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Meldungen vom 21.10.2009 - Vatikan: Personalordinariate fördern Dialog -- Afrika-Synode: Potential der Frauen nutzen - - Afghanistan: Katholiken begrüßen Stichwahl - Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis Redaktion: Antje Dechert Redaktionsschluss 16.00 Uhr Die folgenden Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr. AUS DER REDAKTION: Verehrte Freundinnen und Freunde unseres Newsletters, THEMEN DES TAGES:Vatikan: „Personalordinariate garantieren konversionswilligen Anglikanern ihre Tradition“ Die neuen Ordinariate sollen in Abstimmung mit den jeweiligen nationalen Bischofskonferenzen je nach Bedarfslage errichtet werden. Das erklärte gegenüber Radio Vatikan Mark Langham. Er ist im Päpstlichen Rat für die Einheit der Christen für den Dialog mit den Anglikanern zuständig. Das Personalordinariat ist ein Novum, so Langham. Bisher waren Übertritte zur katholischen Kirche in der Regel nur einzeln, nicht aber für Gruppen oder Gemeinden möglich. „Das Personalordinariat ist eine neue kirchliche Struktur, damit übertrittswillige Anglikaner zwar katholisch werden doch gleichzeitig ihre Traditionen bewahren können. Denn für Anglikaner sind ihre Liturgie, Gebete und Spiritualität sehr wichtig. Paul VI. sprach beispielsweise vom so genannten anglikanischen Reichtum. Konkret wird es nun so aussehen, dass es für jedes entsprechende Land ein Ordinariat geben kann, falls dies gewünscht wird. Diese Ordinariate sind direkt den jeweiligen nationalen Bischofskonferenzen unterstellt und somit eng mit der katholischen Kirche verbunden und werden eng mit der Glaubenskongregation zusammenarbeiten. Diese Gläubigen werden also 100 Prozent Katholiken sein und müssen ihren Glauben auch öffentlich kundtun, indem sie den katholischen Katechismus akzeptieren.“ In Großbritannien begrüßten am Dienstag der anglikanische Primas und Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, und der katholische Erzbischof von Westminster, Vincent Gerard Nichols, die vatikanische Maßnahme als notwendige Klärung. (rv/kap) Afghanistan: Kirchenvertreter begrüßt Stichwahl „Nach den zweimonatigen Diskussionen um den Wahlausgang ist es meiner Meinung nach ein ermutigendes Zeichen und ein Akt der Demokratie, dass Amtsinhaber Hamid Karzai die Stichwahl akzeptiert hat.“ Nach massiven Vorwürfen der Wahlmanipulation und internationalem Druck wird sich der amtierende Präsident Hamid Karzai am 7. November seinem stärksten Herausforderer Abdullah Abdullah stellen. Das hatte Karzai bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit US-Senator John Kerry am Dienstagabend mitgeteilt. Fast ein Drittel der Stimmen, die bei den Wahlen im August für Karzai abgegeben wurden, sind laut eines UNO-Berichts ungültig. Vor diesem Hintergrund gelte es jetzt, die Glaubwürdigkeit der Wahl wieder herzustellen, meint Pater Moretti „Die zuständigen Behörden müssen allen Beteiligten die Bedeutung dieser Wahl deutlich machen und zeigen, wie wichtig es ist, dabei die Regeln einzuhalten, die ja die Basis jeder Demokratie ausmachen. Es hat noch keine Reaktionen seitens der Taliban gegeben, allerdings ist absehbar, dass es wie im August zu Einschüchterungsversuchen kommt. Es steht fest, dass es auch dieses Mal für Viele nicht leicht sein wird, zur Wahl zu gehen.“ Trotz der Unregelmäßigkeiten sei es wahrscheinlich, dass Karzai als Sieger aus der Stichwahl hervorginge. Bei den Wahlen im August habe er die 50-Prozent-Marke nur knapp verfehlt und sei daher klarer Favorit, so Pater Moretti. Die Kirche setze sich durch zahlreiche Hilfsprojekte etwa für Bildung und eine bessere Gesundheitsversorgung ein und schaffe so wichtige Voraussetzungen für Demokratie. „Das entgeht den Afghanen nicht. Im Gegenteil, sie schätzen unsere Arbeit sehr, obwohl wir eine andere Religion ausüben, und zwar deshalb, weil wir unseren Glauben mit Überzeugung ausüben.“ (rv) Generalaudienz: Benedikt würdigt den heiligen Bernhard „Die wahre Gotteserkenntnis besteht für Bernhard nicht in einer denkerischen Leistung, sondern in der persönlichen Erfahrung der Liebe Christi. Und das Geschöpf vermag mit seiner persönlichen kleinen Liebe dem Schöpfer zu antworten. Sie ist geringer als die göttliche Liebe, und doch ist sie vollkommen, wenn sie ganz geschenkt wird. Maria hat diese Liebe in beispielhafter Weise zum Ausdruck gebracht. Bernhard hat keinen Zweifel daran, dass wir durch Maria zu Jesus geführt werden. Von ihr können wir lernen, Jesus nahe zu sein, und wir dürfen sie bitten, uns auf dem Weg mit Christus zu begleiten.“ Die Pilger aus zahlreichen deutschsprachigen Pfarreien und Verbänden wies Benedikt in seiner Begrüßung auf den Weg hin, den der heilige Abt zu dieser Gotteserkenntnis in Christus zeigt. „Der heilige Bernhard will uns lehren, eine lebendige Beziehung zu Christus durch das regelmäßige Gebet und durch die Sakramente aufzubauen. Streben wir danach, bei dieser „Wissenschaft der Heiligen“ gute Schüler zu sein. Der Herr geleite euch dabei mit dem Licht seiner Gnade.“ (rv) DIE AFRIKA-SYNODE:Synode: „Afrikas Kirche würde ohne Frauen sterben“ „Die Mehrheit unserer Gläubigen sind Frauen – so zwischen 60 und 70 Prozent. Meiner Meinung nach können wir die Frauen nicht ausschalten von der Verwaltung der Kirche. Ohne Frauen wird die katholische Kirche in Afrika zugrunde gehen – ehrlich gesagt! Darum sind wir der Meinung, je mehr Frauenförderung wir in der Kirche verwirklichen können, desto mehr werden auch unsere Jugendlichen, unsere Kinder und auch unsere Männer profitieren. Frauen haben ein besonders Charisma. Das müssen wir annehmen.“ Besonderes Potential haben die Frauen nach Ansicht des ghanische Erzbischofs im Bereich Bildung. „Zum Beispiel in der Priesterausbildung, wo sie als Theologinnen lehren – wir brauchen das, damit die Seminaristen sofort merken, dass für ihre Bildung Frauenwürde ehrlich angenommen werden muss. Zweitens, in meiner Diözese haben wir 160 Schulen in kirchlicher Trägerschaft – an der Spitze ist eine Frau, die mit Herz und Seele dabei ist. Über 70 Prozent des Lehrpersonals ist weiblich. Sie haben also eine sehr wichtige Rolle.“ Auch in den Pfarreien kann das weibliche Element noch aufholen, meint Erzbischof Palmer-Buckle. Allerdings brauche es für eine echte Wertschätzung der Frauen in der Kirche noch mehr Akzeptanz von Seiten der Universalkirche. „In meiner Diözese beispielsweise hatten wir im Februar eine Synode, unsere zweite. Über 60 Prozent der Teilnehmer waren Frauen. Sie haben sich sehr stark für Frauenwürde und Frauenrechte in der Kirche ausgesprochen, und ich habe das angenommen. In den normalen pastoralen Gremien und auf Diözesanebene sind bereits welche vertreten. Aber wir müssen Frauen haben, nicht nur weil sie Teil der Choreographie sind. Sondern ausgebildete Frauen sind in der Lage, ihr Engagement einzubringen. Das wird, glaube ich, ganz langsam mit der Zeit auch in der Universalkirche ankommen.“ (rv) Synode: „Eine neue Generation afrikanischer Bischöfe“ „Was mich freut: Ein großer Teil dieser Bischöfe, 80 oder 90 Prozent, waren bei der ersten Afrikasynode 1994 nicht mit dabei. Es ist also eine neue Generation da, und da spüre ich ein Selbstbewusstsein, das mich nicht überrascht, aber das mir Freude macht.“ Wie äußert sich dieses Selbstbewusstsein? „Es ist eine gewisse innere Sicherheit, dass Afrika nicht nur ein Problemkontinent ist, sondern ein Kontinent, der, wenn wir zusammen helfen, auch sich selber helfen kann und der Welt etwas zu geben hat. Und das spürt man. Die Männer bzw. alle die da sind, Männer und Frauen, leider stimmt das Gewicht noch nicht ganz – aber immerhin die Leute, die da sind, werden von dieser Überzeugung getragen, das spürt man.“ Welche Rolle spielen denn Frauen und besonders Katholikinnen in der südafrikanischen Gesellschaft? „Wenn wir die nicht hätten, hätten wir keine Gesellschaft, und ich meine das nicht biologisch. Sondern die Frauen tragen die Hoffnung und sorgen dafür, dass überhaupt noch etwas am Leben ist.“ Westliche Medien verbinden mit Afrika scheinbar hauptsächlich HIV und die Frage der Kondome. Die Frage ist auch bei einer Pressekonferenz mit Kardinal Peter Turkson, Generalrelator bei der Synode, aufgetaucht, und der Kardinal hat angedeutet, dass es im Fall von verheirateten Paaren, bei denen ein Partner mit HIV infiziert ist, einzelne Stimmen in der Kirche gebe, die das Kondom erlauben würden. Meinen Sie, das kann eines Tages die allgemeine gültige Position der katholischen Kirche werden? „Das ist schwer zu sagen. Ich denke, dass wir letzten Endes dabei stecken bleiben, dass persönliche Meinungen klar formuliert werden. Aber da wo die Politik gemacht wird, sind die Meinungen momentan anders und eher verhärtet. Das Thema ist, wenn ich den Bischöfen zuhöre, sehr präsent, aber auch auf eine Art, die sehr stark auch mit absoluten radikalen Positionen argumentiert“. (rv) DIE NACHRICHTEN:VatikanMit drei Briefmarken würdigt die Vatikanpost die Komponisten Händel, Haydn und Mendelssohn-Bartholdy. Die Postwertzeichen zu 65 Cent, 85 Cent und fünf Euro zieren jeweils ein zeitgenössisches Porträt der Künstler. Anlass für die Herausgabe der Briefmarken am Samstag ist das 250. Todesjahr Georg Friedrich Händels (1685-1759), das 200. Todesjahr Joseph Haydns (1732-1809) sowie der 200. Geburtstag Felix Mendelssohn-Bartholdys (1809-1847). Die diesjährigen Weihnachtsbriefmarken des Vatikan zieren ein Bild des Renaissancemalers Francesco Melanzio (etwa 1455-1524). Es trägt den Titel: „Thronende Madonna mit dem Jesuskind zwischen zwei Engeln, umringt vom heiligen Joachim von Fiore und der heiligen Anna“. Die Tafel steht über dem Hauptaltar in der Kapelle des Governatorats im Vatikan. Die Postwertzeichen zu 60 und 65 Cent werden am 4. November herausgegeben. (kna) Vatikan/Deutschland EuropaDeutschland Österreich Italien/Ruanda AmerikaHonduras Guatemala Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören
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