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Meldungen vom 18.10.2009

- Vatikan: Papst würdigt Missionare -
- Nigeria: Mission ist auch politischer Einsatz -
- Spanien: Demonstration für den Lebensschutz -


Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Anne Preckel
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

AUS DER REDAKTION:

Verehrte Freundinnen und Freunde unseres Newsletters,
Vermutlich haben Sie schon erfahren, dass ich Radio Vatikan am Ende dieses Jahres verlassen werde. Nach 27 Jahren in Rom kehre ich gerne in meine deutsche Heimat zurück und übergebe das Heft einem jungen Mitbruder, Pater Bernd Hagenkord….
Eine Bitte von Pater Eberhard von Gemmingen, lesen Sie hier weiter


THEMEN DES TAGES:

Benedikt: Papst gedenkt am Weltmissionstag aufopferungsvollen Missionaren
Anlässlich des 83. Weltmissionstages hat Papst Benedikt XVI. an diesem Sonntag verfolgte und getötete Missionare in aller Welt gewürdigt. Zahlreiche Menschen hatten sich trotz kühlen und wechselhaften Wetters auf dem Petersplatz versammelt, um dem Papst zuzuhören. Beim Angelus-Gebet erinnerte das katholische Kirchenoberhaupt an Priester, die bei ihrem Einsatz für das Wort Christi ihr Leben riskieren: den kürzlich in Brasilien ermordeten Priester Don Ruggero Ruvoletto und Pater Michael Sinnot, der vor wenigen Tagen auf den Philippinen entführt wurde. Benedikt:

„Im Monat Oktober, besonders an diesem Sonntag, erneuert die Weltkirche ihre missionarische Berufung. Am Weltmissionstag möchte ich an die Missionare und Missionarinnen - Priester, Gläubige und freiwillige Laien - erinnern, die ihr Dasein dafür geben, das Evangelium in die Welt zu tragen. Sie stellen sich dabei unangenehmen Situationen und Schwierigkeiten, erleiden sogar schlimme Verfolgungen.“

Der Papst sprach dann auch den Teilnehmern der aktuellen Afrika-Synode seine Hochachtung aus. Die missionarische Arbeit in Afrika ist mit „extremen Opfern“ verbunden, so der Papst, und Zeugnis der Liebe zu Christus. Zum Abschluss rief er alle Katholiken zur materiellen und geistigen Unterstützung der Kirchen in den ärmsten Ländern der Welt auf. Den Missionswerken dankte er für ihren „kostbaren Dienst“ in der Weitergabe des Glaubens. Der vorletzte Sonntag im Oktober wird von der katholischen Kirche als Weltmissionssonntag begangen. In den deutschen Bistümern findet der jährliche Aktionstag abweichend davon am vierten Oktobersonntag statt. (rv)
Hier zum Nachhören

Dokumentation: Botschaft zum Weltmissionssonntag 2009
Gewalt und Einschüchterungen dürfen kein Hindernis für den Missionsauftrag sein, den Christus der Kirche erteilt. Daran erinnert Papst Benedikt XVI. in seiner Botschaft zum Weltmissionstag am 18. Oktober. (rv)
Wir dokumentieren hier den Wortlaut der Botschaft

Deutschland/Nigeria: Mission meint auch politische Hilfe
Zur Missionstätigkeit gehört auch konkrete politische Hilfe. Das meint Erzbischof Matthew Man-Oso Ndagoso und denkt dabei an die Situation in seinem Heimatland Nigeria. Der 48-jährige Erzbischof von Kaduna war bis vergangenen Samstag Gast im Erzbistum Freiburg. Im Rahmen der Missio-Kampagne zum laufenden Monat der Weltmission berichtete er von seiner kirchlichen Arbeit in einem der vielfältigsten, aber auch konfliktreichsten Länder Afrikas.

Trotz des Rohstoffreichtums leben 70 Prozent der Nigerianer unter der Armutsgrenze. Die Verantwortung sieht Erzbischof Ndagoso klar bei der Politik:

„Bevor das Öl entdeckt wurde, war unser Land in der Lage, die Bevölkerung durch die Agrarproduktion zu versorgen. Aber kaum war das Öl entdeckt, hat die politische Führung alle anderen Sektoren vernachlässigt. Dabei profitiert nur eine Handvoll vom Geschäft mit dem Öl. Unser Land war nie mit Führern gesegnet, die sich wirklich um das Wohlergehen aller Menschen im Land sorgen. Und das hat uns dazu geführt, wo wir heute sind.“

Seit 1999 ist Nigeria zwar offiziell ein demokratisches Land. Doch Korruption und eine Elitenherrschaft prägen die Gesellschaft. Die politische Führung sei nicht in der Lage, den natürlichen Reichtum des Landes gerecht zu verteilen, sagt Erzbischof Ndagoso. Oft würden im Gegenteil politische Ämter zur persönlichen Bereicherung missbraucht. Die Kirche in Deutschland solle daher Druck auf Gesetzgeber und Regierungen in Europa ausüben, um diesen Machtmissbrauch einzudämmen.

„Papst Benedikt hat wieder betont: Es darf nicht sein, dass Profit über das Gemeinwohl gestellt wird. Profit und Gewinnstreben – das sind heutzutage die Hauptsachen. Dagegen erscheinen Menschen kaum noch wichtig. Das ist ein großes Problem. Denn eigentlich sollte das Gemeinwohl aller Menschen im Mittelpunkt unseres Handelns stehen.“

Afrika wolle keine Almosen, sondern konkrete politische Hilfe, um Ungerechtigkeit und Machtmissbrauch entgegenzuwirken. Auch läge es an den Industrieländern, gerechtere Handelsbeziehungen zu schaffen:

„Die europäischen Regierungen unterstützen den Welthandel nur im eigenen Interesse. Die heimischen Landwirte werden stark subventioniert, können also billiger produzieren als unsere Bauern, die keinerlei Unterstützung von unserer Regierung bekommen. Sie sind einfach nicht wettbewerbsfähig. Und so sind wir wiederum darauf angewiesen zu betteln. Aber wir wollen nicht betteln, sondern unterstützt werden. Wir wollen keinen Fisch essen, den ihr in Europa gefangen habt. Unsere Fischer wollen selbst auf Fang gehen, damit wir unseren eigenen Fisch verkaufen und essen können.“ (rv/pm)
Hier zum Nachhören

Benedikt: Sendungsauftrag Christi lebt von „Leidenschaft, Mut und Elan“
Nach dem Angelusgebet auf dem Petersplatz an diesem Sonntag grüßte Papst Benedikt die Pilgergruppen aus vielen Ländern, die anlässlich des Weltmissionssonntags angereist waren. Der Sendungsauftrag des Herrn lebt von „Leidenschaft, Mut und Elan“, erinnerte der Papst die Pilger deutscher Sprache. Benedikt:

„Mit Freude heiße ich alle Brüder und Schwestern deutscher Sprache willkommen. Der heutige Weltmissionssonntag erinnert uns daran, dass die Mission die Grundlage für das Leben der Kirche ist. In Treue gegenüber dem Sendungsauftrag des Herrn ist für uns die Verkündigung seiner Frohbotschaft vorrangig und unaufschiebbar. Es liegt an uns getauften und gefirmten Christen, den Völkern der Erde und den Menschen um uns heute Jesus Christus, das Heil der Welt, nahe zu bringen, der Frieden, Einheit, Versöhnung und neues Leben schenkt. Bitten wir den Heiligen Geist, dass er in uns die Leidenschaft, den Mut und Elan zur Verkündigung des Evangeliums neu entfache. Gott segne euch alle.“

Danach spendete der Papst allen Zuhörern seinen apostologischen Segen. (rv)

Papst Benedikt: „Musik kann zum Gebet werden“
Musik ist Mittel der Verständigung zwischen Personen und Völkern - so die Worte Papst Benedikts nach dem Konzert, das ihm zu Ehren im Vatikan am Samstagabend gegeben wurde. An der öffentlichen Veranstaltung, bei der auch die Bischöfe der Afrikasynode anwesend waren, gab die Internationale Klavierakademie Imola eine Kostprobe ihres Könnens. Werke von Beethoven, Tschaikowski, Chopin, Czerny und Liszt wurden gespielt. Star des Abends war die chinesische Pianistin Jin Ju, die auf verschiedenen historischen Tasteninstrumenten spielte. Nach der Vorführung dankte der Papst den Musikern und sprach dem Akademieleiter Franco Scala seine Hochachtung aus. Danach fand Benedikt Worte für den geistigen Wert der „universellen Sprache Musik“. Der Papst:

„Dieses Konzert hat uns wieder einmal die Schönheit der Musik erfahren lassen. Die Musik ist eine Sprache des Geistes und somit universell. Sie ist ein überaus geeignetes Mittel der Verständigung und Einheit zwischen Personen und Völkern. Musik, große Musik, breitet den Geist aus, ruft tiefe Gefühle hervor und lädt fast natürlich dazu ein, Geist und Herz in jeder Situation - sei sie traurig oder fröhlich - zu Gott zu erheben. Musik kann zum Gebet werden.“ (rv)
Hier zum Nachhören


DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Vatikan/Spanien
Der ehemalige Erzbischof von Toledo, Kardinal Ciriaco Maria Sancha y Hervás ist an diesem Sonntag selig gesprochen worden. Der neue Selige lebte von 1833 bis 1909 und war auch Primas von Spanien. Der Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen, Erzbischof Angelo Amato, hat die Seligsprechung durchgeführt. Amato sagte mit Bezug auf Worte des Papstes wörtlich, Sancha war „unermüdlicher Zeuge Christi, Vater der Armen und Förderer kirchlicher Einheit“. Ebenso habe sich der neue Selige für die Mission auf Kuba eingesetzt und gute Beiträge zur Priesterausbildung gemacht. Gerade im laufenden Priesterjahr, so der Präfekt, könne der Selige als Modell für Priester und Gläubige gelten. - Kardinal Ciriaco Maria Sancha y Hervás wurde im spanischen Quintana del Pidio bei Burgos geboren. Nach dem Theologiestudium an der Universität Salamanca arbeite er als Lektor für Philosophie und Professor für Moraltheologie. Papst Pius IX. ernannte ihn 1876 zum Weihbischof in Toledo, Papst Leo XIII. 1894 zum Kardinalpriester von San Pietro in Montorio. 1898 wurde er Erzbischof von Toledo und erhielt den Titel eines Patriarchen von Westindien, der mit diesem Amt verbunden war. Sancha nahm am Konklave von 1903 teil, das Papst Pius X. wählte. (rv)

Europa

Deutschland
Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hat Vorwürfe zurückgewiesen, die Kirche sei zentralistisch. Papst Benedikt XVI. sage keineswegs: „Die Kirche bin ich“, so Müller bei der Mitgliederversammlung der Deutsch-Vatikanischen Gesellschaft (DVG) in Regensburg. Die katholische Kirche sei keine Gemeinschaft wie Frankreich unter dem Sonnenkönig Ludwig XIV. Die Kirche müsse aber ihre Lehre wahren. Auf die Wahrheit zu bestehen sei eine konkrete Tat der Nächstenliebe, so der Regensburger Bischof. - Müller gehört seit Ende 2007 der Glaubenskongregation an. Die Deutsch-Vatikanische Gesellschaft wurde im Jahr 2006 als überkonfessioneller Verein gegründet und hat ihren Sitz in Stuttgart. Ihr Ziel ist die Förderung der Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Deutschland. Derzeit hat sie nach eigenen Angaben 70 Mitglieder aus ganz Europa. (kna)
Der emeritierte Bamberger Erzbischof Karl Braun sieht in den Angriffen auf Papst Pius XII. einen Angriff auf die Kirche als Institution. Entgegen den Thesen von Rolf Hochhuth in seinem Werk „Stellvertreter“ (1963) habe der damalige Papst verfolgten Juden, Sozialisten und Kommunisten geholfen. Das betonte Braun am Wochenende auf der Mitgliederversammlung der Deutsch-Vatikanischen Gesellschaft (DVG) in Regensburg. Pius XII. sei weltweit in hohem Ansehen auch von jüdischer Seite verstorben. Die Gläubigen sollten dafür beten, dass Benedikt XVI. eine „richtige Entscheidung“ bei der Seligsprechung Papst Pius XII. treffe, so der eremitierte Erzbischof. Für Pius XII. läuft derzeit ein Seligsprechungsverfahren. (kna)
Jeder gemeinsame Tag ist ein Geschenk, findet der Bruder von Papst Benedikt XVI., Georg Ratzinger. Er sehe in seinen Besuchen in Rom eine Gabe Gottes, so Ratzinger bei der Mitgliederversammlung der Deutsch-Vatikanischen Gesellschaft in Regensburg. Er wünsche seinem Bruder, dass er gesund bleibe und noch lange Zeit tätig sein könne, um die „Probleme der Zeit“ erkennen und „Lösungswege“ aufzuzeigen könne, so der 85-Jährige. (kna)

Schweiz
An diesem Samstag haben in Bern 3500 Menschen für einen aktiven Kampf gegen die globale Erwärmung demonstriert. Veranstalter des so genannten „Festes für eine wirksame Klimapolitik“ war ein Zusammenschluss von 52 Organisationen, die im Bereich Kirche, Gewerkschaften und Umweltschutz aktiv sind. Ziel der Veranstaltung, so die Organisatoren, ist die Sensibilisierung der Regierungsvertreter im Hinblick auf den Klimagipfel in Kopenhagen im Dezember. Dort soll die Reduktion von Emissionen beschlossen werden. Die Schweizer Kirchen hatten am vergangenen Freitag die Nationale Delegation bei der Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen an ihre Verpflichtungen im Klimaschutz erinnert. Für Klimagerechtigkeit sei es noch nicht zu spät, so die Kirchen. (apic)

Spanien
An diesem Samstag sind in Madrid etwa 1,5 Millionen Menschen gegen Abtreibung und für den Lebensschutz auf die Straße gegangen. Die Demonstration stand unter dem Motto „Jedes Leben zählt“ und wurde von mehr als 40 Lebensschutzorganisation veranstaltet. Auch ein Teil der katholischen Kirche des Landes hat die Veranstaltung mitorganisiert. Die Demonstration richtete sich gegen ein unter Luis Zapatero eingeführtes Gesetz, das straffreie Abtreibung bis zur 14. Woche erlaubt. Bereits Anfang diesen Jahres hatten tausende Menschen in ganz Spanien gegen die Reform des Abtreibungsgesetzes protestiert. In der bisherigen Gesetzgebung waren Abtreibungen in Spanien grundsätzlich verboten. (afp)

Afrika

Madagaskar
Angesichts der Regierungskrise in Madagaskar fühlt sich die Kirche des Landes „machtlos“. Das sagte der Erzbischof von Antananarivo, Odon Razanakolona, nach Angaben der Nachrichtenagentur Apic. Es sei Hilfe von außen notwendig, so der Erzbischof. Die Regierungskrise in Madagaskar hält seit Anfang des Jahres an. Die führenden Parteien im Inselstaat konnten sich bisher nicht auf einen neuen Übergangspräsidenten einigen. (apic)


Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören

 






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