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Meldungen vom 4.10.2009

- Papst eröffnet Afrika-Synode mit einer Messe -
- Predigt: „Afrikas Familien beschützen“ -
- Angelus: Bestürzung über Naturkatastrophen -
- Bagnasco kritisiert Berichterstattung über Papst -


Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Mario Galgano
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

DIE AFRIKA-SYNODE:

In den nächsten drei Wochen informiert Sie Radio Vatikan regelmäßig über Verlauf und Inhalte der Afrikasondersynode. Auch übertragen wir die Papstmesse zum Abschluss der Synode am 25. Oktober live und mit deutschem Kommentar. Bitte informieren Sie sich auf unserer Homepage oder bei unseren Partnersendern. (rv)

Vatikan: Zweite Afrika-Synode begonnen
Im Vatikan hat an diesem Sonntag die zweite Afrika-Synode der katholischen Kirche begonnen. Fast 250 Teilnehmer, darunter 197 afrikanische Bischöfe, beraten drei Wochen lang über die Zukunft des Kontinents. Eröffnet wurde die Synode mit einem Festgottesdienst im Petersdom, die von Papst Benedikt XVI. zelebriert wurde. Bei seiner Afrika-Reise im März hatte der Papst bereits das Arbeitspapier für die Synode veröffentlicht, das als Grundlage der Beratungen zum Thema dient. Es lautet:„Die Kirche in Afrika im Dienst von Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden“. Bei der Synode wird es unter anderem um Kriege, Armut, Aids, Korruption und Menschenrechtsverletzungen gehen. 1994 hatte Papst Johannes Paul II. erstmals zu einer Afrika-Synode eingeladen.
Mit afrikanischen Gesängen eröffnet

Zu den Gesängen der Allerheiligen-Litanei zogen die Synodalen in langer Prozession in den Petersdom ein. Gregorianische Choräle wechselten sich mit traditionellen afrikanischen Gesängen ab. Zum Schuldbekenntnis besprengten die drei Kardinal-Präsidenten der Synode die Gemeinde mit Weihwasser, während ein Chor aus afrikanischen Seminaristen und Ordensschwestern „Nakoma Peto“ sang: „Herr, wasche mich von all meinen Sünden, damit ich vor dir rein werde“.
Papst wünscht sich „erneuerte Kirche“

Papst Benedikt XVI. äußerte in seinem Anfangsgebet den Wunsch, dass die Kirche sich erneuere und erstarke – „als Zeichen und Instrument der Versöhnung, der Gerechtigkeit und des Friedens vor allem für den großen afrikanischen Kontinent“. Die Arbeitssitzungen der Synode beginnen am Montag mit einem Grundsatzreferat, in dem nochmals das Thema des Treffens umrissen wird. (rv)
Hören Sie hier die Zusammenfassung des Eröffnungsgottesdienstes

„Familie und Kinder sind Afrikas Reichtum“
„Pax vobis – der Friede sei mit euch!“ Mit diesen Worten begann die Predigt von Papst Benedikt beim Eröffnungsgottesdienst der Afrika-Synode. Die Familie und die Kinder seien das Reichtum Afrikas, die eines besonderen Schutzes bedürfen. Die Ehe entspreche dem göttlichen Gesetz und dem Naturrecht, das stärker sei als menschliche Gesetze. Besorgt äußerte sich der Papst über die Not und das Leiden der Kinder in Afrika, die letztlich die Zukunft des Kontinents bildeten. Weiter sagte das katholische Kirchenoberhaupt in seiner Predigt: „Wenn man von den Reichtümern Afrikas spricht, dann denkt man sofort an die Rohstoffe, die es so zahlreich auf diesem Kontinent gibt, und die oft Gründe für Ausbeutung, Konflikte und Korruption sind. Doch das Wort Gottes lässt unser Blick auf einen anderen Reichtum richten,  auf die spirituellen und kulturellen Reichtümer, die die Menschheit nötiger hat als alle anderen Dinge.“ (rv/kna)
Hören und lesen Sie hier mehr über die Papstpredigt

Papst beim Angelus: „Wir brauchen Gnade Gottes“
Beim Angelusgebet kam der Papst nochmals auf die Afrika-Synode zu sprechen. Den deutschsprachigen Pilgern und Besuchern sagte er:

„Ganz herzlich heiße ich die Pilger und Besucher aus den Ländern deutscher Sprache willkommen; besonders grüße ich die Wallfahrer aus Zuoz in der Schweiz. Mit der heiligen Messe im Petersdom heute Vormittag haben wir die Zweite Sonderversammlung der Bischofssynode für Afrika begonnen. Das Thema lautet: „Die Kirche in Afrika im Dienst der Versöhnung, der Gerechtigkeit und des Friedens. Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt.“ Um wirklich Salz der Erde und Licht der Welt zu sein, brauchen wir die Gnade Gottes. Bitten wir den Herrn, dass er unsere Glaubensbrüder in Afrika wie auch uns selber immer mehr zu Boten der Versöhnung, der Hoffnung und des Friedens mache. Euch allen wünsche ich einen gesegneten Sonntag.“ (rv)
Hier zum Nachhören


WEITERE THEMEN DES TAGES:

Papst: Gebet und Unterstützung für Katastrophenopfer
Papst Benedikt XVI. ist über die gewaltigen Naturkatastrophen in Südostasien und Ozeanien, aber auch auf Sizilien bestürzt. Nach dem Angelus-Gebet am Sonntagmittag auf dem Petersplatz erinnerte der Papst an die zahlreichen Opfer und schweren Schäden in Samoa, auf den Philippinen, in Vietnam, Laos und Kambodscha sowie an das Erdbeben in Indonesien. Benedikt sprach allen Betroffenen seine Anteilnahme aus und rief die Gläubigen zum Gebet für die Opfer auf. Zugleich bat er um Solidarität und Unterstützung der Internationalen Gemeinschaft für die Katastrophenregionen. Auch bekundete das katholische Kirchenoberhaupt seine Betroffenheit über die Gewaltwelle im afrikanischen Guinea. Er lud die Menschen dort ein, den Dialog zu suchen und sich zu versöhnen. – Akustisch bestimmt wurde das Mittags-Treffen mit dem Papst durch mehrere hundert Motorradfahrer. Die italienische Vereinigung „Motorradfahrer für Sicherheit im Straßenverkehr“ hatte ihre Mitglieder zur Teilnahme am Papstgebet aufgerufen. Zur Begrüßung des Papstes gaben sie ein Hupkonzert und ließen die Motoren aufheulen.
(rv)
Hier zum Nachhören

Frankreich/Italien: Antiklerikalismus in den Medien
Papst Benedikt XVI. wird von den Medien oft falsch zitiert. Das kritisierte der Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Angelo Bagnasco. Der Erzbischof von Genua sprach vor der Vollversammlung des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) in Paris zur Wahrnehmung des Papstes in den Medien. Es gebe Journalisten, die wichtige Prioritäten des Pontifikats von Benedikt XVI. außer Acht ließen, sagte Bagnasco.
Verkündigung der Freiheit
Benedikts Anliegen sei die Verkündigung der Freiheit. Diese gebe es aber nicht ohne Bezug zum anderen Mitmenschen. Die Medien zögen es aber vor, die Ereignisse nur partiell und nicht selten gänzlich falsch zu interpretieren, so der italienische Purpurträger. Dies veranlasse zu der Frage, ob sich bei einigen Vertretern des kulturellen Lebens und der Medien der Antiklerikalismus breit mache, der das wahre Gesicht der Kirche verbergen möchte. Die Bedeutung der kirchlichen Botschaft werde entstellt, so dass sie inkohärent und anachronistisch wirke; die Kirche werde dargestellt, als sei sie nur vom Willen getrieben, „Mauern zu errichten und Gräben auszuheben“, insbesondere im Hinblick auf die Ethik. Das wäre eine Kirche des „Nein“, feindlich gegenüber den Menschen und gleichgültig gegenüber ihren Bedürfnissen, rückständig und der wissenschaftlichen Vernunft gegenüber verschlossen. In Wirklichkeit sage die Kirche vor allem ein großes „Ja“, einige der klaren „Nein“ seien nur die Kehrseite dieses „Ja“, erklärte Bagnasco. (rv/kipa)
Hier zum Nachhören

Ein neuer Seliger: Eustachius Kugler
In Bayern hat an diesem Sonntag erstmals eine Seligsprechung nach dem neuen Verfahren der katholischen Kirche stattgefunden. Die Seligsprechung von Eustachius Kugler (1867-1946) wurde in Regensburg zu einer öffentlichen Feierstunde. Begonnen hatte die Seligsprechung bereits am Freitagabend mit einer Lichtfeier vor dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder. Am Sonntag begann die Zeremonie im Regensburger Dom, woraufhin die Gebeine des neuen Seligen in einer feierlichen Prozession quer durch die Stadt ins Krankenhaus der Barmherzigen Brüder getragen wurden. Dazu wurden sämtliche Straßen in der näheren Umgebung gesperrt. Auf Videoleinwänden konnte die Veranstaltung live mitverfolgt werden. Später wurde der Reliquienschrein in der Kirche des Hospitals ausgestellt. Kugler hatte Ende der 1920er Jahre in Regensburg das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder aufgebaut. Heute ist die Ordensklinik mit rund 900 Betten und etwa 2300 Mitarbeitern das größte katholische Krankenhaus Deutschlands. (rv)
Hier hören Sie Auszüge aus der Predigt von Bischof Gerhard Ludwig Müller
Hier weitere Informationen vom Erzbistum Regensburg

Italien/Deutschland: 400 Jahre Pionierin Maria Ward
Die „Congregatio Jesu“, bekannt auch als „Englische Fräulein“, feiern kommende Woche in Rom ihr 400-jähriges Gründungsjubiläum. Im Mittelpunkt steht dabei die Vision, die Ordensgründerin Mary Ward von ihrem Institut hatte. Die Generaloberin der „Congregatio Jesu“, die Deutsche Schwester  Mechthild Meckl:

„Normalerweise wird so ein Jubiläum wegen eines Geburts- oder Todestages einer Gründerin gefeiert, bei uns aber ist es ein Gründungsjubiläum. Es ist in dem Fall, denke ich, auch wirklich angemessener, weil Maria Ward eine Pionierin war – und zwar für alle apostolischen Frauenorden, und darüber hinaus die Voraussetzung geschaffen hat für die apostolische Tätigkeit von Frauen in der Kirche überhaupt. Also auch die Laien können sich auf Maria Ward beziehen. Sie hat einen ganz neuen Weg gezeigt, den es vorher nicht gegeben hat.“

Papst Pius XII. nannte die Ordensgründerin Mitte des 20. Jahrhunderts eine „unvergleichliche Frau, die das katholische England der Kirche geschenkt hat“. Doch zu ihren Lebzeiten blieb Mary Ward von den Päpsten unverstanden. 1631 zerschlug Papst Urban VIII. die „Englischen Fräulein“ mit einer der härtesten Bullen, die in der Kirchengeschichte bekannt sind. Mary Wards Vision von Bildung für Frauen und einem Ordensleben ohne Klausur waren revolutionär für die Kirche ihrer Zeit. (rv)
Hören und lesen Sie hier den gesamten Beitrag von Gudrun Sailer

D/Russland: Gedenken an tote Soldaten
Die russisch-orthodoxe Kirche hat an diesem Samstag im oberschwäbischen Weingarten auf dem ältesten und möglicherweise größten russischen Soldatenfriedhof Deutschland der verstorbenen Kriegsteilnehmer gedacht. Der Soldatenfriedhof ist eng mit dem Namen des russischen Feldherren Alexander Suworow verbunden, der mehrere Tausend Russen und Österreicher in den Krieg gegen Napoleon führte und derzeit in Russland intensiv gefeiert und verehrt wird.
Vor 210 Jahren starben in der Weingartener Benediktinerabtei zwischen 2000 und 3000 russische sowie österreichische Soldaten. Sie wurden, geschwächt vom Feldzug gegen Napoleon, von den Mönchen versorgt und gepflegt. Bestattet wurden sie im so genannten Russenhölzle. Und seit dieser Zeit, seit1799, zieht der unwirtliche Platz im Altdorfer Wald viele Russen an, die dort der toten Soldaten gedenken. So auch heute, als Erzdiakon Georg Kobro auf dem kleinen Friedhof eine Messe feierte. In seinen Gebeten und Fürbitten immer wieder zu hören: der Name von Alexander Suworow, dem russischen General, der die Soldaten 1799 über die Alpen nach Hause führen wollte und der aktuell in Russland wie ein Nationalheld gefeiert wird. Erzdiakon Kobro:

„Suworow ist der Inbegriff des nationalen Russentums. Hinzu kommt die orthodoxe, die christliche Komponente: dass wir zu unseren Verstorbenen ein sehr inniges Verhältnis haben. Es ist in der katholischen Kirche und auch in der Ostkirche: der starke Glaube an das Leben nach dem Tod, an die wechselseitige Beziehung zwischen uns Hierseienden und den Seelen der Verstorbenen.“ (rv)
Hören und lesen Sie hier den Beitrag von Michael Hermann

Heute: Kirche feiert Franz von Assisi
Der
4. Oktober wird traditionell als Welttierschutztag begangen. Dieser Tag ist dem Heiligen Franziskus von Assisi gewidmet, dem Schutzpatron der Tiere und Gründer des Franziskanerordens. Der einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie entstammende Franziskus, 1181 oder 1182 als Giovanni Bernardone in Assisi geboren, trat schon früh in den Militärdienst ein, wurde Offizier und führte das übliche freie Leben. Als er jedoch im Städtekrieg zwischen Assisi und Perugia 1202 in Gefangenschaft geriet und schwer erkrankte, bewog ihn dies, sein Leben radikal zu ändern und in Armut und tätiger Nächstenliebe zu leben – was zum unvermeidlichen Bruch mit dem Vater führte. In einer Zeit, in der viele auf der Suche nach einem neuen christlichen Leben waren und nicht wenige zu Häretikern wurden, hatte er bald viele Anhänger, denen er sich ab 1209 widmete. Die erste Ordensregel verfasste er nur nach dem neuen Testament. Als 1210 Papst Innozenz III. den Orden der Minderbrüder billigte, breitete sich dieser rasch aus. (rv/heiligenlexikon)
Hier die Homepage über Benedikts Besuch in Assisi am 17. Juni 2007


DIE NACHRICHTEN:

Europa

Zwanzig Jahren nach dem Fall der Berliner Mauer stellt die Kirche fest, dass der historische Elan sehr schwach geworden sei. Das gab der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) zum Abschluss ihrer Vollversammlung in Paris bekannt. Die Stimmenthaltung bei den letzten Europaparlamentswahlen sei ein wichtiges Zeichen dieser Schwächung. Die Hoffnungen, die auf den Aufbau Europas gestützt waren, seien bis jetzt noch nicht wirklich realisiert worden. Deshalb sei der Aufbau Europas ein Abenteuer, das sich zu leben lohne, so Europas Bischöfe. Es sei nicht der richtige Moment, den Schritt zu verlangsamen oder am Rande des Weges stehen zu bleiben. (pm)

Deutschland
Eine positive Bilanz des Dialogs von Christen und Muslimen in Nigeria hat der Erzbischof von Jos, Ignatius Kaigama, gezogen. Das Gespräch zwischen den Religionen sei ein unerlässlicher Beitrag für das Ende der blutigen Auseinandersetzungen in dem westafrikanischen Land. Das gemeinsame Friedensengagement, das er mit dem muslimischen Emir von Wase, Alhaji Haruna Abdullahi, seit Jahren pflege, ziehe inzwischen weite Kreise, sagte der Erzbischof am Sonntag im Osnabrücker Dom. „Frieden in Nigeria bedeutet Frieden für Afrika, für Europa und letztlich für die ganze Welt“, unterstrich der Erzbischof. Er äußerte sich bei der bundesweiten Eröffnung des „Monats der Weltmission“ des katholischen Hilfswerks „missio“. (pm/kna)
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber: hat an die tragende Rolle der Evangelischen Kirche bei der friedlichen Revolution in der DDR erinnert.
In einem Erntedankgottesdienst an diesem Sonntag in der Gethsemanekirche in (Ost-) Berlin sagte Huber, dass diese Kirche ebenso wie die Berliner Zionskirche und Leipziger Nikolaikirche zu einem Symbol für die letzten Monate der DDR geworden sei. Mit brennenden Kerzen und der gesungenen Gebetsbitte „Dona Nobis Pacem“ (Gib uns Frieden) hätten Christen auf Schlagstock und Hundestaffel geantwortet. Von diesen Kirchen sei „der wichtigste Ruf dieser Wochen“ ausgegangen: „Keine Gewalt!“ Zugleich mahnte der Bischof, das Danken nicht zu vergessen. Danken mache zukunftsfähig und erinnere an das Lebensnotwendige. Es helfe, nicht nur an sich selbst zu denken, und rufe dazu auf, die Würde des anderen zu schützen, für die Grundlagen der gemeinsamen Freiheit einzutreten. Eine solche Einstellung lasse sich von den Ereignissen gerade in der Gethsemanekirche lernen. Die Kirche beherbergte im Mai 1989 ein Wahlbüro der Berliner Opposition, die die Wahlfälschungen der kommunistischen Behörden öffentlich machte. Im September 1989 fanden hier Mahnwachen von Umweltaktivisten statt. Nach einem Fürbittgottesdienst am 7. Oktober verhaftete die Polizei mehr als 500 Teilnehmer. (idea)

Österreich
60.000 Euro Reinerlös wurden am Samstag bei der zweiten Benefizwanderung der Führungskräfte für den Stephansdom erzielt. Der Reinerlös kommt direkt den laufenden Restaurierungsarbeiten am Stephansdom zugute. Die Generalsekretärin des Vereins „Unser Stephansdom“, Doris Feldbacher, nannte zwei derzeitige „Hauptbaustellen“: „Intensiv wird am Südteil der Westfassade gearbeitet. Weiters wird nun der Südturm vom Fundament bis zu einer Höhe von 60 Metern restauriert: Diese Fläche ist fast so groß wie ein Fußballfeld, man kann sich also vorstellen wie viel Aufwand hinter den Restaurierungsarbeiten steckt“. – Der Verein „Unser Stephansdom“ ist ein gemeinnütziger, weltanschaulich und politisch unabhängiger Verein und wurde 1987 vom damaligen Wiener Bürgermeister Helmut Zilk initiiert. Zweck des Vereins ist es, Mittel für die Erhaltung des Doms aufzubringen und den „Steffl“ als Kulturerbe zu bewahren. (kap)

Schweiz
Die Geschäftsleitung der Jungsozialisten (Juso) hat am vergangenen Mittwoch ein Positionspapier verabschiedet, das die radikale Trennung von Kirchen und Staat fordert, inklusive Abschaffung der Kirchensteuer und Schließung der theologischen Fakultäten an staatlichen Universitäten. Das schreibt die „Sonntags-Zeitung“ an diesem Sonntag. Gemäß diesem Papier sollen zudem Kreuze und andere religiöse Symbole aus den Unterrichtsräumen entfernt und die Entschuldigung vom Schwimmunterricht aus religiösen Gründen verboten werden. „Bei der Vorbereitung der Kampagne gegen die Anti-Minarettinitiative ist uns klar geworden, dass es zum Verhältnis zwischen Kirche und Staat viele offene Fragen gibt“, begründet Cédric Wermuth, Vizepräsident der Sozialdemokratischen Partei Schweiz (SP) und Präsident der Jungsozialisten, das Papier gegenüber der Zeitung. Die Armutsbekämpfung hingegen, für die sich die Kirchen stark machen, seien staatliche Aufgaben und gehörten auch in die Hand des Staates. Er möchte die Forderungen im SP-Parteiprogramm verankern. Am 24. Oktober werden die Juso-Delegierten über das Positionspapier befinden. (kipa)

Slowakei
Das Christentum ist im Stande, einen wichtigen Beitrag zum Zusammenhalt der Menschheit zu leisten - auch und gerade in einer säkularen Gesellschaft. Das sagte der tschechische Bischof Dominik Duka beim Kongress des Europäischen Kolpingwerks in Pressburg. Das Treffen an diesem Wochenende stand im Zeichen der Zukunft Europas 20 Jahre nach der „samtenen Revolution“. 220 Delegierte des katholischen Verbandes aus 19 europäischen Ländern versammelten sich ab Freitag im Alten Parlament der slowakischen Hauptstadt. Unter dem Kongress-Motto „Freiheit verpflichtet - Zukunft verantwortlich gestalten“ diskutierten sie in Workshops u. a. über die 20 Jahre seit dem Fall des Eisernen Vorhangs, die Rolle der Familie vor und nach 1989, die sich ändernde soziale Situation in Europa sowie Chancen und Gefahren der Globalisierung. (kap)

Afrika

Somalia
In dem ostafrikanischen Land hat ein islamischer Extremist eine Christin erschossen, weil sie Bibeln in ihrem Haus aufbewahrte. Die 46-jährige Mariam Muhina Hussein wurde am 28. September in der Ortschaft Marerey ermordet. Das berichtet die evangelische Nachrichtenagentur „Idea“ an diesem Sonntag. Nach Angaben des Informationsdienstes „Compass Direct“ handelte es sich bei dem Täter um Scheich Arbow, ein Mitglied der radikal-islamischen Al-Shabab-Miliz. Sie soll in Verbindung mit dem Terrornetz El Kaida stehen. „Compass Direct“ zufolge täuschte zunächst eine Frau des Scheichs Interesse an Bibeln vor und gewann so das Vertrauen von Frau Hussein, die eine Gruppe von Untergrundchristen leitete. Sie ließ schließlich auch den Scheich ins Haus und händigte ihm eine Bibel aus. Darauf eröffnete er ihr, dass er Christen suche, die den Islam „schänden“. Er feuerte dann drei tödliche Schüsse auf die Frau ab. – Die Al-Shabab-Miliz will das Land am Horn von Afrika von Christen „säubern“. Insgesamt hat sie in diesem Jahr mindestens ein Dutzend umgebracht; neun wurden geköpft. Die Miliz strebt danach, das islamische Religionsgesetz, die Scharia, in der Hauptstadt Mogadischu und in den von ihr kontrollierten Gebieten im Süden Somalias durchzusetzen. In den vergangenen zweieinhalb Jahren sind durch Al-Shabab mehr als 18.000 Zivilisten getötet worden; eine Million mussten fliehen. Weniger als ein Prozent der 8,7 Millionen Einwohner Somalias sind Christen, die übrigen meist Muslime. (idea)

Asien

Philippinen
Mit gewaltiger Kraft ist ein Taifun am Wochenende über den nordöstlichen Teil der Philippinen gezogen und hat mindestens 17 Todesopfer gefordert. Doch das Ausmaß der Schäden blieb nach Angaben offizieller Stellen unter den Befürchtungen. Der Taifun entwurzelte Bäume, riss Dächer von Häusern und setzte Strom- und Telefonleitungen unter Wasser. Schwere Regenfälle verwandelten Flüsse binnen Minuten in reißende Ströme. Erst vor etwa einer Woche war der verheerende Tropensturm „Ketsana“ über den Inselstaat im Westpazifik hinweggezogen. Mehr als 80 Prozent der Hauptstadt Manila standen unter Wasser. Dort und in den umliegenden Provinzen kamen wahrscheinlich 300 Menschen ums Leben. (ap)

Amerika

Vereinigte Staaten
Betroffene haben sich wegen der umstrittenen Schließungen von Pfarrgemeinden erstmals direkt an den Vatikan gewandt. Der Bischof von Cleveland (Bundesstaat Ohio), Richard Gerard Lennon, möchte 50 Pfarrgemeinden schließen. Gläubige aus 14 betroffenen Pfarrgemeinden haben sich in der Initiative „Endangered Catholics“ (gefährdete Katholiken) zusammengeschlossen. Namens der „Endangered Catholics“ wandte sich der Aktivist Peter Borre aus Boston, der „nationwide“ gegen die Schließung von Pfarrgemeinden kämpft, an den Präfekten der Bischofskongregation, Kardinal Giovanni Battista Re. Seiner Sachverhaltsdarstellung legte er 5.000 Unterschriften von Katholiken, aber auch von Nichtkatholiken aus Cleveland bei. In Antwortbriefen der Bischofskongregation hieß es, dass man mehr Zeit brauche, um die Sache zu prüfen. Bis 9. Dezember seien aber die Aufhebungen von Pfarrgemeinden in der Diözese Cleveland sistiert. (kap)

Honduras
Die Kirche in dem zentralamerikanischen Land ist besorgt: Dutzende Anhänger des gestürzten honduranischen Präsidenten Manuel Zelaya sind aus Protest gegen ihre Inhaftierung in einen Hungerstreik getreten. Nach Angaben des Führers der Agrar-Gewerkschaft Rafael Alegria begannen insgesamt 38 Bauern am Samstag ihren Hungerstreik in der rund 25 Kilometer nördlich der Hauptstadt Tegucigalpa liegenden größten Haftanstalt des Landes, der Penitencia Nacional. Neben ihrer Freilassung forderten sie eine Rückkehr Zelayas an die Staatsspitze sowie eine „Anerkennung ihrer Landrechte“. Die Bauern kommen aus allen Teilen des Landes. Sie hatten tagelang in Tegucigalpa gegen die Putschregierung von Übergangspräsident Roberto Micheletti protestiert und in den Nächten im Staatlichen Institut für Agrarreformen campiert. Am vergangenen Mittwoch räumten Soldaten und Polizisten gewaltsam das improvisierte Lager der Bauern. 38 der Festgenommenen sollen am Dienstag dem Richter vorgeführt werden, nach ihren eigenen Angaben drohen ihnen langjährige Haftstrafen wegen „Aufruhr“. (reuters)

Vereinte Nationen

Kirchliche Hilfswerke begrüßen die Fortschritte bei der UNO-Wüstenkonferenz. Angesichts der immer bedrohlicheren Ausbreitung von Trockengebieten einigte sich die 9. UNO-Wüstenkonferenz an diesem Wochenende im letzten Augenblick doch noch auf eine Erhöhung des Budgets. Der Etat beträgt nun 16,3 Millionen US-Dollar. Nach einer Nachtsitzung stimmten die Vertreter aus 190 Mitgliedsländern der UNO-Wüstenkonvention für die Erhöhung der Ausgaben um 4,29 Prozent. Auch solle die Zusammenarbeit aller beteiligten Länder und Organisationen verbessert werden. (ap/reuters)


Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

Programmvorschau:

Heute Abend, 04.10.2009: Sie schreiben – wir antworten: von und mit P. Eberhard von Gemmingen SJ
Infos zur feierlichen Eröffnung der Weltbischofssynode zum Thema Afrika im Vatikan durch Papst Benedikt

Montag Abend, 05.10.2009: Weltkirchen-Magazin
Themen u.a.. Aktuelle Berichte von der Afrika-Synode: Wir haben zwei Beobachter in der Aula...

Dienstag Abend, 06.10.2009: Radio-Akademie
Papst Johannes-Paul II. - Deutschland-Reise 1980


Radio Vatikan sendet täglich:
16.00 h Treffpunkt Weltkirche” (KW 5885, 7190, 7250, 9645)20.20 Uhr Magazin”: (1530 kHz, 4005 kHz, 5885 kHz, 7250 kHz) 6.20 Uhr Wiederholung des Magazins” vom Vortag (1530 kHz, 4005 kHz, 7250 kHz)

Radio Vatikan ist außerdem zu hören bei:
Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.

· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.

· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.

· World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).

· Radio Stephansdom um 19.30 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz.

· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)

· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz

Im Internet:Die deutschsprachigen Sendungen sind online live und auf Abruf zu hören unter: www.radiovaticana.deDas Vier-Monatsprogramm können Sie anfordern bei: Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40878 Ratingen. - Tel.: 02102/711711 Fax: 02102/ 21413, E-mail: aufterbeck@radiovaticana.de

Post: Radio Vatikan - sezione tedesca, I-00120 Città del Vaticano
Fax: 0039/06/69883844
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