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Meldungen vom 14.10.2009 - Synode: Schick für Zusammenarbeit von Kirche und Politik -- D: Versöhnliche Töne vor evang.-kath. „Krisentreffen“ - - D: Vatikan auf Buchmesse vertreten - Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis Redaktion: Antje Dechert Redaktionsschluss 16.00 Uhr Die folgenden Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr. AUS DER REDAKTION: Verehrte Freundinnen und Freunde unseres Newsletters, DIE AFRIKA-SYNODE:Schick fordert Zusammenarbeit zwischen Kirche und Politik „Es geht darum, mit den Politikern wirklich ins Gespräch zu kommen. Es gibt ganz wichtige Dinge zu lösen, die man nur mit der Politik lösen kann, wie zum Beispiel die Frage des gerechten Handels. Wir müssen vor allem mit afrikanischen Politikern reden. Aber auch internationale Debatten, zum Beispiel über das Immigrationsproblem, sind wichtig. Wir müssen über Menschenhandel, Prostitution und Handelsbeschränkungen, die von den westlichen Ländern auferlegt werden, sprechen. Die Synode will Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung erreichen. Das ist ein umfassender Auftrag. Da muss auch die Politik mit einbezogen werden, und deshalb habe ich dieses Statement abgegeben. Wie, glauben Sie, wird das, was in der Synode debattiert wird, von den Politikern aufgenommen? Bleibt die Synode ein innerkirchliches Ereignis oder können auch Impulse für den Kontinent ausgehen? „Der Inhalt der Synode kann Impulse geben. Das zeigt sich schon allein daran, dass bei der Synode der UNO-Beauftragte für Darfur anwesend war und auch der Generaldirektor der des Welternährungsprogramms. Das allein zeigt schon, dass die Politik und vor allem eben die Vereinten Nationen auch Interesse an der Synode haben. Jetzt bleibt zu hoffen, dass die Botschaft der Synode und auch die Vorschläge für das päpstliche Schreiben klar sind, damit dann auch etwas daraus wird. Die Synode ist dynamisch, sie ist offen und ich habe die Hoffnung, dass das auch eine Synode wird, die etwas zu sagen hat und etwas bewirkt. „Es wird deutlich gesagt, was in der Kirche nicht gut läuft“ Im Vorfeld der Synode war die Rede davon, dass die Kirche auch auf die eigenen Probleme schauen muss, wenn sie in Sachen Versöhnung etwas erreichen möchte. Die mitunter bestehende Zerstrittenheit in den eigenen Reihen wurde im Arbeitspapier zur Synode offen benannt. Wie erleben Sie diesen Spagat beziehungsweise den ständigen Ausgleich zwischen innerem und äußerem Wirken? „Ich sagte ja schon, die Synode ist dynamisch, und sie ist offen. Aber sie ist auch ehrlich. Und es wird sehr deutlich gesagt, was in der Kirche nicht gut läuft oder nicht gut gelaufen ist und wo Veränderungs- und Bekehrungsbedarf gesehen wird. Es ist völlig klar, dass man nicht nach Außen reden kann, ohne auch nach Innen zu schauen und ohne zunächst bei sich selbst anzufangen. Es gibt Ansätze, und es gibt auch nach Innen hin klare Botschaften. Wir müssen mit gutem Beispiel vorangehen, damit wir dann auch berechtigterweise Forderungen nach Außen stellen können, die dann auch gehört werden.“ Wie inseriert sich die Synode in den Vatikan, der einerseits durch viele Kurienmitarbeiter mitunter europäisch geprägt ist, aber ja weltkirchlich wirken soll. Wie funktioniert dieses Miteinander? „Die klare Mehrheit bei der Synode sind die afrikanischen Bischöfe. Der Papst hat von Amts wegen alle Präsidenten und Vorsitzenden der Kurienämter eingeladen. Aber auch unter diesen gibt es Afrikaner. Er hat einige ordentliche Synodenmitglieder aus den europäischen, asiatischen und amerikanischen Ländern eingeladen. Diese sind aber eigentlich dort, um ihre Sicht einzubringen und die Ergebnisse der Synode auch nach Außen in ihre Länder zu tragen. Das finde ich sehr gut, aber es muss natürlich eine Synode der Afrikaner sein. Die Afrikaner sprechen und die Afrikaner sind auch die eigentlich Handelnden, die Akteure in der Synode. Die anderen bringen natürlich durch ihre Reden verschiedene Vorschläge und Sichtweisen ein, aber es ist eine afrikanische Synode, und die Afrikaner müssen auch ihre Forderungen stellen und ihre Veränderungswünsche einbringen. Dann kann die Synode gelingen.“ (rv/kap) WEITERE TOP-THEMEN: Deutschland: Versöhnliche Töne vor „Krisentreffen“ Er habe sich bei Erzbischof Robert Zollitsch für die entstandenen Irritationen telefonisch entschuldigt, sagte Huber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Es wäre allerdings besser gewesen, er hätte den Kontakt früher gesucht, wird Huber an diesem Mittwoch zitiert. Insbesondere die Urteile über Personen seien „unzutreffend und unangebracht“, so der EKD-Ratsvorsitzende. Langfristige Entwicklungen in der Ökumene seien jedoch zutreffend beschrieben. „Es ist nicht alles falsch an dem Papier“, sagte Huber der FAZ. Je drei Bischöfe von katholischer und evangelischer Seite treffen sich am Abend in Karlsruhe. Das für diese Woche anberaumte turnusgemäße Kontaktgespräch hatte die Bischofskonferenz zuvor abgesagt. Der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Gerhard Ludwig Müller, zeigte sich zuversichtlich, dass das gestörte Vertrauen wiederhergestellt werde. Die Rechnung derer, die auf einen Abbruch der Beziehungen zwischen beiden Kirchen hinarbeiteten, dürfe nicht aufgehen, sagte Müller dem Kölner Domradio. Das interne EKD-Papier, das auf einer Sitzung der Kirchenkonferenz Anfang Juli zurückgewiesen worden war, enthalte „Vorwürfe und Sichtweisen, die hinter das zurückgehen, was wir bisher als Stand der Ökumene angenommen haben“, sagte der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick gegenüber Radio Vatikan. Die Gesprächsparteien müssten jetzt wieder „auf einen gemeinsamen Nenner kommen“. Der Zeitpunkt, zu dem die interne Kritik aus der EKD an die Öffentlichkeit kam, sei denkbar ungünstig, so Schick. Das ökumenische Miteinander auf Ortsebene laufe gut, doch kurz vor den Feiern zum 10. Jahrestag der gemeinsamen Unterzeichnung der Rechtfertigungserklärung in Augsburg und wenige Monate vor dem Zweiten Ökumenischen Kirchentag seien derartige Irritationen störend. Schick: „Wir haben miteinander Augsburg geplant, und wollen diese Feier durchführen; der Ökumenische Kirchentag in München ist geplant; er steht unter dem Thema der Hoffnung. Diese Störfeuer begünstigen diese beiden Ereignisse ganz sicher nicht günstig.“ (rv/dr/faz) Deutschland: Buchmesse – Vatikan vertreten - Religiöse Literatur weltweit im Trend „Wir haben den Kontakt zu anderen Verlagen, mit denen wir über den Kauf und Verkauf von Rechten verhandeln verdreifacht. Und auch in diesem Jahr haben wir bereits im Vorfeld mehr als fünfzig Treffen zu Verhandlungen mit internationalen Verlagen vereinbart. Wettbewerb gehört natürlich zu einer solchen Messe dazu. Unser primärer Wunsch ist allerdings, unserem Auftrag als Vatikanverlag gerecht zu werden, nämlich die Lehre des Papstes und des Heiligen Stuhls zu verbreiten.“ Weltweit lägen religiöse Bücher im Aufwärtstrend, so Don Costa. Das sei auch ein Verdienst von Papst Benedikt: „Der heilige Vater hat mit seinem kulturellen Engagement und seinem theologischen Angebot Interesse an seinem Lehramt, aber auch ganz allgemein an religiöser Literatur geweckt. Und Bücher sind gerade hier eine wichtige und spezielle Form der Kommunikation.“ Gemeinsam mit dem Herder-Verlag wird die LEV am 16. Oktober den ersten Band der deutschsprachigen Gesamtausgabe der Schriften Joseph Ratzingers präsentieren. Am 17. Oktober wird Kurienkardinal und Governatoratschef des Vatikans, Giovanni Lajolo, den Vatikan-Messestand besuchen und über die Verlagsarbeit der Vatikanischen Museen berichten. An der Eröffnungsfeier der 61. Frankfurter Buchmesse nahmen am Dienstagabend auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und der stellvertretende chinesische Staatspräsident Xi Jinping teil. China ist in diesem Jahr Ehrengast der Messe. Die Kanzlerin rief zu einem respektvollen, aber auch tabulosen Dialog mit China auf. Xi betonte, China sei zu einer weiteren Öffnung zur Welt bereit. Insgesamt sind mehr als 7.000 Verlage, Unternehmen und Institutionen aus rund 100 Ländern auf der weltweit größten Buchmesse vertreten. (rv/diverse) Deutschland: Marx im Landtag, „Religion ist keine Privatsache“ Der freiheitliche Verfassungsstaat sei auf Religion angewiesen, denn sie schaffe seine Wertebasis, so Marx: „Denn die weltanschauliche Neutralität des Staates meint keineswegs eine Wertneutralität des Staates.“ Kirche und Staat seien aufeinander bezogen zu betrachten. Das stelle ihre Trennung jedoch nicht in Frage, stellte Marx klar. „Die weltanschauliche Neutralität des Staates ist vielmehr auch im Interesse der Kirche und der Religion. Auch die Kirche tritt für die Religionsfreiheit anderer Religionen ein“, sagte der Erzbischof. Nicht zuletzt habe die Deutsche Bischofskonferenz im September 2008 hervorgehoben, dass den Muslimen in Deutschland der Bau von würdigen Moscheen ermöglicht werden müsse. Der Staat ist nach Meinung von Marx dennoch nicht verpflichtet, alle Religionen völlig identisch zu behandeln. „Bei der Ausgestaltung des staatlichen Verhältnisses zu den verschiedenen Religionsgemeinschaften sind die verschiedenen Religionen an ihrem konstruktiven Beitrag zu Staat und Gesellschaft zu messen, wenn der Staat seine Grundlagen und seine Freiheitsfähigkeit langfristig sichern will“, betonte Marx. Der Erzbischof zeigte sich besorgt über das intellektuelle Niveau der zunehmenden Kritik am Staatskirchenrecht. „Eine kämpferische Gegnerschaft zur Kooperation von Staat und Kirche gibt es seit jeher; verheerend ist jedoch die zunehmende Unkenntnis über die Funktion von Religion im freiheitlichen Rechtsstaat und über das Verhältnis von Staat und Kirche, die eine angemessene Einordnung solcher Kritik am Staatskirchenrecht verhindert“ erklärte Marx. Vor diesem Hintergrund solle in Deutschland die im Grundsatz positive Ausgestaltung des Kooperationsverhältnisses von Staat und Kirche verdeutlicht werden, forderte Marx: „Das entpflichtet den Staat und die Religionen nicht, sich auch im Staatskirchenrecht den Herausforderungen zu stellen, die sich durch Säkularisierung und religiöse Pluralisierung ergeben.“ Die Kirche scheue eine solche Diskussion nicht; sie sei vielmehr auch aus kirchlicher Sicht durchaus wünschenswert, um einerseits das Verhältnis des Staates gegenüber den verschiedenen Religionen deutlich zu machen sowie um andererseits das Verständnis für das bestehende Verhältnis von Staat und Kirche zu schärfen. In der neuen Reihe „Landtag im Gespräch“ sollen aktuelle Gegenwarts-Themen aus verschiedenen Blickwinkeln diskutiert werden. Landtagspräsidentin Barbara Stamm will dazu Gastredner einladen, die neben ihrer Sachkompetenz über Integrationskraft, Weitsicht und Visionen verfügen, teilte der Bayerische Landtag mit. Den Anfang dieser Reihe machte Erzbischof Marx. Er sei für die Premiere eingeladen worden, weil das Verhältnis von Staat und Kirche seit Jahrhunderten immer wieder für Diskussionsstoff in ganz unterschiedlichen Ausprägungen sorge, sagte Stamm am Dienstagabend. Dank der Trennung von Staat und Kirche sei unser Staat heute weltanschaulich offen, was aber nicht mit Beliebigkeit verwechselt werden dürfe. Angesichts der Herausforderungen von unterschiedlichen Religionen bestehe ein großes Potential an Gesprächs- und Diskussionsbedarf über die Stellung von Kirche und Staat, erklärte die Landtagspräsidentin. (pm/rv) Papst würdigt Abt von Cluny: „Standhaft und zugleich offen gegenüber anderen“ „Die innere Ausgeglichenheit, die Sanftmut und die Rechtschaffenheit machten Abt Petrus in Cluny und auf seinen vielen Reisen zu einem Mann der Eintracht und zu einem Mittler in Spannungen und Konflikten. Er besaß zugleich eine bewundernswerte Standhaftigkeit und eine große Offenheit im Umgang mit anderen. Die Sorgen und Nöte der Kirche fühlte er in seinem eigenen Herzen und – entgegen der verbreiteten Mentalität seiner Zeit – wollte Petrus Venerabilis auch das Judentum und den Islam mit aufrichtigem Interesse kennen lernen, wozu er sogar den Koran übersetzen ließ. Bei all dem schöpfte er aus einer tiefen liturgisch geprägten Frömmigkeit, in der die Betrachtung des glorreichen Antlitzes des verklärten Christus eine zentrale Rolle spielte.“ Nach seiner Katechese richtete der Papst Grüße in verschiedenen Sprachen an die zahlreichen Besucher auf dem Petersplatz und spendete ihnen seinen apostolischen Segen. Mit dabei waren auch mehr als zehntausend Pilger aus dem deutschsprachigen Raum, unter anderem die Teilnehmer der Diözesanwallfahrt des Bistums Limburg in Begleitung von Bischof Franz-Peter Tebartz van Elst. Ihnen gab der Papst mit auf den Weg: „Petrus Venerabilis lädt uns ein, Christus in der Schönheit der Liturgie zu begegnen und seine Liebe im Alltag nachzuahmen. So können auch wir in unserer oft hektischen Zeit zu geistlichen Ruhepolen und Quellen der Freundschaft und Gemeinschaft werden. Dabei bestärke euch der Allmächtige Gott mit seinem Segen.“ (rv) DIE NACHRICHTEN:VatikanDie internationale Staatengemeinschaft sollte in erster Linie die schwächsten Glieder der Gesellschaft schützen. Das fordert der Ständige Beobachter bei den Vereinten Nationen in New York, Erzbischof Celestino Migliore. Das schwächste Glied der Gesellschaft sei das ungeborene Kind. Die Politik müsse deshalb alles daran setzen, es zu schützen, so der Vatikanvertreter. Er hielt am Montag eine Rede zum 15jährigen Jubiläum der so genannten „Internationalen Konferenz über Bevölkerung und Entwicklung“. Die Resultate jener Konferenz hätten gezeigt, dass die Staaten vor allem die traditionelle Familie fördern sollten, so Migliore. Wo dies nicht geschehen sei, gebe es heute Probleme und Unterentwicklung. (rv) EuropaDeutschland Österreich Schweiz Türkei/Europäische Union AsienSri Lanka Philippinen AmerikaVereinigte Staaten Mexiko Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören
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