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Meldungen vom 25.10.2009

- Bischofssynode für Afrika vorbei -
- Feierliche Schlußmesse in St. Peter -
- „Globalisierung darf keinen ausschließen“ -


Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefan v. Kempis
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

AUS DER REDAKTION:

Verehrte Freundinnen und Freunde unseres Newsletters,
Vermutlich haben Sie schon erfahren, dass ich Radio Vatikan am Ende dieses Jahres verlassen werde. Nach 27 Jahren in Rom kehre ich gerne in meine deutsche Heimat zurück und übergebe das Heft einem jungen Mitbruder, Pater Bernd Hagenkord….
Eine Bitte von Pater Eberhard von Gemmingen, lesen Sie hier weiter


DIE AFRIKA-SYNODE:

Synode endet mit großer Messe in St. Peter
Gesänge in afrikanischen Sprachen, Bischöfe aus ganz Afrika in grünen Meßgewändern am Petrusgrab – so ist an diesem Sonntag die Sonder-Synode von Bischöfen zum Thema Afrika zu Ende gegangen. Papst Benedikt feierte mit über 240 Oberhirten aus allen Teilen des „Schwarzen Kontinents“ eine große Messe in St. Peter. Dabei forderte er, die Globalisierung müsse „alle Völker einschließen“ und dürfe niemanden an den Rand drängen.

Papst: „Steh wieder auf, Kirche Afrikas!“
„Enwerw m anuri“ – „Welche Freude!“ Mit diesem Lied in der nigerianischen Sprache Igbo begann die Schlußmesse der Bischofssynode. Mit Papst Benedikt standen die afrikanischen Kardinäle Peter Turkson aus Ghana, Wilfrid Fox Napier aus Südafrika und Theodore Adrien Sarr aus Senegal am Hochaltar. Lesungen und Fürbitten gab es an diesem Sonntag im vollbesetzten Petersdom u.a. in den Sprachen Swahili oder Kikongo. „Die Kirche in Afrika im Dienst an Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden“ – mit diesem Thema hatten sich Bischöfe und Experten aus ganz Afrika seit dem 4. Oktober im Vatikan beschäftigt.

„Die Synode hat betont und vorgeführt, dass die Kirche wirklich Familie Gottes ist, in der es keine ethnischen, sprachlichen oder kulturellen Spaltungen geben kann“, meinte der Papst in seiner Predigt. „Bewegende Zeugnisse haben uns gezeigt, dass der Heilige Geist auch in den dunkelsten Momenten der menschlichen Geschichte die Herzen von Opfern und Verfolgern verwandeln kann, so dass sie sich als Brüder erkennen. Eine versöhnte Kirche ist starker Sauerteig der Versöhnung auf dem ganzen afrikanischen Kontinent!“

„Nur Mut, steh auf!“ Diesen Ruf Jesu aus dem Evangelium dieses Sonntags gab der Papst den Synodenvätern mit auf den Heimweg in ihre Länder. „Steh wieder auf, Kirche in Afrika, Familie Gottes, und setz dich ein für die Neuevangelisierung, für die Versöhnung, für den Frieden über alle religiösen, ethnischen, sprachlichen, kulturellen, sozialen Grenzen hinweg! Bei dieser schwierigen Mission bist du nicht allein, Kirche in Afrika – die ganze katholische Kirche ist dir nahe!“ Sie arbeite auch dafür, „dass keinem Afrikaner mehr das tägliche Brot fehlen möge“.

„Die Globalisierung muss nicht einfach fatalistisch hingenommen werden, als würden ihre Dynamiken von anonymen, unpersönlichen Kräften hervorgerufen. Sie ist eine menschliche Realität und daher formbar, je nach kultureller Ausrichtung. Die Kirche setzt sich dafür ein, dass dieser Prozess in die Richtung von Beziehung zu anderen, Brüderlichkeit und Teilen geht.“

Kardinal Turkson: „Das Schönste war die Solidarität“
„Ich glaube, dass die Teilnehmer der Synode ziemlich zufrieden sind, was den Arbeitsstil, die Methode und unsere Ergebnisse betrifft“
: Das sagt Kardinal Peter Turkson aus Ghana. Er war so genannter Generalrelator der Synode und wird ab 2010 neuer Präsident des Päpstlichen Friedensrates in Rom. „Es war eine schöne Erfahrung für die Synodenväter: Sie konnten untereinander ihre Erfahrungen austauschen. Wir fühlen uns ermutigt, von all dem, was wir besprochen haben, jetzt auch mal etwas in die Tat umzusetzen! Das Schönste hier war der Geist der Solidarität, der alles geprägt hat.“

Nach der Synode ist vor der Synode – sprich: Auch Kardinal Turkson weiß, dass nach Abschluß der Beratungen jetzt noch die eigentliche Arbeit bevorsteht. „Erst müssen wir mal das Abschlußdokument sehen, dass der Papst auf der Basis dessen, was wir hier gemacht haben, erarbeiten wird. Er wird sich jetzt über alle Wortmeldungen, die es im Plenum gegeben hat, beugen – mal sehen, was er daraus macht. Und vor allem müssen wir Synodenväter jetzt alles tun, damit unsere Ortskirche anfängt, sich als Familie zu fühlen. Die Kräfte und die Ressourcen haben wir – was fehlt, ist die Führungsqualität, die „leadership“, in der Kirche und beim Staat. Das ist das, was wir jetzt versuchen sollten, dem Kontinent zu geben.“

Benedikt: „Mir scheint, es ist uns geglückt“
Die Synode hätte gewissermassen auch schiefgehen können – darauf hat der Papst schon am Samstag bei einem gemeinsamen Essen mit den afrikanischen Bischöfen hingewiesen. Es habe da, so meinte er in einer spontanen kleinen Ansprache, zwei Gefahren gegeben:  „Dieses Thema Versöhnung/Gerechtigkeit/Friede impliziert eine stark politische Dimension... Also bestand die Versuchung, weniger als Hirten und mehr als Politiker zu sprechen und dadurch mit einer Kompetenz, die gar nicht die unsere ist. Die andere Gefahr war umgekehrt, sich in eine rein spirituelle Welt zurückzuziehen, die abstrakt ist und schön, aber eben nicht realistisch! Ein Hirte muss aber eine realistische Sprache führen, er muss die Wirklichkeit anfassen, wenn auch in der Perspektive Gottes und seines Wortes.“

„Ein konkretes, aber geistliches Wort zu sagen – das war das große Problem der Synode, und mir scheint, es ist uns geglückt“, so Benedikt XVI. Die Synode gehe jetzt zu Ende und zugleich weiter, denn „sinodos“ bedeute ja „gemeinsamer Weg“: „Wir bleiben weiter mit dem Herrn auf dem Weg...“

P. Lombardi: „Nicht nur für, sondern mit Afrika marschieren!“
Von den großen Worten übergehen zum konkreten Leben“ – das rät jetzt auch Vatikansprecher Federico Lombardi. In einem Editorial für uns meint der Jesuitenpater, Afrika brauche jetzt die Solidarität der Weltkirche: „Dabei geht es nicht nur darum, die materiellen Ressourcen Afrikas in den Blick zu nehmen, sondern vor allem auch seine „graue Materie“, das Gehirn – also den Geist und das Herz seiner Einwohner. Im Respekt für Würde, Verantwortung und Selbstbestimmung der Afrikaner. Wir sollten nicht nur für, wir sollten vor allem mit Afrika marschieren!“

Angelus: Papst spricht von Zypernreise
Papst Benedikt legte den Afrikanern an diesem Sonntag beim Angelusgebet die Schlußbotschaft ans Herz, die die Synode mit Blick auf Afrika formuliert hat. Die Botschaft wurde vor ein paar Tagen veröffentlicht. Sie sei ein Versuch, „die Erfahrungen, Erwartungen und Projekte Afrikas“ zu formulieren, so der Papst. Und er rief den Afrikanern zu, sie sollten „Salz und Licht“ ihres Kontinents sein. Dann war Benedikt aber in Gedanken schon bei der nächsten Synode: In einem Jahr treten im Vatikan Bischöfe aus dem Nahen Osten zusammen, um über Probleme und Chancen des Christentums in ihrer Region nachzudenken. Er werde bei einer Reise auf die Insel Zypern das so genannte „Instrumentum laboris“, also den Grundlagentext dieser Synode, vorstellen, kündigte der Papst an.

Per Live-Schaltung war Benedikt beim Angelusgebet mit Mailand verbunden: Dort wurde nämlich in seinem Auftrag Carlo Gnocchi selig gesprochen, ein Priester, der in der Nachkriegszeit durch seine karitative Arbeit bekannt wurde. Zur Seligsprechung, die unter dem Motto stand „Immer auf der Seite des Lebens“, gab es also Grüße des Papstes.

Auf deutsch sagte Benedikt beim Angelus einige Sätze zum Evangelium dieses Sonntags, das von der Heilung eines Blinden berichtet: „Jesus hat das inständige Rufen des Bartimäus gehört und ihm sein Augenlicht wiedergeschenkt. Das ermutigt uns, mit all unseren persönlichen Schwierigkeiten, in den Anliegen der Kirche und ebenso mit den Herausforderungen und Nöten des afrikanischen Kontinents voll Glauben und Vertrauen zu Christus zu kommen. Er schenkt auch uns Hilfe und Heil. Der Herr behüte euch und eure Familien!“ (rv)
Zum Nachhören
Hier können Sie die Predigt des Papstes in vollem Wortlaut lesen

Interview zur Synode: Schick zieht sehr positive Bilanz
Der deutsche „Weltkirchen-Bischof“ Ludwig Schick zieht eine sehr positive Bilanz der Afrikasynode im Vatikan. Bambergs Erzbischof war Delegierter auf dem Großereignis, das an diesem Sonntag zu Ende ging. Gudrun Sailer fragte ihn zunächst, welche Punkte in der Abschluß-Botschaft der Synodenväter ihm besonders wichtig vorkommen.

„Ich würde, auch wenn das vielleicht nicht der am meisten ins Auge stechende oder gewünschte Punkt ist, erst einmal die Evangelisierung herausstreichen. Denn klar ist – und das ist in der Synode deutlich geworden: Wir brauchen die Hinführung zu Jesus Christus und seinem Evangelium, weil darin die Kraft für Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden liegt.“

Ein besonders bemerkenswerter Aufruf geht in der Schlußbotschaft an katholische Politiker: Sie sollten für eine schlechte Form der Regierungsführung Reue zeigen oder ansonsten zurücktreten. Wird das in Afrika wahrgenommen?

„Ich hoffe es, und wir hoffen es, wir Synodenväter! Sonst hätten wir das nicht in die Schluß-Botschaft hineingeschrieben. Es ist in zweierlei Hinsicht ein ganz wichtiger Aufruf: Wir wissen, dass für die Entwicklung am hemmendsten ist, wenn es korrupte Regierungen gibt. Und wenn das dann noch Christen sind, die eigentlich mit gutem Beispiel vorangehen sollten, dann ist das doppelt schädlich für die Gesellschaft und für die Kirche!“

Auch die Vereinten Nationen bekommen in dieser Schlußbotschaft der Synodenväter Kritik ab. Da wird klar gesagt, die UNO solle sich davor hüten, traditionelle afrikanische Werte wie die der Familie oder des menschlichen Lebens zu zerstören. Ist dieser Aufruf so nötig?

„Es gibt dieses Maputo-Protokoll, das in etlichen Passagen förderlich ist für die Entwicklung Afrikas und auch die Tradition Afrikas ernstnimmt. Es gibt aber auch darin Aufrufe, die den Menschenrechten und den Traditionen Afrikas widersprechen! Vor allem, was die Sexualität und die Familie betrifft. Nach afrikanischen Traditionen gehören Sexualität und Ehe zusammen, gehören Sexualität und Familiengründung, Kinderzeugen und –gebären zusammen, das wird dort aufgegeben. Es wird auch aufgegeben, dass der Schutz des menschlichen Lebens von Anfang bis Ende gelten muss, also von der Zeugung bis zum natürlichen Sterben. Das ist sowohl der kirchlichen Lehre als auch den Traditionen Afrikas widersprechend, und daher ist die UNO in dieser Botschaft zu Recht kritisiert worden.“ (rv)
Hier können Sie das Interview in voller Länge hören


WEITERE THEMEN DES TAGES:

Deutschland: Koalitionsvertrag – Licht und Schatten aus Kirchensicht
Die künftige schwarz-gelbe Regierung hat vereinbart, sich für Religionsfreiheit und gegen Christenverfolgung einzusetzen. Das geht aus dem Koalitionsvertrag hervor. Dort heißt es im Abschnitt, in dem die Bedeutung des Menschenrechtsschutzes für die Außenpolitik hervorgehoben wird: „Ebenso kontinuierlich wird sich die Bundesregierung weltweit für Religionsfreiheit einsetzen und dabei ein besonderes Augenmerk auf die Lage christlicher Minderheiten legen.“ Thomas Schirrmacher vom „Internationalen Institut für Religionsfreiheit“ begrüßt diesen Passus. Es sei ein gutes Zeichen, dass die künftige Bundesregierung aus Union und FDP an der Vorreiterrolle Deutschlands im Einsatz gegen die Verfolgung Andersgläubiger festhalten wolle.Religionsfreiheit sei ein wichtiges Menschenrecht, für das sich die Außenpolitik weltweit einsetzen müsse. Zur Erwähnung christlicher Minderheiten erklärte Schirrmacher, dies gehe darauf zurück, dass in Ländern wie dem Irak, der Türkei, Iran und Indien große, meist alteingessesene ethnische Minderheiten mit christlichem Hintergrund verfolgt würden. Ihre Rechte gelte es zu schützen. – Schirrmachers Institut ist eine Einrichtung der Weltweiten Evangelischen Allianz; diese repräsentiert rund 420 Millionen Evangelikale in 128 Ländern.

„Der am Samstag in Berlin vorgestellte Koalitionsvertrag setzt viele soziale Akzente. Ihre Umsetzung wird aber durch die versprochenen Steuersenkungen erheblich erschwert“. Mit diesen Worten reagiert der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, auf die Nachrichten aus Berlin. Denn die neue Staatsverschuldung schränke die Handlungsfähigkeit des Staates für die soziale Sicherung ein.Zu den positiven Ansätzen im Koalitionsvertrag zählt die Caritas den angekündigten Kampf gegen Bildungsarmut und die Betonung der Prävention etwa durch frühe Hilfen für benachteiligte Kinder. Positiv sei auch, dass das Risiko wachsender Altersarmut nun anerkannt werde.Deutlich nachbessern müsse die Regierung, so Neher, bei der Sicherung armer Familien, die schon lange von der Grundsicherung abhängig sind. Sie profitieren weder von der Anhebung des Kindergeldes noch von der Erhöhung des Steuerfreibetrages. Neher wiederholte die Forderung der Caritas, den Regelsatz für Kinder aus armen Familien bedarfsgerecht zu ermitteln. Auch die Entscheidung, die Hilfen aus einer Hand von Arbeitsagenturen und Kommunen für Arbeitssuchende nicht fortzusetzen, kritisierte Neher. Positiv bewertet der Caritas-Präsident, dass die Koalition die tragende Rolle der Kirchen und deren Bedeutung für die Vermittlung von Werten anerkenne. Die Caritas in Deutschland nehme ihren Auftrag als Gestalter des Sozialstaats ernst. "Die Caritas wird in Gesprächen mit der neuen Bundesregierung besonders die Anliegen von Menschen am Rande und in Armut zur Sprache bringen und für eine befähigende Sozialpolitik eintreten", so Neher. (idea/caritas)
Hier finden Sie die Stelle des Koalitionsvertrags zur Religionsfreiheit in vollem Wortlaut

Österreich: „Pfarrgemeinden stärker in den Blick nehmen“
Kardinal Christoph Schönborn plädiert dafür, die Bedeutung der Pfarrgemeinden weltweit stärker in den Blick zu nehmen. Bei der 1. Wiener Diözesanversammlung im Rahmen des Vorgangs „Apostelgeschichte 2010“ seien zahlreiche Sorgen und Anliegen im Blick auf die Pfarrgemeinden zum Ausdruck gebracht worden, hielt der Kardinal am Samstagvormittag vor den Delegierten im Wiener Stephansdom fest. Er werde verstärkt mit Bischöfen der Weltkirche das Gespräch über diese Themen und den Austausch über die Anliegen und Erfahrungen der Pfarrgemeinden suchen. In Richtung der Delegierten sagte Schönborn: „Ich kann nicht Reformen versprechen, die viele sich wünschen, die aber nicht in meiner Hand liegen.“ Es sei aber ein berechtigter Wunsch, „dass es über diese Anliegen einen verstärkten Austausch gibt“.

Bei der Diözesanversammlung waren im Blick auf die Zukunft der Pfarren die Zugangsbedingungen zum Priestertum, die Frage der „viri probati“ (der Priesterweihe für bewährte verheiratete Männer) oder der neuen Leitungsmodelle für Pfarrgemeinden mehrfach thematisiert worden. In seiner ersten Bilanz der Delegiertenversammlung sagte Schönborn, er nehme es für sich als Auftrag mit, noch bewusster auf das zu schauen, was in der Kirche „Schmerz oder Leidensdruck“ verursache, aber auch auf das, was an Neuem wachse. Die Versammlung habe deutlich gemacht, „wie viel in unserer Diözese von so vielen getragen und gelebt wird“. Bewusstes Augenmerk sollten die Gläubigen in der Erzdiözese Wien auf die Sorge um die wachsende Zahl an Notleidenden legen, betonte der Kardinal und dankte für alles, was schon jetzt an vielfältiger karitativer Hilfe durch die Pfarren geleistet wird. (pm)
Hier lesen Sie weitere Infos zur Diözesanversammlung


WEITERE NACHRICHTEN:

Vatikan

Der langjährige Vatikan-Verantwortliche für Sicherheit ist tot: Camillo Cibin starb an diesem Sonntag im Alter von 83 Jahren in Rom. Der Norditaliener hatte fast sechzig Jahre lang seine schützende Hand über die Päpste gehalten, davon 35 Jahre lang als Leiter der so genannten „Vigilanza“ und der vatikanischen „Gendarmerie“. Beim Attentat auf Papst Johannes Paul II. vom 13. Mai 1981 war Cibin maßgeblich daran beteiligt, den türkischen Attentäter Mehmet Ali Agca zu überwältigen. Zwei Jahre später vereitelte er im portugiesischen Fatima eine Messerattacke auf den Papst. Im Alter von 80 Jahren ging er 2006 in Pension. (kna/rv)

Europa

Deutschland
Mit Angehörigen und Freunden der Opfer des Amoklaufs von Winnenden hat der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst einen Gottesdienst gefeiert. Gott habe ein offenes Ohr für menschliche Schmerzen und ein weites Herz für menschliches Leid, sagte er in seiner Predigt in Winnenden. Er wisse zugleich, dass viele durch den Schreckenstag vom 11. März aufgeworfene Fragen noch lange nicht beantwortet seien. Der Bischof von Rottenburg-Stuttgart dankte den Lehrern, Notfallseelsorgern, Polizisten und Rettungskräften. Sie hätten vorbildlich Beistand geleistet und dazu beigetragen, dass trotz der Tragödie die „Hoffnung nicht schwach wurde“. Bei dem Blutbad tötete ein 17-Jähriger in der Albertville-Realschule in Winnenden und bei der anschließenden Flucht 15 Menschen und sich selbst. (kna)
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz sieht die Ökumene in Deutschland auf einem guten Weg. „Es ist wichtig, sich nicht nur das noch nicht Erreichte, sondern ganz besonders auch die schon erlangten Gemeinsamkeiten und Annäherungen vor Augen zu halten.“ Das sagte der katholische Erzbischof Robert Zollitsch zum Auftakt der Elften Synode der Evangelischen Kirche Deutschlands, EKD; sie tagt ab diesem Sonntag in Ulm. Zollitsch würdigte ausdrücklich den scheidenden EKD-Vorsitzenden Bischof Wolfgang Huber – dieser habe „in einer Zeit des Umbruchs wegweisende Impulse eingebracht“ und „auch mittel- und langfristig wirksame Anstöße zum Umbau der evangelischen Kirche“ gegeben. Er sei dankbar, dass in den vergangenen Jahren die ökumenischen Bande zwischen den Kirchen gefestigt worden seien. Zollitsch wörtlich: „Sie haben sich eine ‚anspruchsvolle Ökumene‘ gewünscht. Gerade die Belastungen der jüngsten Zeit haben hohe Ansprüche an alle Beteiligten gestellt. Die Art und Weise, wie wir damit umgegangen sind, zeigt, wie ernst es uns um unser ökumenisches Miteinander ist. Ich bin zuversichtlich, dass die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland auch in Zukunft vertrauensvoll zusammenarbeiten können.“ Der „Weg in die Zukunft“ sei „ein Weg der Ökumene, eine Ökumene auf Augenhöhe“, so Erzbischof Zollitsch weiter. (pm)
Die Organisation „Wir sind Kirche“ hat ein neues Bundesteam. Auf der Mitgliederversammlung am Wochenende in München wurden neu gewählt Wilma Kaegebein aus Holzminden, Magnus Lux aus
Schonungen und Gisela Münster aus München. Für weitere zwei Jahre bestätigt wurden Christian Weisner aus Dachau, Sigrid Grabmeier aus Deggendorf und Georg Kohl aus Bad Homburg. Die Kirchenvolksbewegung versteht sich als Reformgruppe in der katholischen Kirche. Der emeritierte Tübinger Theologe Urs Baumann kritisierte bei dem Treffen die Kirchenleitungen in Rom und Deutschland. Papst Benedikt XVI. gefährde mit seinem „restaurativen und reformfeindlichen Kurs“ die Einheit der Kirche. Sollten die Bischöfe nicht umgehend eine Kurskorrektur durchsetzen, müsse mit einem weiteren „Verfall“ der katholischen Kirche in Deutschland gerechnet werden. (kna)

Schweiz
Die Schweizer Öffentlichkeit hat weniger Skrupel, negativ über Muslime zu diskutieren als über Juden. Dies zeigt eine Studie des Nationalen Forschungsprogramms 58 zum Thema „Religiöse Differenz als Problem in der politischen Diskussion“. Ziel des Forschungsprojekts war es, nach Veränderungen in der öffentlichen Diskussion über Minderheiten zu suchen. „Muslime erscheinen, obwohl hier heute x-fach mehr Muslime als Juden leben, der Schweizer Bevölkerung immer noch viel fremder als Juden“, sagte Pablo Assandri, stellvertretender Projektleiter, gegenüber dem jüdischen Wochenmagazin „Tachles“. Der Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft der Uni Zürich wollte im Rahmen des NFP 58 herausfinden, wie sich die öffentliche Aufmerksamkeit seit 1979 für jüdische und muslimische Akteure verändert hat. Die Forscher analysierten sämtliche Ereignisse der letzten 30 Jahre, über die in den Schweizer Medien berichet wurde. (kipa)


Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören

 






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