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Meldungen vom 9.11.2009

- Vatikan veröffentlicht Dokument zu Anglikanern -
- „Auch für Übertretende bleibt Zölibat die Regel“ -
- 20 Jahre Mauerfall: Auch die Kirchen feiern -


Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: P. Bernd Hagenkord SJ
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

VATIKAN UND ANGLIKANER:

Vatikan veröffentlicht Dokument zu Anglikanern
Am 4. November hat Papst Benedikt XVI. die angekündigte Apostolische Konstitution unterschrieben, die es Anglikanern unter Beibehaltung ihrer Tradition ermöglicht, katholisch zu werden. An diesem Montag wurde diese Konstitution mit dem Titel „Anglicanorum Coetibus“ der Öffentlichkeit vorgestellt.

Gemeinsam mit der Apostolischen Konstitution hat Papst Benedikt die ergänzenden Normen in Kraft gesetzt, die die Umsetzung des Dokuments festlegen. Damit ergibt sich ein rechtlicher Rahmen für die Entstehung der geplanten Personalordinariate für ehemalige Anglikaner. Die Regeln legen fest, dass die (noch zu gründenden) Ordinariate zwar direkt der Glaubenskongregation unterstehen. Doch in ihren Aktivitäten und Zulassungen zu den Weihen sollten und müssen sie eng mit den Ortsbistümern zusammenarbeiten. Die ehemaligen Anglikaner sind auch in ihrer pastoralen Arbeit den katholischen Ortsbischöfen unterstellt. Ebenso können katholische Geistliche oder Ordenschristen in den Ordinariaten pastoral arbeiten, aber ebenfalls unter der Leitung des Ortsbischofs. Mit allen diesen Regelungen wird gewährleistet, dass keine Sonderbistümer neben den katholischen Bistümern entstehen.

„Keine parallelen Bistümer“
Ähnliche Absichten haben die Regelungen über die Kleriker, die in den Ordinariaten geweiht werden. Die Normen schließen aus, dass in der katholischen Kirche geweihte Priester das Priesteramt in den neuen Ordinariaten ausüben. Diese Regelung betrifft unter anderem den Primas der so genannten „Traditional Anglican Communion“, Erzbischof John Hepworth. Er war 1968 in der katholischen Kirche zum Priester geweiht worden, bevor er 1976 in die anglikanische Kirche aufgenommen wurde. Hepworth hatte die Ankündigung der Konstitution begrüßt und seinen Willen bekundet, katholisch zu werden. Doch er wird in den zu gründenden Ordinariaten nicht Priester werden können.

Ebenso wird katholisch getauften Christen, wenn sie nicht in eine anglikanische Familie eingeheiratet haben, die Mitgliedschaft in den Ordinariaten verwehrt. Auch hier soll so vermieden werden, dass eine Parallelkirche zur katholischen Kirche entsteht.

Die anglikanischen Traditionen sollen erhalten bleiben. Auch wenn die Priesterkandidaten im Ordinariat gemeinsam mit den katholischen Seminaristen ausgebildet werden, so sollen sie eine eigene Zusatzausbildung bekommen. Ziel der Initiative des Papstes ist es, den geistlichen, liturgischen und pastoralen Reichtum der anglikanischen Tradition zu erhalten und gleichzeitig eine sichtbare Einheit mit der katholischen Kirche zu schaffen. So werden weiterhin Eucharistie, Stundengebet und andere liturgische Feiern nach anglikanischen Ritus möglich sein.

Zölibatsregel bleibt bestehen
Komplizierter werden die Regelungen, wenn es um verheiratete anglikanische Bischöfe und Priester geht. Alle anglikanischen Priester müssen sich weihen lassen, wenn sie das Amt auch in den Ordinariaten ausüben wollen. Verheiratete Priester dürfen grundsätzlich Mitglied der Ordinariate werden. Auch verheiratete anglikanische Bischöfe dürfen katholisch werden; aber wollen sie innerhalb des anglikanischen Ordinariats ein Leitungsamt ausüben, so ist ihnen das nur als Priester und nicht als Bischof gestattet. Ihre Weihe wird nicht anerkannt. Trotzdem dürfen ehemalige Bischöfe vom Papst die Erlaubnis erbitten, weiterhin die Zeichen der Bischofswürde tragen zu dürfen, also Kreuz, Mitra, Ring und Krummstab. Grundsätzlich solle es möglich sein, im Einzelfall auch als verheirateter Mann in den Ordinariaten Priester werden zu können, auch wenn die Zölibatsbestimmungen in Zukunft auch für die ehemaligen Anglikaner die Regel sein sollen. (rv)
Hier finden Sie den Volltext des Dokuments in einer Übersetzung von Kath.net

Kardinal Kasper: „Kein Hindernis für die Ökumene“
Der Ökumene-Verantwortliche des Vatikans hat die Veröffentlichung des Vatikan-Dokuments zu Anglikanern nicht in Rom erlebt: Kardinal Walter Kasper ist zur Zeit in Minsk. Doch der deutsche Kurienkardinal hat kurz vor seinem Abflug mit dem Papst u.a. über die „Apostolische Konstitution“ gesprochen – und am Wochenende uns gegenüber klargestellt, dass das Zugehen Roms auf traditionelle Anglikaner kein Stolperstein für die Ökumene ist.

„Es ist kein Hindernis für die Ökumene, denn wir haben von Anfang an gesagt: Wenn Einzelne aus Gewissensgründen übertreten wollen zur katholischen Kirche, dann ist das kein Schritt gegen die Ökumene – und wenn das jetzt eine ganze Gruppe tun will, dann hat man das einfach als Religions- und Gewissensfreiheit zu akzeptieren. Es gibt ja auch in den Vereinigten Staaten viele, die anglikanisch geworden sind – das hatten wir auch akzeptiert! Das freut keine Kirche, aber man muss das anerkennen.

Der Papst reagiert mit dieser Entscheidung auf Anfragen und Bitten von anglikanischer Seite; es ist keine Initiative von vatikanischer Seite. Aber die Tatsache, dass bestimmte Bischöfe, Priester und auch Laien offensichtlich katholisch werden wollen, verdankt sich dem ökumenischen Gespräch – das ist bereits eine gewisse Frucht. Denn durch die ökumenischen Gespräche haben die Anglikaner gemerkt: Das gibt uns ja Brücken, das ist viel näher beieinander!

Und zum Zweiten: Die ökumenischen Gespräche mit der anglikanischen Kirche gehen weiter. Wir werden erst in zwei Wochen wieder Begegnungen haben mit ihnen und wollen da beschließen, eine neue Runde der ökumenischen Gespräche aufzunehmen. Im übrigen wird am 19. November auch der Erzbischof von Canterbury, also das Haupt der anglikanischen Gemeinschaft, in Rom sein, wird eine Audienz beim Papst haben... Auch das zeigt: Es ist da kein so grundsätzlicher Wandel und vor allem kein Bruch der Ökumene im Blick. Im Gegenteil: Das ist jetzt eine Entwicklung - die wir nicht gewollt haben – aufgrund der inneren Schwierigkeiten und Spannungen in der anglikanischen Kirche, die man akzeptieren muss. Der Papst hat die Tür geöffnet für diejenigen, die wollen – mehr nicht!“ (rv)
Hier hören und lesen Sie mehr von unserem Interview mit Kardinal Kasper

Vatikan und Anglikaner – ein Kenner erklärt
Der Rektor der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, Jesuitenpater Gianfranco Ghirlanda, war einer der Autoren des Dokuments, das der Vatikan an diesem Montag veröffentlicht hat. Im Gespräch mit uns erläuterte er einige springende Punkte der Apostolischen Konstitution zum Umgang mit Anglikanern, die katholisch werden wollen. (rv)
Lesen Sie hier weiter

Vatikan und Anglikaner – die ersten Reaktionen
Die Antwort des Vatikan auf das Nachsuchen einiger Individuen und Gruppen lenkt die anglikanische Kirche selbst nicht von ihrem Leben in ihren Diözesen und Pfarreien ab. Dies sagte der Vorsitzende des anglikanischen Rates für die Einheit der Christen und Bischof von Guildford, Christopher Hill. Die anglikanische Kirche nehme die Veröffentlichung der Konstitution zur Kenntnis, so der Bischof weiter. Jetzt sei es an denjenigen, die diese Entscheidung haben wollten und nun die volle Einheit mit der römisch katholischen Kirche wünschten, das Dokument zu studieren und ihre Optionen zu wägen.
Der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz von England und Wales, Erzbischof Vincent Nichols, begrüßt in einer ersten Reaktion die Veröffentlichung der Konstitution und der ergänzenden Normen. Jetzt könne man ins Detail gehen, so Nichols. Es sei aber auch wichtig, sich daran zu erinnern, dass es hierbei nicht nur um England und Wales gehe, so der Bischof weiter. Es gehe um Anglikaner und ehemalige Anglikaner auf der ganzen Welt. Jetzt brauche es viel Nachdenken auf allen Seiten.
Kardinal Christoph Schönborn von Wien spricht von einem „Versuch, in angemessener Weise der Sehnsucht nach Einheit zu entsprechen, ohne neue Trennungen zu schaffen“. Es gehe im Fall der Anglikaner, die katholisch werden wollen, weder um 'Proselytismus' noch um eine Abkehr vom ökumenischen Dialog. Papst Benedikt XVI. habe „einen großherzigen Schritt gesetzt“. Der Vatikan hatte am Montag die Regelungen veröffentlicht, die den Übertritt von Anglikanern zur katholischen Kirche betreffen. (rv/pm)


20 JAHRE MAUERFALL:

Ökumenische Feier in Berlin
Mit einem ökumenischen Gottesdienst haben an diesem Montag Vertreter von Kirche und Politik des Mauerfalls am 9. November 1989 gedacht. An dem Gottesdienst nahmen unter anderem Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teil. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, warnte in seiner Predigt vor neuen, geistigen Mauern und erinnerte an die Verantwortung Deutschlands in Europa. Birgit Pottler berichtet:
In der Gethsemanekirche in Berlin-Prenzlauer Berg erklang „In dir ist Freude“ von Johann Sebastian Bach: Freude über den Fall der Mauer und die Erfahrung der friedlichen Revolution. Die Gethsemanekirche war Schauplatz, war Ort des Widerstands in Berlin. Tausende Oppositionelle kamen ab Anfang Oktober 1989 zu Gebeten und zu Solidaritätsaktionen für inhaftierte Demonstranten. Die evangelische Kirche am Prenzlauer Berg sei nicht nur Zeugin für Jubelszenen, betonte der Berliner Landesbischof Wolfgang Huber und erinnerte an Unterdrückung und Repressalien in der DDR:

„Hier gab es auch – wie im Garten Gethsemane – Stunden der Verzweiflung. Hart trafen Zivilcourage und Freiheitsgeist auf die rohe Reaktion der DDR-Staatsgewalt. Mehr als fünfhundert Menschen wurden hier verhaftet und zum Teil mehrere Wochen festgehalten... Heute wollen wir die Freiheit bewahren, die damals erkämpft wurde.“

Diese Freiheit verpflichtet. Sie dürfe nicht zur „bloßen Floskel“ verkommen und müsse sich in Politik und Gesellschaft von heute realisieren.
„Gerade im Osten Deutschlands finden wir uns deshalb mit einer verbreiteten Arbeitslosigkeit nicht ab. Denn sie ist nicht die Freiheit, zu der die Menschen aufbrechen wollten. Wachsam achten wir darauf, unter welchen Mänteln sich rechtsextremes Gedankengut tarnt. Wachsam sind wir auch, wenn dem Unrecht des SED-Staats der Mantel der Verharmlosung umgehängt wird.“

Erzbischof Robert Zollitsch rief in seiner Predigt zur Solidarität mit Menschen und Völkern auf, „die in Unfreiheit leben müssen“. Er vor „potentiellen Mauerbauern“, die es auch heute noch gebe.

„Sie sollten nicht das Sagen haben, weder in der Gesellschaft noch in den Kirchen. Und zudem gilt: Der Wille zur Verständigung und zur Vertiefung der Einheit ist keine Einbahnstrasse. Wir sind gemeinsam in Ost und West aufgerufen, in Geduld und Ausdauer weiter Brücken zueinander zu bauen.” (rv/pm)
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20 Jahre danach: Kirche gut zusammengewachsen
Den Einigungsprozess der Kirche in Ost- und Westdeutschland haben die katholischen deutschen Bischöfe insgesamt positiv bewertet. Die Kirche habe sich mit dem Zusammenwachsen nach dem Fall der Mauer leichter getan als Wirtschaft und Politik, erklärten im Rahmen verschiedener Gedenkfeiern übereinstimmend der Mainzer Kardinal Karl Lehmann und der Erfurter Bischof Joachim Wanke.

Die Deutsche Bischofskonferenz hatte nach 1990 die Diözesanstrukturen teilweise neu geordnet. Es sei richtig gewesen, die zahlenmäßig kleinen Bistümer Erfurt, Magdeburg, Dresden und Görlitz zu eigenständigen Diözesen zu erheben, so die Bischöfe im Rückblick. Sie hätten in den 40 Jahren DDR eine eigene Identität und eigene Strukturen entwickelt. Die Herausforderung sei jetzt die Verkündigung in einer pluralen, freiheitlichen Gesellschaft. (rv)
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Bischöfe: „Gott hat das Wunder gewirkt mit uns Menschen“
„Die Mauer wird auch in 50 oder 100 Jahren noch bestehen, wenn die dazu vorhandenen Gründe nicht beseitigt sind…“ (Erich Honecker am 19. Januar 1989). „Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen, Reiseanlässe und Verwandtschaftsverhältnisse, beantragt werden. Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt…. Das tritt nach meiner Kenntnis… ist das sofort, unverzüglich.“ (Günter Schabowski am 9. November 1989). Sätze, die sich in die deutsch-deutsche Erinnerung eingegraben haben.

„Wir haben vielen zu danken. Gott hat das Wunder gewirkt mit uns Menschen.“, sagt Bischof Joachim Wanke im Jahr 2009. Kirchenvertreter, nicht nur der katholische Oberhirte aus Erfurt, sprechen auch 20 Jahre nach dem Mauerfall noch von einem „Wunder Gottes“, ohne die Ereignisse zu verklären. Wie haben die Bischöfe in der damaligen DDR die Zeit vom Herbst 1989 bis zur Wiedervereinigung erlebt? Ein Rückblick von Birgit Pottler.
Hören und lesen Sie hier unser Dossier

Johannes Paul II.: „Haltet dieses Tor geöffnet“
„Das Brandenburger Tor ist zum Tor der Freiheit geworden“, sagte Papst Johannes Paul II. bei seinem letzten Deutschlandbesuch 1996. 20 Jahre Mauerfall, 19 Jahre Deutsche Einheit, 60 Jahre Bundesrepublik. Rückblicke, Ausblicke, Meinungen im Jubiläumsjahr – zusammengestellt von Birgit Pottler.
Ein Dossier mit historischen und aktuellen Tönen


WEITERE THEMEN DES TAGES:

Österreich: Bischöfe reißen keine Kirchen ab
Die Bischofskonferenz trifft sich ab diesem Montag im Stift Michaelbeuern zu ihrer Herbstvollversammlung. Es wird um aktuelle Fragen von Kirche und Gesellschaft gehen, wie zum Beispiel um die Hochschulen. Seit Mitte Oktober demonstrieren Österreichs Studenten gegen schlechte Studienbedingungen, gegen Studiengebühren und die Bachelor-Abschlüsse. Aber es wird auch einige klare Stellungnahmen zur Zukunft der Kirche in Österreich geben. So betont der Pressesprecher der Bischofskonferenz, Erich Leitenberger, besonders, dass in Österreich keine Kirchen verkauft oder abgerissen werden.

„Es gibt sehr klare Positionen etwa von Kardinal Schönborn, der immer wieder betont, dass in der Erzdiözese Wien keine Pfarren aufgelöst werden und selbstverständlich keine Gotteshäuser verkauft werden. Ich denke, dass in allen anderen österreichischen Diözesen eine ähnliche Haltung herrscht. Und das unterscheidet die katholische Kirche in Österreich sehr deutlich von den Situationen in Deutschland, in Frankreich, in Großbritannien und in den USA, wo es eben leider diesen Trend gibt, dass man Pfarren auflöst und Gotteshäuser anderen Zwecken widmet oder sie abreißt.“

Im Mittelpunkt wird auch der Themenkreis Familie und Lebensschutz stehen:

„Da gibt es einige Dinge, die aus dem gesellschaftlichen Bereich auf die Kirche zukommen. Ich nenne als Beispiele die ‚Pille danach’, die eingetragene Lebenspartnerschaft. Es gibt aber auch Fragen und Probleme, die aus der kirchlichen Alltagspraxis heraus wachsen. Es geht um eine Intensivierung der Ehevorbereitung und um die erneute Durchführung einer Woche für das Leben.“

Ein weiteres Thema der Beratungen ist das laufende Priesterjahr. Auch zwei für 2010 geplante kirchliche Großereignisse in Mariazell stehen auf dem Programm der Herbstvollversammlung: die große Jugendwallfahrt und der Kongress der Pfarrgemeinderäte. Der Studientag der Bischöfe ist ein weiteres Mal dem Thema „Kooperative Seelsorge“ gewidmet. Am 10. November wird der neue Nuntius Peter Stephan Zurbriggen erstmals bei einer Vollversammlung der Bischofskonferenz anwesend sein. (pm)
Zum Nachhören

Christenverfolgung im Iran: Das neue Apostasiegesetz
Die Lage der Christen und anderer Minderheiten im Gottesstaat Iran ist dramatisch. Vor allem ein neues Gesetz gegen Apostasie bedroht sie. Markus Rode ist Leiter des überkonfessionellen Hilfswerkes „Open Doors“, das sich weltweit für verfolgte Christen einsetzt. Er sagt:

„Die Situation der Christen im Land ist seit Ahmadinedschad sehr schlecht - und ist sogar noch schlechter geworden seit der Wahl. Christen werden im Iran nach wie vor verfolgt, und zwar besonders diejenigen, die vom Islam zum Christentum konvertiert sind.“

Nach Schätzung des Hilfswerkes gibt es von solchen „Konvertiten“ im Iran zur Zeit etwa 100.000. Diesen Gläubigen droht vielleicht schon bald der Tod, denn die Führer des Gottesstaates stehen kurz davor, ein Gesetz – „Apostasiegesetz“ genannt – zu verabschieden, nach dem ein Glaubensübertritt mit Hinrichtung bestraft wird. Rode:

„Apostasie heißt ja „Abfall vom Glauben“; also wenn jemand zum Beispiel vom Islam zum Christentum konvertiert. Darauf steht nach der Scharia die Todesstrafe. Das iranische Parlament hat im September 2008 mit großer Mehrheit ein Gesetz gebilligt, nach dem ein vom Glauben Abfallener zum Tode verurteilt werden kann. Einzig und allein die Zustimmung vom Wächterrat ist noch notwendig, um dieses Gesetz dann zum Vollzug zu bringen.“

Wegen der Unruhen während der Präsidentschaftswahlen sei die Entscheidung zurückgestellt worden, so Rode. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Benedikt warnt vor Ausländerfeindlichkeit. Im Vatikan empfing er an diesem Montag seinen Migrantenrat. Dabei riet er dazu, Migration als ein letztlich positives Phänomen wahrzunehmen; es könne der Verständigung unter den Völkern und dem Weltfrieden dienen. Der Papst lädt auch dazu ein, über die „Konsequenzen nachzudenken, wenn unsere Gesellschaften vor allem auf den rein materiellen Fortschritt bauen“. - Eine pastorale Antwort auf das Migrationsphänomen in der Ära der Globalisierung geben - unter diesem Motto startet an diesem Montag der 6. Weltkongress der Flüchtlings- und Migrantenpastoral im Vatikan. Die Teilnehmer werden bis am Donnerstag eine Bilanz ziehen über die Instruktion „Erga migrantes caritas Christi“, die vor fünf Jahren veröffentlicht wurde. An den Gesprächen nehmen die Delegierten der Europäischen Kommissionen für Menschliche Mobilität der fünf Kontinente, die Vertreter des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) und des Rates der Lateinamerikanischen Bischofskonferenzen (CELAM) teil. Beim Kongress werden auch die Mitglieder der Kongregation für Religiöse Institute sowie Vertreter kirchlicher Vereine und Bewegungen erwartet. Eingeladen sind ebenfalls Vertreter anderer kirchlicher Gemeinschaften und internationaler Organisationen ebenso Mitglieder und Berater des Päpstlichen Rates für die Pastoral für Migranten und Menschen unterwegs. (rv/fides)
Zum Christsein gehört Treue und Anbindung an die Kirche, auch wenn diese mitunter Schatten und Flecken aufweist. Das sagte der Papst bei seinem Abschied in der Nähe des norditalienischen Städtchens Brescia. Am Sonntagabend besuchte er dort die Taufkirche seines Vorgängers Paul VI. Die Treue zur Kirche müsse sich in konkreten Gesten innerhalb der Gemeinden äußern, fügte Benedikt an. Er wandte sich gegen Abkapselung und Vorurteile sowie gegen Rivalitäten und Spaltungen unter den Gläubigen. Christsein verlange Mut und Beharrlichkeit gegenüber den bisweilen starken Verlockungen eines Konsumismus und materieller Genüsse, sagte das Kirchenoberhaupt. (rv/kna)
Der diesjährige Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz wird in zwei Wochen in Belgien geschlagen. Der Baum stammt aus der Nähe von Spa. Er ist 30 Meter hoch und fast 15 Tonnen schwer, berichtet eine wallonische Export-Gesellschaft in Brüssel, die sich um den Transport des Baumes kümmern wird. Erstmals stellt Belgien einen Weihnachtsbaum für den Papst. Der diesjährige Weihnachtsbaum ist etwa 90 Jahre alt und steht in einem Naturschutzgebiet. – Die Vorgänger-Bäume stammten 2008 aus Österreich und 2007 aus Südtirol. (pm)

Europa

Schweiz
Nach den islamischen Minaretten geht’s jetzt um die Glocken. Die Interessensgemeinschaft Stiller will gegen das Glockengeläut christlicher Kirchen vorgehen. Die Organisation hat dazu ein Plakat veröffentlicht, das eine schwarze Kuh mit Glocke und schwarze Kirchentürme zeigt. Damit will die Interessensgemeinschaft die Kirchenglocken verbieten, da sie beim Einschlafen und Nachdenken stören würden. Ob die auf dem Plakat abgebildete Kuh mit Glocke auch ein Verbot von Kuhglockengeläut einfordert, ist nicht klar. (kipa)

Frankreich
Die Bischöfe rufen dazu auf, in diesem Jahr zu Weihnachten besonders etwas gegen neue Armut zu tun. Sie appellieren in einem in Paris veröffentlichten Brief an die Christen in Frankreich, Weihnachten „anders zu feiern“. Armut gebe es in der Gegenwart in immer neuen Ausprägungen, etwa durch fragile Familienverhältnisse, zu kleinen Wohnraum, steigende Arbeitslosigkeit oder den Preisverfall bei Agrarprodukten. Nötig sei deshalb, mit verstärkter Aufmerksamkeit auf die Betroffenen zuzugehen und gemeinsam nach neuen Lebensmodellen zu suchen, um die Hoffnung auf eine gerechtere Gesellschaft zu verwirklichen. (kap)

Naher Osten

Israel
Im Lateinischen Patriarchat von Jerusalem wirkt künftig erstmals ein Ständiger Diakon. Der Palästinenser Samir Hodaly (47) wurde am Sonntag vom Lateinischen Patriarchen, Erzbischof Fouad Twal, geweiht. Hodaly arbeitet seit 15 Jahren im Büro für die Glaubensunterweisung des Patriarchats. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Das Lateinische Patriarchat von Jerusalem ist zuständig für die rund 70.000 Katholiken des westlichen Ritus in Israel, in den Palästinensischen Gebieten sowie in Jordanien und auf Zypern. Ständige Diakone wirken im Auftrag ihrer Diözese in karitativen und seelsorgerischen Aufgaben sowie in der Liturgie. Erster Diakon war laut der biblischen Apostelgeschichte der Märtyrer Stephanus, der zur frühen christlichen Gemeinde Jerusalems gehörte. (kna)

Amerika

Honduras
Die politische Krise dauert an. Derweil entging der Generalstaatsanwalt von Honduras offenbar nur knapp einem Mordanschlag. Mehrere Bewaffnete beschossen den Konvoi von Luis Alberto Rubi auf einer Schnellstraße im Norden des Landes, wie ein Polizeisprecher am Sonntag mitteilte. Bei dem Überfall am Samstagabend wurde niemand verletzt; ein Fahrzeug wurde beschädigt. Rubi hatte nach dem Umsturz Ende Juni Anklage gegen den entmachteten Präsidenten Manuel Zelaya erhoben. Am Freitag erklärte Zelaya, das jüngste Abkommen zur Beendigung des Konflikts und damit die Übergangsregelung bis zu den Präsidentschaftswahlen sei gescheitert. (misna/ap)

Vereinigte Staaten
Die Kinder in den Vereinigten Staaten zählen zu den ärmsten Bewohnern in den Industrieländern. Das geht aus einer Untersuchung der US-Vereinigung der Jugend- und Kinderärzte hervor. Fast die Hälfte der Kinder in den USA essen mindestens einmal im Laufe ihrer Kindheit mit Essensmarken. Unter den afroamerikanischen Kindern und unter den Kindern mit nur einem Elternteil liege die Quote bei bis zu 90 Prozent. (fides)


Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören

 






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