Meldungen vom 11.11.2009
- Waffenhandel stoppen: Vorbildlicher Einsatz des Hl. Stuhls -
- Italien: „Mafiosi stehen außerhalb der Kirche“ -
- Honduras: Entführte Franziskaner ist tot -
- D: Genie Enzensberger wird 80 -
Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion:
Mario Galgano
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.
THEMEN DES TAGES:
Benedikt XVI.: „Helft Sri Lanka!“
Die internationale Staatengemeinschaft soll mehr für den krisengeplagten Inselstaat Sri Lanka unternehmen. Das forderte Papst Benedikt XVI. an diesem Mittwoch bei seiner Generalaudienz im Vatikan. Beim Bürgerkrieg, der Mitte der 1990er Jahre zwischen den Volksgruppen der Singhalesen und der Tamilen ausgebrochen war, standen auch Christen auf beiden Seiten - und oft genug zwischen den Fronten. Papst Benedikt:
„Es sind nun etwa sechs Monate seit dem Ende des blutigen Konflikts auf Sri Lanka vergangen. Mit Genugtuung stellt man fest, dass die staatlichen Behörden in den vergangenen Wochen sehr darum bemüht waren, die Rückkehr der Kriegsflüchtlinge zu erleichtern. Ich ermuntere dazu, dieses Engagement weiter zu führen, und bitte alle Bürger des Landes, eine baldige Versöhnung zu fördern im vollen Respekt der Menschenrechte. Damit verbunden ist auch die Bewältigung aller politischen Herausforderungen, die das Land zu meistern hat.“
Hilfe soll die Insel im Indischen Ozean auch von außen erhalten, so der Papst weiter.
„Ich hoffe nämlich, dass die internationale Gemeinschaft alles unternehmen wird, um bei der Lösung der humanitären und wirtschaftlichen Probleme Sri Lankas zu helfen, und richte meine Gebete an Unsere Liebe Frau von Madhu, damit sie weiterhin über dieses geliebte Land wache.“
Angesichts der Geländegewinne im Mai 2009 erklärte der sri-lankische Präsident Mahinda Rajapaksa am 16. Mai 2009 die Tamil-Rebellen für besiegt und den Bürgerkrieg für beendet. Seitdem sind die Nachrichten aus Sri Lanka von humanitären Schwierigkeiten bestimmt. (rv)
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Italien: „Mafiosi automatisch exkommuniziert“
Wer einer kriminellen Organisation wie der Mafia angehört, ist automatisch exkommuniziert, d.h. er steht außerhalb der Kirche. Das bekräftigen die italienischen Bischöfe, die derzeit in Assisi ihre Vollversammlung halten. Eine formale Exkommunikation sei nicht erforderlich, betont der Sekretär der Bischofskonferenz, Bischof Mariano Crociata. Die Bischöfe erarbeiten derzeit ein Dokument zu diesem Thema, präzisiert Crociata.
„Natürlich gibt es vor allem in Süditalien ein organisiertes Verbrechen, aber es ist nicht unüberwindlich und unbesiegbar. Die Existenz der Mafia ist eine Herausforderung. Das ist eine Verpflichtung für die Jugenderziehung in der Familie wie in der Schule, die zu einer „Kultur der Legalität“ erziehen soll. Dazu gibt es bereits positive Initiativen aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft. Diese müssen jedoch gestärkt werden.“
Der Bischof erinnerte an die Rede Johannes Pauls II. in Agrigent am 9. Mai 1993. In einer spontanen Rede hatte damals der polnische Pontifex die Mafia und ihre Verbrechen verurteilt - mitten in Sizilien. Wir erinnern uns:
„Dieses sizilianische Volk liebt so sehr das Leben – aber es darf sich nicht daran gewöhnen, ständig in einer Anti-Gesellschaft zu leben. Deshalb sage ich den Verantwortlichen: Bekehrt euch! Denn eines Tages wird das göttliche Urteil über euch richten!“
Johannes Paul geißelte die „Mafiakultur“ als „Kultur des Todes, die zutiefst unmenschlich und gegen das Evangelium gerichtet ist“. Noch im gleichen Jahr antwortete die Cosa Nostra mit zwei Bombenanschlägen auf katholische Kirchen und dem Mord an dem Mafiakritiker Pater Pino Puglisi. (rv/ansa/adnkronos)
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Benedikt XVI.: „Erbe des mittelalterlichen Mönchtums ist Auftrag an uns heute“
An Europas Wiege standen auch Mönche - genauer: Die Reformbewegung von Cluny im Mittelalter. Daran erinnerte der Papst an diesem Mittwoch in der Audienzhalle bei seiner Generalaudienz. Vor mehreren tausend Pilgern und Besuchern erläuterte Benedikt, was diese Reformbewegung genau gewesen sei. Im Mittelpunkt habe die Feier der Liturgie gestanden, die einen Vorgeschmack und eine Teilnahme an der Liturgie des Himmels darstelle. Dazu gehörte auch die Förderung der Musik, der Kunst und Architektur, vor allem aber die Schaffung eines Klimas des Gebets in Stille und innerer Sammlung. Der Papst.
„910 gründete Herzog Wilhelm III. von Aquitanien im burgundischen Cluny ein Benediktinerkloster, das rasch zu einem wichtigen geistlichen Zentrum werden sollte. Das abendländische Mönchtum war aufgrund verschiedener politischer und sozialer Umstände im Verfall begriffen. Cluny brachte hier eine Wende und neue Blüte durch die Rückführung des monastischen Lebens auf seine ursprünglichen Ideale und die erneute Einhaltung der Benediktregel.“
Viele Klöster schlossen sich der Reform von Cluny an oder waren Gründungen dieser Abtei, so dass schon bald ein Netz cluniazensischer Klöster Europa überzog.
„Die Verbreitung der Bewegung wurde auch dadurch begünstigt, dass die Klöster nicht der bischöflichen oder weltlichen Gewalt unterstellt waren, sondern direkt unter dem Schutz des Papstes standen. So konnte die cluniazensische Reform auf die ganze Kirche ausstrahlen und mithelfen, die Übel der Zeit – die Simonie, d.h. den Kauf von kirchlichen Ämtern, und die Unmoral vieler Kleriker – zu bekämpfen. Die Gesellschaft insgesamt profitierte von den sozial-karitativen Tätigkeiten sowie den wirtschaftlichen und kulturellen Leistungen der Klöster. Die Bewegung von Cluny hat so auch Anteil an dem langen Prozess der europäischen Völker, der zur Anerkennung der Werte der menschlichen Person und des Friedens als Grundlagen der Gesellschaft führte.“
Den deutschsprachigen Pilgern und Besuchern sagte der Papst:
„Das religiöse und kulturelle Erbe des mittelalterlichen Mönchtums ist Auftrag an uns heute. In Treue zum Evangelium und zum christlichen Menschenbild wollen wir die Zukunft Europas und der Welt mitgestalten. Dabei führe und leite uns der Heilige Geist. Euch allen wünsche ich eine gute Zeit in Rom!“ (rv)
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WEITERE THEMEN DES TAGES:
Neue Musik mit der Stimme des Papstes
Papst Benedikt XVI. als Popstar! So etwas war noch nie da. Ausgerechnet der gern als konservativ eingestufte deutsche Pontifex ist nun auf einer Pop-CD mit dem Titel „Alma Mater“ zu hören. Die CD ist ab 30. November im Handel erhältlich und wurde Dienstagabend in Rom präsentiert. Darauf zu hören sind acht Mariengebete bzw. Meditationen, jeweils eingebettet in eine eigens komponierte Musik mit Chor und kleinem Orchester. Wie sich das anhört? Das haben wir den Chef der Plattenfirma gefragt, Colin Barlow. (rv)
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Hans Magnus Enzensberger – ein Gespräch
Als Lyriker präsent, als Essayist meinungsbildend, als Intellektueller fesselnd, provozierend, überraschend. Er ist vielleicht Deutschlands einziges Universalgenie: Der deutsche Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger feiert an diesem Mittwoch seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Anlass veröffentlichen wir hier ein Gespräch, das unser Mitarbeiter Aldo Parmeggiani vor fünf Jahren, zu Enzensbergers 75. Geburtstag, mit ihm geführt hat. (rv)
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HEILIGER DES TAGES:
Martin, der erste Heilige des Lebens
Als Mantelteiler ist er tief ins Brauchtum und in die Volksfrömmigkeit eingedrungen: An diesem Mittwoch feiert die Kirche den heiligen Martin von Tours. Der Heilige hat das Reich der Franken und die von ihnen besiedelten Gebiete geprägt. Martin war in der lateinischen Kirche der erste, der den Grad der Heiligkeit nicht durch seinen heldenhaften Tod als Märtyrer, sondern durch sein heroisches Leben erreichte. Vor mehr als 1.600 Jahren, am 8. November des Jahres 397, ist der dritte Bischof von Tours gestorben. Martin, personales Bindeglied zwischen Rom und dem Frankenreich, verkörperte modellhaft für Jahrhunderte das spätantike Priester- und Bischofsideal: Ein asketischer Mönch, gebildet und tatkräftig zugleich, für den Kult und Kultur der gleichen Quelle entsprangen; der lebte, was er predigte, und der sich vor Christus beugte, um ihn herrschen zu lassen. Papst Johannes Paul II. hat 1997 bei seinem Pastoralbesuch in Frankreich am Grab des heiligen Martin von Tours gebetet. (rv/heiligenlexikon)
DIE NACHRICHTEN:
Vatikan
Die Regierungen von Frankreich und Großbritannien loben die Rolle des Heiligen Stuhls im Bemühen um einen Stopp illegalen und unkontrollierten Waffenhandels. Man hoffe auf weitere gute Zusammenarbeit, erklärten jetzt die Außenminister der beiden Länder in einem gemeinsamen Schreiben in der Vatikanzeitung Osservatore Romano. Im Oktober diesen Jahres habe sich eine große Zahl an Ländern für einen konkreten Zeitplan für ein internationales Abkommen ausgesprochen. Man sei zuversichtlich, so die Außenminister weiter, dass nach vorbreitenden Konferenzen im Jahr 2012 ein solcher Vertrag unterzeichnet werden könne. (or)
Ein ehemaliger Internet-Hacker aus der Schweiz wird demnächst im Vatikan die Gefahren der PC-Welt erläutern. Der Informatiker wird bei der Generalversammlung der europäischen Medienbischöfe sprechen. Die Oberhirten tagen von Donnerstag bis Sonntag hinter den vatikanischen Mauern und werden auch Vertreter aus der Internet-Welt treffen. So werden Repräsentanten von so genannten Sozialnetzwerken wie Facebook, YouTube und Wikipedia dabei sein. Die Versammlung steht unter dem Motto: „Die Internet-Kultur und die Kirchen-Kommunikation“. (pm)
Vatikan/Vereinte Nationen
Der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls hat die UNO an den Schutz der Religionsfreiheit erinnert. Aufgabe der Vereinten Nationen sei es, die Staaten auf allen Ebenen bei der Garantie der Religionsfreiheit zu unterstützen, so Vatikan-Vertreter Erzbischof Celestino Migliore am Dienstag im UNO-„Glaspalast“ in New York. Angesichts von Manipulation und Missbrauch von Religion sei der Dialog zwischen Religionen und Konfessionen ein „Imperativ“ unserer Zeit, so der Erzbischof weiter. (rv)
Europa
Deutschland
Ältere Menschen sollen sich nicht aus der Gesellschaft zurückzuziehen. Dazu ermutigt der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch. Er hat an diesem Mittwoch einen „Brief an die Älteren“ veröffentlicht. Diese Mitbürger sollten ihre langjährigen Lebenserfahrungen in die Gesellschaft einbringen. Auch sei das Alter für die Kirche ein Plus, weil ältere Leute viel für die Gemeinschaft des Glaubens tun könnten. Der 71-jährige Oberhirte appelliert an die Älteren, auf sich aufmerksam zu machen, vor allem wenn sie sich übersehen, übergangen oder gar abgeschoben fühlen. Das soziale Netz von Gemeinden und Seelsorgeeinheiten könne nur gemeinsam lebendig und tragfähig gehalten werden. (pm)
Der Münchener Erzbischof Reinhard Marx hat vor einem „Weiter so“ von Wirtschaft und Politik angesichts der Finanzkrise gewarnt. Er sei „wieder skeptisch geworden“, ob es wirklich zu einer Lernphase und einer Grundsatzdebatte komme, sagte er am Dienstagabend in Berlin. „Das verplätschert ein wenig.“ Offensichtlich wollten viele einfach da weitermachen, wo man vor der Krise gewesen sei. Marx äußerte sich bei der Jahrestagung der Deutschen Nationalstiftung. Dabei ging er auch auf den schwarz-gelben Koalitionsvertrag ein. Darin fehle „vielleicht doch eine vernünftige Vision“, sagte er. Marx ist Senatsmitglied der 1993 gegründeten Nationalstiftung. (kna)
Österreich
Die Lebensschutzbeauftragte der Erzdiözese Wien begrüßt die Forderung von Staatssekretärin Christine Marek nach einer besseren statistischen Erfassung der Abtreibungen. Die Forderung nach einer bundesweiten Statistik und anonymen Motiverhebung über Abtreibungen sei ein „mutiger Schritt“, so Stephanie Merckens in einer Presseerklärung. Österreich sei eines der wenigen europäischen Länder ohne offizielle Zahlen über Abtreibungen, so die Lebensschutzbeauftragte. Jede Abtreibung sei „eine zuviel“, doch offizielles Vergleichsmaterial könne zur Reduzierung der Abtreibungszahlen beitragen. Auch „maßgeschneiderte Hilfe“ für Betroffene werde durch Statistiken besser möglich, so die Lebensschützerin weiter. Staatssekretärin Marek hatte sich am Montag in Wien für eine bessere Erfassung der Abtreibungen ausgesprochen. (pm)
Schweiz
Der Basler Bischof Kurt Koch ist besorgt über das Straßburger Anti-Kruzifix-Urteil. Das sagte er bei einem Gottesdienst in Olten. Er bedaure, dass Gott auf die „Ersatzbank“ verwiesen werde. Rhetorisch fragte der Bischof, ob das Kreuz künftig nur noch als Plus-Zeichen gebraucht werden könne. – Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof in Strassburg hatte Anfang November gegen Kruzifixe in italienischen Klassenzimmern entschieden. Die Richter gaben einer Klägerin Recht, die sich in Italien vergeblich gegen die Kreuze an öffentlichen Schulen gewandt hatte. Der Staatsrat, das oberste italienische Verwaltungsgericht, hatte 2006 entschieden, das Kreuz sei zu einem Symbol für die Werte Italiens geworden. Dort wurde die Klage der Italienerin abgewiesen. (kipa)
Italien
Die Regierungspartei „Volk der Freiheit“ geht unterdessen mit einer Unterschriftenaktion gegen das Anti-Kruzifix-Urteil vor. Die Partei will mit der Initiative die Berufung der römischen Regierung gegen das Urteil des Straßburger Gerichtes unterstützen. Das Urteil stehe für die Unterdrückung europäischer Werte durch Bürokratie, protestierte Verteidigungsminister Ignazio La Russa. Die Verbannung des Kreuzes aus den Klassenzimmern beschneide die Wurzeln des modernen Europas, meinte der Präsident der Region Lombardei, Roberto Formigoni. Beide gehörten zu den ersten Unterzeichnern der Initiative in Mailand. In Rom protestierten Anhänger der Partei mit der Verteilung von 2.000 Kruzifixen. (kap)
Tschechien
Fast auf den Tag genau zwanzig Jahre nach der Heiligsprechung von Agnes von Böhmen (1211-1282) ist ihr mutmaßliches Grab entdeckt worden. Restauratoren vermuten nach Angaben einer tschechischen Zeitung, dass die Heilige unter dem Hauptaltar der Prager Kirche St. Kastulus begraben ist. Das Gotteshaus liegt nur wenige Meter von dem Kloster entfernt, das Agnes Anfang des 13. Jahrhunderts am Ufer der Moldau gegründet hat. Die Restauratoren entdeckten unter dem Boden per Radargerät eine Truhe, in der sie die Reliquien der Heiligen vermuten. Erst nach Bergung und Öffnung der Truhe werde man aber Gewissheit haben, sagte ein Restaurator der Zeitung. Die Königstochter Agnes wurde am 12. November 1989 im Petersdom von Johannes Paul II. heilig gesprochen. Fünf Tage vor Beginn der „Samtenen Revolution“ hatte das kommunistische Regime zu diesem Anlass Tausende Pilger in den Vatikan reisen lassen. Die Heiligsprechungsfeiern beeinflussten zweifellos auch die nachfolgenden Ereignisse. (kap)
Polen
Wegen Verunglimpfung muss der polnische Kirchensender „Radio Maryja“ einem Spitzenpolitiker Schadenersatz zahlen. Die polnische Provinz des katholischen Redemptoristen-Ordens muss die 2.500 Euro Entschädigung aufbringen. Das hat das Bezirksgericht im zentralpolnischen Lodz entschieden. Geklagt hatte Parlaments-Vizepräsident Stefan Niesiolowski von der rechtsliberalen Regierungspartei Bürgerplattform (PO). Eine Stellungnahme des Senders zu dem Urteil liegt bislang nicht vor. Ein Redemptorist hatte als Moderator einer Sendung im November 2008 unter anderem behauptet, Niesiolowski habe nach seiner Festnahme 1970 seine Kollegen einer antikommunistischen Untergrundbewegung verraten. Dabei berief sich der Ordensmann auf eine Publikation des staatlichen Instituts des Nationalen Gedenkens (IPN), das die Akten der ehemaligen kommunistischen Sicherheitsdienste verwaltet. Niesiolowski sagte, der Prozess habe gezeigt, dass „Radio Maryja“ lüge. Die Anwältin des Ordens hatte dem Politiker vor Gericht vorgeworfen, er versuche mit der Klage die öffentliche Diskussion zu zensieren. Das noch nicht rechtskräftige Urteil ist die erste öffentlich bekannte Niederlage des rechtskonservativen Senders vor Gericht. Er war wiederholt antisemitischer und rassistischer Aussagen beschuldigt worden. – Mit einem Marktanteil von 2,5 Prozent liegt der Sender auf Platz fünf in Polen. (kna)
Naher Osten
Nahost
Für eine weitere Amtszeit von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas macht sich der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, stark. „So einen gemäßigten und dialogbereiten Präsidenten werden wir nie mehr bekommen“, sagte Twal am Mittwoch in einem Interview mit der deutschen Katholischen Nachrichtenagentur. Abbas biete eine Chance zum Frieden. Allerdings könne er die Drohung des Präsidenten, sich vom Amt zurückzuziehen, gut verstehen, sagte der Patriarch. Alle guten Initiativen zum Frieden, etwa die „Road Map“ oder das Nahost-Quartett, seien „wirkungslos verpufft“, so Twal. Abbas hatte zuletzt angekündigt, bei den nächsten Wahlen im Jänner 2010 nicht mehr anzutreten. Auch den Fatah-Vorsitz will er fahrenlassen. Enttäuscht zeigte sich der Patriarch von Jerusalem sowohl von der starren Haltung Israels als auch von der Linie Washingtons unter Präsident Barack Obama. Nach Obamas starken Auftritten im Vatikan und in Kairo habe jeder mit neuer Bewegung im Friedensprozess gerechnet. Auch der mit großen Hoffnungen verknüpfte Besuch von Papst Benedikt XVI. im Heiligen Land im Frühjahr sei ohne spürbare politische Folgen geblieben, so Twal. Der Papst sei als „Mann des Gebets, des Dialogs, des Friedens“ gekommen. Aber von Seiten der israelischen Regierung habe es „kein Zeichen“ gegeben. Als Beispiel nannte der Patriarch das Dauerproblem der katholischen Kirche, von den israelischen Behörden Aufenthaltsgenehmigungen für katholische Priester aus dem Ausland zu erhalten. – Der Patriarch hält sich derzeit zu Gesprächen mit der Deutschen Bischofskonferenz und dem Deutschen Verein vom Heiligen Lande in Bonn auf. In der kommenden Woche reist er zum Ad-Limina-Besuch der Bischöfe des Heiligen Landes nach Rom. (rv/kap)
Asien
Hongkong
Der Bischof von Hongkong, John Tong Hon, rät dem Verwalter des zu China gehörenden Stadtstaates, Donald Tsung, mehr mit der Bevölkerung zu kommunizieren. Hintergrund ist der Vorwurf der Vetternwirtschaft. Tsung wird unterstellt, die verpflichtende Einführung von Energiesparlampen in Hongkong nur deshalb zu forcieren, weil der Glühbirnenhandel seiner Ehefrau dadurch profitieren würde. Tsung hat diese Vorwürfe indessen stets zurückgewiesen. (apic)
Indien
Im Bundesstaat Karnataka ist erneut eine Kirche verwüstet worden. Dabei wurde der Tabernakel aufgebrochen und die Hostien auf die Erde geworfen. Die Schränke wurden geplündert und die liturgischen Geräte entwendet. Die Regierung sei über die Attacken im Bilde, entgegen den Versprechungen der Polizei werde aber nichts dafür getan, die Schuldigen zu finden - so zitiert die Nachrichtenagentur apic den Erzbischof von Bangalore, Bernard Moras. Der Anteil der Christen in der Region Karnataka liegt bei nur zwei Prozent. In diesen Monaten werden christliche Gotteshäuser immer wieder Ziel von Anschlägen. (apic)
Amerika
Honduras
Der am Wochenende in Honduras entführte Franziskaner Miguel Angel Hernandez Salazar ist tot. Das berichtet die Tageszeitung „El Tiempo“. Die Leiche des 44-Jährigen wurde im honduranischen Nachbarland Guatemala aufgefunden. Ein Hotelangestellter habe sie entdeckt; sie habe zahlreiche Stichwunden aufgewiesen. Das berichtete die guatemaltekische Zeitung „Prensa Libre“. Die honduranische Heimatdiözese des Opfers verurteilte die Bluttat. „Die Unsicherheit im Lande erreicht ein immer größeres Ausmaß“, beklagte der Bistumssprecher von Ocotepeque, Miguel Villela. Der Franziskaner Hernandez stammte aus Guatemala und hatte vor vier Jahren die Pfarrgemeinde Ocotepeque im Westen von Honduras übernommen. Laut Bericht wurde er am Samstag in seinem Auto von Unbekannten gestoppt und entführt. Wenig später fand die Polizei im Fahrzeug der mutmaßlichen Entführer die Ausweispapiere sowie persönliche Gegenstände des Priesters. Von den Tätern fehle bislang jede Spur, so die Zeitung „La Prensa“. Hernandez habe mit drei Jugendlichen in das Hotel eingecheckt; und diese hätten es am Montagmorgen ohne ihn verlassen. (kna)
Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören