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Meldungen vom 14.10.2009

- Synode: Schick für Zusammenarbeit von Kirche und Politik -
- D: Versöhnliche Töne vor evang.-kath. „Krisentreffen“ -
- D: Vatikan auf Buchmesse vertreten -


Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Antje Dechert
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

AUS DER REDAKTION:

Verehrte Freundinnen und Freunde unseres Newsletters,
Vermutlich haben Sie schon erfahren, dass ich Radio Vatikan am Ende dieses Jahres verlassen werde. Nach 27 Jahren in Rom kehre ich gerne in meine deutsche Heimat zurück und übergebe das Heft einem jungen Mitbruder, Pater Bernd Hagenkord….
Eine Bitte von Pater Eberhard von Gemmingen, lesen Sie hier weiter


DIE AFRIKA-SYNODE:

Schick fordert Zusammenarbeit zwischen Kirche und Politik
Eine prophetische Stimme müsse die Kirche in Politik und Gesellschaft erheben. Das sagte der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick vor der laufenden Afrika-Synode im Vatikan. Schick, der bei der Deutschen Bischofskonferenz die Kommission Weltkirche leitet, forderte einen Beitrag der Kirche für eine gerechtere Gesellschaft, eine Evangelisierung auch unter den Machthabern Afrikas und ein konkretes Miteinander von staatlichen und kirchlichen Stellen. Im Gespräch mit Birgit Pottler zog Schick eine Zwischenbilanz der Bischofsversammlung, die im Vatikan dieser Tage Halbzeit hat. Nach den einzelnen Wortmeldungen machen sich die Synodenväter nun an die Ausarbeitung konkreter Vorschläge für die Kirche in Afrika und das päpstliche Abschlussdokument. Erzbischof Schick:

„Es geht darum, mit den Politikern wirklich ins Gespräch zu kommen. Es gibt ganz wichtige Dinge zu lösen, die man nur mit der Politik lösen kann, wie zum Beispiel die Frage des gerechten Handels. Wir müssen vor allem mit afrikanischen Politikern reden. Aber auch internationale Debatten, zum Beispiel über das Immigrationsproblem, sind wichtig. Wir müssen über Menschenhandel, Prostitution und Handelsbeschränkungen, die von den westlichen Ländern auferlegt werden, sprechen. Die Synode will Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung erreichen. Das ist ein umfassender Auftrag. Da muss auch die Politik mit einbezogen werden, und deshalb habe ich dieses Statement abgegeben.

Wie, glauben Sie, wird das, was in der Synode debattiert wird, von den Politikern aufgenommen? Bleibt die Synode ein innerkirchliches Ereignis oder können auch Impulse für den Kontinent ausgehen?

„Der Inhalt der Synode kann Impulse geben. Das zeigt sich schon allein daran, dass bei der Synode der UNO-Beauftragte für Darfur anwesend war und auch der Generaldirektor der des Welternährungsprogramms. Das allein zeigt schon, dass die Politik und vor allem eben die Vereinten Nationen auch Interesse an der Synode haben. Jetzt bleibt zu hoffen, dass die Botschaft der Synode und auch die Vorschläge für das päpstliche Schreiben klar sind, damit dann auch etwas daraus wird. Die Synode ist dynamisch, sie ist offen und ich habe die Hoffnung, dass das auch eine Synode wird, die etwas zu sagen hat und etwas bewirkt.

„Es wird deutlich gesagt, was in der Kirche nicht gut läuft“

Im Vorfeld der Synode war die Rede davon, dass die Kirche auch auf die eigenen Probleme schauen muss, wenn sie in Sachen Versöhnung etwas erreichen möchte. Die mitunter bestehende Zerstrittenheit in den eigenen Reihen wurde im Arbeitspapier zur Synode offen benannt. Wie erleben Sie diesen Spagat beziehungsweise den ständigen Ausgleich zwischen innerem und äußerem Wirken?

„Ich sagte ja schon, die Synode ist dynamisch, und sie ist offen. Aber sie ist auch ehrlich. Und es wird sehr deutlich gesagt, was in der Kirche nicht gut läuft oder nicht gut gelaufen ist und wo Veränderungs- und Bekehrungsbedarf gesehen wird. Es ist völlig klar, dass man nicht nach Außen reden kann, ohne auch nach Innen zu schauen und ohne zunächst bei sich selbst anzufangen. Es gibt Ansätze, und es gibt auch nach Innen hin klare Botschaften. Wir müssen mit gutem Beispiel vorangehen, damit wir dann auch berechtigterweise Forderungen nach Außen stellen können, die dann auch gehört werden.“

Wie inseriert sich die Synode in den Vatikan, der einerseits durch viele Kurienmitarbeiter mitunter europäisch geprägt ist, aber ja weltkirchlich wirken soll. Wie funktioniert dieses Miteinander?

„Die klare Mehrheit bei der Synode sind die afrikanischen Bischöfe. Der Papst hat von Amts wegen alle Präsidenten und Vorsitzenden der Kurienämter eingeladen. Aber auch unter diesen gibt es Afrikaner. Er hat einige ordentliche Synodenmitglieder aus den europäischen, asiatischen und amerikanischen Ländern eingeladen. Diese sind aber eigentlich dort, um ihre Sicht einzubringen und die Ergebnisse der Synode auch nach Außen in ihre Länder zu tragen. Das finde ich sehr gut, aber es muss natürlich eine Synode der Afrikaner sein. Die Afrikaner sprechen und die Afrikaner sind auch die eigentlich Handelnden, die Akteure in der Synode. Die anderen bringen natürlich durch ihre Reden verschiedene Vorschläge und Sichtweisen ein, aber es ist eine afrikanische Synode, und die Afrikaner müssen auch ihre Forderungen stellen und ihre Veränderungswünsche einbringen. Dann kann die Synode gelingen.“ (rv/kap)
Hier lesen Sie, was ein Synodenvater zum Thema Aids gesagt hat
Hier können Sie unser Interview mit Erzbischof Schick hören
Hier hören und lesen Sie ein Kollegengespräch mit Gudrun Sailer, die für uns die Synode beobachtet


WEITERE TOP-THEMEN:

Deutschland: Versöhnliche Töne vor „Krisentreffen“
Vor ihrem „klärenden Gespräch“ an diesem Mittwoch bemühen sich Vertreter der beiden großen Kirchen in Deutschland um versöhnliche Töne. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, bedauerte den Inhalt eines internen Textes mit Kritik über die Situation der katholischen Kirche. In dem Text, der im August einigen Medien anonym zugespielt wurde, ist von einem angeblich rückwärtsgewandten Kurs unter Papst Benedikt XVI. sowie zwei einander bekämpfenden Richtungen innerhalb des deutschen Episkopats die Rede. Von dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, gehe keine „orientierende und prägende Kraft aus“.

Er habe sich bei Erzbischof Robert Zollitsch für die entstandenen Irritationen telefonisch entschuldigt, sagte Huber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Es wäre allerdings besser gewesen, er hätte den Kontakt früher gesucht, wird Huber an diesem Mittwoch zitiert. Insbesondere die Urteile über Personen seien „unzutreffend und unangebracht“, so der EKD-Ratsvorsitzende. Langfristige Entwicklungen in der Ökumene seien jedoch zutreffend beschrieben. „Es ist nicht alles falsch an dem Papier“, sagte Huber der FAZ.

Je drei Bischöfe von katholischer und evangelischer Seite treffen sich am Abend in Karlsruhe. Das für diese Woche anberaumte turnusgemäße Kontaktgespräch hatte die Bischofskonferenz zuvor abgesagt. Der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Gerhard Ludwig Müller, zeigte sich zuversichtlich, dass das gestörte Vertrauen wiederhergestellt werde. Die Rechnung derer, die auf einen Abbruch der Beziehungen zwischen beiden Kirchen hinarbeiteten, dürfe nicht aufgehen, sagte Müller dem Kölner Domradio.

Das interne EKD-Papier, das auf einer Sitzung der Kirchenkonferenz Anfang Juli zurückgewiesen worden war, enthalte „Vorwürfe und Sichtweisen, die hinter das zurückgehen, was wir bisher als Stand der Ökumene angenommen haben“, sagte der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick gegenüber Radio Vatikan. Die Gesprächsparteien müssten jetzt wieder „auf einen gemeinsamen Nenner kommen“. Der Zeitpunkt, zu dem die interne Kritik aus der EKD an die Öffentlichkeit kam, sei denkbar ungünstig, so Schick. Das ökumenische Miteinander auf Ortsebene laufe gut, doch kurz vor den Feiern zum 10. Jahrestag der gemeinsamen Unterzeichnung der Rechtfertigungserklärung in Augsburg und wenige Monate vor dem Zweiten Ökumenischen Kirchentag seien derartige Irritationen störend.

Schick: „Wir haben miteinander Augsburg geplant, und wollen diese Feier durchführen; der Ökumenische Kirchentag in München ist geplant; er steht unter dem Thema der Hoffnung. Diese Störfeuer begünstigen diese beiden Ereignisse ganz sicher nicht günstig.“ (rv/dr/faz)
Zum Nachhören

Deutschland: Buchmesse – Vatikan vertreten - Religiöse Literatur weltweit im Trend
Mit über 50 Neuerscheinungen ist der Vatikan Verlag (Libreria Editrice Vaticana, kurz LEV) auf der 61. Frankfurter Buchmesse vertreten, die am Dienstagnachmittag offiziell eröffnet wurde. Vorgestellt werden am Vatikan-Stand bis zum 18. Oktober unter anderem die neusten Werke von Papst Benedikt und einigen Kardinälen sowie verschiedene Publikationen der Vatikanischen Museen, darunter auch die erste arabische Ausgabe des Museumsführers „Musei Vaticani“. Das Interesse anderer Verleger an den Publikationen des Vatikans sei in den letzten Jahren stetig gestiegen, sagte im Interview mit uns der Leiter des Vatikanverlags, Don Giuseppe Costa:

„Wir haben den Kontakt zu anderen Verlagen, mit denen wir über den Kauf und Verkauf von Rechten verhandeln verdreifacht. Und auch in diesem Jahr haben wir bereits im Vorfeld mehr als fünfzig Treffen zu Verhandlungen mit internationalen Verlagen vereinbart. Wettbewerb gehört natürlich zu einer solchen Messe dazu. Unser primärer Wunsch ist allerdings, unserem Auftrag als Vatikanverlag gerecht zu werden, nämlich die Lehre des Papstes und des Heiligen Stuhls zu verbreiten.“

Weltweit lägen religiöse Bücher im Aufwärtstrend, so Don Costa. Das sei auch ein Verdienst von Papst Benedikt:

„Der heilige Vater hat mit seinem kulturellen Engagement und seinem theologischen Angebot Interesse an seinem Lehramt, aber auch ganz allgemein an religiöser Literatur geweckt. Und Bücher sind gerade hier eine wichtige und spezielle Form der Kommunikation.“

Gemeinsam mit dem Herder-Verlag wird die LEV am 16. Oktober den ersten Band der deutschsprachigen Gesamtausgabe der Schriften Joseph Ratzingers präsentieren. Am 17. Oktober wird Kurienkardinal und Governatoratschef des Vatikans, Giovanni Lajolo, den Vatikan-Messestand besuchen und über die Verlagsarbeit der Vatikanischen Museen berichten.

An der Eröffnungsfeier der 61. Frankfurter Buchmesse nahmen am Dienstagabend auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und der stellvertretende chinesische Staatspräsident Xi Jinping teil. China ist in diesem Jahr Ehrengast der Messe. Die Kanzlerin rief zu einem respektvollen, aber auch tabulosen Dialog mit China auf. Xi betonte, China sei zu einer weiteren Öffnung zur Welt bereit. Insgesamt sind mehr als 7.000 Verlage, Unternehmen und Institutionen aus rund 100 Ländern auf der weltweit größten Buchmesse vertreten. (rv/diverse)
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Deutschland: Marx im Landtag, „Religion ist keine Privatsache“
„Religionsausübung ist keine Privatsache“. Das hat der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, bei einem Vortrag im Bayerischen Landtag betont. Dort sprach Marx am Dienstagabend zum Thema „Staat und Kirche im säkularen und multireligiösen Spannungsfeld“. Dabei unterstrich der Erzbischof, Religion sei eine öffentliche Angelegenheit. Denn sie trage zu den Grundlagen von Staat und Gesellschaft bei. „Die Idee einer positiven Neutralität des Staates gegenüber der Religion geht davon aus, dass der säkulare Rechtsstaat sich nicht aus sich selbst begründen kann, sondern auf andere Sinnstifter angewiesen ist.“

Der freiheitliche Verfassungsstaat sei auf Religion angewiesen, denn sie schaffe seine Wertebasis, so Marx: „Denn die weltanschauliche Neutralität des Staates meint keineswegs eine Wertneutralität des Staates.“

Kirche und Staat seien aufeinander bezogen zu betrachten. Das stelle ihre Trennung jedoch nicht in Frage, stellte Marx klar. „Die weltanschauliche Neutralität des Staates ist vielmehr auch im Interesse der Kirche und der Religion. Auch die Kirche tritt für die Religionsfreiheit anderer Religionen ein“, sagte der Erzbischof. Nicht zuletzt habe die Deutsche Bischofskonferenz im September 2008 hervorgehoben, dass den Muslimen in Deutschland der Bau von würdigen Moscheen ermöglicht werden müsse.

Der Staat ist nach Meinung von Marx dennoch nicht verpflichtet, alle Religionen völlig identisch zu behandeln. „Bei der Ausgestaltung des staatlichen Verhältnisses zu den verschiedenen Religionsgemeinschaften sind die verschiedenen Religionen an ihrem konstruktiven Beitrag zu Staat und Gesellschaft zu messen, wenn der Staat seine Grundlagen und seine Freiheitsfähigkeit langfristig sichern will“, betonte Marx.

Der Erzbischof zeigte sich besorgt über das intellektuelle Niveau der zunehmenden Kritik am Staatskirchenrecht. „Eine kämpferische Gegnerschaft zur Kooperation von Staat und Kirche gibt es seit jeher; verheerend ist jedoch die zunehmende Unkenntnis über die Funktion von Religion im freiheitlichen Rechtsstaat und über das Verhältnis von Staat und Kirche, die eine angemessene Einordnung solcher Kritik am Staatskirchenrecht verhindert“ erklärte Marx.

Vor diesem Hintergrund solle in Deutschland die im Grundsatz positive Ausgestaltung des Kooperationsverhältnisses von Staat und Kirche verdeutlicht werden, forderte Marx: „Das entpflichtet den Staat und die Religionen nicht, sich auch im Staatskirchenrecht den Herausforderungen zu stellen, die sich durch Säkularisierung und religiöse Pluralisierung ergeben.“ Die Kirche scheue eine solche Diskussion nicht; sie sei vielmehr auch aus kirchlicher Sicht durchaus wünschenswert, um einerseits das Verhältnis des Staates gegenüber den verschiedenen Religionen deutlich zu machen sowie um andererseits das Verständnis für das bestehende Verhältnis von Staat und Kirche zu schärfen.

In der neuen Reihe „Landtag im Gespräch“ sollen aktuelle Gegenwarts-Themen aus verschiedenen Blickwinkeln diskutiert werden. Landtagspräsidentin Barbara Stamm will dazu Gastredner einladen, die neben ihrer Sachkompetenz über Integrationskraft, Weitsicht und Visionen verfügen, teilte der Bayerische Landtag mit. Den Anfang dieser Reihe machte Erzbischof Marx. Er sei für die Premiere eingeladen worden, weil das Verhältnis von Staat und Kirche seit Jahrhunderten immer wieder für Diskussionsstoff in ganz unterschiedlichen Ausprägungen sorge, sagte Stamm am Dienstagabend. Dank der Trennung von Staat und Kirche sei unser Staat heute weltanschaulich offen, was aber nicht mit Beliebigkeit verwechselt werden dürfe. Angesichts der Herausforderungen von unterschiedlichen Religionen bestehe ein großes Potential an Gesprächs- und Diskussionsbedarf über die Stellung von Kirche und Staat, erklärte die Landtagspräsidentin. (pm/rv)

Papst würdigt Abt von Cluny: „Standhaft und zugleich offen gegenüber anderen“
Bei der Generalaudienz an diesem Mittwochvormittag hat Papst Benedikt Gläubige zu Offenheit und zugleich Grundsatztreue im Umgang mit anderen Religionen aufgerufen. Beispielhaft sei in dieser Hinsicht der Abt von Cluny, Petrus Venerabilis. Kaum dreißigjährig wurde dieser Anfang des 12. Jahrhunderts zum Abt des Klosters im französischen Cluny gewählt. Über dreißig Jahre lang war er verantwortlich für das berühmteste Benediktinerkloster des Hochmittelalters und dessen viele Tochtergründungen in ganz Europa. In einer konfliktreichen Zeit sei Petrus Venerabilis stets ein Freund des Friedens gewesen, erklärte der Papst:

„Die innere Ausgeglichenheit, die Sanftmut und die Rechtschaffenheit machten Abt Petrus in Cluny und auf seinen vielen Reisen zu einem Mann der Eintracht und zu einem Mittler in Spannungen und Konflikten. Er besaß zugleich eine bewundernswerte Standhaftigkeit und eine große Offenheit im Umgang mit anderen. Die Sorgen und Nöte der Kirche fühlte er in seinem eigenen Herzen und – entgegen der verbreiteten Mentalität seiner Zeit – wollte Petrus Venerabilis auch das Judentum und den Islam mit aufrichtigem Interesse kennen lernen, wozu er sogar den Koran übersetzen ließ. Bei all dem schöpfte er aus einer tiefen liturgisch geprägten Frömmigkeit, in der die Betrachtung des glorreichen Antlitzes des verklärten Christus eine zentrale Rolle spielte.“

Nach seiner Katechese richtete der Papst Grüße in verschiedenen Sprachen an die zahlreichen Besucher auf dem Petersplatz und spendete ihnen seinen apostolischen Segen. Mit dabei waren auch mehr als zehntausend Pilger aus dem deutschsprachigen Raum, unter anderem die Teilnehmer der Diözesanwallfahrt des Bistums Limburg in Begleitung von Bischof Franz-Peter Tebartz van Elst. Ihnen gab der Papst mit auf den Weg:

„Petrus Venerabilis lädt uns ein, Christus in der Schönheit der Liturgie zu begegnen und seine Liebe im Alltag nachzuahmen. So können auch wir in unserer oft hektischen Zeit zu geistlichen Ruhepolen und Quellen der Freundschaft und Gemeinschaft werden. Dabei bestärke euch der Allmächtige Gott mit seinem Segen.“ (rv)
Zum Nachhören


DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Die internationale Staatengemeinschaft sollte in erster Linie die schwächsten Glieder der Gesellschaft schützen. Das fordert der Ständige Beobachter bei den Vereinten Nationen in New York, Erzbischof Celestino Migliore. Das schwächste Glied der Gesellschaft sei das ungeborene Kind. Die Politik müsse deshalb alles daran setzen, es zu schützen, so der Vatikanvertreter. Er hielt am Montag eine Rede zum 15jährigen Jubiläum der so genannten „Internationalen Konferenz über Bevölkerung und Entwicklung“. Die Resultate jener Konferenz hätten gezeigt, dass die Staaten vor allem die traditionelle Familie fördern sollten, so Migliore. Wo dies nicht geschehen sei, gebe es heute Probleme und Unterentwicklung. (rv)
Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko wird an diesem Freitag den Papst im Vatikan besuchen. Benedikt XVI. hatte die ukrainische Regierungschefin im August nach Rom eingeladen. Im vergangenen Juli war der Präsident des osteuropäischen Staates im Vatikan gewesen. Der Papst wünsche sich einen engeren Dialog mit der ukrainischen Regierung, hieß es damals. Die Ukraine gilt als Brückenland zwischen der katholischen Kirche und den orthodoxen Gemeinschaften. (agi/rv)

Europa

Deutschland
Berlin-Kreuzberg will Vorurteile und Ängste abbauen. Zum ersten Kreuzberger Tag der offenen Gebetshäuser am kommenden Sonntag öffnen sechs unterschiedliche Glaubensgemeinschaften ihre Häuser für einen interreligiösen Dialog. Bei der Veranstaltung unter dem Motto „Mehr als nur Steine“ sollen Partnerschaften zwischen den Religionen entstehen, um der ethnischen Diskriminierung in Kreuzberg entgegen zu wirken. Seit 2003 gibt es die Treffen des „Interreligiösen Dialogs in Kreuzberg“. Zur diesjährigen Veranstaltung hat auch Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse zugesagt. (pm)
Caritaspräsident Peter Neher bleibt weiter im Amt. Neher wurde am Dienstag in Eichstätt von der Delegiertenversammlung des Deutschen Caritasverbandes (DCV) mit großer Mehrheit für eine zweite Amtszeit als Präsident bestätigt. Er stand bereits sechs Jahre an der Spitze des DCV und war der einzige Kandidat. Als Ziele seiner zweiten Amtszeit nannte Neher das entschiedene Eintreten des Verbandes gegen Armut und für Befähigung und Bildung. Dies gelte in besonderer Weise für benachteiligte Kinder und Jugendliche aber auch für das Thema Altersarmut, die in den kommenden Jahren zunehmen werde. „Neu ist für uns der verstärkte Einsatz für Bildungsgerechtigkeit“, so Neher in seiner Wahlrede. Nur durch Investitionen in Bildung könne Armut nachhaltig und langfristig bekämpft werden. –- Neher, der 1955 im Allgäu geboren wurde, absolvierte Anfang der siebziger Jahre eine Lehre als Bankkaufmann, bevor er Theologie studierte und 1983 zum Priester geweiht wurde. In seiner Promotion, die er 1989 abschloss, beschäftigte er sich mit dem Thema „Ars moriendi. Sterbebeistand durch Laien“. Bevor er 2003 zum Präsidenten des DCV gewählt wurde, war er Direktor des Diözesan-Caritasverbandes in Augsburg. In seine erste Amtszeit fällt unter anderem die Entscheidung, die politische Vertretung in Berlin auszubauen und neben seinem Dienstsitz in der Zentrale des Verbandes in Freiburg den zweiten Dienstsitz im Berliner Büro zu nehmen. (pm)
Der Vorschlag der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD), an einem muslimischen Feiertag allen Kindern schulfrei zu geben, hat unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Die Deutsche Bischofskonferenz lehnte auf Nachfrage eine solche Regelung ab. „Muslimische Kinder könnten an hohen muslimischen Feiertagen vom Unterricht befreit werden, um religiösen Pflichten nachzugehen“, betonte der Sekretär der Bischofskonferenz, Pater Hans Langendörfer, am Dienstag in Bonn. „Solche Möglichkeiten gibt es ja schon seit längerem für katholische Kinder in der Diaspora.“ (kna)

Österreich
Der Heilige Stuhl und die Republik Österreich haben an diesem Mittwoch eine Anpassung ihres bilateralen Vertrags zur Regelung vermögensrechtlicher Beziehungen vorgenommen. Dabei handelt es sich um jährliche Leistungen Österreichs an den Heiligen Stuhl für enteignete Güter in der NS-Zeit. Das ursprüngliche Abkommen stammt aus dem Jahr 1960 und wird in bestimmten Abständen im Wert angepasst; die letzte Erhöhung vor der heute vorgenommenen wurde 1995 durchgeführt. Die Höhe der jährlichen Zahlung beläuft sich nunmehr – rückwirkend auf das Jahr 2008 - auf rund 17,3 Millionen Euro, wie die österreichische Botschaft beim Heiligen Stuhl auf Anfrage mitteilte. (rv)

Schweiz
Mitglieder des UNO-Menschenrechtskomitees haben die Plakatkampagne der Minarett-Gegner kritisiert. Das berichten Medien an diesem Mittwoch. Die Initiative zum Verbot von Minarett-Bauten verstoße nach Ansicht einzelner Gremiumsmitglieder gegen das Völkerrecht und sei daher unzulässig. In der Schweiz müssen Volksinitiativen dann für ungültig erklärt werden, wenn sie gegen die Menschenrechte verstoßen. Die Schweizer Delegation im UNO-Menschenrechtskomitee entgegnete, dass über diese Frage die Gerichte entscheiden müssten. (kipa)

Türkei/Europäische Union
Die EU-Kommission hat der Türkei leichte Fortschritte beim Umgang mit religiösen Minderheiten bescheinigt. Bei anderen Menschenrechten stünden Verbesserungen noch aus, heißt es im an diesem Mittwoch in Brüssel vorgelegten jährlichen Türkei-Bericht. Genannt werden unter anderem Gewerkschaftsrechte und die Bekämpfung von Diskriminierungen. Die EU-Kommission beklagt allerdings weiterhin den unzulässigen Einfluss des Militärs auf die Politik sowie anhaltende Korruption. Zu den religiösen Minderheiten heißt es, das im Februar 2008 angenommene Gesetz über religiöse Stiftungen werde allmählich umgesetzt. Zudem seien dem orthodoxen Ökumenischen Patriarchat Anträge auf Arbeitserlaubnisse bewilligt worden, die Antragsverfahren blieben aber beschwerlich. Die türkische Regierung habe auch ihre Beziehungen zu den Aleviten verbessert und sich für deren frühere staatliche Verfolgung entschuldigt. Allerdings fehle es nichtmuslimischen Religionsgemeinschaften weiter an einem angemessenen Rechtsstatus, kritisiert die EU-Kommission. (kna)

Asien

Sri Lanka
Der ethnische Konflikt auf dem Inselstaat droht wieder zu eskalieren. Das sagt die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“. Sie fordert die USA, Japan und die EU auf, sich um die rund 255.000 Binnenflüchtlinge auf Sri Lanka zu kümmern. Das Schicksal dieser Inlandsvertriebenen sei ein brennendes innenpolitisches Problem. Die meisten von ihnen hausten in einem riesigen Zwangslagerkomplex in der Nähe von Vavuniya. Die Insassen äußerten immer wieder die Bitte, endlich freigelassen zu werden und in die Heimatdörfer zurückkehren zu dürfen. – Die Kämpfe zwischen den Tamil-Rebellen und der Armee forderten im Frühjahr 2009 tausende von Todesopfern unter der Zivilbevölkerung Sri Lankas; bis zu 200.000 Menschen mussten die von den Rebellen gehaltene Region im Norden des Landes verlassen und konnten nur unzureichend versorgt werden.
(apic/misna)

Philippinen
Der auf der südostasiatischen Insel entführte irische Priester ist nach neuen Erkenntnissen nicht in der Hand muslimischer Rebellen. Hinter der Tat werde die so genannte Entführerbande „Pentagon“ vermutet. Das sagte ein Sprecher der philippinischen Sicherheitskräfte am Dienstag. Den Angaben zufolge sahen Augenzeugen den Missionar Michael Sinnott am Montag mindestens drei Mal in der Gewalt seiner Entführer. Gesichtet wurden sie in der Provinz Lanao, rund 810 Kilometer südlich von Manila. Der Polizei gelang es aber nicht, die Entführer festzunehmen. Die Gruppe setze sich aus abtrünnigen Kämpfern der muslimischen Moro-Befreiungsfront zusammen, so der Sprecher. Die „Pentagon“-Bande gelte als reine kriminelle Vereinigung, die einzig auf Lösegeld aus sei. Zunächst hatte die Polizei angenommen, der Missionar könne in die Hände der Terrororganisation Abu Sayyaf gefallen sein. Die Region ist eine ihrer Hochburgen. – Sinnott war am Sonntag aus seinem Ordenshaus in Pagadian im muslimischen Süden der Philippinen entführt worden. Nach Angaben der Provinzregierung haben die Entführer zunächst keine Lösegeldforderung gestellt. (asianews)

Amerika

Vereinigte Staaten
Die US-Bischöfe gratulieren Präsident Barack Obama (mit leichter Verspätung) zum Friedensnobelpreis. Das Statement von Kardinal Francis George von Chikago erinnert schon im zweiten Satz daran, dass „für den Aufbau einer friedlicheren und gerechteren Welt... das Meiste noch zu tun bleibt“. Immerhin habe Obama schon in seinen Anfängen als Präsident das Klima auf internationaler Ebene „verändert“. „In unserem eigenen Land“, so Kardinal George weiter, „hat die bemerkenswerte und historische Errungenschaft seiner Wahl die Beziehungen zwischen Männern und Frauen aller Rassen verändert.“ Die „Vielfalt der US-Gesellschaft“ sei jetzt „stärker in einer nationalen Einheit verankert“, die dem Frieden diene. Vom Streit der US-Kirche mit Obama in Sachen Lebensschutz ist in dem Statement keine Rede. Kardinal George ist derzeit Vorsitzender der US-Bischofskonferenz. (rv)

Mexiko
Der Bischof von San Cristobal in der Indio-Region Chiapas bestreitet, dass Seelsorger seines Bistums zu Gewalt aufrufen. In einer Erklärung nennt Bischof Felipe Arizmendi Behauptung einer Hauptstadt-Zeitung „absolut falsch und tendenziös“. Allerdings gebe es tatsächlich in seinem Bistum ein „verbreitetes Unbehagen... dem System und der Regierung gegenüber“. Das liege an der „wachsenden Armut und Marginalisierung“ der Indios. „Angesichts dessen“, so der Bischof wörtlich, „fehlt es tatsächlich nicht an einigen Stimmen, die für 2010 Gewalt oder sogar revolutionäre Aktionen befürchten.“ Das sei „nicht nur in unserem Bistum, sondern im ganzen Land spürbar“. (rv)


Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören

 






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