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Meldungen vom 21.10.2009

- Vatikan: Personalordinariate fördern Dialog -
- Afrika-Synode: Potential der Frauen nutzen -
- Afghanistan: Katholiken begrüßen Stichwahl -


Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Antje Dechert
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

AUS DER REDAKTION:

Verehrte Freundinnen und Freunde unseres Newsletters,
Vermutlich haben Sie schon erfahren, dass ich Radio Vatikan am Ende dieses Jahres verlassen werde. Nach 27 Jahren in Rom kehre ich gerne in meine deutsche Heimat zurück und übergebe das Heft einem jungen Mitbruder, Pater Bernd Hagenkord….
Eine Bitte von Pater Eberhard von Gemmingen, lesen Sie hier weiter


THEMEN DES TAGES:

Vatikan: „Personalordinariate garantieren konversionswilligen Anglikanern ihre Tradition“
Die anglikanische Weltgemeinschaft reagiert verhalten auf die Ankündigung des Vatikans, den Übertritt konversionswilliger Anglikaner zu erleichtern. Man rechne weder mit Massenkonversionen, noch könne man konkrete Zahlen nennen, sagte eine Sprecherin des Ehrenprimas in London gegenüber der KNA. Der Vatikan hatte am Dienstag angekündigt, dass übertrittswillige Anglikanergemeinden künftig leichter in volle und sichtbare Gemeinschaft mit der katholischen Kirche eintreten können. Zu diesem Zweck soll die neue Rechtsform des Personalordinariats – eine Art „abgespeckte“ Diözese, vergleichbar mit einem Militärordinariat – eingerichtet werden.

Die neuen Ordinariate sollen in Abstimmung mit den jeweiligen nationalen Bischofskonferenzen je nach Bedarfslage errichtet werden. Das erklärte gegenüber Radio Vatikan Mark Langham. Er ist im Päpstlichen Rat für die Einheit der Christen für den Dialog mit den Anglikanern zuständig. Das Personalordinariat ist ein Novum, so Langham. Bisher waren Übertritte zur katholischen Kirche in der Regel nur einzeln, nicht aber für Gruppen oder Gemeinden möglich.

„Das Personalordinariat ist eine neue kirchliche Struktur, damit übertrittswillige Anglikaner zwar katholisch werden doch gleichzeitig ihre Traditionen bewahren können. Denn für Anglikaner sind ihre Liturgie, Gebete und Spiritualität sehr wichtig. Paul VI. sprach beispielsweise vom so genannten anglikanischen Reichtum. Konkret wird es nun so aussehen, dass es für jedes entsprechende Land ein Ordinariat geben kann, falls dies gewünscht wird. Diese Ordinariate sind direkt den jeweiligen nationalen Bischofskonferenzen unterstellt und somit eng mit der katholischen Kirche verbunden und werden eng mit der Glaubenskongregation zusammenarbeiten. Diese Gläubigen werden also 100 Prozent Katholiken sein und müssen ihren Glauben auch öffentlich kundtun, indem sie den katholischen Katechismus akzeptieren.“

In Großbritannien begrüßten am Dienstag der anglikanische Primas und Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, und der katholische Erzbischof von Westminster, Vincent Gerard Nichols, die vatikanische Maßnahme als notwendige Klärung. (rv/kap)
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Afghanistan: Kirchenvertreter begrüßt Stichwahl
Die katholische Gemeinde in Kabul begrüßt die Entscheidung für eine Stichwahl um das Präsidentenamt. Das sagte gegenüber Radio Vatikan der Superior der katholischen Mission in Afghanistan, Pater Giuseppe Moretti:

„Nach den zweimonatigen Diskussionen um den Wahlausgang ist es meiner Meinung nach ein ermutigendes Zeichen und ein Akt der Demokratie, dass Amtsinhaber Hamid Karzai die Stichwahl akzeptiert hat.“

Nach massiven Vorwürfen der Wahlmanipulation und internationalem Druck wird sich der amtierende Präsident Hamid Karzai am 7. November seinem stärksten Herausforderer Abdullah Abdullah stellen. Das hatte Karzai bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit US-Senator John Kerry am Dienstagabend mitgeteilt. Fast ein Drittel der Stimmen, die bei den Wahlen im August für Karzai abgegeben wurden, sind laut eines UNO-Berichts ungültig. Vor diesem Hintergrund gelte es jetzt, die Glaubwürdigkeit der Wahl wieder herzustellen, meint Pater Moretti

„Die zuständigen Behörden müssen allen Beteiligten die Bedeutung dieser Wahl deutlich machen und zeigen, wie wichtig es ist, dabei die Regeln einzuhalten, die ja die Basis jeder Demokratie ausmachen. Es hat noch keine Reaktionen seitens der Taliban gegeben, allerdings ist absehbar, dass es wie im August zu Einschüchterungsversuchen kommt. Es steht fest, dass es auch dieses Mal für Viele nicht leicht sein wird, zur Wahl zu gehen.“

Trotz der Unregelmäßigkeiten sei es wahrscheinlich, dass Karzai als Sieger aus der Stichwahl hervorginge. Bei den Wahlen im August habe er die 50-Prozent-Marke nur knapp verfehlt und sei daher klarer Favorit, so Pater Moretti. Die Kirche setze sich durch zahlreiche Hilfsprojekte etwa für Bildung und eine bessere Gesundheitsversorgung ein und schaffe so wichtige Voraussetzungen für Demokratie.

„Das entgeht den Afghanen nicht. Im Gegenteil, sie schätzen unsere Arbeit sehr, obwohl wir eine andere Religion ausüben, und zwar deshalb, weil wir unseren Glauben mit Überzeugung ausüben.“ (rv)
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Generalaudienz: Benedikt würdigt den heiligen Bernhard
Die Erkenntnis Gottes liegt nicht im Wissen, sondern in der Nachfolge Christi. Dies sagte Papst Benedikt bei der Generalaudienz an diesem Mittwochmorgen. In seiner Katechese würdigte er den heiligen Bernhard von Clairvaux. Im ausgehenden elften Jahrhundert geboren gehörte er zu den großen Theologen und Predigern des Mittelalters. Als Abt des Zisterzienserklosters Clairvaux war er verantwortlich für die Ausbreitung dieses Reformordens. Besonders wies Benedikt aber auf den geistlichen Kern der Lehre Bernhards hin. Obwohl ein Theologe ersten Ranges, gab es für ihn Dinge, die Vorrang hatten:

„Die wahre Gotteserkenntnis besteht für Bernhard nicht in einer denkerischen Leistung, sondern in der persönlichen Erfahrung der Liebe Christi. Und das Geschöpf vermag mit seiner persönlichen kleinen Liebe dem Schöpfer zu antworten. Sie ist geringer als die göttliche Liebe, und doch ist sie vollkommen, wenn sie ganz geschenkt wird. Maria hat diese Liebe in beispielhafter Weise zum Ausdruck gebracht. Bernhard hat keinen Zweifel daran, dass wir durch Maria zu Jesus geführt werden. Von ihr können wir lernen, Jesus nahe zu sein, und wir dürfen sie bitten, uns auf dem Weg mit Christus zu begleiten.“

Die Pilger aus zahlreichen deutschsprachigen Pfarreien und Verbänden wies Benedikt in seiner Begrüßung auf den Weg hin, den der heilige Abt zu dieser Gotteserkenntnis in Christus zeigt.

„Der heilige Bernhard will uns lehren, eine lebendige Beziehung zu Christus durch das regelmäßige Gebet und durch die Sakramente aufzubauen. Streben wir danach, bei dieser „Wissenschaft der Heiligen“ gute Schüler zu sein. Der Herr geleite euch dabei mit dem Licht seiner Gnade.“ (rv)
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DIE AFRIKA-SYNODE:

Synode: „Afrikas Kirche würde ohne Frauen sterben“
Frauen sind in der Gesellschaft und auch in der Kirche Afrika noch immer nicht an der Stelle, die ihnen zusteht. Mehrere Synodenväter haben diesen Sachverhalt in den Mittelpunkt ihrer Redebeiträge gestellt. Über die Frau in der afrikanischen Kirche hat unsere Synoden-Korrespondentin Gudrun Sailer mit Erzbischof Charles Palmer Buckle von Accra in Ghana gesprochen.

„Die Mehrheit unserer Gläubigen sind Frauen – so zwischen 60 und 70 Prozent. Meiner Meinung nach können wir die Frauen nicht ausschalten von der Verwaltung der Kirche. Ohne Frauen wird die katholische Kirche in Afrika zugrunde gehen – ehrlich gesagt! Darum sind wir der Meinung, je mehr Frauenförderung wir in der Kirche verwirklichen können, desto mehr werden auch unsere Jugendlichen, unsere Kinder und auch unsere Männer profitieren. Frauen haben ein besonders Charisma. Das müssen wir annehmen.“

Besonderes Potential haben die Frauen nach Ansicht des ghanische Erzbischofs im Bereich Bildung.

„Zum Beispiel in der Priesterausbildung, wo sie als Theologinnen lehren – wir brauchen das, damit die Seminaristen sofort merken, dass für ihre Bildung Frauenwürde ehrlich angenommen werden muss. Zweitens, in meiner Diözese haben wir 160 Schulen in kirchlicher Trägerschaft – an der Spitze ist eine Frau, die mit Herz und Seele dabei ist. Über 70 Prozent des Lehrpersonals ist weiblich. Sie haben also eine sehr wichtige Rolle.“

Auch in den Pfarreien kann das weibliche Element noch aufholen, meint Erzbischof Palmer-Buckle. Allerdings brauche es für eine echte Wertschätzung der Frauen in der Kirche noch mehr Akzeptanz von Seiten der Universalkirche.

„In meiner Diözese beispielsweise hatten wir im Februar eine Synode, unsere zweite. Über 60 Prozent der Teilnehmer waren Frauen. Sie haben sich sehr stark für Frauenwürde und Frauenrechte in der Kirche ausgesprochen, und ich habe das angenommen. In den normalen pastoralen Gremien und auf Diözesanebene sind bereits welche vertreten. Aber wir müssen Frauen haben, nicht nur weil sie Teil der Choreographie sind. Sondern ausgebildete Frauen sind in der Lage, ihr Engagement einzubringen. Das wird, glaube ich, ganz langsam mit der Zeit auch in der Universalkirche ankommen.“ (rv)
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Synode: „Eine neue Generation afrikanischer Bischöfe“
An diesem Sonntag endet mit einer Papstmesse im Petersdom die zweite Bischofssynode zum Thema Afrika. Am Samstag werden die Synodenväter in einer letzten großen Sitzung das Abschlussdokument erarbeiten. P. Damian Weber nimmt als Generalsuperior der Mariannhiller Missionare aus Südafrika an der Synode teil. Der gebürtige Churer hat auch einen südafrikanischen Pass und ist, wie er uns verriet, im Herzen Afrikaner.

„Was mich freut: Ein großer Teil dieser Bischöfe, 80 oder 90 Prozent, waren bei der ersten Afrikasynode 1994 nicht mit dabei. Es ist also eine neue Generation da, und da spüre ich ein Selbstbewusstsein, das mich nicht überrascht, aber das mir Freude macht.“

Wie äußert sich dieses Selbstbewusstsein?

„Es ist eine gewisse innere Sicherheit, dass Afrika nicht nur ein Problemkontinent ist, sondern ein Kontinent, der, wenn wir zusammen helfen, auch sich selber helfen kann und der Welt etwas zu geben hat. Und das spürt man. Die Männer bzw. alle die da sind, Männer und Frauen, leider stimmt das Gewicht noch nicht ganz – aber immerhin die Leute, die da sind, werden von dieser Überzeugung getragen, das spürt man.“

Welche Rolle spielen denn Frauen und besonders Katholikinnen in der südafrikanischen Gesellschaft?

„Wenn wir die nicht hätten, hätten wir keine Gesellschaft, und ich meine das nicht biologisch. Sondern die Frauen tragen die Hoffnung und sorgen dafür, dass überhaupt noch etwas am Leben ist.“

Westliche Medien verbinden mit Afrika scheinbar hauptsächlich HIV und die Frage der Kondome. Die Frage ist auch bei einer Pressekonferenz mit Kardinal Peter Turkson, Generalrelator bei der Synode, aufgetaucht, und der Kardinal hat angedeutet, dass es im Fall von verheirateten Paaren, bei denen ein Partner mit HIV infiziert ist, einzelne Stimmen in der Kirche gebe, die das Kondom erlauben würden. Meinen Sie, das kann eines Tages die allgemeine gültige Position der katholischen Kirche werden?

„Das ist schwer zu sagen. Ich denke, dass wir letzten Endes dabei stecken bleiben, dass persönliche Meinungen klar formuliert werden. Aber da wo die Politik gemacht wird, sind die Meinungen momentan anders und eher verhärtet. Das Thema ist, wenn ich den Bischöfen zuhöre, sehr präsent, aber auch auf eine Art, die sehr stark auch mit absoluten radikalen Positionen argumentiert“. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Mit drei Briefmarken würdigt die Vatikanpost die Komponisten Händel, Haydn und Mendelssohn-Bartholdy. Die Postwertzeichen zu 65 Cent, 85 Cent und fünf Euro zieren jeweils ein zeitgenössisches Porträt der Künstler. Anlass für die Herausgabe der Briefmarken am Samstag ist das 250. Todesjahr Georg Friedrich Händels (1685-1759), das 200. Todesjahr Joseph Haydns (1732-1809) sowie der 200. Geburtstag Felix Mendelssohn-Bartholdys (1809-1847). Die diesjährigen Weihnachtsbriefmarken des Vatikan zieren ein Bild des Renaissancemalers Francesco Melanzio (etwa 1455-1524). Es trägt den Titel: „Thronende Madonna mit dem Jesuskind zwischen zwei Engeln, umringt vom heiligen Joachim von Fiore und der heiligen Anna“. Die Tafel steht über dem Hauptaltar in der Kapelle des Governatorats im Vatikan. Die Postwertzeichen zu 60 und 65 Cent werden am 4. November herausgegeben. (kna)
Der 71-jährige Erzbischof Manuel Monteiro de Castro ist neuer Sekretär des Kardinalskollegiums. Er war und bleibt auch Sekretär der vatikanischen Bischofskongregation. Das gab der Pressesaal an diesem Mittwoch bekannt. Der bisherige Sekretär des Kardinalskollegiums, Erzbischof Francesco Monterisi, erhielt im Juli einen Ruf als Erzpriester an die Papst-Basilika Sankt Paul vor den Mauern. - Der Portugiese Monteiro de Castro besuchte die Päpstliche Diplomaten-Akademie und war anschließend im Staatssekretariat sowie auf Diplomatenposten des Heiligen Stuhls tätig. Er war Nuntius in mehreren Karibikstaaten. 1998 wechselte Monteiro de Castro nach Afrika und vertrat den Vatikan in Südafrika, Lesotho, Swasiland und Namibia. Im Jahr 2000 berief ihn Papst Johannes Paul II. an die bedeutende Nuntiatur in Spanien. Dort bereitete er 2006 den Besuch von Benedikt XVI. zum Weltfamilientag in Valencia vor. (rv/kap)

Vatikan/Deutschland
Die Mutter vom Papstsekretär Georg Gänswein ist am Dienstagvormittag im Alter von 78 Jahren gestorben. Das bestätigte das Erzbistum Freiburg, aus dem die Familie Gänswein stammt. Im August hatte Gertrud Gänswein noch an der Feier zum 25-jährigen Priesterjubiläum ihres Sohnes in Riedern am Wald im Südschwarzwald teilgenommen. Die Beerdigung wird am Freitag stattfinden. Der Vatikan kondolierte dem päpstlichen Privatsekretär. In dem Beileidsschreiben in der Vatikanzeitung „L’Osservatore Romano“ (Mittwochsausgabe) bekunden die Leitung und die Mitarbeiter des Staatssekretariates ihm ihre geistige Verbundenheit und versichern ihn ihres Gebetes. Freiburgs Erzbischof Robert Zollitsch sprach in einem Kondolenzschreiben Gänswein sein Beileid aus. Zollitsch betonte, er wisse sich im Gebet der Familie Gänswein verbunden. (kna)

Europa

Deutschland
Der Berliner Kardinal Georg Sterzinsky hat CDU/CSU und FDP zu einer stärkeren Kinderförderung aufgerufen. In einem am Mittwoch vorab verbreiteten Beitrag für den RBB-Hörfunk stellte er sich hinter die Forderung der Caritas, den Kinderregelsatz beim Arbeitslosengeld II um 42 Euro pro Kind zu erhöhen. Zugleich warf Sterzinsky der Berliner Koalition von SPD und Linkspartei vor, der Spitzenplatz der Stadt bei der Kinderarmut sei auch ein Resultat ihrer Sparpolitik. Der Kardinal leitet die Familienkommission der Deutschen Bischofskonferenz. Auf den ersten Blick sei die Hauptstadt kinderfreundlich, räumte der Erzbischof ein. Beim Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf schneide sie gut ab, zudem gebe es überdurchschnittlich viele Spielplätze und Freizeitangebote. In keiner anderen deutschen Großstadt lebten aber so viele Kinder von Hartz IV, betonte Sterzinsky. Jeder dritte minderjährige Berliner sei arm oder von Armut bedroht. Für diese Kinder bedeute dies, dass ihnen bereits in jungen Jahren die Zukunft verbaut werde. (kna)
Keine Pornos für Jugendliche. Das hat das Bundesverfassungsgericht an diesem Mittwoch entschieden. Der Staat müsse sich um den Schutz Minderjähriger vor Pornografie im Internet kümmern. Die Kammer des ersten Senats wies drei Verfassungsbeschwerden zurück, die sich für die Verbreitung einfacher pornografischer Darbietungen im Internet eingesetzt hatten. Die Nutzung pornografischer Angebote müsse verringert werden, so die Kammer. (kap)

Österreich
Die österreichischen Ordensspitäler haben erneut ihre Benachteiligung bei der staatlichen Krankenhausfinanzierung kritisiert. Die Ordenskrankenhäuser hätten für den laufenden Betrieb und notwendige Investitionen in den vergangenen zehn Jahren rund 300 Millionen Euro aus der eigenen Tasche aufgebracht, informierte der Leiter der Arbeitsgemeinschaft der Ordensspitäler, Pater Leonhard Gregotsch, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien. Obwohl die konfessionellen Krankenhäuser gemeinnützig arbeiten und einen öffentlichen Versorgungsauftrag erfüllen, erhielten sie nicht die gleichen finanziellen Vergütungen wie öffentlich-rechtliche Spitäler, kritisierte Pater Gregotsch. – Im Schnitt wird jeder fünfte Patient in Österreich in einem Ordensspital betreut. Mit 10.000 Spitalsbetten sind die Ordenskrankenhäuser zusammengenommen knapp vor der Gemeinde Wien der größte Spitalsbetreiber in Österreich. (kap)

Italien/Ruanda
Mit dem Vorwurf des Völkermords ist in der Erzdiözese Florenz ein Priester aus Ruanda festgenommen worden. Gegen den Geistlichen Emmanuel Mihigo Wayezu liege ein internationaler Haftbefehl vor, berichtete der römische Missionspressedienst „Misna“ an diesem Mittwoch. Der Priester ist derzeit als Vikar in einer Pfarrei in der Nähe der toskanischen Ortschaft Empoli tätig. Ihm wird vorgeworfen, 1994 an einem Massaker an über 80 Schülern im südruandesischen Kibeho beteiligt gewesen zu sein. Laut der Meldung war Wayezu zu dieser Zeit Direktor der betreffenden Schule. Die Erzdiözese Florenz erklärte, man hoffe auf eine rasche Untersuchung, die Licht in den wahren Sachverhalt bringen soll. Der Beschuldigte bestritt „misna“ zufolge bereits im Mai entsprechende Anklagen, die von einer afrikanischen Menschenrechtsorganisation gegen ihn vorgebracht worden waren. Wayezu erklärte damals, er habe in keiner Weise an den Mordtaten teilgenommen, sondern im Gegenteil mit seinem Bischof versucht, die Jugendlichen zu retten. Sein jetziger Vorgesetzter in Empoli beschrieb Wayezu nach Angaben des Pressedienstes als frei von Hass gegen andere Ethnien. Die Vorwürfe stammten von jemandem, der „ein Feuer schüren“ wolle. (kap/misna)

Amerika

Honduras
Honduras müsse grundlegende Veränderungen schaffen, um politische Verhältnisse wie in Venezuela zu vermeiden. Das sagte der Erzbischof von Tegucigalpa, Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga, jetzt in einem Gespräch mit dem Katholischen Nachrichtendienst (CNS). In einigen Aspekten der honduranischen Staatskrise sei die Handschrift des venezolanischen Staatspräsidenten Hugo Chavez zu erkennen, so der Kardinal in dem am Dienstag publizierten Interview. Sein Vertrauen in den ehemaligen Präsidenten Manuel Zelaya habe er verloren, da dieser in zahlreiche Korruptionsfälle verstrickt sei. So habe sich Zelaya unter anderem an Hilfsgeldern für die Armutsbekämpfung bereichert. Die aktuellen Verhandlungen zur Beilegung der Staatskrise seien für alle Politiker des Landes eine gute Gelegenheit, über Grundsätze nachzudenken, so Maradiaga. Die Kirche versuche in der aktuellen Lage eine Vermittlerrolle einzunehmen. (cns)

Guatemala
Keine Gewalt gegen Kinder. Dazu hat das Menschenrechtsbüro der Erzdiözese von Guatemala Stadt aufgerufen. Zwischen Januar und September dieses Jahres seien über 400 Kinder ermordet worden. Etwa die Hälfte davon starb an Schusswunden. Die Zahl sei entmutigend, so ein Sprecher des Menschenrechtsbüros. Die Kinder müssten in der Schule sein und nicht auf der Straße. Im Vergleich zum Vorjahr habe die Zahl ermordeter Kinder zugenommen. Die meisten Morde seien auf Jugendbanden und Verbrechen im Zusammenhang mit Drogenhandel zurückzuführen. (cna)


Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören

 






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