Meldungen vom 7.10.2009
- Afrika-Synode tagt erstmals in Sprachgruppen -
- Papst: Reform nur von innen heraus möglich -
- Diözese Freiburg tut was für den Klimaschutz -
Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Antje Dechert
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.
DIE AFRIKA-SYNODE:
Synode: „Versöhnung ist mehr als Wiedergutmachung“
Am dritten Tag der Afrika-Synode im Vatikan haben sich die rund 300 Bischöfe, Experten und Hörer erstmals in Sprach- und Sachgruppen zurückgezogen. In Zirkeln von 20 bis 30 Teilnehmern berieten sie über anstehende Fragen aus dem Themenkreis Versöhnung, Gerechtigkeit und Friede – so lautet der Titel der Synode. Über Versöhnung nach der südafrikanischen Rassentrennungspolitik der Apartheid, die 1994 offiziell ein Ende fand, hat unsere Synoden-Berichterstatterin Gudrun Sailer mit dem Bischof Michael Wüstenberg gesprochen. Er stammt aus der Diözese Hildesheim und leitet seit knapp zwei Jahren die südafrikanische Diözese Aliwal.
„Ich denke, es war ein sehr wichtiger Prozess, den wir da hatten. Ein Prozess, der die Augen geöffnet hat, aber auch viele Fragen offen gelassen hat. Wenn wir nun in der Synode das Thema Versöhnung behandeln, muss das wahrscheinlich tiefer greifen. Und es stellt sich auch die Frage, was wir als Kirche hier tun können, wenn es um die Entwicklung einer Spiritualität von Versöhnung geht. Es geht nicht nur darum, Schäden wieder gut zu machen – auch das ist wichtig – sondern es geht auch darum, Grundhaltungen einzuüben. Und da haben wir, denke ich, noch überall einen weiten Weg von uns, bis wir dahin kommen.“
Einer der afrikanischen Bischöfe hat das am Dienstag auch bei der Synode angemerkt. Er sagte, im Süden seines Landes habe der Stamm der Bantu eine klare und wirksame Technik der Versöhnung im Fall von Streitfällen, anders als die Katholiken in seinen Kirchen, die mitunter nicht einmal den Friedensgruß austauschen wollten...
„Für mich ist die Frage, der ich begegne mit Blick auf Kultur, manchmal auch: Was ist die leitende Idee oder die vorwärts treibende Kraft? Ist es das, was als kulturelles Erbe da ist, oder ist es unser Glaube? Welche Rolle spielt unser Glaube wirklich, und wie tief sind wir darin verankert? Ich denke, da sind große Herausforderungen für uns im Blick auf die menschliche Formung. Denn ich habe den Eindruck, Katechese, oder was immer wir tun, ist noch sehr an der Oberfläche – wahrscheinlich ebenso wie mit vielem auch in Europa. Vielleicht muss auch überhaupt erst das Interesse geweckt werden, sich mit der Spiritualität der Versöhnung auseinanderzusetzen, um dann Gesellschaft beeinflussen zu können. Es stimmt, als Bischöfe haben wir zwar in der Kirche eine Rolle – aber wir können nicht alles beeinflussen. Da hängen wir wesentlich von der Zusammenarbeit mit den vielen Menschen ab, die Kirchenmitglieder sind und kompetent in ihren Aufgaben. Und wenn sie kompetent in ihrem Glauben sind, vielleicht auch in der Soziallehre, die ja nicht gerade sehr verbreitet ist im Bewusstsein der Gläubigen, wenn da etwas geschähe, könnten wir wohl eine sehr kraftvolle Organisation sein, um Gesellschaft zu beeinflussen, insbesondere auch Prozesse, die Versöhnung bewirken können.“ (rv)
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Bischöfe aus Tschad: „Plünderung von Bodenschätzen zu Lasten Afrikas“
Trotz seiner reichen Rohstoffe und seines Potentials bleibt Afrika auch heute der Kontinent, in dem Vernachlässigung, Krieg und Krankheit alltägliche Situationen sind und die Armut dramatische Formen annimmt. Das haben zwei Bischöfe aus dem Tschad bei der „Generalkongregation“; also der Plenarversammlung der Synode beklagt. Sie legten den Synodenvätern einen Text zur Abstimmung vor, in dem von wildem Rohstoffabbau zu Lasten ihres Landes und seiner Einwohner die Rede ist. Während der Tschad zu den zehn ärmsten Ländern der Welt zählte, riefen seine Bodenschätze die Begehrlichkeiten von konkurrierenden Weltmächten wie Frankreich, die USA und jüngst auch China hervor. Besonders in Bezug auf Erdöl sei eine Art geheime Plünderung im Gang. „Bis heute scheint niemand in der Regierung bis hin zu lokalen Stellen zu wissen, wie viele Barrel Öl jeden Tag aus dem Boden von Kome geholt werden“, so die beiden Synodenväter. Parallel dazu seien die Bewohner Komes „von der Armut ins Elend“ abgeglitten. „Wem gehören Afrikas Ressourcen?“, fragen sie. Die afrikanischen Bischöfe „oder der Heilige Vater persönlich“ sollten in der Frage der Nutzung von Bodenschätzen durch multinationale Konzerne eingreifen.
In dieselbe Kerbe schlug ein Bischof aus Nigeria, einem der größten erdölexportierenden Länder Afrikas. Großkonzerne und besonders China beuteten die Rohstoffe des Kontinentes in einer noch nie da gewesenen Weise aus, so der Synodenvater in Anwesenheit von Papst Benedikt. Er wies auch auf die zunehmende Umweltverschmutzung in bestimmten afrikanischen Regionen hin und regte eine „ökologische Konversion“ an.
Ein Bischof aus der Demokratischen Republik Kongo musste indes überraschend abreisen, weil abermals Christen seiner Diözese Opfer von Anschlägen geworden waren. Die Kirche sei für viele verängstigte, gedemütigte, missbrauchte und zum Schweigen gebrachte Menschen in seinem Land die einzige Unterstützung, so der Bischof Dienstagabend, als er in der freien Diskussion das Wort ergriff. Aus der Demokratischen Republik Kongo sind zwölf Bischöfe zur Synode geladen.
Das rapide Anwachsen der Kirche in Afrika hat nach Worten des vatikanischen „Ökumene-Ministers“ Kardinal Walter Kasper die Fragmentierung unter den Christen verstärkt. Neben der historischen Trennung infolge der Missionierung durch unterschiedliche Kirchen gebe es auch neue Spaltungen insbesondere durch charismatische Bewegungen, Freikirchen und Sekten, sagte Kasper vor der Afrika-Synode. Die katholische Kirche müsse den Kontakt mit diesen Gruppen verstärken.
Indessen hat der vatikanische Pressesaal den genauen Wortlaut der Aussage von Kardinal Peter K. Appiah Turkson zur Frage der Kondome veröffentlicht. Turkson, Generalrelator bei der Synode, war bei einer Pressekonferenz am Montag nach der Rechtmäßigkeit von Kondomen für Paare gefragt worden, von denen ein Partner HIV-infiziert ist. „Einige haben für diese Situation den Gebrauch von Kondomen empfohlen, damit das Virus nicht weitergegeben wird“, hatte der Kardinal wörtlich gesagt. Die Rede ist dabei grundsätzlich von verheirateten Paaren. (rv/agi/asca/kna)
WEITERE THEMEN DES TAGES:
Papst bei Generalaudienz: „Reformen nie gegen die Kirche“
„Jede Reform kann nur innerhalb der Kirche erfolgen und nie gegen sie.“ Daran hat Benedikt XVI. an diesem Mittwoch bei der Generalaudienz in Rom erinnert. In seiner Katechese ging der Papst vom Beispiel des heiligen Johannes Leonardi aus, dessen 400. Todestags die Kirche in dieser Woche gedenkt. Der italienische Apotheker Johannes Leonardi wurde im 16. Jahrhundert zum Priester geweiht und gründete in der Toskana den Orden der Regularkleriker Gottes. Im Zuge der katholischen Reform setzte sich Leonardi für eine geistliche Erneuerung der Kirche ein, erklärte der Papst:
„Leonardi war davon überzeugt, dass eine echte kirchliche Erneuerung nur aus der Treue zu Christus hervorgehen kann und alle Schichten der Kirche angeht, die sich um einen unbestechlichen Lebenswandel bemühen müssen. Er hat die Kirche sehr realistisch gesehen: Er wusste, es ist der Acker, auf dem Weizen und Unkraut gedeihen. Sie ist vom Herrn geschaffen, aber zugleich ganz menschlich. Aber er wusste auch, dass nur auf diesem Acker der Herr arbeitet und dass daher Reformen nicht gegen die Kirche, sondern nur in der Kirche geschehen können. Die Begegnung mit Christus verwirklicht sich in der Kirche. Sie ist heilig und zugleich ganz brüchig in ihren menschlichen Gliedern, aber stets Sakrament des Heils. Auch angesichts der Anfänge jener neuen Geisteshaltung und Kultur, die von der Trennung von Glaube und Vernunft gekennzeichnet sein sollte, erkannte er, dass die wahre Medizin für die geistlichen Übel Christus ist, der Mittelpunkt von Geschichte und Welt.“
Weiter rief der Papst die Gläubigen zum Gebet für die laufende Afrika-Synode auf. Am Ende der Generalaudienz richtete Benedikt wie immer Grußworte in verschiedenen Sprachen an die rund 40.000 Besucher und Pilger, die bei spätsommerlichen Temperaturen den Petersplatz füllten. Auf deutscher Sprache grüßte der Papst besonders die vielen Mary-Ward-Schwestern der Congregatio Jesu, die für ihr 400jähriges Kongregationsjubiläum nach Rom gekommen sind. Ihnen allen gab der Papst mit auf den Weg:
„Christus ist die Mitte unseres Lebens. Richten wir uns ganz auf ihn aus, dann werden wir Glück und Heil finden und können an der Erneuerung von Kirche und Welt mitarbeiten. Der Herr segne Euch alle!“ (rv)
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Indien: Nach Flutkatastrophe Millionen obdachlos
Im Süden Indiens sind nach schweren Überschwemmungen mehr als zwei Millionen Menschen obdachlos. Nach offiziellen Angaben der indischen Behörden wurden mehr als 250 Menschen getötet. Auslöser waren die schwersten Regenfälle seit Jahrzehnten in mehreren Bundesstaaten. Helfer können die betroffenen Regionen nur schwer erreichen, da die Infrastruktur zerstört ist, berichtet im Interview mit Radio Vatikan Jesuitenpater Maxim Rasquinha. Er leitet in der betroffenen Ortschaft Pannur eine Schule der Jesuiten. Pater Rasquinha:
„Die Überschwemmungen sind für die meisten Menschen hier eine der schlimmsten Tragödien, die sie je erlebt haben. Unsere Stadt Pannur und viele umliegende Dörfer sind völlig in den Fluten versunken. Die Situation ist außer Kontrolle, Häuser sind eingestürzt. Die meisten Menschen haben alles verloren. Sie brauchen jetzt nicht nur materielle, sondern auch psychologische Unterstützung.“
Tausende Soldaten und Rettungskräfte seien im Einsatz, um die Menschen in Sicherheit zu bringen und Deiche zu verstärken. Obwohl die Regenfälle inzwischen ausgesetzt hätten, käme die Hilfe vielerorts nicht an, berichtet der Jesuitenpater:
„Die Regierung hat den Menschen ihre Unterstützung zugesagt, aber die ist hier bisher noch nicht eingetroffen.“
Die indischen Behörden rechnen mit Ernteausfällen und Schäden in Milliardenhöhe. Die Kirche helfe schon jetzt, wo sie könne, so Pater Rasquinha.
„Wir kümmern uns derzeit vor allem um Frauen und Kinder, versorgen sie mit Kleidung, Nahrung und sauberem Trinkwasser. Das sind die Dinge die sie jetzt am nötigsten brauchen und natürlich versuchen wir, ihnen auch menschlich nah zu sein und ihnen zu zeigen, dass sie in ihrem Leid nicht alleine sind.“ (rv)
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Deutschland: Freiburg sorgt für gutes Klima
Zwei Monate vor dem Weltklimagipfel hat die Internationale Energieagentur die Industriestaaten ermahnt, noch mehr für den Klimaschutz zu tun. Das Erzbistum Freiburg geht da mit gutem Beispiel voran. Es will den CO2-Ausstoß, der beim Betrieb der kirchlichen Gebäude entsteht, um knapp 40 Prozent jährlich senken. Erreicht werden soll dieses ehrgeizige Ziel in den kommenden fünf Jahren. Das erklärte Generalvikar Fridolin Keck jetzt in Freiburg. Seit dem 1. Oktober gebe es in der Erzdiözese ein eigenes Klimaschutzkonzept. Generalvikar Keck:
„Es wird zunächst einmal versucht, den Energiebedarf drastisch zu senken durch eine Vielzahl von Maßnahmen, indem man beispielsweise Schwachstellen ausschaltet, den Wärmeschutz verbessert oder Anlagen installiert, die weniger Energie verbrauchen. Und dazu gehört selbstverständlich auch, regenerierbare Energie zum Einsatz zu bringen.“
Für die Realisierung des Projekts stellt die Freiburger Erzdiözese 1,4 Millionen Euro bereit. Das Bundesumweltministerium fördert die Umsetzung dieses bisher einzigartigen Klimaschutzvorhabens mit 560.000 Euro. Die Kirche als Energiesparer – das könnte Signalwirkung haben, hofft der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Michael Müller:
„Wir werden das Problem des Klimawandels nicht in den Griff kriegen, wenn wir nur einzelne Projekte sehen. Wir müssen gesellschaftliche Gruppen gewinnen. Minus 38 Prozent in fünf Jahren – das ist ein ehrgeiziges Programm. Und ich sage mal, die meisten könnten das nicht. Die Kirchen besitzen dagegen die Glaubwürdigkeit einer ethischen Organisation. Der kann man schwieriger widersprechen als anderen. Und insofern ist das schon toll.“
Zwei Klimaschutzmanager der Fachstelle Energie und Umwelt bei der Erzdiözese Freiburg, werden künftig die Verantwortlichen in den Kirchengemeinden zum Mitmachen animieren. Durch ein breites Beratungs- und Fördersystem sollen möglichst viele Pfarreien für den Klimaschutz gewonnen werden. Mehr für die Umwelt tun – für Generalvikar Keck ist dies eine theologische Pflicht:
„Zunächst einmal ist es ja so, dass die ganze Schöpfung uns Menschen zum Hegen und Pflegen anvertraut ist. Und wir stellen einfach fest, dass in den letzten Jahren ein ziemlicher Raubbau mit der Natur und mit der Umwelt getrieben wird. Das entspricht eigentlich nicht dem, wie es von Anfang an gedacht war. Und deswegen haben auch die Kirchen in den Achtziger Jahren schon die große Initiative gestartet: Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Die konkrete Entwicklung aber zeigt, dass der Schutz der Umwelt, der Klimaschutz, noch dringender ist, als wir uns jemals vorgestellt haben.“
Bis 2014 soll der CO2-Ausstoß, der mit einem durchschnittlichen Energiebedarf von rund 290,5 Millionen Kilowattstunden beim derzeitigen Energiemix bei etwa 83.750 Tonnen pro Jahr liegt, um jährlich rund 32.000 Tonnen (39 Prozent) reduziert werden. (pm/rv)
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DIE NACHRICHTEN:
Europa
Deutschland
Der Deutsche Katholische Missionsrat (DKMR) hat im Rahmen der gegenwärtigen Koalitionsverhandlungen den Fortbestand des Entwicklungshilfeministeriums gefordert. Damit reagiert der Missionsrat auf Überlebungen von CDU und FDP, das Entwicklungsministerium mit dem Auswärtigen Amt zusammenzulegen. Die Belange der Entwicklungshilfe könnten darunter erheblich leiden, warnt die Generalsekretärin des Deutschen Katholischen Missionsrats, Schwester Walburga Scheibel. Auch in Zukunft müsse „die Option für die Armen im Blick der deutschen Politik bleiben und statt geschwächt weiter gestärkt werden“. – Der DKMR ist ein Zusammenschluss der katholischen Hilfswerke, der missionarischen Ordensgemeinschaften und der Abteilungen für weltkirchliche Arbeit in Bistümern. Er fördert entwicklungspolitische Projekte in aller Welt. (pm)
Schweiz
Die Berner Landeskirchen und die örtlichen jüdischen Gemeinden lehnen eine Volksinitiative ab, die den Bau von Minaretten verbieten soll. Das Volksbegehren, über das in der Schweiz am 29. November abgestimmt wird, verstoße gegen die Religionsfreiheit und das Diskriminierungsverbot. Zu einem Recht auf Religionsfreiheit gehöre auch der Bau von religiösen Symbolen wie Moscheen, Synagogen und Kirchen mit ihren jeweiligen Türmen so die Glaubensgemeinschaften in einer gemeinsamen Medienmitteilung. Religiöse Symbole seien Teil der Identität. (kipa)
Italien/Deutschland
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat am Mittwochnachmittag die neuen Räume des deutschsprachigen Pilgerzentrums in Rom eingeweiht. „Die deutschen Bischöfe tragen Verantwortung nicht nur für die Seelsorge in der Heimat“, betonte Zollitsch, „wir bemühen uns auch, zum Aufbau der Kirche überall in der Welt unseren Beitrag zu leisten.“ Er verwies auf die fast 90-jährige Geschichte deutschsprachiger katholischer Auslandsseelsorge und resümierte, die Deutsche Bischofskonferenz verstehe ihr Pilgerzentrum als wichtigen und unverzichtbaren Baustein ihrer Präsenz am zentralen Ort der Weltkirche. – Das Pilgerzentrum war im Herbst von der Via della Conciliazione an die Engelsbrücke oberhalb des Tibers gezogen. Zu den Aufgaben des Zentrums zählen das persönliche Gespräch sowie die geistliche, kulturelle und organisatorische Betreuung deutscher Studenten in Rom und die Hilfe beim Zugang zu Generalaudienzen mit Papst Benedikt XVI. (pm)
Italien
Der ehemalige Chef der Hilfsorganisation Cap Anamur, Elias Bierdel, und Cap-Anamur-Kapitän Stefan Schmidt sind von einem italienischen Gericht freigesprochen worden. Ihnen wurde Beihilfe zur illegalen Einwanderung vorgeworfen. Auch der erste Offizier des Schiffes wurde von dem Gericht im sizilianischen Agrigent für nicht schuldig befunden. Die Cap Anamur hatte 2004 vor der afrikanischen Küste im Mittelmeer 37 Flüchtlinge an Bord genommen und sie gegen den Willen der italienischen Behörden nach Italien gebracht. Die Anklage hatte argumentiert, die Flüchtlinge hätten nach Malta gebracht werden müssen, da sie in dessen Hoheitsgewässern gerettet worden seien. Sie forderte eine vierjährige Haftstrafe und ein Bußgeld von 400.000 Euro. – Die 1979 gegründete Organisation Cap Anamur war vor allem in den 80er Jahren durch die Rettung tausender Vietnam-Flüchtlinge bekannt geworden. (kna)
Russland
Die russisch-orthodoxe Kirche hat Medienberichte über ein mögliches Treffen des Moskauer Patriarchen Kyrill I. mit Papst Benedikt XVI. dementiert. „Es gibt gegenwärtig keine Vorbereitungen für eine Reise des Patriarchen in den Vatikan oder seine Begegnung mit dem Papst an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit“, zitierten am Mittwoch russische Nachrichtenagenturen den Außenamtschef der russisch-orthodoxen Kirche, Erzbischof Hilarion. Ein Treffen der Oberhäupter der russisch-orthodoxen und der katholischen Kirche an einem „neutralen Ort“ sei zwar theoretisch möglich, stehe aber bislang ebenfalls nicht zur Debatte. Zurzeit gehe es nur darum, die Voraussetzungen für eine Begegnung zwischen dem Papst und dem Moskauer Patriarchen zu schaffen, so Hilarion. Hauptziel sei ohnehin nicht ein katholisch-orthodoxer Gipfel, sondern eine deutliche Verbesserung der Beziehungen zwischen beiden Kirchen sowie eine Überwindung bestehender Probleme. Zu letzteren gehören nach Ansicht des Moskauer Außenamtschefs die Abwerbung von russisch-orthodoxen Gläubigen durch die katholische Kirche in der ehemaligen Sowjetunion sowie die Expansion der mit Rom unierten griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine. (kna)
Frankreich
Straßburg erhält als erste Stadt in Frankreich einen eigenen muslimischen Friedhof in öffentlicher Trägerschaft. Das Gräberfeld solle 2010 in der Nachbarschaft eines bereits bestehenden Friedhofs angelegt werden, berichteten französische Zeitungen am Mittwoch. Eine entsprechende Übereinkunft sollten Bürgermeister Roland Ries und Repräsentanten der Muslime am Mittwochabend unterzeichnen. (kna)
Weißrussland
Die Bischöfe haben offiziell den Papst zu einem Besuch in ihrem Land eingeladen. Die Oberhirten werden Benedikt anlässlich ihres Ad- Limina-Besuchs am 10. Dezember die Einladung persönlich überreichen. Das sagte der Erzbischof von Minsk, Tadeusz Kondrusiewicz, der weißrussischen katholischen Nachrichtenagentur „Catholic.by“. Der Erzbischof fügte an, dass der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko ebenfalls eine offizielle Einladung an den Papst gerichtet habe. Der Besuch soll im kommenden Jahr stattfinden. (asca)
Afrika
Ägypten
Das Tragen des Gesichtsschleiers sei nur eine Tradition und habe nichts mit dem Islam zu tun. Das sagte der Vorsitzende der Al-Azhar-Universität in Kairo, Scheich Mohammed Said Tantawi. Der Scheich ist einer der wichtigsten muslimischen Gelehrten Ägyptens und gilt als eine weltweit anerkannte islamische Autorität. Tantawi hatte während einer Inspektion in seinem Lehrinstitut ein Mädchen gezwungen, seinen Gesichtsschleier abzulegen. Anschließend kündigte er an, er wolle das Tragen des Schleiers auf dem Gelände des Instituts verbieten lassen. Das traditionelle Kopftuch in seinen verschiedenen Ausprägungen bliebe vom Verbot unberührt. – Die Mehrheit der Ägypterinnen trägt ein Kopftuch. In den vergangenen zehn Jahren hat zudem die Zahl der Frauen, die zusätzlich auch ihr Gesicht verhüllen, zugenommen. (apic)
Asien
Pakistan
Auch einige muslimische Parlamentarier in Islamabad haben das weiterhin gültige Blasphemiegesetz kritisiert. 90 Prozent aller Anklagen wegen Blasphemie erwiesen sich als unbegründet. Das Gesetz werde vor allem dazu benutzt, um die christliche Minderheit im Land zu demütigen. Christen seien auch das Hauptziel von Gewaltaktionen. – In Pakistan hatte es in den vergangenen Monaten mehr als ein Dutzend Anschläge gegen Christen und deren Einrichtungen gegeben. In Kirchenkreisen wird von einer regelrechten „Verfolgungs-Kampagne gegen Christen“ gesprochen. (asianews)
Amerika
Vereinigte Staaten
Die US-Bischöfe werden zwei missverständliche Sätze in einem Dokument über Missionierung ändern. Damit reagieren sie auf Kritik an dem Mitte Juni erschienen Dokument. Darin ging es unter anderem um die Bedeutung des Christentums für Juden. Vertreter aus dem Judentum hatten den Bischöfen vorgeworfen, in der Note die Bekehrung von Juden zu propagieren. Die Bischofskonferenz stellt nun klar, dass der Dialog mit dem Judentum wichtig sei. Die katholische Kirche wolle keinen Proselytismus betreiben, erklärte die Bischofskonferenz. (rv)
Bolivien
In dem Andenstaat haben zwei jüngst abgehaltene Gottesdienste einen politischen Streit ausgelöst. Die Erzdiözese von La Paz, in der die Heiligen Messen gefeiert wurden, stellt klar, dass Gottesdienste niemals für politische Zwecke missbraucht werden dürften. Zwei Parteien gaben an, dass sie in der Kathedrale der Hauptstadt „offiziell“ eine Messe organisiert hätten. Am 6. Dezember finden in Bolivien Wahlen statt. Die beiden Gottesdienste seien „Messen für kranke Mitmenschen“ gewesen, präzisiert das Erzbistum. (rv)
Vereinte Nationen
Der Schweizer Theologe Hans Küng hat am UNO-Hauptsitz in New York ein neues Grundsatzprogramm für ethisches Verhalten in der Wirtschaft vorgestellt. Die „Erklärung zu einem Globalen Wirtschaftsethos“ lege fest, was im wirtschaftlichen Alltag gerecht und fair ist, so Küng in seiner Rede am Dienstag. Seit Beginn der gegenwärtigen Wirtschaftskrise sei der Ruf nach einem ethischen Rahmen für die globalen Finanz- und Wirtschaftsmärkte laut geworden. Das von Küng und anderen Intellektuellen aufgestellte Programm stützt sich auf Werte wie Menschlichkeit, Gewaltlosigkeit, Gerechtigkeit und Solidarität. Es soll die 1993 aufgestellte „Weltethoserklärung des Parlaments der Weltreligionen“ auf die Wirtschaft übertragen. (kipa)
Millionen Mädchen und Jungen sind weltweit Opfer von Gewalt, Ausbeutung und Menschenhandel. Das geht aus dem jüngsten Bericht des UN-Kinderhilfswerks (UNICEF) hervor. Demnach müssten rund 150 Millionen Kinder unter 15 Jahren hart arbeiten und gingen deshalb kaum oder gar nicht zur Schule. Mehr als 18 Millionen Kinder wüchsen in Familien auf, die aufgrund von Kriegen oder Naturkatastrophen aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Mindestens eine Million Kinder sitze in Gefängnissen, davon mehr als die Hälfte ohne Gerichtsverfahren. - Fortschritte im Kinderschutz verzeichnet der Bericht vor allem auf zwei Gebieten. In vielen afrikanischen Ländern sinke die Zahl der Genitalverstümmelungen bei Mädchen. Auch ginge die Zahl der Kinderehen zurück. – Der UNICEF-Bericht stützt sich auf Daten aus fast allen Ländern der Erde. (pm)
Vereinte Nationen/Vatikan
Die anstehende Weltklimakonferenz in Kopenhagen wird ein Prüfstein für die Zusammenarbeit der internationalen Staatengemeinschaft sein. Das betonte der Vatikanvertreter bei den Vereinten Nationen in New York, Erzbischof Celestino Migliore. Im Herzen der Klimadebatte stünde die moralische und ethische Verpflichtung von Privatpersonen, Unternehmen und Staaten, verantwortlich mit den ökologischen Ressourcen umzugehen, so Migliore. Dazu seien vor allem die Industrienationen aufgerufen, welche die globalen Ressourcen unverhältnismäßig stark ausgenutzt hätten. Weiter forderte der Erzbischof die Mitglieder der 64. UN-Generalversammlung auf, stärker mit zivilen Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen zusammenzuarbeiten. Migliore würdigte die „kritische Funktion“ von Nichtregierungsorganisationen. Deren lokales wie internationales Know-how könne zu der von Generalsekretär Ban Ki Moon angestrebten Stärkung der Vereinten Nationen beitragen. (rv)
Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören