Meldungen vom 3.7.2009
- Papstreise nach Tschechien bestätigt -
- Obama will Papst über G8-Erfolge berichten -
- Todesfall bei Radio Vatikan -
Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Birgit Pottler
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.
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THEMEN DES TAGES:
Vatikan: Tschechienreise bestätigt
Papst Benedikt XVI. besucht vom 26. bis 28. September die Tschechische Republik. Der Vatikan hat die Reise an diesem Freitag bestätigt und das Programm veröffentlicht. Im Mittelpunkt der dreizehnten Auslandsreise des deutschen Papstes stehen die Hauptstadt Prag, Brünn und Stara Boleslav (Altbunzlau). Während des rund 54 Stunden dauernden Aufenthalts sind elf öffentliche Ansprachen geplant. Benedikt XVI. trifft am Samstag, 26. September, in Prag ein, wird sich mit dem Präsidenten treffen und eine Rede vor Politikern und Diplomaten halten. Im berühmten St.-Veits-Dom wird der Papst am Abend mit Priestern und Ordensleuten die Vesper beten. Auf dem Flughafen von Brünn feiert der Papst am Sonntagvormittag die Messe, am Nachmittag sind in Prag eine ökumenische Begegnung sowie eine Ansprache an Vertreter der Wissenschaft geplant. In Altbunzlau zelebriert der Papst am Montag die Messe zu Ehren des Landespatrons Wenzel. Anschließend ist die – für Reisen Benedikts XVI. inzwischen obligatorische – Begegnung mit Jugendlichen vorgesehen. Letzter Programmpunkt zurück in Prag ist ein Mittagessen mit den Bischöfen Tschechiens. Am späten Nachmittag verlässt das Kirchenoberhaupt die Tschechische Republik, am Abend des 28. September wird er in Rom zurück erwartet. (rv)
Vereinigte Staaten/Vatikan: Audienz ist „Ehre“ für Obama
US-Präsident Barack Obama hofft, dem Papst vom Beschluss der G8-Länder für eine beträchtliche Aufstockung der Entwicklungshilfe berichten zu können. Denn die ärmsten Länder der Erde trügen auf unangemessene Weise die Lasten der Weltwirtschaftskrise. Das betonte Obama am Donnerstag vor ausgewählten Journalisten, denen er die Ziele und Erwartungen seiner bevorstehenden Tour durch Europa, Russland und Afrika vorstellte. Im Anschluss an den G8-Gipfel vom 8. bis 10. Juli im italienischen L´Aquila wird der US-Präsident erstmals mit Benedikt XVI. zusammentreffen.
Die USA-Korrespondentin der italienischen Redaktion von Radio Vatikan war zur Diskussion ins Weiße Haus geladen. Elena Molinari berichtet aus Washington:
„Die Papstaudienz bezeichnet der amerikanische Präsident als Ehre und er hoffe, dass bei der Begegnung die Punkte angesprochen werden könnten, in denen die USA und der Heilige Stuhl zusammenarbeiten könnten: vom Frieden im Nahen Osten bis zum Thema Armut, vom Klimawandel bis zur Einwanderungspolitik. In all diesen Themen, unterstrich Obama, habe der Papst bereits außerordentliche Initiativen unternommen.“
Für den nahen Osten teilt der US-Präsident die Forderung nach einem gerechten und dauerhaften Frieden. Das Festhalten Israels an seiner Siedlungspolitik sei Schuld am derzeitigen Stillstand der Verhandlungen. Die Palästinenser, so Obama, „müssen wir dagegen dazu anspornen, auf Gewalt zu verzichten und dem Hass abzusagen, der noch immer in vielen Gruppierungen zu spüren ist“.
Beim Thema Abtreibung – Konfliktpunkt zwischen Obama und den US-amerikanischen Bischöfen – versuchte der Präsident nicht zu beschönigen: „Allein mit Dialog werden diese Unterschiede nicht ausgeglichen“, man solle sich keinen Illusionen hingeben. „Ich weiß, dass es Punkte gibt, in denen der Konflikt unüberwindbar ist“, so Obama. „Wir können lediglich darauf hinweisen, dass es unter den Konfliktparteien auf beiden Seiten Menschen guten Willens gibt, die bereit sind Themen zu finden, in denen sie zusammenarbeiten können.“ Obama plädiert dafür, die Freigabe zur Adoption als Alternative zur Abtreibung in Erinnerung zu rufen. Schwangere Frauen bräuchten besonderen Schutz und Hilfe. Er wolle eine tiefgehende Moral- und Sexualerziehung mit dem Zugang zu Verhütungsmitteln kombinieren, so Obama. Doch er wisse, dass dies der Lehre der katholischen Kirche widerspreche.
„Ich hatte sofort nach meiner Wahl ein wunderbares Telefonat mit dem Papst“, erinnerte der US-Präsident, verleugnete aber auch nicht, dass es Themen gäbe, in denen er mit dem Papst nicht übereinstimme, was ja auch in der Beziehung zu anderen Staatsoberhäuptern vorkäme. Doch die Beziehung zur katholischen Kirche sei „weit mehr als die zweier Regierungen“. Die katholische Kirche habe „außerordentlich großen Einfluss in der ganzen Welt und in unserem Land“, so Obama. Der Papst sei in vielen Bereichen als Autorität anerkannt. Sein religiöser Einfluss gehe weit über die katholische Kirche hinaus. (rv/ansa)
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Deutschland: Evangelische Kirche veröffentlicht Wort zur Wirtschaftskrise
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) mahnt angesichts der Finanzkrise zu einem Umdenken. Wenige Tage vor dem Erscheinen der Sozialenzyklika, dem lange erwarteten päpstlichen Lehrschreiben zu diesem Thema also, hat der Rat der EKD sein Kirchenwort veröffentlicht. Die Botschaft: Kurzfristige Maßnahmen – wenngleich sicherlich notwendig – brächten keine Lösung, ein „Weiter so!“ wäre fatal.
Der Titel der 24 Seiten langen Botschaft: „Wie ein Riss in einer hohen Mauer“. Damit greift die EKD zurück auf eine Mahnung des Propheten Jesaja. Vor mehr als 2.500 Jahren kleidete der das Verhängnis seines Volkes in das Bild vom Riss in der Mauer - zunächst kaum sichtbar, dann rieselt der Mörtel, bis die Mauer stürzt.
Neue Baupläne beziehungsweise ein Umsteuern in der internationalen Wirtschafts- und Finanzpolitik seien jetzt nötig. Beispiele nannte Marlehn Thieme, Mitglied im Rat der EKD, im Interview mit dem Kölner Domradio:
„Wir haben insbesondere auf die internationale Abstimmung von Regulierung und Aufsicht hingewiesen. Wir haben aber auch die Bundesregierung ermahnt, in supranationalen Organisationen die Grundsätze unserer sozialen Marktwirtschaft stärker als bisher anzumahnen und zu verankern. Denn die Aufsichtsmechanismen über die Finanzmarktunternehmen, wie sie auf staatlicher Ebene vorgenommen wurden, sind in der Globalisierung der letzten Jahre nicht weiterentwickelt worden. Das hat jetzt auch dazu geführt, dass wir eine Finanzmarktkrise diesen Ausmaßes haben.“
Der EKD-Ratsvorsitzende Bischof Wolfgang Huber zieht einen Vergleich zur Klimakrise und holt damit scheinbar abstrakte Wirtschaftsfragen in die Ängste des Alltags. „Ich warne vor wirtschaftspolitischen Hurrikans in dichter Folge – falls nichts passiert“, sagte Huber bei der Präsentation des Wirtschaftswortes. Doch der Ausblick der Evangelischen Kirche ist im Grunde positiv. Auch Marlehn Thieme bemüht das Wort von der Krise als Chance:
„Die Menschen fragen nach dem Sinn dieser Krise und nach den Lehren daraus. Sie suchen Vertrauen in Organisationen, Institutionen und bei Menschen, die jetzt solche Analysen vorlegen, und diese werden nicht ohne Wirkung bleiben, wenn sie denn auch glaubwürdig mit denen umgehen, die versuchen in der weiteren Entwicklung das Schlimmste zu verhindern. Diese Verantwortung stellen wir in den Vordergrund, wenn wir weiter frei sein wollen. Und wir bekennen uns eindeutig dazu, dass Verantwortung das Gegengewicht zur Freiheit ist.“
Die Enzyklika Benedikts XVI., die sich auch mit der Wirtschafts- und Finanzkrise befassen wird, erscheint am Dienstag, 7. Juli. Vorstellen werden sie unter anderem der Präsident des Päpstlichen Rats für Gerechtigkeit und Frieden, Kardinal Renato Raffaele Martino, und der deutsche Kurienkardinal Paul Josef Cordes, Leiter des päpstlichen Hilfswerks Cor Unum. (domradio/pm/rv)
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Vatikan: Pater Borgomeo, die Stimme des Papstes, ist tot
35 Jahre hat er den Sender des Papstes geprägt; am Donnerstag starb er nach schwerer Krankheit im Alter von 76 Jahren: Pater Pasquale Borgomeo, bis 2005 Generaldirektor, Intendant, von Radio Vatikan.
Der Jesuit kam mit 37 Jahren zum Sender, der die Stimme des Papstes in der Welt verbreiten will, leitete zunächst die damals so genannte Zentralredaktion, wurde Programmdirektor und schließlich Generaldirektor. Als er sich nach 20 Jahren in diesem Amt bei einer Messfeier von Radio Vatikan verabschiedete, sagte Pater Borgomeo:
„Im Moment des Abschieds fühle ich in mir Staunen – noch vor der Dankbarkeit. Ich staune und bin dankbar angesichts dieses unschätzbaren Geschenks, das mir gemacht wurde, dass ich der Kirche und ihrem obersten Hirten in Zeiten dienen durfte, die für die Menschheitsgeschichte so entscheidend waren. Ich empfinde Staunen und Dankbarkeit, dass ich Tag für Tag habe sehen dürfen, wie dieses wunderbare Instrument der Evangelisierung – und das ist das Radio des Papstes – gewachsen ist an Reife, an Motivation, an Professionalität und Effizienz.“
Der aus Neapel stammende Borgomeo war Augustinus-Fachmann. Er studierte Theologie, Philosophie und Literaturwissenschaften in Mailand, Neapel und an der Sorbonne in Paris. Schon ein Jahr nach dem Erscheinen der Doktorarbeit verschrieb er sich jedoch dem Journalismus und ließ sich ins offizielle italienische Journalistenverzeichnis aufnehmen. Sein langjähriger enger Mitarbeiter und Nachfolger als Generaldirektor, Pater Federico Lombardi, würdigt in seinem Nachruf nicht nur Borgomeos „brillante Intelligenz, seine Sprachkenntnisse“ und seinen Enthusiasmus:
„Er war ein scharfsinniger Kommentator der aktuellen Ereignisse und der päpstlichen Aktivitäten, vor allem der großen Reisen. Er hat sich sehr dafür eingesetzt, dass der Papstsender nicht nur in der katholischen Welt präsent und hinreichend bekannt ist, sondern auch im italienischen Journalismus und vor allem bei den großen internationalen Radiogesellschaften.“
Der Papst war über den Gesundheitszustand Pater Borgomeos informiert, betont Lombardi. Benedikt XVI. habe ihn mit seinem Gebet begleitet. (rv)
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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:
Latein lebt - Radio Vatikan beweist es
Nein, sie ist nicht tot: Die Sprache der alten Römer lebt, sogar im aktuellen Nachrichtengeschäft. Die „Nuntii Latini“ von Radio Vatikan sind der Beweis dafür, jede Woche neu auf www.radiovatikan.de. Stefan Kendzorra hat eine der zumeist jungen Sprecherinnen getroffen. (rv)
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Österreichs neuer Jugendbischof stellt sich vor
Der Wiener Weihbischof Stephan Turnovszky ist der neue Verantwortliche in der österreichischen Bischofskonferenz für Jugendfragen. Er ist dienstjüngster Bischof und will vor allem die Beziehung zwischen den Oberhirten und den Jugendlichen verbessern. Ein Beitrag von Birgit Pottler. (rv)
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Auslandserfahrung für Azubis
Ein Auslandssemester oder gar Auslandsjahr ist unter Studenten schon fast eine Selbstverständlichkeit. Seit kurzer Zeit etabliert sich ein ähnliches Modell für Auszubildende im Berufsleben. Veronica Pohl berichtet von dem Projekt mit dem klangvollen Namen „Leonardo da Vinci“.(rv)
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DIE NACHRICHTEN:
Vatikan
Der im Konzentrationslager Dachau ermordete Priester Georg Häfner wird in der katholischen Kirche künftig offiziell als Märtyrer verehrt. Papst Benedikt XVI. unterzeichnete an diesem Freitag das entsprechende Dekret. Für den Würzburger Diözesanpriester Häfner (1900-1942) läuft seit 1986 ein Seligsprechungsverfahren. – Benedikt XVI. unterzeichnete insgesamt zwölf Dekrete aus der Kongregation für Selig- und Heiligsprechungen. Einem weiteren deutschen Märtyrerpriester, dem Marianhiller Missionar Engelmar Unzeitig, wurde der heroische Tugendgrad zugesprochen. Auch er starb in Dachau. International Beachtung findet die päpstliche Anerkennung eines Wunders auf die Fürsprache von John Henry Newman. Die Seligsprechung für den britischen Kardinal und Theologen (1801-1890) stünde unmittelbar bevor, verkündete der damalige Präfekt der zuständigen Kongregation bereits Anfang 2008. (rv)
Papst Benedikt XVI. hat an diesem Freitag zwei wichtige Personalentscheidungen bekannt gegeben. Der Initiator des soeben zu Ende gegangen Paulusjahrs und langjähriger Vatikan-Diplomat, Kardinal Andrea Cordero Lanza di Montezemolo, tritt aus Altersgründen von seinem Amt als Erzpriester der Basilika Sankt Paul vor den Mauern zurück. Der 84-Jährige war seit 2005 der Papstgesandte in Sankt Paul, 2007 hatte Benedikt XVI. ihn in den Kardinalsstand erhoben. Bereits 1959 war der gebürtige Turiner in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls eingetreten. Nach Jahren als Sekretär des vatikanischen Menschenrechtsrates „Justitia et Pax“ wurde er 1977 zum Bischof geweiht und zum Pro-Nuntius in Papua Neuguinea ernannt. Zwischen 1980 und 1986 war er Papst-Botschafter in Nicaragua und in Honduras, bevor er als Apostolischer Delegat nach Jerusalem wechselte. Dort arbeitete er am vatikanisch-israelischen Grundlagenvertrag von 1993 mit und wurde 1994 erster Nuntius in Israel. 1998 schließlich trat er seine letzte diplomatische Position auf dem wichtigsten Botschafter-Posten des Heiligen Stuhls, dem in Italien, an. 2001 reichte er mit Erreichen der Altersgrenze seinen Rücktritt ein. Montezemolos Nachfolge in der Basilika Sankt Paul tritt Erzbischof Francesco Monterisi an. Der 75-jährige war bisher Sekretär der Bischofskongregation. Dort folgt ihm Bischof Manuel Monteiro de Castro, Nuntius in Spanien und Andorra. (rv/kna)
Europa
Deutschland
Die Friedensbewegung Pax Christi fordert eine sofortige Strategieänderung beim Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan. Pax-Christi-Generalsekretärin Christine Hoffmann sprach sich im Kölner Domradio klar gegen den Einsatz und für eine durchdachte und vorbereitete Rückzugsstrategie aus. Hoffmann wörtlich: „Ich sehe kaum Fortschritte in der Befriedung des Landes, aber eine Eskalation der Gewalt.“ Die Zivilbevölkerung in Afghanistan betrachte das Militär als Besatzung. Der Versuch eines humanitären Friedenseinsatzes sei gescheitert. Die Bundesregierung müsse sich bei der Nato für einen vernünftigen Plan und einen vorbereiteten Abzug einsetzen, fordert Pax Christi. Der Bundestag hatte am Donnerstag die Entsendung von vier Aufklärungsfliegern der Nato gebilligt. Bis zu 300 zusätzliche deutsche Soldaten sollen dabei zum Einsatz kommen. Dem ARD-Deutschlandtrend zufolge kritisiert die Bevölkerung den Einsatz jedoch mehr denn je. 69 Prozent der Befragten sagten, die Soldaten sollten so schnell wie möglich abgezogen werden. 58 Prozent sind der Meinung, dass die Bundeswehr am Hindukusch im Krieg ist. (domradio/pm)
Deutschland/Vatikan
Der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper hat die Priesterbruderschaft St. Pius X. zum Umdenken aufgefordert. Es sei nicht katholisch, wenn ein Einzelner oder eine kleine Gruppen bestimmen wollten, was katholisch sei, sagte der Kardinal mit Blick auf die traditionalistische Gruppierung, die vom Vatikan nicht anerkannt ist. Zugleich sprach sich der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen vor Journalisten in Vallendar dafür aus, mit den Piusbrüdern ins Gespräch zu kommen. „Man muss sich im Dialog mit ihnen abarbeiten“, so Kasper wörtlich. Es sei jedoch übertrieben, die Piusbrüder als große Gefahr für die Kirche in Deutschland zu sehen. Kasper äußerte sich vor Beginn eines dreitägigen Symposiums an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar. (kna)
Italien
Immer mehr Italiener bleiben politischen Wahlen fern. Das ist beunruhigend, stellt die Jesuitenzeitschrift „La Civiltà Cattolica“ in ihrer neusten Ausgabe fest. Die hohe Zahl der Nichtwähler bei der jüngsten Europawahl habe gezeigt, dass bei den Italienern ein allgemeines Misstrauen gegenüber der Politik und den Politkern herrsche. Es mangele an Hoffnungen für zukunftsweisende politische Ideen, so die Jesuitenzeitschrift. Nicht zuletzt sei auch das Verhalten der Politiker Schuld an dieser negativen Einstellung. – In den vergangenen Wochen stand vor allem Regierungschef Silvio Berlusconi im Kreuzfeuer der Kritik für seinen angeblichen „unsittlichen“ Lebensstil. (apic/imedia)
Italien/Europäische Union
Die EU-Kommission will die am Donnerstag in Italien verabschiedeten umstrittenen Sicherheitsgesetze gegen illegale Einwanderung prüfen. Es müsse geklärt werden, ob das Gesetzespaket mit europäischem Recht vereinbar sei, sagte Justizkommissar Jacques Barrot. Kirchenvertreter und Menschenrechtsorganisationen hatten die Gesetze seit Wochen scharf kritisiert. Die Beschlüsse brächten „nicht Sicherheit, sondern Abgrenzung“, erklärte an diesem Freitag die nationale „Kirchliche Bewegung für Kultur“. Die Probleme der Aufnahme von Immigranten könnten so nicht gelöst werden. Um offizielle Kritik seitens des Vatikans handle es sich bei den verschiedenen Äußerungen jedoch nicht, erklärte Vatikansprecher Pater Federico Lombardi. Der Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Angelo Bagnasco, hatte zuletzt betont, um politische Maßnahmen zu beurteilen, müsse man die Ergebnisse abwarten. Jede Entscheidung zur Sicherheitspolitik müsse aber „in Achtung von Recht und Rechtmäßigkeit“ gefällt werden. – In Italien ist die illegale Ein- oder Durchreise künftig eine Straftat, die mit einer Geldstrafe von bis zu 10.000 Euro und sofortiger Abschiebung geahndet werden kann. Wer illegale Einwanderer beherbergt, muss mit einer Gefängnisstrafe rechnen. Offiziell erlaubt ist jetzt auch die Bildung von Bürgerwehren, wie sie in Norditalien bereits üblich sind. Der Vizepräsident der Abgeordnetenkammer, Maurizio Lupi, bezeichnete das Sicherheitspaket als kirchenkonform. Der Katechismus erlaube die Verteidigung des eigenen Territoriums, so der Politiker von Silvio Berlusconis „Volk der Freiheit“. (pm/ansa/sir)
Afrika
Simbabwe
Der neue Erzbischof von Bulawayo, Alex Kalinyanil, betrachtet den Kampf gegen Armut, Arbeitslosigkeit und Aids als Prioritäten seines Amtes. Als Oberhirte der Diözese im südwestlichen Simbabwe wolle er sich vor allem der dort ansässigen Bevölkerung und ihren drängenden Problemen widmen, erklärte der 49-jährige Kalinyanil am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur „CNS“. „Für mich haben die Menschen Priorität, die materielle und spirituelle Hilfe brauchen“, so der neue Erzbischof wörtlich. Weiter stellte er klar, er werde nicht versuchen jene Lücke zu füllen, die sein Vorgänger, der populäre Erzbischof Pius Ncube, durch sein frühzeitiges Ausscheiden aus dem Bischofsamt hinterlassen habe. Ncube hatte sich zu Amtszeiten als einer der schärfsten Kritiker des Regimes von Präsident Robert Mugabe profiliert. Er bot dem Papst Ende 2007 seinen vorzeitigen Amtsverzicht an, nachdem Regierungsmedien ihn einer Liaison mit einer Frau überführt hatten. Ende Juni dieses Jahres hatte Papst Benedikt XVI. den aus Indien stammenden Steyler-Missionar Alex Thomas Kalinyanil zum neuen Erzbischof für Bulawayo benannt. Kalinyanil wirkte seit 1989 in Bulawayo als Missionar. (rv)
Asien
Philippinen
Die katholischen Bischöfe auf den Philippinen haben die Bevölkerung aufgerufen, für die todkranke ehemalige Staatspräsidentin Corazon Aquino zu beten. Gerade in diesen für die Philippinen politisch schwierigen Zeiten brauche das Land Menschen wie Aquino als „Instrumente Gottes und des Volkes“, sagte Erzbischof Angel Lagdameo, Vorsitzender der Bischofskonferenz, an diesem Freitag in Manila. Er würdigte Aquino „als die Mutter der Demokratie in unserem Land“ und fügte hinzu: „Wir hoffen, dass wir nicht durch die gegenwärtige Regierung die Demokratie verlieren“. In der Kirche und weiten Teilen der philippinischen Öffentlichkeit mehren sich die Befürchtungen, dass die Regierung der gegenwärtigen Staatspräsidentin Gloria Arroyo durch eine geplante Verfassungsänderung die Demokratie beschränken will. Zudem steht die in Korruptionsskandale verwickelte Arroyo unter dem Verdacht, das Präsidentenamt durch Wahlmanipulation errungen zu haben. (kna)
Burma/Vereinte Nationen
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon ist zu einem politisch heiklen Besuch in Burma eingetroffen. Auch er selbst sprach von einer sehr schwierigen Mission. In dem südostasiatischen Land will Ban unter anderen mit dem Chef der Militärjunta, General Than Shwe, zusammenkommen. Ob auch ein Treffen mit der inhaftierten Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi zustande kommt, ist noch unklar. Zum Auftakt seines zweitägigen Besuchs forderte der UNO-Generalsekretär nochmals die Freilassung aller politischen Gefangenen. Die Organisation „Human Rights Watch“ kritisiert anlässlich der Reise Bans erneut die anhaltende Verletzung der Menschenrechte. Die „eiserne Militärdiktatur“ verhafte Oppositionelle, Mönche und Dissidenten und schlage Aufstände blutig nieder. – Die Oppositionsführerin Suu Kyi verbrachte mehr als 13 der vergangenen 19 Jahre unter Hausarrest oder im Gefängnis. Derzeit steht sie wegen angeblicher Verstöße gegen die Auflagen ihres Hausarrests vor Gericht. Der Prozess wurde auf den 10. Juli vertagt. (asianews/reuters)
Amerika
Peru
Die katholische Kirche in dem Andenstaat kritisiert mangelnde Einbindung bei der geplanten Gleichstellung der Religionsgemeinschaften. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Hector Miguel Cabrejos Vidarte, bedauerte am Donnerstag (Ortszeit), dass die Kirche nicht offiziell über einen entsprechenden Gesetzentwurf der Verfassungskommission informiert worden sei. Er sieht die juristische und steuerliche Gleichstellung aller Religionen in dem Andenstaat vor. Bisher war nur die katholische Kirche gesetzlich voll anerkannt. Die Kirche unterstütze und fördere die Religionsfreiheit, wolle aber von der Politik angehört werden, so der Erzbischof von Trujillo. Er zeigte sich verwundert, dass bei der Annahme der Vorlage nur sechs der sechzehn Kommissions-Mitglieder zugegen gewesen seien. – Der führende Repräsentant der Pfingstkirchen, Humberto Lay, begrüßte die Entscheidung. Derzeit gehörten bereits rund zwölf Prozent der peruanischen Bevölkerung den evangelischen Gemeinschaften an. Es sei an der Zeit, die bisherige Diskriminierung zu beenden. (kna)
Honduras
Der Rat der Kirchen in Lateinamerika hat den Militärputsch scharf verurteilt. Es müsse nun unbedingt die Demokratie wieder hergestellt werden. Das sagte der Generalsekretär des Rates, Pastor Nilton Giese. Auch der Lutherische Weltbund kritisierte die Absetzung des demokratische gewählten Präsidenten José Manuel Zelaya. Im Land müsse wieder die Verfassung gelten, so der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes in Genf, Pastor Ishmael Noko. Wenige Tage nach dem Militärputsch in Honduras hat sich derweil die Übergangsregierung offen für eine Neuwahl des Präsidenten gezeigt. Mit der Vorverlegung der für November geplanten Wahl solle die Krise nach dem Sturz des Präsidenten Manuel Zelaya gelöst werden. Dies sagte Übergangspräsident Roberto Micheletti vor Journalisten. Micheletti schloss eine Volksabstimmung über eine Rückkehr Zelayas ins Amt nicht aus. Das sei zwar möglich, wäre derzeit jedoch schwierig, sagte er. (apic/imedia/diverse)
Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören