Meldungen vom 8.11.2009
- Benedikt würdigt Paul VI. -
- Pastoralbesuch in Brescia -
- Mehr Abtreibungen in Spanien -
Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion:
P. Max I. Cappabianca OP
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.
THEMEN DES TAGES:
Benedikt XVI. besucht Brescia, die Heimat Pauls VI.
Papst Benedikt XVI. hat seinen Pastoralbesuch in Brescia, der Heimat seines Vorgängers Paul VI. (1963-78) begonnen. Kurz nach zehn Uhr am Sonntagmorgen traf Benedikt XVI. in der nahe dem Gardasee gelegenen Hauptstadt der gleichnamigen norditalienischen Provinz ein, in der der spätere Konzilspapst am 26. September 1897 als Giovanni Battista Montini geboren wurde.
In seiner Predigt bei der Freiluftmesse auf der Piazza Paolo VI. in Brescia - die wegen des schlechten Wetters mit einer Stunde Verspätung begann - würdigte Benedikt mit sehr persönlichen Worten den „heroischen Einsatz“ seines Vorgängers im Papstamt. Paul VI. habe die Kirche leidenschaftlich geliebt. Er sei - nach dem Vorbild der armen Witwe aus dem Sonntagsevangelium, die sich ganz hingegeben habe - für eine „arme und freie Kirche“ eingetreten; das sei schon in seiner ersten Enzyklika Ecclesiam Suam vom 6. August 1964 deutlich geworden, so Benedikt XVI.
„Kenntnis“, „Erneuerung“, „Dialog“: diese drei Wörter sind es, von Paul VI zu Beginn seines Pontifikats ausgewählt, um seine vorherrschenden „Gedanken“ so, wie er sie versteht, auszudrücken, und alle drei betreffen die Kirche. Vor allem der Anspruch aber, dass sie die Kenntnis über sich selbst vertieft: Ursprung, Natur, Sendung, endgültige Bestimmung; an zweiter Stelle das Bedürfnis der Erneuerung und ihrer Reinigung im Hinblick auf ihr Vorbild, dass Christus ist; schließlich das Problem ihrer Beziehung zur modernen Welt.“
Ausdrücklich verwies er auf die Enzyklika seines Vorgängers zum Zölibat der Priester und unterstrich dessen Gültigkeit. Die Seelenverwandtschaft der beiden Päpste wurde vielleicht in diesem Zitat Pauls VI. in der Predigt Benedikts deutlich, das man gut mit Blick auf die Polemiken verstehen kann, denen sich der gegenwärtige Papst immer wieder ausgesetzt sieht:
„Viele, so sagte er damals, erwarten vom Papst Aufsehen erregende Gesten, energische und entschiedene Eingriffe. Der Papst sieht es jedoch nicht als seine Pflicht an, eine andere Linie einzuschlagen als jenen der Vertrautheit mit Jesus Christus, dem seine Kirche mehr am Herzen liegt als irgendetwas anderes. Er wird es sein, der den Sturm stillen wird … Damit ist nicht ein unfruchtbares oder ein träges Erwarten gemeint: sondern ein wachendes Erwarten im Gebet. Das ist die Voraussetzung, die Jesus für uns gewählt hat, damit er es zur Erfüllung bringen kann. Auch der Papst braucht die Unterstützung durch das Gebet.“
Erste Station der eintägigen inneritalienischen Reise war der Besuch am Grab des im April vorigen Jahres heiliggesprochenen Ordensgründers und Arbeiterpriesters Arcangelo Tadini (1846-1912). Während der 45 Kilometer langen Autofahrt von Ghedi nach Brescia legte der Papst einen kurzen Stopp an der Gedenkstele für die Opfer des neofaschistischen Terroranschlags von 1974 ein. Damals waren acht Menschen getötet und zahlreiche verletzt worden. 6. September 1897 als Giovanni Battista Montini geboren wurde. Nach der Messfeier auf der trotz Regenwetters gefüllten Piazza Paolo VI. in Brescia stand am Nachmittag die Visite in Montinis Heimatgemeinde, dem zehn Kilometer entfernten Concesio, auf dem Programm. Dort besucht Benedikt XVI. das Geburtshaus und die Taufkirche seines Vorgängers und weiht das neue Gebäude des „Instituts Paul VI.“ ein. (kna/rv)
Zum Nachhören
Die Papstpredigt in Brescia
Hintergrundinformationen zu Brescia und zu Papst Paul VI.
Angelus: Maria und das Mysterium der Kirche
Maria ist zutiefst mit dem Mysterium der Kirche verbunden. Darauf hat Benedikt beim Angelusgebet im Anschluss an die Sonntagsmesse in Brescia hingewiesen. Er erinnerte an das II. Vatikanische Konzil, auf dem Paul VI. am 21. November 1964 über das Geheimnis der Gottesmutter gesprochen hatte.
„In dieser Sitzung wurde die Konstitution „Lumen gentium“ verkündet, welche – so die Worte von Paul VI – „als Gipfel und Krönung ein ganzes Kapitel hat, das der Madonna gewidmet ist“. Der Papst machte darauf aufmerksam, dass es sich dabei um eine weite Synthese der marianischen Lehre handelt, wie sie bisher noch nie von einem ökumenischen Konzil erarbeitet worden ist.“
Diese Lehre ziele darauf ab „das Antlitz der Kirche zu zeigen, mit welchem Maria auf innerste Weise verbunden ist“.
„In diesem Kontext erklärte er die Heilige Maria zur „Mutter der Kirche“, womit er mit lebendiger Sensibilität für die Ökumene hervorhob, das „die Verehrung Mariens grundlegend darauf hingeordnet ist, die Seelen zu Christus zu leiten um so zum Vater zu gelangen, in der Liebe des Heiligen Geistes.“ (rv)
Zum Nachhören
Libanon: Positives Signal?
Im Libanon bahnt sich endlich – fünf Monate nach der Wahl – eine Regierungsbildung an. Unter Führung von Saad Hariri soll eine Regierung der „nationalen Einheit“ gebildet werden, in der sowohl die pro-westliche Koalition vertreten ist, die als Siegerin der Wahl hervorging, als auch die pro-syrische Opposition unter Führung der radikalislamischen Hisbollah. Die Hisbollah – darunter auch der maronitische Christ und frühere General Michel Aoun – hatte am Samstag ihre grundsätzliche Bereitschaft zur Mitarbeit signalisiert. Wir haben mit dem libanesischen Jornalisten Camille Eid gesprochen. Dieser sieht die Einigung trotzdem mit Skepsis:
„Ja sie ist ein wichtiger Schritt; aber wenn nach jeder Wahl im Libanon man Monate braucht, um eine neue Regierung zu bilden, dann stimmt irgend etwas nicht. Es ist an uns herauszufinden, ob es an dem politischen System liegt, das uns vor 20 Jahren übergestülpt wurde oder an der gegenwärtigen politischen Klasse.“
Nun beginnt der Postenschacher, die Hisbollah reklamiert u.a. das Telekommunikations-Ministerium für sich. Doch die Gründe für die zähen Verhandlungen liegen tiefer, meint der Nahostfachmann.
„Es wird noch viel Streit geben, vor allem was die Entwaffnung der Hisbollah angeht. Die Mehrheit will, dass die Waffen niedergelegt werden, die Hisbollah will das natürlich nicht. Das alles zeigt, dass der Libanon immer unregierbarer wird. Die Gründe liegen nicht nur hier, sondern vieles wird von außen gesteuert – das kann Teheran, Damaskus, Riad oder Paris sein… Wenn jemand dort klare Vorgaben macht, dann lösen sich die Knoten und Wege eröffnen sich.“ (rv)
Zwanzig Jahre Mauerfall:
Interview mit Joachim Jauer: Der Mauerfall und die Verdienste „christlicher Aktivisten“
„Urbi et Gorbi“. So überschreibt der Journalist Joachim Jauer seinen persönlichen Rückblick auf die umstürzenden Ereignisse 1989. 20 Jahre nach dem Mauerfall und dem Zusammenbruch des Eisernen Vorhangs betont der langjährige ZDF-Korrespondent für Ost-Berlin und Osteuropa, sein Nachdenken sei „keine verklärende Rückschau, sondern noch immer Staunen über diesen einmaligen Gang der Geschichte“. Christen waren für ihn „Wegbereiter der Wende“, das zeitgleiche Auftreten von Michail Gorbatschow und Karol Wojtyla auf der Weltbühne mutet für Joachim Jauer „wie ein Wunder an“. Birgit Pottler hat zum Mauerfall-Jubiläum mit dem Journalisten und Autor gesprochen.
Die Mauer fiel im November 1989, der Vorhang begann einige Monate zuvor zu reißen, doch der Umsturz begann ein Jahrzehnt zuvor. Journalist Jauer erinnert nicht nur an den Besuch Johannes Pauls II. in Polen und die Solidarnosc-Bewegung sondern auch an den – wie er sagt – „prophetischen Appell“ bei der Amtseinführung 1978; einen „bis heute frappierenden Satz“:
„Habt keine Angst, öffnet die Grenzen der Staaten und Gesellschaftsordnungen für Christus und seine rettende Macht und damit für die Freiheit. Dieser Satz, den wir damals möglicherweise zur Kenntnis genommen haben, aber wahrscheinlich für einen sehr wunderbaren aber illusionären bis utopischen Satz gehalten haben, dieser Satz hat sich zehn, elf Jahre später verwirklicht.“
Jauer spricht von einem Wunder: Der polnische Papst habe Menschen zum Abschied vom Kommunismus angestiftet, der sowjetische Generalsekretär habe das geduldet. Der eine habe die Wende angestoßen, der andere sie zugelassen. Getroffen haben sich die beiden erstmals am 1. Dezember 1989. Jauer sagt nach vielen Gesprächen mit Experten und Vertrauten:
„Gorbatschow hatte darauf bestanden, dass dieses Treffen unter vier Augen stattfand. Der Papst hat dafür eigens als alter Herr seine Russisch-Kenntnisse wieder aufpoliert, damit er mit ihm wirklich reden konnte. Beide mögen sich getroffen haben in dem Austausch ihrer Erfahrungen in der Zeit des Kommunismus: Johannes Paul II., der unter den Nazis als junger Mann hatte Zwangsarbeit leisten müssen und später als Priester und Bischof von Krakau sich mit den Kommunisten herumschlagen musste, auf der einen Seite und Gorbatschow auf der anderen Seite, der darauf hinweisen konnte oder es vielleicht getan hat – wir wissen ja nicht, was sie miteinander gesprochen haben – dass Schwiegervater und Großvater durchaus die Repressalien des Stalinismus hatten erdulden müssen.“
Hier der Beitrag von Birgit Pottler in voller Länge zum Nachlesen und -hören
DIE NACHRICHTEN:
Vatikan
Der Vatikan hat ein runderneuertes Postbüro. Am Samstag weihte der Präsident des Governatorats, Kardinal Giovanni Lajolo, die relounchten Räumlichkeiten im Innern des Vatikanstaats ein, berichtet der Osservatore Romano in seiner Sonntagsausgabe. Nicht nur das Design ist neu, auch die Technik sei auf den neuesten Stand gebracht worden, sagte der Kardinal bei der kleinen Feierstunde. Nunmehr sei alles auf Computer umgestellt, ab kommenden Jahr gibt es auch einen Überweisungsservice. Vatikanangestellte können dann bei der Vatikan-Post ihre italienischen Strafzettel bezahlen. (or)
Vatikan/Italien
Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone hat die Ordensleute aufgefordert, nicht den Versuchungen des Konsumismus nachzugeben. Bei einer Predigt aus Anlass des Treffens des italienischen Ordensoberenverbandes sagte Bertone in Turin, das Sein müsse über dem Haben stehen. Das sei der fruchtbarere Weg zur Selbstverwirklichung und Kreativität, so der dem Salesianerorden angehörende Kardinal. Ordensleute hätten die Aufgabe, angesichts des Materialismus nicht passiv zu bleiben, sondern Verzicht zu üben. Sonst würden die Werte des Reich Gottes erstickt und das Apostolat drohe unfruchtbar zu werden, so Bertone weiter. (or)
Europa
Deutschland
Kritik am Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs (EGMR) zu Kruzifixen in italienischen Klassenzimmern hat der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch geübt. In einer Predigt zum Patrozinium im Priesterseminar Collegium Borromaeum sagte der Erzbischof am Sonntag in Freiburg: „Unsere Kultur in Europa, die auf Werten der Solidarität, der Gerechtigkeit und des Einsatzes für Schwache und Arme gründet, hat sich durch den Blick auf das Kreuz gebildet.“ Es sei „beinahe schizophren“, dass oftmals dieselben, die einen Verlust an Werten in der Gesellschaft beklagen, auch diejenigen sind, die durch solche Entscheide Werte, die gelebt werden, die sich im Kreuz manifestieren, zurückdrängen. Es sei ein krasses Missverständnis, wenn Religionsfreiheit in diesem Zusammenhang als „Freiheit von Religion“ verstanden werde. Vielmehr wolle Religionsfreiheit die Freiheit zur Ausübung – nicht nur christlichen – Religion ermöglichen. Bei allem notwendigen Respekt vor den anderen Religionen und Einstellungen dürfe man die eigenen christlichen Wurzeln nicht verleugnen! Zollitisch wörtlich: „Wir sägen sonst den Ast ab, auf dem wir sitzen! Denn wir verlieren dadurch nicht nur unser kulturelles Erbe, sondern auch unseren inneren Kompass, den wir für unser Handeln brauchen.“ (pm)
Deutsche und polnische Bischöfe haben am Sonntag in Berlin an den Fall der Mauer vor 20 Jahren erinnert. In der Sankt-Hedwigs-Kathedrale würdigte der Berliner Kardinal Georg Sterzinsky den Beitrag von Papst Johannes Paul II. Dessen Appell bei seinem Amtsantritt 1978, die Tore weit zu öffnen für Christus, habe ungeahnte Wirkung entfaltet. Erzbischof Andrzej Dziega von Stettin-Kammin (Szczecin-Kamien) sagte, Johannes Paul II. habe einen Funken der Hoffnung entzündet. Dies habe mit zum Abbau der Mauern und Grenzen geführt. An dem Gottesdienst beteiligten sich auch der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Périsset, und der polnische Altbischof Adam Dyczkowski von Grünberg-Landsberg/Warthe (Zielona Gora-Gorzow Wielkopolski). Sterzinsky betonte, Johannes Paul II. habe wie der sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow dazu beigetragen, den unbändigen Drang nach Freiheit in der DDR zu stärken. Dass dies zum Fall der Mauer geführt habe, sei nicht „Wahnsinn“ gewesen, wie es oft ausgedrückt werde. Aus christlicher Sicht sei es ein Wunder, zu dem sich viele menschliche Bestrebungen verknüpft hätten, so der Berliner Erzbischof. Dziega sagte, der Fall der Mauer gehöre zu den Ereignissen, „die immer lebendig bleiben“. Dies habe eine Einheit zwischen Deutschen und Polen ermöglicht, die auch das große Leid des Zweiten Weltkriegs nicht mehr beseitigen könne. (kna)
Alois Glück (69), CSU-Politiker und designierter Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), legt seine Ämter beim Schwangerenberatungsverein "Donum Vitae" nieder. Das teilte der bayerische Landesverband des Vereins am Samstag in München mit. Glück werde seine leitende Mitarbeit in Stiftung und Förderkreis von „Donum Vitae“ ruhen lassen, bleibe aber Mitglied des Vereins, erklärte Vorstandsmitglied Walter Bayerlein. Bayerlein, selbst langjähriger ZdK-Vizepräsident, erklärte, die Entscheidung sei richtig. Als Präsident des Katholikenkomitees werde Glück eine herausgehobene repräsentative Funktion erhalten. In dieser müsse er auch gegenüber den "Donum Vitae"-Kritikern im ZdK neutral bleiben. Bayerlein äußerte sich am Rande der Feiern zum zehnjährigen Bestehen von „Donum Vitae“ in Bayern. Glück wird voraussichtlich am 20. November in Bonn zum Nachfolger von ZdK-Präsident Hans Joachim Meyer gewählt. Er ist der einzige Kandidat und hat bereits vorab die erforderliche Zustimmung von zwei Dritteln der deutschen Bischöfe erhalten. Die Wahl eines anderen Kandidaten war im April am Veto der Bischöfe gescheitert. "Donum Vitae" wurde 1999 von katholischen Laien gegründet, nachdem die Kirche auf päpstliche Weisung hin aus dem staatlichen System der Schwangerenkonfliktberatung ausgestiegen war. Die deutschen Bischöfe haben wiederholt festgestellt, dass es sich bei „Donum Vitae“ um eine „Vereinigung außerhalb der katholischen Kirche“ handelt und institutionelle Kooperationen mit kirchlichen Stellen nicht möglich sind. Alle Mitglieder gewählter kirchlicher Gremien wurden ersucht, auf eine leitende Mitarbeit bei "Donum Vitae" zu verzichten. (kna)
Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken hat am Sonntag in Görlitz seine bundesweite Diaspora-Aktion eröffnet. Mit zahlreichen Veranstaltungen will das Hilfswerk auf Probleme in der Diaspora aufmerksam machen, also in Gebieten, in denen Katholiken als kleine Minderheit leben. Das Motto der Aktion des in Paderborn ansässigen Hilfswerks lautet in diesem Jahr: „Der Einzelne zählt - egal wo“. Beim Eröffnungsgottesdienst in der Sankt-Jakobus-Kirche, der vom ZDF live übertragen wurde, würdigte der Görlitzer Bischof Konrad Zdarsa das Bonifatiuswerk. Seit 160 Jahren unterstütze es katholische Christen in der Diaspora, die versuchten, ihren Glauben zu leben und weiterzugeben. Er betonte, „der stimmige, glaubwürdige Mensch ist der beste Zeuge für das Evangelium“. Zum Abschluss wird am kommenden Wochenende in allen katholischen Gottesdiensten für die Arbeit des Bonifatiuswerks in Nord- und Ostdeutschland, Skandinavien und Osteuropa gesammelt. Bei der Kollekte im vergangenen Jahr kamen rund drei Millionen Euro zusammen. (kna)
Matthias Ring ist neuer Bischof der Altkatholiken. Eine außerordentliche Bistumssynode in der Schlosskirche zu Mannheim wählte den Regensburger Pfarrer zum Nachfolger von Joachim Vobbe (62), der für das Frühjahr seinen Rücktritt aus Gesundheitsgründen angekündigt hat. Ring erhielt 73 der 118 abgegebenen Stimmen und erreichte damit im 3. Wahlgang die notwendige 3/5 Mehrheit. Die Weihe des neuen Bischof soll am 20. März 2010 stattfinden. - Die alt-katholischen Kirchen sind Ende des 19. Jahrhunderts durch Abspaltungen von der römisch-katholischen Kirche entstanden - vor allem aus Protest gegen die vom Ersten Vatikanischen Konzil beschlossenen Entscheidungen über die päpstliche Unfehlbarkeit und den Jurisdiktionsprimat, also die Leitungsgewalt des Papstes. Die alt-katholischen Kirchen haben die Zölibatspflicht abgeschafft und 1994 im deutschsprachigen Raum kirchenleitende Ämter auch für Frauen geöffnet. In der alt-katholischen Kirche in Deutschland gibt es nach eigenen Angaben rund 20.000 Mitglieder sowie 50 Pfarrer und Pfarrerinnen. Die Mitgliederzahl in Europa beläuft sich auf schätzungsweise 100.000. (diverse)
Großbritannien
Erste Anglikaner wollen konvertieren. Noch vor der Publikation der neuen Apostolischen Konstitution „Anglicanorum coetibus“ – die angeblich am Montag erfolgen soll - haben einzelne anglikanische Gruppen erklärt, dass sie sich der katholischen Kirche auf der Grundlage jener Bedingungen anschließen wollen, die der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Kardinal William Levada, am 20. Oktober der Öffentlichkeit vorgestellt hatte. Als eine der ersten Gruppierungen meldete sich der britische Zweig der „Traditional Anglican Communion" (TAC), die allerdings nicht der offiziellen weltweiten "Anglican Communion" angehört.
Der britische Zweig der TAC zählt nur wenig mehr als 20 Pfarrgemeinden. Weltweit wird die Gläubigenzahl der TAC auf 500.000 geschätzt. Die TAC war eine jener Gemeinschaften, von denen das Ersuchen um „korporative" Vereinigung an den Heiligen Stuhl herangetragen wurde (andere Ansuchen kamen von episkopalianischen - anglikanischen - Diözesen aus den USA). Die Synode des britischen Zweigs der TAC hat bereits Bischof Robert Mercer als Ordinarius für ein anglikanisch-katholisches "Personalordinariat" in Großbritannien vorgeschlagen. Aber auch "echte" Anglikaner haben bereits zu erkennen gegeben, dass sie katholisch werden wollen. So sagte der anglikanische Priester und Kinderbuchautor Graham P. Taylor im „Observer", dass er zur katholischen Kirche übertreten wolle. Wie viele andere Anglikaner habe er das Gefühl, das "sinkende Schiff" verlassen zu müssen, wurde der bekannte Autor in der Sonntagszeitung zitiert. Die Kirche, die er einst geliebt habe, sei zum "spirituellen Arm der Labour Party" geworden. Basis und Kirchenführung hätten sich auseinandergelebt, hatte Taylor zuvor in einem Gastbeitrag für die nordenglische Regionalzeitung "Yorkshire Post" erklärt. Darin kritisierte er den anglikanischen Primas, Erzbischof Rowan Williams von Canterbury. Bei seinem Versuch, die Kirche zusammenzuhalten, habe Williams die Probleme überspielt, statt eine Trennung von Staat und Kirche in England und eine klare Spaltung innerhalb der anglikanischen Weltgemeinschaft zuzulassen. Er selbst bekenne sich zur katholischen Kirche, weil diese "eine klare Identität und eine Richtung" habe, so Taylor. (kap)
Spanien
In Spanien werden immer mehr Abtreibungen vorgenommen. Darauf weist die Vatikanzeitung „L’Osservatore Romano“ am Sonntag unter Berufung auf das „Institut für Familienpolitik“ hin. 2008 seien 115.812 ungeborene Menschen getötet worden, 3.675 mehr als im Vorjahr. Damit habe Spanien Deutschland überholt, das allerdings doppelt so viele Einwohner zählt. Besonders bei benachteiligten Frauen passierten Abtreibungen: 43,7 seien Immigrantinnen, und 8,83 Prozent Jugendliche. Das Institut forderte eine Änderung der Politik; den Frauen müsse mehr geholfen werden.(or)
Asien
Indien
Fundamentalistische Hindukreise werfen den Christen Proselytismus vor. Der Präsident der Bharatiya Janata Party, Shri Rajnath Singh, sagte nach Angaben der Vatikanzeitung „L’Osservatore Romano“, die massenhaften Zwangskonversionen von Hindus zum christlichen Glauben im Norden des Landes seien aus dem Ausland gesteuert und gefährdeten die innere Sicherheit Indiens. Der Sprecher der indischen Bischofskonferenz entgegnete, Singh gefährde die kulturelle und religiöse Vielfalt des Subkontinents. Er erwarte sich von einem Politiker seriösere Wortmeldungen mit mehr Verantwortungsbewusstsein. (or)
Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören