Meldungen vom 1.11.2009
- Allerheiligen/Allerseelen:
Katholiken gedenken ihrer Toten
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Papst würdigt „Gemeinsame Erklärung
zur Rechtfertigungslehre“ -
- D: Kirche kritisiert Niebel-Pläne -
Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion:
Birgit Pottler
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.
THEMA DES TAGES:
Allerheiligen/Allerseelen: Katholiken gedenken ihrer Toten
Katholiken in aller Welt besuchen an Allerheiligen und Allerseelen die Friedhöfe, um die Gräber der Verstorbenen mit Blumen und Lichtern zu schmücken und ihrer verstorbenen Verwandten und Freunde zu gedenken.
Papst: „Allerheiligen schenkt Hoffnung“
Das Hochfest Allerheiligen schenke der Kirche auf Erden, dem pilgernden Gottesvolk, einen Vorgeschmack auf die himmlische Gemeinschaft und belebe buchstäblich die Hoffnung auf das Ewige Leben. Daran erinnerte Papst Benedikt XVI. an diesem Sonntag. Anlässlich des von ihm ausgerufenen Priesterjahrs wolle er vor allem der heiligen Priester gedenken, so der Papst. Die Gemeinschaft mit den Heiligen sei tröstlich und verleihe dem Leben eine andere Dimension.
Benedikt wörtlich:
„Wir sind Teil einer geistlichen Gemeinschaft, in der eine tiefe Solidarität regiert: Das Gute eines jeden Einzelnen gereicht allen zum Vorteil und umgekehrt. Das gemeinsame Glück strahlt auf die Einzelnen aus. Das ist ein Geheimnis, das wir auf gewisse Weise schon in dieser Welt erfahren können, in der Familie, unter Freunden und vor allem in der geistlichen Gemeinschaft der Kirche.“
Das Totengedenken an Allerseelen, so Benedikt weiter, müsse stets „im echt christlichen Sinn“ erfolgen, also in dem Licht, das vom Ostergeheimnis ausgeht.
„Christus ist gestorben und auferstanden und hat für uns den Weg zum Haus des Vaters eröffnet, zum Reich des Lebens und des Friedens. Wer in diesem Leben Jesus nachfolgt, wird dort aufgenommen, wohin er uns vorangegangen ist. Denken wir also daran, während wir die Friedhöfe besuchen: Dort, in den Gräbern, ruhen nur die sterblichen Überreste unserer Lieben in Erwartung der endgültigen Auferstehung. Ihre Seelen sind – wie die Heilige Schrift sagt – ,schon in den Händen Gottes’ (Weish 3,1). Die beste und wirksamste Art ihrer zu gedenken, ist das Gebet für sie, sind Werke des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe. In der Gemeinschaft der Eucharistie können wir für ihr ewiges Heil beten und die tiefste Gemeinschaft erfahren – in der Erwartung, sie wieder zu sehen und gemeinsam für immer die Liebe dessen zu genießen, der uns geschaffen und erlöst hat.“
Papst Benedikt wird am Allerseelentag für die verstorbenen Päpste beten. Am späten Montagnachmittag wird er die Gräber unter dem Petersdom besuchen. (rv)
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Gemeinschaft und Zeugnis
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, sagte in Freiburg: „Wir stehen nicht nur in der Gemeinschaft derer, die mit uns hier auf dem Weg sind. Wir stehen auch in der Gemeinschaft mit all jenen, die diesen Weg vollendet haben und für immer bei Gott zu Hause sind.“
Der Kölner Kardinal Joachim Meisner bezeichnete das Fest Allerheiligen als „große Gegenbewegung der Kirche“ und warnte vor einem neuen sich wissenschaftlich gebenden Atheismus, der die Menschheit bedrohe. Der Mensch dürfe nicht auf das quantitativ Messbare reduziert werden, sagte Meisner in seiner Predigt im Kölner Dom. „Abgeschnitten von allen geistigen und religiösen Wurzeln verliert die so genannte wissenschaftliche Vernunft das Korrektiv für ihr Denken und Handeln.“
Der Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Angelo Bagnasco, rief die Gläubigen dazu auf, Abstand zu nehmen von „einem schüchternen und oft namenlosen Christentum“. Christen sollten vielmehr „Zeugen von Vertrauen und Zutrauen“ sein, so der Erzbischof von Genua. Dabei ginge es nicht um Fatalismus, „dass schon alles irgendwie gut ginge“, sondern um „die sichere Gewissheit“, dass Gott den Menschen nie alleine lasse.
Herkunft und Bedeutung
Ursprünglich war der 1. November kein Tag des Totengedächtnisses, sondern ein österliches Fest, an dem die Kirche an die unbekannten Heiligen erinnerte. Eigentlicher Totengedenktag ist der Allerseelentag am 2. November. Die Kirche feiert heute beide Festtage in der Überzeugung, dass durch Jesus Christus eine Verbindung zwischen Lebenden und Toten besteht. In der westlichen Kirche wird Allerheiligen seit dem neunten Jahrhundert am 1. November gefeiert. Der am 2. November begangene Allerseelentag etablierte sich rund 200 Jahre danach. Offiziell eingeführt wurde er 1915 durch Papst Benedikt XV. (rv/kap/kna/ansa)
Betrachtung: „Das reine Herz und die weißen Kleider“
Das Evangelium von den Seligpreisungen prägt liturgisches dieses Hochfest Allerheiligen, ebenso wie der Gedanke an Tod und die Hoffnung auf Auferstehung, wenn viele in diesen Tagen an den Gräbern ihrer Verstorbenen stehen. (rv)
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WEITERE THEMEN DES TAGES:
Papst würdigt „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“
Papst Benedikt XVI. hat an diesem Sonntag die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre gewürdigt. Beim Angelusgebet auf dem Petersplatz erinnerte er an den zehnten Jahrestag der Unterzeichnung am Reformationsfest 1999 in Augsburg. Dieses Dokument – zunächst unterzeichnet von Lutherischem Weltbund und katholischer Kirche, 2006 dann auch vom Weltkirchenrat angenommen – bestätige „das Einvernehmen zwischen Lutheranern und Katholiken über fundamentale Wahrheiten“, betonte der Papst. Die Fragen bezüglich der kirchlichen Rechtfertigungslehre - eines der grundlegenden Reformations-Themen Luthers - führten zum Herzen des Evangeliums und zu wesentlichen Fragen unseres Lebens.
Wörtlich sagte Benedikt XVI., vor zehn Jahren Chef der römischen Glaubenskongregation, zur Frage des Verhältnisses zwischen Gott und Mensch:
„Von Gott sind wir angenommen und erlöst. Unsere Existenz schreibt sich ein in den Horizont der Gnade. Sie wird gelenkt von einem barmherzigen Gott, der unsere Schuld vergibt und uns zu einem neuen Leben in der Nachfolge seines Sohnes ruft. Wir leben von der Gnade Gottes und sind dazu gerufen, auf sein Geschenk zu antworten. All das befreit uns von der Angst und verleiht uns Hoffnung und Mut in einer Welt voll Unsicherheit, Unruhe und Leid.“
Papst Johannes Paul II. habe die gemeinsame Erklärung zu den über Jahrhunderte hinweg umstrittenen Fragen als „Meilenstein auf dem nicht leichten Weg zur Wiederherstellung der vollen Einheit unter den Christen“ bezeichnet. Christen verschiedener Konfessionen seien seither „auf dem Weg gegenseitiger Verständigung nicht zuletzt durch das Gebet füreinander ein gutes Stück vorangekommen“, sagte Benedikt XVI. an diesem Sonntag. Der zehnte Jahrestag der Unterzeichnung sei folglich eine gute Gelegenheit, erneut gemeinsam über die Themen des ökumenischen Dialogs nachzudenken.
Das Kirchenoberhaupt weiter wörtlich: „Ich hoffe von Herzen, dass dieser wichtige Jahrestag dazu beiträgt, dass es weiter Fortschritte gibt auf dem Weg hin zur vollen und sichtbaren Einheit aller Jünger Christi.“ (rv)
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Deutschland: Zollitsch spricht von „Mutationssprung“ und weiteren Aufgaben
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, würdigt die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre, die vor zehn Jahren in Augsburg unterzeichnet wurde. Im Gespräch mit Stefan Kempis bezeichnet der Freiburger Erzbischof das Dokument als „Mutationssprung“.
„Denn es ist uns damals gelungen, gerade in der Rechtfertigungslehre, die ja der Haupt-Anlass der Trennung im Blick auf Martin Luther war, eine gemeinsame Stellung zu finden und auch verständlich zu machen, worum es wirklich geht: nämlich, dass wir in Jesus Christus von Gott angenommen sind ohne unser Verdienst, und Gott hat uns unwiderruflich seine versöhnende Hand entgegengestreckt. Das ist wirklich etwas Großes und Wichtiges.“
Damit seien nicht alle Fragen geklärt. Im Bereich des Kirchenverständnisses, im Amtsverständnis und auch im Verständnis der Sakramente seien weiterhin Punkte offen. (rv)
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Wochenkommentar: Regierung braucht „Ideen für das Leben“
Der katholische Publizist Martin Lohmann schreibt der neuen Bundesregierung den Lebensschutz ins Stammbuch. Das „unverbrüchliche und klare Recht auf Leben“ dürfe „keinem vermeintlichen Recht auf Tötung untergeordnet“ werden, sagt der Vorsitzender des Bundesverbandes Lebensrecht in seinem Wochenkommentar für Radio Vatikan. (rv)
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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:
Stabübergabe bei Radio Vatikan: Zwei Patres im Gespräch
Am 15. November übergibt Pater Eberhard von Gemmingen die Leitung der deutschsprachigen Redaktion offiziell an Pater Bernd Hagenkord. Was wird Gemmingen am meisten vermissen, wie sieht Hagenkord seine Aufgabe hier in Rom, was verbindet der Jesuitenorden, dem sie beide angehören, mit Radio Vatikan? Fragen, die bestimmt nicht nur uns in der Redaktion, sondern auch unsere Hörerinnen und Hörer beschäftigen. Gudrun Sailer hat stellvertretend für uns und Sie mit den beiden Patres gesprochen. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:
Europa
Deutschland
Die katholische Kirche hat Pläne des neuen Entwicklungsministers Dirk Niebel (FDP) zur Kürzung oder Streichung von Hilfen an Schwellenländer kritisiert. Es gehe nicht um deutsche Interessenpolitik, sondern um Armutsbekämpfung, den Einsatz für Menschenrechte und den Aufbau rechtsstaatlicher Standards, sagte der Leiter des Katholischen Büros bei der Bundesregierung, Karl Jüsten, der Frankfurter Rundschau (Samstag). Katholische und evangelische Kirche hielten an einem umfassenden Ansatz der Entwicklungshilfe fest, so Jüsten weiter. Es sei nicht allein mit der Ankündigung getan, den Menschenrechtsdialog mit China fortzusetzen. Notwendig sei auch konkrete Hilfe. Viele Menschen in den Schwellenländern lebten nach wie vor in bitterster Not. Appelle - auch an die dortigen Regierungen - ihnen zu helfen, seien glaubwürdiger, wenn Deutschland zu seinem Engagement stehe, so Jüsten. - Der neue Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) hatte am Freitag angekündigt, die Entwicklungshilfe an China zu streichen. Deutschland müsse seine Finanzmittel konzentrieren und wirksam dort einsetzen, „wo es am meisten Not tut“, so Niebel zur Begründung. (kna)
Österreich
Ein Ende der „Schönrednerei“ über die offensichtlich geplante Rezeptfreistellung der „Pille danach“: Das forderte die Lebensschutzbeauftragte der Erzdiözese Wien, Stephanie Merckens, an diesem Sonntag. Es sei völlig irreführend, ohne Unterschied zu behaupten, die „Pille danach“ verhindere ungewollte Schwangerschaften. Das sei nur dann der Fall, wenn diese Pille vor dem Eisprung eingenommen wird: „Zwischen Befruchtung und Einnistung wird nicht mehr verhindert, da wird beendet“, betonte Merckens. „Wer sagt, die ,Pille danach’ habe keine abtreibende Wirkung, gehe davon aus, „dass eine Schwangerschaft erst mit der Einnistung des Embryos beginnt“, so die Lebensschutzbeauftragte. Wissenschaftlich sei aber klar, „dass bereits ab Verschmelzung von Ei- und Samenzelle ein neuer Mensch entstanden ist“. Wer verhindere, dass sich dieses neue menschliche Wesen in der Gebärmutter einnisten kann, beende dessen Leben, so Merckens. Die Kirche stehe konsequent „auf der Seite des Lebens". „Statt uns ständig zu überlegen, wie man Abtreibung noch leichter machen kann, sollten wir uns für einen menschenwürdigeren Umgang mit Sexualität stark machen“, forderte die Lebensschutzbeauftragte. - Die „Pille danach“ ist in Österreich seit neun Jahren zugelassen, allerdings gegen ärztliche Verschreibung. Das Gesundheitsministerium in Wien erwägt eine Freigabe. (kap)
Schweiz
Das Menschenrechtskomitee der Vereinten Nationen hat die Lage und Umsetzung der Menschenrechte in der Schweiz kritisiert. Das Gremium nannte 20 Punkte und zeigte sich unter anderem besorgt über die häusliche Gewalt gegen Frauen, den Umgang mit Asylbewerbern oder die unkontrollierte Sterbehilfe. Mehrfach nannte das UNO-Komitee den Bereich Diskriminierung. Die Auswirkungen der Anti-Minarett-Initiative und deren „diskriminierende Plakatkampagne“ bereiteten Sorge. Ein Bauverbot für Minarette würde gegen mehrere im internationalen Pakt festgehaltene Rechte verstoßen. Beunruhigend sei weiter die starke Zunahme von offenbar antisemitischen Vorfällen, hieß es in dem am Freitag vorgestellten Bericht weiter. Ganz grundsätzlich wird bemängelt, dass in der Schweiz nach wie vor eine nationale Institution fehle, die für die Einhaltung der Menschenrechte sorge. Der Vorschlag der Schweiz, zunächst während fünf Jahren ein Zentrum für Menschenrechte an einer Universität einzurichten, wurde von dem UNO-Gremium als ungenügend beurteilt. (pm)
Ungarn
In Esztergom ist der von den ungarischen Stalinisten ermordete Weihbischof Zoltan Lajos Meszlenyi (1892-1951) selig gesprochen worden. Kardinal-Primas Peter Erdö würdigte Meszlenyi „als das erste ungarische Opfer des Stalinismus, das zur Ehre der Altäre erhoben wird“. Der Märtyrer-Bischofs sei deshalb ins Visier der Stalinisten geraten, weil sie erkennen mussten, dass er in keiner Weise zur Kollaboration bereit war, erinnerte Erdö. Er habe „sein Leben für die Kirche gegeben, für die Gemeinschaft zwischen der Kirche von Esztergom und der Weltkirche, dem Sitz des Petrus". Auch heute würden Menschen getötet, „weil sie Christen sind“, so der ungarische Primas. Die Kirche sei bis heute Verdächtigungen, Unterstellungen, Fälschungen der Geschichte ausgesetzt, Gläubige und kirchliche Einrichtungen würden an den Rand gedrängt. - Bei der Feier am Samstag in Esztergom verlas der Präfekt der vatikanischen Heiligsprechungskongregation, Erzbischof Angelo Amato, die Seligsprechungserklärung und eine Botschaft von Papst Benedikt XVI. Meszlenyi sei ein „heroischer Zeuge des Evangeliums“ gewesen. Die Gestalt des ungarischen Bischofs lade dazu ein, „dem Evangelium des Lebens und der Wahrheit“ treu zu bleiben, so der päpstliche Gesandte. (kap)
Ukraine
Der Kiewer Kardinal Lubomyr Husar erwägt aus Altersgründen den Rücktritt als Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine. Es sei besser, die Leitung der mit Rom unierten Kirche bereits zu Lebzeiten abzugeben, sagte der 76-jährige der ukrainischen Wochenzeitung „Zerkalo Nedeli“ am Wochenende. Er wolle nicht „bis zum letzten Augenblick“ im Amt bleiben. Einen Zeitpunkt für einen möglichen Rücktritt nannte das auf Lebenszeit gewählte Kirchenoberhaupt nicht. Ein Nachfolger werde bereits gesucht, so der Großerzbischof von Kiew-Halyc. Husar dementierte allerdings, dass er dem Papst schon seinen Rücktritt angeboten habe. Er unterstrich, zur Aufgabe des Bischofsamtes sei er nicht verpflichtet. - Die griechisch-katholischen Kirche der Ukraine zählt rund fünf Millionen Mitglieder. Wie andere katholische Ostkirchen genießt sie weitgehende Eigenständigkeit. Die Bischofssynode der Kirche wählt nicht nur das Oberhaupt, sondern auch die Oberhirten; der Papst erteilt der Wahl anschließend seine Zustimmung. Die Leitung der Kirche ist seit 2005 an das Amt des Großerzbischofs von Kiew-Halyc gekoppelt. Husar steht den unierten Ukrainern seit Januar 2001 vor. Nur einen Monat später erhielt er die Kardinalswürde. 2005 verlegte er den Hauptsitz vom westukrainischen Lviv (Lemberg) nach Kiew. (kna)
Irland
Ungeachtet kirchlicher Warnungen haben Tausende am Wochenende im westirischen Knock auf eine Marienerscheinung gewartet. In den Straßen der Stadt stünden überall Autos und Wohnwagen, in denen die Pilger übernachteten, berichtete die Zeitung „The Irish Times“ am Sonntag. Der selbsternannte Seher und Geistheiler Joe Coleman aus Dublin hatte für Samstag die Wiederholung einer Marienerscheinung im Wallfahrtsort Knock aus dem Jahr 1879 angekündigt. Er erklärte am Samstagnachmittag, er habe eine Botschaft Mariens erhalten, könne deren Inhalt aber nicht preisgeben. Bereits Mitte Oktober hatten sich mehrere tausend Menschen auf Geheiß des Sehers in Knock versammelt. Die katholische Kirche äußerte sich skeptisch. Es sei „weder gesund, noch gibt es Gott die Ehre, nach außerordentlichen Phänomenen Ausschau zu halten“, zitierten irische Medien Erzbischof Michael Neary von Tuam. Die Kirche weigerte sich, Colemans Wunsch zu entsprechen, ihm einen Priester für ein gemeinsames Rosenkranz-Gebet zur Seite zu stellen. - In Knock hatte es bereits 1879 eine Marienerscheinung gegeben. Papst Johannes Paul II. hatte Knock 1979 zum 100. Jahrestag der Erscheinung besucht und auch international bekannt gemacht. (kna)
Kroatien
Die katholische Kirche des Balkanstaates übt Kritik an der EU-Kommission. Die bischöfliche Kommission für Gerechtigkeit und Frieden warnte laut Medienberichten vor einem Grenzabkommen mit dem Nachbarland Slowenien. Bei der Auseinandersetzung geht es vor allem um die Grenzziehung in der istrianischen Bucht von Piran (Pirano). Die EU-Kommission überschreite im Hinblick auf den Grenzstreit zwischen Kroatien und Slowenien „ihre Vollmachten und mischt sich in bilaterale Fragen zwischen zwei Staaten ein“, erklärte das kirchliche Gremium. Die slowenische Regierung müsse von territorialen Forderungen Abstand nehmen. „In dieser Region haben vor nicht so langer Zeit Forderungen nach fremdem Territorium genau wegen dieses Bruchs des internationalen Rechts große menschliche Tragödien verursacht“, hieß es unter Anspielung auf die jugoslawischen Bürgerkriege der neunziger Jahre fest. Die Forderung nach kroatischem Territorium sei auch der Grund dafür gewesen, dass die slowenische Regierung ab Ende 2008 die EU-Beitrittsverhandlungen mit Kroatien blockiert habe, so die bischöfliche Kommission für Gerechtigkeit und Frieden. Die kroatische Regierung und das Parlament müssten sich dagegen bis zur letzten Konsequenz wehren: Im Ernstfall sei es besser, der EU nicht beizutreten, falls die Union in dieser schwierigen Frage nicht zeige, dass sie „eine Gemeinschaft des Rechts und moralischer Werte ist“. - Das kroatische Parlament soll am Montag über ein bilaterales Abkommen mit Slowenien entscheiden, das die Grundlage für das Schiedsverfahren im Grenzstreit bilden soll. (kap)
Slowakei
Die slowakischen Bischöfe haben bei ihrer Vollversammlung in Donovaly einen Einladungsbrief an Papst Benedikt XVI. verfasst. In dem Brief wurde erstmals ein konkreter Termin für den Besuch des Papstes in der Slowakei genannt, nämlich der 3. bis 5. Juli 2012. Der neu gewählte Vorsitzende der Slowakischen Bischofskonferenz, der Pressburger Erzbischof Stanislav Zvolensky, präsentierte dem katholischen Sender „Radio Lumen“ auch die Orte eines möglichen Papstbesuchs: „Unsere Sehnsucht wäre es, wenn der Papst selbstverständlich die Hauptstadt Bratislava besuchen könnte. Weiters würden wir uns wünschen, dass er die neue Diözese Zilina und die Stadt Presov als Sitz des griechisch-katholischen Metropoliten aufsucht. Als Höhepunkt würden wir uns wünschen, dass er eine Heilige Messe in Nitra feiert“. Nitra ist eng mit dem Wirken der Slawenapostel Cyrill und Methodius verbunden, deren Ankunft im Großmährischen Reich vor 1.150 Jahren mit dem Papstbesuch gedacht werden soll. (kap)
Naher Osten
Nahost
Jerusalem muss wieder ein „Symbol des Friedens für alle“ werden. Das forderte UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon vor dem Internationalen Forum für Jerusalem, das jetzt im marokkanischen Rabat statt fand. Jerusalem sei „für Moslems, Juden und Christen, für Israelis und Palästinenser und für die Völker der Welt ein heiliger Ort“. Als solcher müsse es erhalten werden, betonte Ban. Ost-Jerusalem sei entsprechend der Genfer Konvention weiterhin Teil der besetzten Palästinensergebiete. Die internationale Gemeinschaft erkenne den Anschluss durch Israel nicht an, so der UNO-Generalsekretär weiter. Jerusalem müsse Hauptstadt zweier Staaten werden, „die in Frieden und Sicherheit Seite an Seite existieren“. Erneut forderte Ban Israel dazu auf, die Siedlungspolitik zu beenden. Zugangssperren und Kontrollpunkte widersprächen den Forderungen des Internationalen Gerichtshofs für Menschenrechte. - Das Internationale Forum für Jerusalem wurde von der Yasser Arafat-Stiftung organisiert; teil nahmen Vertreter der Arabischen Liga, der Islamkonferenz und Delegierte verschiedener Staaten der Region. (misna/or)
Asien
Philippinen
Drei Wochen nach der Entführung des irischen Missionars Michael Sinnott auf den Philippinen ist eine Lösegeldforderung eingegangen. Die Entführer veröffentlichten ein Video, in dem der Pater erklärt, seine Entführer verlangten umgerechnet rund 1,35 Millionen Euro für seine Freilassung, wie philippinische Medien berichtete. Das Video war am Samstag dem Krisenstab zugespielt worden und ist das erste Lebenszeichen des Priesters seit seiner Entführung am 11. Oktober. Sprecher der zuständigen Provinzregierung auf Mindanao als auch Vertreter des Ordens schlossen jedoch gegenüber philippinischen Medien eine Lösegeldzahlung aus. - Sinnott arbeitet seit 1954 als Priester der Missionsgesellschaft St. Columban auf den Philippinen. Er habe sich in der vorwiegend von Katholiken bewohnten Stadt besonders für den interreligiösen Dialog eingesetzt, so sein Orden. Medienberichten zufolge ist es weiterhin unklar, ob es sich bei den Entführern um eine kriminelle Gangsterbande mit islamischem Hintergrund handelt oder um eine radikale Splittergruppe der muslimischen Rebellengruppe „Moro Islamic Liberation Front“ (MILF). (kna)
Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören