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Meldungen vom 5.11.2009

- Obama: Heiliger Stuhl „moralische Stimme“ -
- Papst feiert Gedenkmesse -
- Neu-Mexiko: Mord an Ordensfrau -


Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Gudrun Sailer
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

THEMEN DES TAGES:

Vatikan/USA: Obama, Heiliger Stuhl ist „moralische Stimme“
US-Präsident Barack Obama schätzt die Beziehungen der Vereinigten Staaten zum Heiligen Stuhl, den er als „Global Player“ auf humanitärem Gebiet und als moralische Stimme anerkennt. Das sagte der US-amerikanische Botschafter beim Heiligen Stuhl, Miguel H. Diaz, in einem Interview von Radio Vatikan anlässlich des ersten Jahrestages der Wahl Obamas als Präsident der Vereinigten Staaten. Das Leitmotiv seines Wahlkampfes war „Change“, also die Hoffnung auf Änderung. Eine Hoffnung, die ein Jahr später noch am Leben ist, so der US-Botschafter.

„Die Schlüsselfrage dieses Präsidenten war und ist, was können wir als Amerikaner und Weltbürger tun, um Veränderung und eine neue Ära der Verantwortung zu bringen - und die Betonung liegt auf dem „wir". Obama hat eine neue Generation von Leadern inspiriert. Im Inneren hat er die Nation vor der Wirtschaftsdepression bewahrt, und im Moment arbeitet er an der Gesundheitsreform, so dass alle Amerikaner in den Genuss des grundlegenden Rechts auf Gesundheitsversorgung kommen. Auf internationaler Ebene hat sich Obama bemüht, die Atomwaffen-Arsenale zu verknappen, um den Frieden zu fördern. Er brachte Menschen zum Dialog zusammen, wie seine Rede in Kairo zeigte. Als US-Diplomat beim Heiligen Stuhl bin ich überzeugt, dass die Botschaft der Hoffnung des Präsidenten nach wie vor lebt und dass die Personen des Glaubens sie in einer pluralistischen, demokratischen Gesellschaft in die Tat umsetzen können.“

Nicht wenige US-Katholiken lehnen Obama ab, weil sie seine Haltung zur Abtreibung zu liberal finden. Darauf angesprochen, sagt der Botschafter:

„Der Präsident hat in schwierigen Fragen immer zu verstehen gegeben, dass man gemeinsam nach Lösungen suchen sollte und, wenn Meinungsverschiedenheiten auftreten, wir sie ohne Hässlichkeiten austragen sollten. Wir leben in einem historischen Moment, der es erforderlich macht, einen gemeinsamen Grund (common ground) zu suchen und einen Weg, mit dem wir den Frieden bauen können, auch wenn wir in unseren Meinungen voneinander abweichen.“

Im Juli hatte Papst Benedikt den US-Präsidenten zur Privataudienz im Vatikan empfangen. Obama sei von diesem Gespräch „sehr berührt“ gewesen und habe die Gelegenheit zu schätzen gewusst, die Meinung des Kirchenoberhaupts zu hören, sagte der US-Botschafter.

„Dieser Präsident und diese Regierung wollen den anderen zuhören und von ihnen lernen. Ich weiß, dass der Präsident die Beziehungen mit dem Heiligen Stuhl hoch schätzt, den er als „Global Player“ auf humanitärem Gebiet und als moralische Stimme in der Welt anerkennt.“ (rv)
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Papst: Messe für verstorbene Bischöfe und Kardinäle
Mit einer Messe in St. Peter hat Papst Benedikt an diesem Donnerstag an alle Bischöfe und Kardinäle erinnert, die im Lauf der letzten zwölf Monate gestorben sind. „Alles bekommt Wert und Sinn, wenn es in der Perspektive der Ewigkeit betrachtet wird“, meinte er in seiner Predigt.

Gedämpfte Orgeltöne, Husten, Füßescharren – der 82-jährige Papst feiert die Messe zur Erinnerung an verstorbene Nachfolger der Apostel. Er verliest in der Apsis von St. Peter selbst die Namen der unlängst verstorbenen Kardinäle. „Herr, gib ihnen die ewige Ruhe“, singt der Chor. Die Predigt Benedikts kreist um Psalm 122: „Wie freute ich mich, als man mir sagte: Wir gehen zum Haus des Herrn“, heute konsequent aufs himmlische Jerusalem hin ausgelegt. Auf die Tatsache, dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte vor vierundzwanzig Stunden ein Urteil gegen Kreuze gesprochen hat, geht der Papst nicht ein; aber im Petersdom hängen noch die Kreuze, und die Messe fängt natürlich mit einem Kreuzzeichen an. Vielleicht ist das ja auch schon eine Nachricht, in Zeiten wie diesen….
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Vatikan: Forscher debattieren über Entstehung des Lebens
Gibt es Außerirdische? Auch der Vatikan ist interessiert an dieser Frage. Und so debattieren hier ab Freitag Naturwissenschaftler über die Entstehung des Lebens und über mögliche „Außerirdische“ in anderen Sonnensystemen. Die Päpstliche Akademie der Wissenschaften hat eine viertägige Studienwoche zum Thema Astrobiologie ausgerichtet, zu der auch der Berner Astronom Willy Benz eingeladen ist. Er erklärte uns:

„In den letzten 15 Jahren haben die Wissenschaftler über 400 Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt. Das sind Planeten, die man vorher nicht kannte, eigene Sonnensysteme, die um andere Sterne kreisen, nicht zu weit von der Sonne entfernt. Die Frage ist: Gibt es möglicherweise auf diesen Planeten und auf den anderen, die wir noch nicht kennen, auch Leben, wie wir es auf der Erde kennen? Die meisten Planeten sind wahrscheinlich nicht dazu geeignet, weil sie entweder zu nahe bei ihrem Stern – also ihrer Sonne – sind, dann ist es zu warm. Die anderen sind vielleicht zu groß, der Druck wäre zu hoch. Aber es gibt mit ziemlicher Sicherheit Planeten, die wir heute noch nicht entdeckt haben, auf denen die Möglichkeit bestehen würde, dass sie ungefähr die gleichen Bedingungen bieten wie heute die Erde – was Temperatur betrifft, Atmosphäre, Distanz zur Sonne, Sauerstoff, und so weiter. Also die Bedingungen, die wir heute glauben, dass sie notwendig waren, damit das Leben auf der Erde entstehen konnte.“

Diese Tatsache wirkt immer noch nach, obwohl sich die Sachlage geändert hat. Wenn man Astrobiologie lang und gründlich genug betreibt, könnte sie unser herkömmliches und auch von der Kirche akzeptiertes Bild von der Welt, vom Leben und vom Himmel umwerfen. Willy Benz hält es für richtig, dass der Vatikan sich dieser Tatsache stellt.

„Es gibt wissenschaftliche Erkenntnis, die heute einfach etabliert sind. Heutzutage ist die Kirche so eingestellt, dass sie diese wissenschaftlichen Tatsachen nicht mehr anzweifelt. Die Frage ist einfach, wie sich jetzt die wissenschaftlichen Ergebnisse mit dem Glauben und der Kirche verknüpfen lassen. Ich sehe da aber kein großes Problem. Für mich ist das sehr positiv, dass man etwa ein Thema wie das Leben im Universum auch einmal an der Päpstlichen Akademie betrachtet, und dass man offen genug ist, sich darüber Gedanken zu machen. Denn ob man will oder nicht: Es ist ein aktuelles Thema der Wissenschaft, es gibt viele Forschungsgruppen, die daran arbeiten, es gibt viele Projekte, die in der Zukunft geplant werden, in allen Kontinenten, um diesem Thema nachzugehen. Und ich glaube, es gehört zur Aufgabe auch der Kirche, sich darüber Gedanken zu machen.“ (rv)
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Kuba: Medienfreiheit für die Kirche...?
Der Präsident des Päpstlichen Medienrates hält sich in diesen Tagen zu Gesprächen in Kuba auf. Auch nach einer zaghaften politischen Öffnung unter Fidel Castros Bruder Raul ist Medienfreiheit auf der kommunistischen Zuckerinsel noch lange nicht gegeben. Auch deshalb ist die Visite des Vatikan-Erzbischofs Claudio Maria Celli hoch willkommen: die Kirche erhofft sich mehr Zugang zu Kommunikationsmitteln. Erzbischof Dionisio García Ibáñez, Vorsitzender der kubanischen Bischofskonferenz, zum Status quo:

 „Für uns ist der Besuch wichtig, weil es hier kaum Information darüber gibt, was in der Welt geschieht. Als Kirche haben wir auch wenig Zugang zu Kommunikationsmitteln - im Sinn von Berichterstattung über uns. Sporadisch gibt es ein Fernsehprogramm, das sich mit kirchlichen Themen beschäftigt, und zwar dreimal im Jahr: Zu Ostern, zu Weihnachten und zum Fest unserer Landespatronin. In der offiziellen Presse kommen wir überhaupt nicht vor. Die Kirche selbst betreibt ein paar Zeitungen und Zeitschriften, aber ihre Auflage ist gering, weil wir weder selber eine Druckerei noch Zugang zur öffentlichen Druckerei haben.“

Erzbischof Celli wird auch an einem Seminar der Bischofskonferenz über die Kirche und die digitalen Medien sowie an der Vollversammlung des Episkopates teilnehmen. Darüber hinaus soll Celli mit nicht näher genannten kubanischen Autoritäten sprechen. Sein Besuch endet am Sonntag. (rv)
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WEITERE WICHTIGE THEMEN:

Kommentar von Pater Gemmingen zum Kreuz-Urteil
Wenn die Gründerväter Europas, Adenauer, de Gasperi und Schumann von dem Kreuzurteil hörten, würden sie zu Tode erschrecken – oder mit dem Austritt aus diesem Europa drohen. Was hier vor sich geht, ist entweder Kulturkampf oder Dummheit. Europa wurde nicht nur auf griechischer Kultur und römischem Recht sondern auch auf dem Geist des Evangeliums gegründet. Dafür stehen drei Hügel: Areopag, Kapitol und Golgotha. Sie sind der Boden unserer Verfassungen. Die Aufklärung hat eine Falschinterpretation des Christentums überwunden. Wenn man Indien den Hinduismus verbieten würde, würde man Indiens Kultur zerstören. Wenn man Europa das Christentum verbietet, wird Europa untergraben. Keine Religion ist nur Privatsache. Aber kein Kind leidet Schaden, wenn es in der Schule Jesus Christus sieht. Das Kind soll lernen, woher unser Denken, unsere Sozialeinrichtungen, unsere Rechtskultur herkommen. Das schadet keinem Kind, das hilft ihm vielmehr.
P. Eberhard v. Gemmingen SJ ist Leiter des deutschsprachigen Programms von Radio Vatikan.
Vatikansprecher Federico Lombardi zum Thema
Aus dem Archiv: Predigt von Papst Benedikt über das Kreuz


AUSBLICK:

Papst trifft Stars der internationalen Kunstszene
Große Namen der internationalen Kunstszene werden beim Treffen mit Papst Benedikt XVI. in der Sixtinischen Kapelle am 21. November dabei sein. Unter ihnen sind der US-Videokünstler Bill Viola, der britische Künstler Anish Kapoor, der britische Filmemacher Peter Greenaway, der US-amerikanische Theaterregisseur Bob Wilson und sein deutscher Kollege Peter Stein. Aus dem deutschen Sprachraum sind insgesamt vier Künstler vertreten; neben Stein sind das der Architekt Oswald Mathias Ungers, der Videokünstler Christoph Brech und der Dokumentarfilmer Philip Gröning. Der päpstliche Kulturrat, der das Treffen ausrichtet, hat die Künstler nicht nach ihrer Religionszugehörigkeit ausgesucht, betonte Erzbischof Gianfranco Ravasi, der Leiter des Dikasteriums.
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Die Filmothek des Vatikans feiert kommende Woche ihr 50-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass hat die Einrichtung eine einstündige Dokumentation über das Zweite Vatikanische Konzil zusammengestellt, die einen Zusammenschnitt aus 150 Stunden Filmmaterial aus den Beständen des Archivs bietet. Die vatikanische Filmothek ist Teil des Päpstlichen Medienrates und wurde am 16. November 1959 von Papst Johannes XXIII. gegründet. Inhaltlich sammelt und katalogisiert sie Filme zur Geschichte der Kirche, des Vatikans und auch Teile der Kinoproduktion, sofern sie spirituellen Gehalt aufweist. Die ältesten Filme stammen aus dem Jahr 1896. Die vatikanische Filmothek hat derzeit einen Bestand von 7.800 Titeln, so Claudia Di Giovanni, die Leiterin der Einrichtung. Papst Benedikt XVI. hatte vergangene Woche bei einer Audienz für den Medienrat die Filmothek als „reiches Kulturerbe“ gewürdigt, „das der ganzen Menschheit gehört“. (zenit)

Europa

Schweiz
Schweizer Muslime wehren sich dagegen, „Zielscheibe von Populisten“ zu sein. Deswegen haben die muslimischen Dachorganisationen der Schweiz zum ersten Mal vor den Medien zur Anti-Minarett-Initiative Stellung genommen. Dabei ging es der Koordination Islamischer Organisationen Schweiz (KIOS) und der Föderation Islamischer Dachorganisationen in der Schweiz (FIDS) darum, ihre „besonnene Zurückhaltung“ im Abstimmungskampf zu erklären, wie der Präsident der Koordination Islamischer Organisationen, Farhad Afshar, in Bern sagte. Die Kampagne habe versucht, die Muslime zu provozieren, hielt Afshar fest. Um zu vermeiden, dass die islamische Religion und Kultur als „Kanonenfutter für Populisten“ herhalten müssten, hätten sich die Muslime bisher ruhig verhalten, sagte Hisham Maizar, Präsident der Föderation Islamischer Dachorganisationen. Die Diskussion um die Vorurteile wollten die Schweizer Muslime vermeiden, denn in Wirklichkeit gehe es bei der Anti-Minarett-Initiative um viel mehr: Das Volksbegehren rüttle an der Religionsfreiheit, erklärte Afshar, der auch dem Schweizerischen Rat der Religionen angehört. (pm)

Italien
Die Katholische Weltunion der Presse (UCIP) hat in Rom den Österreicher Bernhard Sassmann zum neuen Präsidenten gewählt. In einer ersten Stellungnahme sagte der Kreativdirektor einer Wiener Werbeagentur, er wolle die Vereinigung „dynamischer und anziehender“ machen. Sassmann löst in der Funktion des UCIP-Präsidenten den brasilianischen Kommunikationswissenschaftler Ismar de Oliveira Soares ab. Der Kür Sassmanns waren zwei Wahlgänge in den beiden vorangegangenen Jahren vorausgegangen, die jedoch wegen Meinungsverschiedenheiten über die UCIP-Statuten scheiterten. Die Wahl der Südafrikanerin Else Marie Strivens im Juni 2007 in Sherbrooke (Kanada) und ihre Wiederwahl Mitte Dezember 2008 in Rom wurde vom Präsidenten des Päpstlichen Laien-Rates, Kardinal Stanislaw Rylko, nicht anerkannt. Seine Kritik an den Vorgängen bei der Wahl war auch im UCIP-Präsidium auf Verständnis gestoßen. Dass Rylko eine statutenkonforme Wahl des UCIP-Präsidenten erwarte, sei nachvollziehbar. (kap)

Großbritannien
Die Weltreligionen wollen durch konkrete Schritte dazu beitragen, dass die Folgen des Klimawandels so gering wie möglich ausfallen. Bei einem Treffen in London stellten Repräsentanten aller großen Weltreligionen jetzt das Projekt „Viele Himmel – eine Erde“ vor. Dabei sollen Ideen gesammelt und umgesetzt werden, die dem Umweltschutz zugute kommen. Genannt werden unter anderem Umwelt-Erziehungskurse oder ökologische Kirchbauten. Die Initiative möchte vor allem Öffentlichkeit für diese Anliegen im Hinblick auf den Klimagipfel in Kopenhagen im Dezember schaffen. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon betont, dass es „ohne die Zusammenarbeit und die Unterstützung der religiösen Führer“ schwierig sei, in Kopenhagen ein „politisches Klima zu schaffen, das stabile und verbindliche Vereinbarungen" ermögliche. (rv)

Afrika

Demokratische Republik Kongo
Über 20.000 angolanische Zwangsvertriebene in der Demokratischen Republik Kongo müssen weiterhin unter schwierigsten Bedingungen in Zelten oder ganz ohne Obdach leben. Das sagte der Sprecher der Diözese Mbanza-Congo jetzt in einem Interview mit dem Radiosender Ecclesia. Zwar hätten die tagelangen Regenfälle in der Grenzregion für den Augenblick nachgelassen, doch mangele es den Vertriebenen an ausreichendem Essen und medizinischer Versorgung. Vertreter der Bischöfe, Caritas und Flüchtlingsdienst der Jesuiten in Angola haben mittlerweile einen gemeinsamen Aufruf veröffentlicht, in dem sie eine friedliche Konfliktlösung anmahnen. Gewalt löse kein einziges Problem. Außerdem werden die Medien aufgerufen, in ihrer Berichterstattung ein „Klima des Friedens und der Versöhnung“ zu vermitteln. Die Regierung wird aufgerufen, eine friedliche Lösung für alle Beteiligten zu finden. (rv)

Asien

Philippinen
In Manila brauchen fünf Millionen Menschen dringend ein Dach über dem Kopf. Das sagt der Verantwortliche der philippinischen Kirche für soziale Fragen, Broderick Pabillo. Die Regierung habe zwar Unterstützung zugesagt, geschehen sei aber nichts. In der Vergangenheit ist es immer wieder zu staatlich unterstützten systematischen Zerstörungen von ganzen Slumvierteln gekommen. Zwar seien die Bewohner in die Region Belacan übersiedelt worden, doch fänden sie dort nur Brachland vor, sagt Pabillo. Fernando Caprio von der Erzdiözese Manila forderte unterdessen einen umfassenden Infrastrukturplan für die zu besiedelnde Region. Die Kirche hat in verschiedenen Schulen Essensausgaben installiert, um einem Teil der Menschen zumindest eine warme Mahlzeit am Tag bieten zu können. (rv)

Amerika

Vereinigte Staaten
In Neu-Mexiko haben unbekannte Täter eine Ordensfrau ermordet. Die 64-jährige Schwester vom Heiligen Kreuz Marguerite Bartz wurde am Allerheiligen-Sonntag tot in ihrem Kloster in einem Indianer-Reservat in der Region Navajo aufgefunden. Schwerpunkt der Arbeit der Ermordeten war die Verkündigung des Evangeliums unter den Indios und den afroamerikanischen Einwohnern der Vereinigten Staaten, hieß es in einer Mitteilung der Diözese Gallup. „Schwester Marguerite Bartz war als eine Frau bekannt, die sich immer leidenschaftlich für Gerechtigkeit und Frieden eingesetzt hat.“ Sechzehn Schwestern vom Heiligen Sakrament kümmern sich in der Diözese dort um die Seelsorge, die das Grenzgebiet von Neu-Mexiko und Arizona umfasst. (zenit)

Vereinigte Staaten/Türkei
Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. hat sich in Washington mit Barack Obama getroffen. Dabei habe der US-Präsident dem Patriarchen Unterstützung bei dem Versuch zugesagt, Ankara im Blick auf dessen Religionspolitik umzustimmen, hieß es im Anschluss. Im Mittelpunkt steht dabei die Wiedereröffnung der 1971 von Ankara zwangsgeschlossenen Theologischen Hochschule Chalki. Der Präsident habe darauf hingewiesen, dass eine funktionierende orthodoxe Hochschule auch für das Renommee der Türkei überaus wichtig wäre, wird Obama zitiert. (kap)

Brasilien
„Statt Fortschritt wird das Projekt Tod bringen“. Das schreibt Bischof Erwin Kräutler über einen geplanten Staudamm in einem Brief an Präsident Luiz Inacio Lula da Silva. Hintergrund ist der Streit um das geplante Projekt in der Amazonas-Region Xingu. Der Bischof beklagt, dass der vom Präsidenten angekündigte Dialog mit den Betroffenen nicht stattgefunden habe. Zum anderen bündelt er die zentralen Bedenken der Bevölkerung und kritisiert die Undurchsichtigkeiten im Planungsverfahren. Nachdem die brasilianische Regierung für Dezember die Auftragsvergabe für das Projekt mitgeteilt hat, haben jetzt auch die Vorsitzenden von 15 Indio-Gemeinden Massenproteste angekündigt. Erste Blockaden von wichtigen Straßen wurden bereits durchgeführt. Für den Bau des Staudamms sollen 500 Quadratkilometer Regenwald überflutet und über 19.000 Personen umgesiedelt werden. (misna)

Nicaragua
Mahnende Aufrufe an ihre Bevölkerung richten die Bischöfe von Nicaragua, seit gewaltsame Proteste Nicaraguas Hauptstadt Managua erschüttern. Anlass für die Unruhen ist die öffentliche Kritik des US-Botschafters am nicaraguanischen Staatschef. Der Oberste Gerichtshof hatte entschieden, Daniel Ortega gegen die Verfassung zwei Amtszeiten in Folge zu ermöglichen. Nach der Kritik des US-Diplomaten hatten Anhänger des Präsidenten die US-Botschaft in Managua angegriffen. „Ich ermahne alle Führer, nicht zu Gewalt aufzuhetzen“, erklärte der Erzbischof von Managua, Brenes Solòrzano. Anfragen oder Proteste sollten in ziviler Weise vorgetragen werden. Die Bischofskonferenz werde sich bei ihrer nächsten Sitzung mit der Frage von Ortegas Wiederwahl beschäftigen. Er glaube aber, dass auch das US-Außenministerium Mittel habe, um aktiv zu werden, etwa indem es dem US-Botschafter einen Verweis erteilt. (zenit)


Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören

 






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