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Meldungen vom 2.10.2009

- Indonesien: Benedikt betet für Erdbebenopfer -
- Papst lobt Obamas Anti-Nuklear-Engagement -
- Synode: 244 Väter, 3 Sondergäste, 3 Sprachen -


Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Antje Dechert
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

THEMEN DES TAGES:

Indonesien: Papst betet für Erdbebenopfer
Papst Benedikt ist tief bestürzt über die Ausmaße des schweren Erdbebens auf der indonesischen Insel Sumatra. In einem von Kardinal Tarcisio Bertone unterzeichneten Telegramm von diesem Freitag spricht der Papst den Familien der Opfer und allen Betroffenen sein Mitgefühl aus. Er bete für die Verstorbenen sowie um „göttlichen Trost und Beistand für alle, die leiden“, heißt es in dem Telegramm weiter. Auch ermutige der Papst alle Einsatzkräfte vor Ort, sich beharrlich um Hilfe und Unterstützung für die Betroffenen zu bemühen.

Besonders erschüttert durch das Beben der Stärke 7,6 wurde am Mittwochabend die Großstadt Padang an der Westküste Sumatras. Unter den Trümmern eingestürzter Gebäude werden noch tausende Verschüttete vermutet. Nach Angaben der Vereinten Nationen seien in Padang mehr als tausend Menschen ums Leben gekommen. Die katholische Kirche vor Ort ist bereits mit zahlreichen Hilfsorganisationen im Einsatz, um Soforthilfe zu leisten, sagte gegenüber Radio Vatikan der Bischof von Padang und Präsident der indonesischen Bischofskonferenz, Martinus Dogma Situmorang. Als Präsident des nationalen Caritas-Verbandes ist er unmittelbar an den Rettungsarbeiten beteiligt.

„Es gibt nur wenige Informationen aus den einzelnen Regionen des Erdbebengebietes, weil die Kommunikationswege komplett zusammengebrochen sind. Das Ausmaß der Katastrophe ist schrecklich. Unsere Helfer sind rund um die Uhr mit den Bergungsarbeiten beschäftigt. Wir stehen auch in Kontakt mit Caritas Internationalis. Soweit ich weiß, ist auch der Stadtteil von Padang, wo viele katholische Gläubige wohnen, stark zerstört. Vermutlich sind viele von ihnen ums Leben gekommen.“

Die Bergungsarbeiten seien ein Wettlauf mit der Zeit, berichtet auch der Sekretär der apostolischen Nuntiatur auf Jakarta, Pater Jósef Forró. Eingestürzt seien auch viele Schulen und Krankenhäuser. Forró:

„Wir haben gerade mit einigen Ordensschwestern telefoniert, die eine Schule in der Krisenregion leiten. Sie berichteten, dass mehr als 60 Schüler unter den Trümmern der Schule begraben liegen. Wir beten für sie, dass sie noch lebend gefunden werden. Helfer graben in den Ruinen, wer weiß, ob sie noch Überlebende finden.“

Erneut verbrachten tausende Menschen in Padang die Nacht im Freien. In der Stadt mit 900.000 Einwohnern ist mit dem Beben die Strom- und Wasserversorgung zusammengebrochen. Etliche Straßen und Brücken sind schwer beschädigt. Schlechtes Wetter erschwert die Bergungsarbeiten, berichtet der Einsatzleiter des Kinderhilfswerks „Terre des Hommes“, Bruno Neri.

„Wir arbeiten hier in Padang mit verschiedenen anderen Hilfsorganisationen zusammen. Es geht jetzt vor allem um die Bergung der Verletzten und ihre medizinische Versorgung. Die Regierung hat uns Zelte zur Verfügung gestellt. Eine Gruppe unserer Helfer unterstützt das Rote Kreuz bei der Suche nach Verschütteten und bei der Evakuierung der Menschen, die sich noch in den Zonen befinden, wo es Nachbeben geben könnte. Allerdings regnet es momentan sehr stark, was die Arbeiten erschwert. Viele Kinder, die im Freien schlafen mussten, haben deshalb Atemwegsprobleme, Husten und Fieber.“

Caritas International und weitere Hilfsorganisationen haben zu Spenden für die Erdbebenregion aufgerufen. Die EU stellte Indonesien als Soforthilfe drei Millionen Euro bereit, Deutschland weitere zwei Millionen.
Papst Benedikt hat außerdem allen Opfern und Geschädigten des Taifuns Ketsana in Südostasien seine geistliche Nähe im zum Ausdruck gebracht. Der Papst äußerte sich an diesem Freitag bei der Übergabe des Beglaubigungsschreibens durch die neue philippinische Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Mercedes Arrastia Tuason. Der Tropensturm Ketsana war vor einer Woche über der philippinischen Hauptstadt Manila und den umliegenden Provinzen niedergegangen. Dabei starben mehr als 290 Menschen. In Vietnam und Kambodscha kamen durch Ketsana mindestens 119 Menschen ums Leben. (rv/afp/dw)
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Synode: 400 Teilnehmer, 3 Sondergäste, 3 Sprachen
Rund 400 Personen werden ab Sonntag im Vatikan an der internationalen Sondersynode zu Afrika teilnehmen. Erzbischof Nikola Eterovic, Generalsekretär der Synode, hat an diesem Freitag vor Journalisten letzte Details zum Ablauf der Bischofsversammlung bekannt gegeben. Gudrun Sailer berichtet.

Papst täglich dabei

Papst Benedikt wird, wie schon bei der Bibelsynode im Herbst vergangenen Jahres, nahezu täglich an den Sitzungen teilnehmen. 244 Synodenväter werden in der Aula anwesend sein, die meisten von ihnen Bischöfe. 79 von ihnen sind Synodenväter kraft ihres Amtes, 129 wurden gewählt und 36 direkt vom Papst benannt. Fast 200 der Synodenväter stammen aus Afrika.

Benedikt XVI. verfügte, dass alle 25 Dikasterienleiter der Kurie als Synodenväter an der Versammlung teilnehmen, außerdem alle 14 afrikanischen Kardinäle und alle Vorsitzenden der nationalen und regionalen Bischofskonferenzen. Der Vatikan legte bei der Vorbereitung überdies Wert darauf, dass von jedem der 53 Länder Afrikas mindestens ein Bischof zur Synode kommt, führte Eterovic aus.

Hörer und Experten

Neben dem Kreis der Synodenväter nehmen zwei weitere Gruppen an den Beratungen teil: die Hörer und die Experten. Die Gruppe der Hörer besteht aus 49 Personen, davon 20 Frauen, von den 29 Experten sind zehn Frauen. Assistenten, Übersetzer und Techniker vervollständigen die Teilnehmerliste.

Papst Benedikt hat drei Sondergäste eingeladen, die sich an je einem bestimmten Tag in die Beratungen einschalten: Seine Heiligkeit Abune Paulos, Patriarch der Äthiopischen Orthodoxen Tewahedo Kirche, der 40 Millionen Gläubige angehören. Weiters Rudolf Adada, den ehemaligen Leiter der UNAMID-Mission in Darfur, sowie Jacques Diouf, Generaldirektor der UN-Welternährungsorganisation FAO. Diouf, übrigens der erste muslimische Sondergast eine Bischofssynode, wird am 12. Oktober über Nahrungsmittelsicherheit in Afrika sprechen.

„Freie Diskussion“

Die Afrika-Synode wird die dritte mit einer täglichen so genannten „freien Diskussion“ sein. Allerdings zeigte die Erfahrung der beiden vorangegangenen Synoden, dass die meisten Redner das Forum nutzen, um eine weitere Ansprache zu halten; zu einem echten Gedankenaustausch kam es in der Vergangenheit nur selten. Wie oft Papst Benedikt das Wort ergreifen wird, liegt an ihm selbst; bei der Bibelsynode war er in erster Linie als aufmerksam Zuhörender anwesend.

Offizielle Sprachen

Drei offizielle Sprachen werden die Afrikasynode beherrschen: Französisch, Englisch und Portugiesisch, alternativ können die Reden auf Italienisch gehalten werden. Ort der Versammlung ist die so genannte Synodenaula im Obergeschoss der vatikanischen Audienzhalle. Den Auftakt der Bischofsversammlung bildet am kommenden Sonntag ein Papstgottesdienst in St. Peter; zu Ende geht die Synode mit einer Messe am 25. Oktober. (rv)
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Irland/Europäische Union: Wirtschaft dominiert Referendumsabstimmung
Ganz Europa hat seinen Blick an diesem Freitag gespannt auf Irland gerichtet: Drei Millionen irische Wähler stimmten über die Zukunft der EU mit ihren rund 500 Millionen Einwohnern ab. Zum zweiten Mal innerhalb von 16 Monaten waren die Wahlberechtigte aufgerufen, über den so genannten „Lissabon Vertrag – dem EU-Reformwerk – und damit über die politische Zukunft der Europäischen Union zu entscheiden. Bei einem ersten Volksentscheid im vergangenen Jahr ließen die Iren den Vertrag durchfallen. Die EU stürzte in die Krise. Damals spielten ethische Fragen wie die Abtreibungsregelung in Europa eine Rolle. Diesmal sei es ganz anders. Das sagt gegenüber Radio Vatikan der katholische Journalist und Mitarbeiter bei der Ehe- und Familienanstalt „Iona-Institute“ in Dublin, David Quinn.

„Bei diesem Referendum geht es gar nicht um die Lebensschutzfrage wie Abtreibung. Das Hauptthema ist diesmal die Wirtschaft. Die irische Wirtschaft ist nämlich stärker als alle anderen von der Krise betroffen. Die Insel hat so viel verloren wie noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg. Sicher, während den Debatten in den vergangenen Wochen hörte man viel zum Thema Abtreibung, doch die überwiegende Mehrheit, die Ja oder Nein stimmt, wird vor allem an die Wirtschaft denken. Wer Nein stimmt, hat das wohl eher als Proteststimme gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung gemacht. Nur eine kleine Minderheit hat ihre Nein-Stimme wegen den Themen Neutralität oder Abtreibung abgegeben.“

Viele werfen den irischen Bischöfen vor, sie hätten sich zu wenig in den Debatten zum Referendum eingesetzt. Dem sei nicht so, sagt uns David Quinn.

„Die Kirche war nicht still. Sie hat gesagt, dass man sowohl Ja als auch Nein stimmen kann. Das bedeutet nicht, dass die Bischöfe nicht Klartext gesprochen haben. Denn, wenn man die Stellungnahmen der katholischen Hierarchie in Irland genauer durchliest, dann stellt man ganz klar fest, dass sie für ein Ja sind und vor allem für eine funktionierende Europäische Union. Auch muss man hinzufügen, dass die moralische Autorität der Bischöfe sehr geschädigt ist durch die Missbrauchs-Skandale. Und auch die jüngsten Veröffentlichungen haben das Ansehen geschädigt.“

Seit dem Jahr 2000 hatte eine Expertenkommission unter der Leitung eines Richters ermittelt, von den über 3.000 Opfern, die sich als Zeugen gemeldet hatten, wurden aus Zeitgründen nur etwa 1.800 persönlich befragt und angehört. Die Kommission war nach einer Fernsehdokumentation eingesetzt worden, die den damaligen irischen Premierminister, Bertie Ahern, 1999 zu einer offiziellen Entschuldigung im Namen des irischen Staates veranlasst hatte. (rv)
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Vatikan/Deutschland: Konzert für Frieden und Versöhnung
Zum Gedenken an den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren spielt das Interregionale Jugendsinfonieorchester aus Baden-Württemberg am 8. Oktober vor Papst Benedikt XVI. in Rom. Das Konzert im „Auditorium Conciliazione“ solle daran erinnern, dass der Dialog das einzige Mittel sei, um einen Krieg zu verhindern, sagte Kurienkardinal Walter Kasper am Donnerstag bei der Vorstellung des Projektes. Das gemeinsame Musizieren der Jugendlichen aus insgesamt zehn verschiedenen Nationen sei ein Weg, um sich über nationale Grenzen hinweg zu verstehen, betonte gegenüber Radio Vatikan auch der deutsche Botschafter beim Heiligen Stuhl, Hans Henning Horstmann. Er ist mitverantwortlich für die Organisation des Konzerts:

„Kardinal Kasper hat sehr schön erklärt, wie gerade in dieser Zeit, wo wir an den Wiederaufbau nach dem Krieg hier in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg gedenken, dass wir weiterhin in einer Welt der Konflikte und der Spannungen leben und es dann gut tut, diese Musik zu hören und dazu Texte von Menschen zu hören, deren Bücher die Nationalsozialisten verband habe, wie zum Beispiel Heinrich Heine und andere.“

Auf dem Programm des Konzert- und Rezitationsabends stehen überwiegend Werke jüdischstämmiger Künstler wie Felix Mendelssohn-Bartholdy und Gustav Mahler, deren Aufführung während des Dritten Reiches verboten war. Zudem rezitiert der österreichische Schauspieler Klaus Maria Brandauer neben Heine auch Texte von Goethe, Brecht und Celan sowie zwei Gedichte von Kindern aus dem Konzentrationslager Theresienstadt. Dazu Botschafter Horstmann:

„Es ist eine Veranstaltung für und in Anwesenheit des Papstes, aber auch in Anwesenheit vieler, die aus Amerika und anderen Kontinenten kommen werden, um sich gemeinsam zu unterhalten und gemeinsam daran zu erinnern und einzufordern: Lasst uns versöhnlich miteinander umgehen und lasst uns für den Frieden arbeiten!“

Das Jugendsinfonieorchester spielt die 4. Symphonie von Mendelssohn, die den Beinamen „Italienische“ trägt sowie den vierten Satz aus Mahlers 5. Symphonie. Die südafrikanische Mezzosopranistin Michelle Breedt trägt zwei Stücke aus Mendelssohns Liedzyklus „Des Knaben Wunderhorn“ vor. Weitere Organisatoren des Konzerts sind die Päpstliche Kommission für Beziehungen zum Judentum und das Europäische Kulturforum Mainau. (kna/rv)
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ZUM TAG DER DEUTSCHEN EINHEIT:

„Gott hat das Wunder gewirkt mit uns Menschen“
„Das geschlossene Brandenburger Tor stand da wie ein Symbol der Trennung; als es endlich geöffnet wurde, wurde es zum Symbol der Einheit“. Johannes Paul II. ließ daran keinen Zweifel, als er im Juni 1996 zum letzten Mal Deutschland besuchte. Demonstrativ stellte der Papst aus Polen, der schon mit seinem Besuch 1979 dort den Anstoß zum oppositionellen Aufbruch gab, sich vor das Brandenburger Tor:

„Den Berlinern und allen Deutschen, denen ich dankbar bin für die friedliche Revolution des Geistes, die zur Öffnung dieses Brandenburger Tores führte, rufe ich zu: Löscht den Geist nicht aus! Haltet dieses Tor geöffnet für euch und alle Menschen!“

Zum Tag der deutschen Einheit ist in Berlin wieder die eineinhalb Kilometer lange Festmeile geöffnet. Dort, wo 1989 die ersten Menschen die Mauer stürmten und sich in den Armen lagen, lädt das vereinte Berlin zu einem Volksfest. Die zentralen politischen Feiern (dieses Jahr in Saarbrücken) beginnen mit einem ökumenischen Gottesdienst. Das Motto: „Ohne Mauern eben - zwanzig Jahre später“.

Kirchenvertreter sprechen auch 20 Jahre nach dem Mauerfall noch von einem „Wunder Gottes“, ohne die Ereignisse zu verklären. Wie die Bischöfe der damaligen DDR die Zeit vom Herbst 1989 bis zur Wiedervereinigung erlebt haben, hören Sie einer Sondersendung von Radio Vatikan am Freitagabend. Birgit Pottler hat die Erinnerungen und Wünsche der Bischöfe zusammengestellt. (rv)
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Johannes Paul II.: „Haltet dieses Tor geöffnet!“
60 Jahre Bundesrepublik, 20 Jahre Mauerfall, 19 Jahre deutsche Einheit. Die Kirche stand dem politischen Geschehen in Deutschland nie gleichgültig gegenüber. Die friedliche Wende nennen viele bis heute ein Wunder. Rückblicke, Ausblicke, Meinungen im Jubiläumsjahr – zusammengestellt von Birgit Pottler. (rv)
Hier zum Nachlesen und –Hören


DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Vatikan/Vereinigte Staaten
Benedikt XVI. hat den Einsatz von US-Präsident Barack Obama für die nukleare Abrüstung gewürdigt. Auch sei er zuversichtlich, dass Kirche und Staat in den USA in Fragen des Lebensschutzes weiterhin konstruktiv zusammenarbeiten werden, sagte der Papst dem neuen US-Botschafter beim Heiligen Stuhl, Miguel Diaz. Dieser überreichte am Freitag in Castelgandolfo sein Beglaubigungsschreiben, gleichzeitig mit den neuen Botschaftern der Niederlande und der Philippinen. Mit den Ergebnissen des jüngsten, von Obama geleiteten Treffens des UN-Weltsicherheitsrates, der vor der internationalen Gemeinschaft das Ziel einer atomwaffenfreien Welt festgesetzt habe, sei er sehr zufrieden, sagte der Papst dem neuen US-Botschafter. An die niederländische Diplomatin Baronin Henriette van Lynden-Leijten wandte sich Benedikt mit einem Aufruf zur Stärkung des traditionellen Familienmodells in dem Land. Eine Gesellschaft, die alternative Lebensmodelle fördere, habe mit negativen Konsequenzen zu rechnen, warnte der Papst. Die Niederlande hatten 2007 als eines der ersten europäischen Länder gleichgeschlechtliche Ehen gesetzlich anerkannt. (rv)

Europa

Europäische Union
Die EU muss beim bevorstehenden Klimagipfel in Kopenhagen Verantwortung zeigen. So der Appell der Vertreter der Kirchen in Europa. Bei einem Treffen mit der schwedischen EU-Ratspräsidentschaft in Stockholm brachten sie ihre „tiefe Sorge über die Auswirkungen des Klimawandels“ zum Ausdruck. An der Begegnung mit der schwedischen Ministerin für EU-Angelegenheiten, Cecilia Malström, in Stockholm nahmen Repräsentanten der „Kommission der Bischofskonferenzen des EU-Raumes“ (ComECE), der „Konferenz Europäischer Kirchen“ (KEK) und der schwedischen Kirchen teil. Besonders für Entwicklungsländer und künftige Generationen stelle der Klimawandel eine „schwere Last“ dar. Es gelte daher ein „ehrgeiziges weltweites Übereinkommen zu erreichen und Klimagerechtigkeit zu fördern“, so der Aufruf der europäischen Kirchen. Auch das Thema Migration stand auf der Tagesordnung. Angesichts von Plänen, einen künftigen EU-Kommissar sowohl für Migration als auch für Sicherheit zuständig sein zu lassen, betonten die Vertreter der Kirchen die Notwendigkeit einer genauen Unterscheidung zwischen der Frage der Migration und Fragen der Sicherheit. Migranten sollten nicht als eine Bedrohung für die Sicherheit der Union betrachtet werden, sondern als „Segen und Gnade“, wie jedes menschliche Wesen. In Anbetracht der bevorstehenden Ministerkonferenz über „EU-Maßnahmen gegen Menschenhandel“ forderten die Repräsentanten der Kirchen die EU-Institutionen auf, ihren Kampf gegen jede Form von Menschenhandel zu intensivieren. Zum Abschluss wurde auch generell über die Frage des Dialogs zwischen Kirchen und EU-Institutionen diskutiert. Dieser Dialog, der inzwischen zu einer langjährigen Tradition geworden ist, werde gestärkt, wenn der Lissabon-Vertrag in Kraft trete. (kap)

Deutschland
Im Kampf gegen den Priestermangel setzt die katholische Kirche im Oktober auf einen 30 Tage dauernden Gebetsmarathon. Die Erzbistümer und Bistümer Freiburg, Fulda, Regensburg, Rottenburg-Stuttgart und Speyer starten am Samstag ihre Gebetsinitiative um geistliche Berufungen, die bis zum 1. November dauern soll. Anlass ist nach Angaben des Freiburger Erzbischofs Robert Zollitsch der 75. Jahrestag des monatlichen Gebetstages um geistliche Berufe. Die Initiative wolle laut Zollitsch dazu beitragen in Gemeinden und Familien eine Atmosphäre zu schaffen, „in der geistliche Berufe wachsen können“. Gebetet werden soll ohne Pause und rund um die Uhr. „Wir beten darum, dass viele auf Gottes Ruf antworten und Priester werden, sich einer Ordens- oder geistlichen Gemeinschaft anschließen, einen Beruf in der Kirche ergreifen, eine christliche Ehe eingehen“, erklärten die Veranstalter der Gebetskette. Im Internet können sich Gläubige informieren und Gebetszeiten eintragen. (kna)
Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat die Afrikaner ermuntert, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Eine nachhaltige Entwicklung des Kontinents sei nur durch die dort lebenden Menschen selbst möglich, sagte Schick am Freitag der Katholischen Nachrichtenagentur. Der Erzbischof nimmt in seiner Funktion als Vorsitzender der Kommission „Weltkirche und Mission“ der Deutschen Bischofskonferenz an der am Sonntag beginnenden Afrikasynode in Rom teil. Von der Synode erhoffe er sich, dass Afrika wieder stärker ins Blickfeld der Welt gerate, sagte Schick. Allerdings sollte nicht nur über Katastrophen und Kriege gesprochen werden. Vielmehr komme es darauf an, dass die afrikanischen Vertreter über sich selbst, über den Reichtum des Kontinents an „intelligenten, dynamischen und zukunftswilligen Menschen“ sowie über ihre großen Kulturen sprechen könnten. Bisher hätten immer nur die Europäer, Nordamerikaner und arabischen Völker über Afrika entschieden. Damit die Versöhnung zwischen den Stämmen und Völkern gelinge, sei der Dialog zwischen den Religionen wichtig, betonte der Erzbischof weiter. Auch sprach er sich für eine bessere Aufarbeitung der Kolonialgeschichte aus. (kna)

Amerika

 

Honduras
Die katholische Kirche hat in der honduranischen Staatskrise erneut zum Dialog aufgerufen. In einem am Donnerstag vorgestellten Maßnahmenpapier, das „Abkommen von Tegucigalpa“ getauft wurde, nennt die Kirche die aus ihrer Sicht notwendigen Schritte zu einer friedlichen Lösung der Krise. Fundamental sei, dass beide Konfliktparteien dazu bereit seien, erklärte der Weihbischof von Tegucigalpa, Juan José Pineda, vor Journalisten. Unterdessen hat die Caritas des Landes massive Kritik am Vorgehen der Übergangsregierung geübt. In einer Erklärung vom Mittwoch wirft das Hilfswerk der De-Facto-Regierung unter Roberto Micheletti vor, unverhältnismäßige und wenig konstruktive Maßnahmen ergriffen zu haben. Durch den von der Regierung verhängten 45-tägigen „Belagerungszustand“ sei ein Dialog verhindert und fundamentale Personenrechte missachtet worden. Das Hilfswerk nennt zahlreiche Verstöße gegen die verfassungsmäßig garantierte Meinungs- und Versammlungsfreiheit. „Uns sorgt vor allem, dass zur Aufrechterhaltung eines scheinbaren sozialen Friedens das Leben und die körperliche Unversehrtheit vieler Personen bedroht wurden, die an Demonstrationen teilgenommen haben“, heißt es in der Erklärung wörtlich. Aufs schärfste verurteilt die Caritas auch die Todesdrohungen gegen den Direktor des Radiosenders „Radio Progreso“, den Jesuitenpater Ismael Moreno. Weiter rief das Hilfswerk zum friedlichen Dialog zwischen den Konfliktparteien auf. Dabei müsste aber das Gemeinwohl im Vordergrund stehen und nicht die Einzelinteressen rivalisierender Gruppen oder Personen. (rv)

Vereinigte Staaten/Vatikan
Die vatikanische Kongregation für Institute des gottgeweihten Lebens hat die US-Bischofskonferenz um finanzielle Unterstützung gebeten. Der Präfekt der Kongregation, Kardinal Franc Rodé, ersuchte der Agentur apic zufolge um rund 1,1 Millionen Dollar, um eine dreijährige Untersuchung zu finanzieren. Diese soll die „Lebensqualität der Ordensmitglieder“ in den USA erheben. Derzeit gibt es rund 59.000 Ordensleute in den USA. Im Jahr 1965 waren es über 180.000 gewesen. (apic)

Kanada
Ein Bischof, der wegen des mutmaßlichen Besitzes von Kinderpornografie polizeilich gesucht wurde, hat sich in Ottawa gestellt. Raymond Lahey wurde nach Zahlung einer Kaution von umgerechnet 6.000 Euro am Donnerstagnachmittag wieder freigelassen, wie „Radio Canada“ berichtete. Zu den Auflagen gehöre, dass der Bischof keine Parks besuchen und das Internet nicht nutzen dürfe. In einer Stellungnahme vom Donnerstag äußerte sich auch der Vorsitzende der Kanadischen Bischofskonferenz, Erzbischof James Weisgerber, zu dem Vorfall. Er sei geschockt und traurig angesichts der Anschuldigungen gegen Lahey. Kommentieren wolle er sie allerdings nicht, so Erzbischof Weisgerber in seiner Erklärung. Dennoch teile er mit allen Kanadiern sowie den Katholiken des Landes den Wunsch, dass der Vorfall von den zuständigen Justizbehörden vollständig aufgeklärt werde. Papst Benedikt hatte den Rücktritt des Bischofs von Antigonish vor einer Woche angenommen. (kipa/rv)

Vereinte Nationen

Das UNO-Flüchtlingshilfswerk hat ein jährliches Aufnahmekontingent für die Neuansiedlung hilfsbedürftiger Flüchtlinge in Deutschland gefordert. Das geht aus einem am Freitag in Berlin vorgelegten Papier mit Vorschlägen an die künftige Bundesregierung hervor. Darin setzt sich das Flüchtlingshilfswerk auch für eine Änderung des so genannten Dublin-Verfahrens ein. Es sieht vor, dass Flüchtlinge, die in die EU kommen, ihren Asylantrag im jeweiligen Einreiseland stellen müssen. Dies hat zu einer besonderen Belastung der südlichen EU-Staaten geführt, während Deutschland als Staat in der Mitte der EU massiv entlastet wird. Das UNO-Flüchtlingswerk verlangt außerdem, Flüchtlinge nicht in solche EU-Mitgliedsstaaten zu überstellen, in denen die Rechte von Asylsuchenden nicht gewahrt werden und ein funktionierendes Asylsystem fehlt. (kna)
Entwicklungshilfe müsse immer mit dem Respekt vor dem menschlichen Leben einhergehen – auch vor dem ungeborenen. Das sagte der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhle bei der UNO in New York, Erzbischof Celestino Migliore, auf der 64. Generalversammlung der Vereinten Nationen. Leider werde die Entwicklungshilfe für einige Empfängerländer von deren Bereitschaft abhängig gemacht, „westliche“ Methoden gegen das Bevölkerungswachstum zu akzeptieren. Diese den Entwicklungsländern auferlegten Programme verstießen oft gegen die Würde und die fundamentalen Rechte jedes Menschen. Jedoch würden sie von den Industrieländern als Form des zivilen und kulturellen Fortschritts exportiert. Das sei ein klarer Machtmissbrauch, kritisierte Migliore. Jedes menschliche Leben habe das Recht auf eine „good governance“, so der Erzbischof wörtlich, „das heißt, dass alle sozialen Handlungen auf nationaler wie internationaler Ebene, seien sie direkt oder indirekt, jeder Person ein freies und würdevolles Leben garantieren müssen“. (rv)


Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören

 






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