einen vollkommenen Ablass nach den üblichen Bedingungen gewinnen können. Sie sollen vor der „Confessio“ des Apostelgrabs ein „Vaterunser“ und ein „Credo“ beten sowie Maria und den heiligen Paulus im Gebet anrufen. Der Ablass kann auch in allen Kirchen weltweit erworben werden, die das Patrozinium des Heiligen tragen sowie in weiteren Kirchen, die der Ortsbischof festlegen kann. Kranke können den vollkommenen Ablass gewinnen, indem sie sich den Feierlichkeiten zu Ehren des heiligen Paulus im Gebet anschließen. Das Paulusjahr wird durch Papst Benedikt XVI. am 28. Juni 2008 um 17.00 Uhr in St. Paul vor den Mauern in Rom eröffnet und dauert ein Jahr. (rv)

Vatikan: China-Orchester spielt für Benedikt
Zum ersten Mal hat ein Orchester aus China im Vatikan ein Konzert für den Papst gegeben. Das China Philharmonic Orchestra und der Chor der Oper Shanghai trugen Mittwochabend in Anwesenheit von Benedikt XVI. Mozarts Requiem sowie chinesische Volkslieder vor.
„Diese Aufführung ist in mancherlei Hinsicht einzigartig”, sagte der Papst im Anschluss an das Konzert in einer kurzen Ansprache auf Italienisch und Englisch.
„Mit Freude beobachte ich das Interesse Ihres Orchesters und Chores an europäischer religiöser Musik. Dies zeigt, dass es möglich ist, erhabene Manifestationen des Geistes wie Mozarts Requiem in ganz unterschiedlichen kulturellen Gegebenheiten zu schätzen. Denn Musik drückt universelles menschliches Fühlen aus, einschließlich religiösen Fühlens, das die Grenzen jeder individuellen Kultur überschreitet.”


6. Mai 2008

Papst: „Kirche ruft zur heldenhaften Heiligkeit auf“
Der katholische Laienverband „Katholische Aktion“ soll weiterhin „ihre Liebe zur Kirche“ pflegen. Das betonte Papst Benedikt XVI. bei seiner Ansprache nach dem Gottesdienst auf Petersplatz an diesem Sonntag. Über 100.000 Mitglieder der „Katholischen Aktion“ – vorwiegend aus Italien – hörten den Worten des Papstes zu. Die Heilige Messe wurde zum 140jährigen Bestehen des Verbandes in Italien gefeiert. ... Der Papst lobte ... den Sinn und Zweck der katholischen Laienbewegung. „Ein wichtiges Anliegen der Katholischen Aktion ist die Förderung der Zusammenarbeit christlicher Kirchen, die Unterstützung der Familie und das Evangelium als Frohe Botschaft für jeden einzelnen Christen persönlich erfahrbar zu machen.“

Vatikan/Kuba: Engagierte Laien
Papst Benedikt XVI. hat das Vorhaben der kubanischen Bischöfe gewürdigt, einen engagierten Laienstand heranzubilden. Die Oberhirten sollten den katholischen Gläubigen zu mehr Möglichkeiten der Bibellektüre und des Nachdenkens über das Wort Gottes verhelfen, sagte der Papst zu kubanischen Oberhirten, die sich zum Ad Limina-Besuch in Rom aufhalten.
„Ausgerüstet mit breitem religiösem Wissen, besonders über die Sozialdoktrin der Kirche, können die katholischen Laien in allen Räumen der Gesellschaft Zeugnis ihres Glaubens ablegen. Hierbei wünsche ich mir für die Kirche auf Kuba, dass sie, wie es ihrem legitimen Streben entspricht, einen normalen Zugang zu den sozialen Kommunikationsmitteln haben kann.”
Die kubanischen Bischöfe sollten auch auf eine Stärkung der Ehe und der Familie achten, empfahl der Papst. Familien sollten die Möglichkeit haben, ihre Verpflichtung und ihr „fundamentales Recht” auf die religiöse und moralische Erziehung ihrer Kinder wahrzunehmen. (rv)

USA: Besseres Bild vom Papst
Der Papst-Besuch in den Vereinigten Staaten hat das Bild von Benedikt XVI. in der US-Öffentlichkeit einer Umfrage zufolge deutlich verbessert. In der am Mittwoch veröffentlichten Erhebung gaben 65 Prozent der Befragten an, sie schätzten den Papst nun positiver ein als vor der Reise. 14 Prozent sagten, ihr Papst-Bild habe sich verschlechtert. Von der katholischen Kirche haben den Angaben zufolge 52 Prozent der US-Bewohner nun eine positivere Einschätzung, auf zwölf Prozent trifft das Gegenteil zu. Benedikt hatte die USA Mitte April sechs Tage lang besucht. Dabei rief er die dortige katholische Kirche wiederholt zur Erneuerung nach ihrem schweren Missbrauchsskandal auf. Mit den Entschuldigungen des Kirchenoberhaupts zu diesem Thema zeigten sich in der Umfrage 58 Prozent der Teilnehmer zufrieden. Allerdings fanden nur 32 Prozent, dass genug unternommen worden sei, um ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern.


29. April 2008

Vatikan: Priester sind „Diener der Freude“
Benedikt XVI. hat als Bischof von Rom an diesem Sonntag 29 Männer zu Priestern geweiht. Unter den Weihekandidaten im Alter von 24 bis 44 Jahren war auch ein Diakon der chaldäischen Kirche von Bagdad. Hauptaufgabe der Priester sei es, das Evangelium und damit die Freude zu verkünden, sagte Benedikt bei der mehrstündigen Zeremonie im Petersdom. ... „Die Freude verkünden und bezeugen: Das ist der Kern eures Auftrags.“
Benedikt XVI. erinnerte an das Pauluswort im ersten Korintherbrief: Die Neupriester sollten entsprechend nicht „Herren über den Glauben“, sondern „Diener der Freude“ sein.

Der Papst und die Musik
Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano und Papst Benedikt XVI. haben bei einem kurzen Treffen an diesem Donnerstagabend über die Lage der Menschenrechte in der Welt und über die Würde der menschlichen Person gesprochen. Die Begegnung fand anlässlich eines Konzertes statt, das die italienische Republik dem Papst zu dessen dreijährigem Pontifikatsjubiläum schenkte. In der Vatikanischen Audienzhalle erklangen Stücke eines italienischen und zweier deutscher Komponisten: Luciano Berio, Ludwig van Beethoven und Johannes Brahms.

Papst feiert drei Jahre Pontifikat
Die Kirche ist ins vierte Amtsjahr Benedikts XVI. eingetreten: Das Jubiläum der Wahl wurde bereits in New York am 19. April gefeiert, während seiner USA-Reise. An diesem Donnerstag sind es nun genau drei Jahre seit seiner Amtseinführung. Der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano organisiert Benedikt XVI. zu Ehren an diesem Donnerstagabend ein Konzert in der Audienzhalle.
Eine Rückschau auf „drei Jahre Benedikt XVI.”: In den vergangenen drei Jahren hat Benedikt XVI. über zehn Millionen Menschen getroffen. Er hat acht Auslandsreisen unternommen und acht pastorale Besuche in Italien durchgeführt. Benedikt XVI. hat bisher auch zwei Enzykliken geschrieben und ein Buch über Jesus veröffentlicht. Ein roter Faden während dieser drei Jahre war das Stichwort „Hoffnung”. Diese entstehe, so Benedikt, einzig durch die Liebe Gottes gegenüber den Menschen in Gestalt Jesu Christi.

Lombardi: „Papst ist Realist und Bote der Hoffnung”
Der Leiter des vatikanischen Pressesaals und Generaldirektor von Radio Vatikan, Pater Federico Lombardi, zieht ein positives Resümee der USA-Reise des Papstes. Vor allem der Besuch Benedikts XVI. an Ground Zero habe – neben der Rede vor der UNO - entscheidende Bedeutung gehabt: Zugleich habe dieser Besuch auch in erschütternder Weise die Solidarität der Menschen gezeigt. ... Papst Benedikt sei Realist und zugleich Bote der Hoffnung, so Lombardi.


22. April 2008

Benedikt XVI. besucht „Ground Zero“ - Gebet für die Opfer des 11. September 2001
Am letzten Tag seiner USA-Reise hat Papst Benedikt XVI. Ground Zero in Manhattan besucht. Dort sprach er am Sonntagmorgen (Ortszeit) ein Gebet für die Opfer der Anschläge des 11. September 2001. Er bat Gott, „Frieden in unsere gewalttätige Welt“ zu bringen. Und weiter: „Führe jene auf deinen Weg der Liebe, deren Herzen und Gedanken sich in Hass verzehren.“
An dem Gebet nahmen auch der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg sowie Feuerwehrleute, Polizisten, Überlebende und Angehörige von Opfern teil. Den Papst begleiteten der New Yorker Kardinal Edward Egan und weitere Vertreter der US-Kirche.

Papst-Messe: „Welt hat tiefe Sehnsucht nach Spiritualität“
Einen Tag, bevor er im New Yorker Yankee Stadium seine zweite große Open-Air-Messe der USA-Reise feiern wird, hat der Papst am Samstag gemeinsam mit Priestern und Ordensleuten in der Saint-Patrick’s-Cathedral im Herzen von Manhattan einen Gottesdienst zelebriert. Dabei ermutigte er sie, sich von Säkularisierungstendenzen nicht entmutigen zu lassen und die gemeinsame Arbeit zur Überwindung der Missbrauchsskandale als Phase der Heilung und Reinigung zu nutzen. ... Die Welt von heute habe eine tiefe Sehnsucht nach Spiritualität, meinte Benedikt. Umso wichtiger sei die Botschaft der Kirche, die aber von Routine bei der Glaubensausübung, Sünden und Schwächen der Kirchenmitglieder und einer Gesellschaft gehemmt werden könne, die mitunter Gott vergessen zu haben scheine und elementare moralische Forderungen verübele.

Papst fordert von US-Bischöfen moralische Erneuerung des Landes und der Kirche
Klare Worte Benedikt XVI. bei einer Vesper mit den US-amerikanischen Bischöfen im Nationalschrein der Unbefleckten Empfängnis in Washington. Lebensschutz, die Stärkung der Familie, die „tiefe Scham” über die Missbrauchsfälle in der US-Kirche und Kritik an der Handhabung des Problems von Seiten der Bischöfe, gehörten zu den Themen der Predigt. (rv)

Papst mahnt mehr Profil katholischer Bildungseinrichtungen an
Papst Benedikt XVI. fordert von den katholischen Schulen und Universitäten in den USA eine Schärfung ihres Profils. Bei einer Begegnung mit Lehrern und Dozenten in der Katholischen Universität Washington am Donnerstag (Ortszeit) betonte er deren Pflicht und Privileg, eine Unterweisung in der katholischen Lehre und Praxis zu gewährleisten. Das verlange ein „öffentliches Zeugnis“ der christlichen Botschaft innerhalb wie außerhalb des Unterrichts.

Papst: Menschenrechte schützen
Die UNO darf nach Worten von Papst Benedikt XVI. die Menschenrechte nicht zur Disposition stellen. In seiner Ansprache am New Yorker Sitz der Vereinten Nationen wandte sich das katholische Oberhaupt am Freitag gegen aktuelle Versuche, die Menschenrechtserklärung aufzubrechen und Einzelinteressen zu unterwerfen. Sie könne nicht „stückweise angewandt werden, je nach Trends oder selektiven Entscheidungen“.

Papst spricht von „tiefer Scham“ über Pädophilieskandale
Hoch über den Wolken – genauer gesagt über dem Atlantik, nordwestlich von Frankreich – hatte sich Papst Benedikt XVI. auf dem Flug von Rom nach Washington den Fragen der rund 70 mitreisenden Journalisten gestellt. ... Der Papst antwortete auf Fragen zu verschiedenen Themen. Unmissverständlich äußerte er sich zu dem Thema, das die US-Kirche in den vergangenen acht Jahren am schärfsten bedrängte: die Missbrauchs-Skandale, die landesweite Enthüllung sexueller Vergehen von Geistlichen an Minderjährigen. Die Botschaft des Papstes zu den Pädophilie-Skandalen war klar: Wer sich der Pädophilie schuldig gemacht hat, kann nicht Priester der katholischen Kirche bleiben. Er sei zutiefst beschämt über diese Skandale und frage sich, wie so etwas passieren konnte. Er habe Mitgefühl mit der Kirche in den USA, vor allem aber mit den Opfern. Zur Aufarbeitung empfahl er einen Drei-Stufen-Plan: Zunächst eine juristische Klärung im Sinne der Null-Toleranz-Strategie bei Pädophilie, wie sie die US-Bischöfe bereits in ihrem intensiven Bemühen um Schadensbegrenzung in Abstimmung mit dem Vatikan beschlossen hatten. Ausdrücklich differenzierte Benedikt XVI. dabei zwischen Pädophilie und Homosexualität. Weiter empfahl er eine pastorale Aufarbeitung, die sich um eine „Heilung“ der tiefen Verletzungen bei den Opfern bemühen solle. Und schließlich müsse die Kirche alles daransetzen, dass sich so etwas nie wiederhole. Das gelte insbesondere für die Auswahl der Seminaristen.


15. April 2008

Vatikan: Papst erinnert an „vielfältige Berufungen“
Bewunderung und Dank zollt Papst Benedikt XVI. den Missionaren und Priestern, die im Einsatz für das Evangelium ihr Leben lassen. Sie gingen ohne Vorbehalte ganz auf in ihrem pastoralen Dienst. Ihre Treue zu Christus besiegelten sie mit der Hingabe des Lebens. Erst am Samstag seien in Guinea und Kenia zwei Priester ermordet worden, so der Papst beim Regina Coeli an diesem Sonntag auf dem Petersplatz, das Gebet das in der Osterzeit den Angelus ersetzt.
Anlässlich des Weltgebetstags für geistliche Berufungen, der jährlich am 4. Sonntag nach Ostern, dem „Gute-Hirten-Sonntag“, begangen wird, bat Benedikt XVI. um das Gebet für die „vielfältigen Berufungen in der Kirche“, damit sie wachsen und missionarisch wirken können. Auch die christliche Ehe sei eine missionarische Berufung.

Vatikan: Abrüstung im Gespräch
Die Sache der Abrüstung geht in eine beunruhigende Richtung. Das sagt der Sekretär des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, Bischof Gianpaolo Crepaldi, vor einem zweitägigen Kongress zum Thema Abrüstung und Entwicklung. …
„Einerseits orten wir positive Signale und Entwicklungen, etwa bei den Verhandlungen über Streubomben oder über Waffenhandel. Andererseits können wir nicht übersehen, dass die Kontrolle über alle Arten von Waffen blockiert scheint. Ich erwähne hier die Verhandlungen über konventionelle Waffen, über biologische und chemische Waffen sowie über Atomwaffen. Überdies muss ich sagen, es gibt auch beunruhigende Signale, die eine Militarisierung des Weltraums fürchten lassen.“
Der Kongress im Vatikan untersucht u.a. den Zusammenhang zwischen Abrüstung und Entwicklung, aber auch die Rolle, die Religionen bei der Abrüstung spielen. (rv)

Papst-Botschaft: „Mein Besuch gilt allen US-Katholiken”
In einer Woche bricht Papst Benedikt zu seiner zweiten außereuropäischen Auslandsreise auf: in die USA. In einer Video-Botschaft, die an diesem Dienstag veröffentlicht wurde, wendet er sich schon vorab an die US-Bürger, und zwar auf englisch und spanisch. Dabei betont er, dass sein Besuch dem ganzen Land gelte. ... Der Papst bittet um Gebet für seine Reise und erinnert an ihr Motto, das nach seinen Worten „einfach, aber essentiell” ist: „Christus, unsere Hoffnung”. Wie meine großen Vorgänger auf ihren USA-Reisen will ich diese große Wahrheit verkünden: Jesus Christus ist Hoffnung für Männer und Frauen jeder Zunge, Rasse, Kultur und sozialer Lage. Ja, Christus ist das Gesicht Gottes unter uns.”


8. April 2008

Vatikan: Mehr Mitgefühl
Papst Benedikt XVI. mahnt zu mehr Barmherzigkeit im Umgang mit Geschiedenen und mit Frauen, die abgetrieben haben. Vor Teilnehmern eines Kongresses, den das Päpstliche Institut Johannes Paul II. für Studien zu Ehe und Familie ausgerichtet hat, sagte Benedikt, der Entschluss zu Scheidung oder Abtreibung falle „mitunter in schwierigen und dramatischen Umständen“ und werde oft zur Quelle schweren Leidens für die Betroffenen.
„Das ethische Urteil der Kirche über Scheidung und Abtreibung ist klar und uns allen bekannt: Es handelt sich jeweils um eine schwere Schuld, die die Würde der menschlichen Person schädigt und Gott selbst beleidigt. Und doch hat die Kirche immer die konkrete Person vor Augen. Besonders die schwächere und unschuldige, die Opfer von Ungerechtigkeit und Sünde wird, und auch alle jene Männer und Frauen, die, indem sie solche Akte begingen, sich mit Schuld befleckt und innere Wunden zugezogen haben, die aber den Frieden und die Möglichkeit einer Heilung suchen. Diesen Personen gegenüber hat die Kirche die primäre Pflicht, ihnen mit Liebe und Einfühlung beizustehen, mit Fürsorge und mütterlicher Aufmerksamkeit, um die barmherzige Nähe Gottes in Jesus Christus zu verkünden.“ ...
„Ausgehend von dieser Barmherzigkeit, nährt die Kirche ein unerschütterliches Vertrauen auf den Menschen und auf seine Fähigkeit, sich zu bessern.“ Auch in schwierigen Situationen sei der Mensch dank göttlicher Gnade zu „letztgültiger und treuer Selbsthingabe“ fähig.

Vatikan: Erklärung zur neuen Fürbitte für die Juden
Die Hochschätzung der katholischen Kirche für die Juden ist durch die neue Karfreitagsfürbitte nicht verändert worden. Sie verwirft weiterhin jeden Antisemitismus. Das geht aus einer Erklärung des vatikanischen Staatssekretariats hervor, die an diesem Freitag veröffentlicht worden ist. Für die katholische Kirche gelte auch heute der volle Respekt gegenüber den Juden, der in mehreren Dokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils ausgesprochen worden ist. Die Vatikanerklärung reagiert ausdrücklich auf die Kritiken einiger jüdischer Organisationen, die vermutet hatten, der Vatikan habe seine grundsätzlich positive Haltung gegenüber dem Judentum geändert. Die unveränderte Haltung der Kirche zeige sich auch darin, dass die Karfreitagsbitte nur im außerordentlichen Ritus erneuert worden sei, nicht aber im ordentlichen Ritus. Die Kirche verwerfe auf jeden Fall jede Diskriminierung der Juden. Die Erklärung erscheint wenige Tage vor der Papstreise in die USA, wo Papst Benedikt auch Vertreter des Judentums treffen wird. (rv)

Dritte Enzyklika nicht vor dem Sommer
Die dritte Enzyklika von Papst Benedikt XVI. wird nicht vor Sommer 2008 publiziert werden. Das will die römische Presseagentur „I-Media“ von nicht näher genannten vatikanischen Quellen erfahren haben. Die neue Enzyklika werde den Titel „Caritas in veritate” (Liebe in Wahrheit) tragen und sich mit Fragen der sozialen Gerechtigkeit befassen. Ursprünglich rechneten Beobachter mit einem Erscheinen vor der USA-Reise des Papstes vom 15. bis 21. April. Ein Grund für das spätere Publikationsdatum ist nach Angaben der Agentur die Übersetzung des Textes in 38 Sprachen, darunter arabisch und chinesisch, die noch nicht abgeschlossen sei. Italienische Beobachter halten es zudem für wahrscheinlich, dass mit der Verzögerung eine politische Instrumentalisierung der Sozialenzyklika im Vorfeld der Wahlen in Italien (13. und 14. April) verhindert werden soll. Aus dem Vatikan liegt keine offizielle Terminankündigung vor. (kipa)


Die XXIX mensis Martii MMVIII

E Civitate Vaticana/Salvatoria: Romero pastor erat, non rei publicae moderandae vir
Delapsis post mortem Oscar Romero vigenti octo annis episcopus Vincentius Paglia, postulator in eius causa beatificationis, affirmavit eum non fuisse fautorem doctrinae Caroli Marx. Ille archiepiscopus Salvatorianus, qui die vigesimo quarto mensis Martii anno millesimo nongentesimo octavo Sanctam Missam celebrans glandibus emissis necatus est, non doctus et intelligens vir, nec componendi et instituendi peritus, nec res instaurandi cupidus, nec omnino rei publicae moderandae vir erat, sed episcopus”, ut Paglia in actis diurnariis Sedis Apostolicae, quae vulgo "L´Osservatore Romano"appellantur, scripsit. … Oscar Romero martyr putatur, cuius causa beatificationis ab anno millesimo nongentesimo peragitur quique quoque in Ecclesia Sancto Bartholomeo in insula Tiberina Romae sita, quae martyribus saeculi vigesimi dedicata est, colitur. Romanus Pontifex Benedictus XVI in hanc ecclesiam die septimo mensis Aprilis precatum veniet, ut a Sede Apostolica dictum est.

E Germania: Sermones Sancti Augustini adhuc non cognoti inventi sunt
Erfordiae sex sermones Doctoris Ecclesiae Augustini adhuc non noti inventi sunt. Hoc universitas studiorum Erfordiensis notum fecit. Tres litterarum studio dediti Academiae Scientiarum Austriacae textus in quodam documento manu scripto Bibliothecae Amplonianae, quod ante octo centum annos confectum erat et Erfordiae conservatur, invenerunt. In tribus sermonibus imprimis de dilectione proximi eleemosynis manifestata agitur (Sermones Erfodienses II, III, IV), in quibus Augustinus de necessitate scribit, quae inter opes rerum a communitate episcopo eius oblatas et spiritualia ad curam pastoralem pertinentia ab eo conferenda intercedit. Alii duo sermones, qui inventi sunt, occasione festorum ad honorem quorundorum martyrum habiti sunt. In alio sermone de martyrio non integre tradito, in quo de Cypriano, Carthagine anno ducentesimo quingentesimo octavo martyrio vita defuncto, agitur, mos turpis festos martyrum convivio intemperanti celebrandi vituperavit (Sermo Erfodiensis VI), dum in alio sermone, qui ad veritatem resurrectionis spectat, ad prophetias in Sacris Scripturis prolatas, factis praenutiatis partim iam in effectum deductis, credendas adhortatur. …

E Civitate Vaticana: "Volumus continuare dialogum cum Musilmanis"
Non cessat desiderare Ecclesia Catholica cum Musilmanis dialogum. Hoc in quodam documento in Esedra Sedis Apostolicae diurnariis edocendis palam factum affirmatum est. Pater Fredericus Lombardi, interpres Sedis Apostolicae, quibusdam Musilmanis reprehendentibus explicavit nihil aliud baptismo cuiusdam Musilmani a Romano Pontifice in celebratione Vigiliae Paschalis collato demonstrari. Magi Allam, Italicus in Aegypto natus, quem controversias excitare notum est, in Vigilia Paschali baptismum recepit. … Pater Lombardi illo documento respondit iudicio cuiusdam interpretis peritorum religionis Arabicae, cuius nomen est Aref Nazet, qui Lybicus Philadephiae in Iordania vivens baptismum Allam a Papa collatum iniuriam putaverat quaerens, utrum Summus Pontifex sententias dubias Magdi Allam confirmaret. Lombardi respondit: "Si quis baptizatur, se liberum sincerumque fidem christianam confessum esse agnoscitur. Constat scilicet quemlibet quoque christifidelem liberum esse de omnibus quae poni possunt quaestionibus atque difficultatibus, de quibus multae variaeque sententiae aeque iusteque proferuntur, cogitare continuare. Etsi quidam novus in Ecclesia assumitur christifidelis, non eo tamen efficitur, ut eius sententiis de quaestionibus ad res civiles aut sociales pertinentibus consentiatur."

Dies recoletur mortis Summi Pontificis Ioannis Pauli II
Sedes Apostolica tertium anniversarium praeparat, quo mortem Summi Pontificis Ioannis Pauli II recoletur. Papa Polonicus vesperi diei secondi mensis Aprilis anno bismilesimo quinto vita functus est. Tempore matutino diei secondi mensis Aprilis Romanus Pontifex Benedictus XVI Sanctam Missam in area Petriana celebrabit praecessoris sui precibus recordatus. Vesperi eiusdem diei apud sepulcrum Summi Pontificis Ioannis Pauli II in Arenario Vaticano sub Basilica Vaticana sito pervigilium agetur ad preces effundendas. Hoc simul tempore causa beatificationis Ioannis Pauli II cum cura et diligentia peragitur, ut Praeses Congregationis de Causis Sanctorum, Cardinalis ille Lustianus Ioseph Saraiva Martins, dixit.


Die XXV mensis Martii MMVIII

E Civitate Vaticana: Nuntium paschale Summi Pontificis: "Resurrectio passionem significationi subicit"
Ecclesiae Romanae Episcopus Benedictus XVI una cum decem milia christifidelium in Urbe festum Paschale celebravit. Plus quam centum stationes televisivicae res sacras et salutationes paschales a Romano Pontifice Benedicto XVI sexaginta tres linguis prolatas ubique terrarum transmiserunt. Summus Pontifex in nuntio suo monuit de omni virium contentione incumbendo in iustitiam locis certationibus afflictis et ubique, ubi dignitas hominis incessanter contemnitur et violatur." Expoposcit finem violentiae Tibeti ad remedia cohortans salutem pacemque confirmantia. Mentionem quoque fecit Summus Pontifex de aliis locis valdissimis ictibus armorum expositis. ... Introitu Dominicae Paschae in Resurrectionis Domini "Resurrexi, et adhuc tecum sum. Alleluia" in nuntio Paschali suo fultus Benedictus XVI dixit resurrectionem passionis significationem monstrare. Imbutas autem saepe esse necessitudines hominis cum homine, coetus cum coetu, populi cum populo non caritate, sed amore suiipisius, iniustitia, odio et violentia. Nuntio paschali finito Benedictus intercessionem Mariae exoravit, quae, postquam tormentorum ac crucifixionis Filli sui partem habuit, gaudium Eius resurrectionis sensit.

Ex Urbe: Via Crucis in Coloseo
Feria sexta in Passione Domini Summus Pontifex Benedictus XVI una cum milibus christifidelium Viam Crucis, dum sententiae Sinenses proferuntur, meditans passionem Christi recoluit. Hoc anno meditationes precesque Ioseph Cardinalis Zen Ze-kiun Siamkiamensis conscripserat, quidam iuvenes Sinenses crucem tulerunt ad duas quattuordecim stationum, imagines sexaginta stationibus televisivicis ad terras mundi transmissae ex quadam schola arti pingendi discendae Pekenensi a patribus Verbi Divini condita apportatae sunt. In meditationibus precibusque cardinalis Siamkiamensis de "mysterio mali" "taetraque hora persecutionis", quibus Ecclesia in multis partibus mundi afficitur, locutus est. Simul Ecclesiam ipsam et ad Petrum Jesum negantem spectans officio in ea fungentes aspexit.

E Civitate Vaticana: Romanus Pontifex Missam Chrismatis celebravit
Romanus Pontifex Benedictus XVI Missam Chrismatis in Basilica Vaticana feria quinta Hebdomadae Sanctae celebrans Sanctam Liturgiam Tridui Paschalis iniit. Adstantibus cardinalibus in Urbe domicilium habentibus, episcopis et presbyteris benedixt oleis sanctis, quae in sacramentis baptismi, confirmationis et unctionis infirmorum conferendis adhibebuntur. In homilia Romanus Pontifex ad curam et pietatem in rebus sacris respiciendas presbyteros adhortatus est. "Debet" inquit "esse presbyter is, qui vigilat. Debet esse vigilans potestatibus mali impendentibus. Debet mundum somno solvere ut Deus sentiatur. Debet esse is, qui stat errectus contra torrentem temporis bracchia dirigens, errectus in veritate, errectus omni studio in bonum incumbens. Stare ante Deum debet quoque esse in intimo esse stare pro homine ante Dominum, qui ipse pro nobis apud Patrem intercedat." Eodem tempore Romanus Pontifex de obedientia magisterio exhibenda monuit: "Haec praecipua hominis propria oboedientia a presbytero magis exhibenda est, nam non nos nosmetipsos annuntiamus, sed Eum Eiusque verbum, quod excogitare ipsi non potuimus. Non invenimus nobis qua delectamur Ecclesiam, sed verbum Christi tantummodo recte annuntiamus una cum Corpore Eius quod est Ecclesia. Oboedientia nostra est credere cum Ecclesia, cogitare et loqui cum Ecclesia, ministare cum Ecclesia."


Die XVIII mensis Martii MMVIII 

E Civitate Vaticana: Summus Pontifex Benedictus XVI Dominica in Palmis in Passione Domini res sacras celebravit. Adhortatio ad censuram sui ipsius
Hebdomada Sancta ineunte Ecclesiae Romanae Episcopus Benedictus XVI ad censorie in se ipsum inquirendum adhortatus est. In homilia Dominica in Palmis in Passione Domini habita Romanus Pontifex commonefecit christianos quaestionem ponere debere, utrum fides eorum quaerentibus aperta et idolis falsis libera esset. Caeli asperitate non obstante homines fere viginti milia in area Petriana res sacras celebrandi causa se congregaverant. Rebus sacris ineuntibus Romanus Pontifex in area Petriana processionem uti mos est egit ingressum Iesu in Ierusalem recolens, iuvenibus ducentis septuaginta conventum iuvenum omnium gentium a die quinto decimo usque ad diem vicesimum mensis Iulii Sydneii in Australia habendum prospicientibus eum comitantibus.

Ex Italia: Clara Lubich de vita decessa est. Summus Pontifex conditricem motus vulgo "Focolare" appellati laudavit
Die Veneris hebodamae proximae Clara Lubich, conditrix praesesque motus internationalis vulgo "Focolare" appellati, octoginta octo annos nata animam efflavit. Summus Pontifex Benedictus XVI in quodam telegrammate, in quo eum dolore luctuque valde affictum esse legi potest, vitam eius laudavit, cum imbuta esset "caritate Domini cruci clavis affixi indefessoque unitatis Ecclesiae, ocumenismi necnon inter populos fraternitatis labore". Hominibus huius temporis indigentibus prospicientem eam semper "plenam cum Romano Pontifice et Ecclesia unitatem fideliter servavisse". Lubich anno nongentesimo quadragesimo tertio motum condidit, qui nunc in centum octoginta duobus terris diffusus est.

E Civitate Vaticana: Camillus Perl propraeses nominatus
Camillus Perl propraeses nominatus est Pontificiae Commissionis "Ecclesia Dei", cui est et facultas rationem cum moris translaticii sectatoribus habendi et cura in celebratione usus extraordinarii Ritus Romani ponere. Sedes Apostolica die Iovis notum fecerat Perl ad hoc officium nuper constitutum assumptum esse. A Commissione anno millesimo nongentesimo octogesimo octavo condita, cui cardinalis Columbiensis Darius Castrillon Hoyos praeest, clericus ille Luxemburgensis officio secretarii fungebatur, quod a Mario Marini septuaginta unos annos nato, usque adhuc subsecretario Congregationis de Cultu Divino et Disciplina Sacramentorum, susceptum est. Commissionis "Ecclesia Dei", quae in Curia Romana tamquam institutum est, cui cura est de communione archiepiscopum excommunicatum Marcellum Lefebvre sectantium, qui tempora acta laudant, redintegranda, Ritu Romano ad usum antiquum a Summo Pontifice Benedicto XVI concesso, est controversiis de usu extraordinario Ritus Romani exortis diiudicare et adiuvare. ...

Praeses Pontificii Consilii de Cultura ea quae Iudaeorum et Christianorum communia sunt affirmavit
Ioannis Franciscus Ravasi, praeses Pontificii Consilii de Cultura, in memoriam revocavit Iudaeos inter et Christianos rationes esse quae ad res sacras spectant. Quibusdam preces in Passione Domini effundendas nuper confectas in controversiam adducentibus necnon de eis quae ad conversionem Iudaeorum pertinent errantibus, Ravasi radices, quae ambarum religionum communes sunt, extulit, quae praesertim patent ex psalterio christiano, quod ex centum quingenti psalmis exortum est, qui a Iudaeis inde ab omni antiquitate cantantur. Prex etiam, quae "Pater Noster" appellatur, a precibus illis numero decemm octo, quae a Iudaeis in rebus sacris funduntur, orta est. Controversia quae nunc existit rursum demonstrat Judaeos et Christianos fide in Christum distingui. Qui verumtamen, inquit, multis eorum, quae de Deo, de homine et de societate cogitant, coniunguntur. ...


Die XI mensis Martii MMVIII

E Civitate Vaticana. Summus Pontifex: "Hedonismus Ecclesiae pericolo est"
Participibus sessionis plenariae Pontificii Consilii de Cultura convocatis Romanus Pontifex Benedictus XVI eos commonefecit Ecclesiam levitate et hedonismo christifidelium numero haud paucorum in periculum adduci, praesertim vires saecularismi quem vocant flagellans, de cuius effectus Ponticium Consilium de Cultura peculiariter tractavit. Remedium esse alios culturam aliorum cognosere et colloqui cum eis omnibus, qui "verae humanitati" vires impenderent.

Poenitentiarius Maior: Opus est ut confessio sacramentalis melius praeparetur
Episcopus Ioannes Franciscus Girotti, Ecclesiae Catholicae Poenitentiarius Maior, Romae dixit omnino opus esse ut confessarii melius praepararentur, quo christifideles sacramentum paenitentiae libentius amplectarentur. Sacram Paenitentiariam Regens hebdomada superiore presbyteros ad quemdam cursum profundiori scientiae sacramenti paenitentiae consequendae invitaverat, in quo de foro interno et de quaestionibus conscientiam respicientibus actum est, quas difficiles esse constat. Omnibus perpensis affirmavit in munere confessarii explendo opus esse subtilitate patientiaque. In quodam colloquio percontativo diurnariorum vulgo "L´Osservatore Romano" appellatorum Episcopus Girotti dixit confessionem sacramentalem ubique in discrimine versari, cum "clavis ad salutem et redemptionem animarum" esset.

Benedictus de historia neglegenda monuit
Summus Pontifex sodalibus Consilii Pontificii Historiae dixit historiam fiducia effrenata in progessione neglectam esse. Societatem praeterita propria non cognoscentem facile ideologiis corrumpi et fundamentum cum aliis vivendi cumque aliis tempori futuro annitendi amittere. Benedictus XVI iudicium adhibuit in studiorum rationibus, quae a rerum eversione Gallica inderdum inceptae tota temporis spatia non respiciant.

Praefectus Pontificiae Cohortis Helveticae renuntiavit
Elmar Theodor Mäder, Pontificiae Cohortis Helvetiae praefectus, notum fecit se muneri renuntiaturum esse, quod a quibusdam curae Pontificiae Cohortis Helveticae in colloquio percontativo Stationis Radiophonicae Vaticanae confirmatum est. Quidam arbitrantur Mäder decem annos praefecti vice functum et ab anno bis millesimo secundo praefectum trigesimum tertium Pontificis Cohortis Helveticae ministeria praestantem mense Augusto muneribus abscessurum esse. Quo quoque duce Pontificia Cohors Helvetica anno bis millesimo sexto memoriam celebravit diei, quo quingenti ante annos condita est.

Moxne componetur de precibus in Passione Domini effundendis controversia?
Christifedilibus Iudaeos Evangelium annuntiandum est necne? Hoc esse videtur quaestio principalis controversiae de precibus in Missa ritus Romani extraordinarii in Passione Domini effundendis, quas Curia Romana, postquam multi oppugnaverunt, nuper mutavit. Quamvis verba "obcaecatio" Iudaeorum non iam dicantur, controversia tamen pergitur. Hac hebdomada quidam a Iudaeis missi Sedem Apostolicam colloquendi causa adibunt. Cardinalis Kasper dixit se sperare controversiam compositum iri.


Die IV mensis Martii MMVIII

E Civitate Vaticana: Summus Pontifex Benedictus XVI: "Horror de actu abhorrendo"
Romanus Pontifex Benedictus XVI "acerbitate commotus" nuntium de archiepiscopo chaldaeo Mausiliensi abducto ei allatum accepit. In quodam nuntio die Veneris diurnariis misso haec abductio tamquam "actus abhorrendus" descripta est, qua tota Ecclesia et imprimis illa chaldaea afficeretur. Notum factum est adiunctis, in quibus necatus sit, conici actum nefandum longe praeparatum esse. Benedictus confirmavit se Partiarchae Immanuel III Delly, omnibus christianis magnos luctus habentibus necnon suis mente adesse. Ecclesiam toto orbe terrarum Summus Pontifex simul adhortatus est, ut preces funderentur, quibus abductores bonae frugi essent humanitateque vincerentur et episcopus in libertatem vindiceretur. Se sperare vias reconciliationis pacisque populi Iriquiani.

Congregatio pro Doctrina Fidei: "Nulla nova verba quibus baptismus confertur"
Baptismum conferenti verba "In nomine Patris et Filii et Spiritus Sancti" proferenda sunt. Hoc in Congregatione pro Doctrina Fidei die Veneris, propositis dubiis responsis, explicatum est. Quaestum erat, utrum verbis anglicis "In nomine Creatoris, Salvatoris et Sanctificantis" et "In Nomine Creatoris, Liberatoris et Conservatoris" valide baptismum conferri posset. Responsum est: Non. Praeterea Congregatio statuit, ut sacramentum iterum administrandum esset, si utraque formula, dum baptismus confertur, adhibita est. Documentum die Veneris pubilici iuris factum, quod die primi mensis Februarii exaratum erat, a praefectus Congregationis, Cardinali Curiae Romanae natione americano Guglielmo nomine Levada, subscriptum est.

E Civitate Vaticana/Cuba: Bertone adiuvare vult
Cardinalis Secretarius Status, Tarcisius Bertone nomine, iter sex dierum ad Cubam factum bene successisse iudicavit. Putat bonum non solum fuisse quod ecclesiam Cubanam cognoverit, sed etiam magistratus populi convenerit. Cardinalis Secretarius Status a quodam Stationis Radiophonicae Vaticanae percontatus confirmavit se dixisse Cubam ad difficultates annonae tollendas adiuvatum iri.

Missae celebrandae non providentur in posterum normae strictiores
Reiecit Congregationis de Cultu Divino et Disciplina Sacramentorum secretarius nuntios aliquot diurnariorum, qui de quibusdam mutationibus in Missa celebranda novisque normis ad ritum celebrandum scripserant. Legi quoque potuit in actis diurnariis, quae vulgo "La Stampa" vocatur, archiepiscopum Malcom Ranjith exposcere ne homiliae essent longae atque ut sancta communio tantummodo ore reciperetur. Sedis Apostolicae sede diurnariis edocendis Ranjit notum fecit ea, quae dixisset, diversis ex colloquiis percontativis collata esse atque, eo facto, contextum intermisisse. Explicavit normas iam latas in posterum quoque vigentes esse futuras.

Euthanasia repudianda et reicienda est
Summus Pontifex dixit id, quod nostra quoque aetate a nobis valde exposceretur, curam esse eorum, qui mortifero morbo correpti sunt. Fecit, ut exemplo uteretur, mentionem "feriarum", quas operarius, quodam decedente, "ageret", quae similes sunt feriarum, quas parentes, prole nata, agerent. Qui, inquit, suos de vita decedentes usque ad mortem curat, a societate adiuvendus est. Hoc dixit in allocutione praeparatoria eis, qui ad Academiam Pontificiam pro Vita pertinent et de cura mortifero morbo correptorum collocutum convenerunt.


26. Februar 2008

Vatikan: Papst will Studenten treffen
Erstmals seit seinem geplatzten Besuch an der römischen Universität „La Sapienza“ trifft sich der Papst wieder mit Studenten. Beim Angelusgebet auf dem Petersplatz kündigte er an, dass er nächsten Samstag im Vatikan ein Rosenkranzgebet von jungen Studenten aus Rom leiten werde. Im Januar hatte Benedikt XVI. einen geplanten Auftritt an der „Sapienza“ wegen angekündigter Gegendemonstrationen abgesagt. Zu dem Treffen mit römischen Studenten am Samstag werden, wie der Papst ankündigte, per Video-Schaltung auch Studenten aus mehreren Städten Europas und Amerikas zugeschaltet. Diese Gebetstreffen haben im Vatikan schon Tradition.

Papst an Jesuiten: Klarheit, bitte
Papst Benedikt XVI. bittet die Jesuiten, ohne Zweideutigkeiten der Kirche und ihrer Lehre treu zu dienen. Das sagte er bei einer Audienz für die Teilnehmer am Generalkapitel des größten katholischen Männerordens der Welt.
„Während ihr überall in der Welt Zeichen der Gegenwart Gottes sucht und Brücken des Verständnisses und des Dialogs nach draußen schlagt, müsst ihr aber gleichzeitig dem Mandat der Kirche treu bleiben und dem Wort Gottes anhängen, so dass die Wahrheit und Einheit der katholischen Lehre in ihrer Gänze gewahrt bleibt. Das gilt nicht nur für den Einsatz einzelner Jesuiten – alle eure Werke und Einrichtungen müssen immer eine klare und explizite Identität haben, damit das Ziel eurer apostolischen Aktivität nicht unklar bleibt.”
Der neue General der Jesuiten, Adolfo Nicolas SJ, hatte zuvor die Treue seines Ordens dem Papst und der Kirche gegenüber betont.
„Es schmerzt uns, Heiliger Vater, wenn die unvermeidlichen Schwächen und Oberflächlichkeiten einiger von uns manchmal dazu instrumentalisiert werden, um zu dramatisieren und so zu tun, als gäbe es da Konflikte oder Opposition. Oft sind das nur Zeichen der menschlichen Grenzen und Unvollkommenheiten – oder die unvermeidlichen Spannungen, die sich im täglichen Leben so ergeben. Aber das alles dämpft nicht unsere Leidenschaft, der Kirche zu dienen.” (rv)

Papst: „Fastenzeit ist Umkehrzeit”
Die Fastenzeit bietet eine gute Gelegenheit, sich um „eine geistliche Erneuerung” zur Neubelebung des Glaubens zu bemühen. Das betonte Papst Benedikt XVI. bei der Generalaudienz an diesem Mittwoch. Christen müssen sich nach den Worten von Papst Benedikt XVI. durch einen Lebensstil der Liebe auszeichnen. Der Papst traf einen Teil der Audienzteilnehmer zuerst im Petersdom. Die Katechese hielt er dann in der voll besetzten Audienzhalle Paolo VI. Vor mehreren Tausend Gläubigen und Pilgern erläuterte Papst Benedikt XVI. die späten Werke des heiligen Augustinus wie die „Retractationes” oder die autobiographische Schrift „Confessiones” (Bekenntnisse) und die 22 Bücher über den Gottesstaat, „De civitate Dei”. Augustinus sei einer seiner Lieblingstheologen, gab der Papst bei der Generalaudienz zu. „Als Seelsorger lag Augustinus die Verbreitung der christlichen Botschaft und die Verkündigung für die Gläubigen besonders am Herzen. Davon zeugen unter anderem seine unzähligen Predigten und Briefe. Mit seinem Wirken und in seinen Schriften hat dieser Kirchenvater in der Tat großen und andauernden Einfluss auf die Theologie und die geistesgeschichtliche Entwicklung des Abendlandes ausgeübt.”


19. Februar 2008

Vatikan: Gefahren für das Ordensleben
Kardinal Franc Rodé hat die heutigen Priester und Ordensleute kritisiert. Zu weltlich, Widerstand gegen das Priestergewand und den Gehorsam gegenüber den Oberen, wenig Interesse für das Gebet und das Gemeinschaftsleben. Mit diesen Worten fasst Kardinal Rodé in einem Interview mit der Turiner Tageszeitung „La Stampa” ... einige der problematischen Aspekte des zeitgenössischen Priester- und Ordenslebens zusammen. „Die Verbürgerlichung und der moralische Relativismus sind die beiden großen Gefahren, die das Ordensleben schwächen”, erklärte der Präfekt der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens. Kardinal Rodé zeigte sich davon überzeugt, dass der Zölibat kein Hindernis darstelle und auch nicht Angst mache, insofern dieser eher eine Freiheit zur Liebe und Selbstschenkung offenbare. (zenit)

Fürbitte im alten Ritus verteidigt
Der Präsident des Päpstlichen Kulturrates verteidigt die Karfreitags-Fürbitte im alten Ritus. Hinter der Neufassung des lateinischen Textes stecke „keinerlei missionarische Bekehrungsstrategie”, schreibt Erzbischof Gianfranco Ravasi in einem Artikel des „Osservatore Romano”. Im Mittelpunkt der christlichen Hoffnung stehe Jesus, und darum bete die Kirche darum, am Ende der Zeiten, wenn sie sich um Jesus schare, auch „das gläubige Israel” an ihrer Seite zu finden. Das sei „die christliche Vision”, aber keinesfalls ein „Programm” zur „Bekehrung” der Juden. Die Karfreitagsfürbitte für die Juden findet sich im Missale der alten Form des katholischen Ritus; sie wurde kürzlich von Papst Benedikt in Anlehnung an ein Pauluszitat neu formuliert. (rv)

Priestertum im Mittelpunkt der Exerzitien
Im Mittelpunkt der Exerzitien für die römische Kurie steht in diesen Tagen die Figur des Priesters. Die geistlichen Übungen werden von Kardinal Albert Vanhoye geleitet und sehen täglich zwei Meditationseinheiten vor. Ein Mensch, der voll Leidenschaft für seine Mitmenschen ist, aber nicht auf Gott vertraut, könne kein priesterlicher Mittler sein, so Vanhoye in seinem Vortrag vor dem Papst und den Kurienmitgliedern. Es könne aber auch umgekehrt kein wahres priesterliches Sein geben, wenn man zwar auf Gott vertraue, aber dabei die Solidarität mit den Mitmenschen außer Acht lasse.

Neue Richtlinien für Seligsprechung
Der Vatikan hat neue Normen für die Verfahren zu Seligsprechungen festgelegt. Die zuständige Kongregation für Selig- und Heiligsprechungsprozesse wird die entsprechende Instruktion „Sanctorum Mater“ am kommenden Montag veröffentlichen. Bei dieser Gelegenheit will der Chef der Kongregation, Kardinal Saraiva Martins, außerdem das Jahrbuch der Kongregation vorstellen.


12. Februar 2008

Vatikan: Papst: „Jeder nehme sein Kreuz an”
Die Fastenzeit ist für die Gläubigen eine Zeit, in der sie sich mit dem Übel der Welt auseinandersetzen und die Gründe für das Leid bekämpfen. Das sagte Papst Benedikt XVI. beim Angelusgebet an diesem Sonntag auf dem Petersplatz. Diesen Kampf müsse dort beginnen, wo sich das Böse konkret verkörpere, nämlich bei Satan. Der Papst betonte auch, dass sich das Böse nicht nur in uns, sondern auch um uns manifestiere. Jesus habe uns deshalb aufgefordert, das „eigene Kreuz anzunehmen”, so der Papst.

Papst: Mehr „Frauenforschung”
Papst Benedikt XVI. wünscht sich mehr wissenschaftliche Aufklärung über die Eigenarten weiblicher und männlicher Identität. An diesem Samstag empfing Benedikt die Teilnehmerinnen des vom päpstlichen Laienrat ausgerichteten Kongresses „Frau und Mann – der Mensch in seiner Ganzheit”. Ihnen sagte der Papst: „Mit Sicherheit brauchen wir eine neue anthropologische Forschung, die auf der Basis der großen christlichen Tradition die neuen Fortschritte der Wissenschaft und das heutige kulturelle Empfindungsvermögen mit einbezieht. So gelangen wir nicht nur zu gründlicheren Erkenntnissen über die Identität der Frau, sondern auch über die des Mannes, die ebenfalls nicht selten Ziel einseitiger und ideologischer Überlegungen ist.” Ohne den Begriff „Gender” explizit zu benennen, wandte sich der Papst gegen kulturelle und politische Strömungen, die die Unterschiede zwischen den Geschlechtern ausschließlich als soziales Konstrukt betrachten. Gott habe den Menschen als Mann und Frau erschaffen, „als Einheit und gleichzeitig in komplementärer Verschiedenheit”, erinnerte Benedikt. Gleichzeitig lud er dazu ein, den Graben zwischen einer rein sozialen und einer biologistischen Sicht der Geschlechterdifferenz zu überbrücken.
„Die menschliche Natur und die kulturelle Dimension ergänzen einander in einem weitläufigen und komplexen Prozess, der die Herausbildung der eigenen Identität bestimmt. In dieser Identität entsprechen und ergänzen sich beide Dimensionen, die weibliche und die männliche.”

Erstmals Frauenkongress
Zum ersten Mal in der Geschichte des päpstlichen Laienrates findet ab diesem Donnerstag ein von ihm ausgerichteter Kongress zum Thema „Frau in Kirche und Gesellschaft” statt. Anlass ist der 20. Jahrestag der Veröffentlichung von „Mulieris Dignitatem”, des seinerseits ersten päpstlichen Rundschreibens über die „Würde der Frau”. ... Der Kongress „Frau und Mann, die Menschheit in seiner Ganzheit” vom 7. bis 9. Februar wird ein weites Spektrum von Themen beleuchten: von der „Geschichte der Frauen in der Kirche” über Jesu Umgang mit Frauen und der Gender-Weltanschauung bis hin zur Bedeutung von Ehe, Familie und Mutterschaft - aber auch die Herausforderungen, mit denen Frauen in der Arbeitswelt konfrontiert werden.

Fürbitte „Für die Juden”
Papst Benedikt XVI. hat die Karfreitagsfürbitte für die Juden im alten Messritus verändert. Statt „für die Bekehrung der Juden” (Pro conversione Iudaeorum) sollen die Gläubigen bei der Liturgie im außerordentlichen Ritus von 1962 ab sofort „für die Juden” („Oremus et pro Iudeis”) allgemein beten. Das gab das vatikanische Staatssekretariat am Dienstag Nachmittag bekannt. Die Kirche bittet darin um „Erleuchtung der Juden” und das Heil „ganz Israels”, „wenn die Fülle der Völker” in die Kirche eintrete. Bereits im Missale Romanum von 1962 waren die Bezeichnungen „treulos” (perfidus) bzw. „Unglaube” (perfidia) aus der Fürbitte gestrichen. Der jetzt veröffentlichte lateinische Wortlaut: Oremus et pro Iudaeis Ut Deus et Dominus noster illuminet corda eorum, ut agnoscant Iesum Christum salvatorem omnium hominum. Oremus. Flectamus genua. Levate. Omnipotens sempiterne Deus, qui vis ut omnes homines salvi fiant et ad agnitionem veritatis veniant, concede propitius, ut plenitudine gentium in Ecclesiam Tuam intrante omnis Israel salvus fiat. Per Christum Dominum nostrum. Amen.


5. Februar 2008

Vatikan: Fortsetzung des Seligsprechungsprozesses für Papst Pius XII.
Der Seligsprechungsprozess für Papst Pius XII. ist nicht ad acta gelegt. Das hat der Leiter der Seligsprechungs-Kongregation jetzt bekräftigt. In diesem Jahr jähre sich der Todestag des Pacelli-Papstes zum 50. Mal. Zu den Initiativen, die es aus diesem Anlass geben werde, gehöre auch eine neue Untersuchung von Dokumenten in den vatikanischen Archiven. Die Ergebnisse dieser Suche „können dem Seligsprechungsprozess für Pius XII. nur zugute kommen”, so Kardinal José Saraiva Martins gegenüber der italienischen katholischen Tageszeitung „Avvenire”. Der Papst hat bereits den heroischen Tugendgrad seines Vorgängers anerkannt. Pius XII. war von 1939 bis 1958 auf dem Stuhl Petri. Er gilt als einer der größten Päpste des 20. Jahrhunderts. Seine Haltung zum Nazi-Regime in Deutschland und der Juden-Verfolgung wurde nach seinem Tod bis heute immer wieder Gegenstand von teilweise heftiger Polemik. (rv)

Benedikt XVI: „Die Kirche muss sich zu bioethischen Fragen äußern”
Mit scharfen Worten hat Papst Benedikt XVI. Exzesse in der Biotechnologie kritisiert. Bei einem Empfang für die Glaubenskongregation forderte der Papst deren Mitglieder auf, sich der bioethischen Fragen anzunehmen. Zugleich unterstrich er das Recht der Kirche, sich in diesen Fragen zu Wort zu melden. Benedikt nannte zwei Hauptkriterien der Unterscheidung: Erstens die unbedingte Respektierung der Menschenwürde von Beginn des Lebens bis zum natürlichen Tod und zweitens das Festhalten am natürlichen Weg der menschlichen Zeugung durch den ehelichen Akt. ...
Weiter ging der Papst auf die beiden Dokumente der Glaubenskongregation des vergangenen Jahres ein. Die Notifikation zum Kirchenverständnis und das Dokument zur Mission. Beide würdigte er als hilfreiche Klarstellungen im ökumenischen und interreligiösen Dialog. Es gehe keineswegs um eine Behinderung des ökumenischen Einsatzes, sondern um den sprachlich korrekten Gebrauch der Begriffe. Die Klarstellung werde den ökumenischen Dialog anregen, weil realistischer das gesehen werde, was die Kirchen weiterhin trennt.

Vatikan: Fastenbotschaft vorgestellt
Am Dienstag ist im Vatikan die Papst-Botschaft zur Fastenzeit vorgestellt worden. Thema in diesem Jahr: das Almosengeben. Es soll den Christen dabei helfen, sich „von ihrer Gebundenheit an die irdischen Güter” zu befreien, so Benedikt in seiner Meditation zum Leitwort „Christus wurde euretwegen arm”.
Vorgestellt wurde die Botschaft durch Kardinal Josef Cordes, dem Präsidenten des vatikanischen „Sozialministeriums” Cor Unum, und dem Leiter des kirchlichen Hilfswerks „Kirche in Not”, Hans-Peter Röthlin. Auf die „innere Haltung” des Gebens komme es an – die eine Haltung einer „übernatürlichen Liebe” sein müsse, sagt Röthlin. Die kirchlichen Hilfswerke müssten ihrerseits im Einklang mit den Amtsträgern handeln. ...

Generalaudienz: „Einklang zwischen Glauben und Vernunft”
Papst Benedikt XVI. hat die Reihe seiner Mittwochskatechesen zur Gestalt des heiligen Augustinus fortgesetzt. Bei seiner Generalaudienz im Vatikan erklärte er, dem heiligen Bischof und Kirchenlehrer habe das Verhältnis von Glaube und Vernunft - Thema auch der berühmten Regensburger Rede von Papst Benedikt - besonders am Herzen gelegen.
„Der Einklang zwischen Glaube und Vernunft ist nötig, um nicht nur Gott wirklich zu erkennen, sondern zugleich auch zu erkennen, wer wir sind und wo unser Leben hinzugehen hat. Die innere Wechselbeziehung von Glaube und Vernunft hat er dahingehend erlebt, dass er erkannte, dass Gott in seinem Innern da ist - und er Gott aber nicht finden konnte, weil er von sich selbst entfernt war. Der Mensch, der sich entfremdet ist, ist Gott entfremdet; der Mensch, der zu sich zurückkehrt, findet Gott.”
Der Papst zitierte einen der berühmtesten Sätze aus den „Bekenntnissen” des Augustinus: „Du hast uns auf Dich hin geschaffen, und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in Dir... So hat der heilige Augustinus gebetet, und dieses Gebet werde auch für uns Bewegungskraft unseres Lebens, um uns dorthin zu führen, wo wir den Frieden und die Wahrheit finden und selbst aktive Träger des Friedens werden können. Der Herr schenke Euch seine Liebe und die Freude seiner Gegenwart!” (rv)


28. Januar 2008

Vatikan: Papst betont Vorbildfunktion der „Rota Romana“
Die Arbeit des Kirchengerichts der „Römischen Rota” hat Vorbildfunktion für alle Kirchengerichte weltweit. Das betonte Papst Benedikt XVI. am Samstag in einer Ansprache vor Rota-Mitarbeitern. Es bestehe immer die Gefahr, dass sich schleichend „lokale Rechtsprechungen” bildeten, die sich mehr und mehr von der der allgemeinen Interpretation der Gesetzestexte und der Lehre der Kirche entfernten. Es sei wesentlich, in Einheit mit dem kirchlichen Lehramt Recht zu sprechen. Benedikt erinnerte auch an die Wiedererrichtung der Rota, die vor 100 Jahren im Jahre 1908 durch die Apostolische Kostitution „Sapienti consilio” von Papst Pius X. erfolgte. Die „Rota” ist das höchste Appellationsgericht der Katholischen Kirche und unter anderem für Berufungen in Fragen der Eheannullierungen zuständig. Ausdrücklich verwies Benedikt XVI. auf die letzte Rede von Johannes Paul II. im Januar 2005 an die Richter, in der dieser vor einer positivistischen Rechtsmentalität gewarnt hatte, die Gesetze und Rechtsempfehlungen von der Lehre der Kirche trennen wollten. Gerade bei Ehenichtigkeits-Verfahren müsse man das Risiko einer subjektiven oder willkürlichen Interpretation vermeiden, so Benedikt XVI. Die vorliegenden Fakten müssten stets vor dem Hintergrund beleuchtet werden, dass die Ehe nach kirchlicher Auffassung unauflöslich sei. (rv)

Vatikan: „Kirchenrecht muss auf Höhe der Zeit sein”
Das Gesetz ist für den Menschen da und muss stets aktuell sein. Das hat Benedikt XVI. zum 25. Jahrestag des derzeit gültigen Codex Iuris Canonici (CIC) betont. Zwischen dem Leben der Kirche und den kirchlichen Normen, wie sie im Kodex des Kirchenrechts niedergelegt sind, müsse stets eine enge Verbindung bestehen. Vor den Mitgliedern des Päpstlichen Rates für die Interpretation von Gesetzestexten sprach der Papst über das Grundprinzip des kanonische