Meldungen vom 10.10.2009
- Papst spricht am Sonntag Damian De Veuster heilig -
- „Keine Kirchensteuer = massiver Arbeitsplatz-Verlust“ -
- Schick: „Afrikasynode wird ein Erfolg“ -
Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Anne Preckel
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.
Schick: „Afrikasynode wird ein Erfolg“
Die seit einer Woche im Vatikan tagende zweite Afrika-Synode verläuft nach Einschätzung des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick sehr lebendig und sachorientiert. Die afrikanischen Bischöfe nutzten die Konferenz im Vatikan, um selbstbewusst und offen ihre Ideen, Werte und Wünsche zu artikulieren, sagte der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz am Freitag im Interview der Katholischen Nachrichtenagentur. Nachdem in der Vergangenheit meist Europäer, Amerikaner und Araber über Afrika gesprochen und entschieden hätten, machten die Bischöfe hier deutlich, dass nur die Afrikaner selbst Afrika eine gute Zukunft geben könnten.
Papst Benedikt XVI. hatte Schick als Teilnehmer der Bischofsversammlung berufen. In der Anfangsphase hätten die Synodalen neben einer theologischen Vertiefung den Wunsch nach einer Veränderung in der afrikanischen Gesellschaft deutlich gemacht, sagte Schick. Wichtig seien dafür der interreligiöse Dialog ebenso wie der Kontakt mit der Politik. Zudem hätten die Bischöfe mehr Dialog auch mit den Kirchen in anderen Ländern und den internationalen Organisationen gefordert. Viele Probleme wie Menschenhandel, Emigration, Klimawandel, Waffenlieferungen oder fairer Handel könnten nur im internationalen Rahmen geklärt werden, so der Erzbischof. Schick äußerte die Hoffnung, dass die Versammlung in den nächsten beiden Wochen die vielen Anregungen und Ideen präzisiert. „Bei der Energie, die ich bei der Synode spüre, habe ich die Hoffnung, dass die Arbeit gut und die Synode ein Erfolg wird“, so der deutsche Kirchenvertreter.
(kna)
Vatikansprecher: „Verzerrtes Afrikabild korrigieren“
Die derzeit in Rom tagende Afrikasynode könne ein verzerrtes Bild des Kontinents korrigieren. Das hofft Vatikansprecher Pater Federico Lombardi. In den westlichen Medien sei Afrika zu lange vieler verabscheuungswürdiger Dinge beschuldigt worden, sagte Lombardi in seinem Wochenkommentar für das italienische Programm von Radio Vatikan an diesem Samstag. Es sei Zeit für einen Kurswechsel. Die Medien sollten die Wahrheit über Afrika verbreiten und die Entwicklung des Kontinents unterstützen, die der ganzen Welt gut tue. Die Bischofsversammlung mache vor der gesamten Kirche und vor der Welt die Würde Afrikas in kultureller, geistiger, religiöser und christlicher Hinsicht deutlich, so Lombardi. Der Jesuit betonte, dass die christliche Botschaft nicht nur Erbe der Kolonialzeit sei. Sie habe sich von Anfang an in die afrikanischen Kulturen eingefügt und sei fähig, die Herzen der Menschen zu erreichen und so zum Wohl der ganzen Menschheit beizutragen. (rv)
Live: Rosenkranz für Afrika
Papst Benedikt XVI. betet an diesem Samstag gemeinsam mit Studenten für Afrika. Zu einer Marienvigil in der vatikanischen Audienzhalle werden rund 10.000 Studierende aus Rom erwartet. Das Treffen steht wie die derzeit stattfindende Afrikasynode im Vatikan unter dem Motto: „Die Kirche im Dienst von Versöhnung, Gerechtigkeit und Friedens“. In acht Länder des afrikanischen Kontinents erfolgt eine Live-Satellitenschaltung: Kairo (Ägypten), Nairobi (Kenia), Khartum (Sudan), Johannesburg (Südafrika). Onitsha (Nigeria), Kinshasa (Demokratische Republik Kongo), Ouagadougou (Burkina Faso) und Maputo (Mosambik).
Radio Vatikan überträgt ab 17 Uhr live mit deutschem Kommentar über die Partnersender. Bitte informieren Sie sich dort, auch über eine eventuelle Wiederausstrahlung. (rv)
Synode: Vision eines geeinten Sudan
Die Kirche habe im Sudan eine bleibende Aufgabe: die Vision eines vereinten Landes. Das sagte der frühere Repräsentant der UNO-Friedensmission in Darfur, Rudolf Adada, vor der Bischofsversammlung für Afrika im Vatikan. Adada sprach am Freitag als Sondergast in der Synodenaula. Die internationale Gemeinschaft habe viel dafür getan, um der Konfliktregion zu einer gewissen Stabilität zu verhelfen. Doch die Auseinandersetzungen dauerten an und noch immer lebten Millionen Menschen in Flüchtlingslagern oder seien auf der Fluch, so Adada. Von der internationalen Gemeinschaft forderte der frühere UNO-Repräsentant einen effizienten Einsatz für Gerechtigkeit und Versöhnung und einen Beitrag zur Wiedergutmachung der Ungerechtigkeiten und Verbrechen. Die Einheit des Sudan müsse stets an erster Stelle stehen. Militärische Lösungen gebe es nicht. Ein Friedensvertrag müsse von allen politischen und gesellschaftlichen Kräften unterstützt werden. (rv)
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WEITERE THEMEN DES TAGES:
Vatikan: Heiligsprechung Damian de Veusters steht bevor
Papst Benedikt XVI. spricht am Sonntag vier Männer und eine Frau heilig. Radio Vatikan überträgt die Feier auf dem Petersplatz live und mit deutschem Kommentar über Kurzwelle 7.270 kHz, in der Umgebung Rom über Mittelwelle 1.611 kHz, im Internet über Audiokanal 3 und über mehrere Partnersender.
Unter den fünf neuen Heiligen ist auch der belgische Ordensmann, Damian De Veuster. Pater Damian ist als „Apostel der Aussätzigen“ weltbekannt geworden. Er gehört zu der Ordensgemeinschaft von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens, die in Deutschland auch Arnsteiner Patres genannt werden. Mehr über den neuen Heiligen von Antje Dechert.
Der aus einer Bauernfamilie in Flandern stammende Damian De Veuster trat dem Orden der Arnsteiner Patres 1860 im belgischen Löwen bei. 1863 meldete er sich für die Mission auf Hawaii. Dort empfing er schon bald die Priesterweihe. Auf eigene Bitte ließ er sich 1873 auf die Insel Molokai bringen, wo etwa 600 Leprakranke von der Gesellschaft ausgestoßen und ohne jede medizinische Betreuung lebten. Damian teilte das Schicksal der Aussätzigen und setzte sich für eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen ein.
„Er ist auch die Stimme derjenigen, die heute keine Stimme haben in unserer Gesellschaft“, sagt der Postulator im Heiligsprechungsprozess und Mitbruder Damians, Pater Alfred Bell. Im Interview mit Radio Vatikan erklärt er, welches Beispiel Pater Damian uns hinterlässt:
„Damian hat hervorragendes geleistet. Er war ein Mann er zu seinem Wort stand und sein Wort durchgehalten hat. Er hat nicht gesagt, wertvoll sind diejenigen die reich sind, die gesund sind, die schön sind, sondern wertvoll sind alle Menschen und diejenigen unter ihnen, die es am nötigsten haben. So wie Jesus Christus sagt, ,ich bin gekommen für diejenigen die krank sind’ und ,die Kranken bedürfen des Arztes’, so hat es Damian gemacht.“
Damian habe seine ganze Kraft aus der Religion geschöpft. 14 Jahre widmete er sich als Seelsorger den Aussätzigen und Ausgestoßenen auf der Insel Molokai. Schließlich starb er selbst an der damals noch unheilbaren Krankheit. Postulator Bell:
„Das ist das Größte was ein Mensch tun kann. Er hat es nicht aus Humanismus, sondern aus Liebe zu Gott, zu Jesus Christus und natürlich zu den Menschen getan, die – wie er immer wieder gesagt hat – eine unsterbliche Seele haben und die Geschöpfe des guten Gottes sind. Das ist für mich die größte Leistung seines Lebens gewesen.“
Das Schicksal von Pater Damian fand weltweit Beachtung und setzte Initiativen zum Kampf gegen Lepra in Gang. Viele Einrichtungen der Aids-Hilfe und -Selbsthilfe tragen heute den Namen des Schutzpatrons der Aussätzigen: Damian de Veuster. Auch Mutter Theresa setzte sich für seine Seligsprechung ein, weiß Pater Peter Egenolf aus dem Provinzialat der Arnsteiner Patres:
„Sie war ja mit ihren Schwestern sehr engagiert im Kampf gegen die Lepra und in der Sorge für die Aussatzkranken in Indien. Und sie sagte, wir brauchen einen Heiligen der uns vom Himmel her unterstützt und unser Anliegen auch in dieser Gesellschaft vertritt. Und dieser Heilige, das könnte doch Pater Damian sein.“
Durch sein Wirken lenkte Damian de Veuster den Blick auf Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen. Er machte Menschen in Not sichtbar und verschaffte ihren Anliegen Gehör. Das sei auch heute noch ein wichtiger Auftrag, so Pater Egenolf:
„In einer Zeit, wo Verantwortung so namenlos wird, wo wir nicht recht wissen, wer ist denn Schuld und wer kann etwas ausrichten in der Misere unter der wir leiden, da braucht es Menschen die sagen: Hier, ich bin da, ich bin bereit, ich bin da, ich setze mich ein. Deshalb ist Pater Damian ein sehr wichtiger Heiliger auch in unserer Zeit.“
Zu den Heiligsprechungen auf dem Petersplatz werden neben zahlreichen Pilgergruppen auch das belgische Königspaar, der polnische Präsident Lech Kaczynski sowie der französische Premierminister Francois Fillon erwartet. Neben de Veuster kanonisiert der Papst den früheren Erzbischof von Warschau, Zygmunt Szczesny Felinski (1822-1895), den spanischen Dominikaner P. Francisco Coll y Guitart (1812-1875), den spanischen Zisterzienser Rafael Arnaiz Baron (1911-1938) und die Französin Jeanne Jugan (Marie de la Croix; 1792-1879). (rv)
Hier zum Nachhören
Obama würdigt De Veuster
„Damian De Veuster hat den Stimmlosen eine Stimme verliehen.“ Mit diesen Worten hat auch US-Präsident Barack Obama an diesem Samstag die Heiligsprechung des belgischen „Lepraapostels“ gewürdigt. Er sei ein tiefer Bewunderer des Heiligen, den viele Hawaiianer im Herzen trügen, erklärte Obama, der selbst im US-Bundesstaat Hawaii aufgewachsen ist. „Indem Pater Damian dem Weg Jesu hin zu den Lepra-Kranken gefolgt ist, trat er dem stigmatisierenden Effekt der Krankheit entgegen … und opferte sein Leben, um so vielen ihre Würde wiederzugeben“, heißt es wörtlich in der Presseerklärung des US-Präsidenten. Gerade in der heutigen Zeit, in der Millionen Menschen an schweren Krankheiten wie Aids litten, sei die Figur Damians ein Beispiel, wie man auf das Bedürfnis der Kranken nach Heilung und Fürsorge antworten sollte, so Obama. Er sei dem Papst und Millionen Katholiken bei der Heiligsprechung im Gebet verbunden. (pm)
Autorin des Jahres: Herta Müller. Schreiben gegen den Totalitarismus
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz hat der Schriftstellerin Herta Müller zum Nobelpreis gratuliert. Er bewundere ihre sprachliche Kraft und gedankliche Intensität, so Erzbischof Robert Zollitsch in einem am Freitag veröffentlichten Glückwunschschreiben. Die Thematik des neuen Romans „Atemschaukel“ erinnere ihn an die eigene schmerzliche Vergangenheit im ehemaligen Jugoslawien“, unterstrich der Freiburger Erzbischof, der 1945 aus seinem Heimatort Filipovo (Philippsdorf) vertrieben wurde. - Am Donnerstag hatte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften Müller den Literaturnobelpreis zuerkannt. Sie verstehe es, mit ihrer „aufrichtigen“ Dichtung „Landschaften der Heimatlosigkeit“ zu zeichnen, heißt es in der Laudatio. Ihr Schreiben zeichne sich durch „Verdichtung der Poesie“ und „Sachlichkeit der Prosa“ aus. (rv)
Hier hören Sie ein Porträt von Herta Müller
„Mit der Wende kamen auch Probleme“ – Ein Geheimpriester erinnert sich
Wenn in diesen Wochen der friedlichen Revolution gedacht wird, die in Europa vor zwanzig Jahren zum Fall des Kommunismus geführt hat, so hat dies vor allem für Kirche und Gläubige in den osteuropäischen Ländern eine besondere Bedeutung. Nach vier Jahrzehnten kommunistischer Repression konnte sich die Kirche wieder frei entfalten, so auch in der Tschechischen Republik. Dort wurden Katholiken während des Regimes scharf verfolgt. Viele Bischöfe, Priester, Ordensleute und Gläubige gingen in den Untergrund, um das geistliche Leben aufrechtzuerhalten. - Unter den schwierigen Bedingungen und dem allgegenwärtigen Spitzelapparat war es der tschechischen Untergrundkirche nicht immer möglich, Abstimmungen mit dem Vatikan zu treffen. So kam es auch zu unautorisierten Weihen verheirateter Männer, der so genannten „Geheimpriester“. Einer von ihnen ist Jan Kofron. Der 65-jährige Sekretär des Prager Weihbischofs Vaclav Maly ist heute der einzige verheiratete Priester römisch-katholischen Ritus, der nicht vom Protestantismus konvertiert ist. Antje Dechert hat mit ihm über seinen ungewöhnlichen Werdegang gesprochen.
„Die Kommunisten liebten keine Skandale. Wenn ein Tourist, beispielsweise aus Deutschland, zu uns kam, konnte er daher in Prag die Liturgie feiern, das war kein Problem. Aber ein authentisches christliches Leben, das war unmöglich.“
Auf der Suche nach theologischer Reflexion und der Möglichkeit, seinen Glauben außerhalb der durch das Regime auferlegten Form zu leben, geriet Jan Kofron in den siebziger Jahren in Kontakt mit der tschechischen Untergrundkirche.
„Die Untergrundkirche, das war nicht die offizielle Kirche, die auf einmal im Untergrund leben musste. Man suchte nach neuen Formen, man musste das tun.“
Ein Salesianer-Pater, der sein Amt nicht mehr offiziell ausüben durfte und auf dem Prager Wenzelsplatz Fenster putzte, lud Kofron ein, sich einer geheimen katholischen Jugendgruppe anzuschließen.
„Das war mein Lebensfreund und der begann allmählich eine Gruppe von Jugendlichen im Untergrund zu sammeln. Der hatte ein feine Nase, die ganz ,illegale’ Linie in der Kirche aufzuspüren, wo auch Verheiratete ordiniert werden konnten und durften.“
Als Sohn eines Regimegegners durfte Kofron sein Studium im Kommunismus nicht frei wählen und wurde zunächst Agrarwirt – eine gute Tarnung für sein Wirken in der Untergrundkirche. 1980 wurde er in einer Prager Wohnung zum Diakon geweiht. Während das öffentliche kirchliche Leben brach lag, entdeckte der damals 35-Jährige im Untergrund eine neue Spiritualität:
„Wir fanden neue Tiefen des Gebets, neue Formen der Teilnahme an der Liturgie, möglichst von allen Beteiligten, Vorbereitungen der Lesungen und Einführungen zu den Lesungen, Vorbereitungen der Gesänge. Das Studium, das war wichtig. 80 Prozent von uns, Männer und Frauen, hatten mehr oder weniger die gleiche Vorbereitung wie die Weihekandidaten.“
Keine „Kirche der Hierarchie“, sondern eine „Kirche der Bewegung“, sei das damals gewesen, berichtet Kofron. Jeder einzelne Gläubige musste Verantwortung für das Weiterleben der Kirche übernehmen. Dabei machte die Not erfinderisch. Eucharistiefeiern in Prager Plattenbauten wurden als Familienfeiern getarnt. Die Priester wurden durch bestimmte Telefoncodes über die Termine informiert. Jan Kofron erinnert sich:
„Man musste die Liturgie ohne Messgewänder feiern, mit einem einfachen Laib Brot. Als Kelch für den Wein benutzte man eine einfache Vase. Denn in dem Moment, wo die Geheimpolizei in der Türe stand, da sah man einfach nur ein Stück Brot auf dem Tisch.“
In den 80er Jahren gab es eine Reihe von Todesfällen unter den Priestern der Untergrundkirche: Es fehlte an Nachfolgern. In dieser Situation empfing auch Jan Kofron 1988 auf einem Prager Dachboden die Priesterweihe. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits verheiratet und hatte vier Kinder. Als ein Jahr später die Wende kam, brachte sie einerseits die lang erwartete Freiheit, aber auch kirchenrechtliche Probleme.
„Es kam eine Art Brief an die geheim Geweihten und die Untergrundkirche mit einem Satz des Dankes. Dann sprach man aber hauptsächlich davon, dass wir es uns nicht leisten könnten, zweierlei Kirchen zu haben. Das war ein Irrtum! Denn wir dachten nie, wir seien eine zweite Kirche. Wir beteten für einen Papst, für unsere Bischöfe. Da gab es gar keine Idee, etwas Neues zu gründen. Also, das war etwas enttäuschend.“
Der Vatikan stellte die Gültigkeit der Weihen verheirateter Priester in Frage. Viele wechselten in den griechischen-katholisch Ritus. Jan Kofron wurde als Laie bei der Kirche angestellt.
„Das war eine innerliche Krise. Man muss sich das so vorstellen: Jeder Mann war überzeugt von der Gültigkeit seiner Weihe. Das war doch keine Spielerei, tun wir mal so als ob – nein! Die Weihen waren mit allem Ernst empfangen worden.“
Der Prager Kardinal Vlk setzte sich im Vatikan persönlich für Kofrons Anerkennung ein. Zwanzig Jahre nach seiner geheimen Weihe genehmigte Papst Benedikt 2008 Kofrons neue Weihe „sub conditione“. Die erlebte er als Befreiung – zusammen mit seiner ganzen Familie:
„Nach der Weihe kam ich noch in der Kirche, wo auch viele meine Freunde und Mitarbeiter waren, zu meiner Frau – mit einem roten Strauß Gerbera. Bei der Hochzeit hatte ich ihr weiße geschenkt. Und ich habe sie also im Ornat geküsst und die ganze Kirche hat geklatscht. Das war wirklich ein sehr schöner Augenblick, wo auch sie als Frau eines verheirateten Priesters von der versammelten Kirche aufgenommen wurde.“ (rv)
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Europäische Union/Polen/Vatikan: Solidarität im Auftrag der Kirche
Solidarität in Europa – mit Hilfe der Kirche ein erreichbares Ziel. So lautet die Botschaft des ersten europäischen Sozialkongresses der EU-Bischofskommission (COMECE), der derzeit im polnischen Danzig tagt. Die „Katholischen Sozialtage in Europa“, an denen rund 600 Christen aus 30 Ländern teilnehmen, sähen sich in „tiefer Übereinstimmung“ mit den Lehren Benedikts XVI., heißt es in einer Grußbotschaft der Veranstalter an den Papst von diesem Samstag.
Die katholische Soziallehre sei ein kostbarer „Schatz“ und sorge gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise dafür, Solidarität zwischen Ländern und Menschen zu bewahren. Das unterstreicht der Geschäftsführer der katholischen Solidaritätsaktion Renovabis, Pater Dietger Demuth, im Interview mit dem Domradio Köln. Renovabis ist Mitorganisator des Kongresses. Demuth:
„Wir haben erst vor Kurzem vom Papst eine neue Enzyklika bekommen – dort nimmt er zum Thema Wirtschaft und Solidarität und der katholischen Soziallehre Stellung. Es wird nun darum gehen, einerseits den Markt nicht zu verteufeln, aber ihn zu bändigen. Ich glaube, das ist eine Gleichgewichtsübung. Und wir haben in Europa jetzt die große Aufgabe, dass es nicht nur ein Europa der Wirtschaft ist, sondern auch der Solidarität. Und gerade diesem Ziel sollen die Sozialtage in Danzig dienen.“
Zu den Herausforderungen für Europa gehöre auch, so Demuth, Europa ins Bewusstsein der Bevölkerungen zu holen. Als Beispiel einer gelungenen „Überzeugungsarbeit“ nennt der Pater die Debatte über den Lissabon-Vertrag in Irland. Demuth:
„Es wird in Europa viel zu wenig diskutiert. Wir müssen versuchen, eine größere Öffentlichkeit herzustellen. Der Fall Irland ist ein typisches Beispiel. Bei der ersten Abstimmung haben die Menschen abgelehnt und jetzt, beim zweiten Mal, mit Zweidrittel-Mehrheit zugestimmt. Was ist da passiert? Man hat sich um eine gute Öffentlichkeitsarbeit bemüht. Dadurch, dass Vorurteile abgebaut werden konnten, ist dieser schöne Erfolg in Irland entstanden.“
Als Zeichen „konkreter Solidarität“ habe Renovabis die Veranstaltung auch finanziell unterstützt und damit die Teilnahme vieler ost- und mitteleuropäischer Länder erst ermöglicht, erinnert Demuth. In Danzig diskutieren noch bis kommenden Sonntag etwa 5000 Teilnehmer, darunter prominente Europapolitiker und Geistliche, über Möglichkeiten praktischer Solidarität in Europa. Am Schlusstag soll eine gemeinsamer Appell veröffentlicht werden. Für Samstag ist ein ökumenisches Gebet auf der Danziger Westerplatte vorgesehen, mit dem an den Beginn des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren erinnert werden soll. (rv/dr)
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1989-2009: „Glaube gab Hoffnung auf Freiheit“
Religion und Glaube haben in den früheren Ostblockstaaten in der Zeit des Kommunismus die Hoffnung der Menschen auf eine Zukunft in Freiheit aufrecht erhalten. Das betont der polnische Staatssekretär und frühere Botschafter in Wien, Wladyslaw Bartoszewski, 20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs.
Bartoszewski sprach bei einer Tagung in Wien über die Rolle der Religion bei der „Wende“ im Jahr 1989. Auf Einladung der Stiftung „Pro Oriente“ beleuchteten 26 Wissenschaftler aus 13 Ländern, wie religiös motivierte Menschen in Ostmittel- und Südosteuropa den politische Umbruch beeinflussten.
Historiker Bartoszewski betonte:
„Das Jahr 1989 war die Krönung des jahrelangen hoffnungserfüllten Glaubens, sein Triumph und seine Bestätigung. Aber wer vom Glauben spricht, darf ebenfalls nicht über das Vorfeld der Wendejahre schweigen, denn damals war der Glaube oftmals die einzige Möglichkeit, Hoffnungen am Leben zu erhalten und die einzige Ermutigung zur Ausdauer oder zur Tat.“
Bereits die Wahl Johannes Paul II. sei von den Polen als „Sensation von bahnbrechender Bedeutung erlebt” worden. Zwar seien im Oktober 1978 die Folgen der Papstwahl des Krakauer Kardinals noch schwer abzuschätzen gewesen, so Bartoszewski. Aber die Wahl habe die folgenden Entwicklungen entscheidend geprägt.
„Pro Oriente“-Präsident Johann Marte erinnerte an die Reden des damaligen Papstes bei seinen ersten Reisen nach Polen. Die tragweite der Papstworte „Habt keine Angst" und „Wer die Knie beugt vor Gott, der beugt sie nie mehr vor den Mächtigen“ sei damals im Westen nicht absehbar gewesen. Marte:
„Der Westen hat diese Äußerungen, die ,Solinarnosc’-Bewegung, aber auch die vielen anderen religiös motivierten Proteste von Leipzig bis Timisoara unterschätzt - und unterschätzt sie noch heute. Der Osten tat dies nicht.“
In den vergangenen Wochen seien bei Tagungen alle möglichen Ursachen für die Ereignisse von 1989 aufgelistet worden, so Marte: „Aber von der Religionsfreiheit als Triebfeder der Ereignisse war so gut wie nie die Rede und von Johannes Paul II. wenn überhaupt, dann nur am Rande“. - Die Veranstalter-Stiftung „Pro Oriente“ hat es sich zur Aufgabe gesetzt, die Beziehungen zwischen der römisch-katholischen Kirche und den orthodoxen und orientalisch-orthodoxen Kirchen zu fördern. (kap)
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Betrachtung zum Sonntag: „Der größte Schatz“
Was ist wirklich wichtig, was ist wirklich von Gewicht, was zählt am Ende wirklich, was ist unverzichtbar, worauf müssen wir wirklich alles setzen, worum geht es am Ende? Dieses „am Ende” – dem stellen wir uns nicht. Wir nehmen das Leben in Häppchen. Erst mal durch die Schule kommen und gute Zeugnisse bekommen. Dann einen Platz an einer Hochschule, eine gute Berufsausbildung, eine Karriere, ein gutes Einkommen. Eine Freundin und gute Freunde. Und dann? Ist das alles?
Diese Fragen stellt der Jesuit Oskar Wermter in seiner Betrachtung zum 28. Sonntag im Jahreskreis. Seine Fragen und Antwortversuche sind geprägt von der Realität Simbabwes, er lebt dort seit mehreren Jahrzehnten. (rv)
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UNSER WOCHENKOMMENTAR:
Wochenkommentar: „Mit mehr Klarheit gegen Abtreibung“
„Nur Mut, Mister President!“, sagt der katholische Publizist Martin Lohmann in seinem Wochenkommentar für Radio Vatikan. Der Friedensnobelpreis sollte für US-Präsident Barack Obama zugleich Ansporn sein, ungeteilt für den Schutz des Lebens eintreten. Bei Mutter Teresa, die vor 30 Jahren die Auszeichnung in Oslo erhielt, könne Obama sich „Rat und Erkenntnis“ holen, meint Lohmann, Vorsitzender der Dachorganisation christlicher Lebensrechtsverbände in Deutschland. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:
Vatikan
Papst Benedikt XVI. hat zwei renommierte US-Forscher in die Päpstliche Akademie für Sozialwissenschaften berufen. Der Vatikan gab an diesem Samstag die Ernennung von Francis S. Collins (59) und Edward M. De Robertis (62) bekannt. Der Chemiker und Mediziner Collins, von Präsident Barack Obama zum Direktor des Nationalinstituts für Gesundheit ernannt, hat sich vor allem in der Genomforschung und bei der Entschlüsselung der menschlichen DNA hervorgetan. Ursprünglich Atheist, konvertierte Collins zum Christentum. Der Mediziner De Robertis, Sohn einer aus Süditalien ausgewanderten Familie und Dozent für Biochemie in Los Angeles, hat sich in der Embryonalforschung ausgezeichnet. In den 80er Jahren hatte er zeitweise eine Professur in Basel. – Die 1994 gegründete Päpstliche Akademie hat laut Statut die Aufgabe, „das Studium der sozialen, wirtschaftlichen, politischen und juristischen Wissenschaften im Licht der Soziallehre der Kirche zu vertiefen und zu fördern“. Ihr gehören rund 35 Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen und Religionen an, darunter etliche Nobelpreisträger. Präsidentin der Akademie ist erneut die Harvard-Juristin Mary Ann Glendon. Sie hatte dieses Leitungsamt für ihre einjährige Tätigkeit 2008/09 als US-Botschafterin beim Heiligen Stuhl abgegeben. (rv/kna)
Benedikt hat an diesem Samstag den französischen Premierminister François Fillon in Audienz empfangen. In den Gesprächen ging es um die bevorstehende Heiligsprechung der Französin Jeanne Jugan sowie um die Fortsetzung des Dialogs zwischen Heiligem Stuhl und Frankreich und die aktuelle Lage im Nahen Osten und einigen afrikanischen Staaten. Nach Angaben des Vatikanischen Pressesaals verliefen die Gespräche in freundlicher Atmosphäre. Zur Sprache gekommen sei auch der positive Beitrag der päpstlichen Sozialenzyklika „Caritas in veritate“ angesichts der Weltwirtschaftskrise sowie auf die Vereinbarungen zu neuen Wirtschaftsregeln, gerade im Hinblick auf die ärmsten Länder. (rv)
Papst Benedikt XVI. hat an diesem Samstag den König von Belgien in Audienz empfangen. Albert II., der von seiner Frau Paola begleitet wurde, traf danach auch mit dem vatikanischen Staatssekretär Kardinal Tarcisio Bertone zusammen. Nach Angaben des Vatikanischen Pressesaals verliefen die Gespräche in freundlicher Atmosphäre. Neben dem Themen Afrika, internationale Politik, Menschenrechte und Entwicklung kam auch die Geschichte der Kirche in Belgien zur Sprache. Auch die für diesen Sonntag geplante Heiligsprechung des Belgiers Damiaan Jozef De Veuster wurde behandelt, der für Belgien und die ganze Welt beispielhaft sei. (rv)
Europa
Europäische Union/Deutschland
Der ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments, Hans Gert Pöttering, hat das Engagement Johannes Pauls II. für die Wiedervereinigung Europas gewürdigt. „Sein persönliches Eintreten für Freiheit und die christliche Inspiration, die er unaufhörlich vermittelte, hatten maßgeblichen Anteil an den Ereignissen des Jahres 1889“, so Pöttering wörtlich. In seiner Ansprache an EU-Bischöfe bei den Katholischen Sozialtagen wandte sich Pöttering besonders an EU-Kritiker innerhalb der katholischen Kirche. Sie sollten Politiker und Politikerinnen, die „unsere gemeinsamen Werte vertreten“, unterstützen und nicht nur für negative Entwicklungen verantwortlich machen. Auch rief er die Bischöfe dazu auf, sich weiterhin gemeinsam mit der Politik für Frieden zwischen den Völkern, Menschenwürde, Demokratie und die Einheit Europas zu engagieren. (pm)
Deutschland
Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx rechnet damit, dass die Kritik an der Kirche und die Auseinandersetzung mit einem aggressiven Atheismus weiter zunehmen wird. „Unsere eigene Identität wird auf die Probe gestellt werden. Wir brauchen eine Phase der Selbstvergewisserung. Dazu gehören Spiritualität und Freude am Gebet“, sagte Marx am Freitagabend bei der Herbstvollversammlung des Diözesanrats der Katholiken auf dem Freisinger Domberg. Der Ökumenische Kirchentag (ÖKT) 2010 in München könne eine Chance für einen solchen Prozess sein. „Die Hoffnung aus dem christlichen Glauben wird das Thema des ÖKT sein. Wir als Christen sind gerufen, zu bezeugen, dass Gott in der Geschichte lebendig ist“, erklärte Marx vor den 150 Delegierten aus Pfarreien, Dekanaten und kirchlichen Verbänden. Er rief die katholischen Laien auf, sich für den ÖKT zu engagieren. (pm)
Bei einer Abschaffung der Kirchensteuer in Deutschland würden Hunderttausende Arbeitsplätze verloren gehen. Das meint der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller. Viele kirchliche Einrichtungen sowie Hilfeleistungen könnten dann nicht mehr fortgeführt werden, warnte Müller in einem Interview der „Passauer Neuen Presse“ von diesem Samstag. Von den Zahlungen der Kirchenmitglieder profitierten nach Müller auch „die Gesamtgesellschaft, der Wirtschaftskreislauf und der Arbeitsmarkt”. Der Bischof wandte sich gegen die Meinung, Katholiken könnten die Kirchensteuer verweigern, aber trotzdem Mitglied der Glaubensgemeinschaft bleiben. Jeder Katholik sei verpflichtet, einen angemessenen Beitrag zu den Aufgaben der Kirche zu leisten. Der Staat könne eine Ersatzsteuer für diejenigen erwägen, die sich der Kirchensteuer entzögen, nur um privat mehr Geld zu haben, sagte Müller. - Müller äußerte sich vor dem Hintergrund eines Rechtsstreits des Freiburger Kirchenrechtlers Hartmut Zapp mit dem Erzbistum Freiburg. Der emeritierte Professor will vor einem weltlichen Gericht eine Entkoppelung von Steuerpflicht und Kirchenmitgliedschaft erstreiten. In erster Instanz gab ihm das Freiburger Verwaltungsgericht Recht. Das Erzbistum ging in Berufung. (kna)
Deutschland/Italien
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat am Samstag fünf deutsche Studenten des deutsch-ungarischen Priesterkollegs „Germanicum et Hungaricum“ in Rom zum Priester geweiht. In der Kirche Sant´Ignazio spendete der Freiburger Erzbischof dieses Sakrament Matthias Ambros (Bistum Passau), Christian Kern (Bistum Würzburg), Dominic Leutgäb (Bistum Augsburg), Jörg Niemeier (Bistum Münster) und Jörg Waldvogel (Erzbistum Freiburg). Zudem weihte Zollitsch einen Ungarn zum Diakon. In seiner Predigt hob Zollitsch hervor, dass ein Priester in erster Linie ein Geschenk Gottes an die Menschen sei. Er müsse die Wirklichkeit Gottes erfahrbar machen, sagte der Erzbischof vor mehreren hundert Teilnehmern der Feier, unter ihnen zahlreiche Verwandte und Bekannte der Neupriester sowie Alt-Germaniker. Zugleich forderte der Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz von den Bischöfen ein deutliches Bekenntnis zum Vorrang der Seelsorge vor allen organisatorischen Aufgaben, mit denen sich Priester heute konfrontiert sähen. (kna/rv)
Österreich
Ein umfassendes Euthanasieverbot sollte möglichst rasch in der Verfassung verankert werden. Das fordert jetzt der Dachverband Hospiz Österreich. Ein klares Nein zur Strebehilfe sei ein klares Ja zum Menschenrecht, sagte Verbandspräsidentin Waltraud Klasnic bei einer Tagung des Dachverbands zum Internationalen Hospiz-Tag am Freitag. Weiter forderte sie eine „flächendeckende, leistbare und erreichbare“ Versorgung mit Hospizeinrichtungen und Palliativbetreuung in Österreich. Dieses schon vor fünf Jahren anvisierte Ziel stehe immer noch aus, appellierte Klasmic an die Politik. (kap)
Schweiz
In der Debatte über die sogenannte Anti-Minarett-Initiative haben sich die Schweizer Kirchen grundsätzlich gegen Plakatverbote ausgesprochen. Der römisch-katholische Bischof von Sion, Norbert Brunner, der Präsident des Evangelischen Kirchenbundes, Thomas Wipf, und der Vorsitzende des evangelischen Freikirchen-Verbandes, Max Schläpfer, haben ein solches Verbot als den falschen Weg bezeichnet, mit dieser Initiative umzugehen. Weder die Plakate der Anti-Minarett-Initiative noch jene der Freidenker sollten ihrer Ansicht nach untersagt werden, erklärten die kirchlichen Vertreter an diesem Samstag in verschiedenen Zeitungsinterviews. Alle drei distanzierten sich von der Initiative wie auch vom Plakat. Man dürfe aber dem Stimmbürger zumuten, dieses „entlarvende Plakat“ selber zu beurteilen, erklärte Wipf. - Über das von der rechtsgerichteten Schweizerischen Volkspartei (SVP) und anderen Gruppen initiierte Anti-Minarett-Volksbegehren wird am 29. November eine Volksabstimmung durchgeführt. Dabei werden die Schweizer über das Verbot von Minaretten abstimmen. (apic)
Italien
Vor einer „Instrumentalisierung“ der Tragödie von Messina hat der Erzbischof von Messina, Calgero La Piana, gewarnt. Der Geistliche predigte an diesem Samstag bei der Beerdigung der Opfer. Die Unwetterkatastrophe sei in der Öffentlichkeit als „vorhersehbare Tragödie“ bewertet worden, erinnerte La Piana weiter. Im Zusammenhang mit illegalem Häuserbau und mangelnden Sicherheitsvorkehrungen war in Italien nach dem Unglück viel darüber gesprochen worden, dass die Katastrophe eigentlich absehbar war. Bei verheerenden Erdrutschen sind am 1. Oktober ganze Vororte der sizilianischen Hafenstadt Messina nahezu zerstört worden. 28 Menschen fanden den Tod. Bei der Trauerfeier im Dom von Messina waren neben den Angehörigen der Opfer auch der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi und Staatspräsident Giorgio Napolitano anwesend. Wegen der Katastrophe ist an diesem Samstag in Italien nationale Trauer ausgerufen worden. (ansa)
Großbritannien
Die anglikanische Staatskirche von England geht bei der umstrittenen Weihe von Frauen zu Bischöfinnen auf Nummer sicher. Bei einem Treffen zur Formulierung der neuen Statuten legte das von der Generalsynode eingesetzte Komitee strengere Sonderkonditionen für Bischöfinnen fest als bislang geplant. Man habe sich darauf nach dem Eingang von mehr als 300 Protestschreiben verständigt, teilte die Kirche auf ihrer Webseite mit. Schon im vergangenen Jahr hatte sich die anglikanische Kirchenleitung auf eine Doppelstrategie geeinigt. Für Gemeinden, die keine Bischöfin als Oberhirte akzeptieren wollen, sollen männliche „Zusatzbischöfe“ eingesetzt werden. Nach den neuen Regeln sollen einige Funktionen von Bischöfen per Sonderstatut festgelegt werden. In der Praxis könnte dies heißen, dass Frauen im Bischofsamt keine vollständige Kontrolle mehr über ihre gesamte Diözese hätten, da die Zusatzbischöfe für die „Rebellen-Gemeinden“ zentral von der Kirchenleitung eingesetzt werden und den Frauen gegenüber daher nicht weisungsgebunden wären. Kritiker haben vor solchen Parallelstrukturen gewarnt. Sie fürchten, dass die männlichen „Zusatzbischöfe“ die Autorität ihrer weiblichen Kollegen untergraben könnten. Mit den Sonderkonditionen sollen andererseits die Traditionalisten innerhalb der anglikanischen Kirche beruhigt werden. (kipa)
Afrika
Libyen/Vatikan
Der für Libyen zuständige Bischof Giovanni Martinelli wirft Europa Gleichgültigkeit gegenüber den Flüchtlingsdramen in Nordafrika vor. Während Tausende Menschen aus der Subsahara auf eine Flucht über das Mittelmeer hofften und in libyschen Auffanglagern endeten, wasche die EU ihre Hände in Unschuld, beklagte der Bischof am Freitag vor Journalisten im Vatikan. Der italienische Geistliche, der Anfang der 1990er Jahre unter Libyens Staatspräsident Muammar al-Gaddafi inhaftiert war, vermied dabei direkte Kritik am italienisch-libyschen Flüchtlingsabkommen, das eine Rückführung illegaler Einwanderer nach Afrika vorsieht. Mit Blick auf die Abweisungspolitik gegenüber afrikanischen Migranten sprach Martinelli von einer „ungerechtfertigten Angst“. Illegale Einwanderung sei nicht gutzuheißen; ihr liege aber eine tiefere Ungerechtigkeit zugrunde. Die Menschen, die auf der Flucht vor Konflikten oder Hunger nach Libyen kämen, könnten oft nicht in ihre Heimat zurück. Europa müsse mit einer langfristigen Förderpolitik für menschenwürdige Verhältnisse in den Ursprungsländern wie Eritrea, Äthiopien oder Kongo sorgen. Die Auffanglager in Libyen könnten selbst mit Hilfe der Kirche und internationaler Organisationen nur ein Minimum an Versorgung gewährleisten, so der Bischof. Es fehle Platz für Tausende. Vor allem treffe die Situation Frauen; viele von ihnen würden Opfer von Zwangsprostitution, so Martinelli. Der Apostolische Vikar von Tripolis nimmt auch an der Afrikasynode im Vatikan teil. (kna/rv)
Asien
Indien
Mit einem großen Missionskongress will die Kirche die rund 18 Millionen indischen Katholiken stärken. Unter dem Motto „Lass Dein Licht leuchten“ soll das Großereignis vor allem Priester und Ordensleute in der Verkündigung ermutigen, sagte der Erzbischof von Bombay, Kardinal Oswald Gracias, vorab. Auch werde es um die Beziehung zwischen kirchlichem Leben und der komplexen kulturellen Realität in Indien gehen. Bei der fünftägigen Veranstaltung, die vom 14. bis 18. Oktober in Mumbai stattfindet, werden rund 1.500 Kirchenvertreter aus ganz Indien zusammenkommen. Es ist der erste Kongress dieser Art, den die katholische Kirche in Indien organisiert. (rv)
Amerika
Vereinigte Staaten
Mit „Demut“ und „Überraschung“ hat US-Präsident Barack Obama auf den ihm zuerkannten Friedensnobelpreis reagiert. Er betrachte die Auszeichnung nicht als Bestätigung für das, was er erreicht habe, sondern als Herausforderung, sagte Obama am Freitag in Washington. Mit dem diesjährigen Friedensnobelpreis soll der Einsatz Obamas für die internationale Diplomatie und die Zusammenarbeit zwischen den Völkern gewürdigt werden, wie das zuständige Komitee in Oslo mitteilte. Die Vergabe des Preises an Obama stieß vor allem bei westlichen Staaten auf Zustimmung. Auch aus der arabischen Welt kamen positive Reaktionen. (div)
Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören