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Meldungen vom 20.10.2009

- Vatikan erleichtert Anglikanern Übertritt -
- Indien: Den Christen geht es besser -
- Bücher über Benedikt bleiben einen Hit -


Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Mario Galgano
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

AUS DER REDAKTION:

Verehrte Freundinnen und Freunde unseres Newsletters,
Vermutlich haben Sie schon erfahren, dass ich Radio Vatikan am Ende dieses Jahres verlassen werde. Nach 27 Jahren in Rom kehre ich gerne in meine deutsche Heimat zurück und übergebe das Heft einem jungen Mitbruder, Pater Bernd Hagenkord….
Eine Bitte von Pater Eberhard von Gemmingen, lesen Sie hier weiter


THEMEN DES TAGES:

Papst schafft Personal-Ordinariat für übertrittswillige Anglikaner
Die katholische Kirche ist bereit, Anglikaner aufzunehmen, die zum Katholizismus übertreten wollen. Dazu wird Papst Benedikt XVI. demnächst eine entsprechende Apostolische Konstitution erlassen, die an diesem Dienstag im Vatikan vorgestellt wurde. In letzter Zeit sei die Zahl anglikanischer Priester und Gläubiger gestiegen, „die mit Rom in sichtbarer und voller Kommunion stehen wollen“. Das erklärte der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal William Levada, bei einer Pressekonferenz im Vatikan. Der Heilige Stuhl reagiere damit auf zahlreiche Gesuche von Gruppen anglikanischer Priester und Laien aus verschiedenen Teilen der Welt.

Premiere seit Reformation
Es handelt sich um das erste Mal, dass die Kirche eine solche Regelung für eine aus der Reformation entstandene Kirche einführt. Dazu wird der Vatikan eine neue kanonische Struktur aufstellen, indem diese Gemeinschaft einem so genannten Personal-Ordinariat unterstellt wird. Das bedeutet, dass diese Gläubigen einen eigens für sie vorgesehenen Ordinarius haben. Die Konstitution von Papst Benedikt XVI. sieht auch vor, dass die bisher verheirateten anglikanischen Priester anerkannt werden. An der Spitze der neuen Struktur soll demnach ein „Personal-Ordinarius“ im Rang eines unverheirateten Priesters oder Bischofs stehen. Die neue Rechtsform des Personal-Ordinariats – einer Art „abgespeckter“ Diözese, vergleichbar dem Militär-Ordinariat - sieht die katholische Priesterweihe auch für verheiratete, früher anglikanische Geistliche vor. Zu Bischöfen könnten jedoch aufgrund der christlichen Tradition nur unverheiratete Geistliche bestimmt werden. Deren Seminaristen sollen zudem zusammen mit den übrigen katholischen Priesteramtsanwärtern ausgebildet werden; jedoch sollen sie eine besondere Ausbildung in anglikanischer Tradition erhalten.

Streitpunkte
Uneinigkeit über die Zulassung von Frauen zu den Weihen führte in den letzten Jahrzehnten zu Kontroversen innerhalb der anglikanischen Kirche. Mittlerweile erlaubt ein Teil von ihr die Weihe von Frauen zu Bischöfinnen. Dies ist offenbar einer der Hauptgründe für einige anglikanische Gemeinschaften, zum Katholizismus überzutreten. Die anglikanische Kirche und die katholische englische Bischofskonferenz begrüßen den neuen Papst-Erlass. Damit werde den Gläubigen geholfen, die sich in jüngster Zeit „unsicher fühlten“, ob und wie sie der katholischen Kirche beitreten können.

Kardinal Levada: „Mit dem Erzbischof von Canterbury abgesprochen“
Die neue Regelung für übertrittswillige Anglikaner ist mit dem Primas der anglikanischen Kirche, Erzbischof Rowan Williams von Canterbury, abgesprochen worden. Das bestätigte der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal William Levada, an diesem Dienstag. Die neue Maßnahme stehe in Einklang mit dem ökumenischen Dialog, der weiterhin eine Priorität für die katholische Kirche bleibe, so Levada.

„Denn mit dieser Regelung sind wir nicht zum Abschluss des ökumenischen Dialogs gekommen. Die Gespräche mit der anglikanischen Kirche – so wie mit anderen Gemeinschaften – gehen natürlich weiter. Die ökumenische Bewegung hat ein Ziel, und zwar die sichtbare Gemeinschaft aller Gläubigen. Die Einheit ist aber ein Geschenk Gottes, und wir alle hoffen, dass wir so bald wie möglich dieses Geschenk erhalten werden.“

Kardinal Levada ließ sich auch auf die Frage von Frauenpriestertum und Weihe von Frauen zu Bischöfinnen ein. Bei beiden Themen gehe es um die christliche Tradition. Deshalb sei dies in der katholischen Kirche nicht möglich. Das habe er auch gegenüber dem Primas der anglikanischen Kirche wiederholt. Levada:

„Ich habe zuerst mit dem vatikanischen Ökumene-Verantwortlichen, Kardinal Walter Kasper, darüber gesprochen. Am Montag sprach ich dann auch mit dem anglikanischen Erzbischof Rowan Williams. Ich habe ihm mein Gebet versichert, und ich hoffe, dass die Auseinandersetzungen innerhalb der anglikanischen Kirche rasch gelöst werden. Ich habe ihm auch klar gesagt, dass die Aufnahme der anglikanischen Gemeinschaften keinen Angriff auf die anglikanische Kirche darstellt.“

Britischen Medienberichten zufolge könnte die erste Gruppe, die von den neuen Richtlinien profitiert, die so genannte „Traditional Anglican Community“ (TAC) sein. Sie hatte sich 1991 von der übrigen anglikanischen Weltgemeinschaft getrennt und zählt nach Angaben der Tageszeitung „The Guardian“ rund 500.000 Mitglieder weltweit. (rv)
Hintergrund: Wer sind die Anglikaner?

Indien: Situation der Christen verbessert
Die Situation der Christen in Indien hat sich nach den Verfolgungen der letzten Monate klar gebessert. Das sagte gegenüber Radio Vatikan der Vorsitzende der indischen Bischofskonferenz Kardinal Oswald Gracias. Besonders im ostindischen Bundesstaat Orissa war es immer wieder zu Vertreibungen und Ermordungen von Christen durch fanatische Hindus und durch Großgrundbesitzer gekommen. Bischof Gracias:

„Die Situation in Orissa ist ganz klar besser, aber in einigen Gebieten gibt es immer noch Spannungen, weil einige Hindus fordern, Christen dürften nur in ihre Häuser zurückkehren, wenn sie ihren Glauben wechseln und Hindus würden. Ich erwarte aber, dass sich in einem Monat oder zweien die Situation normalisiert haben wird.“

Bischof Gracias sagt das auch besonders mit Blick auf den gerade in Mumbai zu Ende gegangenen ersten indischen Missionskongress der katholischen Kirche. Gewalt wie die in Orissa darf nicht von dieser Botschaft der Kirche in Indien ablenken. Dies sei das wichtigste Ergebnis des Kongresses. Gegenüber Hunger, Armut und Gewalt hat die Kirche eine Verantwortung für das ganze Land:

„Die Kirche hat immer denen geholfen, die in Schwierigkeiten waren. Unsere Schulen, unsere Krankenhäuser, unsere sozialen Aktivitäten sind für alle. Ich würde sagen, dass 80 Prozent der Menschen, denen wir helfen, keine Christen sind. Die Kirche will dem ganzen Land helfen und dem Nächsten dienen. Diese Botschaft ist noch einmal klar auf dem Kongress formuliert worden: wir sind Frauen und Männer des Dienstes am Nächsten, des Dienstes an der Kirche und am ganzen Land.“

Der Kongress, der unter dem Motto „Lass dein Licht leuchten!“ stand, hat die Antworten des Evangeliums für das Leben in Indien heute benannt: Friede, Harmonie, Leben in Verschiedenheit und Gemeinschaft, das Verstehen des Anderen und der Dienst am Anderen. (rv)
Zum Nachhören

Deutschland/Vatikan: Weniger „Benedikt-Effekt“, aber keine Krise
Der so genannte „Benedikt-Effekt“ hat im Buchhandel nachgelassen, aber von Krisenstimmung ist noch wenig zu spüren. Das sagte der Sprecher der Verlegerkonferenz Buch im deutschen Katholischen Medienverband, Thomas Häußner. Auch der Vatikan-Verlag „Libreria Editrice Vaticana“ (LEV) – ist zufrieden mit ihrem Auftritt in Frankfurt.
Mehr zum Nachlesen und –Hören


DIE AFRIKA-SYNODE:

Synode: Wie eine ruandische Schwester den Mördern ihrer Eltern verzieh
Rassenkonflikte bergen nach wie vor Sprengstoff für den Frieden Afrikas. Viele der im Vatikan tagenden Synodenväter haben bei ihren Wortmeldungen darauf hingewiesen. Der Völkermord von Ruanda steht dabei als besonders mahnendes Beispiel vor Augen. Binnen 100 Tagen verloren damals 800.000 Menschen in einem Blutrausch von ungeahntem Ausmaß das Leben. Wie kann Ruanda heute, 15 Jahre später, mit einer solchen Last leben? Und welchen Beitrag kann die katholische Kirche – der die Hälfte der Ruander angehören - dazu leisten, dass Versöhnung an die Stelle von Hass und Gewalt tritt? Eine ruanderische Ordensfrau, Hörerin bei der Synode, erzählte den versammelten Bischöfen und Papst Benedikt ihre ganz persönliche Geschichte:

„Ich bin Schwester Geneviève Uwamariya. Ich bin dem Völkermord in Ruanda entkommen. Was mich danach im Inneren antrieb, waren Rache und Hass gegen jene, die meine Eltern getötet und andere Familienmitglieder entführt hatten. Irgendwann habe ich mich gefragt, was kann mich frei machen? Der einzige Weg war, hinzugehen und diese Leute, die ich gar nicht kannte, zu treffen.

Eines Tages kamen die Ordensschwestern Unserer Frau des Erbarmens, die alle Menschen guten Willens dazu einluden, in die Gefängnisse zu gehen und den Häftlingen zu helfen, sich ihrerseits innerlich frei zu machen. Ich ging also in zwei Gefängnisse, eines mit 3.000 und eines mit 4.000 Häftlingen. Ich habe diese Leute dazu eingeladen, die Wahrheit zu sagen. Was mich überraschte, war, wie viele Details sie mir sagten.

So traf ich auch jene, die meine Eltern getötet hatten. Sie erzählten mir Einzelheiten, etwa, wie mein Vater gekleidet war, als sie ihn töteten. Und auf einmal habe ich gespürt, wie diese ganze Last von mir abfiel. Auch dieser Mann hat plötzlich laut geschrieen: „Vergeben Sie mir. Erbarmen!“ Wir fielen einander in die Arme, und weinend antwortete ich ihm: „Ich vergebe Ihnen“. Ich habe mich durch und durch gereinigt gefühlt. Und diese Erfahrung wollte ich auch anderen ermöglichen. So sagte ich den anderen Gefangenen: „Wirklich, ich bitte Sie, seien Sie aufrichtig. Sagen Sie die Wahrheit.“ Nach und nach bekam ich mehr als 600 Briefe, die ich verteilte. Und abermals überraschte mich etwas: Gewaltopfer antworteten den Mördern. Viele haben sich dann auch getroffen. Das war fantastisch.

Das erste, was ich bei meiner Arbeit in den Gefängnissen tat, war einfach zuhören. Es ist nämlich nicht einfach, zu gestehen: Ich habe 20 Menschen getötet. Wer tötet, ist ein verletzter Mensch.

Ich bin 49 Jahre alt und war bereits Ordensfrau, als der Völkermord geschah. Nein, ich habe niemals an meinem Glauben gezweifelt. Aber das war eine Gnade Gottes. Deshalb beten wir in unserem Apostolat. Es ist eine Gnade, aber man muss diese Gnade auch wünschen.

Immerhin, die Gesinnung der Menschen ändert sich. Ich stelle fest, dass unsere Jugendlichen diese schwere Last nicht erben möchten. Man spürt, dass sie an einer besseren Zukunft bauen wollen.“ (rv)
Hier zum Nachhören


DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Der jordanische Außenminister Nasser Judeh wird sich am Mittwoch mit Papst Benedikt treffen. Das wurde jetzt im Vatikan bekannt. Im Mittelpunkt des Gesprächs, das im Anschluss an die Generalaudienz stattfindet, wird wohl der Friedensprozess im Nahen Osten stehen. Benedikt hat Jordanien im Mai dieses Jahres besucht. Die Nachrichtenagentur apic macht darauf aufmerksam, dass der Papst immer mehr von seiner bisherigen Praxis abweicht, ausschließlich Staatschefs zu empfangen. So habe er in den letzten vierzehn Tagen schon die Regierungschefs von Frankreich und der Ukraine in Audienz bei sich gehabt. (apic)

Europa

Deutschland
Wahrheit macht frei. Das hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, an diesem Montag in Bonn bei der Verleihung des Katholischen Medienpreises gesagt. Es sei die Verantwortung der Journalisten, die Wahrheit zu berichten und damit zu einer stabilen und ehrlichen Gesellschaft beizutragen. Bei der Preisverleihung waren 300 Pressevertreter aus aller Welt anwesend. In der Kategorie Print wurde ein Artikel in der Stuttgarter Zeitung von Michael Ohnewald mit 5.000 Euro prämiert. Bei den elektronischen Medien ging der Preis für ein Radioprogramm im Norddeutschen Rundfunk an Bert Strebe. (dbk/sir)

Österreich
Das katholische Institut für medizinische Anthropologie und Bioethik IMABE warnt vor den Gefahren der Pränataldiagnostik am ungeborenen Kind. Die Diagnose „behindert“ ende in den meisten Fällen mit einer Abtreibung, so das Wiener Institut. Europa könne auf diese Weise zu einer Art „behindertenfreien Zone“ werden. Entscheidend sei, dass Pränataldiagnostik von einer ausführlichen Aufklärung begleitet werde, „was die Untersuchungen bedeuten, was sie können, was sie nicht können und zu welchen Entscheidungssituationen sie führen“. (kap)

Schweiz
Zehn Schweizer Missions- und Hilfswerke, Entwicklungs- sowie interreligiöse Organisationen rufen gemeinsam zur Ablehnung der Minarett-Initiative in der Volksabstimmung vom 29. November auf. Ein Minarett-Verbot würde die weithin vorhandene Bereitschaft untergraben, „den Weg der Integration im gemeinsamen Dialog und gegenseitigen Respekt zu gehen“. Das sagten sie an diesem Dienstag an einer gemeinsamen Medienkonferenz in Bern. Durch ein Minarettverbot würden muslimische Menschen gegenüber Nichtmuslimen rechtlich ungleich behandelt und somit diskriminiert, unterstreichen die zehn Hilfswerke und Organisationen in ihrer gemeinsamen Medienmitteilung. Weltweit stünden hingegen die Schweiz und ihre Missions- und Hilfswerke für die Rechte von Minderheiten ein. Eine Einschränkung der Rechte religiöser Minderheiten in der Schweiz, ihren Glauben sichtbar zu leben, wäre ein Rückenschuss für die Schweiz und die Arbeit ihrer Hilfswerke. – Es haben die gemeinsame Stellungnahme unterzeichnet: Bethlehem Mission Immensee, Brot für alle, Caritas Schweiz, Christlicher Friedensdienst, E-changer, DM-échange et mission, Heks, Iras-Cotis, Katharina-Werk sowie mission 21. (kipa)

Italien
Bischöfe und Politiker streiten darüber, ob in Italien islamischer Religionsunterricht eingeführt werden soll. Der Vorschlag zu einem solchen Unterricht kommt von Staatssekretär Adolfo Urso. Er glaubt, ein offizieller islamischer Religionsunterricht könne Eltern mit Migrationshintergrund davon abhalten, ihre Kinder in „Koranschulen“ zu schicken. Es gehe nicht darum, den Islam zu bekämpfen, sondern vielmehr den islamistischen Fundamentalismus. Der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Angelo Bagnasco, lehnt den Vorschlag ab. Sein Argument: Der Islam sei kein Teil der italienischen Kultur. Beim katholischen Religionsunterricht sei die Sachlage anders, weil das katholische Christentum ein „Teil der Geschichte und Kultur Italiens ist“. Laut offiziellen Statistiken beträgt der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund in Italien 4,2 Prozent. Die Kurien-Kardinäle Renato Martino und Georges Cottier hingegen zeigen sich für einen möglichen islamischen Reli-Unterricht aufgeschlossen. Erneut setzt damit der Vatikan, wie die Tageszeitung „Il Foglio“ analysiert, in einer innenpolitischen Frage die Akzente anders als die italienischen Bischöfe. Dabei sieht das Blatt auch innerhalb des Vatikans einen Widerstreit der Meinungen. Das mache es dem vatikanischen Dialog-Verantwortlichen, Kardinal Jean-Louis Tauran, schwerer – zumal auch bei seinen Dialogpartnern in der islamischen Welt Vielstimmigkeit herrsche. (kap/il foglio)

Polen
Der Priester Jerzy Popieluszko ist posthum mit dem höchsten Ehrenorden ausgezeichnet worden. Staatschef Lech Kaczynski überreichte den Oden vom Weißen Adler an diesem Montag der 89-jährigen Mutter des Priesters. Popieluszko gilt in Polen als Symbol des Kampfes gegen die Unterdrückung unter kommunistischer Herrschaft. 1984 war der Geistliche von Beamten der Geheimpolizei verschleppt und bis zum Tod gefoltert worden. An einer Messe in Warschau mit Erzbischof Kazimierz Nycz nahmen mehrere tausend Menschen teil. (ap/reuters)

Afrika

Kenia
Der Kirchenrat fordert, dass die Verantwortlichen für die blutige Gewalt vom Dezember 2007 nicht ungestraft davonkommen dürfen. In einem Statement stellen sich die Christen hinter Recherchen, die der Internationale Strafgerichtshof nächste Woche in Nairobi anstellen will. Nach Fälschungen bei den Präsidentenwahlen waren vor zwei Jahren Gegner und Anhänger von Präsident Mwai Kibaki aufeinander losgegangen; gleichzeitig brachen ethnische Konflikte auf. Der Kirchenrat drängt die Regierung zu einer Reihe von Reformen, damit solche Zusammenstöße künftig nicht mehr möglich werden. (apic)

Ghana
Ein lutherischer Bischof widerspricht internationalen NGOs. Man solle sich nicht dagegen wehren, dass ausländische Staaten und Unternehmen in Afrika auf großen Landflächen Nahrung produzieren. Seiner Meinung nach könnten die entsprechenden Abkommen auf längere Sicht den Afrikanern nützen, sagte Bischof Paul Kofi Fynn jetzt auf einer Tagung in Kenia. Er kenne ein Dorf in Ghana, das von einer solchen Landverpachtung an ein multinationales Unternehmen sehr profitiere. Fynn findet, man solle etwas stärker die Langzeitwirkungen dieses Phänomens in den Blick nehmen. Ein kenianischer lutherischer Bischof widersprach seinem Amtskollegen aus Ghana: Er finde, dass Kenia „richtiggehend ins Visier genommen worden“ sei, so Bischof Walter Obare. Man könne nicht Ackerland an große Unternehmen vermieten, solange in dieser Gegend „Menschen an Hunger sterben“. (apic)

Asien

Pakistan
Beim UNO-Hochkommissariat für Menschenrechte ist eine Petition eingegangen, die die Abschaffung des so genannten Blasphemie-Gesetzes in Pakistan fordert. Das wurde jetzt am Sitz der UNO-Behörde in Genf bekannt. Die mehr als 9.000 Unterzeichner der Petition wiesen darauf hin, dass das Gesetz immer wieder gegen Angehörige von religiösen Minderheiten in Pakistan instrumentalisiert wird. Das Gesetz, das auch von Pakistans Bischöfen immer wieder heftig kritisiert wird, sieht schwere Strafen für die Beleidigung des Korans oder des islamischen Propheten Mohammed vor. Die UNO-Verantwortlichen für Menschenrechte wollen nun die pakistanische Regierung auf das Gesetz ansprechen. (apic/eni)

Amerika

Mexiko
Wütende Gläubige haben im Süden des Landes regelrecht einen Gottesdienst gestürmt. Damit versuchten sie, den zelebrierenden Erzbischof auf einen Streit mit ihrem Pfarrer aufmerksam zu machen. Sie werfen diesem vor, zu hohe Gebühren für Taufen oder Hochzeiten zu verlangen. Der Erzbischof reagierte verärgert auf die Störung; er verwies die Demonstranten an seine Mitarbeiter, die doch schon an einer Lösung arbeiteten. (kna)

Kanada
Die Bischöfe wollen in diesen Tagen in Cornwall, Ontario, vor allem über Hilfen für Arme sprechen. Doch ihre Vollversammlung wird überschattet vom Skandal um den früheren Bischof von Antigonish, auf dessen Computer pädophile Bilder gefunden worden sind. „Die Verhaftung von Bischof Raymond Lahey ist für uns besonders schmerzlich, weil die Anschuldigungen gegen ihn so schwerwiegend sind“, sagt der Erzbischof von Winnipeg, James Weisgerber. Die Bischöfe seien schockiert, weil Lahey „ein Mitbruder und für einige von uns auch ein Freund“ sei. Weisgerber ist Vorsitzender der kanadischen Bischofskonferenz. Er betont, es dürfe kein Zweifel daran aufkommen, dass die Kirche Pädophilie verurteile und entschieden für den Schutz von Kindern und Jugendlichen eintrete. (apic)

Vereinte Nationen

UNO/Vatikan
Das Recht auf Ernährung und der Zugang zu Wasser gehören zu den fundamentalen Menschenrechten. Das sagte in New York der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, Erzbischof Celestino Migliore. Er äußerte sich bei der UNO-Debatte zu den Rechten der Ureinwohner. Besonders in Zeiten der ökonomischen Krisen dürften diese nicht vergessen werden. Es brauche Modelle von Entwicklung und Landwirtschaft, die die Ureinwohner der verschiedenen Länder und ihre Traditionen einbeziehen und nicht deren Lebensgrundlage zerstören, so der Erzbischof weiter. (rv)


Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören

 






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