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Meldungen vom 13.10.2009

- Deutsche Bischöfe verlangen Klärung von EKD -
- Papst besucht römische Synagoge im Januar -
- FAO-Direktor würdigt Bemühungen der Kirche -


Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Mario Galgano
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

AUS DER REDAKTION:

Verehrte Freundinnen und Freunde unseres Newsletters,
Vermutlich haben Sie schon erfahren, dass ich Radio Vatikan am Ende dieses Jahres verlassen werde. Nach 27 Jahren in Rom kehre ich gerne in meine deutsche Heimat zurück und übergebe das Heft einem jungen Mitbruder, Pater Bernd Hagenkord….
Eine Bitte von Pater Eberhard von Gemmingen, lesen Sie hier weiter


DIE AFRIKA-SYNODE:

Synode: Nahrungsmittel für alle Afrikaner - wie?
Bei der Afrika-Bischofssynode zum Thema Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden hat an diesem Montagabend ein mit Spannung erwarteter Gast seinen Vortrag gehalten: Jacques Diouf, Chef der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft FAO und selbst Afrikaner aus dem Senegal. Bei der anschließenden Fragestunde musste er durchaus kritische Fragen einiger Synodenväter beantworten. Gudrun Sailer berichtet.
Afrika wird in den nächsten 40 Jahren zum „Kontinent der Zukunft“ werden, sagte Diouf vor der versammelten Synode und dem aufmerksam zuhörenden Papst Benedikt. Bis 2050 wird sich seine Bevölkerung auf zwei Milliarden verdoppelt haben. Mit seinen ungeheuren Bodenschätzen ist der Kontinent schon lange nicht wegzudenken von der Landkarte der Weltwirtschaft.
Allerdings: Afrika braucht dringend eine wirtschaftliche Emanzipation, und dazu sind Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Gleichheit vor dem Recht unerlässlich – ganz besonders, um die „dramatischste und inakzeptabelste Geißel des Kontinents“ zu bekämpfen: den Hunger, so Diouf. Von 30 Ländern, denen die FAO heute Nahrungsmittelhilfe gewährt, seien 20 in Afrika.
Nahrungsmittelsicherheit sei in erster Linie eine politische Angelegenheit. Es gebe heute auf der Welt genug Ressourcen, genug Geld und genug Technologien, um den Hunger auszurotten. Die wichtigsten Investitionen für Afrikas Bevölkerung seien aber die in traditionelle, kleinbäuerliche Landwirtschaft.
Vor Papst und Bischöfen lobte Diouf ausdrücklich den Einsatz der katholischen Kirche für die Ärmsten. „Die Missionare, Ordensfrauen und zahlreiche Gemeinschaften leisten oft eine schwierige und undankbare Arbeit, die freilich der Zivilgesellschaft immer hilfreich ist“. Von daher leiste die katholische Soziallehre einen beachtlichen Beitrag zur Entwicklung Afrikas. Der Moslem Diouf wies auch auf übereinstimmende Meinungen von Kirche und Islam über soziale Verantwortung hin, die unvereinbar sei mit Exzessen und Plünderungen.
Gibt es einen echten politischen Willen, den Hunger auszurotten? Warum ist Öl in Afrika billiger als Essen? Wie steht die FAO zum Anbau genetisch veränderter Organismen in Afrika, um das Ernährungsproblem zu lösen? Wozu ist eine Welternährungsorganisation gut, wenn es heute mehr Hungernde als jemals zuvor in der Geschichte gibt? Mit diesen Fragen konfrontierten Synodenväter den FAO-Chef. (rv)
Hören und lesen Sie hier mehr

Synode: Mauretanien und die Bootsflüchtlinge
Die katholische Kirche in Mauretanien hilft Afrikanern, die unmittelbar vor einer Bootsflucht über den Atlantik nach Europa stehen. Darüber berichtet uns Bischof Martin Happe von Nouakchott, ein „Weißer Vater“ aus Deutschland, der seit 36 Jahren in Afrika wirkt und seit 14 Jahren die einzige Diözese Mauretaniens leitet. In der Hafenstadt Nouadhibou, sagte Bischof Happe unserer Synoden-Korrespondentin Gudrun Sailer, halten sich regelmäßig zwischen 10.000 und 20.000 junge Afrikaner anderer Nationen auf, die auf die nächste Gelegenheit zur Überfahrt warten. Für jeden zweiten wird sie tödlich enden.

„Nouadhibou, die Hafenstadt von Mauretanien, ist einer der großen Ausgangspunkte dieser „Boat people“ für die Kanarischen Inseln. Und eines unserer Caritasprojekte beschäftigt sich sehr eingehend damit. Rupert Neudeck, der bekannt ist durch sein Schiff Cap Anamur, hilft uns dort engagiert und kompetent, Infrastrukturen aufzubauen, damit wir uns um diese Menschen kümmern können.“ (rv)
Hören und lesen Sie hier das gesamte Interview


THEMEN DES TAGES:

Deutschland: „Klärendes Gespräch“ nötig
Ein Papier der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) belastet weiter den Dialog der beiden großen Kirchen. Die katholische Deutsche Bischofskonferenz hat nun ein für diese Woche turnusgemäß angesetztes Treffen des Kontaktgesprächskreises abgesagt. „Das Vertrauen ist gravierend gestört“, sagt der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller. Das EKD-Papier zeuge von einer „bislang nicht gekannten mangelnden ökumenischen Sensibilität“, sagte der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz der Würzburger „Tagespost“ (Dienstag). Die katholischen Bischöfe erwarteten von der EKD eine offizielle Erklärung.

Statt des geplanten Treffens soll es am Mittwoch ein „klärendes Gespräch“ zwischen führenden Vertretern beider Seiten geben, kündigte die Bischofskonferenz an. Das Papier des in der EKD für Ökumenefragen zuständigen Oberkirchenrats Thies Gundlach enthalte „harte Worte“, so Bischofskonferenz-Sprecher Matthias Kopp: „In dieser Situation wäre es falsch, einfach zur Tagesordnung des halbjährlichen Kontaktgesprächskreises zwischen Bischofskonferenz und EKD-Rat überzugehen. Die Absage des Kontaktgesprächskreises und die Vereinbarung eines klärenden Gespräches sollen helfen, ein derzeit sehr belastendes und in der Öffentlichkeit breit diskutiertes Problem zu lösen.“

In dem für die Sitzung der Kirchenkonferenz der EKD am 2. Juli verfassten Text äußert sich Gundlach kritisch über die Lage der katholischen Kirche in Deutschland und einen angeblich rückwärtsgewandten Kurs von Papst Benedikt XVI. Zugleich reklamiert der Verfasser eine intellektuelle Meinungsführerschaft für die evangelische Kirche; wörtlich heißt es: „Die intellektuelle und positionelle Präsenz in gesellschaftlich relevanten Fragen wird in den letzten Jahren deutlich von der evangelischen Kirche dominiert und geprägt.“ In der katholischen Kirche diagnostiziert Gundlach „irritierende Phänomene“, „handwerkliche Fehler“ und „grundlegende Unsicherheiten“. Dem Bischofskonferenzvorsitzenden Robert Zollitsch spricht er die „orientierende und prägende Kraft“ ab.

Das interne Diskussionspapier wurde Anfang August, von Hannover aus, zahlreichen Medien und Mitarbeitern der Bischofskonferenz anonym zugespielt. Erst in der vergangenen Woche wurden Details daraus veröffentlicht. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet von mehreren evangelischen Landesbischöfen, die sich der Redaktion gegenüber von dem Papier distanziert hätten. Eine Stellungnahme des EKD-Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber steht noch aus.

Die evangelische Seite sei am Zug, betonte Bischofskonferenz-Sprecher Kopp. „Wir haben die Erwartung geäußert, dass die evangelische Seite die Sache möglichst schnell klärt.“ (rv/dbk/dr/faz.net)
Zum Nachhören
„Wie ein angeschlagener Boxer“ - EKD-Papier im Wortlaut

Vatikan: „Wissenschaft muss auch Nicht-Intellektuelle ansprechen“
Die Naturwissenschaften aber auch die Theologie und Philosophie sind keine Elite-Disziplinen sondern sollen alle Menschen gleichermaßen ansprechen. Das betonte der vatikanische Kultur-Verantwortliche, Erzbischof Gianfranco Ravasi, an diesem Dienstag im Vatikan. Er stellte im Pressesaal die Astronomie-Ausstellung vor, die ab kommendem Donnerstag in den Vatikanischen Museen zu sehen ist. Bei der Pressekonferenz sagte Ravasi, dass solche Veranstaltungen im Vatikan ein breites Publikum ansprechen wollen, um ihnen den Dialog zwischen Wissenschaft und Theologie näher zu bringen. Die Astronomie-Ausstellung reiht sich in eine lange Reihe von Events ein, die demnächst mit einem Treffen für Medienschaffende fortgeführt werde, so Ravasi:

„Ich hege nämlich einen großen Wunsch, den ich nun öffentlich bekannt geben kann: ich will Kommunikationsexperten einladen, um mit ihnen gemeinsam über die Wissensvermittlung aber auch über die Polemik rund um den angeblichen Streit zwischen Kirche und Wissenschaft zu sprechen. Es gab und gibt viele falsche Informationen in dieser Hinsicht. In den Schulen werden oft Theorien darüber verbreitet, die meist nicht verständlich oder zum Teil auch ideologisch geprägt sind.“

Erzbischof Ravasi hat in jüngster Zeit immer wieder Treffen und Ausstellungen zum Dialog zwischen Kirche und Wissenschaft organisiert. Beim geplanten Treffen mit Journalisten will er seine bisherigen Erfahrungen weitergeben.

„Die Resultate all unserer Konferenzen und Treffen mit Wissenschaftlern und Experten müssen wir unbedingt zusammenfassen und veröffentlichen. Unser Zielpublikum ist hierbei ein nicht unbedingt an Hochschulen ausgebildeter Mensch. Die Veröffentlichung einer solchen Zusammenfassung stellt zwar eine Vereinfachung der Materie dar, doch das ist ja die Hauptaufgabe eines Wissenschaftlers und das unterstützt auch die Kirche.“

Die Astronomie-Ausstellung in den Vatikanischen Museen steht im Zusammenhang mit dem Jahr der Astronomie. Bis zum 16. Januar 2010 können Besucher alte Teleskope und astronomische Hilfsmitteln sehen. (rv)
Zum Nachhören


AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Deutschland: Welternährungstag – eine Milliarde hungert
Mehr als eine Milliarde Menschen hungern – so lautet in diesem Jahr die traurige Bilanz zum Welternährungstag am kommenden 16. Oktober. Experten von „Brot für die Welt“ und der Menschenrechtsorganisation FIAN fordern daher eine grundlegende Reform der internationalen Ernährungsarchitektur. (domradio/pm/rv)
Hören und lesen Sie hier mehr

Deutschland/Nigeria: Erzbischof klagt an – Nigerias Reichtum auf Schweizer Banken
Reiche Vielfalt in bitterer Armut, so schildert Erzbischof Matthew Man-Oso Ndagoso die Situation in seinem Heimatland Nigeria. Der 48-jährige Erzbischof von Kaduna ist derzeit zu Gast im Erzbistum Freiburg. Im Rahmen der Missio-Kampagne zum laufenden Monat der Weltmission berichtet er von seiner kirchlichen Arbeit in einem der vielfältigsten, aber auch konfliktreichsten Länder Afrikas. Trotz des Rohstoffreichtums leben 70 Prozent der Nigerianer unter der Armutsgrenze. Die Verantwortlichkeit sieht Erzbischof Ndagoso klar bei der Politik. (rv/pm)
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WEITERE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Benedikt XVI. wird die römische Synagoge am Sonntagnachmittag, den 17. Januar 2010, besuchen. Das bestätigte der vatikanische Pressesaal an diesem Dienstag. Das Treffen mit der jüdischen Gemeinschaft stehe im Zusammenhang mit dem 21. Tag des Dialogs zwischen Juden und Katholiken. Auf diesen Tag fällt auch ein Festtag der Juden, der auf ein römisches Ereignis im 18. Jahrhundert zurückgeht: Am so genannten „Bleiernen Mo´éd“ gedenken die Juden Roms der wundersamen Rettung vor der Verfolgung der Stadtbevölkerung im Jahr 1793. (rv)
Prinz Albert von Monaco wird am Freitag im Vatikan erwartet. Es ist der zweite Besuch bei Papst Benedikt, nachdem der Fürst bereits im Dezember 2005 in Rom war. Die Privataudienz findet rund sechs Monate nach der Annahme eines Abtreibungsgesetzes im Fürstentum statt. Das Parlament des Kleinstaates hatte Anfang April ein Gesetz zur Liberalisierung des Abtreibungsstrafrechtes einstimmig gebilligt. 2007 scheiterte ein ähnlicher Versuch noch am Einspruch von Fürst Albert. 90 Prozent der 33.000 Einwohner des Fürstentums sind Katholiken. (rv/imedia)

Vatikan/Vereinte Nationen
Papst Benedikt XVI. wird am Montag, 16. November, die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) – in Rom besuchen.
Das teilte der vatikanische Pressesaal an diesem Dienstag mit. Das Kirchenoberhaupt spricht bei der Eröffnung des Weltgipfels für Ernährungssicherheit. Dieses Treffen findet im Rahmen der 36. Vollversammlung der FAO statt; die Vollversammlung tagt vom 18. bis 23. November in Rom. (rv)

Europa

Deutschland
Die deutsche Bischofskonferenz verleiht am 19. Oktober im Rheinischen Landesmuseum in Bonn den Katholischen Medienpreis 2009. Der Konferenzvorsitzende Erzbischof Robert Zollitsch wird zwei Journalisten mit dem insgesamt mit 10.000 Euro dotierten Preis auszeichnen. Preisgekürt wird in der Kategorie Print-Medien Michael Ohnewald für seinen Artikel „Die Frau aus der Cafeteria“, erschienen in der Stuttgarter Zeitung. In der Kategorie elektronische Medien erhält Bert Strebe den Preis für seinen Hörfunkbeitrag „Das Fenster zum Himmel war offen“, gesendet im Norddeutschen Rundfunk. Zusätzlich vergibt die Jury in den Kategorien Print und elektronische Medien für je zwei eingereichte Beiträge das Prädikat „Wertvoll“. (pm)

Österreich
Der Missionssonntag am 18. Oktober sei unverzichtbar für die Weltkirche.
Das schreibt der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, in einem Kommentar für die aktuelle Ausgabe des „Alle Welt“-Magazins der Päpstlichen Missionswerke „Missio“. Am Weltmissionssonntag wird in allen katholischen Pfarreien weltweit für die 1.100 ärmsten Diözesen der Erde Geld gesammelt. Diese größte Solidaritätsaktion der Welt sichere das Leben und Wirken der Kirche für die Menschen in den Ländern des „Südens“, so der Vatikan-Vertreter in Österreich. Als ehemaliger Nuntius in Mozambique (1993-98) habe er selbst erlebt, wie unverzichtbar die Unterstützung aus der weltweiten Sammlung für die Kirche vor Ort sei, schreibt Zurbriggen. (kap)

Schweiz
Die bischöfliche Kommission „Justitia et Pax“ spricht sich für das Verbot von Waffenexporten aus der Schweiz aus.
Das schreibt der Generalsekretär der Kommission, Wolfgang Bürgstein, im Vorfeld der Volksabstimmung vom 29. November. Das Schweizer Stimmvolk wird Ende November unter anderem über ein Totalverbot des Waffenhandels mit dem Ausland entscheiden. Falls die Einschränkung zustande käme, setze die Schweiz ein starkes Zeichen, dass sie sich glaubwürdig für Abrüstung, Frieden und Menschenrechte einsetze, so Bürgstein. Auch die evangelisch-methodistische Kirche in der Schweiz unterstützt die Verbots-Initiative. Die Frage des Kriegsmaterialexports habe mit christlicher Glaubwürdigkeit zu tun, schreibt der Ausschuss „Kirche und Gesellschaft“ der Evangelisch-methodistischen Kirche.
Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) will kein Verbot von Minaretten. Ein Verbot, wie es die Anti-Minarett-Initiative in der Bundesverfassung verankern wolle, löse keine Probleme, sondern schaffe neue. Das teilte der Kirchenbund an diesem Dienstag mit. Verbiete die Schweiz den Bau von Minaretten, würde das nichts am persönlichen Glauben der rund 350.000 Muslime in der Schweiz ändern, aber „viel an ihrem Vertrauen in die Mitbürger und an den Rechtsstaat, der die Religionsfreiheit schützt“. Fundamentalistische Muslime sähen sich in ihren Vorurteilen bestätigt, liberalere Gläubige fühlten sich abgelehnt und diskriminiert. Die Anti-Minarett-Initiative kommt am 29. November zur Abstimmung. (pm)

Frankreich
Der französische Primas, Kardinal Philippe Barbarin, unterstützt die Milchbauern in ihrem Kampf für gerechtere Bezahlung ihrer Arbeit.
Das mutwillige Vergießen der Milch durch die Bauern sei ein Schrei, den es zu hören gelte, heißt es in einem am Montag in Lyon veröffentlichen gemeinsamen Appell Barbarins und der Missionsgesellschaft „Mission de France“. Die durch die Proteste ausgedrückte Not sei ein Alarmzeichen gegen eine Politik, die Entscheidungen nur unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten treffe. An die Verbraucher appelliert Barbarin, die Bauern zu unterstützen. Er wendet sich gegen einen „Kult der Resultate“, der keinen Blick für die menschliche Dimension der Wirtschaft habe. Vor Barbarin hatten sich bereits zahlreiche weitere Bischöfe aus allen Landesteilen Frankreichs mit den Milchbauern solidarisch erklärt. Die Proteste der Bauern richten sich gegen den Beschluss der EU-Landwirtschaftsminister, das bisherige Quotensystem im Jahr 2015 abzuschaffen und die Produktionsmengen bis dahin allmählich auszuweiten. (kap)

Spanien
Ehe schützt vor Gewalt.
Das hat der Vizepräsident des spanischen Instituts für Familienpolitik, Mariano Martinez-Aedo, gesagt. Bei unverheirateten Paaren sei es im vergangenen Jahr zwölf Mal öfter zu Tötungsdelikten gekommen als bei Ehepaaren. Dies ergab sich aus einer Studie des Instituts. Dies sei eine Bestätigung dafür wie wichtig die Ehe und ihre Rolle in der Gesellschaft sei, So Martinez-Aedo. Aus diesem Grund wolle das Institut die Regierung dazu bewegen, Ehen zu fördern und aufzuwerten. (cna)

Griechenland
Eine „Entchristlichung“ der Gesellschaft hat der griechisch-orthodoxe Erzbischof von Athen, Hieronymus II., beklagt. In seiner Rede zum Auftakt der griechisch-orthodoxen Synode, die derzeit in Athen tagt, hat Hieronymus die „Neuevangelisierung“ der griechischen Bevölkerung zur Priorität erklärt. Weiter beklagte das Oberhaupt der autokephalen griechisch-orthodoxen Kirche eine politische Instrumentalisierung der Diskussion um die Besteuerung des Kirchenbesitzes. Die Frage sei für propagandistische Zwecke missbraucht worden, so Hieronymus. Die neue Regierungspartei Panhellenische Sozialistische Bewegung, PASOK, unter Ministerpräsident Georgios Papandreou hatte die Kirchenbesteuerung zum Wahlkampfthema gemacht. Dabei hatte die PASOK eine Besteuerung von Großgrundbesitz und Kirchengütern zur Haushaltssanierung vorgeschlagen. (ansa)

Asien

Philippinen
Ein irischer Missionar ist am Sonntagabend von Unbekannten entführt worden.
Sechs bewaffnete Männer überfielen den 78-Jährigen in seiner Wohnung in der südlichen Provinz der Insel. Gründe für die Entführung seien bisher nicht bekannt. Die Polizei habe bisher keine Nachricht von den Tätern erhalten. Der irische Priester Michael Sinnott arbeitet seit 55 Jahren als Mitglied der Missionsgesellschaft St. Columban auf den Philippinen. Er habe sich besonders für den interreligiösen Dialog eingesetzt. (misna)

Amerika

Honduras
Die De-Facto-Regierung unter Roberto Micheletti werde von paramilitärischen Truppen aus Kolumbien unterstützt.
Das prangerte jetzt der bekannte katholische Priester und Umweltaktivist, Pater Andres Tamayo, im kolumbischen Radiosender RCN an. Söldner aus Kolumbien und anderen lateinamerikanischen Ländern seien Teil des „Repressionsapparates“ der Micheletti-Regierung, so Pater Tamayo. Micheletti wies die Vorwürfe laut Medienberichten zurück: „Die Regierung hat niemanden engagiert, um Honduraner anzugreifen und wird dies auch niemals tun“, so der Interimspräsident. – Laut Medienberichten sei dem aus El Salvador stammenden Tamayo wegen seiner Teilnahme an Demonstrationen für die Rückkehr von Ex-Präsident Manuel Zelaya die honduranische Staatsbürgerschaft aberkannt worden. Auch habe er nach eigenen Angaben Todesdrohungen erhalten und sei von seiner Pfarrei abberufen worden. (apic)

Mexiko
Das zentralamerikanische Land erlebe derzeit eine Welle der Gewalt gegen Migranten aus Nachbarländern.
Das beklagt der Bischof von Saltillo, Raul Vera Lopez. Zugleich bat er den mexikanischen Staatspräsidenten Felipe Calderon um Hilfe, berichtete die Tageszeitung „Cronica“. Der Oberhirte macht eine immer stärker um sich greifende diskriminierende und rassistische Stimmung im Land für die Gewalttaten verantwortlich. Einwanderer seien in Mexiko bereits in der Vergangenheit immer wieder Opfer von Menschenrechtsverletzungen und kriminellen Machenschaften geworden, die ungestraft blieben. – Die Debatte über die Rechte von Einwanderern in Mexiko entzündete sich, nachdem ein Honduraner von einer Mexikanerin erstochen worden war. Eine weitere Frau wurde bei dem Vorfall, der sich bereits Ende September ereignete, schwer verletzt. (kap)
Der 76-jährige Kardinal Juan Iniguez Sandoval ist an Dengue-Fieber erkrankt. Wie das Erzbistum Guadalajara auf seiner Webseite mitteilt, liegt der Kardinal im Krankenhaus und darf auf ärztlichen Rat derzeit weder persönliche Besuche noch Telefonanrufe empfangen. Wegen der Erkrankung konnte Sandoval auch nicht an der zweitgrößten Prozession des Landes zur „Jungfrau von Zapopan“ teilnehmen. Man hoffe, dass der Kardinal sich innerhalb der nächsten Woche erhole und seine Amtsgeschäfte wieder aufnehmen könne, heißt es in der Mitteilung. Das Dengue-Fieber ist eine durch Stechmücken übertragene und von Viren ausgelöste Tropenkrankheit. (kna)


Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören

 






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