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Meldungen vom 12.11.2009

- Päpstlicher Migrantenrat tagte im Vatikan -
- Missionar Michael Sinnot wieder frei -
- Prozess gegen Richard Williamson -


Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Gudrun Sailer
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

THEMEN DES TAGES:

EU: Brüsseler Petition gegen Kreuz-Urteil
In Europa mehrt sich der politische Widerstand gegen das Kreuz-Urteil des Gerichtshofes für Menschenrechte in Straßburg. So hat das EU-Parlament soeben eine Petition gegen den Richterspruch lanciert, der das Kreuz aus öffentlichen Schulen Italiens verbannen will. Der Menschenrechtsgerichtshof ist dem Europarat angegliedert, der die 47 Länder des Kontinents vereint; genau deshalb sei es wichtig, dass sich Widerstand aus den Reihen der EU rege, sagt die italienische Abgeordnete Cristiana Muscardini, die zu den Initiatoren der Petition gehört.

„Teile der Medien und der Politik haben mit viel Unwissen auf diese Entscheidung aus Straßburg reagiert. Sie haben sie kommentiert, als sei sie eine Entscheidung der Europäischen Union und nicht eines Gerichts des Europarates. So hat sich unter Europas Bürgern eine Abwehrhaltung gegen die EU verstärkt, die aber doch nichts mit diesem Urteil aus Straßburg zu tun hat.“

Der Menschenrechtsgerichtshof könne den EU-Bürgern nicht eine solche Entscheidung auferlegen, die die Wurzeln der europäischen Kultur in Frage stellt, so die Abgeordnete.

„Deshalb haben wir diese Initiative gestartet. Es handelt sich um eine Petition des Präsidenten des EU-Parlaments, Jerzy Buzek, für die wir Unterschriften in Italien sammeln. Wir wollen damit via EU-Parlament ausdrücken, was die Mehrheit der EU-Bürger denkt – sie sehen im Kreuz nicht nur ein religiöses Symbol, sondern auch ein Symbol des Friedens und der Hoffnung.“ (rv)
Zum Nachhören

Kardinal Kasper: Europa ohne Kreuz ist nicht mehr Europa
Der Ökumene-Verantwortliche des Vatikans, Kardinal Walter Kasper, findet das Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichts gegen Kreuze in italienischen Schulen befremdlich. Das Kreuz sei ein Zeichen, das die europäischen Völker eine, sagte der Leiter des vatikanischen Einheitsrates im Gespräch mit uns.
Hören Sie hier die Stellungnahme Kaspers in einem Beitrag von Gudrun Sailer

Menschenrechts-Experte: „Afrikas Kirche könnte mehr tun“
Das katholische deutsche Hilfswerk Missio hat kritische Fragen an die Kirche in Afrika. Sein Menschenrechts-Experte Otmar Oehring hat in diesen Tagen in Rom an einem Kongress des Päpstlichen Migrantenrates teilgenommen, der an diesem Donnerstag zu Ende ging. Dabei sprach Oehring Teilnehmer vom „Schwarzen Kontinent“ auf das Drama der Bootsflüchtlinge von Afrika nach Europa an.

„Was ich bedauert habe: Ich bin mit der Hoffnung nach Rom gekommen, etwa von afrikanischen Teilnehmern etwas darüber zu lernen, was die Kirchen in Afrika tun, um die vielen Afrikaner, die sich in großer Hoffnung auf den Weg nach Europa machen, vor ihrem Schicksal, im schlimmsten Fall vor dem Tod, zu bewahren. Dazu habe ich zwar (vor allem von Teilnehmern aus Nordafrika) einige schreckliche, wenn auch interessante Informationen bekommen; etwa, dass es direkt an der Grenze zu Algerien ein großes Gräberfeld mit inzwischen über dreitausend Gräbern gibt. Das ist natürlich ein klarer Beweis dafür, dass diejenigen, die etwas machen könnten und die auf diese Menschen Einfluss nehmen könnten, das auch tun sollten!“

Er habe mit einigen Kirchenvertretern aus schwarzafrikanischen Ländern, also den Herkunftsländern der meisten Flüchtlinge, jetzt in Rom gesprochen. Aber was die ihm gesagt haben, hat ihn nicht überzeugt, so Oehring.

„Da waren die Aussagen durchweg sehr zurückhaltend: Die Leute würden nicht bei der Kirche vorbeikommen und fragen, ob sie gehen dürften... Das habe ich natürlich auch nicht erwartet! Aber nachdem bekannt ist, dass doch auch ein großer Teil der Flüchtlinge Christen sind, auch Katholiken sind, müsste es doch eigentlich zu erwarten sein, dass sich auch die katholische Kirche des Themas annimmt. Das scheint aber in dem Maß, wie man das erhoffen würde, nicht der Fall zu sein!“ (rv)
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UNO: Aufruf zum Hungerstreik
Der UNO-Welternährungsgipfel - ab Montag in Rom - sucht neue Strategien im Kampf gegen Unterernährung. Papst Benedikt XVI. wird persönlich an der Eröffnung des Ernährungsgipfels teilnehmen, wie er bei der Afrika-Synode im Vatikan bekannt gegeben hatte. Der Generaldirektor der Welternährungsorganisation FAO, Jacques Diouf, hatte vor der Synode als Sondergast gesprochen. Bei einer Pressekonferenz zum Welternährungsgipfel lud Diouf, ein Moslem aus dem Senegal, zu einem weltweiten 24-stündigen Fasten ein.

„Wenige Tage vor dem Welternährungsgipfel der FAO möchte ich einen Appell lancieren, und zwar für einen Tag Hungerstreik als symbolisches Zeugnis der Solidarität mit der Milliarde von Menschen, die heute auf der Welt Hunger leiden. Ich schlage vor, dass diejenigen, die auf diese Art ihre Solidarität zeigen wollen, das am Samstag oder Sonntag tun. Ich selbst werde natürlich auch mitmachen und 24 Stunden lang ab Samstagmorgen in den Hungerstreik treten.“

Einen am Mittwoch veröffentlichten FAO-Bericht über die Ernährungsentwicklung in armen Ländern nannte Diouf eine „Botschaft der Hoffnung". Demnach hätten bereits 16 Staaten das bis 2015 gesteckte Millenniumsziel erreicht, den Hunger zu halbieren. Obwohl heute 1,02 Milliarden Menschen hungern, so viele wie nie zuvor, sei in 31 von 79 beobachteten Ländern die Unterernährung zurückgegangen. Mit dem gemeinsamen Einsatz von Entwicklungsländern und der internationalen Gemeinschaft könne der Kampf gegen Hunger gewonnen werden, sagte Diouf. (rv/kap)
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Deutschland: Ökumenische Andacht für verstorbenen Nationaltorwart Enke
Mit einer ökumenischen Andacht in der hannoverschen Marktkirche und einem anschließenden Trauermarsch haben rund 35.000 Menschen am Mittwochabend des verstorbenen Fußball-Nationaltorhüters Robert Enke gedacht. Dieser hatte sich am vergangenen Dienstag bei Hannover das Leben genommen, indem er sich vor einen Zug warf. Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann würdigte Enke in ihrer Predigt als Vorbild und Hoffnungsträger. Sein Tod zeige jedoch, dass hinter Beliebtheit und Erfolg auch Einsamkeit und Verzweiflung liegen könnten, „die Menschen an ihre Grenzen führen“.

„Wir können ihn nicht begleiten über die Schwelle des Todes hinweg, aber wir dürfen der Zusage vertrauen, dass Gott ihn und uns begleitet über diese Grenze und wir bei ihm geborgen sind, so dass auch für diesen allerletzten Weg gilt: You never walk alone! Nein, Du gehst nicht allein!“

Der 32-jährige Nationaltorwart und Hannover-96-Kapitän Enke litt weitgehend unbemerkt seit Jahren an schweren Depressionen. Vor drei Jahren war seine zweijährige Tochter an einem Herzfehler verstorben. Unter Kollegen und in der Öffentlichkeit galt Enke jedoch als gefestigt und stabil. Gerade im Spitzensport seien Selbstmordgedanken ein Tabu-Thema, sagte im Kölner Domradio der Sport- und Olympiapfarrer, Hans-Gerd Schütt:

„Daher ist es sehr wichtig, dass wir uns bemühen, Signale der Not oder des Fragens aufzugreifen, sie zu registrieren, was oft gar nicht so einfach ist. Denn auch sehr vieles kann in diesem Feld überspielt werden. Man möchte ja stark sein; man versucht auch nicht, wenn man beispielsweise zu einer Depression neigt oder bereits darunter leidet, diese zuzugeben und sie behandeln zu lassen. Es ist ein weites Feld, vor dem wir oft relativ hilflos stehen.“

Der Deutsche Fußball-Bund sagte das für Samstag geplante Länderspiel gegen Chile ab. Der Nationaltorhüter wird am Sonntag in Empede bei Hannover im familiären Kreis beigesetzt. Zuvor ist eine große Abschiedsfeier im Heimatstadion von Enkes Team Hannover 96 geplant, zu der Zehntausende Fans erwartet werden. (dr/rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Das geistliche Oberhaupt der anglikanischen Weltgemeinschaft, Erzbischof Rowan Williams, trifft bald den Papst und den Präsidenten des Päpstlichen Einheitsrates, Walter Kasper. Das bestätigte der Pressedienst des Päpstlichen Einheitsrates (SIR). Der Erzbischof von Canterbury ist anlässlich des 100-jährigen Geburtsjubiläums des Kardinals Johannes Willebrands ab dem 19. November für einige Tage in Rom. (rv)
Katholische Universitäten sollten ihrer besonderen Identität treu bleiben und sich bemühen, ihren qualifizierten Dienst in der Kirche und in der Gesellschaft zu leisten. Dazu hat Papst Benedikt XVI. die Bildungsinstitute aufgerufen. Bei einer Audienz für Dozenten und Studierende der römischen katholischen Universität LUMSA sprach der Papst von einem „erzieherischen Notstand“ in der heutigen Bildungslandschaft. Die Studierenden rief er dazu auf, in einer relativistischen Gesellschaft „den Geist und das Herz immer für das Wahre offen“ zu halten. Sie sollten während des ganzen Lebens ihre Fähigkeit zur Suche nach dem Wahren und dem Guten kultivieren und so Architekten einer gerechteren und solidarischen Welt werden. (rv)

Europa

Deutschland/Schweiz
Der Bischof von Augsburg, Walter Mixa, hat das Straßburger Anti-Kreuz-Urteil als eine „Missachtung der europäischen Kultur und eine Verachtung der Menschenrechte“ bezeichnet. In Europa gehörten mehr als 85 Prozent der Bevölkerung dem Christentum an. Die politisch Verantwortlichen sollten „das Urteil schlichtweg ignorieren,“ so Mixa. Auch die Bischöfe der Schweiz wehren sich massiv gegen die Entscheidung. Bischof Giacomo Grampa von Lugano beklagt, dass „kalt und abstrakt angewandtes Recht zu kurzsichtigen und falschen Urteilen“ führe. Das Prinzip des Laizismus bedeute nicht Feindschaft gegen religiöse Symbole. (pm/apic)

Deutschland/Großbritannien
In Regensburg wird es zu einem Prozess gegen den Traditionalisten-Bischof Richard Williamson kommen. Der Brite legte Einspruch gegen eine dort verhängte Geldstrafe wegen Volksverhetzung ein. Dadurch werde ein Verfahren zwingend, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts Regensburg. Williamson strebe einen Freispruch an. Er kann sich in der Hauptverhandlung durch einen Anwalt vertreten lassen und muss nicht persönlich vor Gericht erscheinen. Ein Termin für den Prozess stehe noch nicht fest, hieß es. Williamson hatte in einem Priesterseminar der Piusbruderschaft bei Regensburg in einem Interview des schwedischen Fernsehens den Holocaust geleugnet. Er ist einer der vier Bischöfe der Priesterbruderschaft St. Pius X., mit der der Heilige Stuhl seit wenigen Wochen Gespräche über eine Aussöhnung in theologischen Fragen führt. (rv/kipa)

Österreich
Jugendliche sollen ruhig auch „lästige Fragen“ an die Gesellschaft und die Kirche stellen. Das denkt Kardinal Christoph Schönborn von Wien. Die jungen Menschen sollten „nicht vor jedem Schlagwort in die Knie gehen, sondern nachbohren und sich nicht mit schnellen Antworten zufrieden geben", sagte der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz in einem Interview mit den „Salzburger Nachrichten“. Eine solche Haltung sei zwar auch für die Kirche „lästig“, so Schönborn, es sei zugleich „aber auch gesund, wenn wir uns diesen Fragen stellen“. Er bezeichnete es als positiv, dass es in der Gesellschaft noch „Reibebäume“ wie die Kirche gebe. Wenn die Kirche sage, „du sollst oder du sollst nicht“, würden das viele heute als Skandal empfinden. Doch das Ausmaß der Aufregung darüber sei an sich ein gutes Zeichen, so Schönborn. (kap)

Spanien
Abgeordnete, die für eine Liberalisierung im Abtreibungsrecht stimmen, befinden sich im „Stand der Sünde“. Daran hat jetzt der Generalsekretär der spanischen Bischofskonferenz, Juan Antonio Martinez Camino, erinnert. Die Abgeordneten könnten aber weiterhin zur Kommunion gehen, fügte Camino nach Agenturangaben hinzu. Denn nach dem Kirchenrecht gelte die Exkommunikation nur für aktiv an einer Abtreibungen beteiligte Personen, so der Weihbischof von Madrid. (apic)

Großbritannien
Die „Gemeinschaft bekennender Anglikaner“ (Fellowship of Confessing Anglicans, FCA) hat die neuen vatikanischen Normen für übertrittswillige Anglikaner begrüßt. Das Angebot sei großzügig und speise sich aus jenen „Verpflichtungen auf den historischen apostolischen Glauben, die Morallehre und globale Mission“, wie sie die FCA bei ihrer Gründung 2008 formuliert habe. Man sei dem Papst sehr dankbar; allerdings sei es für die Mitglieder der FCA „jetzt nicht die Zeit, die anglikanische Weltgemeinschaft zu verlassen“. Die Organisation bedauerte, dass die inneranglikanische Krise eine solche Geste des Papstes notwendig gemacht habe. Das Versagen der Anglikaner in den USA und Kanada bei der Erfüllung der göttlichen Weisungen bringe „Schande“ über den Namen Christi. Die FCA entstand nach dem Streit innerhalb der anglikanischen Weltgemeinschaft um homosexuelle Geistliche und Frauen im Bischofsamt. (kap)

Afrika

Demokratische Republik Kongo
Räuber haben in der Nacht auf Dienstag einen katholischen Priester in seiner Pfarrei in Bunia im Nordosten des Landes ermordet. Das berichtet die katholische Nachrichtenagentur Misna unter Berufung auf im Kongo tätige Missionare. Die Täter hätten den Priester nachts in seinem Büro angetroffen und ihn erschossen. (rv)

Angola/Kongo
Die Bischöfe von Angola und mehrere Migrationsexperten haben in diesen Tagen im Vatikan über die Flüchtlinge ihres Landes informiert, die aus der Demokratischen Republik Kongo ausgewiesen wurden. Die Lage dieser Menschen sei dramatisch. Sie hätten vor ihrer Ausweisung ihr Hab und Gut nicht mitnehmen können und lebten in entsetzlichen Umständen an der angolanischen Grenze, so ein Sprecher des UNO-Flüchtlingshochkommissariats. Seit Wochen sind die Beziehungen zwischen Angola und Kongo angespannt, nachdem beide Länder die Bürger des jeweils anderen Landes ausgewiesen hatten. Dahinter verbirgt sich ein Streit über die Erdölvorkommen in einem gemeinsamen Territorium im Atlantischen Ozean. – Der Kongress des Päpstlichen Rates für die Seelsorge an Migranten und Menschen unterwegs endet an diesem Donnerstag. (zenit)

Asien

China
„Ich bin in die Patriotische Vereinigung eingetreten, um meinem Bistum zu helfen.“ So verteidigt sich Bischof Francis An Shuxin aus der Provinz Hebei. Im Gespräch mit Asianews versucht der Bischofs-Koadjutor von Baoding zu erklären, warum er sich nach langen Jahren im Untergrund und in Haft für eine Kooperation mit dem Regime entschieden hat. Er hoffe, dass sich sein Bistum dadurch „besser entwickelt“ und sich endlich „der wirklichen Herausforderung stellen kann“, nämlich der Evangelisierung. Der 60-jährige An, ein früherer Bischof der so genannten „Untergrundkirche“, war im Juli 2006 nach zehn Jahren Haft freigekommen. Im Sommer 2009 wurde er – für viele überraschend – Vizepräsident der „Patriotischen Vereinigung“; das ist ein staatlich gelenkter Verband, der am Aufbau einer von Rom unabhängigen katholischen Nationalkirche arbeitet. Dieses Bestreben nennt der Papstbrief an Chinas Katholiken vom Sommer 2007 „unvereinbar mit der katholischen Lehre“. An beteuert, er habe „nichts unterschrieben“, sondern nur ein mündliches Einverständnis gegeben. Vom Vatikan habe er nach diesem Schritt „keinen Druck erfahren“; im übrigen habe der Papst doch schon viele Bischöfe, die ein Amt in der „Patriotischen Vereinigung“ haben, dennoch anerkannt. Allerdings: Wenn es „nötig sein sollte“, wäre der Bischof bereit, die „Patriotische Vereinigung“ auch „wieder zu verlassen“. In Teilen seines Bistums und bei romtreuen Katholiken ist Ans Wechsel mit Ärger und Bitterkeit aufgenommen worden. (asianews)
Die Menschenrechtsgruppe „Human Rights Watch“ hat die Auflösung geheimer Haftanstalten in China gefordert. In den so genannten „schwarzen Gefängnissen" würden Bürger über Tage oder Wochen illegal festgehalten, heißt es in einem neuen Bericht der in New York ansässigen Organisation. Meist handle es sich um Bittsteller aus ländlichen Regionen, die gegen Willkür, Enteignungen, Korruption oder andere Ungerechtigkeiten protestieren wollten. Auch Persönlichkeiten des religiösen Lebens, etwa katholische Bischöfe und Priester der papsttreuen Untergrundkirche, werden in China rund um wichtige Feiertage abgeführt und in „schwarzen Gefängnissen“ festgehalten. Die Internierung erfolge – so Human Rights Watch – oft in staatlichen Hotels, Heimen oder psychiatrischen Einrichtungen. (dw/asianews)

Philippinen
Der irische Pater Michael Sinnot ist wieder frei. Der vor einem Monat auf der Insel Mindanao entführte Geistliche kam am frühen Donnerstagmorgen im Küstendorf Sangali auf freien Fuß. Es sei kein Lösegeld gezahlt worden, bestätigten philippinische und irische Behörden. Nach Angaben von Sinnot handelte es sich bei den Entführern um Nomaden, die Lösegeld erpressen wollten. In einem Video des Entführten war von zwei Millionen Dollar Lösegeld-Forderung die Rede gewesen. In Verdacht hatten zunächst Rebellen der „Islamischen Befreiungsfront“ (Milf) gestanden. „Sie haben mich gut behandelt und mir ihre ideologischen Ansichten erklärt“, sagte der Pater kurz nach der Befreiung über seine Entführer. Der 79-jährige Missionar war am 11. Oktober im islamisch geprägten Süden der Philippinen verschleppt worden. Vertreter der „Islamischen Befreiungsfront“ hatten der philippinischen Regierung zuletzt Hilfe bei der Suche nach Sinnot angeboten. (asianews)
Die Kirche auf den Philippinen unterstützt den Protest gegen den geplanten Staudammbau auf der Insel Luzon. An einem Protestmarsch auf die Hauptstadt Manila zu nahmen neben Vertretern der indigenen Bevölkerung auch Bischöfe und Priester teil. Das Erzbistum Manila gab den Verantwortlichen des Staudammprojekts seinen Protest auch schriftlich. Schon seit 2007 setzen sich Kirchenvertreter gemeinsam mit Vertretern anderer Religionen gegen den Bau ein. Der geplante Damm soll eine Höhe von 113 Metern haben und 28.000 Hektar Ackerland überfluten. Mehrere Dörfer mit indigener Bevölkerung würden dadurch zur Umsiedlung gezwungen. (apic)

Amerika

Argentinien
Argentiniens Bischöfe haben die gelungene Friedensmission Papst Johannes Pauls II. vor 25 Jahren im Konflikt zwischen Argentinien und Chile gewürdigt. Die päpstliche Vermittlung sei eine bleibende Inspirationsquelle für die Weltpolitik, so die Bischöfe in einem Schreiben. Die Mediation des Papstes im Beagle-Konflikt vom November 1978 gilt als einer der großen Erfolge der vatikanischen Diplomatie in der jüngeren Geschichte. 1984 wurde der Friedensvertrag unterzeichnet. Johannes Paul hatte die Regierungschefs der beiden Staaten persönlich kontaktiert und Kardinal Antonio Samore als Vermittler entsandt. Er verhinderte damit eine Schlacht um drei Inseln im Beaglekanal in letzter Minute. Zum 25. Jahrestag des Friedensschlusses empfängt Papst Benedikt XVI. am 28. November die beiden Präsidentinnen Argentiniens und Chiles, Cristina Fernandez Kirchner und Michelle Bachelet, in Audienz. (aci)


Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören

 






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